Meine Güte ist das ein Budenzauber, der wegen eines Bahnhofes veranstaltet werden kann. Ich mach mir da noch später meine Gedanken zu…aber im Moment fällt mir spontan nur ein Kommentar dazu ein:
Warum sagen so viele Zyniker, die Gewalt gegen die Demonstranten bei Stuttgart 21 zeige, dass die Demokratie am Ende sei? Wir sind immer noch ein freies Land, in dem jeder seine Wünsche erfüllt bekommt…ein Land, in dem ein jeder, der den Wunsch hat, sich wegen eines Bahnhofes von der Polizei die Fresse dick hauen zu lassen, diesen ungehindert verwirklichen kann und niemand wird ihn daran hindern…DAS ist wahre demokratische Freiheit…
cd
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]]>Ups…elitekiller.de – Dating für Amokläufer und Psychopathen mit Niveau!
cd
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]]>Eine der häufigsten Suchanfragen, die im Moment hereinkommen, ist die Phrase “Kachelmann Borderline”. Meine Expertise hierzu: Nein, Kachelmann ist einfach nur ein ganz normaler narzisstischer Idiot, wie man ihn im Fernsehen zuhauf findet…
cd
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]]>Die klinische Psychiatrie befasst sich ja bekanntermaßen mit Krankheiten. Krankheiten erkennt der Laie daran, dass ein Wort auf “-pathie” endet. Dies führt uns zu den drei interessantesten Gruppen der Psychiatrie:
1. Soziopathen
2. Psychopathen
3. Homöopathen
Oder um es mit KidMed auszudrücken:
Bereits während der Verreibung notieren Homöopathen Dinge, die selbst Jim Morrison unter Einfluß von Mescalin nicht hätte texten können
Wo er Recht hat…
cd
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]]>So, da ich im Moment wieder eine Liste für Seminarliteratur zusammenstelle, heute mal wieder etwas ernstgemeinter Content, und zwar einige sehr empfehlenswerte Werke für Anfänger in der Pschoanalyse:
1. J. Laplanche / J.-B. Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1973
Für Anfänger in der Materie ein unverzichtbares Werk, das auch sehr günstig zu haben ist. Mit vielen Literaturverweisen erklärt “Der Laplanche-Pontalis” alle wichtigen Begriffe der Psychoanalyse von “Abarbeitungsmechanismen” bis “Zwangsneurose”.
2. Freud, Sigmund: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit, aus “Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“, Erstveröffentlichung London (Imago Publishing Co.) 1940, mittlerweile ist Freuds Gesamtwerk im Projekt Gutenberg kostenlos als Download oder gegen geringe Gebühr als CD-ROM erhältlich
In diesem Werk erklärt Freud sein Strukturmodell der menschlichen Psyche aus ICH, ES und Über-ICH
3. Kohut, Heinz: Narzißmus. Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißtischer Persönlichkeitsstörungen, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1976
Kohut entwickelte die ICH-Psychologie Sigmund Freuds weiter, prägte den Begriff des “Selbst” und begründete darauf seine eigene Richtung der Selbstpsychologie inklusive einer Weiterentwicklung von Freuds Narzißmustheorie.
4. Kohut, Heinz: Die Heilung des Selbst, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 9. Aufl. 1981
In diesem Werk arbeitet Kohut seine Selbstpsychologie weiter aus und erklärt ihre Zusammenhänge.
5. Kernberg, Otto F.: Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1983
Objekttheoretiker Otto F. Kernberg erklärt hier seine Weiterentwicklung der Narzißmustheorie und die Überarbeitung des Konzeptes der Borderline-Störung. Da Kernberg die letztere als Kontinuum sieht, verwendet er den Plural.
6. Kernberg, Otto F.: Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse, Klett-Cotta 6. Aufl. 1992
In diesem Werk breitet Kernberg seine Theorie der Objektbeziehungen nochmals etwas weiter aus und bezieht sie auf ihre praktische Umsetzung
Zwar war Goffman kein Psychoanalytiker, sondern Soziologe, doch zähle ich dieses Werk zu den unverzichtbaren Grundlagenwerken für die Psychoanalyse, da Goffman sich hier mit dem Begriff des Stigmas und dem Selbsterleben psychisch Kranker als “beschämende Andersartigkeit” auseinandersetzt.
An dieser Stelle ist Stavros Mentzos als weiterer großer Denker der Psychoanalyse einzuführen. Auch er entwickelte den Neurosenbegriff, den Narzissmusbegrif und andere Theorien Freuds weiter. In diesem Werk gibt er eine sehr gute Einführung zu neurotischen Mustern, die aber erst nach der Lektüre der vorherigen Werke gelesen werden sollte, da Mentzos teilweise seine eigene, weiterentwickelte Begrifflichkeit verwendet, die sich teilweise ein großes Stück von den ursprünglichen Begrifssbedeutungen der Freudianischen Psychoanalyse unterscheidet.
In diesem Werk arbeitet Mentzos seine Theorien weiter aus und benutzt das sehr anschauliche “Bankkontenmodell” und das Modell der “narzisstischen Homöostase”, welche beide durch ihre graphische Darstellung sehr einleuchtend sind.
Weiterführendes:
1. Adler, Alfred: Menschenkenntnis, Frankfurt a.M. (Fischer) 1966
Der “ehemalige Psychoanalytiker Alfred Adler”, wie Freud ihn nach dem Bruch mit ihm bezeichnete spaltete sich im Streit von Freuds Mittwochsgesellschaft ab und suchte einen eigenen Weg in die Psychoanalyse. In diesem Werk erklärt er sein Verständnis der Zusammenhänge der menschlichen Psyche.
2. Adler, Alfred: Neurosen. Fallgeaschichten, Frankfurt a.M. (Fischer) 1981
Wer sich in Adlers Theorien weiter hineinlesen möchte, findet hier ein leicht zu lesendes Werk, das einige seiner interessantesten Fälle vorstellt.
Menschen, die sich fragen, warum die 68er-Bewegung und alt-68er die klassische Psychoanalyse als Kontrollmechanismus des Establishments ablehnen bis hassen, findet hier den historischen Abriss der Hintergründe und den Versuch einer Versöhnung mit den marxistischen Idealen.
Für Streber:
Lacan, Jacques: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, in: Schriften Bd. I, Berlin (Quadriga) 4. Aufl. 1991
Der härteste Stoff, den die Psychoanalyse zu bieten hat: Jacques Lacan. Genial, aber selbst derartig narzisstisch, dass seine Texte durch seine geliebten Wortspielereien fast unlesbar sind, wenn man nicht über ein fundiertes Wissen psychoanalytischer Zusammenhänge verfügt. Absoluter Irrsinn für Menschen, die kein Leben haben. Wem das nicht reicht und über die nötigen Französischkenntnisse verfügt (der fürchterliche Schreibstil ist der Grund, warum sein Werk bis heute nicht vollständig übersetzt ist): Le “je” n’est pas le “moi”. Viel Spaß beim Grübeln
Die Liste ist als Einführung gedacht, darum tauchen Jung, Anna Freud, Mitscherlich, Horney etc. nicht auf…die wird der geneigte Leser sich dann selbst erschließen..
cd
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]]>Ralf Maucher ist offensichtlich wirklich sauer:
Herr Drossmann,
ich habe mir erlaubt, nicht zu lesen, was Sie schreiben, weil es mich wirklich nicht interessiert -und weil Sie nicht in der Lage sind, eigene Denkfehler zu erkennen. Dafür habe ich bereits genügend Belege. Also: Für mich machen Sie keinen Sinn.
