Aus aktuellem Anlass:
” £200m” liest sich “zweihundert Millionen Pfund”, nicht “zweihundert Meter Lire” !
cd
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]]>So…da ist er also, der lang ersehnte Ausflug ins schöne Morsbach…40 Kinder und Jugendliche im Gepäck, ein altgedienter Pädagoge, ein junggedienter Musiker und ich, musikalischer Unpädagoge. Zu diesen Fahrten habe ich ein besonderes Verhältnis,weil es um die Bigband meiner alten Schule geht, in der ich schon selbst als Schüler gespielt habe und dieses Jahr habe ich es endlich mal wieder geschafft, als Begleitdemagoge mitfahren zu können.
Wer Unterstufe laut findet, kann gerne vorbeikommen und sich Unter-, Mittel- und Oberstufe zusammen nebst E-Gitarren und Drums anhören..ganz neue Definition von “laut”..
Die Jugendherberge Morsbach kann ich allen Musiklehrern nur wärmstens empfehlen, denn die liegt so abgelegen auf einem Berg, dass man bis tief in die Nacht spielen kann ohne dass es jemanden stört..was wir gestern auch bis 4.30 Uhr getan haben..heute morgen dann die Rasselbande mit “Spiel mir das Lied vom Kot” geweckt..wir waren selber völlig alle, mussten aber als Respektspersonen natürlich beim Frühstück anwesend sein…das habe ich schon als Schüler gehasst…der einige Vorteil, den man als Lehrer auf Klassenfahrten hat, ist, dass man die Drogen und den Alkohol nun nicht mehr unter dem Bett verstecken muss…
Es hat sich aber wie immer alles nur noch zum Schlechten verändert:
1. Wir sind früher erstmal in den Ort gewandert, um Bier zu holen…die heutige Jugend holt sich Toilettenpapier, weil das Jugendherbergsschmirgelzeugs ihnen “zu rauh” ist…Weicheier…
2. Selbst die Oberstufe hält nicht länger als 4 Uhr durch…
3. Dafür muss man die Oberstufe mit der Brechstange aus dem Bett holen…
4. Keiner kann mehr Blues, alle spielen nur noch Thrashmetal
5. Genau EIN Schüler kannte gestern Bob Dylan und konnte vorm Kaminfeuer sogar mitspielen..ein Zustand, den ich schnellstens abstellen werde…
6. Der aktuellen Generation Gitarristen glaube ich sogar das ständige “Ich hör mich nicht!” Die hören auch sonst nix…
Einzige Möglichkeit, alle diese Probleme abzustellen: Heute Nachmittag Gewaltmarsch ohne Proviant bis Bonn und zurück…dann schlafen die sicher früh ein
cd
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]]>Ich weiss nicht, warum ich ausgerechnet jetzt darauf komme…ich bin aus mehreren Gründen im Moment schlaflos…das soll hier nichts zur Sache tun, aber mir fallen nun, wo ich hier im verdunkelten Wohnzimmer bei einem Glas Talisker sitze, zwei Situationen ein, die mir als Lehrer passiert sind, auf die einen keine Uni und kein Lehrbuch der Welt vorbereiten kann. Beide haben etwas mit persönlichem Kontakt zu tun. In der einen Geschichte ist es irritierend, in der zweiten auch, aber in der ersten eher negativ, in der zweiten positiv. Es sind beides Begegnungen, die ich in meiner Assistenzzeit an der Annan Academy in Schottland hatte. Ich war eigentlich Fremdsprachenassistent für Deutsch, habe aber auch, weil es mein zweites Fach ist, dort Philosophie unterrichtet:
Begegnung 1: Alle Deutschen hassen Juden
Es war in der Mittagspause. Ich hatte bereits gegessen und war dann in die Schulbibliothek gegangen, um etwas Material für die nächste Philosophiestunde zusammenzusuchen. Ich setze mich zu ein paar meiner Schüler an einen Tisch. Ein Junge fragt mich plötzlich: “Herr Droßmann, ich hoffe, Sie stört meine Frage nicht…aber…hassen sie Juden?
Ich bereitete mich innerlich auf eine kurze Lehrstunde über den Nationalsozialismus vor, als der Junge nachsetze: “Ich hasse sie auch…es sind alles Diebe!”
Der Junge muss so zwischen 13 und 14 Jahren alt gewesen sein…er erzählte mir, wie er mit einigen Freunden nachmittags Jagd auf jüdische Kinder im Dorf machten…er hatte wohl gehofft, in mir als “Kraut” einen Verbündeten getroffen zu haben…er erzählte, was sie so alles zusammen taten, um “es den Juden zu zeigen”, hob sein Hemd hoch und zeigte mir stolz den Abdruck eines Polizeiknüppels, den er von einer Aktion am Wochenende davongetragen hatte…er zeigte ihn mir als Trophäe und war sehr stolz darauf…
Ich war nur irritiert, weil ich auf diese Art des Umganges mit Antisemitismus nicht vorbereitet war…aber die anderen Schüler standen mir zur Seite und machten ihm schnell klar, dass er nicht länger erwünscht sei…es blieb eine lange Irritation in mir…eine wirklich bizarre Begegnung…aufgrund seines Alters habe ich letztlich nichts weiter unternommen…
Begegnung 2: Gleiche Geschichte, anderer Weg…
Es war in einer Philosophiestunde. Ich hatte eine Unterrichtsreihe zu einigen Grundfragen der Philosophie durchgeführt und an diesem Tag stand die provokative Frage “Gibt es einen Gott?” im Raum. Ich ging die einzelnen Grundüberzeugungen der diversen Weltreligionen kurz durch und behandelte auch kurz den Atheismus. Dann kam es zu der Frage, wie die Schüler des Kurses denn nun diese Frage vor de Hintergrund der vielen verschiedenen Meinungen sehen würden. Ein Mädchen aus der zweiten Reihe meldete sich….sie sagte, dass sie sehr fest an Gott glaube…dann begann sie zu erzählen…
Sie erzählte, wie ihr Vater starb…wie er an Gott glaubte und sicher war, dass er in den Himmel komme..und wieviel Halt der Glaube ihr in dieser Zeit gegeben hatte…und dass sie nun fest daran glauben würde, dass es einen Gott gäbe, einen Himmel, in dem es ihrem Vater wieder gut gehe und dass sie am Ende ihren Vater und alle anderen Menschen, die sie liebt, wiedersehen würde..
Ich war so vierundzwanzig Jahre alt…ich konnte diese Situation überhaupt nicht handlen…offensichtlich hatte ich bei meinen Schülern eine Atmosphäre geschaffen, in der derart intime Dinge ausgesprochen werden konnten…auf der einen Seite ein Kompliment an meine Menschenführung…auf der anderen Seite ein emotionaler worst-case, auf den ich nicht vorbereitet war…ich schwieg eine Weile…dann riss ich mich zusammen und erzählte als Kontrapunkt meine Geschichte…wie ich aufhörte, an einen Gott zu glauben, der meinte, meine Eltern töten zu müssen, als ich ein Kind war…vorbei mit akademischem Abstand…Menschlichkeit war gefragt…und ich machte unsere beiden Geschichten zum weiteren Gegenstand der Stunde zur Frage, was Menschen zur Religion führt oder von ihr weg…wir haben noch weit über das Klingeln hinaus diskutiert und keiner der Schüler dachte daran, aufzustehen….eigentlich eine ideale Unterrichtssituation..aber auch hier….bizarr..nicht vorherzusehen…und nichts, auf das man in der Ausbildung vorbereitet wird…
Mit die schönste Zeit meines Lebens war die Zeit in Schottland und neben vielen anderen Erlebnissen sind diese beiden Geschichten etwas, was mir beim Geschmack eines guten Singlemalts unweigerlich wieder ins Gedächtnis gerufen wird…
cd
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]]>Mein Gott, haben wir nicht vor Kurzem noch Westerland oder Long Train Running in Morsbach gejammt?
Egal – Der nächste Schüler, den ich nach Phillipp Frenzel hier promoten muss, obwohl er die Promotion gar nicht mehr braucht…er ist im Moment schon mit Revolverheld unterwegs…
Andreas Weizel, Songwriter, Produzent und Basser von Frida Gold hat die erste Single in den Charts. “Zeig mir wie Du tanzt“:
Der Blogmaster sagt: KAUFEN! Alles Gute, Andi!
cd
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]]>Ich sehe sie heute nicht mehr…die echten Lehrer…die Philologen…die, die noch selbst die Bildung besaßen, die sie vermittelten und noch viel mehr davon auch neben ihren Unterrichtsfächern…sie sind ersetzt durch Generationen von Fachidioten, die außer den Pflichtscheinen nichts mehr über ihr Fach wissen und nebenher absolut nichts mehr…die gibt es zuhauf und sind der Grund, warum ich den Lehrerberuf zugunsten der Selbständigkeit geschmissen habe…ich habe die Idioten nicht mehr ertragen…und nun als Hochschuldozent sehe ich, dass die Studierenden dafür nichts können…die Studienordnung verlangt keine Bildung mehr..nur ein paar Scheine…das ist meinem Lehrerideal zuwider..
Schuld an meiner Einstellung war größtenteils ein Mann…mein Chemielehrer Dr. Blume. Ein klassischer Nerd…ein Kauz…er kam morgens in die Schule, ging ins Labor, zog sich seinen alten, angesifften Kittel aus dem Universitätsklinikum an und blieb dann dort bis zum Abend…er hatte nie geheiratet…ins Lehrerzimmer wollte er nicht..er aß lieber im Chemievorbereitungsraum völlig schmerzfrei seine Stulle zwischen Zyanidverbindungen, Apparturen und (meist selbstgebauten) Messgeräten…eine braune Cordhose..ein kariertes Hemd…eine dicke Hornbrille und schwarzgraues Haar mit Beamtenscheitel…so sehe ich ihn immer noch vor mir.
In einer stillen Stunde, in der ich ihn in seinem Reich besuchte, denn wir teilten unsere Aversion gegen Gruppen, so dass ich öfter die Pause bei ihm statt auf dem Hof verbrachte, erzählte er mir, er war eigentlich Arzt…Psychiater…aber er habe den Klinikdienst nicht mehr ausgehalten…er konnte nicht mehr schlafen, wenn er nachts einen Patienten mit Bauchschmerzen wieder nach Hause geschickt hatte, aus Angst, er hätte vielleicht doch den durchgebrochenen Blinddarm nicht bemerkt…er hatte “mal eben” neben dem (1,0er) Medizinstudium auch noch Latein und Anglistik für das Lehramt studiert…er hatte einfach Lust dazu gehabt, weil ihn das Medizinstudium nicht auslastete (!)
Mit uns baute er in der Chemie-AG eine bessere Destille, damit der Schnaps besser wurde (“Sie machen das sowieso, dann kann ich wenigstens verhindern, dass Sie eine Methanolvergiftung kriegen)..braute Honigwein nach Geheimrezept, den er manchmal an besonders liebgewonnene Kollegen verschenkte..er braute mit uns Tränengas…panschte mit uns mit Quecksilber herum…machte alle Versuche, die er “wegen dieser schwachsinnigen Regelungen” nun im Unterricht nicht mehr machen durfte…
Unsere Labornetzgeräte waren Billigschrott..er brauchte aber für manche Versuche Hochfrequenzstrom…bei einem Toilettengang entwarf er auf einem Stück Papier die passende Schaltung ,die auch klein genug war, dass die Platine noch zusätzlich in das Gehäuse passte und baute an einem Nachmittag mit uns die Geräte um…
Wann immer bei einem Versuch etwas explodierte entstand als Nebenprodukt grantiert immer mindestens ein “Twix” (das er immer noch “Raider” nannte…)…er war oldschool…er siezte uns alle und selbst, als er uns später mit Vornamen ansprach, benutzte er das “Hamburger Du”, also den Vornamen mit der “Sie” Form…
Wir liebten seinen trockenen Humor…”Und was, wenn wir das Periodensystem einfach komplett abschreiben?” “Dann werden Sie eingewiesen!”…oder den Tag, an dem er uns einfach mal so die Leistungskursklausur Chemie vor dem Abitur auf Latein stellte…knochentrocken…”Sie haben alle ein Latinum, das müssen Sie können, wenn nicht, gehören Sie nicht hierher!”
Hatte er Lust auf Feierabend, zeigte er uns den “Geist aus der Flasche”…Methylmercaptan…danach war der Chemietrakt immer für den Rest des Tages unbenutzbar, weil keiner den Gestank ertragen konnte…am letzten Schultag vor den Ferien stand bei ihm grundsätzlich Buttersäure auf dem Lehrplan…direkt morgens um 8…er gönnte uns den Unterrichtsausfall..denn DANN war der gesamte Neubau unbenutzbar…
Und ich hatte tiefsten Respekt vor ihm…denn er war kein Fachidiot…ob es griechische Mythologie war, Politik, Geschichte, Philosophie oder etwas anderes…Dr. Blume wusste immer, etwas Differenziertes und Belesenes dazu zu sagen…
Damit hatte er mein Lehreridealbild geprägt…und ist wohl auch Schuld daran, dass ich -eigentlich unbewusst- ihm diesen Weg nachgegangen bin…erst Medizin, Psychologie und Psychiatrie (auch wenn ich dort nie examiniert habe), dann Anglistik und Philosophie…und von ihm habe ich die genannte Aversion gegen “Dummschwätzer und Fachidioten”. Er war und ist mein Idol des gebildeten Pädagogen, der den Nohl’schen “freiwilligen Gehprsam” lebt…er brauchte keine Disziplinarmaßnahmen…nach der ersten Stunde war klar, wer die Ahnung hatte und wer der Chef war…
Und uns verband immer der Zynismus…er war ein tiefmelancholischer Mann, so wie man es oft bei sehr intelligenten und gebildeten Menschen beobachtet…ich glaube fest, dass wer die Welt im Kern verstanden hat, nicht mehr weiterleben wollen kann…
Umso faszinierender fand ich seinen Grund…der exakte Wissenschaftler war tief religiös…”Wenn es das nicht gäbe, dann wäre es besser, wenn morgen einfach alles ‘puff’ machen würde…”..das habe ich nie Verstanden, weil für mich Religion und Rationalität sich immer ausschließen werden…aber ihn hielt es offensichtlich bei Verstand…
Ich beweine ihn nun, vor allem, weil er nur 64 wurde..der Ruhestand war ihm nicht vergönnt…und andere Idioten und Arschlöcher werden hundert…aber das ist immer so….und weil ich mit ihm die vermutlich stärkst Leitfigur in meinem Leben verloren habe…aber so sehe ich auch wieder, dass Lehrer doch unsterblich sind…sie leben in jedem ihrer Schüler – im Guten wie im Schlechten – und in deren Kindern und Enkeln in homöopathischer Dosis weiter..Erziehung pflanzt sich fort…
Ich hoffe, dass ich in 30 Jahren annähernd an seinen Bildungsgrad herankommen werde und vielleicht auch wenigstens einen Schüler so viel auf den Weg geben kann, wie er es konnte…
Leb wohl, Heinrich…
cd
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]]>EDIT 05.08.2011: Die Links funktionieren nun wieder. Danke an Krautchan.
Das Schlimmste neben Zeugern Jehovas, Katholiken und anderen Sekten, die einem grundsätzlich ihr Gutmenschentum an die Backe texten wollen, sind Elterninitiativen. Jeder Lehrer kennt sie – so gut wie jeder Lehrer hasst sie…die Frauengruppe, die in den USA schlicht “Soccer Moms” genannt wird. Noch recht jung, durch gut verdienenden Ehemann Hausfrau und viel zu viel Zeit darüber nachzudenken, wie man die Welt retten könnte. Dann wird mal schnell im Internet auf diversen Ratgeberseiten die eigene Paranoia geschürt und dieses dann fein mit Schmierblättern wie “Focus Schule” usw. abgeschmeckt und schon ist die fixe Idee da, man müsse die Kinder auf jeden Fall vor der nächsten Alieninvasion, der totalen Verblödung durch Müsliriegel, dem qualvollen Verenden durch zuwenig rechts-links-wechseldrehende Milchsäurebakterien oder vor tödlichen Unfällen beim unüberlegten Kaugummikauen in Einbahnstraßen beschützen. Schlimmstenfalls avanciert dieser Typus Mutter dann zur Schulpflegschaftsvorsitzenden und führt so schöne Dinge wie den Origami-Nachmittag, Friedensmärsche gegen den Krieg bewaffneten Konflikt in Afghanistan oder ganzheitliches Gruppenkuscheln ein…oder auch die berüchtigten Sozialtrainings und andere Veranstaltungen, die alle Norwegerpulli-und-Birkenstock-Weltverbesserer magisch anziehen.
