Beiträge mit tag "Sprache
Google hilft beim Verstehen
1Das Feature war mir nie aufgefallen, aber ein Posting vom Kollegen Rau mit Hinweis auf Lifehacker hat mich darauf gebracht:
Nutzt man die englische Google-Suche bekommt man nun die Möglichkeit, die Suchergebnisse nach Schwierigkeitsgrad der Texte für Nichtmuttersprachler sortieren zu lassen, sodass auch des Englischen nicht so mächtige Suchende eine Chance haben, mit den Suchergebnissen auch etwas anfangen zu können…Mich würde der Algo interessieren, der das kategorisiert, aber für Lernende ein nettes Feature…
cd
Für Sprachnazis: Der Blog oder das Blog?
9Ich halte “DAS Blog” für richtig und schreibe dies auch immer hier. Ein Bloggerkollege aber wollte es genau wissen und hat nicht nur Twitter als Cloud befragt, sondern auch noch eine Umfrage gestartet. Und er ist nicht einmal Lehrer
Meinungs-Blog : Der Blog oder Das Blog?
cd
Paarung in Schweden vs. Paarung in Deutschland
1So verschieden können Nationen sein:
In Schweden lädt man eine Frau mit dem Satz “Vill du fika?” zum Kaffee ein.
In Deutschland lädt man eine Frau mit dem Satz “Möchtest Du noch einen Kaffee bei mir?” zum Ficken ein.
Sachen gibts…
cd
Blogparade – Der Sprache ihren Lauf lassen?
6Ich bin gerade auf eine Blogparade gestoßen, die doch irgendwie in mein Feld als Sprachlehrer passt…darum heute also meine zweite Blogparade zum Thema “Der Sprache ihren Lauf lassen?” Veranstaltet wird diese von “Sprachen lernen im Web“.
Die Fragen:
1. Stört es Dich, dass deine Sprache verloren geht, indem wir z.B. immer mehr englisch Wörter gebrauchen?
Nein. Dass Lehnwörter aus anderen lebendigen Sprachen in eine lebendige Sprache Einzug halten, ist für mich eine völlig normale Sache. Gerade bei einer derart verbreiteten Sprache wie Englisch passiert das nunmal recht häufig. Ich denke nicht, dass Deutsch dadurch verloren gehen wird. Nur ist das Englische als analytische Sprache im Gegensatz zu synthetischen Sprachen wie Deutsch nun einmal deutlich effizienter. Dazu kommt, dass viele Entwicklungen aus dem englischen Sprachraum stammen und somit an eine englische Terminologie gebunden sind. In dieser Debatte wird oft vergessen, wie viele deutsche Lehnwörter dafür in andere Sprachen übergehen.
Was mich stört ist der falsche Gebrauch englischer Wörter und Phrasen. Dinge wie “DER Blog” oder “DAS Laptop” machen mir Zahnweh, genau wie die Apostrophierung des Plurals. Dass es heutzutage “Moni’s Pommesbude” heisst, ist für mich völlig in Ordnung. Das würde ich nicht als “Deppenapostroph” titulieren und es ist im Sinne eines Lehngenitives (den wir vermutlich in 10 Jahren im Duden haben werden) völlig korrekt. Den Plural zu apostrophieren (wenn bei Satan oder Media Müll ein Schild “CD’s” zu sehen ist beispielsweise) halte ich allerdings für grottendämlich.
2. Denkst du es ist sinnvoll die Entwicklung der Sprache zu steuern zu versuchen?
Nein, das geht ja auch gar nicht. Entweder bringt man sprachnationalistischen Unsinn wie die Franzosen hervor, die sich damit nur selbst in den Fuss schießen, da sich z.B. der Begriff der CD in der Welt so etabliert hat, dass kein Schwein ad hoc weiss, was eine “disque laser” sein soll oder sie gar mit “Laserdisk” verwechselt, oder man kämpft einfach so auf verlorenem Posten.