Beim Schreiben eine Fixation auf Ihren Schlußsatz – das ist auch gut so – dann kann ich Ihnen sagen:Ich werde das so regeln wie ich das regeln werde.
Das heißt: Sanktionen. Sie hatten die Wahl der Beleidung -und ich werde die Sanktion auswählen.
So – und jetzt lade ich Sie ganz höflich aus aus meinem Blog. Ich schreibe für (junge) Menschen, die in die Weisheit finden – und die mit ihren Erfahrungen nicht alleingelassen werden sollten – und nicht pathologisiert.
Für Sie schreibe ich also nicht.RM
P.S.: Ich freue mich richtig darauf, Sie zu lehren, mich ernst zu nehmen…
Das ist der gleiche Ralf Maucher, der noch am 14. Juni schreibt:
Sie können sich aber genau an dieser Stelle ein Stückweit von den Manipulationen befreien, indem Sie nicht die vom Fiesen erwartete Reaktion auf seine Häme zeigen.
Ahja…aber ich mache keinen Sinn…nungut…ich bin gespannt auf die Sanktionen (womit Herr Maucher nebst Verletzung des Datenschutzes, Beleidigung und übler Nachrede bzw. Verleumdung nun auch noch Bedrohung meiner auf der Liste hat).
Ich bin auch gespannt auf die Lehre…mein Anwalt hat sich vor Lachen weggeschmissen…dann warte ich mal auf amtliche Post aus Bayern…oder auf einen Fluch aus dem n-dimensionalen Raum…hoffentlich will er mir nicht mein Chakra verbiegen…
cd
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]]>Die schlimmsten Dinge auf der Welt passieren, wenn Wissenschaftler zu viel Zeit haben. Diese Aktion finde ich aber ziemlich stylish: Wie Nerdcore heute schreibt, hat Jeremy Hsu von LiveScience sich Krieg der Sterne noch einmal etwas genauer angesehen und eine Diagnose von Anakin Skywalker bzw. Darth Vader erstellt. Der Lord der dunklen Seite der Macht erfüllt die Diagnosekriterien für die Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV…;-)
LiveScience: The Psychology of Darth Vader Revealed
cd
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]]>Durch einen call for bloggers auf der special-needs Webseite www.able2able.com habe ich vor kurzem einen englischen Artikel zum Thema “Autismus und Asperger” veröffentlicht. Für die, die des Englischen nicht mächtig sind, heute die deutsche Übersetzung:
Weil ich seit längerer Zeit keinen ernsthaften Artikel mehr verfasst habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und einen solchen aus der psychologischen Perspektive, statt aus der Sicht eines Elternteils oder eines Betroffenen verfassen. Meine Ratschläge an Eltern, die vor kurzem die Diagnose für ihr Kind bekommen haben:
1. Vor allem: Stellen Sie sicher, dass die Diagnose wasserdicht ist! Trauen Sie keinen Vermutungen oder dem Bauchgefühl eines Allgemeinmediziners (das ist keine Abneigung gegen Generalisten, sondern lediglich das Credo, dass jede Diagnose von einem Spezialisten verifiziert werden sollte). Wie für jede andere Störung definiert das “Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Revision IV (DSM-IV)” der American Psychiatric Association zusammen mit der “International Classification of Diseases, Revision 10 (ICD-10)” genaue Diagnosekriterien für Autismus und Asperger und es gibt eine Reihe standardisierter Tests, die von qualifizierten Psychiatern (am besten ein Kinderpsychiater), klinischen Psychologen und (psychologischen) Psychotherapeuten, zusammen mit neurologischen Diagnoseverfahren durchgeführt werden können, um die Diagnose zu bestätigen und das Ausmaß der Störung zu ermitteln. Die Dauer des Tests hängt vom individuellen Fall ab. Größere Kliniken bieten zur Diagnostik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mutter-Kind-Zimmer oder Eltern-Kind-Zimmer an, sodass ein oder beide Elternteile während der Dauer des Aufenthaltes ständig bei ihrem Kind sein können.
2. Die Diagnose ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Wenn die Diagnose von einem Experten bestätigt ist, müssten Sie über die Art der Störung (Autismus, Asperger) und das Ausmaß der Störung (z.B. auf der Autismus-Skala) sowie Therapiemöglichkeiten, die dazu dienen, die Fähigkeiten Ihres Kindes zu verbessen, aufgeklärt worden sein. Suchen Sie nicht nach “Normalität”, die es ohnehin niemals gibt, sondern streben Sie nach individueller Verbesserung, nach den individuellen Fähigkeiten ihres Kindes. Und behalten Sie im Hinterkopf, dass die Entwicklung eines Kindes sehr schwer vorauszusagen ist. Während in den meisten Fällen von Asperger ein hoher Grad an Funktionalität bezogen auf soziale Interaktion, Lernen und Erziehung, Berufsausbildung, Arbeitsleben etc. erreicht werden kann, werden schwerere Fälle aus dem Autismus-Spektrum ihr Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen sein. So zynisch wie es auch klingt – Sie werden nicht ewig leben! Ziel sollte also nicht sein, so lange wie möglich für Ihr Kind da zu sein, sondern ihm von Anfang an zu helfen, ein innerhalb der Grenzen der Störung autonomes Leben zu führen.
3. Lernen Sie, auf der digitalen, statt der analogen Ebene zu kommunizieren. Der Unterschied zwischen analoger und digitaler Kommunikation ist eine Differenzierung des Psychologen Paul Watzlawick. Die digitale Kommunikation einer Aussage bezeichnet die Sachebene der Nachricht, während die analoge Kommunikation den Kontext, sowie Mimik, Tonfall und Körpersprache umfasst, also die Nachricht “zwischen den Zeilen”. Jede gesprochene Aussage kann man als sogenannten Sprechakt interpretieren, der sich in seiner Bedeutung vom semantisch Gesagten unterscheiden, oder ihm sogar entgegengesetzt sein kann. Sie können beispielsweise eine Person direkt bitten, das Fenster zu schließen oder die Heizung höher zu drehen, oder aber Sie sagen nur “Mir ist kalt!” Auf der digitalen Ebene ist diese Aussage eine reine Zustandsbeschreibung, während sie auf der analogen Ebene als Aufforderung, diesen Zustand zu ändern verstanden wird. Andere Sprechakte haben überhaupt keine digitale Bedeutung, sondern dienen rein als soziale Geste. Sie sagen beispielsweise als Gruß “Guten Morgen” oder “Guten Tag”, auch wenn es Sie überhaupt nicht interessiert, wie der Morgen oder der Tag des Anderen ist. Es ist ein reines soziales Ritual ohne echte Inhaltsebene.