Und wenn das noch nicht reicht, gründet man eine Bürgerinitiative zur Rückfallprävention koksender Eichhörnchen auf Klassenfahrten oder so…
Wer angesichts dieser Exemplare auch nicht mehr weiss, ob er lachen oder weinen soll (ich habe beides aufgegeben, ich schiesse sofort scharf!), dem sei die folgende Seite empfohlen:
www.eltern-im-netz.net – Eltern gegen die mediale Verrohung der Jugend
Eigentlich ist die Seite als Satire geacht…aber irgendwie kann ich darüber nicht so recht lachen…die Artikel, wie beispielsweise das “Amok-Alphabet” oder “Überwachung im Kinderzimmer” sind einfach zu nah an der Realität…
cd
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]]>“Sorry, dass ich zu spät bin…musste noch mit dem Goldfisch raus, der brauchte neue Reifen…”
Definitiv zu geil für nen echten Anschiss
cd
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]]>Ich lese gerade einen kurzen Artikel bei Herrn Rau, der sich auf ein Interview mit Dr. Martin Wellenreuther bezieht. Es geht um die empirische Überprüfung von Schultheorie und den “Feldtest” vor ihrer Umsetzung. Ich habe ja einige Jahre in der Schulforschung zugebracht und das Problem lässt sich eigentlich sehr knapp umreißen, wenn man im schulpädagogischen Gedankenexperiment mal so arbeitet, wie die richtigen exakten Wissenschaften:
1. Wir brauchen erstmal eine Forschungsfrage. Also z.B. “Was sind die Faktoren, die die Abbrecherquote einer Schülerpopulation beeinflussen?”
2. Dann geht man ins Feld. Man braucht natürlich eine breite Basis um möglichst alle Schulformen, Standortfaktoren usw. ins Modell zu bekommen – dafür bräuchte man mehr Feldforscher, als es in Deutschland gibt…einzige Lösung wäre, den Studenten das aufzuzwingen..als Pflichtseminar gewissermaßen. Die Beobachtung muss strukturiert und immer wieder auf bestimmte Dinge zentriert und auf die ersten Hypothesen hin ausgerichtet werden…allein der Prozess der Beobachtungsphase kann sich so über ein halbes Jahr hinziehen.
3. Hat man genug Daten, muss man das Zeug standardisieren und SPSS damit füttern (das richtige Modell nicht vergessen!). Dann bekommt man wenn man Glück hat irgendwo eine Korrellation. Dann stellt man eine These zur experimentalen Überprüfung auf. Z.B. “Wie beeinflusst die Sozialform die Lernleistung?”
4. Nun hat man die These und plant einen Versuchsaufbau. Da geht es schon los, denn wir müssten am Objekt experimentieren, also echte lebendige Schüler einer standardisierten Umgebung aussetzen, bei der wie die auf dem Papier korrellierenden Variablen gezielt beeinflussen können. Die nötige Schule zu finden, die das mitmacht und dann noch Eltern zu finden, die unterschreiben, dass wir an ihren Kindern herumexperimentieren dürfen sind recht schwer zu finden…eine Kontrollgruppe bekommt man noch am ehesten zusammen. Das ganze müsste natürlich auch wieder heterogenisiert werden, um signifikant zu sein…also möglichst viele verschiedene Schulen, Milleus etc. mit dem entsprechenden Personal- und Materialaufwand.
5. Nehmen wir mal an, wir haben einen Milliardär gefunden, der unsere These schon immer mal erforscht sehen wollte und stattet uns mit einem ausreichenden Geldbetrag aus. Nehmen wir weiter an, wir haben genügend Schulen und Eltern, die ihre Kinder der Wissenschaft opfern wollen und genügend Studenten, die wieder ungefähr ein halbes Jahr ins experimentelle Feld gehen und erheben und auswerten, dann haben wir irgendwann die Faktoren isoliert, die einen Einfluss auf den Gegenstand der Untersuchung haben. So ist schon mindestens ein Jahr wenn nicht mehr ins Land gegangen.
6. Jetzt gehen wir ans Reißbrett und konstruieren ein Schulkonzept, das die relevanten Faktoren eliminieren oder zumindest deutlich reduzieren soll. Wir haben immer noch unseren Milliardär an Bord, der uns ein Ding wie die Glockseeschule hochzieht und uns das ganze schenkt. Damit haben wir die Schule für einen Schulversuch.
7. Jetzt brauchen wir wieder Personal, das komplett neu eingearbeitet werden muss, da die neuen Methoden ja experimentell sind. Das dauert wieder eine Weile..
8. Jetzt müssen wir Eltern finden, zu denen wir sagen können: “Hallo…möchten Sie Ihr Kind auf eine Experimentalschule mit völlig unerprobtem pädagogischem Konzept schicken, damit wir sehen können, was passiert? Könnte natürlich sein, dass Ihr Kind davon für immer versaut ist…aber wir brauchen empirische Daten” und diese Eltern willigen ein (zur Not machen wir das mit Heimkindern…) und wir bekommen die Klientel auch noch heterogenisiert…wie lange dauert dann dieser Schulversuch? Ungefähr 25 Jahre…
Warum so lange? Nun, die Schüler werden mit 6 eingeschult…dann beschulen wir sie bis Klasse 12 = 12 Jahre. Zweimal kann man sitzenbleiben (wenn man das Sitzenbleiben nicht aus dem Modell entfernt…), also sind nach maximal 15 Jahren alle Testschüler durch. Dann wissen wir aber nur, welche theoretische Lernleistung sie erbracht haben. Der Feldtest geht weiter. Die gehen nun alle in die Ausbildung oder an die Uni. Für einen ordentlichen Studiengang plus Partysemester veranschlagen wir also 10 Semester = 5 Jahre…für die, die in die Berufsausbildung gehen, sinds auch mindestens 3 Jahre. Kommen wir, wenn wir die Univariante nehmen schon auf 20 Jahre….die Absolventen müssen aber auch erstmal einen Job finden, dort eingearbeitet werden, etc…dafür geben wir nochmal 5 Jahre, bevor wir den Erfolg unserer Versuchsschule daran messen können, wie der berufliche Status der Schüler nach der ganzen Geschichte ist…ob sie also mehr verdienen, bessere Positionen haben als Schüler aus dem Regelsystem, ob sie gleich gut sind ,oder totale Versager..
Der Witz ist, nach diesen 25 Jahren stellen wir eventuell fest, dass unser Modell in der Praxis nichts taugt…und dann fangen wir wieder bei Schritt 1 an…die Menschen im Lande erwarten aber, dass wenn ihnen etwas nicht gefällt, die Politik das innerhalb von ein paar Wochen regelt, ansonsten wird sie abgewählt…und dann bricht man Pseudoreformen übers Knie und ignoriert sämtliche Wissenschaft…so viel zum Thema empirische Schulforschung…
cd
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]]>…ist etwas, auf das man sich als Student freut und das man dann -hat man die harte Realität erstmal gesehen- nur noch als “Ich muss wieder in den Auslandseinsatz” bezeichnet..
Niemehrschule hat eine schöne Liste mit Geboten für Auslandsexkursionen. Mir fehlt noch “Du sollst keine Pentagramme im Vatikan tragen…außer Dein Lehrer trägt auch eins….”
cd
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]]>Es ist wieder soweit. Deutschland sucht den Superlerner!
Für alle, die rausgewählt werden: Keine Sorge, wir sehen uns wieder…in einer Maßnahme der ARGE für Schulversager!
Für alle, die bestehen: Keine Sorge, wir sehen uns wieder…in einer Maßnahme der ARGE für arbeitslose Akademiker!
cd
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]]>Herr Rau hat in seinem Lehrerzimmer unlängst eine Geschichte zum Thema “Erdbeersekt” veröffentlicht. Die Geschichte ruft eine kurze Anekdote in mir wach:
Zu meinen Kunden gehören auch öffentliche und private Schulen. An einer hatte ich vor einer Weile einen Kurs Wirtschaftsenglisch in der Sekundarstufe I. Am Tage der Probeklausur eine Woche vor der Prüfung wurde eine Kollegin in den Ruhestand verabschiedet. Einer meiner Schüler war eingeteilt zum Sektausschank. Ich warf mir auch Teile des Buffets ein und beobachtete, wie er zwischendurch immer wieder ein Glas Sekt für sich selber abzweigte. Die Feier ging bis 14. Uhr, Termin der Probeklausur war 15 Uhr. Als die Kollegen gegangen waren, entschieden die nun zum Aufräumen verpflichteten Schüler, den übriggebliebenen Sekt unter sich aufzuteilen….
Der Junge, der schon etwas “Vorsprung” hatte, sah danach nicht mehr wirklich gut aus…aber er blieb hart und schrieb die Klausur mit…trotz einsetzender Kopfschmerzen und Durst…die Korrektur ergab aber leider, dass er zu besoffen war, die Aufgabenstellung zu verstehen und aus den wirren Sätzen konnte ich beim besten Willen keine Stringenz in der Argumentation erkennen…
Ich habe trotzdem eine Note drunter geschrieben: “sehr breit minus” (1,3 Promille)….
cd
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]]>Der Amoklauf in der Waldorfschule ist hier immer noch einer der meistgelesensten Posts.
Der Zeichner Michael Holtschulte von Tot aber Lustig hat nun eine Limited Edition seines Buches “Amoklauf in der Waldorfschule” herausgebracht.
cd
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]]>Coole Aktion. So cool, dass ich den Trick hier zeige, um mal zu schauen, wann ihn der erste versucht. Im Grunde total Simpel:
1. Das Kunststoffetikett abziehen
2. Das Etikett auf 600 dpi scannen
3. Im Bild mittels Photoshop die Buchstaben der Zutatenbeschreibung etc. entfernen
4. Gewünschtes Wissen in die Lücken Tippen (in Weiß natürlich!)
5. Bild in Originalgröße auf glossy Papier drucken
6. Fake-Etikett um die Flasche kleben – fertig!
Anleitung in Bildern:
Gefunden bei Blame it on the voices
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]]>Der Monat ist rum, Frau Doktor Buchstäblich nimmt sich offensichtlich eine Auszeit, also hier mehr Kurioses aus den Referrern:
“lena meyer porn”
Sodomie ist nur in Washington legal
“lena meyer landrut illuminaten”
Die auch? Ich dachte, nur Madonna und Christina Aguilera
“sind 246 Punkte viel?”
Sie haben offensichtlich gereicht…
“gab es schon amokläufe auf einer waldorfschule”
Ja, sicher gab es schon einen Amoklauf an einer Waldorfschule
“walter mixa: skandal ein fake?”
Ja, Mixa heißt in Wahrheit Moulinex
“i like to bang my head übersetzung”
Gerne: “Ich stoße mir gerne den Kopf”
“kann Lena kein Englisch”
Nein, Lena kann kein Englisch.
“phillip frenzel”
“spongebob zeichen und bustaben”
Kann er im Moment nicht. Er ist zu zugedröhnt.
“lena meyer-landshut woher ihr englisch”
Nicht von mir! Ich hatte es ja angeboten…
“Lena’s english is better”
…than Guido Westerwelle’s…and Oettinger’s but then again…that’s not really that much of an agrument, is it?
“wie Eyiafjallajökul seinen Namen bekam”
Im Suff, wie immer in Skandinavien
“lena meyer is she pure german”
Yes, we tried just about any test known to mankind, but still…she seems to be genuinely German
“amoklauf kleiner penis”
Auch mit einem kleinen Penis kann man Amok laufen, nur muss die Waffe dann etwas größer sein. Wir nennen das den “BMW-Effekt”.
“drogen in island”
Aber sicher…einen Berg Eiakraulajökel zu nennen, ist der Beweis
“lena meyer-landrut nimmt ritalin”
Sicher nicht..leider nicht…
“landrut kretschmer”
Hmm…hat Lena ihn sitzen lassen und er ist deswegen Amok Gelaufen? Lena ist Schuld an Winnenden! Neue Verschwörungstheorie!
“kachelmann verschwörung”
Nein, auch da keine Verschwörung. Denkt doch mal nach: Vergewaltigung? Drohung mit Messer? Er ist bei RTL, er und Menowin Fröhlich trainieren für das Prominenten-Big Brother-Haus
“borderline falle”
Borderliner fängt man am besten mit Seroquel oder Haloperidol…und dick Lorazepam drauf…
“mieten 1 monat winnenden”
…als normaler Bürger tarnen, den Angriff planen und durchziehen…echter Profi…
“weichbodenmatte bondage”
Klar…wenn es Dich anmacht…die wehrt sich auch weniger als die Nachbarstochter…
“lena meyer landrut pronounciation”
Es heißt immer noch “proNUNciation”, OHNE O – PRO-NONNE-ZIATION!
“englische pseudonyme finden”
Geh mit ner Deutschlandflagge in eine Kneipe in Manchester und rufe “Fuck England!”. Sie werden Dir dann eine Reihe von Namen anbieten, von denen Du Dir dann einen aussuchen kannst…als letzten Wunsch…
“pädophile Eltern und Schule?”
Solange die nicht bei mir im Unterricht poppen, können die gerne kommen.
“ich bin 24 und kann kein englisch”
Guido Westerwelle kann auch keins und verdient trotzdem dick Kohle…wenn alles nicht mehr hilft, Schlecker hat immer güstig Rasierklingen…
“ölpest webcam”
Ja, zeigt aber nur ein schwarzes Bild…
“aliens und medikamente”
Haldol…hohe Dosierung…dann kommen auch die Aliens nicht wieder…versprochen
“ungereimtheiten amoklauf ansbach”
Wenn Du während Du zwei Molotovcocktails in einen Klassenraum schmeißt und die flüchtenden Schüler mit der Axt bearbeitest, auch noch reimen kannst, bist Du krasser als 50 Cent!
“sango koralle” “haarausfall”
Das passiert wohl häufig. Ich habe bis jetzt keine einzige Sango Koralle mit Haaren gesehen. Aber vielleicht leiht Dir Sido seine Aggro Koralle?
“gegensatz usa brd”
Die Franzosen könnten, wären die Kanadier nicht gewesen, jetzt alle Deutsch…die USA nicht…
“Verschwörungstheorie Lech Kaczinsky”
Der Lech ist ein Fluss in Bayern, Kaczynski ein toter Pole. Daran ist nichts Verschwörerisches.
“härtefallantrag hartz 4 adhs”
…sobald Sie das Formular ausgefüllt haben…
…plus diverse Anfragen nach Nacktfotos, Nacktvideos, Pornos, Pornovides usw. von Lena Meyer-Kandrut nackt.ZU VIELE, um sie aufzuzählen…
cd
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]]>Zwischenzeitlich gerät man auch an gemäßigte Vertreter der Verschwörungstheorie. Ich hatte heute einen Mailwechsel mit einem etwas prominenteren Mann der Szene, der mir das Veröffentlichen genehmigte, solange anonym bleiben darf. Dem komme ich hier nach, weil ich in meiner Antwort recht knapp mein Verhältnis zu Verschwörungstheorien zusammenfasse…
Wer differenziert fragt, bekommt eine differenzierte Antwort:
Hallo Herr Droßmann,Ihr obiger Artikel [Anm.: Christina Aguilera ist erleuchtet] klingt für mich, als nähmen Sie das Thema nicht ernst. Steigen Sie doch mal etwas tiefer ein:
http://www.youtube.com/watch#!v=00C3feH5z0A&feature=related
15 Teile, tut mir leid
ist aber sehr spannend.
Halten Sie all diese, sich immer exakt wiederholenden Dinge, für Zufall?
Schauen Sie sich zusätzlich noch das Video der Fanta4 an:http://www.youtube.com/watch?v=7LZzRi9dXfg
Warum Ziegenböcke und genau dieselbe Symbolik wie in der Reihe oben? Man
muss schon aus sehr ignorantem Holz geschnitzt sein, um diese eindeutigen
Zusammenhänge abzustreiten – ich unterstelle Ihnen das nicht, bitte nicht
falsch verstehen. Es liegt einfach daran, dass kaum jemand die Dinge
systematisch untersucht. Und wenn doch, dann ist das Ergebnis zu
ernüchternd, als dass man sich damit nüchtern befassen möchte.Aber gerade Sie als Lehrer haben vielleicht doch noch eine Möglichkeit, den
Nachwuchs vor dem völligen Verderben durch Konzerne und Medien zu
beeinflussen. Positiv hoffe ich.
–
Viele Grüße
XXX
Meine Antwort dazu:
Lieber Herr XXX,
ich nehme das Thema nur aus psychoanalytischer Perspektive “ernst”. Für mich hat die Verschwörungstheorie in der säkularen Gesellschaft schlichtweg die Religion ersetzt. Ob das nun die Mehrtätertheorie bei Steinhäuser, die Schläfertheorie bei Kretschmer oder die immer wieder gerne ausgegrabenen Illuminati sind.
