Beiträge mit tag "Waffen
Winnenden – Prozess: Die Hymne der Amokläufe
1Da im Kontext von Stuttgart 21 ja überhaupt nicht mehr über den Kretschmer-Prozess gesprochen wird, heute eine kleine Erinnerung in Form eines Liedes. Mono für Alle – Amoklauf:
cd
Winnenden – rechtsmedizinisches Gutachten veröffentlicht
1Tim Kretschmer hat in Winnenden offensichtlich weder, wie bis jetzt oft behauptet, gezielt auf Mädchen und Frauen, noch gezielt auf die Köpfe geschossen. Das nun veröffentlichte Gutachten nach der Leichenschau sagt unter anderem aus, dass Kretschmer weder zwischen Jungen und Mädchen unterschieden habe, noch sonderlich gezielt vorging. Eins der Opfer im Autohaus sei beispielsweise mit elf Schüssen getötet worden. Nur ein einziges der Opfer starb durch einen Kopfschuss. Bestätigt ist die Annahme, dass Kretschmer selbst durch einen “aufgesetzten Nahschuss” starb…jaja…jetzt kommen die Verschwörungstheoretiker wieder und sagen “das heisst nur, dass EINE Waffe aufgesetzt war…das muss nicht er selbst gewesen sein…usw.”
Quelle: Focus
Amoklauf in Lörrach – Gesetzesänderungen geplant
1Nach dem Amoklauf in Lörrach wird es nun wieder Änderungen des Landes- und Bundesrechts geben. Im Fall Lörrach wird nun vom Bundesgerichtshof die Möglichkeit diskutiert, zur Prävention weiterer Taten Anwaltskanzleien generell verbieten zu lassen.
cd
Emanzipation erreicht den Amoksport – Oma erschiesst ihre Familie
1Die Frauen ziehen nach…cool…das wird spannend. Vor kurzem hat eine Oma in Seattle drei Familienangehörige und sich selbst erschossen…das wird ja noch ein vielversprechendes Saisonjahr…
cd
Saubere Polizeiarbeit – Siebzehn Kugeln für Amokläuferin in Lörrach
3Die ersten Obduktionsergebnisse sickern durch. Am Interessantesten ist, dass die Polizei im Fall Lörrach wie auch damals in Ansbach endlich reagiert und nicht lange gefackelt hat. Diesmal mit einem Overkill von 17 (in Worten: Siebzehn!) Treffern. Absoluter Rekord bis jetzt
cd
Amoklauf in Lörrach – Gruß an den STERN
2Aha…das Nez ist also zynisch? Die Ereignisse in Lörrach wurden mit “Häme” begrüßt? So schreibt es zumindest Felix Disselhoff vom STERN.
Zynisch? Nein…das Netz doch nicht…zynisch ist höchstens, dass ausgerechnet der STERN sich nun zum Moralwächter der Medienrealität aufspielt, indem er sagt:
“So funktioniert das Web nur allzu oft. Aus einer einzelnen Meldung wird eine Lawine, die den Wahrheitsgehalt und das menschliche Drama oft unter sich begräbt.”
Sicher…klar…so zynisch finde ich den Vorschlag eines Users, jetzt Baden-Württemberg zu verbieten und an die Franzosen zu verkaufen, übrigens nicht. Wir könnten es ja gegen Elsass-Lothringen tauschen,..das BildBlog hat seinen Artikel auch schon entsprechend kommentiert…
Mir als ethisch integerem Menschen wäre jede Form der Polemik und erst recht des Zynismus natürlich zuwider, darum verweise ich auf einige höchst moralisch erbauende Artikel, die ich bereits zum Thema verfasst habe und grüße meine solidarischen Twitteraner:
Ein Amoklauf in der Waldorfschule wäre viel umweltfreundlicher gewesen, Außerdem ändert Lörrach nichts an unserer schlechten Platzierung in der Weltmeisterschaft im 1000m Amoklauf der U25 Nur die Österreicher sind noch unfähiger. Vielleicht war auch wieder ein Antidepressivum an der Tat schuld. . nun gut…machen wir einfach noch eine Tagung zu dem Thema…
cd
Amoklauf in Lörrach – Best of Amoklauf!