Es regt sich ja heute auch niemand mehr auf, dass wir “frei” statt “frey” schreiben usw. Deutsch ist eine lebendige Sprache in aktiver Benutzung und man sollte nicht vergessen, dass letztendlich eine Sprache von ihren Sprechern geprägt wird..je enger der Kontakt zum Ausland, umso mehr Vermischung. Der Duden ist ja keine Richtlinie, sondern gibt nur wieder, was ohnehin bereits Standard ist…gegen aktiven Unsinn, der auch in der Herkunftssprache Unsinn ist, sollte man mit Bildung vorgehen…der Rest ist nunmal der Lauf der Dinge…
3. Benutzt du selbst Wörter in anderen Sprachen, die du eigentlich auch auf Deutsch benutzen könntest?
Ja, natürlich. Meistens, wenn es eingeschliffene Termini sind. Vor allem aber, wenn die deutsche Entsprechung den Kern des englischen Begriffes nicht trifft. Ein “engineer” ist eben kein “Ingenieur”. Da ich vor allem im Bereich der IT und der Telekommunikation unterrichte, passiert sowas ständig. Ich lege im Unterricht Wert darauf, dass den Leuten die Begriffsbedeutungen bewusst sind, und sie diese jederzeit korrekt umschreiben können. Dann kann im Wirtschaftsenglischunterricht auf auf Deutsch von “shareholdern” usw. gesprochen werden. Merke ich allerdings, dass Leute permanent irgendwo “committen” ohne Plan zu haben, was das eigentlich bedeutet, werde ich grob unflätig..
Das Englische ist flexibler und ersetzt für mich häufig die typisch Deutschen Komposita-Wortmonster. Über lateinische oder französische Lehnwörter regt sich übrigens niemand auf…damit wirkt man intellektuell…und diese Inkohärenz regt mich auch desöfteren auf..
Es gehört zum guten Ton, dass Hühnerfleisch für Besserverdienende “von der Poularde” ist und man auch gerne mal ein Entrecôte nimmt, aber habe ich “Cranberries” in meinen Muffins, werde ich schief angeschaut
4. Gibt es andere Wege die eigene Sprache zu bewahren, ohne der Entwicklung im Wege zu stehen?
Immer dann, wenn der deutsche Begriff treffender ist, als das Lehnwort. Und es hilft, mehr als eine Sprache zu sprechen. Je breiter die Kenntnisse der Ursprungssprache der Lehnwörter ist, umso weniger benutzt man sie ![]()
Das sieht man z.B. auch daran, dass Vollprofis “Rechner” statt “Computer” sagen…im Allgemeinen sehe ich auch in Schulungen auch, dass viele unerfahrene Manager gerne ihr Unwissen hinter englischer Terminologie verstecken. Je sicherer die werden, umso deutscher wird auch ihre Terminologie
5 Findest du man soll der Sprache einfach ihren Lauf lassen und sich einfach anpassen?
Ja, damit muss man leben, wenn man eine lebendige Sprache spricht. Man muss ja nicht jeden Unsinn mitmachen und kann für sich eine Grenze definieren. Letztendlich aber werden unsere Enkel ein völlig anderes Deutsch sprechen als wird. Gerade in Zeiten von Europa und internationalen Beziehungen wird die Durchmischung immer stärker werden. Sieht man sich die Geschichte an, ist es durchaus möglich, dass wir im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte auch wieder eine Zusammenführung von Sprachen haben werden…dass also derart ähnliche Sprachen wie das Holländische und das Deutsche in eine einzige gemeinsame Sprache einfliessen können…wir werden sehen…
Da ich diese Blogparade so interessant für Sprachlehrer finde, schmeisse ich sie als Stöckchen auch sofort mal zum Kollegen Rau!
cd
Extremes Gender-Mainstreaming
1Als ich heute einen Tweet las, der auf ein Video von Eva Herman als Nachrichtensprecherin des Kopp-Verlages verwies, dachte ich zuerst, das sei ein Zusammenschnitt oder sonstwie ein Fake…offensichtlich aber nicht. Pillepalleundso und The European berichtetn, dass tatsächlich in der Schweiz ein Beschluss gefasst wurde, dass die Bezeichnungen “Vater” und “Mutter” diskriminierend seien und nun durch das neutrale Wort “Elter” für beide Elternteile ersetzt werden sollen…was mischen die Schweizer nur in ihre Schokolade…?!