Ein häufiges Symptom bei Autismus und Asperger ist der sogenannte “Literalismus”. Dieser beschreibt Schwierigkeiten oder totale Unfähigkeit, auf der analogen Ebene kommunizieren zu können und somit die Unfähigkeit, Sprechakte, die ihre Bedeutung durch soziokulturellen Kontext bekommen, zu verstehen. Ein Mensch mit Autismus oder Asperger wird eine Aussage fast immer wörtlich nehmen, somit zielt ein großer Teil der Therapie auf das Vermitteln der tieferen Bedeutung bestimmter Aussagen, um die sozialen Kompetenzen des Patienten zu verbessern. Das gleiche gilt für Körpersprache und Mimik. Autisten und Asperger-Patienten haben teils große Schwierigkeiten, Gesichtsausdrücke zu deuten und ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet werden immer begrenzt bleiben. Während Menschen ohne Autismus oder Asperger diese Dinge im Sozialisationsprozess durch mimetische Prozesse verinnerlicht haben, müssen Kinder mit Autismus oder Asperger Dinge, die für uns “normal” oder “sozial akzeptables Verhalten” sind, durch Erklärung erlernen. Dieses Symptom ist eines der schwierigeren, da Defizite auf der analogen Ebene oft als “Unerzogenheit”, Unhöflichkeit oder gar als Feindseligkeit interpretiert werden, vor allem von Kindern. Daher:
4. Behalten Sie die Beherrschung! Wenn Ihr Kind unerwünschte Reaktionen zeigt, liegt dies meist daran, dass es Ihre Nachricht nicht verstanden hat. Nicht auf ein “guten Morgen” zu reagieren ist keine Unhöflichkeit oder Feindseligkeit – das Kind mit Autismus oder Asperger versteht schlichtweg nicht, warum es auf eine bloße Zustandsbeschreibung, wie Sie Ihren Morgen finden, reagieren soll. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind auf nonverbale Signale oder Gesichtsausdrücke entsprechend reagiert. Sagen Sie lieber “das macht mich ärgerlich”, anstatt nur ein verärgertes Gesicht aufzusetzen. Stellen Sie direkt formulierte Fragen (“Wie geht es Dir?” statt “guten Morgen”). Verwenden Sie keinen Sarkasmus, keine Ironie und keinen Zynismus. Diese Stilmittel stellen ein autistisches oder Asperger-Kind vor eine unlösbare Aufgabe. Verstehen Sie Kommunikationsverweigerung nicht als Ablehnung! Je nach Schweregrad der Störung möchte Ihr Kind vielleicht überhaupt nicht mit ihnen kommunizieren, möchte von Ihnen nicht berührt werden oder möchte nicht einmal, dass Sie in seiner Nähe sind. Akzeptieren Sie das ohne sich abgelehnt zu fühlen. Einem autistischen Kind ist die analoge Bedeutung einer solchen Geste schlichtweg nicht bewusst.
5. Nichts erzwingen! Eine verbreitete Therapiemethode für autistische Kinder war früher die Festhaltetherapie nach Dr. Jirina Prekop. Die Grundidee hinter der “haltenden Umarmung” war, dass man Kinder an physischen Kontakt gewöhnen konnte, hielt man sie so lange (gezwungen!) fest, bis sie aufhörten, sich zu wehren. Diese Methode wird heutzutage (außer von einigen Hardlinern der Prekop’schen Lehre) nicht mehr angewendet, da sich das Verständnis des Autismus grundlegend verändert hat. Die aktuellen Modelle gehen davon aus, dass diese Form der Therapie den Kindern mitnichten beibringt, physischen Kontakt zu “mögen”, sondern nur, ihn zu ertragen und wird deshalb als unethisch betrachtet. In Deutschland hat es bereits einige erfolgreiche Klagen gegen Erzieher und Therapeuten gegeben, die diese Methode noch anwenden. Es gibt Patienten, die physischen Kontakt nach einer Weile tolerieren, während andere dies niemals erlauben. Es gibt keine wirkliche Methode, dies zu ändern und die Toleranz variiert von Fall zu Fall.
Akzeptieren Sie, dass Autisten und Asperger-Patienten in einem hohen Maße in ihrer eigenen Welt leben. Es gibt keine Möglichkeit, sie dort heraus zu zerren. Die einzige Möglichkeit ist, ihr Vertauen soweit zu gewinnen, dass sie zulassen, Sie in ihre zu lassen. Und es ist ihre Entscheidung, welchen Stellenwert Sie in ihrer Welt haben. Wie ich bereits sagte: Nehmen Sie dies nicht als Affront oder Ablehnung- das ist die Art, wie ein Autist seine Welt interpretiert.
6. Es wird sich nicht “rauswachsen”. Bestimmte Persönlichkeitsstörungen haben, wie beispielsweise einige Formen der Borderline-Persönlichkeitsstörungen, die Tendenz, mit zunehmendem Alter “auszubrennen”. Dies trifft aber nicht auf Störungen aus dem Autismus-Spektrum und Asperger zu. Es gibt Raum für Verbesserungen, aber abhängig vom Schweregrad der Störung werden bestimmte Symptome mehr oder weniger so bleiben wie sie sind. “Hochfunktionale” Autisten und Asperger-Patienten können zu einem hohen Grad erlernen, sich in die Gesellschaft einzufügen, aber auch dies ist von Fall zu Fall verschieden. Es gibt keine regelrechte “Heilung”, da Autismus und Asperger Störungen sind, keine “Krankheiten”.
7. Halten Sie sich fern von klinischer Literatur und der Wikipedia! Einer der häuftigsten Effekte, die wir bei Laien beobachtet haben, wenn sie mit klinischer Literatur und anderen mehr oder weniger zuverlässigen Quellen konfrontiert werden, ist, dass Laien durchaus die statistische Information aus diesen Quellen zusammen mit den Prognosen verstehen können, aber haben (aus Mangel an klinischer Erfahrung) keine Referenz, wie wahrscheinlich die Dinge eintreten werden, über die sie gelesen haben. Normalerweise führt klinische Literatur ohne einschlägige Vorbildung eher zu mehr Unsicherheit als Sicherheit. Statistische Daten, die Sie nicht vollständig interpretieren können, werden Ihnen ehrer Angst machen, als Ihnen zu helfen. Wenn Sie Fragen zu Ihrem Kind haben, stellen Sie sie einem Fachmann, der diese dann anhand der individuellen Struktur Ihres Kindes beantworten wird. Ich werde Ihnen hier keine Zahlen oder Tabellen an die Hand geben, denn in der klinischen Realität hat alles eine Wahrscheinlichkeit von 50% – es trifft entweder zu, oder eben nicht. Prozentzahlen über die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind Symptom X oder Y entwickeln wird werden Ihnen nicht helfen, denn entweder hat Ihr Kind Symptom X oder Y, oder nicht…
Eine andere “Nebenwirkung” klinischer Literatur, die auch bei Studenten und oft bei ausgewachsenen Klinikern zu beobachten ist, ist das Problem der Projektion. Wenn Sie von Symptom X lesen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dieses Symptom auch an Ihrem Kind entdecken werden – nicht weil es wirklich da ist, sondern weil das Lesen Ihre Aufmerksamkeit auf dieses Detail gelenkt hat…der alte Spruch lautet da: Wer nur einen Hammer als Werkzeug hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus…
Die bessere Herangehensweise ist: Beobachten Sie und wenn Sie etwas “komisch” finden, DANN fragen Sie nach…lernen Sie keine Seiten aus dem ICD oder DSM auswendig…Sie werden doch nur Gespenster sehen…
Ok, so viel im Moment zu diesem Thema..ich hoffe, einige Dinge sind hilfreich.
