Beiträge mit tag "Schweiz
Extremes Gender-Mainstreaming
1Als ich heute einen Tweet las, der auf ein Video von Eva Herman als Nachrichtensprecherin des Kopp-Verlages verwies, dachte ich zuerst, das sei ein Zusammenschnitt oder sonstwie ein Fake…offensichtlich aber nicht. Pillepalleundso und The European berichtetn, dass tatsächlich in der Schweiz ein Beschluss gefasst wurde, dass die Bezeichnungen “Vater” und “Mutter” diskriminierend seien und nun durch das neutrale Wort “Elter” für beide Elternteile ersetzt werden sollen…was mischen die Schweizer nur in ihre Schokolade…?!
cd
Daniel Cohn-Bendit soll der neue Mixa werden…
6Oha, jetzt wo Mixa zurückgetreten ist und sich im Strafverfolgungsverfahren befindet, geht den Zeitungen plötzlich der Stoff für Skandalmeldungen zu Kindesmissbrauch aus…also wird in den Archiven gebuddelt und geschaut, was man nun noch so alles an “Enthüllungen” präsentieren kann. Die beliebte Historikerin Eva Herman hat sich als neues Ziel den ewig-68er, Odenwaldschüler und Grüne-Politiker Daniel Cohn-Bendit ausgesucht. Sie schreibt im Kopp-Verlag: Fassungslosigkeit. Warum Walter Mixa gehen musste und Daniel Cohn-Bendit immer noch da ist. Infowars hat den Artikel nebst Video übernommen.
Stein des Anstoßes ist die Zeit der sogenannten “Kinderladenbewegung“, ein Begriff, der meiner Generation und den noch Jüngeren nur noch bedingt etwas sagen dürfte. Kern der Erziehung in den Kinderläden war, neben einer antiautoritären Ausrichtung, auch der Grundsatz, dass kindliche Sexualität nicht zu unterdrücken sei. Es sind in den Protokollen der damaligen Zeit etliche sexuelle Kontakte zwischen Erziehern und Kindern dokumentiert. Cohn-Bendit selbst beschrieb diese Ereignisse in seinem Buch “Der große Basar“, was bereits 2001 von der “Schweizer Zeit” im Artikel “Der Kinderschänder” aufgegriffen wurde. Cohn-Bendit hat in seiner Zeit mit den Grünen mehrfach Gesetzesentwürfe ausgearbeitet, die “gewaltfreie Sexualität” zwischen Minderjährigen und Erwachsenen straffrei stellen soll. (vgl. z.B. Artikelreihe “Sexuelle Gewalt an Kindern: Politisch akzeptierte Wirklichkeit?“, ebenfalls von Eva Herman).
Was für die heutige Generation unvorstellbar klingt, war damals ein revolutionär neuer Ansatz der Erziehung als Kontrast zum Konservativismus und der Autorität Erwachsener. Transparenter wird die Debatte, wenn man sich folgende Positionen zu Gemüte führt:
1. Lloyd deMause: “Hört Ihr die Kinder weinen. Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit”, Frankfurt 1977 (Original New York 1974) und
2. Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit, München/Wien 1975 (Original Paris 1960)
Zwei gegensätzliche Positionen zum Begriff der Kindheit. Während Ariès die Ansicht vertritt, die künstliche “Erfindung” von Kinheit hat das ursprünglich glückliche (wenn auch von viel Unfall, Krankheit und Tod begleitete), von Kontakten mit “Verschiedenen Klassen- und Altersstufen” geprägte Leben der Kinder zu einem unglücklichen, von Strafe (“Rute und Karzer”) und durch Erwachsene fremdbestimmten Leben gemacht, vertritt deMause die Ansicht, die Erfindung der Kinheit sei ein Segen, der zum beschützend-lenkenden Verhältnis der Erwachsenen zu Kindern führte, weg von der Kindstötung in Antike und Mittelalter.
