Ein Lehrer bloggt über: Amok – Schule – Bildung – Pädagogik – Psychologie – Gewalt
Beiträge getaggt mit Schüler
Entschuldigung des Monats
26. Aug
Das Problem der empirischen Schulforschung
24. Jun
Ich lese gerade einen kurzen Artikel bei Herrn Rau, der sich auf ein Interview mit Dr. Martin Wellenreuther bezieht. Es geht um die empirische Überprüfung von Schultheorie und den “Feldtest” vor ihrer Umsetzung. Ich habe ja einige Jahre in der Schulforschung zugebracht und das Problem lässt sich eigentlich sehr knapp umreißen, wenn man im schulpädagogischen Gedankenexperiment mal so arbeitet, wie die richtigen exakten Wissenschaften:
1. Wir brauchen erstmal eine Forschungsfrage. Also z.B. “Was sind die Faktoren, die die Abbrecherquote einer Schülerpopulation beeinflussen?”
2. Dann geht man ins Feld. Man braucht natürlich eine breite Basis um möglichst alle Schulformen, Standortfaktoren usw. ins Modell zu bekommen – dafür bräuchte man mehr Feldforscher, als es in Deutschland gibt…einzige Lösung wäre, den Studenten das aufzuzwingen..als Pflichtseminar gewissermaßen. Die Beobachtung muss strukturiert und immer wieder auf bestimmte Dinge zentriert und auf die ersten Hypothesen hin ausgerichtet werden…allein der Prozess der Beobachtungsphase kann sich so über ein halbes Jahr hinziehen.
3. Hat man genug Daten, muss man das Zeug standardisieren und SPSS damit füttern (das richtige Modell nicht vergessen!). Dann bekommt man wenn man Glück hat irgendwo eine Korrellation. Dann stellt man eine These zur experimentalen Überprüfung auf. Z.B. “Wie beeinflusst die Sozialform die Lernleistung?”
4. Nun hat man die These und plant einen Versuchsaufbau. Da geht es schon los, denn wir müssten am Objekt experimentieren, also echte lebendige Schüler einer standardisierten Umgebung aussetzen, bei der wie die auf dem Papier korrellierenden Variablen gezielt beeinflussen können. Die nötige Schule zu finden, die das mitmacht und dann noch Eltern zu finden, die unterschreiben, dass wir an ihren Kindern herumexperimentieren dürfen sind recht schwer zu finden…eine Kontrollgruppe bekommt man noch am ehesten zusammen. Das ganze müsste natürlich auch wieder heterogenisiert werden, um signifikant zu sein…also möglichst viele verschiedene Schulen, Milleus etc. mit dem entsprechenden Personal- und Materialaufwand.
5. Nehmen wir mal an, wir haben einen Milliardär gefunden, der unsere These schon immer mal erforscht sehen wollte und stattet uns mit einem ausreichenden Geldbetrag aus. Nehmen wir weiter an, wir haben genügend Schulen und Eltern, die ihre Kinder der Wissenschaft opfern wollen und genügend Studenten, die wieder ungefähr ein halbes Jahr ins experimentelle Feld gehen und erheben und auswerten, dann haben wir irgendwann die Faktoren isoliert, die einen Einfluss auf den Gegenstand der Untersuchung haben. So ist schon mindestens ein Jahr wenn nicht mehr ins Land gegangen.
6. Jetzt gehen wir ans Reißbrett und konstruieren ein Schulkonzept, das die relevanten Faktoren eliminieren oder zumindest deutlich reduzieren soll. Wir haben immer noch unseren Milliardär an Bord, der uns ein Ding wie die Glockseeschule hochzieht und uns das ganze schenkt. Damit haben wir die Schule für einen Schulversuch.
7. Jetzt brauchen wir wieder Personal, das komplett neu eingearbeitet werden muss, da die neuen Methoden ja experimentell sind. Das dauert wieder eine Weile..