cd
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]]>Da ich mit meinem besten Kumpel gerade nochmal den Gaza-Konflikt diskutiert habe, wirft sich mir nun folgende Frage auf:
Wie heißt “Entschuldigung, Sie haben meine Satellitenschüssel gesprengt!” eigentlich auf Hebräisch?
cd
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]]>Ist das schön! Man sieht sie nun endlich auch in freier Wildbahn! Die Bachelors! Und ich meine jetzt keinen MTV-Star mit “idiot haircut”, sondern die neue, aufstrebende Riege der Nachwuchswissenschaftler, die sich jetzt eines international anerkannten Abschlusses erfreuen dürfen. Gerade vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, eine Vertreterin dieser seltenen neuen Spezies in ihrem natürlichen Habitat erleben zu dürfen. Eine B. Sc. der Psychologie. Die Farbe auf den Namensschild an ihrem Kittel war noch nicht ganz trocken…sie war auch ein wenig jünger als ich…so knapp zehn Jahre…aber es ist ja schön zu sehen, dass jungen Menschen im harten Alltag der Industrie für anerkannten Wahnsinn eine Chance gegeben wird…auch wenn es mich etwas ins Grübeln bringt…in der guten alten Zeit, als die Stadt Essen noch eine Universität Gesamthochschule hatte, kam auch die Forderung auf, wir müssten auch Bätschla und Maasta umstellen…haben wir dann auch gemacht….das Grundstudium des ehemaligen Diplomstudienganges wurde zum Bätschla…das Hauptstudium zum Maasta…hat ganze dreißig Minuten gedauert, mit Ctrl-F die Wörter in den Studienordnungen auszutauschen…und dann ging die frisch zwangsfusionierte geborene Universität Duisburg-Essen mit dem Segen des Diktators Gründungsrektors einer strahlenden Zukunft entgegen…zumindest die Teile, die nicht geschlossen werden…Opfer der neuen Lehramtsausbildung wurden unter anderem die Fachbereiche Erziehungswissenschaft(!) und das Zentrum für Hochschuldidaktik(!!)…
Meine Irritation rührt aus folgendem Umstand: Der Wisch, den ich für meine Unterlagen als Zusatzqualifikation erworben habe, bescheinigt mir die Fähigkeit zum Zwecke der akuten Krisenintervention solange therapeutisch tätig zu sein, bis ich den oder die Jugendliche(n) in die Hände eines approbierten Mediziners oder eines ausgebildeten klinischen Psychologen gebe…mehr darf ich nicht…und das auch nur unter Supervision…zum Beispiel von einem Bachelor der klinischen Psychologie, der für seinen Abschluss weniger Scheine braucht, als ich für Vordiplom und Zusatzquali…aber ich bin ja zum Glück nach der Übergabe von jeder Verantwortung entbunden…ich bin ja kein Arzt und kein Psychologe…;-)
cd
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]]>cogito,
erge
nyl!
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]]>Oha! Wenn man einiges an Forschungsgeldern raushaut, bekommt man auch revolutionär neue Ergebnisse…so geschehen in Nottingham, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet.
Eine Gruppe von AD(H)S Kindern mussten bei einem simplen Computerspielen beim Erscheinen eines grünen Aliens auf dem Bildschirm auf einen Knopf drücken, bei einem schwarzen Alien nicht. Die Kontrollgruppe bekam Ritalin, bei der Experimentalgruppe wurde auf das Medikament verzichtet, im Erziehungsstil aber Erfolge sofort und konsequent belohnt, Fehler sofort und konsequent sanktioniert. Resultat: Die Experimentalgruppe schnitt im Ergebnis fast so gut die die Kontrollgruppe ab…das EEG lieferte die Bestätigung, dass die Kinder der Experimentalgruppe ähnlich erhöhte Aufmerksamkeit zeigen, wie die Kinder auf Ritalin.
Interessant finde ich, dass dies als so bahnbrechende Neuerung gefeatured wird…dass Kinder näher an Pawlow als an Freud sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Im Unterricht macht man das in den untersten Klassen jeden Tag. Dann vergrößert man die Intervalle, um eigenmotiviertes Lernen zu trainieren. In der Didaktik ist das als “intermittierendes Modell” bekannt und der Grund, warum man in der 5 so viele und in der 13 kaum noch Arbeiten schreibt. Ich bleibe bei der These, die ich letztens beschrieben habe: Lasst Eure Kinder von einem Neurologen oder Kinderpsychiater untersuchen…
Gut, wir haben nun erwiesen, dass das Belohnungssystem bei AD(H)S-Kindern funktioniert…aber die klassische Konditionierung der Kinder findet da ihre Grenzen, wo sie die Schule, eben durch besagtes intermittierendes Modell, sie überholt und ich immer mehr zum operanten Konditionieren übergehen muss…spätestens dann wird bei echtem AD(H)S wohl doch Ritalin fällig sein…ich halte aus dem Bauch heraus die Methode sogar für schlechter, da im Rahmen Schule die Bedingung, dass gute Leistung sofort belohnt wird, aufgrund der Schülerzahl fatisch nicht hinzubekommen ist…gewöhnen sich die Kinder durch diese Erziehungsform daran, gibts spätestens in den höheren Klassen ein Problem, wenn ich den Schüler X heute mal nicht so würdigen kann, wie er es gerne hätte…naja, schauen wir mal…ich hätte gerne noch eine zweite Experimentalgruppe, die Haldol statt Ritalin bekommt…rein interessehalber…
cd
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]]>Auf Carta wurde vor kurzem ein Artikel veröffentlich, den ich ziemlich gut finde, da er ein Phänomen des Web 2.0 sehr pointiert auf den Punkt bringt: Beziehungen, die so heißen, aber keine sind. Umair Haque sagt in seinem Artikel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation” folgendes:
“Zahlenmäßig haben wir dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen.”
Er vergleicht die beobachtbare zunahme flüchtiger Kontakte und “Freundschaften” zu Menschen, die man im Leben nie getroffen hat mit den faulen Krediten der Immobilienkrise. Ein sehr lesenswerter Artikel.