Sie sind wie die Religion für mich (im Sinne Jacques Lacans) ein Phantasma mit prothetischer Funktion, die die lebensweltliche Realität und die damit verbundene Realangst erträglich macht, da wir Menschen nur dann glücklich sind, wenn das Kausalprinzip aufrecht erhalten werden kann. Haben wir keinen logisch ableitbaren Grund, konfabulieren wir uns einen und sind fröhlich…für die einen Allah, für den nächsten Jesus oder Jahwe und für säkularere Menschen eben die Illuminaten oder wenn die Phantasie nicht reicht eben “der Staat”. Infofern halte ich Religion wie Verschwörungstheorien für Paranoia im klassisch-Psychiatrischen Sinne…erzählt mir heute jemand, er habe gesehen, wie ein Toter sich aus einer mit einem Felsblock verschlossenen Höhle selbst befreit hat und wieder am Leben war, schicke ich ihn entweder in die Geschlossene, oder -wenn dieser Mann “Jesus” heißt, in die Kirche..
Ich halte die Dinge nicht für “Zufall” im wissenschaftlichen Sinne (also das parallele oder gleichzeitige Zusammentreffen zweier sich nicht kausal bedingender Sachverhalte), sondern für Marketing. Ein Grundsatz des Marketing lautet “Es gibt keine *schlechte* Presse”. Und auch Sie unterstützen die Popularität der Medienfiguren durch ihre bloße Erwähnung. Gleichzeitig tragen Sie zu ihrer Mythifizierung bei, das hat Madonna ja schon exzessiv praktiziert…
Nein, ich glaube nicht an eine Verschwörung, sondern nur an den guten alten Kapitalismus, der dem Pöbel gibt, wonach er schreit…
Und ich glaube aus diesem Grund auch nicht an die Notwendigkeit des “Beschützens”…ich bringe den Schülern bei, den Regeln nicht blind zu trotzen, sondern sie zu ihrem Vorteil zu nutzen…ich denke, damit lernen sie etwas fürs Leben…
Mit freundlichem Gruß,
Christian Droßmann
Das fasst so in etwa zusammen, wo ich Verschwörungstheorien verorte…
cd
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]]>Oha, jetzt wo Mixa zurückgetreten ist und sich im Strafverfolgungsverfahren befindet, geht den Zeitungen plötzlich der Stoff für Skandalmeldungen zu Kindesmissbrauch aus…also wird in den Archiven gebuddelt und geschaut, was man nun noch so alles an “Enthüllungen” präsentieren kann. Die beliebte Historikerin Eva Herman hat sich als neues Ziel den ewig-68er, Odenwaldschüler und Grüne-Politiker Daniel Cohn-Bendit ausgesucht. Sie schreibt im Kopp-Verlag: Fassungslosigkeit. Warum Walter Mixa gehen musste und Daniel Cohn-Bendit immer noch da ist. Infowars hat den Artikel nebst Video übernommen.
Stein des Anstoßes ist die Zeit der sogenannten “Kinderladenbewegung“, ein Begriff, der meiner Generation und den noch Jüngeren nur noch bedingt etwas sagen dürfte. Kern der Erziehung in den Kinderläden war, neben einer antiautoritären Ausrichtung, auch der Grundsatz, dass kindliche Sexualität nicht zu unterdrücken sei. Es sind in den Protokollen der damaligen Zeit etliche sexuelle Kontakte zwischen Erziehern und Kindern dokumentiert. Cohn-Bendit selbst beschrieb diese Ereignisse in seinem Buch “Der große Basar“, was bereits 2001 von der “Schweizer Zeit” im Artikel “Der Kinderschänder” aufgegriffen wurde. Cohn-Bendit hat in seiner Zeit mit den Grünen mehrfach Gesetzesentwürfe ausgearbeitet, die “gewaltfreie Sexualität” zwischen Minderjährigen und Erwachsenen straffrei stellen soll. (vgl. z.B. Artikelreihe “Sexuelle Gewalt an Kindern: Politisch akzeptierte Wirklichkeit?“, ebenfalls von Eva Herman).
Was für die heutige Generation unvorstellbar klingt, war damals ein revolutionär neuer Ansatz der Erziehung als Kontrast zum Konservativismus und der Autorität Erwachsener. Transparenter wird die Debatte, wenn man sich folgende Positionen zu Gemüte führt:
1. Lloyd deMause: “Hört Ihr die Kinder weinen. Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit”, Frankfurt 1977 (Original New York 1974) und
2. Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit, München/Wien 1975 (Original Paris 1960)
Zwei gegensätzliche Positionen zum Begriff der Kindheit. Während Ariès die Ansicht vertritt, die künstliche “Erfindung” von Kinheit hat das ursprünglich glückliche (wenn auch von viel Unfall, Krankheit und Tod begleitete), von Kontakten mit “Verschiedenen Klassen- und Altersstufen” geprägte Leben der Kinder zu einem unglücklichen, von Strafe (“Rute und Karzer”) und durch Erwachsene fremdbestimmten Leben gemacht, vertritt deMause die Ansicht, die Erfindung der Kinheit sei ein Segen, der zum beschützend-lenkenden Verhältnis der Erwachsenen zu Kindern führte, weg von der Kindstötung in Antike und Mittelalter.
Tiefer will ich da gar nicht hineingehen, sondern empfehle nur diese beiden Bücher als Grundlagenliteratur der Debatte. Der Bezug zum Thema aber ist, dass der Blick auf Entwicklung mit der unterliegenden Theorie steht und fällt. Da die 68er fast alle Formen der Autorität verneinten, war daraus eine der logisch notwendigen Konsequenzen, auch bei der sexuellen Entwicklung nicht autoritär einzugreifen. Als Einführung in die 68er: Rudolf Sievers (Hrsg.): 1968. Eine Enzyklopädie, Frankfurt a.M. 2004
Mein persönlicher Senf dazu ist: Das wird immer ein schwieriges Thema bleiben…zwar sollte heute klar sein, dass man den Kindern nicht die Masturbation mit “davon wirst du blind” oder “Gott wird dich strafen” und damit das Entdecken eigener Sexualität sauer machen sollte, aber im interpersonellen Verhältnis zwischen Erzieher und Edukand sind die Grenzen bisweilen fließend…meine Philosophie ist da, lächelnd aber nicht strafend oder tabuisierend abzulehnen, auch bei pubertären “Übergriffen” und Flirtversuchen von Schülerinnen (was aber mit steigendem Alter ohnehin nachlässt…ich glaube, ich verliere langsam mein Mojo…), die jedem Lehrer und jeder Lehrerin im Laufe der Karriere immer mal begegnen werden…versucht man aber, der Sache theoretisch fundiert habhaft zu werden, so wird man immer eine mehr oder weniger breite Ambiguität feststellen, die von mangelnder Neutralität gegenüber dem Thema begleitet ist…ungefähr so, wie das Frauenbild und das Familienkonzept unter Hitler…
Liebe Frau Herman: Wer sich so derbe mit dieser Form von Ambiguität (und um die müssen Sie gewusst haben…) in die Nesseln setzt und den Interviewern ins lange gesehene offene Messer läuft und sich auf eine “neue Interpretationsweise” beruft und sich als falsch verstandenes Opfer der Medien darstellt, sollte sich bei anderen, die es zu ähnlich kritisch behafteten Sachverhalten Ihnen gleich tun, nicht so weit aus dem Fenster lehnen…das wirkt schief und wie journalistischer Opportunismus, weil das Thema ja gerade Leser verspricht…eine eher schwache Nummer…
cd
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]]>Hier einige ältere Materialien zu diversen Themen. Letzte Aktualisierung: 12.04.2010
Suchtprävention bei Jugendlichen und Jungen Erwachsenen. Vortrag beim Kreuzbund Essen am 17.06.2006
Workshop zum Thema Selbstschädigung und Selbstverletzung am Berufskolleg Gelsenkirchen am 10.09.2008
Textauszug – Christian Droßmann: Innenansichten einer Großstadthauptschule. Perspektiven aus dem Projekt “Krisenhafte Schülerbiographien”, erschienen in: Helsper, Werner/Schwarz, Thomas/Hillbrand, Christian: Schule und Bildung im Wandel. Anthologie historischer und aktueller Perspektiven, Wiesbaden (VS Verlag) 2009, S. 435-447
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]]>Der Sieg: Die Schülerin, die wegen ihres Kirchenaustrittes von einer katholischen Schule verwiesen werden sollte, darf nun bleiben. Der Schulträger hat dies entschieden.
Die Niederlage: Laut eines britischen Richters haben Schüler das Menschenrecht, wie Vollidioten herumzulaufen.
cd
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]]>…und wieder entpuppt sich ibash.de als die moderne Version des Orakel von Delphi:
<creative> Wie merkst Du Dir die 11 88 0? 11 Mio Griechen erhalten 88 Mrd und zahlen 0 zurück.
Ich wünschte, alle Schüler wären so clever…
cd
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]]>Ich habe ja gestern in einem Nebensatz erwähnt, dass ich erst eine Abmahnung auf der Uhr hätte. Zeit für eine weitere Anekdote:
Es begab sich vor etlichen Jahren, da fuhr ich als Frischling des Lehramtsstudiums mit meiner ehemaligen Schulband als Begleitperson auf Bandfahrt in das schöne Morsbach an der Sieg. Es war Winter, wir hatten alle Altersgruppen von den ganz Kleinen bis zur 13 dabei. Und was macht man, wenn man mit einer Band unterwegs ist? Man macht natürlich Musik…vorzugsweise am offenen Kamin. Irgenwann zu späterer Stunde dachte ich mir, man müsste doch traditionsbehaftetes Liedgut an die Kleinen weitergeben, schnappte mir eine der Gitarren und brachte ihnen das Hamsterlied bei. Am nächsten Morgen wollte dann eine weitere Begleitung mit den Kleinen zu einem Discounter im Dorf, um dort Plastiktüten als improvisierte Schlitten zu holen, damit die Kinder rodeln konnten. Mir wurde dann später zugetragen, dass wohl ein Rudel Kinder vor besagtem Discounter mitten im ehrenwerten Morsbach stand und aus leibeskräften “Onaniiiie…Onanoooo” sang…als die Kinder das Liedgut von der Fahrt nach Hause brachten, waren einige Eltern eher weniger begeistert…Moral: Eltern haben keinen Sinn für Tradition
cd
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]]>Frau D Buchstaeblich hat es heute in ihren Artikel über die nun beginnende Strafverfogung von Bischof Walter Mixa wegen Kindesmissbrauchs.
Dabei verwendet sie ein Video und Lied von einem Mann namens Tim Minchin. Er hat eine Hymne an den Papst geschrieben, die wie ich finde, trotz bereits guter Vokabelkenntnisse der Schüler, nochmal eine Extraportion interpretatorischer Schwierigkeit mitbringt,denn die im Lied formulierte Kritik am Papst ist sehr verhalten und subtil, an manchen Stellen kaum wahrnehmbar. Dieses kurze Video gehört in jeden gut sortierten Englischkurs:
Das wird auf jeden Fall auf der nächsten Kursfahrt gespielt…ich hab ja erst eine Abmahnung auf der Uhr….
cd
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]]>Viele standen vor dem Problem, anderen ist es noch erspart geblieben, aber ich bezweifele, dass Ansbach wirklich das letzte Ereignis in Bezug auf Schulamok war, somit werden sich auch künftig Kollegen der Herausforderung der Nachbereitung stellen müssen. In der Oberstufe kann ich soetwas sachlich machen, aber gerade in den Klassen 5 bis 7 löst ein solches Ereignis eine große Angst aus, es könnte demnächst auch an ihrer Schule geschossen werden. Da der schulpsychologische Dienst generell überlastet ist und außer einer kurzen Motivationsrede nicht viel tut, bleibt die Betreuung der Schüler also an uns Lehrern hängen. Eine Methode, die ich bereits erfolgreich angewendet habe, ist die Didaktisierung mittels theaterpädagogischer Methoden. Mit der amerikanischen Schauspielerin und Regisseurin Julie Stearns (Folkwang Universität der Künste, Universität Duisburg-Essen u.a.) habe ich schon die abstrusesten Projekte realisiert. Wenn sie mich nicht gerade im saukalten Duisburger Hauptbahnhof einen alternden 68er mimen lässt, oder einen Frauen verprügelnden Irren mit Hang zur Performancekunst, arbeitet sie gerne mit Schülern an theaterpädagogischen Projekten. Ein Projekt, das ich durch sie kennengelernt habe, ist das freie Theaterstück “Bang Bang You’re Dead” von William Mastrosimone. Im Rahmen der didaktischen Ausbildung in Literaturwissenschaft haben wir es damals als studentische Theatergruppe (“Only Connect”, die heute noch am Campus Essen existiert) aufgeführt. Es ist frei erhältlich und soll, so der Autor, “von Kindern für Kinder” gespielt werden. Heißt in der Praxis: Jeder darf es tantiemenfrei verwenden, wenn er es z.B. für den Zugang zur Thematik im Unterricht oder sogar in einer Theatergruppe an der Schule verwenden möchte. Aus diesem Grund können Interessierte es auch bei mir downloaden. Die einzige Einschränkung, die der Autor macht, ist die, dass das Stück nicht auf Film oder Video veröffentlicht werden darf, da er es wichtig findet, dass “Junge Leute dieses Stück von ihren Peers aufgeführt sehen”, also von ihnen bekannten Darstellern. Zentrale Person ist der Jugenliche Josh, der im Verlaufe des Stückes seine Eltern und fünf Mitschüler tötet. Die Geschichte ist eng an den Amoklauf von Kip Kinkel 1998 angelehnt. Das Stück aufzuarbeiten und mit Schülern aufzuführen ist eine angenehm andere Herangehensweise als beispielsweise das ebenfalls oft verwendete Buch “Ich knall euch ab!” von Morton Rhue (dem Autor von “Die Welle“), das als Lektüre konzipiert ist. Stearns hat das Stück im letzten Jahr nochmals erfolgreich mit einer Gruppe Hauptschüler aufgeführt. Als Einakter ohne zwingende Requisiten ist es relativ einfach auf von mit der Leitung von Theatergruppen unerfahrenen Kollegen relativ schnell realisierbar. Die Hauptrolle des Josh kann, wie es auch bei der Premiere des Stückes der Fall war, auch von zwei Schülern im Wechsel gespielt werden, da der zu lernende Text der Hauptrolle relativ umfangreich ist.
“Do it in the living room for your parents to see…”
cd
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]]>Oha! Wenn man einiges an Forschungsgeldern raushaut, bekommt man auch revolutionär neue Ergebnisse…so geschehen in Nottingham, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet.
Eine Gruppe von AD(H)S Kindern mussten bei einem simplen Computerspielen beim Erscheinen eines grünen Aliens auf dem Bildschirm auf einen Knopf drücken, bei einem schwarzen Alien nicht. Die Kontrollgruppe bekam Ritalin, bei der Experimentalgruppe wurde auf das Medikament verzichtet, im Erziehungsstil aber Erfolge sofort und konsequent belohnt, Fehler sofort und konsequent sanktioniert. Resultat: Die Experimentalgruppe schnitt im Ergebnis fast so gut die die Kontrollgruppe ab…das EEG lieferte die Bestätigung, dass die Kinder der Experimentalgruppe ähnlich erhöhte Aufmerksamkeit zeigen, wie die Kinder auf Ritalin.
Interessant finde ich, dass dies als so bahnbrechende Neuerung gefeatured wird…dass Kinder näher an Pawlow als an Freud sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Im Unterricht macht man das in den untersten Klassen jeden Tag. Dann vergrößert man die Intervalle, um eigenmotiviertes Lernen zu trainieren. In der Didaktik ist das als “intermittierendes Modell” bekannt und der Grund, warum man in der 5 so viele und in der 13 kaum noch Arbeiten schreibt. Ich bleibe bei der These, die ich letztens beschrieben habe: Lasst Eure Kinder von einem Neurologen oder Kinderpsychiater untersuchen…
Gut, wir haben nun erwiesen, dass das Belohnungssystem bei AD(H)S-Kindern funktioniert…aber die klassische Konditionierung der Kinder findet da ihre Grenzen, wo sie die Schule, eben durch besagtes intermittierendes Modell, sie überholt und ich immer mehr zum operanten Konditionieren übergehen muss…spätestens dann wird bei echtem AD(H)S wohl doch Ritalin fällig sein…ich halte aus dem Bauch heraus die Methode sogar für schlechter, da im Rahmen Schule die Bedingung, dass gute Leistung sofort belohnt wird, aufgrund der Schülerzahl fatisch nicht hinzubekommen ist…gewöhnen sich die Kinder durch diese Erziehungsform daran, gibts spätestens in den höheren Klassen ein Problem, wenn ich den Schüler X heute mal nicht so würdigen kann, wie er es gerne hätte…naja, schauen wir mal…ich hätte gerne noch eine zweite Experimentalgruppe, die Haldol statt Ritalin bekommt…rein interessehalber…
cd
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]]>Auf Carta wurde vor kurzem ein Artikel veröffentlich, den ich ziemlich gut finde, da er ein Phänomen des Web 2.0 sehr pointiert auf den Punkt bringt: Beziehungen, die so heißen, aber keine sind. Umair Haque sagt in seinem Artikel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation” folgendes:
“Zahlenmäßig haben wir dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen.”