Tiefer will ich da gar nicht hineingehen, sondern empfehle nur diese beiden Bücher als Grundlagenliteratur der Debatte. Der Bezug zum Thema aber ist, dass der Blick auf Entwicklung mit der unterliegenden Theorie steht und fällt. Da die 68er fast alle Formen der Autorität verneinten, war daraus eine der logisch notwendigen Konsequenzen, auch bei der sexuellen Entwicklung nicht autoritär einzugreifen. Als Einführung in die 68er: Rudolf Sievers (Hrsg.): 1968. Eine Enzyklopädie, Frankfurt a.M. 2004
Mein persönlicher Senf dazu ist: Das wird immer ein schwieriges Thema bleiben…zwar sollte heute klar sein, dass man den Kindern nicht die Masturbation mit “davon wirst du blind” oder “Gott wird dich strafen” und damit das Entdecken eigener Sexualität sauer machen sollte, aber im interpersonellen Verhältnis zwischen Erzieher und Edukand sind die Grenzen bisweilen fließend…meine Philosophie ist da, lächelnd aber nicht strafend oder tabuisierend abzulehnen, auch bei pubertären “Übergriffen” und Flirtversuchen von Schülerinnen (was aber mit steigendem Alter ohnehin nachlässt…ich glaube, ich verliere langsam mein Mojo…), die jedem Lehrer und jeder Lehrerin im Laufe der Karriere immer mal begegnen werden…versucht man aber, der Sache theoretisch fundiert habhaft zu werden, so wird man immer eine mehr oder weniger breite Ambiguität feststellen, die von mangelnder Neutralität gegenüber dem Thema begleitet ist…ungefähr so, wie das Frauenbild und das Familienkonzept unter Hitler…
Liebe Frau Herman: Wer sich so derbe mit dieser Form von Ambiguität (und um die müssen Sie gewusst haben…) in die Nesseln setzt und den Interviewern ins lange gesehene offene Messer läuft und sich auf eine “neue Interpretationsweise” beruft und sich als falsch verstandenes Opfer der Medien darstellt, sollte sich bei anderen, die es zu ähnlich kritisch behafteten Sachverhalten Ihnen gleich tun, nicht so weit aus dem Fenster lehnen…das wirkt schief und wie journalistischer Opportunismus, weil das Thema ja gerade Leser verspricht…eine eher schwache Nummer…
cd
Frauen Verprügeln ist Weltkulturerbe
3In einer schweizer Talkshow zog der Präsident des Islamischen Zentralrates der Schweiz (IZRS), also das schweizmuslimische Pendant zu Paolo Pinkel, Nicolas Blancho den Unmut der Geladenen auf sich. Stein des Anstoßes: Die Aussage, dass das Schlagen von Frauen zur Glaubensfreiheit gehöre.
Da die Schweiz sich als Vorbild der Multikulturalität erwiesen hat, finde ich als Ruhrpottler auch, dass die Weltkulturhauptstadt als Einwanderungsgesellschaft diese zwar randständige, aber durchaus nachvollziehbare These stützt, indem wir neben dem Weltfrauentag und dem Schnitzel-und-Blowjob-Tag auch einen Tag zur freien Verfügung über die eigene Ehefrau einführen. Gerne auch während des Frühstücks auf dem Ruhrschnellweg A40. Immer der gleiche Ärger…erst baut man ihnen Frauenhäuser und dann muss man sie noch dahin prügeln….
cd
Weg mit dem Bildungsföderalismus
2Ich habe gerade einen Artikel im Satiremagazin DER SPIEGEL gelesen, der sich mit den Ergebnissen einer Umfrage zur Bildungspolitik in Deutschland befasst.
Die Ergebnisse freuen mich einerseits, andererseits sind die Forderungen der Eltern mal wieder jenseits des Machbaren, wobei das keinem Kollegen neu sein dürfte…da mein Job die ganze Bandbreite von Regelschule über Universität bis zur Erwachsenenbildung umspannt, will ich doch auch mal meinen Senf dazugeben.