Pädagogisch-psychologisch lässt sich ein weiteres Phänomen damit in Verbindung bringen. Symptomatisch für einige Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter ist die gefühlte oder reale Ablehnung durch Peers und andere Menschen, die früher durch imaginäre Freundschaften kompensiert wurde. Die Betroffenen bildeten sich also entweder selbst -störungsbedingt- ein, dass z.B. der Bundeskanzler, der zufällig bei einer Wahlveranstaltung ihre Hand als eine von hunderten persönlich geschüttelt hat, ein Freund von ihnen sei. Entsprechende Geschichten wurden ausgeschmückt oder vollständig zusammenkonfabuliert. In der Web 2.0-Gesellschaft bekommt dieses Störungsbild eine ganz andere Form der Nahrung: Durch Twitter, Facebook etc. ist es nun realiter und nicht nur imaginär möglich, mit im Prinzip jeglicher Prominenten Persönlichkeit in einer Form direkter Verbindung zu stehen, die für Außenstehende durch Kontaktlisten beweisbar ist. Es ist somit deutlich intensiver möglich, als es früher durch Fanclubs der Fall war, derartige imaginäre Beziehungen zugunsten der Vermeidung echter sozialer Kontakte zu unterhalten. Ein Phänomen, das gerade bei sozialen Phobien gehäuft auftritt. Ich denke, diese Entwicklung ist mit der Schlüssel für die viel propagierte “Internetsucht” bei Jugendlichen. Es ist weniger die Pornographie, die eine Gefährdung darstellt, als mehr die tatsächliche Möglichkeit, Sozialität in der Nichtsozialität (also ein virtueller, aber durch inflationäre Benutzung des Freundschaftsbegriffes bei Facebook, StudiVZ, SchülerVZ und Co. sozialer Rahmen) zu erleben und so gar nicht den nötigen Leidensdruck aufzubauen, um eine Krankheitseinsicht bei den Betroffenen zu erzeugen. Ich denke, das wird irgendwann ein eigener Bereich der Soziologie und Psychologie werden….
cd
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]]>Der englische Lehrer, der vor einer Weile einen Schüler mit einem Gewicht aus einem Vorbereitungsraum fast totgeschlagen hat, ist bezüglich der Anklage auf versuchten Mord freigesprochen worden. Aufgrund seiner psychischen Erkrankung gelte er als unzurechnungsfähig. Das Gericht wolle eine Entscheidung finden, die ihm “bei seinen Problemen helfe”.
Lustig finde ich den letzten Satz: “Die Schule hat noch nicht entschieden, ob H. vom Dienst suspendiert wird.” Ahja…einen Schüler fast umzubringen ist also nicht notwendig ein Grund zur Suspendierung? Da gehts ja zu wie an der Odenwaldschule…
cd
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]]>Jeder hat manchmal diese Phantasie…den Schüler X und einen großen, schweren Gegenstand nehmen und draufhauen, bis er aufhört zu zucken…die wenigsten aber tun dies auch im echten Leben. Löbliche Ausnahme: England! An der All Saints Roman Catholic School in Mansfield hat ein Lehrer einen Schüler mit einem Gewicht den Schädel eingeschlagen und fast totgeprügelt. Was lernen wir daraus?
1. Wenn ein Kollege aus der Psychiatrie zurückkehrt, gebt ihm ein halbes Jahr lang nur die Oberstufe
2. Die Katholiken sind doch fähig zur Veränderung. Kinder vergewaltigen ist out, Kinder klatschen ist in!
cd
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]]>Die Kindheitsforscherin Alice Miller ist gestorben, wie ich gerade im Bestatterweblog lese. Laut der Tagesschau schon am 14. April. Bekannt wurde sie durch ihre vehemente Abgrenzung zur klassischen Psychoanalyse, die Bücher “Das Drama des begabten Kindes” und “Am Anfang war Erziehung”
Bis kurz vor ihrem Tod beantwortete sie Leserfragen auf ihrer eigenen Homepage. Ihr allerletzter Blogeintrag nur neun Tage vor ihrem Tod lautete:
AM: Es ist mir leider nicht mehr möglich, meine Tätigkeit auf dieser Seite fortzuzetzen. Durch einen starken Muskelverlust, der zur großen körperlichen Schwäche geführt hat, sehe ich mich gezwungen, diese Tätigkeit aufzugeben. Ich danke allen Autoren der Beitrge zu dieser Seite, die mit ihren Briefen bezeugt haben, wie Kinder noch in der heutigen Zeit von ihren Eltern behandelt werden. Diese Texte werden auch nach meinem Tode auf der Seite unter meinem copiright erhalten bleiben.
Danke
cd
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]]>Im Beck-Blog lese ich heute, dass der Prozess gegen Georg R., den Amokläufer von Ansbach, nun doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Der Autor Prof. Dr. Henning Ernst Müller sieht dies Kritisch und beruft sich auf den Beitrag “Maulkorb für die Medien” auf Spiegel Online.
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde es eher angenehm, dass die Presse und das Fernsehen warten müssen, bis die Fakten auf dem Tisch liegen und nicht wieder wüste Enten geschmiedet werden, die im Prinzip aus aus dem Kontext gerissenen Satzteilen bestehen…was soll die Berichterstattung auch groß bringen? Er hat ja bereits gestanden und aufgrund der Persönlichkeitsstruktur, die man alleine durch den Modus Operandi mutmaßen kann, wette ich eine Flasche guten schottischen Singlemalt, dass er vermindert oder gar nicht schuldfähig gesprochen wird und anstatt im Gefängnis in der Psychiatrie landen wird, wo er ja ohnehin schon einsitzt…alles andere würde mich überraschen, da ich nicht glaube, dass irgendein Psychiater einem Jugendlichen, der seine Mitschüler mittels Brandflasche aus der Klasse treibt, um ihnen mit der Axt aufzulauern, volle geistige Gesundheit und somit Schuldfähigkeit attestieren wird…schauen wir mal…
cd
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]]>Wir hatten Alex Ring gewarnt. Er hat sich entschieden, Geheimnisse preiszugeben, die lieber im Verborgenen hätten bleiben sollen…
Wir werden Dich finden! Auch in Afghanistan! Wir haben alle Pharmaunternehmen, die unter unserer Kontrolle sind, angewiesen, ab sofort in alle Psychiatrien aller EU-Länder als Haloperidol getarnte Amphetamine zu verschicken! Es hat einen Grund, warum am Leverkusener Kreuz immer Stau ist! Eine Armee Wahnsinniger auf Speed ist auf dem Weg nach Afghanistan, um die rationale Welt zu unterwerfen…7 rote Streifen, 6 weiße Streifen, ein blaues Rechteck und fünfzig Sterne werden ihre Erkennungszeichen sein! Wir brauchen die Bundeslade nicht, wir haben den Rollstuhl von Wolfgang Schäuble!
An alle Agenten: Vater kommt nach Hause! Das Blog von Alex Ring war der 1337. Link! Dies ist der Beweis:
WIR SIND ANONYM! WIER SINT LEHGASTEENIKA!
cd
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]]>Da platzt mir doch der Arsch…es ist noch nicht so lange her, da gab es Wirbel um einen Haufen kirchlicher Pseudowissenschaftler, die behaupteten Homosexualität sei heilbar und wollten zu dem Thema eine Tagung an der Universität Marburg halten.
Nun lese ich auf Nerdcore den Artikel “Kardinal Tarcisio Bertone Bertone shits in your face!”, eine Reaktion auf den Telepolis-Artikel “Hoher Vatikanvertreter erklärt Homosexualität zur Ursache für Missbrauchsfälle”.