5Endlich wieder etwas, was in das Thema des Blogs passt…hatte mich schon gelangweilt…
Die Frau aus Lörrach hatte offensichtlich einen guten Drehbuchschreiber und einen guten Regisseur…oder es ist wieder etwas für die Verschwörungstheoretiker….jedenfalls wirkt der Amoklauf von Lörrach (der auch keiner ist…dazu mehr in einem anderen Eintrag..) wie ein best-of Album des Amoksports:
- Sportschütze wie Robert Steinhäuser und Amok mit Schusswaffe
- Durch die Gegend gerannt und auf Passanten geschossen wie Tim Kretschmer
- Feuer gelegt wie Georg R. – nur besser ausgefeilt und ausgeführt
- Blankwaffe wie Georg R., nur subtiler und effektiver eingesetzt…
Dazu die Spekulationen um die Umstände..das wird noch eine spannende Sache.
Am witzigsten finde ich, dass Jörg Kretschmer nun eine echte Chance hat, wenn er sich clever anstellt, bei dem ganzen Medienbuhei um den neuen Amoklauf schön Schröder-esque unter dem Radar mit einer Geldstrafe durchzutauchen…schauen wir mal..
cd
Winnenden reloaded – Vater von Tim Kretschmer im Visier. Quo vadis, Qualitätsjournalismus?
1So, nun geht sie wieder weiter, die Hexenjagd aus Spekulationen, medialer Ausschlachtung, Schuldzuschreibungen und Verschwörungstheorien, genau wie damals. Der Vater von Tim Kretschmer steht seit Donnerstag vor Gericht, um den Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufes zu erklären, warum er seine Beretta offen im Schlafzimmer herumliegen liess. Die Medien sind alle bereits ganz Ohr, bekommen jedoch keine echten Informationen, da Jörg Kretschmer sich ausschweigt und keine offiziellen Statements gibt und fangen so wieder wild an, Sommerlochfüller zu bauen. Cem Özdemir kann sich profilieren, indem er den anderen Parteien Tatenlosigkeit im Bezug auf Änderungen des Waffengesetzes vorwirft. Die aktuellen Änderungen sind ihm wohl zuwenig. Das halte ich wie schon öfter geschrieben für Blödsinn. Es ist keine Frage der Rechtslage, die gibt schon alle Kontrollmechanismen her – sie müssen nur vernünftig durchgesetzt werden. Bei jeder Pommesbude kann das Gesundheitsamt unangekündigt vorbeischneien und sich die Küche zeigen lassen und macht bei groben Verstößen den Laden dicht. Das muss doch hinzukriegen sein, dass das Ordnungsamt zwischendurch mal ihre Liste von Schützen mit WBK durchgeht und unangekündigte Besuche abstattet, um sich die ordnungsgemäße Verwahrung der gemeldeten Waffen zeigen zu lassen…und sind nicht genausoviele Waffen im Schrank, wie auf der WBK eingetragen, gibts mächtig Ärger…und wer sich nicht an die Richtlinen hält, darf die Dinger für immer abgeben…fertig. Das sieht z.B. auch die Neue Osnabrücker Zeitung so…
Der Spiegel charakterisiert Jörg Kretschmer direkt mal als “Waffennarr von Jugend”, der einem Sohn “das Zielen und Abdrücken lehrte”, den “er nicht gut genug kannte” und stellt ihn schon vor dem Prozess als Schuldigen dar. Die “Kleine Zeitung” gibt sich gemäßigter und erwähnt nur, dass die Verteidigung auf Straffreiheit plädiere, da Kretschmer “angesichts des Verlustes seines Sohnes und wegen der sozialen Ächtung gestraft genug sei.” Eine These, die ich so unterstützen würde…”der Freitag” beschreibt Kretschmers Hobby gar als “privaten Rüstungswahn“.