cd
Ich bin ein Sprachnazi
3…das ist der Terminus für Leute, die permanent an sprachlichen Fehlern Anderer herummeckern müssen…aber es gibt eine Sache, bei der es mit mir durchgeht:
DAS SUBSTANTIV ZU “TOT” IST “TOD“…MIT “D” VERDAMMTE HACKE….
cd
Entschlüsselt: Der Geheimcode der Vuvuzelas
3Uweseelers bedeuten beileibe nicht nur sinnloses Tuten, sondern eine eigene Geheimsprache ähnlich dem Alphornblasen, die nun entschlüsselt werden konnte:
cd
Psychologie: Autismus und Asperger
4Durch einen call for bloggers auf der special-needs Webseite www.able2able.com habe ich vor kurzem einen englischen Artikel zum Thema “Autismus und Asperger” veröffentlicht. Für die, die des Englischen nicht mächtig sind, heute die deutsche Übersetzung:
Weil ich seit längerer Zeit keinen ernsthaften Artikel mehr verfasst habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und einen solchen aus der psychologischen Perspektive, statt aus der Sicht eines Elternteils oder eines Betroffenen verfassen. Meine Ratschläge an Eltern, die vor kurzem die Diagnose für ihr Kind bekommen haben:
1. Vor allem: Stellen Sie sicher, dass die Diagnose wasserdicht ist! Trauen Sie keinen Vermutungen oder dem Bauchgefühl eines Allgemeinmediziners (das ist keine Abneigung gegen Generalisten, sondern lediglich das Credo, dass jede Diagnose von einem Spezialisten verifiziert werden sollte). Wie für jede andere Störung definiert das “Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Revision IV (DSM-IV)” der American Psychiatric Association zusammen mit der “International Classification of Diseases, Revision 10 (ICD-10)” genaue Diagnosekriterien für Autismus und Asperger und es gibt eine Reihe standardisierter Tests, die von qualifizierten Psychiatern (am besten ein Kinderpsychiater), klinischen Psychologen und (psychologischen) Psychotherapeuten, zusammen mit neurologischen Diagnoseverfahren durchgeführt werden können, um die Diagnose zu bestätigen und das Ausmaß der Störung zu ermitteln. Die Dauer des Tests hängt vom individuellen Fall ab. Größere Kliniken bieten zur Diagnostik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mutter-Kind-Zimmer oder Eltern-Kind-Zimmer an, sodass ein oder beide Elternteile während der Dauer des Aufenthaltes ständig bei ihrem Kind sein können.
2. Die Diagnose ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Wenn die Diagnose von einem Experten bestätigt ist, müssten Sie über die Art der Störung (Autismus, Asperger) und das Ausmaß der Störung (z.B. auf der Autismus-Skala) sowie Therapiemöglichkeiten, die dazu dienen, die Fähigkeiten Ihres Kindes zu verbessen, aufgeklärt worden sein. Suchen Sie nicht nach “Normalität”, die es ohnehin niemals gibt, sondern streben Sie nach individueller Verbesserung, nach den individuellen Fähigkeiten ihres Kindes. Und behalten Sie im Hinterkopf, dass die Entwicklung eines Kindes sehr schwer vorauszusagen ist. Während in den meisten Fällen von Asperger ein hoher Grad an Funktionalität bezogen auf soziale Interaktion, Lernen und Erziehung, Berufsausbildung, Arbeitsleben etc. erreicht werden kann, werden schwerere Fälle aus dem Autismus-Spektrum ihr Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen sein. So zynisch wie es auch klingt – Sie werden nicht ewig leben! Ziel sollte also nicht sein, so lange wie möglich für Ihr Kind da zu sein, sondern ihm von Anfang an zu helfen, ein innerhalb der Grenzen der Störung autonomes Leben zu führen.