Nehmen die jetzt alle Drogen? Erst werden die Beatles begnadigt und nun wieder so ein Rückschritt. Bertone sehe “keinen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie”, aber sehr wohl “einen Zusammenhang zwischen Homosexualiät und Pädophilie”. Er stützt dies auf “erst kürzlich bestätigte Aussagen von Psychologen” und sagt: “Das ist die Wahrheit und das ist das Problem.” Diese Argumentation kommt mir von der Organisation, bei der Joseph Ratzinger kurz beschäftigt war, bevor er bei den Katholiken anfing irgendwie bekannt vor…könnte Obersturmbannführer Ratzinger jetzt bitte Dr. Mengele suspendieren?
cd
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]]>So, ich habe mal eine Unterseite für das ganze Zeug, das ich hier im Blog verlinke gemacht. In Zukunft also nun Materialien unter http://www.drossmann.de/wordpress/downloads/
Das Material zur Tagung über den Fall “Sonja”, Borderline usw. gibt es hier: http://www.drossmann.de/wordpress/downloads/tagung-arbeitsgemeinschaft-lerntherapeuten-georgsmarienhuette-25-09-09/
cd
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]]>Bei “Thank you so much for reading” lese ich heute Morgen folgenden Eintrag:
meine psychologin versucht mit immer neuen attacken mich mit einer sehr geringen lebenserwartung zu schockieren und ist enttäuscht, wenn ich dennoch gelassen bleibe.
ich glaube ich spreche sie beim nächsten termin mal darauf an, ob das voyeurismus ist.
Lieber Capitano Zanahoria,
das ist keineswegs Voyeurismus, sondern der Selbsterhaltungstrieb des Therapeuten. Manchmal ist bei chronisch depressiven Patienten die Sitzung so schnarchlangweilig, dass man den eigenen Selbstmord nur durch den Gedanken, dass der Patient sich bald umbringt, verhindern kann. Zum tieferen Verständnis verweise ich auf Otto F. Kernberg und die Neolutheraner Klaus Schlagmann.
cd
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]]>Hier nun das Ergebnis zur Projectil-Geschichte. In Zahlen ausgedrückt:
Absoluter Besucherrekord und Platz 1 bei Google bei der Suche nach “Projectil” und “Antidepressivum” (gut, das ist als einzige Seite wenig verwunderlich)
Ich bin mir sicher, mindestens ein Besucher hat es geglaubt..;)
cd
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]]>Während es gestern noch als Gerücht galt, so ist heute Abend nach Bestätigung durch das Landgericht Stuttgart klar, dass auch der Amokläufer Tim Kretschmer Projectil nahm. Nun wird der Verdacht laut, dass dies der wahre Grund sei, warum man nach dem Amoklauf von Winnenden Tim Kretschmers Leiche ohne Gehirn beigesetzt hatte. Während im Fall Robert Steinhäuser laut dem offiziellen Untersuchungsbericht des Landes Thüringen die toxikologische Untersuchung keinerlei Drogen oder Medikamente im Blut Steinhäusers fand, wurden in Kretschmers Gehirn zweifelsfrei Spuren von Projectil gefunden. Es wird vermutet, dass einer der Gerichtsmediziner des Landes Baden-Württemberg selbst von der Gefährlichkeit des Antidepressivums wusste und das Gehirn zur Verschleierung heimlich entsorgte.
cd
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]]>Nachdem vor zwei Tagen bekannt wurde, dass eine Reihe bekannter Medikamente, darunter auch Naturheilmittel aus der Ayurveda – Medizin, einen hohen Grad der Verseuchung durch Blei und andere Schwermetalle aufwiesen, hat die WHO heute Morgen die ersten Messergebnisse veröffentlicht.
Es handelt sich dabei um Proben des transcranialen Antidepressivums “Projectil”. Einer der Hersteller hatte bereits einen Warnhinweis veröffentlicht, in dem er betont, dass nur die Verschlusskappen der Zäpfchen mit Blei kontaminiert seien. Die Ergebnisse der WHO sprechen allerdings eine andere, sehr deutliche Sprache:
Im Bild zu sehen sind die Projectil-Zäpfchen mehrerer Hersteller, deren Namen aus rechtlichen Gründen noch nicht veröffentlicht wurden. Die obere Zahl gibt jeweils die tatsächlich ermittelte Menge an Blei (f/s = found in sample = in der Probe gefunden) im Medikament an, während die untere den maximal zulässigen Grenzwert (m/s = milligrams/sample = Milligramm / Probe) darstellt. In allen Fällen sind die Grenzwerte deutlich überschritten. Die unterste Zeile zeigt die Messungen der unversehrten Schutzkappe, während nach oben hin die Proben im Rahmen der Messungen immer weiter zermahlen wurden, um den Grad der Freisetzung von Blei zu ermitteln. Die Ergebnisse bestätigen die erwähnte Aussage eines der Hersteller, die Schutzkappe enthält tatsächlich große Mengen an giftigem Blei.
Der volle Bericht zur Untersuchung wird heute Abend erwartet.
cd
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]]>Im Rahmen des Skandals um große Mengen Blei im Antidepressivum Projectil, die bis jetzt immer noch nur von einem der Hersteller offiziell bestätigt wurden, sind nun andere prominente Todesopfer bekannt geworden, deren Tod zweifelsfrei durch die Anwendung von Projectil verursacht wurde. Laut aktueller Untersuchungsergebnisse der Amerikanischen WHO, dem US-Amerikanischen Gegenstück zu den deutschen Gesundheitsbehörden, war eine große Menge Projectil beispielsweise am Tod von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain beteiligt. Im Falle des Todes von Cobain aber war die Dosis nicht von einem Arzt oder Therapeuten angeordnet, sondern ein “eigenmächtiger Streuschuss” so die Gerichtsmediziner. Auch der Tschechische Komponist Karel Svoboda (bekannt durch die “Biene Maja” und andere Melodien zu Fernsehserien) soll 2008 nach nur einer gezielten, selbst verabreichten Gabe von Projectil schlagartig verstorben sein. Im Rahmen der Enthüllungen wird nun diskutiert, ob das Medikament überhaupt jemals zur ambulanten Behandlung hätte freigegeben werden dürfen. Das US-Militär hingegen betonte, dass Projectil schon zur Zeit des ersten Golfkrieges erfolgreich und mit “chirurgischer Präzision” angewendet wurde. Es sei zwar zu Todesfällen unter der irakischen Zivilbevölkerung gekommen, die aber durch “unsachgemäße Handhabung” des Projectil verursacht worden seien.
Eine Aufklärung wird weiterhin erst morgen erwartet.
cd
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]]>Nach dem Bekanntwerden, dass das weit verbreitete Antidepressivum Projectil giftiges Blei weit oberhalb der zulässigen Grenzwerte enthält, kochen im Zusammenhang mit der Tatsache, dass Bleivergiftungen im Zusammenhang mit Medikamenten zumindest dem Deutschen Ärzteblatt bereits seit 2008 bekannt waren, die Gerüchte immer höher. Es sei nicht auszuschließen, dass auch bei so Prominenten Todesfällen wie Robert Enke und Brittany Murphy Projectil als Behandlung der Depression zumindest zeitweise in Frage gekommen war. Während der SPIEGEL noch vorsichtig blieb (Mysteriöser Tod: Antidepressiva in Brittany Murphys Schlafzimmer gefunden) titelte die BILD “Diese Pillen nahm Brittany Murphy vor ihrem Tod”.