8. Jetzt müssen wir Eltern finden, zu denen wir sagen können: “Hallo…möchten Sie Ihr Kind auf eine Experimentalschule mit völlig unerprobtem pädagogischem Konzept schicken, damit wir sehen können, was passiert? Könnte natürlich sein, dass Ihr Kind davon für immer versaut ist…aber wir brauchen empirische Daten” und diese Eltern willigen ein (zur Not machen wir das mit Heimkindern…) und wir bekommen die Klientel auch noch heterogenisiert…wie lange dauert dann dieser Schulversuch? Ungefähr 25 Jahre…
Warum so lange? Nun, die Schüler werden mit 6 eingeschult…dann beschulen wir sie bis Klasse 12 = 12 Jahre. Zweimal kann man sitzenbleiben (wenn man das Sitzenbleiben nicht aus dem Modell entfernt…), also sind nach maximal 15 Jahren alle Testschüler durch. Dann wissen wir aber nur, welche theoretische Lernleistung sie erbracht haben. Der Feldtest geht weiter. Die gehen nun alle in die Ausbildung oder an die Uni. Für einen ordentlichen Studiengang plus Partysemester veranschlagen wir also 10 Semester = 5 Jahre…für die, die in die Berufsausbildung gehen, sinds auch mindestens 3 Jahre. Kommen wir, wenn wir die Univariante nehmen schon auf 20 Jahre….die Absolventen müssen aber auch erstmal einen Job finden, dort eingearbeitet werden, etc…dafür geben wir nochmal 5 Jahre, bevor wir den Erfolg unserer Versuchsschule daran messen können, wie der berufliche Status der Schüler nach der ganzen Geschichte ist…ob sie also mehr verdienen, bessere Positionen haben als Schüler aus dem Regelsystem, ob sie gleich gut sind ,oder totale Versager..
Der Witz ist, nach diesen 25 Jahren stellen wir eventuell fest, dass unser Modell in der Praxis nichts taugt…und dann fangen wir wieder bei Schritt 1 an…die Menschen im Lande erwarten aber, dass wenn ihnen etwas nicht gefällt, die Politik das innerhalb von ein paar Wochen regelt, ansonsten wird sie abgewählt…und dann bricht man Pseudoreformen übers Knie und ignoriert sämtliche Wissenschaft…so viel zum Thema empirische Schulforschung…
cd
Mit Schülern im Ausland
14. Jun
…ist etwas, auf das man sich als Student freut und das man dann -hat man die harte Realität erstmal gesehen- nur noch als “Ich muss wieder in den Auslandseinsatz” bezeichnet..
Niemehrschule hat eine schöne Liste mit Geboten für Auslandsexkursionen. Mir fehlt noch “Du sollst keine Pentagramme im Vatikan tragen…außer Dein Lehrer trägt auch eins….”
cd
Liebe Abiturientia 2010
13. Jun
Es ist wieder soweit. Deutschland sucht den Superlerner!
Für alle, die rausgewählt werden: Keine Sorge, wir sehen uns wieder…in einer Maßnahme der ARGE für Schulversager!
Für alle, die bestehen: Keine Sorge, wir sehen uns wieder…in einer Maßnahme der ARGE für arbeitslose Akademiker!
cd
Schüler und Alkohol
09. Jun
Herr Rau hat in seinem Lehrerzimmer unlängst eine Geschichte zum Thema “Erdbeersekt” veröffentlicht. Die Geschichte ruft eine kurze Anekdote in mir wach:
Zu meinen Kunden gehören auch öffentliche und private Schulen. An einer hatte ich vor einer Weile einen Kurs Wirtschaftsenglisch in der Sekundarstufe I. Am Tage der Probeklausur eine Woche vor der Prüfung wurde eine Kollegin in den Ruhestand verabschiedet. Einer meiner Schüler war eingeteilt zum Sektausschank. Ich warf mir auch Teile des Buffets ein und beobachtete, wie er zwischendurch immer wieder ein Glas Sekt für sich selber abzweigte. Die Feier ging bis 14. Uhr, Termin der Probeklausur war 15 Uhr. Als die Kollegen gegangen waren, entschieden die nun zum Aufräumen verpflichteten Schüler, den übriggebliebenen Sekt unter sich aufzuteilen….