61 Prozent der Befragten wollen, dass Bildungspolitik Sache des Bundes wird. Endlich! Die Länder würden zwar vom segensreichen Wettbewerb um das “beste Schulsystem” schwärmen, realiter ist das aber ganz großer Mist, denn der wird auf den Schultern der Schüler und der Lehrkräfte ausgetragen…
Was nützt mir hier ein Zentralabitur in NRW, wenn das nicht deckungsgleich mit dem in Bayern ist und Abiturienten, die zum Studium das Bundesland wechseln wollen, vor hohen Barrieren stehen. In der Realität sieht das dann so aus, dass ich an der Uni sowieso wieder bei Adam und Eva anfange, um die unterschiedlich ausgebildeten Erstsemester aus diversen Bundesländern auf einen gemeinsamen Stand zu bringen…und dafür der ganze Aufwand mit Vergleichsarbeiten usw.? Ich denke nein…Umziehen wird auch zur Tortur…bekommt ein Elternteil einen Job in einem anderen Bundesland, können die Kinder fast sicher sein, ein Schuljahr wiederholen zu müssen…in der Oberstufe siehts noch düsterer aus, wenn die in Land A gewählten Leistungskurse in Land B so nicht stattfinden oder gar nicht Teil des Fächerkanons sind (z.B. Unterrichtsfach Psychologie oder Pädagogik). Das ist teilweise innerhalb eines Bundeslandes schon ein Problem oder manchmal sogar innerhalb der gleichen Stadt…zwischen den Ländern jedoch eine Katastrophe…
G8? Kein Kommentar…völlig unsinnig, wenn nicht auch gleich der Lehrplan zusammengestutzt wird..überfordert in der aktuellen Form Schüler, Lehrer und Eltern…taugt die Schule nix, taugt die Schule nix…egal ob auf 13 Jahre gestreckt oder auf 12 komprimiert..
Zusammenlegung von Real- und Hauptschule? Sicher…wenn man glaubt, das Problem zu lösen, indem man den Namen der Institution tilgt…Problem ist die Klientel, nicht die Schulform…und die wird weiter bestehen bleiben…ich verweise an dieser Stelle nochmal auf unsere Ergebnisse…
Kleinere Klassen? Mehr Lehrer? Sicherlich…würde Sinn machen…es ist ja nicht so, als wäre Deutschland hoffnungslos überschuldet….
Lehrerberuf als “zweite oder dritte Wahl”? Um Gottes Willen…der Lehrerberuf ist für die meisten Studierenden natürlich die erste Wahl, um ein gescheitertes Diplom in ein Staatsexamen zu überführen…Nur ein Zyniker würde behaupten, die Studiengebühren hätten dazu geführt, dass jeder Idiot für Lehramt immatrikulieren kann und auch zur Erhaltung der Quote jeder Idiot ein Staatsexamen bekommt…Eignungstests? Fehlanzeige…das sind die Schweizer besser…
aber was rege ich mich auf.. .;-)=
cd
Christian Pfeiffer – Wissenschaft oder Satire?
1Angehörigen meiner Generation, die sich in ihrer Kindheit schon für Spiele am PC und an der Konsole interessierten, dürfe der Name Heinrich Lenhardt noch etwas sagen. Lenhardt war mit einigen anderen, z.B. “Doc Bobo” Boris Schneider (jetzt Boris Schneider-Johne, mittlerweile bei Microsoft für die XBOX360 zuständig), Anatol Locker, Michael Hengst und Winnie Forster Redakteur bei der Spielezeitschift “Power Play”, die schon lange eingestellt ist.
Dieser Heinrich Lenhardt schreibt u.a. auch bei Gamersglobal.de und nimmt in seiner aktuellen Kolumne die aktuellen Thesen von Prof. Christian Pfeiffer ins Visier. (siehe auch “Verbot von Killerspielen in der Schweiz zur Zeit sinnvoll?”, “Amokläufe sind kaum zu verhindern – Pfeiffer wird ruhiger” , “Zum Diskurs über Pfeiffers Thesen” und “Feuerzangenbowle”)
Im Beitrag “Die hohe Kunst des Pfeifferns” nennt er die teils sehr weit hergeholten Verknüpfungen zwischen “Killerspielen” und Gewalt Pfeiffers und bringt dem Leser anhand eines Beispiels bei, wie man auch selbst sehr gekonnt pfeiffern kann…es steht die Frage im Raum, ob Pfeiffer gar ein “geistreicher Satiriker” sei…lesenswert!
cd
Sekte verantwortlich für Schweizer Killerspielverbot?
1Nunja…es sind schon recht paranoide Strukturen, die hinter den Argumenten gegen die Killerspiele stehen…doch nun stoße ich auf Game7 auf den Artikel “Schweizer Ständerat im Sog einer Psycho-Sekte?”