Im Falle des Suizides von Robert Enke traut sich “infowars” bislang als erster, die Verknüpfung zu Antidepressiva herzustellen:
Die ersten Zahlen und konkrete Hinweise auf den Hintergrund des Projectil-Skandals werden im Laufe des morgigen Tages erwartet.
cd
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]]>Der Skandal um die Bleiverseuchung des Antidepressivums “Projectil” weitet sich aus: Das Deutsche Ärzteblatt berichtete bereits 2008, dass in als reines Naturheilmittel bekannten Ayurveda-Medikamenten ebenfalls Blei, sowie Arsen und Quecksilber gefunden wurden:
Deutsches Ärzteblatt: Blei, Quecksilber und Arsen in Ayurveda-Produkten
Medknowledge.de veröffentlichte damals kurz darauf ebenfalls einen Warnhinweis: “Ayurveda-Medikamente: Hohe Schwermetallbelastung”
Prominentester Todesfall ist wohl der Komponist und Musiker Ludwig van Beethoven, der nach Angaben der Wiener Gerichtsmedizin ebenfalls durch die Einnahme von bleiverseuchten Medikamenten verstarb.
Science ORF: Blei-Medikamente führten zum Tod Beethovens
Man erwartet für morgen die genauen Ergebnisse der Untersuchung mit konkreten Zahlen über die erst von einem Hersteller offen zugegebenen Bleiverseuchung von Projectil.
cd
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]]>Nachdem gestern bekannt wurde, dass eine Große Menge des weit verbreiteten transcranialen Antidepressivums “Projectil” mit Blei verseucht sind, veröffentlichte eine der Herstellerfirmen eine schematische Darstellung von Projectil in Zäpfchenform zusammen mit einem Warnhinweis:
Es sei in der Fabrik zu “Verunreinigungen durch Schwermetalle, unter anderem Blei” in der Maschine, welche die Zäpfchen verschließt, gekommen.
Eine Entsorgung der Bestände sei nicht vonnöten, da die Bleiverseuchung sich nur auf das Verschlussmaterial (im Bild 1) beschränke. Bei der Verabreichung sei nur darauf zu achten, dass der Wirkstoff (im Bild 2) nach dem öffnen nicht aus der Hülse riesele. Der Händler räumte allerdings ein, dass, verabreiche man Projectil ohne Verschlusskappe “in bestimmten Fällen die Wirkung von Projectil nicht mehr gewährleistet” sei.
cd
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]]>Ich bin ja eigentlich jemand, der mehr Vertrauen in die Chemie als in alle anderen Formen der Heilung hat, aber bei der Meldung bekomme ich nen Hals…
Das in den USA wie in Deutschland weit verbreitete Antidepressivum “Projectil” steht laut etlicher amerikanischer Medien nun im Verdacht, für eine große Zahl an Todesfällen verantwortlich zu sein. Projectil galt in der Behandlung chronisch rezidivierender oder lavierender Depression seit seiner Einführung als die ultima ratio, eine einmalige transcraniale Gabe von Projectil führt in den allermeisten Fällen zum sofortigen Verschwinden aller Symptome der Depression. Projectil ist durch seine Zäpfchenform leicht dosierbar und zeigt volle Wirkung Sekunden nach der Verabreichung, ob nun transcranial, transthoracal oder transabdominal…am häufigsten aber wird die transcraniale Verabreichung gewählt, da sie die für den Patienten nebenwirkungsfreieste Therapie darstellt. Transcranial, meist entweder im Mund oder durch das Os Temporale/Os Sphenoidale injiziert wirkt Projectil direkt auf das Gehirn ein, indem es gezielt die für Depression verantwortlichen Störungen in Frontal- und Temporallappen ausschaltet. Bei der Anwendung durch den Mund wirkt es auch eliminierend auf Stammhirn und Kleinhirn. Auch in der Intensivmedizin findet es bis heute Anwendung, da es schnell und effektiv einen erhöhten Schädelinnendruck senkt. In den allerwenigsten Fällen ist eine zweite Dosis notwendig, um die gewünschte antivitale Wirkung zu Erzeugen. Deshalb ist es auch in der Palliativmedizin bei unterschiedlichen Krebsarten als terminale Sedierung erfolgreich.
Nun aber wurde im Laufe einer Studie der Universität Winchester festgestellt, dass überdurchschnittlich viele Patienten, bei denen die erste Gabe von Projectil nicht die erwünschte Wirkung zeigte, nach der ersten Anwendung über mehr oder weniger starke Schmerzen an der Verabreichungsstelle klagten und ein ebenfalls überdurchschnittlich hoher Anteil von Patienten, denen Projectil ambulant verabreicht wurde, kurz nach der Anwendung verstarben. Auch traten Blutungen überdurchschnittlich häufig auf. In der darauf folgenden genaueren Untersuchung wurde von den Ärzten in mehreren Proben des Medikaments Blei in Mengen weit jenseits der zulässigen Grenzwerte gefunden. Dazu gehören leider auch Proben, die aus Deutschland kamen, beispielsweise von der Firma RWS deren Proben einen besonders hohen Bleianteil aufwiesen. Gleichzeitig wurden Spuren von Messing und der Messinglegierung Tombak gefunden.
Die Forscher der Universität Winchester mutmassen, dass die Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen auf eine Bleivergiftung zurückzuführen ist, die durch das verseuchte Medikament verursacht wurde.
Prof. Dr. Christoph Broelsch vom Universitätsklinikum Essen bestätigte bei Bekanntwerden der Verseuchung, dass Projectil unter diesen Umständen besonders bei transabdominaler Anwendung schon nach der ersten Gabe eine für den Patienten sehr kostspielige Lebertransplantation nach sich ziehen könne.
Auch die Bundeswehr bestätigte, dass interne Vermerke der Bundeswehrkrankenhäuser dokumentiert sind, in denen schwere bis schwerste Blutungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Projectil und der Behandlung von durch Afghanistan traumatisierte Soldaten erwähnt, aber auf eine mit Tombak und Blei verseuchte Einzellieferung zurückgeführt wurden, nicht aber auf eine generelle Bleihaltigkeit des Medikamentes an sich. Man habe die Lieferung beim Hersteller “im Routineverfahren” reklamiert und die Angehörigen der Verstorbenen hätten eine Entschädigung erhalten. Von einer weit verbreiteten Verseuchung habe man “nichts geahnt”.
Gleichzeitig mutmaßen die Verschwörungstheoretiker bereits einen Zusammenang zwischen Projectil und den Amokläufen von Erfurt und Winnenden. Besonders im Fall Tim Kretschmer wurde bereits oft gemutmaßt, dass die Tat durch die Gabe von Antidepressiva ausgelöst wurde, aber auch über Robert Steinhäuser wurde kurzzeitig behauptet, das Medikament Tilidin habe ihn zu seiner Amoktat gebracht. Sowohl bei Kretschmer wie auch bei Robert Steinhäuser wurden große Mengen Projectil sichergestellt. Im Fall Ansbach aber wurden weder Psychopharmaka noch Drogen beim Täter sichergestellt…
Der genaue Untersuchungsbericht mit detaillierten Ergebnissen soll spätestens in zwei Tagen vorliegen.
cd
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]]>Laut der Augsburger Allgemeinen vom 3. März ist der Amokläufer von Ansbach Georg R. in die geschlossene psychiatrische Abteilung des Bezirkskrankenhauses Ansbach verlegt worden. Er sei laut Gutachten gravierend persönlichkeitsgestört und habe einen “Reiferückstand”. Er sei somit nur vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig.