Der Junge, der schon etwas “Vorsprung” hatte, sah danach nicht mehr wirklich gut aus…aber er blieb hart und schrieb die Klausur mit…trotz einsetzender Kopfschmerzen und Durst…die Korrektur ergab aber leider, dass er zu besoffen war, die Aufgabenstellung zu verstehen und aus den wirren Sätzen konnte ich beim besten Willen keine Stringenz in der Argumentation erkennen…
Ich habe trotzdem eine Note drunter geschrieben: “sehr breit minus” (1,3 Promille)….
cd
Amoklauf in der Waldorfschule – Limited Edition
08. Jun
Der Amoklauf in der Waldorfschule ist hier immer noch einer der meistgelesensten Posts.
Der Zeichner Michael Holtschulte von Tot aber Lustig hat nun eine Limited Edition seines Buches “Amoklauf in der Waldorfschule” herausgebracht.
cd
Tip für Schüler: Wir bauen uns einen Spickzettel aus einer Colaflasche
01. Jun
Coole Aktion. So cool, dass ich den Trick hier zeige, um mal zu schauen, wann ihn der erste versucht. Im Grunde total Simpel:
1. Das Kunststoffetikett abziehen
2. Das Etikett auf 600 dpi scannen
3. Im Bild mittels Photoshop die Buchstaben der Zutatenbeschreibung etc. entfernen
4. Gewünschtes Wissen in die Lücken Tippen (in Weiß natürlich!)
5. Bild in Originalgröße auf glossy Papier drucken
6. Fake-Etikett um die Flasche kleben – fertig!
Anleitung in Bildern: Mehr >
Geballter Wahnsinn 5 – Mehr Suchanfragen
30. Mai
Der Monat ist rum, Frau Doktor Buchstäblich nimmt sich offensichtlich eine Auszeit, also hier mehr Kurioses aus den Referrern:
“lena meyer porn”
Sodomie ist nur in Washington legal
“lena meyer landrut illuminaten”
Die auch? Ich dachte, nur Madonna und Christina Aguilera
“sind 246 Punkte viel?”
Sie haben offensichtlich gereicht…
“gab es schon amokläufe auf einer waldorfschule”
Ja, sicher gab es schon einen Amoklauf an einer Waldorfschule
“walter mixa: skandal ein fake?”
Ja, Mixa heißt in Wahrheit Moulinex
“i like to bang my head übersetzung”
Gerne: “Ich stoße mir gerne den Kopf”
“kann Lena kein Englisch”
Nein, Lena kann kein Englisch.
“phillip frenzel”
“spongebob zeichen und bustaben”
Kann er im Moment nicht. Er ist zu zugedröhnt.
“lena meyer-landshut woher ihr englisch”
Nicht von mir! Ich hatte es ja angeboten…
“Lena’s english is better”
…than Guido Westerwelle’s…and Oettinger’s but then again…that’s not really that much of an agrument, is it?
“wie Eyiafjallajökul seinen Namen bekam”
Im Suff, wie immer in Skandinavien
“lena meyer is she pure german”
Yes, we tried just about any test known to mankind, but still…she seems to be genuinely German
“amoklauf kleiner penis”
Auch mit einem kleinen Penis kann man Amok laufen, nur muss die Waffe dann etwas größer sein. Wir nennen das den “BMW-Effekt”.
“drogen in island”
Aber sicher…einen Berg Eiakraulajökel zu nennen, ist der Beweis
“lena meyer-landrut nimmt ritalin”
Sicher nicht..leider nicht…
“landrut kretschmer”
Hmm…hat Lena ihn sitzen lassen und er ist deswegen Amok Gelaufen? Lena ist Schuld an Winnenden! Neue Verschwörungstheorie!
“kachelmann verschwörung”
Nein, auch da keine Verschwörung. Denkt doch mal nach: Vergewaltigung? Drohung mit Messer? Er ist bei RTL, er und Menowin Fröhlich trainieren für das Prominenten-Big Brother-Haus
“borderline falle”
Borderliner fängt man am besten mit Seroquel oder Haloperidol…und dick Lorazepam drauf…
“mieten 1 monat winnenden”
…als normaler Bürger tarnen, den Angriff planen und durchziehen…echter Profi…
“weichbodenmatte bondage”
Klar…wenn es Dich anmacht…die wehrt sich auch weniger als die Nachbarstochter…
“lena meyer landrut pronounciation”
Es heißt immer noch “proNUNciation”, OHNE O – PRO-NONNE-ZIATION!