Er vergleicht die beobachtbare zunahme flüchtiger Kontakte und “Freundschaften” zu Menschen, die man im Leben nie getroffen hat mit den faulen Krediten der Immobilienkrise. Ein sehr lesenswerter Artikel.
Pädagogisch-psychologisch lässt sich ein weiteres Phänomen damit in Verbindung bringen. Symptomatisch für einige Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter ist die gefühlte oder reale Ablehnung durch Peers und andere Menschen, die früher durch imaginäre Freundschaften kompensiert wurde. Die Betroffenen bildeten sich also entweder selbst -störungsbedingt- ein, dass z.B. der Bundeskanzler, der zufällig bei einer Wahlveranstaltung ihre Hand als eine von hunderten persönlich geschüttelt hat, ein Freund von ihnen sei. Entsprechende Geschichten wurden ausgeschmückt oder vollständig zusammenkonfabuliert. In der Web 2.0-Gesellschaft bekommt dieses Störungsbild eine ganz andere Form der Nahrung: Durch Twitter, Facebook etc. ist es nun realiter und nicht nur imaginär möglich, mit im Prinzip jeglicher Prominenten Persönlichkeit in einer Form direkter Verbindung zu stehen, die für Außenstehende durch Kontaktlisten beweisbar ist. Es ist somit deutlich intensiver möglich, als es früher durch Fanclubs der Fall war, derartige imaginäre Beziehungen zugunsten der Vermeidung echter sozialer Kontakte zu unterhalten. Ein Phänomen, das gerade bei sozialen Phobien gehäuft auftritt. Ich denke, diese Entwicklung ist mit der Schlüssel für die viel propagierte “Internetsucht” bei Jugendlichen. Es ist weniger die Pornographie, die eine Gefährdung darstellt, als mehr die tatsächliche Möglichkeit, Sozialität in der Nichtsozialität (also ein virtueller, aber durch inflationäre Benutzung des Freundschaftsbegriffes bei Facebook, StudiVZ, SchülerVZ und Co. sozialer Rahmen) zu erleben und so gar nicht den nötigen Leidensdruck aufzubauen, um eine Krankheitseinsicht bei den Betroffenen zu erzeugen. Ich denke, das wird irgendwann ein eigener Bereich der Soziologie und Psychologie werden….
cd
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]]>Pünklich zum Erscheinen des aktuellen Heftes von Focus Schule kommen auf einen die üblichen Fragen zu ADS und ADHS auf einen zu. Und damit natürlich auch die Frage, ob Ritalin dagegen hilft oder nicht. Zum Thema ADHS verweise ich auf das Blog “Verhaltensoriginell oder vielleicht doch ADHS?“, das sich dem Thema gewidmet hat und möchte hier nur mit dem Standardklischee aufräumen, das einem immer wieder in Seminaren bzw. im Elternkontakt begegnet.
1. Nicht jedes Kind, das mal mit dem Stuhlt kippelt oder nicht sofort auf eine Anweisung reagiert, ist verhaltensgestört oder “hyperaktiv”!
2. “Echtes” AD(H)S (das H in Klammern, weil es auch als Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität auftreten kann) ist eine Neurotransmitterstörung des Gehirns, die grob für Laien erklärt zu einer paradoxen Reaktion auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn führt. Alle Ärzte und Neurologen bitte weghören: Ein Kind mit echtem AD(H)S braucht Kaffee zum Schlafen und Valium zum Wachwerden…so ungefähr muss man sich diese Störung vorstellen. Bestimmte Antriebsregulierende Bereiche funktionieren nicht so wie sie sollen.
3. Der Wirkstoff von Ritalin, Methylphenidat, wirkt nur bei echtem AD(H)S beruhigend. Der Stoff ist mit Amphetamin verwandt (für 68er: Das Zeug, mit dem Ihr damals in einem Rutsch an die Adria gefahren seid) und führt bei Kindern, die diese Anomalie nicht aufweisen zu folgender Problematik: Erst habe ich ein hyperaktives Kind, dann gebe ich ihm Ritalin und dann habe ich ein hyperaktives Kind auf Speed!
4. “Mein Kind ist krank” ist eine Aussage, die deutlich einfacher für die Eltern zu verarbeiten ist als “Unser Erziehungsstil ist scheiße.” Letztere ist aber meist der Grund für rein psychogene Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen und da helfen keine Pillen, sondern Erziehungsberatung…gegen die alle Eltern eine recht hohe Resistenz aufweisen…
5. Liebe Eltern “hyperaktiver” Kinder: Lasst das Kind von einem Neurologen oder Kinderpsychiater untersuchen, nicht von einem Allgemeinmediziner…ist sicherer…es gibt zwar einige Allgemeinmediziner, die in Bezug auf ADHS fortgebildet wurden, aber sehr oft hört man nur “Wirkt nicht? Dann erhöhen wir mal die Dosis…” Und das letzte was Lehrer und Eltern brauchen, ist ein hyperaktives Kind auf noch mehr Speed…
cd
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]]>Vor knapp zwei Jahren kam das Buch “Warum unsere Kinder Tyrannen werden” von Michael Winterhoff heraus. Kernthese war, dass Kinder durch die steigende Unsicherheit der aktuellen Elterngeneration immer mehr narzisstische Persönlichkeitsstrukturen entwickeln würden. Die Kinder, um die es damals ging, schlagen nun zurück: Der 17-jährige Lino Munaretto schrieb nun quasi das Gegenwerk: “Warum Kinder keinen Bock haben Tyrannen zu werden”. Das Buch gibt es entweder konventionell auf Papier oder direkt als Ebook bei beam ebooks.
cd
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]]>Es ist glaube ich lange genug her, dass ich die Geschichte nun erzählen kann:
Im Rahmen unseres Projektes an Hauptschulen in Essen hatten wir im Seminar “Gewalt in der Schule” (das ich dieses Semester mit Freuden an der Folkwang Universität der Künste mache – deutlich schöner als die Betonklötze am Campus der Uni DuE) einige Acht- und Neuntklässler eingeladen, um sich von den Studierenden Fragen zum Leben an der Hauptschule stellen zu lassen. Es ging uns darum, gängige Klischees näher zu beleuchten und Vorurteile bei den angehenden Lehrern abzubauen. Die Seminarsitzung klappte auch recht gut, aber am späten Nachmittag stand einer der Studierenden aus dem Seminar plötzlich bei mir im Büro: Sein Fahrrad sei gestohlen worden und er sei sicher, einen der eingeladenen Schüler damit weglaufen gesehen zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es stellte sich heraus, dass der verdächtigte Schüler tatsächlich das Fahrrad abgezogen hatte. Er wollte es verkaufen. Somit hatten wir erfolgreich unseren Studierenden klarmachen können, dass nicht alle Hauptschüler klauen und hehlen… nur manche von ihnen
cd
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]]>…sagt uns ebenfalls ibash.de:
<Tchomkat> Unser Geschichtslehrer ändert die wikipedia, damit wir falsche Hausaufgaben haben![]()
Verdammt, die Methode ist echt gut…die muss ich mir merken!
cd
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]]>Der englische Lehrer, der vor einer Weile einen Schüler mit einem Gewicht aus einem Vorbereitungsraum fast totgeschlagen hat, ist bezüglich der Anklage auf versuchten Mord freigesprochen worden. Aufgrund seiner psychischen Erkrankung gelte er als unzurechnungsfähig. Das Gericht wolle eine Entscheidung finden, die ihm “bei seinen Problemen helfe”.
Lustig finde ich den letzten Satz: “Die Schule hat noch nicht entschieden, ob H. vom Dienst suspendiert wird.” Ahja…einen Schüler fast umzubringen ist also nicht notwendig ein Grund zur Suspendierung? Da gehts ja zu wie an der Odenwaldschule…
cd
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]]>Jahrgang 1978, Lehrer, Pädagoge, Zyniker.
Ich sammele Sporen, Grünspan und Schimmelpilze und spiele gerne gewaltverherrlichende Killerspiele, vorzugsweise im Clan mit meinen Schülern.
Ach ja, den deutschen Alicebot habe ich auch gebaut…
Mehr zur Person im Interview auf whohub.
Beruflich: www.englischtrainer.biz
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]]>Auf der einen Seite nachvollziehbar, auf der anderen auch wieder nicht….eine katholisches Gymnasium hat vor kurzem eine Zehntklässlerin zum Schuljahresende der Schule verwiesen, weil sie als Reaktion auf die Missbrauchsaffähre aus der Kirche ausgetreten war.
Der Witz: Die Schule nimmt konfessionslose und andersgläubige Schüler auf, die dann statt dem -laut Schulordnung verpflichtenden- Religionsunterricht als Ersatz Ethikunterricht erteilt bekommen (Für NRW’ler: Das gleiche Gelaber nur ohne Gott). Tritt aber ein katholischer Schüler aus der Kirche aus und verweigert die weitere Teilnahme am Religionsunterricht, so ist plötzlich die “Schülerpflicht nicht erfüllt”. Dem Schulvertrag sei dann “jede Grundlage entzogen”….Katholiken halt…die Sache geht nun an den Träger, das Schulwerk, da die Mutter darauf besteht, dass ihre Tochter weiterhin am “Kolleg der Schulbrüder” verbleibt, nur eben mit Ethik- statt mit Religionsunterricht…
Das ist so ein klassisches Beispiel, wie die Kirche sich um geltendes Recht herumdrücken kann…auf der einen Seite sagt das Grundgesetz “geht nicht, weil Bekenntnisfreiheit”, die Kirche kann aber beim Austritt immer mit “stellt sich bewusst gegen uns” kontern und gewinnt damit selbst Prozesse vor dem Arbeitsgericht….als mich der Nonnenbunker angeheuert hat, weil Bedarf war, hat übrigens niemanden interessiert, ob ich Katholik, Evangele, Hindu, Atheist oder Baumanbeter bin…wie es halt gerade so passt
cd
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]]>Jeder hat manchmal diese Phantasie…den Schüler X und einen großen, schweren Gegenstand nehmen und draufhauen, bis er aufhört zu zucken…die wenigsten aber tun dies auch im echten Leben. Löbliche Ausnahme: England! An der All Saints Roman Catholic School in Mansfield hat ein Lehrer einen Schüler mit einem Gewicht den Schädel eingeschlagen und fast totgeprügelt. Was lernen wir daraus?
1. Wenn ein Kollege aus der Psychiatrie zurückkehrt, gebt ihm ein halbes Jahr lang nur die Oberstufe
2. Die Katholiken sind doch fähig zur Veränderung. Kinder vergewaltigen ist out, Kinder klatschen ist in!
cd
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]]>Das ist ja nun wirklich eine üble Sache…denkt man noch, die Christlich-Debile Union bekommt mit Aygül Özkan als türkische Sozialministerin in Niedersachsen mal ein gutes Kontrastprogramm zu den bayrischen Gotteskriegern, und was passiert? Nix…wie damals auch, als es das erste Mal um das berüchtigte Kruzifixurteil ging. Die Spitze hat sie einfach zurückgepfiffen….wo kämen wir auch hin, wenn man ethisch orientierte Politiker einfach so gewähren lassen würde? Wie könnte man denn dann noch in Ruhe geltendes Bundesrecht brechen? Ist uns doch egal, ob es mittlerweile sogar EU-Recht ist… Vielleicht war es auch nur ein Karriereschachzug…
Ich halte das da mit der Ration…Neutralität heißt eben Neutralität…keine Kopftücher und keine Kruzifixe in einer staatlichen Schule. Was die konfessionelle Konkurrenz macht, ist mir ziemlich egal…ich habe selbst als Atheist an einem Nonnenbunker unterrichtet…läßt man die Pinguine in Ruhe, sind sie pflegeleicht…sie haben nunmal das Hausrecht…an einer öffentlichen Schule aber gehört sowas in den Religionsunterricht und nicht einfach an die Wand…sonst pflanzt sich der Katholizismus noch mit an den Kindern fort…
Wie ich das regele? Ich hänge den toten Jupp zu Unterrichtsbeginn ab und bevor ich die Klasse wieder verlasse wieder auf…ganz ohne Bundesverfassungsrichter…Kruzitürkin…
cd
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]]>Im Beck-Blog lese ich heute, dass der Prozess gegen Georg R., den Amokläufer von Ansbach, nun doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Der Autor Prof. Dr. Henning Ernst Müller sieht dies Kritisch und beruft sich auf den Beitrag “Maulkorb für die Medien” auf Spiegel Online.
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde es eher angenehm, dass die Presse und das Fernsehen warten müssen, bis die Fakten auf dem Tisch liegen und nicht wieder wüste Enten geschmiedet werden, die im Prinzip aus aus dem Kontext gerissenen Satzteilen bestehen…was soll die Berichterstattung auch groß bringen? Er hat ja bereits gestanden und aufgrund der Persönlichkeitsstruktur, die man alleine durch den Modus Operandi mutmaßen kann, wette ich eine Flasche guten schottischen Singlemalt, dass er vermindert oder gar nicht schuldfähig gesprochen wird und anstatt im Gefängnis in der Psychiatrie landen wird, wo er ja ohnehin schon einsitzt…alles andere würde mich überraschen, da ich nicht glaube, dass irgendein Psychiater einem Jugendlichen, der seine Mitschüler mittels Brandflasche aus der Klasse treibt, um ihnen mit der Axt aufzulauern, volle geistige Gesundheit und somit Schuldfähigkeit attestieren wird…schauen wir mal…
cd
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]]>Ich habe mich entschieden, die Idee von buchstäblich zu klauen und sporadisch die kuriosesten Suchanfragen zu veröffentlichen
Heute nun die erste Folge:
“abeer leher”
Wurde von Google auf “beer” gematcht. Vermutlich der Name von jemandem, dessen Eltern Legastheniker waren.
“adolf hitler facebook”
Gibts nur als Fake, der echte Hitler ist nur im FührerVZ
“angela merkel ist he-man”
Nein, das sind wirklich Brüste, keine Muskeln!
“ausgeleierte scheide nach geburt”
Hoffentlich sind Sie nicht verheiratet…ansonsten würde ich ab jetzt den Einzelverbindungsnachweis monatlich akribisch prüfen…
“bdsm internaat”
Siehe: Odenwaldschule, es werden aber nur Legastheniker gequält…
“engländer haben kleine pimmel”
Ja…aber der Bartwuchs der Engländerinnen ist dem unseren haushoch überlegen…
“eric harris psychopath”
Nur weil er in seiner Schule wild um sich geschossen hat? Das finde ich doch etwas vorschnell geurteilt…
“flugzeugabsturz live”
Hmm..nach Russland fahren und die Daumen drücken…
“gaddafi türkei”
fast..es ist das andere arabische Land…
“german government structure”
I wouldn’t go so far as to call it “structure”…
“google translter”
Zwei Punkte unter “Google Rehtschribprufung”
“hauptschule haaren”
Das Haaren von Hauptschülern ist ein fast rein westliches Phänomen…die Hauptschüler im Osten haben meist eine Glatze…
“kopfschuss tattoo”
Im Prinzip ja. Das Tattoo ist deutlich weniger schmerzhaft, wenn man den Kopfschuss zuerst macht.
“michael jackson kinderfotos”
Würde das Internet sprengen…er hat einfach zu viele gemacht
“piercing schläfe”
Siehe: klar, frag mal bei Carl Walther, dem Spezialisten für Schläfenlochstechen
“raucht stefan raab”
Nur im Islandurlaub
“richard dawking”
Nein, der heißt Steven Hawkins!
“rtl farma”
DU bist die Zielgruppe…
“sex mit lehrern”
Igitt! Ist das krank! Ich würde nie Sex mit einem Lehrer haben…
“sinnlos auf englisch”
= “Tony Blair”
“veganer witze”
Es gibt Sachen, die sind einfach nicht mehr lustig…
“westerwelle bbc”
Hmm…meint der jetzt den Fernsehsender…oder…hmmm…..ich bin sicher, er mag beides…
“westerwelle homosexuell”
Was? NEIN! Der Reichspropagandaminister ist auf keinen Fall homosexuell! Merkel ist wirklich eine Frau!
“world of warcraft crash”
Spielt man das jetzt auch in Polen?