Sich auf einen etwas älteren Artikel “Killerspiel-Verbot in der Schweiz” auf Telepolis berufend schreibt Game7, der vor einer Weile gegründete “Verein gegen mediale Gewalt” (VGMG) hätte starke Verbindung zur 2002 aufgelösten Sekte “Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis” (VPM), der “mindestens 10 der Gründungsmitglieder” des VGMG angehörten. Der Vorsitzende Roland Näf aber sagte dazu, dies sei “eine Kampagne, die gegen ihn gerichtet ist und von der Spieleindustrie in die Welt gesetzt” worden sei. Die Spieleindustrie sei “so bösartig wie die Tabakindustrie”
Besonders der oben genannte Telepolis-Artikel ist dazu höchst interessant.Ein anderes ehemaliges Mitglied bezeichnet im Kontext der “Street Parade” Techno-Fans als “abhängig gemacht von Drogen, sexueller Überhitzung und Konsumsucht”. Sie seien “ferngesteuerte Marionetten”.
Das sollte man auch mal eine Weile beobachten…wird sicher lustig..
cd
Verbot von Killerspielen in der Schweiz zur Zeit sinnvoll?
2So, endlich wieder Zeit zu bloggen. Die erste Frage, die sich mir in der neuen Woche stellt ist : Warum wollen die Schweizer gerade jetzt die Killerspiele verbieten? Jetzt, wo doch bald Gaddafis Gotteskrieger vor der Tür stehen?
Immerhin trainieren laut Prof. Christian Pfeiffer doch sogar die Bandidos und Hell’s Angels mit Killerspielen.
Die US-Armee hat zwar nun einsehen müssen, dass für ihre Soldaten Killerspiele eher hinderlich sind…aber die akkuraten Schweizer könnten doch so sicherlich die Schlagkraft ihrer Armee noch weiter erhöhen.
Aber es ist eben wohl doch das Gefühl von zusätzlicher Sicherheit, wenn ein Land Killerspiele verbieten will, das gleichzeitig seinen Reservisten ihr Sturmgewehr mit nach Hause gibt…
cd
Lybien erklärt der Schweiz den Krieg
1Bin ich im falschen Film? Muammar al Gaddafi ist tatsächlich bereit, den Streit um das Minarettverbot in der Schweiz und die Festnahme seines Sohnes wegen angeblicher Mißhandlung einer Hausangestellten, auf die die Festnahme zweier schweizer Diplomaten in Lybien folgte, massiv eskalieren zu lassen.
Das wird eine interessante Geschichte…eine Wiederbelebung der Achtziger…Gaddafi sollte sich doch darüber klar sein, dass jeder Schweizer sein Sturmgewehr zuhause im Kleiderschrank stehen hat…vielleicht dürfen wir ja jetzt Paola und Kurt Felix mit Stahlhelm sehen, die dann jeden Lybier, den sie über den Haufen schießen fragen: “Verstehen Sie Spaß?”
cd
Kolumne: Lehrer sein ist lustig.
0Gerade sehe ich auf XING in den neuesten Nachrichten eine kleine Eigenwerbung…es geht um einen Herrn namens André Kesper, seineszeichens eigentlich CEO einer schweizer Textschmiede für Marketing, der sich parallel dazu als Lehrer für “Stellvertretungen, Teilpensen, Deutschunterricht und für Unterricht an Sonderschulen” buchen lässt…
Er hat ein neues Blog eröffnet: Lehrer sein ist lustig..
Dort berichtet er über seine Erfahrungen an der Schule…der erste Blogeintrag ist mir direkt sympathisch: “Ich bin Primarlehrer und habe aufgehört, mich dafür zu entschuldigen. Schliesslich habe ich noch einen zweiten Job, und zwar einen richtigen. Lehrer bin ich eigentlich nur nebenbei…”
Ob er den selbstsicheren Untertitel “Die neue Kult-Kolumne aus dem Lehrermilieu” halten wird, wird man sehen…auf jeden Fall Gruß an den Kollegen…
EDIT 31.03.2010: Das Blog existiert nicht mehr.
cd














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