3. Lernen Sie, auf der digitalen, statt der analogen Ebene zu kommunizieren. Der Unterschied zwischen analoger und digitaler Kommunikation ist eine Differenzierung des Psychologen Paul Watzlawick. Die digitale Kommunikation einer Aussage bezeichnet die Sachebene der Nachricht, während die analoge Kommunikation den Kontext, sowie Mimik, Tonfall und Körpersprache umfasst, also die Nachricht “zwischen den Zeilen”. Jede gesprochene Aussage kann man als sogenannten Sprechakt interpretieren, der sich in seiner Bedeutung vom semantisch Gesagten unterscheiden, oder ihm sogar entgegengesetzt sein kann. Sie können beispielsweise eine Person direkt bitten, das Fenster zu schließen oder die Heizung höher zu drehen, oder aber Sie sagen nur “Mir ist kalt!” Auf der digitalen Ebene ist diese Aussage eine reine Zustandsbeschreibung, während sie auf der analogen Ebene als Aufforderung, diesen Zustand zu ändern verstanden wird. Andere Sprechakte haben überhaupt keine digitale Bedeutung, sondern dienen rein als soziale Geste. Sie sagen beispielsweise als Gruß “Guten Morgen” oder “Guten Tag”, auch wenn es Sie überhaupt nicht interessiert, wie der Morgen oder der Tag des Anderen ist. Es ist ein reines soziales Ritual ohne echte Inhaltsebene.
Ein häufiges Symptom bei Autismus und Asperger ist der sogenannte “Literalismus”. Dieser beschreibt Schwierigkeiten oder totale Unfähigkeit, auf der analogen Ebene kommunizieren zu können und somit die Unfähigkeit, Sprechakte, die ihre Bedeutung durch soziokulturellen Kontext bekommen, zu verstehen. Ein Mensch mit Autismus oder Asperger wird eine Aussage fast immer wörtlich nehmen, somit zielt ein großer Teil der Therapie auf das Vermitteln der tieferen Bedeutung bestimmter Aussagen, um die sozialen Kompetenzen des Patienten zu verbessern. Das gleiche gilt für Körpersprache und Mimik. Autisten und Asperger-Patienten haben teils große Schwierigkeiten, Gesichtsausdrücke zu deuten und ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet werden immer begrenzt bleiben. Während Menschen ohne Autismus oder Asperger diese Dinge im Sozialisationsprozess durch mimetische Prozesse verinnerlicht haben, müssen Kinder mit Autismus oder Asperger Dinge, die für uns “normal” oder “sozial akzeptables Verhalten” sind, durch Erklärung erlernen. Dieses Symptom ist eines der schwierigeren, da Defizite auf der analogen Ebene oft als “Unerzogenheit”, Unhöflichkeit oder gar als Feindseligkeit interpretiert werden, vor allem von Kindern. Daher:
4. Behalten Sie die Beherrschung! Wenn Ihr Kind unerwünschte Reaktionen zeigt, liegt dies meist daran, dass es Ihre Nachricht nicht verstanden hat. Nicht auf ein “guten Morgen” zu reagieren ist keine Unhöflichkeit oder Feindseligkeit – das Kind mit Autismus oder Asperger versteht schlichtweg nicht, warum es auf eine bloße Zustandsbeschreibung, wie Sie Ihren Morgen finden, reagieren soll. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind auf nonverbale Signale oder Gesichtsausdrücke entsprechend reagiert. Sagen Sie lieber “das macht mich ärgerlich”, anstatt nur ein verärgertes Gesicht aufzusetzen. Stellen Sie direkt formulierte Fragen (“Wie geht es Dir?” statt “guten Morgen”). Verwenden Sie keinen Sarkasmus, keine Ironie und keinen Zynismus. Diese Stilmittel stellen ein autistisches oder Asperger-Kind vor eine unlösbare Aufgabe. Verstehen Sie Kommunikationsverweigerung nicht als Ablehnung! Je nach Schweregrad der Störung möchte Ihr Kind vielleicht überhaupt nicht mit ihnen kommunizieren, möchte von Ihnen nicht berührt werden oder möchte nicht einmal, dass Sie in seiner Nähe sind. Akzeptieren Sie das ohne sich abgelehnt zu fühlen. Einem autistischen Kind ist die analoge Bedeutung einer solchen Geste schlichtweg nicht bewusst.