“youporn ersties”
Nur wenn ich die Einführungsvorlesung halte…
“zurschaustellung”
Gibt beim ersten Mal eine Bewährungsstrafe…
“zäpfchen geben”
Einfach runterschlucken…schmecken recht übel…aber was soll man sonst machen? In den Hintern schieben?
So, neute Liste nächsten Monat…
cd
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]]>Schüler (5. oder 6. Klasse) auf dem Gang zu einem Kollegen: “Aber wenn doch jemand wer ist, warum darf man dann nicht einfach so auf ihn hören?”
Kollege: “Erstmal, weil ich dir das sage!”
Kopf -> Tisch
Hawthorne vom Blog “erwachen” (Gab es da von den Zeugern Jehovas nicht ein Propagandaheft, das so ähnlich hieß…?) verwies vor einer Weile auf den guten alten Milgram-Versuch….
cd
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]]>…an einer amerikanischen High School. Dort gab es nämlich nach zu vielen Essensschlachten in der Mensa zur Strafe nur noch Käsebrot für alle.
Der optimale Weg zur behutsamen Erziehung zu gesunder Ernährung…
cd
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]]>1. Daten zur Freud-Biographie, Vortrag Prof. em Dr. Wilfried Breyvogel – Sigmund Freud und die Strukturtheorie der Psyche
2. Strukturtheorie des Selbst, Christian Droßmann – Einführung Fall “Sonja”, Narzissmus, Sigmund Freud, Heinz Kohut, Stavros Mentzos, die narzisstische Wut, Erklärung am Beispiel einer Unterrichtsszene
3. Fruehe Auffaelligkeiten, Christian Droßmann – Der Fall Sonja – Frühkindliche Auffälligkeiten am Beispiel der Grundschulzeugnisse. Suchtverhalten, Selbstverletzung, Einweisung, Klinikaufenthalt -Erste Erklärungen im Modell der Strukturtheorie des Selbst (DAS INTERVIEWMATERIAL WURDE ZUM SCHUTZ DER ANONYMITÄT DES FALLES ENTFERNT!)
4. Frau Koma kommt – Amok, Christian Droßmann – Männliche narzisstische Wut am Beispiel der neueren “Amok”-Fälle. Tim Ketschmer (Winnenden), Bastian Bosse (Emsdetten), Georg R. (Ansbach)
5. Diagnose – Borderline, Christian Droßmann – Diagnose: Borderline, Das DSM-IV, Das ICD-10GM, Die Borderline-Persönlichkeitsstörung(en) nach Otto F. Kernberg, Erläuterungen am Fallmaterial (FALLMATERIAL WURDE ZUM SCHUTZ DER ANONYMITÄT DES FALLES ENTFERNT)
6. Geschlechtsidentitaet – Sex und Gender, Christian Droßmann – Geschlechtsidentität und Geschlechtsdiffusion, Biologisches Geschlecht (Sex) vs. soziales Geschlecht (gender), John Money, Der Fall David Reimer
7. Fazit-Zusammenfassung, Prof. em. Dr. Wilfried Breyvogel, Christian Droßmann – Fazit und Zusammenfassung, Rückgriff auf Kretschmer und Bosse, Was bringt die Narzissmustheorie den Lerntherapeuten? Der pädagogische Bezug nach Herman Nohl
Weiterführendes Material:
Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium: Der vollständige Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium zum Fall Robert Steinhäuser in Erfurt
Das Abschiedsvideo des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse (Flash-Format, flv), alternativ auch auf Google Video
Der Abschiedsbrief des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse
Das gesicherte Blog des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse (ResistantX) auf livejournal.com
Auszüge aus dem Tagebuch des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse:
Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7
Bericht Expertenkreis Amok Baden Württemberg, Abschlussbericht des Expertenkreises Amok des Landes Baden Württemberg vom 25.09.2009, Original unter http://www.baden-wuerttemberg.de/fm7/2028/BERICHT_Expertenkreis_Amok_25-09-09.pdf
Das Material zum Fall “Sonja” ist mittlerweile publiziert:
Droßmann, Christian: Genese einer Borderline-Persönlichkeit – Die Folgen früher Ablehnungserfahrungen am Beispiel Sonja, in: Breyvogel, Wilfried: Wie aus Kindern Risikoschüler werden. Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut, Frankfurt a.M. (Brandes & Apsel) 2010
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]]>Hier einige ältere Materialien zu diversen Themen. Letzte Aktualisierung: 12.04.2010
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Textauszug – Christian Droßmann: Innenansichten einer Großstadthauptschule. Perspektiven aus dem Projekt “Krisenhafte Schülerbiographien”, erschienen in: Helsper, Werner/Schwarz, Thomas/Hillbrand, Christian: Schule und Bildung im Wandel. Anthologie historischer und aktueller Perspektiven, Wiesbaden (VS Verlag) 2009, S. 435-447
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]]>Die Debatte um kinderschändende Katholiken treibt ja schon seltsame Blüten…heute als Kontrastprogramm zwei Artikel, die auf eine etwas andere Debatte hinweisen.
Der Artikel im Blog “Strafprozesse und andere Ungereimtheiten” des Juristen Werner Siebers weist auf ein Urteil hin, das vielen Juristen in Zukunft Kopfzerbrechen bereiten wird. Ein Mann ohrfeigte seine vierjährige Tochter, weil sie auf dem Markt davongelaufen war.
Daraufhin wurde er von einem Zeugen angezeigt und verlor den resultierenden Prozess. Urteil: 800 Euro Geldstrafe! Zwar ist die Regelung, auf der das Urteil basiert, erst seit 2000 in Kraft (erst da wurde das “Züchtigungsrecht des Vaters” abgeschafft), doch haben der Tagesspiegel im Artikel “Kinder ohrfeigen – auch ein Ausrutscher ist strafbar” und Siebers recht…als vernünftiger Erziehender sollte man die Impulskontrolle haben, derart archaische Erziehungsmittel nicht mehr einzusetzen…kurios ist nur die Begründung für die Entfernung des Züchtigungsrechtes des Vaters aus dem BGB im Jahre 1957: „Das wurde geändert, aber nicht, um die Kinder zu schützen, sondern, weil es in vielen Familien keinen Vater gab und Frauen gleichberechtigt sein sollten. Auch danach galt körperliche Züchtigung in Maßen als Gewohnheitsrecht der Eltern.“ Auf das gleiche Gewohnheitsrecht berief sich übrigens der Freistaat Bayern, als es um die Abschaffung der Körperstrafe an Schulen ging. Erst 1980 (!) wurde die Prügelstrafe auch offiziell in Bayern abgeschafft…
Im Kontrast dazu heißt es im Artikel “streicheln” des niemehrschule-Blogs:
Standarderklärung eines ertappten Dreizehnjährigen:
“Bitte der haut mich!”
Zeigefinger zum Nachbarn.
Dessen Verteidigung:
“Stimmt gar nicht …”
Kurze Pause. Mildernde Fortsetzung:
“… ich habe ihn nur g e s t r e i c h e l t.”Da zwingt mich die gegenwärtige homo-pädophile Mediendiskussion zu einer Portion politisch unkorrekten Zynismus:
“Hauen könnte ich durchgehen lassen, aber s t r e i c h e l n ….”
Der Autor kommt zu der Frage “Ist hauen harmloser als streicheln?”
Joa, auf die Frage kann man anhand der aktuellen Debatte durchaus kommen…
Die Anstalt hingegen sehnt sich die Zeiten zurück, in denen man noch mit einem Lehrer allein in den Wald gehen konnte und es schön war, sofern man nicht dort vergessen wurde…
cd
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]]>…wie die korrekte Zuordnung der folgenden Google-Suchphrase zeigt:
“die beste beruf im 2010 für hauptschüler”
Antwort: Die beste beruf gibt bei Kollega Ströver…alta bin ich krasseste blogga von welt oda waS?
cd
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]]>Im Moment macht gerade die Meldung über eine Zwölfjährige in den USA die Runde, die nachdem sie mit -abwaschbarem(!)- Filzstift auf ihren Tisch gekritzelt hatte, von der Polizei in Handschellen abgeführt worden und dann “mehr als zwei Stunden” an einen Pfosten im Polizeipräsidium geketten gewesen sein.
Ihre Eltern haben nun Klage gegen die Polizei eingereicht und verlangen eine Million Dollar Schadenersatz…die Rechte des Mädchens seien verletzt worden…
1. Das war in Queens, da fällt das unter “pädagogischer Handlungsrahmen”
2. Immerhin ist sie nicht hingerichtet worden…
cd
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]]>Die Aachener Zeitung veröffentlichte gestern einen Artikel “Hauptschule als berufsorientierte Alternative zur Realschule”, laut dem die FDP sich in Nörvenich für die Umwidmung einer Hauptschule in eine “Ganztagsschule für Basis- und Berufsbildung”. Als Basis sollen die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik dienen. Ziel sei es, dass die Jugendlichen “den gleichen Abschluss wie auf Real- und Gesamtschulen” erwerben können, “nur auf einem alternativen Weg, der ihren oft besseren praktischen Fähigkeiten entgegenkommt”.
Ok…grandiose Idee…aber wir haben sowas doch schon!
Nimmt man einen erlernten Beruf und einen sicheren Arbeitsplatz als Maß der Dinge, befinden sich die Hauptschüler doch bereits heute auf einem “alternativen Bildungsweg”…ich kann verstehen, dass Deutsch nicht im Kernkanon auftaucht, da Hauptschüler eher selten Nutzen an einer Fremdsprache haben werden, aber wo ist der Kurs “Einführung in die Sozialgesetzgebung unter besonderer Berücksichtigung des SGB II”?
Auch fehlt mir das Fach “Klientenzentrierte Politik”, also im Westen das Parteibuch der Linken und im Osten das Parteibuch der NPD…auch halte ich berufsnahe Übungen an Grundschulen für sehr wichtig…wenn das Zielobjekt über ein Sicherheitsschloss verfügt, steht der Hauptschüler an sich ohne fundierte Ausbildung dumm da…
Da muss die FDP wohl nachbessern…
cd
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]]>Die Japaner nehmen die härtesten Drogen von allen…
Ein Mann namens Dr. Matsumi Suzuki behauptet nun, er könne Klingeltöne für Handies so auf den Benutzer zuschneiden, dass sie eine heilende Wirkung entfalten. In Japan scheint das laut der TIMES wohl schon der Renner zu sein..
Der gleiche Dr. Suzuki hatte bereits eine Übersetzungsmaschine für Hunde entwickelt. Die Klingeltöne sollen “beim Abnehmen, Verdauen oder Einschlafen helfen, Schmerzen lindern, Krähen fernhalten, dafür aber potenzielle Partner anlocken und sogar den Teint verbessern”, so die Tagesschau.
Ich persönlich habe mit dieser Erfindung bereits lange empirisch geforscht und kann nur bestätigen, dass es funktioniert. Ich erlebe täglich viele Schüler, die Klingeltöne verwenden, die ihren IQ unter den eines Schnitzels senken…
cd
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]]>Ich habe gerade einen Artikel im Satiremagazin DER SPIEGEL gelesen, der sich mit den Ergebnissen einer Umfrage zur Bildungspolitik in Deutschland befasst.
Die Ergebnisse freuen mich einerseits, andererseits sind die Forderungen der Eltern mal wieder jenseits des Machbaren, wobei das keinem Kollegen neu sein dürfte…da mein Job die ganze Bandbreite von Regelschule über Universität bis zur Erwachsenenbildung umspannt, will ich doch auch mal meinen Senf dazugeben.
61 Prozent der Befragten wollen, dass Bildungspolitik Sache des Bundes wird. Endlich! Die Länder würden zwar vom segensreichen Wettbewerb um das “beste Schulsystem” schwärmen, realiter ist das aber ganz großer Mist, denn der wird auf den Schultern der Schüler und der Lehrkräfte ausgetragen…
Was nützt mir hier ein Zentralabitur in NRW, wenn das nicht deckungsgleich mit dem in Bayern ist und Abiturienten, die zum Studium das Bundesland wechseln wollen, vor hohen Barrieren stehen. In der Realität sieht das dann so aus, dass ich an der Uni sowieso wieder bei Adam und Eva anfange, um die unterschiedlich ausgebildeten Erstsemester aus diversen Bundesländern auf einen gemeinsamen Stand zu bringen…und dafür der ganze Aufwand mit Vergleichsarbeiten usw.? Ich denke nein…Umziehen wird auch zur Tortur…bekommt ein Elternteil einen Job in einem anderen Bundesland, können die Kinder fast sicher sein, ein Schuljahr wiederholen zu müssen…in der Oberstufe siehts noch düsterer aus, wenn die in Land A gewählten Leistungskurse in Land B so nicht stattfinden oder gar nicht Teil des Fächerkanons sind (z.B. Unterrichtsfach Psychologie oder Pädagogik). Das ist teilweise innerhalb eines Bundeslandes schon ein Problem oder manchmal sogar innerhalb der gleichen Stadt…zwischen den Ländern jedoch eine Katastrophe…
G8? Kein Kommentar…völlig unsinnig, wenn nicht auch gleich der Lehrplan zusammengestutzt wird..überfordert in der aktuellen Form Schüler, Lehrer und Eltern…taugt die Schule nix, taugt die Schule nix…egal ob auf 13 Jahre gestreckt oder auf 12 komprimiert..
Zusammenlegung von Real- und Hauptschule? Sicher…wenn man glaubt, das Problem zu lösen, indem man den Namen der Institution tilgt…Problem ist die Klientel, nicht die Schulform…und die wird weiter bestehen bleiben…ich verweise an dieser Stelle nochmal auf unsere Ergebnisse…
Kleinere Klassen? Mehr Lehrer? Sicherlich…würde Sinn machen…es ist ja nicht so, als wäre Deutschland hoffnungslos überschuldet….
Lehrerberuf als “zweite oder dritte Wahl”? Um Gottes Willen…der Lehrerberuf ist für die meisten Studierenden natürlich die erste Wahl, um ein gescheitertes Diplom in ein Staatsexamen zu überführen…Nur ein Zyniker würde behaupten, die Studiengebühren hätten dazu geführt, dass jeder Idiot für Lehramt immatrikulieren kann und auch zur Erhaltung der Quote jeder Idiot ein Staatsexamen bekommt…Eignungstests? Fehlanzeige…das sind die Schweizer besser…
aber was rege ich mich auf.. .;-)=
cd
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]]>Während die Ergebnisse der Untersuchung nach Todesfällen durch das transcraniale Antidepressivum Projectil noch ausstehen, hat hier in der Klinik die Suche nach Beständen des Medikaments bereits begonnen. Nach der Bekanntgabe des Problems am schwarzen Brett gegen 08.00 Uhr heute Morgen war der Nachtdienst noch vor der Übergabe an die Frühschicht informiert. Die Frühschicht ist angewiesen, den Status der Suche bei der Übergabe an die Spätschicht an diese weiterzugeben. Die Spätschicht wiederum hat Weisung, den momentan im Osterurlaub befindlichen Chefarzt telefonisch über die Ergebnisse zu informieren, allerdings erst zwischen 23.30 und 0.00 Uhr. Alle Schwestern sind angewiesen, jedem Patienten, der im Schwesternzimmer nach Projectil fragt, stattdessen Promethacin oder Seroquel zu geben.
Im Moment sind eine Stationsärztin, drei examinierte Krankenschwestern, ein Krankenpfleger, zwei Schwesternschülerinnen und mindestens ein ganzer Hörsaal voller Psychologiestudenten der Universität Bochum angewiesen, sämtliche Gebäude und Abteilungen nach Beständen von Projectil zu durchsuchen. Skeptiker, die die Anweisung für einen Aprilscherz hielten, konnte mittels Google-Suche nach den Begriffen “Antidepressivum” und “Projectil” vom Gegenteil überzeugt werden.
Ergebnisse von offizieller Seite stehen immer noch aus.
cd
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]]>Hach ja, manchmal wird es auch um ein Lehrerherz nochmal richtig warm. Es ist Ostern, die Fastenzeit endet bald, überall stehen Hasen und Eier herum und natürlich ist auch für die ganz Kleinen wieder die Zeit zum Basteln gekommen. Manchmal basteln die Kinder auch Geschenke für die Lehrerin oder den Lehrer…und wenn man ein Geschenk bekommt, das den Kern der Person in ihrem innersten trifft, möchte man auch als Lehrer manchmal eine Träne der Freude verdrücken..und heute war so ein Moment…denn worüber würde sich der liebe Herr Droßmann mehr freuen, als über eine Atombombe…
Gloria in excelsis deo! Frohe Ostern Euch allen!
cd
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]]>Und wieder eine Studie, die es bestätigt:
Laut Stigma Videospiele kam eine Metastudie, die 130 Einzelstudien berücksichtigte, zu dem Ergebnis, dass die berüchtigten “Killerspiele” die Agression der Spieler kaum erhöhen. Es sei eine Verknüpfung von nur 2% festgestellt worden. Im Gegensatz dazu betrage die Verknüpfung von Familie und Umfeld und Mobbing in der Schule jeweils 30%.