“englische pseudonyme finden”
Geh mit ner Deutschlandflagge in eine Kneipe in Manchester und rufe “Fuck England!”. Sie werden Dir dann eine Reihe von Namen anbieten, von denen Du Dir dann einen aussuchen kannst…als letzten Wunsch…
“pädophile Eltern und Schule?”
Solange die nicht bei mir im Unterricht poppen, können die gerne kommen.
“ich bin 24 und kann kein englisch”
Guido Westerwelle kann auch keins und verdient trotzdem dick Kohle…wenn alles nicht mehr hilft, Schlecker hat immer güstig Rasierklingen…
“ölpest webcam”
Ja, zeigt aber nur ein schwarzes Bild…
“aliens und medikamente”
Haldol…hohe Dosierung…dann kommen auch die Aliens nicht wieder…versprochen
“ungereimtheiten amoklauf ansbach”
Wenn Du während Du zwei Molotovcocktails in einen Klassenraum schmeißt und die flüchtenden Schüler mit der Axt bearbeitest, auch noch reimen kannst, bist Du krasser als 50 Cent!
“sango koralle” “haarausfall”
Das passiert wohl häufig. Ich habe bis jetzt keine einzige Sango Koralle mit Haaren gesehen. Aber vielleicht leiht Dir Sido seine Aggro Koralle?
“gegensatz usa brd”
Die Franzosen könnten, wären die Kanadier nicht gewesen, jetzt alle Deutsch…die USA nicht…
“Verschwörungstheorie Lech Kaczinsky”
Der Lech ist ein Fluss in Bayern, Kaczynski ein toter Pole. Daran ist nichts Verschwörerisches.
“härtefallantrag hartz 4 adhs”
…sobald Sie das Formular ausgefüllt haben…
…plus diverse Anfragen nach Nacktfotos, Nacktvideos, Pornos, Pornovides usw. von Lena Meyer-Kandrut nackt.ZU VIELE, um sie aufzuzählen…
cd
Fanpost – Zu Sinn und Funktion der Verschwörungstheorie
28. Mai
Zwischenzeitlich gerät man auch an gemäßigte Vertreter der Verschwörungstheorie. Ich hatte heute einen Mailwechsel mit einem etwas prominenteren Mann der Szene, der mir das Veröffentlichen genehmigte, solange anonym bleiben darf. Dem komme ich hier nach, weil ich in meiner Antwort recht knapp mein Verhältnis zu Verschwörungstheorien zusammenfasse…
Wer differenziert fragt, bekommt eine differenzierte Antwort: Mehr >
Daniel Cohn-Bendit soll der neue Mixa werden…
13. Mai
Oha, jetzt wo Mixa zurückgetreten ist und sich im Strafverfolgungsverfahren befindet, geht den Zeitungen plötzlich der Stoff für Skandalmeldungen zu Kindesmissbrauch aus…also wird in den Archiven gebuddelt und geschaut, was man nun noch so alles an “Enthüllungen” präsentieren kann. Die beliebte Historikerin Eva Herman hat sich als neues Ziel den ewig-68er, Odenwaldschüler und Grüne-Politiker Daniel Cohn-Bendit ausgesucht. Sie schreibt im Kopp-Verlag: Fassungslosigkeit. Warum Walter Mixa gehen musste und Daniel Cohn-Bendit immer noch da ist. Infowars hat den Artikel nebst Video übernommen.
Stein des Anstoßes ist die Zeit der sogenannten “Kinderladenbewegung“, ein Begriff, der meiner Generation und den noch Jüngeren nur noch bedingt etwas sagen dürfte. Kern der Erziehung in den Kinderläden war, neben einer antiautoritären Ausrichtung, auch der Grundsatz, dass kindliche Sexualität nicht zu unterdrücken sei. Es sind in den Protokollen der damaligen Zeit etliche sexuelle Kontakte zwischen Erziehern und Kindern dokumentiert. Cohn-Bendit selbst beschrieb diese Ereignisse in seinem Buch “Der große Basar“, was bereits 2001 von der “Schweizer Zeit” im Artikel “Der Kinderschänder” aufgegriffen wurde. Cohn-Bendit hat in seiner Zeit mit den Grünen mehrfach Gesetzesentwürfe ausgearbeitet, die “gewaltfreie Sexualität” zwischen Minderjährigen und Erwachsenen straffrei stellen soll. (vgl. z.B. Artikelreihe “Sexuelle Gewalt an Kindern: Politisch akzeptierte Wirklichkeit?“, ebenfalls von Eva Herman).