5. Nichts erzwingen! Eine verbreitete Therapiemethode für autistische Kinder war früher die Festhaltetherapie nach Dr. Jirina Prekop. Die Grundidee hinter der “haltenden Umarmung” war, dass man Kinder an physischen Kontakt gewöhnen konnte, hielt man sie so lange (gezwungen!) fest, bis sie aufhörten, sich zu wehren. Diese Methode wird heutzutage (außer von einigen Hardlinern der Prekop’schen Lehre) nicht mehr angewendet, da sich das Verständnis des Autismus grundlegend verändert hat. Die aktuellen Modelle gehen davon aus, dass diese Form der Therapie den Kindern mitnichten beibringt, physischen Kontakt zu “mögen”, sondern nur, ihn zu ertragen und wird deshalb als unethisch betrachtet. In Deutschland hat es bereits einige erfolgreiche Klagen gegen Erzieher und Therapeuten gegeben, die diese Methode noch anwenden. Es gibt Patienten, die physischen Kontakt nach einer Weile tolerieren, während andere dies niemals erlauben. Es gibt keine wirkliche Methode, dies zu ändern und die Toleranz variiert von Fall zu Fall.
Akzeptieren Sie, dass Autisten und Asperger-Patienten in einem hohen Maße in ihrer eigenen Welt leben. Es gibt keine Möglichkeit, sie dort heraus zu zerren. Die einzige Möglichkeit ist, ihr Vertauen soweit zu gewinnen, dass sie zulassen, Sie in ihre zu lassen. Und es ist ihre Entscheidung, welchen Stellenwert Sie in ihrer Welt haben. Wie ich bereits sagte: Nehmen Sie dies nicht als Affront oder Ablehnung- das ist die Art, wie ein Autist seine Welt interpretiert.
6. Es wird sich nicht “rauswachsen”. Bestimmte Persönlichkeitsstörungen haben, wie beispielsweise einige Formen der Borderline-Persönlichkeitsstörungen, die Tendenz, mit zunehmendem Alter “auszubrennen”. Dies trifft aber nicht auf Störungen aus dem Autismus-Spektrum und Asperger zu. Es gibt Raum für Verbesserungen, aber abhängig vom Schweregrad der Störung werden bestimmte Symptome mehr oder weniger so bleiben wie sie sind. “Hochfunktionale” Autisten und Asperger-Patienten können zu einem hohen Grad erlernen, sich in die Gesellschaft einzufügen, aber auch dies ist von Fall zu Fall verschieden. Es gibt keine regelrechte “Heilung”, da Autismus und Asperger Störungen sind, keine “Krankheiten”.
7. Halten Sie sich fern von klinischer Literatur und der Wikipedia! Einer der häuftigsten Effekte, die wir bei Laien beobachtet haben, wenn sie mit klinischer Literatur und anderen mehr oder weniger zuverlässigen Quellen konfrontiert werden, ist, dass Laien durchaus die statistische Information aus diesen Quellen zusammen mit den Prognosen verstehen können, aber haben (aus Mangel an klinischer Erfahrung) keine Referenz, wie wahrscheinlich die Dinge eintreten werden, über die sie gelesen haben. Normalerweise führt klinische Literatur ohne einschlägige Vorbildung eher zu mehr Unsicherheit als Sicherheit. Statistische Daten, die Sie nicht vollständig interpretieren können, werden Ihnen ehrer Angst machen, als Ihnen zu helfen. Wenn Sie Fragen zu Ihrem Kind haben, stellen Sie sie einem Fachmann, der diese dann anhand der individuellen Struktur Ihres Kindes beantworten wird. Ich werde Ihnen hier keine Zahlen oder Tabellen an die Hand geben, denn in der klinischen Realität hat alles eine Wahrscheinlichkeit von 50% – es trifft entweder zu, oder eben nicht. Prozentzahlen über die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind Symptom X oder Y entwickeln wird werden Ihnen nicht helfen, denn entweder hat Ihr Kind Symptom X oder Y, oder nicht…
Eine andere “Nebenwirkung” klinischer Literatur, die auch bei Studenten und oft bei ausgewachsenen Klinikern zu beobachten ist, ist das Problem der Projektion. Wenn Sie von Symptom X lesen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dieses Symptom auch an Ihrem Kind entdecken werden – nicht weil es wirklich da ist, sondern weil das Lesen Ihre Aufmerksamkeit auf dieses Detail gelenkt hat…der alte Spruch lautet da: Wer nur einen Hammer als Werkzeug hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus…
Die bessere Herangehensweise ist: Beobachten Sie und wenn Sie etwas “komisch” finden, DANN fragen Sie nach…lernen Sie keine Seiten aus dem ICD oder DSM auswendig…Sie werden doch nur Gespenster sehen…
Ok, so viel im Moment zu diesem Thema..ich hoffe, einige Dinge sind hilfreich.