Der Artikel bezieht sich auf einen Beitrag des Schweizer Radio DRS.
Gleichzeitig scheint ein Ansatz zum totalen Verbot von Killerspielen wie in der Schweiz in Österreich eher unwahrscheinlich. Killerspiele hätten laut Prof. Michael Wagner von der Uni Krems “keine oder maximal einer vernachlässigbare Wirkung”. Siehe dazu auch den Artikel “Killerspiele machen keine Amokläufer” (DerStandard.at)
cd
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]]>Ein leidiges Thema, das immer mal wieder auftaucht, sowohl in der Politik wie auch im Schulalltag ist das der Integration ausländischer Schüler und solcher “mit Migrationshintergrund”, um es politisch korrekt auszudrücken.
Die Tagesschau berichtet nun wieder über das Gezänk zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und der Bundesregierung, respektive Angela Merkel. Es geht immer noch um Erdogans Vorschlag, türkische Gymnasien in Deutschland zu errichten, in denen die Primärsprache Türkisch sein soll. Dafür wird er selbst von in Deutschland lebenden Türken kritisiert. Da komme ich nicht umhin, doch nochmal unsere Studie zu erwähnen, zu der nächste Woche das Buch erscheinen wird:
Ich verstehe ja Herrn Erdogans Nationalstolz, aber eine noch weitere Parallelisierung der Gesellschaft halte ich im Kontext unserer Ergebnisse für stark kontraproduktiv. In fast allen Fällen, bei denen der Migrationshintergrund mit Faktor für Bildungsarmut war, stand die Sprachbarriere im Vordergrund. Ob es das thailändische Mädchen war, deren häufigster Satz “Ich weiß nicht” war, ob es das libanesische Mädchen war, das sich komplett gegen Schule sperrte, weil sie nur vom Heiraten sprach und als gute Ehefrau keiner Bildung bedurfte, oder die kleine Türkin, die ebenfalls nur schlecht Deutsch sprach und sich freiwillig auf eine Förderschule abschulte, um mehr Zeit zu haben, sich um ihre Geschwister zu kümmern….sie alle werden massive Probleme im späteren Leben bekommen, sollten sie weiterhin in Deutschland verbleiben wollen. Wobei zu erwähnen ist, dass diese Generation schon wesentlich besseres Deutsch spricht, als ihre Eltern.
Ich will dies nicht generalisieren, sondern spreche nur von der an zwei Hauptschulen beobachteten Stichprobe, ich denke aber, dass die Ergebnisse durchaus auf andere Ballungsräume zu übertragen sind.
Es findet an den Hauptschulen muttersprachlicher Unterricht statt, da die Eltern und Großeltern, die nach Deutschland migrieren, häufig aus der Unterschicht stammen (Bauern, einfache Arbeiterfamilien) und ihre Muttersprache oft in Wort und Schrift nicht korrekt beherrschen und somit diese nicht vernünftig an ihre Kinder weitergeben können.Das Ergebnis ist häufig eine Zerrissenheit…sie sind auch im Herkunftsland Ausländer…hier mit türkischem Akzent, in der Türkei mit deutschem Akzent…
Aus dieser Sicht halte ich die Einstellung der Bundesregierung -und ich wundere mich selbst, dass ich diesen Satz einmal schreibe- für völlig korrekt. Die Abspaltung in Viertel in Ballungsräumen ist ohnehin schon so stark, dass es Bezirke gibt, in denen Deutschkenntnisse und somit das Erlernen der Sprache nicht zwingend vonnöten ist. Ich würde die These unterstützen, dass die Errichtung türkischer Gymnasien, an denen Türkisch die Unterrichtssprache ist, zwar hilfreich für die Identität als Türke/Türkin und die korrekte Beherrschung der türkischen Sprache in Wort und Schrift ist, aber grob kontraproduktiv wenn es darum geht, sich in Deutschland angekommen zu fühlen…zwar würde dies dann nicht in die Bildungsarmut führen -das türkische Gymnasium wäre sicherlich von der Vermittlung des Faktenwissens her nicht schlechter als ein deutschsprachiges- aber wohl doch ziemlich sicher in die Parallelisierung und in die reale Armut durch Arbeitsplatzprobleme…die hier aufwachsenden Kinder hätten die Chance, akzentfreies Deutsch zu lernen…lernen sie erst Deutsch in der Sekundarstufe I als Fremdsprachenunterricht nach der Grundschule ist davon auszugehen, dass der Akzent und Sprachschwierigkeiten bleiben werden, analog zu anderen Fremdsprachen, die an Gymnasien gelehrt werden…und die Probleme der Sprachbarriere und die Attribuierung, dass jemand, der die Sprache nicht korrekt beherrscht, automatisch “dumm” ist, sind hinreichend bekannt…
cd
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]]>SO geht es natürlich auch:
“Alles Schall und Rauch” berichtet inklusive Video, dass eine Studentin der Universität Wisconsin namens Robyn Foster von drei Polizisten im Hörsaal verhaftet wurde, nachdem sie eine Rückfrage zu einer Prüfungsaufgabe gestellt hatte. Die Dozentin rief daraufhin sofort die Campuspolizei wegen Unterrichtsstörung.
Ich hätte für meine Schüler ja lieber einen Taser…
cd
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]]>Vor allen katholischen Kirchen und Schulen muss bis zum 1. April diesen Jahres folgendes Verkehrsschild aufgestellt werden:
Gefunden bei “Der Hönower”
cd
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]]>Hätte ich doch im Newsreader fast überlesen…
Dem Holz Schülerfäller von Ansbach Georg R. wird laut Augsburger Allgemeine ab dem 22. April der Prozess gemacht. Angesetzt seien zunächst 4 Tage, die Anklage laute auf 47-fachen versuchten Mord.
cd
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]]>…sind auch nicht mehr das, was sie waren und können einem groß auf die Fresse geben. So geschehen in Paris, eine 15-jährige Schülerin prügelte einen Lehrer mit einer Eisenstange krankenhausreif.
“…Aux armes, citoyens…”
cd
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]]>Was hat Nanping in China mit katholischen Internaten gemein? Es ist nun Schluss mit den Doktorspielen..
N-TV berichtet, dass in China ein ehemaliger Arzt in einer Grundschule acht Kinder erstochen und fünf weitere verletzt hat. Dem Täter sei von seinem Arbeitgeber gekündigt worden und er leide an “psychischen Störungen”.
N-TV: Amoklauf in China: Arzt ersticht acht Kinder
cd
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]]>Kurios: inetinfo titelt heute: “Nintendo verteilt Game-Konsolen an Schulen”
In einem Pilotprojekt in Wien wird seit letztem September die Medienkompetenz der Schüler mittels von Nintento gesponsorter Nintendo DS (für alle Ü30er: bei uns hieß das Gameboy) Handheld-Konsole verbessert.
“Die Schüler und Schülerinnen lernen eigenständig und spielerisch, logische Aufgaben zu lösen und sind durch das sofortige Feedback des Handhelds hoch motiviert”, berichtet Marschik. Fehler könnten selbst erkannt und korrigiert werden, was das Erreichen selbstgesteckter Ziele erleichtere.
Grandios, der gute alte LÜK-Kasten konnte das zu meiner Grundschulzeit auch…und das ganz ohne Batterien ![]()
Wohl mehr PR als didaktischer Durchbruch…
cd
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]]>Eigentlich nehme ich den SchulSpiegel ja eher weniger ernst, aber heute sehe ich einen Aufmacher, der mich doch näher hinlesen lässt. Erstens, weil vier Jugendliche ihre Gründe schildern, warum der Vertrauenslehrer/die Vertrauenslehrerin ungern bzw. gar nicht angesprochen wird, zweitens, weil es unten dann letztlich fünf Schüler sind
Dieser Artikel stützt meine These, warum Schulpsychologen nicht gegen Amok helfen…
SchulSpiegel: “Ich traue meinen Lehrern nicht”
cd
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]]>Liebe Eltern,
sind Sie besorgt darüber, dass Ihr Kind die vierte Klasse beendet und trotz attestierter Hauptschuleignung nicht das notwendige Vorwissen besitzt, um im harten Hauptschulalltag durchzukommen?
Sie hätten gerne mehr Einblick in das, was Ihr Kind auf der Hauptschule lernt?
Liebe Kinder,
Ihr habt schon immer mehr über die lustigen Sachen wissen wollen, die die großen Kinder abends beim Spielen in der dunklen und verwinkelten Fußgängerunterführung am Hauptbahnhof alle so machen?
Es gibt jetzt Abhilfe für diese Probleme. Spongebob Schwammkopf erklärt Ihnen/Euch kindgerecht die Wirkung der gängigsten Drogen auf der Straße und dem Schulhof:
EDIT 03.12.2010: Das Bild wurde nach Abmahnung durch die Firma MTV Networks entfernt.
Gefunden bei Hurkunde. Original von Matsky
cd
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]]>Ich klappere im Moment die Blogroll ab, da ich lange nicht online war…nun finde ich einen Eintrag im Blog “niemehrschule”. Dieser ist betitelt mit “kätzchen21″, dem Nickname einer Schülerin auf Netlog.
Zunächst finde ich es weniger irritierend, dass eine Schülerin eine Lehrerin/einen Lehrer um “Lieder” gewissermaßen “anschnorrt”. Das ist unter den Jugendlichen ja schon Volkssport. Aus den Worten “…die beiden Apples verstehen einander nicht – es kommt keine Verbindung zustande” schließe ich aber, dass der Kollege/die Kollegin das eventuell sogar erhört hätte…wenn auch aus Neugierde…hmm….;-)
Schön ist aber auch die Argumentation der 10 Jahre alten Schülerin, die, sich für 21 ausgebend, mit einem 23-jährigen online flirtet: “Auf dem Foto sieht man ja nicht, dass ich noch keinen Busen hab.”
Hoffen wir in ihrem Interesse, dass der Typ kein katholischer Priester ist…
cd
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]]>…wird pointiert skizziert von Maik Riecken in seinem Blogeintrag “Ich bin ein schlechter Lehrer…” Von renitenten Schülern, Eltern und dem üblichen Wahnsinn…
Geht direkt in die Blogroll…
cd
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]]>Ok, weiter mit dem Kommentar.
Weitere Belege dafür, dass Tim Kretschmer nicht der Täter von Winnenden gewesen sein kann sind u.a. folgende:
2. Ein “schwarzer Kampfanzug /-uniform” sei “typisch für Spezialkräfte der Polizei, aber nicht für 17-jährige. (S.4)
Ja, genauso wie das wilde um-sich-Schießen, dennoch passiert es. Auf der einen Seite also ist für die Autoren sicher dass “niemand erzählen kann”, dass die Schüler nach dem ersten Schuss “ruhig sitzen geblieben” (S. 22), sondern “in Aufregung” bzw. “in Bewegung/Aufruhr” (S. 15) waren, gleichzeitig aber wird als sicher angenommen, dass die in dieser Aufregung wahrgenommene schwarze Kleidung eine “Kampfuniform” gewesen sein muss.
3. Igor Wolf – ist er nun glaubwürdig, oder nicht?
Auf der einen Seite wird “Fluchtwagenfahrer” Igor Wolf recht früh im Bericht als “Lügner” (S. 6) bezeichnet, seine Aussagen bezüglich der Fahrt seien “ausgesprochen unglaubwürdig” (S. 37), das Interview “wenig glaubwürdig” (s. 48) gleichzeitig wird aber seine Aussage, Kretschmer habe die Waffe in der rechten Hand gehalten zum zentralen Dreh- und Angelpunkt, wenn es um den “Beweis” geht, dass das letzte Video des Täters eine Fälschung sei. (z.B. S. 7)…
Leute, entweder eine Quelle ist unglaubwürdig und/oder steckt mit den Hintermännern unter einer Decke, dann heißt das aber auch, alle Aussagen sind nicht verwertbar, oder aber ich glaube dem Mann, dann sind aber auch alle Aussagen gleichwertig…nur das rauspicken, was die eigene Argumentation stützt, gilt nicht
3. Der Tatort wurde “nachbearbeitet”, die Position der Leiche im Video stimmt nicht mit den Markierungen überein
Ein Amokläufer, der kampfunfähig ist, ist keine Bedrohung mehr. Ist er verletzt, hat er das Recht auf medizinische Hilfe. Ein Laie darf den Tod eines Menschen nicht feststellen, der Täter ist erst dann tot, wenn ein Arzt dies offiziell bestätigt. Vorher müssen sämtliche indizierten Rettungsmaßnahmen durchexerziert werden. Dafür wird man Kretschmer auf den Rücken gelegt haben. Diese plausible Möglichkeit wird von den Autoren nicht in Betracht gezogen, würde aber erklären, warum die Umrisse um die Leiche nicht der Position des gefallenen Täters im Video entsprechen. Ob die Leiche “sehr weit” (S. 107) bewegt wurde, wird nicht mehr zu klären sein…
Ein Kopfschuss kann, muss aber nicht stark bluten, wenn die Kugel sofort tödlich wirkt und der Kreislauf schlagartig zum Erliegen kommt und wenn es gleichzeitig aufgrund von Kaliber und Laborierung nicht zu einer Zerlegung des Schädels kommt. In Fällen von 9mm Para kann es auch zu einer leichten Sickerblutung kommen, die wenig Spuren hinterläßt. (Bildbeispiel einer geringen Sickerblutung nach aufgesetztem(!) Schuss in die Schläfe – Vorsicht unschön!-)
Die neuen Markierungen müssen nicht notwendig Beweis einer “Nachbearbeitung” des Tatortes sein. Ein späterer Ortstermin der Untersuchungskommission ist wahrscheinlicher und wird vielleicht im noch zu erwartenden Bericht erwähnt werden.
Soviel erstmal als Teil 2
cd
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]]>Bald ist es soweit, die Tat von Tim Kretschmer in Winnenden jährt sich am 11. März. Schon geistern im Netz die üblichen Beiträge herum und das Thema ist wieder aktuell. In loser Folge einige Sachen, über die ich gestern und heute gestolpert bin:
1. Trittbrettfahrer des Suchbegriffs
Die Firma Golden Section Graphics erstellte damals eine Grafik zum Tathergang des Amoklaufes. Am 4. März schreibt sie in ihrem Blog:
“Wir hatten seinerzeit eine Infografik über den Hergang der Geschehnisse erstellt und bieten diese Grafik jetzt natürlich wieder zum Nachdruck an.”
Geschäftstüchtig die Jungs…
2. Verschwörungstheorien und die üblichen Verdächtigen
Am 3. März erscheint bei Europnews ein Artikel unter dem Titel “Rätsel Winnenden: Fragen werden nicht beantwortet.”
In Bezugnahme auf ein Flugblatt einer Bürgerinitiative zur Aufklärung der Tat von Winnenden werden dort analog zum Fall Erfurt mehr oder weniger unsinnige, verschwörungstheoriehafte Fragen aufgeworfen. Eric T. Langer ist natürlich auch wieder mit von der Partie.
U.a. wird behauptet, es gebe keine Beweise dafür, dass die Waffe von Tim Kretschmers Vater tatsächlich die Tatwaffe gewesen sei. Auch habe niemand Kretschmer als Täter identifiziert. Sicher? Dazu z.B. das Interview mit Igor Wolf, der von Kretschmer für die Flucht mit seinem Auto entführt wurde.
Noch hanebüchener ist folgende Frage:
2. Warum wird darüber hinweg geschwiegen, dass die Polizei den/die Täter nicht verfolgte oder beschoss, weder in der ARS noch in Wendlingen, als Igor Wolf als “Kidnapping-Opfer” auf einen Streifenwagen zu rannte?
Sicher…klar…es ist absolut konform mit den Dienstanweisungen der Polizei, bei vermeitlichem Täterkontakt Cobra11-mäßig loszuballern…
Leute, wartet doch den offiziellen Bericht ab…dann wirds auch die geforderten Obduktionsberichte geben…
3. Killerspiele sind an allem Schuld
Auch dieses Argument wird wieder aufgewärmt…
Stigma Videospiele zitiert am 3. März Innenminister Heribert Rech von der CDU:
“Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot Ernst machen.”
4. Panikmache von engagierten Experten
Als letztes Fundstück das Winnenden-Blog von Dipl. Psych. Dr. Horst Siewert. Dieser ist für mich zu einer Spezies zuzurechnen, die ich ganz gerne als “Berufsaufgeregte” bezeichne. In diesem Fall ist wohl auch etwas Schlüsselwortopportunismus im Spiel.