Die BILD gibt gewohnt boulevardjournalistisch ein Zeitprotokoll des ersten Prozesstages und stellt auch “kein Bedauern” fest…kann es sein, dass er, bevor er etwas Falsches sagt, lieber erstmal gar nichts sagt und deswegen nicht gleich kalt und gefühllos ist? Naja…die Presse eben…
Einen guten Gegenpol liefert das Presseportal Südwest, das den Prozess als einen “in eine Reihe spektakulärer Verfahren von Brunner bis Kachelmann, in denen die juristische Prozedur zum medialen Spektakel zu verkommen droht” und bemerkt sehr richtig: “Öffentlichkeit im Gericht dient der Kontrolle der Justiz, nicht der Bloßstellung des Angeklagten. Und Strafprozesse sind Verfahren zur Bestimmung von Strafe, nicht Strafe. Beides scheint immer öfter in Vergessenheit zu geraten.” Den Eindruck habe ich angesichts der Hetzkampagnen seitens selbsternannter “Aktionsbündnisse” allerdings auch…die Hinterbliebenen nehme ich aus…wer angesichts eines toten Kindes Blut sehen will, dem kann ich es nicht verdenken…aber für die Anwälte, die sich wie der bekannte Eric T. Langer damit profilieren können, steckt auch eine Menge Geld und Publicity in einem derart öffentlich beobachteten Prozess…
Die BZ erwähnt ebenfalls etwas neutraler wnigstens die Begründung, die die Verteidigung für Jörg Kretschmers Schweigen liefert: Er sei psychisch und physisch nicht in der Lage zu sprechen, trauere aber mit den Angehörigen.
Die WELT beginnt ihren Artikel, der sich um Gisela Mayer, eine der hinterbliebenen Mütter von Winnenden, die ihre Gefühle in dem Buch “Die Kälte darf nicht siegen” verarbeitete, zentriert, subtil mit einer eher positiven Charakterisierung Tim Kretschmers, lässt sich dann aber zu Sätzen wie “Es geht nicht darum ob der Vater, seinem Sohn fahrlässig Zugang zu einer Waffe verschafft hat, sondern darum, ob er mit ihm eine menschliche Waffe erzogen hat.” Kann man also im Hinblick auf Neutralität auch abhaken…Tränendrüsenmethode unter Nutzung eines der Sekundäropfer…
Einen qualifizierteren Kommentar liefert Prof. Dr. Henning Ernst Müller im Beck-Blog und stellt dort fest, dass die Verurteilung in erster Linie auf Verstoß gegen das Waffengesetz lauten wird, da die subjektive Fahrlässigkeit nicht prüfbar sei. Das ist eine Aussage, der ich ganz klar zustimmen muss. Für einen Laien ist absolut nicht zu erkennen, ob das Risiko einer solchen Tat besteht, selbst wenn, wie Prof Müller es erwähnt, die psychischen Probleme bekannt sind…daran beissen sich selbst Experten desöfteren die Zähne aus…selbst Schulpsychologen vor Ort dürften das aus Gründen, die ich bereits breit beschriebe habe, nicht hinbekommen…
Mein Fazit: In der Mühle des Buhlens um Verkaufszahlen geht ein Aspekt mal wieder völlig unter: Tim Kretschmer hat nicht seine Eltern erschossen, sondern einen Schulamok begangen. Im Prozess wird aber nicht danach gefragt, welche (Teil-)Schuld das System Schule, bzw. konkret das Kollegium der Albertville-Realschule in Winnenden trägt. Im Alter Kretschmers ist es so, dass die Kinder mehr Zeit mit uns Lehrern verbringen, als mit der eigenen Familie. Wer hat die Demütigungen begangen, die Tim Kretschmer dazu veranlasst haben, primär auf SchülerINNEN zu schiessen…wer hat, wie auch im Fall Robert Steinhäuser, die Signale aus pädagogisch-psychologischer Inkompetenz nicht gesehen oder nicht sehen wollen? Wer ist mitverantwortlich dafür, dass das aktuelle System den Lehrer so überfordert, dass subtilere Signale eines einzelnen Schülers in einer Masse von 32 und mehr Schülern absolut untergehen, bis sie sich auf eine derart extreme Weise einen Weg bahnen? All dies halte ich für ebenso gerechtfertigte Fragen, aber die sind nunmal nicht populär…und werden einfach nicht gestellt…
cd
Gedicht über den Amoklauf
1Inspiriert durch die Suchanfrage “Gedichte über Amokläufe”:
Mittags ist die Schule aus,
die Vöglein draußen fliegen.
Einer steht mit Bauchschuss auf,
die andern bleiben liegen.
cd















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