cd
Geballter Wahnsinn 6 – von traurigen Kritikern, gemäßigten Anglisten und von der leyenhaften Bundespräsidentin
3Wie immer in dieser Kategorie ein Sammelsurium:
1. Marcel Reich-Ranicki ist neunzig geworden, ist nicht glücklich und war es auch nie und die Redaktion der FAZ hat ihn nie gewollt…so sehr ich ihn auch schätze, ganz unschuldig ist er selbst daran nicht. Seinen neunzigsten Geburtstag findet er “scheußlich” und es gebe keine Zukunft mehr für ihn außer den Tod, er fühle sich “einsam”, schafft es aber nicht, das Interview mit der “Zeit” durchzuziehen, ohne zwischendrin mehrfach zu telefonieren…Marcel Reich-Ranicki eben…
2. Anatol Stefanowitsch von den Wissenslogs gibt Lena Meyer-Landrut linguistische Rückendeckung für ihr bizarres Englisch, vergisst aber dabei, dass obwohl Englisch natürlich vielerorts lingua franca ist, eine Kreole nur dann eine Kreole ist, wenn sie aus der Notwendigkeit heraus, aus dem Pidgin entsteht und nicht, wenn die Sprecher einer Fremdsprache diese phonetisch nicht gebacken bekommen…da hilft auch der Titel nix..
3. Zensursula ist im Gespräch für den Posten der Bundespräsidentin. Schön. Von der geringqualifizierten Familienministerin über die Notnagelposition an der Spitze des Reichsarbeitsdienstes der Bundesagentur gegen Arbeit hin zur deplazierten Möchtegern-Präsidentin…man darf gespannt sein..dass die Blogosphäre dem alten Präsidenten Guildo Horn das Genick gebrochen haben soll, halte ich aber für plakative Selbstbeweihräucherung…ich halte es eher wie die Süddeutsche – es war der letzte Schubs…
4. 2011 soll eine Volkszählung stattfinden…das sollte doch kein großer Aufwand sein…Deutschland – Ein Volk, Holland – zwei Völker, Belgien – drei Völker, Frankreich – vier Völker…usw…oder gleich auf der Rückseite der Euromünze zählen…
Außerdem: Schönen Guß nach Göttingen:
cd
Lena Meyer-Landrut kann kein Englisch
7So, da mir ja gesagt wurde, ich hätte dreckige Ohren, lasse ich mal einen Muttersprachler zu Wort kommen (Mark Espiner: Dialekt-Desaster Lena Meyer-Landrut. Unsere Westerwelle für Oslo.)
Ganz im Gegensatz zu ihren eingefleischten Fans, die behaupten, ihr Akzent sei brillant, muss ich allerdings sagen: Lenas Englisch klingt wirklich, wirklich seltsam. Ihre Versuche, die von ihren Helden Adele und Amy Winehouse geliebte Straßensprache Londons zu übernehmen (die selbst wiederum ein Hybrid aus US-Slang, jamaikanischer Gangstersprache und dem Dialekt des East End ist), enden damit, dass sie sich anhört wie ein schwedischer Sprachtherapeut, der Ali G. imitiert.
Da lag ich mit “Vorstadtschlampe aus Brixton mit ner Facialisparese” ja gar nicht so falsch…
Die Nordworte haben aber ein Patentrezept…einfach mal eine Bildstörung während ihres Auftrittes erzeugen…sie tanzt halt wie eine Ente im status epilepticus…
Nochmal: Wir hätten auch bessere Kandidaten…
EDIT: Entschuldigung, ich wollte niemanden beleidigen…ich meinte natürlich “Wie eine Ente im status epilepticus auf Ecstasy”
cd
















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