Das dramatische Bild im Header kündigt groß “Erfahrungen, Folgen und wissenschaftliche Aussagen zum Thema Amok” an…der erste Eintrag vom 23. März 2009 kündigt groß das neue Blog an, Winnenden sei ja nur “30 Minuten” weg und Bilder würden folgen…dann nichts mehr.
Erst am 4. März 2010 dann -pünktlich um am Jahrestag von Google indexiert und auffindbar zu sein- wieder ein Eintrag mit dem Titel “Amokprognosen”. Der Ton entspricht wenig der versprochenen Wissenschaftlichkeit und stellt eher die übliche Panikmache auf Spiegel- und STERN-Niveau dar.
Siewert behauptet -ohne jegliche Belege-: “die Anzahl der Fälle wächst kontinuierlich und gewaltbereite Jugendliche nehmen die in Deutschland weitgehend ungeschützten und offenen Schulen ins Visier.”
Es folgt Lamento, wie viele Schüler Amokphantasien haben und in Behandlung seien, sie brächten “Messer und Macheten in Tötungsabsichten mit” und “Nach den vorliegenden Hochrechnungen können wir davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer von jungen Menschen gibt, die mit dem Gedanken an Amok spielen.” Und wo liegen diese Hochrechnungen bitte vor?
Auweh…nach diesen hochwissenschaftlichen Erkenntnissen gehe ich ab Montag nur noch mit Stahlhelm und Schutzweste unterrichten…
Grandios, freuen wir uns auf mehr lustige Nachrichten in Bälde…
cd
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]]>Auch vor Eliteschulen, die nicht zur katholischen Kirche gehören, macht der Aufdeckungsreigen sexuellen Missbrauchs nicht halt.
Diesmal geht es um die vom Reformpädagogen Paul Geheeb gegründete Odenwaldschule in Heppenheim.
Zwar wurde bereits 1998 bekannt, dass sich der damalige Schulleiter an Schülern vergangen hatte, zu einer Verurteilung kam es aber nicht, da die Taten bereits verjährt waren.
Zum 100. Jubiläum der Schule aber meldeten sich weitere ehemalige Schüler bei der Schulleitung, die in den Jahren seit 1971 von Lehrern der Odenwaldschule sexuell missbraucht worden waren.
Der STERN berichtete gestern, man gehe mittlerweile von ca. 100 Fällen aus, die Schüler seien beispielsweise “regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt” und Gästen “zum sexuellen Missbrauch überlassen” worden.
Die Odenwaldschule veröffentlichte auf ihrer Homepage eine entsprechende Stellungnahme zu den Vorfällen.
cd
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]]>…als hätten wir an den Schulen im Moment keine anderen Probleme…
Gestern surfe ich kurz den Schulspiegel an, weil ich doch sauber recherchierten Qualitätsjournalismus so mag, da springt mich folgende Überschrift an:
Pornografie in der Schule. “Herr Müller, wie nennst du deine Frau beim Se-he-x?”
Offensichtlich ist wieder Flaute an der Bildungsnachrichtenfront, denn Kern des Artikels ist -wie desöfteren- der verzweifelte Pädagogenschrei nach Hilfestellung beim Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, die ja nun dank Youporn und Co ach so viele Pornos konsumieren würden…man müsse da doch eine Handhabe schaffen…
Eine Dame namens Karla Etschenberg, ihreszeichens Professorin für Pädagogik und ehemalige Biologielehrerin, schlägt vor, Pornos einfach in den Unterricht einzubauen und dort zu besprechen…und fordert im gleichen Atemzug, dass Lehramtsanwärter schon an der Uni “eine Selbsterfahrungsgruppe zum Umgang mit der eigenen Sexualität mitmachen.”
Is klar…ich melde mich sofort freiwillig für die Leitung eines solchen Seminars…ich erinnere mich noch sehr gut an die doch noch recht kindlichen Strukturen der Erstsemester, als ich noch Tutor war…vor meinem geistigen Auge habe ich nun ungefähr dreißig wild kichernde bis vor Scham im Boden versinkende Erstis sitzen, nachdem ich den Oberstreber in der ersten Reihe gefragt habe: “Und? Woran denken Sie so wenn Sie sich abends alleine einen keulen? Als Theologiestudent haben Sie doch sicher keine Freundin…”
Ganz großes Kino…
Und überhaupt der Begriff “Selbsterfahrungsgruppe”…mir graut noch bei der Erinnerung an die Gutmenschenzwangsveranstaltung bei einer nicht unerheblich gestörten, wabergewandtragenden Professorin mit langen grauen Haaren, die unwiderruflich in den 68er hängengeblieben war…auf einem Trip vermutlich…sie zeigte fröhlich Baby- und Kinderfotos von sich selbst auf dem Beamer im Hörsaal und war sich dann für die Erklärung des Familienmodells nach Timothy Leary für keine Grenzverletzung zu schade…(“Schreiben Sie bitte nun die Namen ihrer Familienmitglieder und Verwandten auf ein Blatt Papier…dann nehmen Sie sich bitte einige Geldstücke aus Ihrer Börse, um damit einen kleinen Kreis um die Menschen zu ziehen, zu denen Sie ein schlechtes Verhältnis haben und einen großen Kreis um die, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben…”). Wären ihre Masturbationsphantasien noch Gegenstand der Selbsterfahrung gewesen…welch schrecklicher Gedanke…
Ganz ehrlich? Was für ein hanebüchener Blödsinn…der Umgang mit der eigenen Sexualität ist primär in der Erziehung begründet…wer damit locker umgeht, der meistert auch jeden Spruch, jede eindringliche Frage seiner Schüler und jede pubertäre Poserei…und wer mit 20 durch ein eher konservativ-vermeidendes Elternhaus Sexualität noch völlig verklemmt gegenübersteht, den rettet auch kein Seminar und keine Selbsterfahrung..höchstens die, die man auf Wohnheimfeten macht…
Und die pornosüchtigen Jugendlichen?
Sie werden es überleben…das ist das übliche Zeter-und-Mordio-Geschreie, das schon seit Einführung der Groschenromane im letzten Jahrhundert betrieben wird…die Groschenromane haben die Gesellschaft nicht zugrundegerichtet, das Kino nicht, die Comichefte nicht, das Fernsehen nicht, der Videorecorder nicht, der DVD-Player nicht, die Mobiltelefonflatrates nicht und die aktuelle Generation wird auch nicht an Youporn zugrundegehen…da bin ich mir völlig sicher…
Jede Generation hat ihre Medien und wer mit ihnen aufwächst, entwickelt seine eigene Form von Medienkompetenz im Zuge der Benutzung…
Ganz ehrlich…ich vermute in vielen Fällen bloßen Neid…die Jugendlichen haben es so viel leichter, an gute Pornographie zu kommen…
Wir hatten damals zuerst nur den Unterwäscheteil des Otto- oder Neckermann-Kataloges, den man sich abends heimlich ins Bett genommen hat, später dann kamen RTL und Sat.1 mit Hugo-Egon Balder, Tutti Frutti und den Liebesgrüßen aus der Lederhose…Schimanski wurde fast abgesetzt, weil er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen “Scheiße!” schrie usw.
Und? Hat es uns zugrundegerichtet, wie z.B. Neil Postman es damals postulierte? Sind wir alle sexualgestörte Psychopathen geworden?
Schlimmer…die meisten meines Freundeskreises von damals sind genau wie ich nun Lehrer…
cd
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]]>Auf so eine Nummer warte ich ja auch noch…
Der Schulspiegel schreibt über einen dänischen Schüler, der sich eine Übersetzungshausaufgabe einfach mit Google Translate erschummeln wollte. Dummerweise klang “Dutch” für ihn nach “Deutsch” und so lieferte er die Aufgabe in “fast astreinem Holländisch” ab
Schulspiegel: Dänischer Schüler verwechselt Deutsch mit Dutch
Den “Dänen lügen nicht” Kalauer spar ich mir..
cd
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]]>Schön, dass in der digitalen Welt manche Spiele doch die gleichen bleiben…inklusive der Folgen. Im “Klatschmagazin” lese ich gerade, dass am letzten Mittwoch in Dülmen ein kleiner Junge mit seiner Zunge an einer Straßenlaterne festgefroren ist…
cd
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]]>Gerade bei BasicThinking gefunden:
Offensichtlicht plant das Land NRW eine eigene Lehrerbewertungsplattform im Sinne eines systemseitig kontrollierten spickmich.de, was ja bereits für einige Kontroversen gesorgt hatte…
Haken z.B.: Die Lehrer müssen die Befragung selbst freischalten und nur sie können das Ergebnis sehen, nicht die bewertenden Schüler…also wozu das ganze dann, wenn es keinerlei Öffentlichkeitswirkung hat?
Anonyme Lehrerbewertung: NRW kündigt kraftlosen Spickmich-Klon an | Basic Thinking Blog.
cd
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]]>Das hier wird die Schüler freuen:
Das Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund stellt einen “Werkzeugkasten” für diverse Bereiche wie Schulevaluation etc. zur Verfügung. Dieser alleine ist schon recht interessant.
Am schönsten finde ich den Realitätsbezug des Bereiches “Schulentwicklungsplanung”. Dort findet man am Ende neben Schülerzahlenentwicklungen und Schülerzuwachs auch die zwar veralteten, aber doch interessanten Sterbequoten.
Ich sehe die nächste Stochastikklausur schon vor mir: “Berechnen Sie, wie wahrscheinlich es ist, dass einer von uns beiden die Benotung dieser Klausur nicht erleben wird.”
cd
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]]>Dieser Cartoon fasst es eigentlich zusammen:

Was Kinder schon so alles an englischen Vokabeln kennen...
Gefunden auf http://www.grundschulmarkt.de/lehrercartoons.htm
cd
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]]>Wenn ich noch einen Schüler bekomme, der sich “Kewwin” oder “Maazel” schimpft oder eine Schülerin namens “Jackeline” bekomme, wird Essen den ersten Lehreramoklauf der Geschichte erleben…
Das Lehrerblog “Die Anstalt” hat dafür den passenden Cartoon:

cd
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]]>Es dauert Wochen bis Monate, um wirklich mit dem Rauchen aufzuhören…doch es brauchte nur eine einzige Doppelstunde in meiner 9. Klasse, um wieder auf knapp 2 Schachteln zu sein…ich liebe meinen Beruf…
Stefan Raab hat den Effekt in einer seiner Sendungen knapp zusammengefasst:
Stefan Raab – Raucher sterben früher
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]]>Das Kind ist endlich geboren…
Endlich ist die Borderline-Fallstudie abgeschlossen und publiziert. Zeit also für eine weitere schamlose Eigenwerbung. Da aber das Wort Bildungsarmut in aller Munde ist, schauen wir mal, wie gut wir auf den Zug des Zeitgeistes aufspringen konnten…
Der Arbeitstitel ändert sich vielleicht noch bis zum endgültigen Druck, aber das Buch ist angekündigt.
Droßmann, Christian: Genese einer Borderline-Persönlichkeit – Die Folgen früher Ablehnungserfahrungen am Beispiel “Sonja”. (Arbeitstitel), in: Breyvogel, Wilfried (Hrsg.): Wie aus Kindern Risikoschüler werden. Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut, Frankfurt (Brandes & Apsel) 2010 (erscheint im März 2010)
cd
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]]>Ich freue mich ja doch sehr, wenn jemand tatsächlich mein wirres Zeug hier im Blog liest. Manchmal bekomme ich sogar Anerkennung in Form eines Leserbriefes. In dieser Rubrik also nun sporadisch einige Beispiele.
Ich hatte vor längerer Zeit einmal einen kurzen Kommentar zur Webseite www.oedipus-online.de geschrieben. Am 9. Januar erreicht mich eine Mail von Klaus Schlagmann, dem Urheber der Seite höchstpersönlich:
Hallo,
habe durch Ihre detaillierte Analyse meines Falles viel über mich gelernt, so von wegen “Gegenübertragung nicht im Griff”. Wo haben Sie es gelernt, komplexe Inhalte so präzise auf den Punkt zu bringen? Ich beneide Ihre Schüler (sofern man Sie tatsächlich auf solche losgelassen hat), dass sie Ihren profunden Welterklärungen teilhaftig werden dürfen!
Sie werden mir erlauben, Ihren differenzierten Standpunkt auf meiner Webseite zu zitieren und zu kommentieren.
MfG – Klaus Schlagmann
Erst hatte ich völlig vergessen, um wen es sich handelte, aber nach einer kurzen Google-Recherche erinnerte ich mich recht schnell…ich hatte sofort zurückgeschrieben, aber eine weitere Reaktion blieb bisher aus…schade eigentlich, das hätte ein schönes Sparring werden können…
cd
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]]>Die Weisen aus dem Morgenland haben gesprochen…und das Ergebnis ist so, wie es zu erwarten war:
Der nach Winnenden eingesetze Expertenrat „Expertenkreis Amok“ hat vor kurzem einen Bericht vorgelegt, in dem die Steine der Weisen postuliert werden.
Neben einer Einschränkung der „Verfügbarkeit gefährlicher Waffen“ schlägt die AG auch vor, in jeder Schule einen „Amokalarm“ zu installieren und Klassenräume so anzulegen, dass die Schüler sich im Notfall „verbarrikadieren“ können…
RP Online: Experten empfehlen Amok-Alarm an Schulen
Spiegel Online: Amoksirene für Schulen gefordert
SWR: Expertenkreis schlägt Amokalarm für Schulen vor
Hmm…wie soll man sich denn vor Projektilen „verbarrikadieren“ können, wenn die Tische standardmäßig aus Preßspan sind ? In den Naturwissenschaftsräumen sind diese oftmals Kachelblöcke, die fest auf den Boden gemauert sind…und die Bänke in der Turnhalle bieten wohl auch keinen rechten Schutz…
Neue Tische mit Titaneinlage? Weichbodenmatten aus Kevlar? Kugelfeste Laborkittel im Chemiesaal? Man darf gespannt sein…
Mein Favorit wäre, sämtliches Kartenmaterial nur noch auf Stoffe der Sicherheitsklasse IV zu drucken, damit es beim Amoklauf im Erdkundeunterricht ab sofort heisst: „Schnell! Alles hinter die Deutschlandkarte“…sicher auch gegen panzerbrechende Munition…
Man darf gespannt sein..
cd
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]]>So kanns gehen…
Mit ist das vorher noch nie aufgefallen, aber heute berichtet mein wie schon oft erwähnt liebstes Satiremagazin SchulSpiegel über folgenden Sachverhalt:
Offensichtlich gibt es in NRW eine Reihe von Schulen und Kindertagesstätten, die in ihren Kellern Vereinsheime von Schützenvereinen nebst Schießbahnen und Waffenschränken beherbergen. Völlig legal, mit amtlicher Genehmigung und ohne Zwischenfälle…
Nur jetzt nach Winnenden wird die Geschichte auf einmal sauer…die Sportschützen sind nicht mehr wirklich beliebt…eine eingerichtete Schießsport-AG fand nur zweimal statt…ein anderer Verein versuchte, per Unterschriftenaktion den Schießsport als Schulsport zu etablieren, zog den Antrag aber nach Winnenden aus eigenem Antrieb wieder zurück…schade eigentlich…ich hätte als Kind auch lieber auf dem Schießstand gestanden, als in einem stark renovierungsbedürftigen Becken nach schimmligen Ringen tauchen zu müssen…
SchulSpiegel: Scharfe Schüsse an Schulen
Interessant ist, dass an den Schulen, in denen sich Waffenschränke und Munition im Keller befindet, sich noch nie ein Vorfall ereignet hat…
cd
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]]>Ich habe den Stein der Weisen gefunden!
Nachdem Peer Steinbrück ja nun sein Konzept der Bad Bank offensichtlich realisieren dürfen wird, ist dies doch eigentlich ein Konzept, das man auch auf andere Bereiche ausdehnen kann…zum Beispiel auf das deutsche Bildungssystem.
Ich habe da folgende Idee:
Wir gründen in jedem Bundesland eine Bad Schule. Nach einer flächendeckenden Evaluation aller Kollegien werden dann alle Bad Lehrer dorthin abgeordnet. Derjenige mit dem schlechtesten Evaluationsergebnis wird automatisch Bad Schulleiter.
Die Frage des Curriculums entfällt, da das Land NRW bereits erfolgreich einen Bad Lehrplan erarbeitet hat. Auch die Raumfrage stellt sich nicht, da das Angebot an Bad Schulgebäuden recht reichhaltig ist.