Was für die heutige Generation unvorstellbar klingt, war damals ein revolutionär neuer Ansatz der Erziehung als Kontrast zum Konservativismus und der Autorität Erwachsener. Transparenter wird die Debatte, wenn man sich folgende Positionen zu Gemüte führt:
1. Lloyd deMause: “Hört Ihr die Kinder weinen. Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit”, Frankfurt 1977 (Original New York 1974) und
2. Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit, München/Wien 1975 (Original Paris 1960)
Zwei gegensätzliche Positionen zum Begriff der Kindheit. Während Ariès die Ansicht vertritt, die künstliche “Erfindung” von Kinheit hat das ursprünglich glückliche (wenn auch von viel Unfall, Krankheit und Tod begleitete), von Kontakten mit “Verschiedenen Klassen- und Altersstufen” geprägte Leben der Kinder zu einem unglücklichen, von Strafe (“Rute und Karzer”) und durch Erwachsene fremdbestimmten Leben gemacht, vertritt deMause die Ansicht, die Erfindung der Kinheit sei ein Segen, der zum beschützend-lenkenden Verhältnis der Erwachsenen zu Kindern führte, weg von der Kindstötung in Antike und Mittelalter.
Tiefer will ich da gar nicht hineingehen, sondern empfehle nur diese beiden Bücher als Grundlagenliteratur der Debatte. Der Bezug zum Thema aber ist, dass der Blick auf Entwicklung mit der unterliegenden Theorie steht und fällt. Da die 68er fast alle Formen der Autorität verneinten, war daraus eine der logisch notwendigen Konsequenzen, auch bei der sexuellen Entwicklung nicht autoritär einzugreifen. Als Einführung in die 68er: Rudolf Sievers (Hrsg.): 1968. Eine Enzyklopädie, Frankfurt a.M. 2004
Mein persönlicher Senf dazu ist: Das wird immer ein schwieriges Thema bleiben…zwar sollte heute klar sein, dass man den Kindern nicht die Masturbation mit “davon wirst du blind” oder “Gott wird dich strafen” und damit das Entdecken eigener Sexualität sauer machen sollte, aber im interpersonellen Verhältnis zwischen Erzieher und Edukand sind die Grenzen bisweilen fließend…meine Philosophie ist da, lächelnd aber nicht strafend oder tabuisierend abzulehnen, auch bei pubertären “Übergriffen” und Flirtversuchen von Schülerinnen (was aber mit steigendem Alter ohnehin nachlässt…ich glaube, ich verliere langsam mein Mojo…), die jedem Lehrer und jeder Lehrerin im Laufe der Karriere immer mal begegnen werden…versucht man aber, der Sache theoretisch fundiert habhaft zu werden, so wird man immer eine mehr oder weniger breite Ambiguität feststellen, die von mangelnder Neutralität gegenüber dem Thema begleitet ist…ungefähr so, wie das Frauenbild und das Familienkonzept unter Hitler…
Liebe Frau Herman: Wer sich so derbe mit dieser Form von Ambiguität (und um die müssen Sie gewusst haben…) in die Nesseln setzt und den Interviewern ins lange gesehene offene Messer läuft und sich auf eine “neue Interpretationsweise” beruft und sich als falsch verstandenes Opfer der Medien darstellt, sollte sich bei anderen, die es zu ähnlich kritisch behafteten Sachverhalten Ihnen gleich tun, nicht so weit aus dem Fenster lehnen…das wirkt schief und wie journalistischer Opportunismus, weil das Thema ja gerade Leser verspricht…eine eher schwache Nummer…
cd