Unterstützt wird der Bad Lehrplan dann durch Bad Lehrmaterial. Nach einer umfangreichen Bad Vergleichsarbeit werden diese Schulen dann mit Toxic Waste Schülern aufgefüllt. Als Versuchsort empfehle ich das Schulversucherfahrene Bad Sachsa – Schon haben wir die PISA-Krise überwunden, oder?
cd
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]]>Aha, ich hatte es ja schon eingangs sofort vorausgesehen…aber jetzt geht es los und treibt bereits die seltsamsten Blüten:
Wie der SchulSpiegel in seinem Artikel „Liedermacher startet Schulboykott“ berichtet, ist der Liedermacher Gerhard Schöne Mitinitiator der Aktion „Aufruf zur Schulverweigerung – Keine Mordwaffen als Sportwaffen“
Dort wird aufgerufen, bis zu einer Änderung des Waffengesetzes, die „tötungsfähige Waffen als Sportgerät“ verbietet, seine Kinder nicht mehr zur Schule zu schicken…
Im genannten Artikel posiert er auch in Norwegerpulli und einem Hut, der irgendwo zwischen Joseph Beuys und Udo Lindenberg angesiedelt ist, hinter einem Plakat mit dem Motto der Aktion…
Grandiose Idee, oder?
Erweitern wir also die Fremdschädigende Wirkung der Tat von Winnenden, indem wir unsere Kinder aus halbseidenen, schlecht durchdachten politischen Motiven von Schulbildung abschneiden und sie damit instrumentalisieren, um Druck auf die Politik auszuüben, die sich -inklusive Schäuble!- gegen eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen hat, da diese keinen Erfolg verspräche..
Dieser pädagogische Amoklauf vergisst zwei entscheidende Faktoren:
1. Jagdwaffen sind also in Ordnung? Klar…sicher…damit kann man ja niemanden erschiessen…
2. Wir haben es hier mit Straftätern mit grenzwertiger bis hochgradig gestörter Persönlichkeit zu tun…ob diese sich durch ein Waffengesetz abschrecken lassen, sei dahingestellt…
Ich wohne seit langer Zeit in Essen und der Hauptbahnhof wie das Nordviertel, nebst legalem, geduldetem und illegalem geduldeten Rotlichtviertel liegen ganze zehn Autominuten entfernt…ungefähr genau so lange wird es dauern, sich in den entsprechenden Kreisen eine scharfe Waffe nebst Munition zu besorgen, sofern man über das notwendige Kleingeld verfügt…unnötig zu erwähnen, dass ein Teil der Schüler in diesen Vierteln mehr oder weniger eng mit diesen Kreisen verknüpft ist…in anderen Ballungsräumen Deutschland wird dies nicht anders sein….
Eine Verschärfung des Waffengesetzes trifft die, die einfach nur ihren Sport ausüben möchten und diejenigen, die eine Waffe zum Morden benötigen, lassen sich sicherlich nicht durch die vergleichsweise geringen Strafen für illegalen Waffenbesitz abschrecken…
Wir dürfen nicht vergessen, dass Tim K. letztendlich durch die Fahrlässigkeit seines Vaters der Waffe und der Munition habhaft werden konnte…die Waffe befand sich nicht im Waffenschrank, sondern -vermutlich für den Schutz vor Einbrechern- zugriffsbereit und vermutlich fertiggeladen im Schlafzimmer…
Ich darf eine Waffe in meinen eigenen vier Wänden zwar führen, auch ohne großen Waffenschein, aber herumliegen lassen darf ich sie nicht…das regelt das Waffengesetz auch in seiner heutigen Form bereits…
cd
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]]>Da haben wir es also wieder…ein frustrierter Jugendlicher, eine Waffe, eine Schule, diesmal eine Realschule…die Albertville Schule in Winnenden…und jede Menge Tote…wenn ich richtig schaue, ist das bislang der höchste Bodycount eines Schüler“amok“laufes, den wir in Deutschland bislang hatten…
Eigentlich schon fast unspektakulär…das hat man nun schon desöfteren gesehen…neu ist die Flucht, das Carjacking und das Töten von unbeteiligten 40km weiter…interessant finde ich, dass er in der Schule fast nur LehrerINNEN getötet hat…Objektwahl und anderes werden sich wohl in den nächsten Tagen rauskristallisieren..
Interessanter finde ich, dass man wieder schön sieht, wie „sauber“ die Medienberichterstattung im aktuellen Fall wieder läuft…ich habe die Sache nur zwischen den Unterrichten im Radio verfolgt und habe diverse Versionen gehört, mein Favorit war die „Schießerei im Real-Supermarkt“…dann hat die Polizei ihn ANgeschossen…dann ERschossen, dann hat er sich selbst getötet….die gleiche Berichterstattung also, die schon zu der Falschmeldung bezüglich des Konsums von Tilidin durch Robert Steinhäuser geführt hat (siehe auch hier)…vermutlich haben sie alle im Internet recherchiert...jeder Sender organisiert hastig halbgare Psychologen und Pädagogen, die ebenso fundierte, wie blödsinnige Dinge absondern…und natürlich sind an allem wieder die Killerspiele Schuld…ich habe mich an anderer Stelle dazu bereits genug ausgelassen, was ich von der Argumentation halte z.B. hier und hier…
Ich bin mal gespannt, wie viele Hits meine Vorlesungsfolien zum Thema nun wieder bekommen…das Thema ist eben Saisonarbeit..ich sehe mich schon wieder auf diversen Lehrerfortbildungen zum Thema „Verhalten bei Amokläufen“
Mal schauen, was die Abendnachrichten und der morgige Tag Bringen…mein alter Chef von der Uni rief mich heute schon bedröppelt an und bat mich um Hilfe bei der Recherche, da er direkt morgen Früh einen Vortrag in der Aula einer Schule halten soll, um „die Kleinen zu beruhigen“…ich freue mich schon auf diverse neue absurde Konzepte zur „Prävention“…
Ich stelle mal eine Liste auf, was mögliche Reaktionen der Politik sein könnten:
1. Verbot von „Luftdruckwaffen“ – nach Aussage eines seiner ehemaligen Freunde, der daraufhin den Kontakt abbrach, soll er „so Luftdruckpistolen an der Wand“ gehabt haben und „komisch“ geworden sein…
2. Mehr Druck auf die „Killerspiele“ (Totalverbot? Das Merkel wäre definitiv so wahnsinnig…)
3. Generelles Verbot privater Waffenarsenale, egal ob Sportschütze oder Jäger (es sollen so im Schnitt -je nach Nachrichtenagentur- 16 Waffen im Haus der Eltern sichergestellt worden sein)
Mal sehen, was davon eintrifft…
Ich bin mir sicher, dass Baden-Württemberg nach dem ersten Ärger nun seine Taktik zur Lehrergewinnung ändern wird…hieß es gestern noch „mehr Geld für Lehrer“, wird ab morgen der neue Werbeslogan „Kugelsichere Westen für alle“ lauten…
cd
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]]>Frontpädagogik in Sachsen-Anhalt…
Eine Grundschullehrerin dachte sich, warum lange rumdiskutieren, wenn ich auch schnell Ruhe haben kann? Ein paar Zentimeter Paketband haben bis jetzt noch jeden Schüler zum Schweigen gebracht…
SchulSpiegel: Lehrerin pappt Grundschülern den Mund zu
cd
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]]>Ich verfolge schon seit längerer Zeit amüsiert den neuen Kreuzzug in Berlin.
Für alle, an denen das Thema vorbeigegangen ist:
Berlin hat im Zuge seiner Schulreform angesichts schwindender Schülerzahlen im Fach Religion, welches in Berlin immer ein freiwilliges, nicht versetzungsrelevantes Fach war, einen flächendeckend verpflichtenden Ethikunterricht zur moralischen Indoktrination Erziehung eingeführt.
Seitdem gehen religiöse Eltern und die Kirchen erfolglos auf die Barrikaden. Sei es, weil das Fach auf einem „atheistischen Weltbild“ aufbaue, das „dem christlichen Glauben widerspreche“ oder weil sie sich angegriffen fühlen, da das Wahlfach Religion in den Randstunden liegt.
Das Bundesverfassungsgericht hat dies immer abgeschmettert, siehe z.B.: Schulspiegel: Pflichtfach Ethik ist verfassungsgemäß (2007)
Desweiteren gründete man die Initiative „Pro Reli“ und startete ein Volksbegehren, welches nach Ablauf der Frist „mindestens 307.000 Unterschriften“ (Pressemeldung Pro Reli) brachte.
Es geht darin um die ordentliche Wahlfreiheit, also eine echte Wahl zwischen dem Fach Ethik und dem Fach Religion statt eines verpflichtenden Ethikunterrichtes.
An sich eine verständliche Sache, getrübt wird der Eindruck jedoch -wie so oft- mit der Tränendrüsenmethode und der Vergangenheitskeule.. „Wir bewundern zu Recht diejenigen Menschen, die aufgrund ihrer tiefsten Überzeugungen und Wertvorstellungen den beiden Diktaturen auf deutschem Boden entschiedenen Widerstand geleistet haben – zum Teil bis in den Tod. Andererseits haben wir auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erschreckende Beispiele dafür erlebt, wozu fehlgeleitete Moralvorstellungen auch führen können.“ (Homepage Pro Reli)…also das übliche Gutmenschengequatsche bar jeder vernüftigen, wertfreien kausallogischen Argumentation…ein einfaches Berufen auf die Religionsfreiheit im Grundgesetz hätte es auch getan…
Was mir da sauer aufstößt ist der Satz „Daher muss ein auf die ethische und moralische Bildung junger Menschen ausgerichteter Unterricht nach deren Grundüberzeugungen differenzieren.“ (Homepage Pro Reli)
Nach meinem Verständnis von Pädagogik und Entwicklungspsychologie (mein Zweitfach ist übrigens das Fach Philosophie, dessen Schüler von der Theistenfraktion gerne mal als „die Heiden“ bezeichnet werden…) ist doch die Aufgabe dieser Fächer gerade die Herausbildung besagter ethischer und moralischer Bildung, die die Schüler in der fraglichen Altersstufe ja erstmal nur in Grundzügen besitzen und in ihrer Entwicklungsstufe diese gar nicht differenziert betrachten oder gar reflektieren können…oder habe ich da was falsch verstanden?
Für mich ist und bleibt der Religionsunterricht in dieser frühen Altersstufe oder gar im Grundschulalter keine Werteerziehung im humanistischen Sinne sondern schlichtweg eine Indoktrination eines Wertesystems, das eine neue Generation von Anhängern braucht…erst im späteren Alter kann man bei einem Religionsbekenntnis von einer freien Entscheidung des Individuums sprechen und erst dann wird eine vorher nur übernommene/aufgezwungene Handlungsanweisung zum „Wert“ im eigentlichen Sinne der Begriffsdefinition…aber nunja, das soll hier ja keine philosophische Abhandlung werden…
Ich will nur auf einen doch recht interessanten Artikel in der FAZ hinweisen, der den doch recht reißerischen Titel „Die Kirchen haben schon verloren“ trägt.
..haben sie ja leider noch nicht…
cd
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]]>Gestern erschien im Schulspiegel ein Artikel über die Erfolge des Englischunterrichtes an Grundschulen mit dem Titel „Effekt gleich null“.
Heiner Böttger von der katholischen Universität Eichstätt hat im letzten Jahr an bayrischen Realschulen und Gymnasium geforscht und herausgefunden, dass 95 Prozent der Lehrer am Ende der fünften Klasse keinen Unterschied mehr zwischen den Schülern mit anglistischer Früherziehung und denen ohne diese bemerkten.
Grundproblem ist hier meiner Meinung nach die Art und Weise des Unterrichts, die mangelnde Standardisierung und die übliche länderweise Eigenbrödlerei im Bildungsbereich…der Effekt ist der, den eine Duisburger Lehrerin im genannten Artikel auch beschreibt: Man muss am Anfang der 5. Klasse wieder von vorne anfangen, um die Gruppe zu homogenisieren.
Der Artikel endet mit den Worten „Möglichst viel Anwendung in einem realen Kontext wäre zum Beispiel gegeben, wenn auch Fächer wie Kunst oder Erdkunde auf Englisch unterrichtet würden. Doch dafür brauchte es zunächst eine bessere Fremdsprachenausbildung – für Lehrer.“
Da finden wir dann auch des Pudels Kern…ich kann hier nur für das Land NRW sprechen, aber ich beobachte in meiner Arbeit folgendes:
Englisch für die Primarstufe wird erst unlängst ausgebildet…entsprechend experimentell waren die Studienordnungen und hanebüchen die Voraussetzungen (z.B. mussten zu meiner Zeit der erste ordenliche Jahrgang Primaten in der Anglistik die für uns Sekundarstufler verpflichtenden Grundlagenseminare nicht belegen (Einführung in die Linguistik, die Literaturwissenschaft etc.)…stellten in den Seminaren dann entsprechend dämliche Fragen und waren letztlich in allem Hinterher…im zweiten Anlauf wurden dann verbindliche Sprachkurse eingeführt
Nun bedeutet dies aber, dass diese Studenten nicht bis zum ersten Schuljahr mit Bedarf an Englischunterricht fertig sein werden. Was tut man hierzulande also? Man qualifiziert bereits examinierte GrundschullehrerInnen nach. Und auch hier gibt es keinerlei Standards…einzig und allein Voraussetzung ist der berühmte C1-Schein, also der Nachweis an Englischkenntnissen auf dem Niveau C1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachkompetenz. Wie bekommt man diesen? Über die freundliche Universität nebenan oder über einen der diversen hierzulande operierenden Bildungsträger bzw. eine Sprachschule. Und dort liegt der Hase im Pfeffer, denn deren Kriterien sind ebenfalls nicht standardisiert, sondern liegen einzig und allein im Ermessen des Trägers…die Praxis zeigt, dass das berühmte Logo der CERTQUA einem nur sagt, ob man bei einem Träger seinen Bildungsgutschein loswird, aber beileibe nicht, ob der Laden was taugt
Die traurige Realität sieht so aus, dass es sich bei Schulen um öffenliche Auftraggeber handelt…und was bedeutet es, wenn ein Unternehmen eine öffentliche Ausschreibung gewinnt? Es war der billigste Anbieter…
Eine vollständige und echte Qualifikation an einer Hochschule dauert sehr lange…2-3 Semester…das will niemand auf sich nehmen und niemand bezahlen…also wird der Weg des geringsten Widerstandes genommen – die Heilsversprechungen privater Anbieter.
Ich bin für unterschiedliche Unternehmen tätig und habe auch länger an einer Universität gelehrt…zu meinen Aufgaben gehört sporadisch auch mal ebendiese C1-Qualifikation für GrundschullehrerInnen…und die Qualitätsunterschiede sind katastrophal…einige Anbieter haben echte Standards – die eben auch etwas kosten und deren Kurse entsprechend lange dauern – andere prügeln das C1-Wissen in Mittvierziger, die seit ihrem Abitur kein Wort Englisch mehr sprechen musste in einem Tempo rein, das zwanzigjährige Studenten an den Rand des Zusammenbruchs bringen würde mit dem Fazit : Die Teilnehmer waren vorher scheisse, die Teilnehmer sind hinterher scheisse, aber nun zertifiziert und besser bezahlt…und sowohl phonetisch wie grammatisch derart grottenschlecht, dass die Kinder einen Mist mitbekommen, den ich in der Sek. I fast nicht mehr korrigieren kann…aber den Staat interessiert ja nur der C1- Schein
Auch hier gilt also wieder mein Credo: Wer die PISA-Schmach ausmerzen will, muss die Lehrerausbildung umkrempeln, nicht die Schule…also muss ganz oben angesetzt werden, nicht ganz unten, denn: Schlechte Unis produzieren schlechte Lehrer, die schlechte Schüler produzieren…
cd
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]]>Oha, nun habe ich mich in die Nesseln gesetzt.
Ich habe vor langer Zeit in diesem Eintrag über das PädBlog von Silvio Ströver gelästert. Heute finde ich nun zwei Kommentare von ebendiesem:
1. „Na, was soll das denn heißen???“
2. „Zumindest würde es hilfreich sein, ein paar (konkrete) Anhaltspunkte zu haben… danke.“
Nach kurzem Mailverkehr sagte Silvio, er sei gespannt auf meine Ausführungen, egal wie sie ausfielen….nun denn…
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit diesem Blog keinesfalls den Anspruch von Professionalität hege…es ist für mich mehr Ventil für einen Gedankenstrom bezüglich Bildungsthemen in sehr allgemeinem Rahmen, den ich so ungefiltert an anderer „professioneller“ Stelle nicht darstellen kann…ich trenne also auf meiner Homepage strikt Professionalität und Privates, daher findet man den Link zu diesem Blog auch im Alice-Bereich und nicht in meiner hauptberuflichen Homepage, um diese Differenzierung eben klarzumachen..
Die professionelle Spielwiese habe ich an anderer Stelle…im