Augsburger Allgemeine: Haftbefehl gegen Ansbacher Amokläufer aufgehoben
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]]>Ach, ist das herrlich…es geht wieder los. Heute berichten die Medien, u.a. natürlich die Bild von einem “Amoklauf” im St. Elisabeth Krankenhaus in Wittlich. Eigentlich völlig uninteressant, aber ich wollte schon immer mal auf eine Zeitung verweisen, die “Tierischer Volksfreund” heißt:
Warum uninteressant? Der übliche Hype…offensichtlich sind nun schon drei Verletzte (keine Toten!) Grund genug, eine Gewalttat als “Amoklauf” zu titulieren…vielleicht doch etwas inflationär, oder? Er hat seinem Zimmernachbarn eine Flasche über den Schädel gezogen und ist dann mit der abgebrochenen Flasche auf eine Patientin und einen Arzt los…wenn sowas hier im Pott passiert, ist das kein Amoklauf, sondern man fragt sich nur: “Oh, schon sieben Uhr?”
Ein Aspekt der Berichterstattung ist allerdings lustig. Beide Artikel sprechen davon, der 53-jährige Psychiatriepatient(!) sei “offenbar geistig verwirrt”…grandios, was Reporter so alles draufhaben…
cd
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]]>Nunja, eigentlich wundert es mich nicht. Der Spiegel hat heute eine weitere Sensationsmeldung. Hintergrund ist eine psychotische religiöse Familie aus Baden-Württemberg. Die Eltern weigerten sich eine lange Zeit, ihre Kinder an einer öffentlichen Schule unterrichten zu lassen, da ihrer Meinung nach die dort vermittelten Inhalte gegen Christliche Grundsätze verstießen. Sie unterrichteten sie im Heimunterricht, bis die Polizei die Kinder zwangsweise zur Schule brachte und den Eltern rechtliche Konsequenzen bis zur Haft drohten. (vgl. z.B. die Süddeutsche am 06.04.2009: Flucht vor der Schulpflicht)
Daraufhin wanderte die Familie nach Tennessee aus und bat wegen “politischer Verfolgung” aufgrund ihres Glaubens um Asyl. Diesem Antrag wurde nun am Dienstag stattgegeben:
Besonders interessant: Die Kinder hätten nach Aussage der Romeikes mit “Gewalt und Mobbing” zu kämpfen gehabt…ja, da kann man nur in die US-Südstaaten auswandern, dort wird es sicher um Längen besser sein.. ![]()
Zumindest ist in den USA Heimunterricht legal..
Kann man daraus nicht ein Abkommen machen? Wir nehmen ganz Guantanamo auf und schicken noch 5.000 Mann nach Afghanistan, den Westerwelle noch dazu und dafür müssen die USA unterschreiben, dass sie ohne Rückfrage jeden unserer religiösen Irren aufnehmen und behalten müssen…das wäre doch angewandte Friedenspolitik…
cd
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]]>So, die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Lerntherapeuten in Georgsmarienhütte ist rum. Die Tagungsstätte Haus Ohrbeck ist wirklich schön gelegen und empfehlenswert, Zimmer und Verpflegung sind gut und ich habe dort eine ganze Menge Vorurteile gegen Lerntherapeuten beerdigen müssen..
Hat Spaß gemacht, dort vorzutragen. Punktlandung mit der letzten Folie um 17.15, Ritterschlag von Edith-Maria Soremba, und nun die dort eingefangene Grippe auskurieren…Ohrbeck ist rauchfrei und ich war nachts natürlich zu faul, meine Jacke vom Zimmer zu holen um draußen zu rauchen…
Folien zum Themenkomplex Narzissmustheorie, Borderline, Amok etc. gibt es für Interessierte im Downloadbereich.
cd
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]]>Es ist schon öfter darauf verwiesen worden, darum nur kurz:
Die Jungen Medien Hamburg haben heute folgenden Artikel veröffentlicht: Immer mehr Selbstmorde und Amokläufe in Deutschland
Der recht knappe Artikel sammelt im Grunde nur ein paar Links über Amok und Suizide zusammen. Lustig ist, dass zwar erst reißerisch betitelt wird, ein paar Zeilen später aber sagen sie, es gäbe keine konkreten statistischen Daten aus Deutschland und bieten stattdessen welche aus Frankreich und einen Link zu einer Pro7-Doku an..;-)
Nuja, hauptsache Leser mit der Titelzeile ködern…
Der Verweis auf die Suizidrate in der Depression nach 1918 ist zwar löblich, aber sicher nicht völlig auf heute übertragbar…dass im Zuge der Wirtschaftskrise die Suizidrate hochgehen wird ist keine Erkenntnis, für die man viel Psychologie studiert haben muss.
Komplettiert wird das ganze mit einem Verweis auf einen älteren Artikel der JMH zum Thema “Medien und Amok”, bezogen auf Emsdetten.
Lichtblick ist der Verweis auf den einzigen halbwegs wissenschaftlichen Text, den ich hier auch nochmal verlinken möchte:
Zwar würde ich analog zur Kriminalitätsstatistik nicht unbedingt behaupten, dass sich die Fälle häufen…es kann ja auch sein, dass die Kranken nun mehr auffallen
cd
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]]>Die Irrungen und Wirrungen um Tim Kretschmer und Winnenden reissen nicht ab.
Heute veröffentlicht Spiegel Online einen Artikel mit dem Titel “Tim K. kaufte mit Vater gemeinsam Munition.”
Dem Bericht zufolge hat Kretschmer erst selbst versucht, 9mm Munition in einem Waffengeschäft zu kaufen, wurde aber abgewiesen. Er soll dann gemeinsam mit dem Vater 1000 Schuss erworben und bezahlt haben, da die Munition ein Geburtstagsgeschenk für seinen Vater sei. Kretschmer habe “seit Jahren” niemandem in der Familie mehr ein Geschenk gemacht…
Schade, dass die Akten immer noch nicht öffentlich zugängig sind.
Weiter zitiert Spiegel Online einen Artikel seines Printmagazins, in dem der Gutachter Reinmar du Bois Parallelen zwischen dem Tathergang in Winnenden und dem Spiel Far Cry 2 sieht. Der erste Teil des Amoklaufes sei Counter Strike, die Verfolgungsjagd und Schiesserei mit der Polizei Far Cry 2. Für die Selbsttötung vermutet er, Kretschmer sei “wieder in der Realität angekommen”. Das Gutachten würde ich gerne mal en detail lesen…Natürlich wird wieder deutlich erwähnt, dass er das Spiel als Minderjähriger nicht hätte spielen dürfen, er habe es zu Weihnachten von seiner Mutter erhalten.
Auch sagt der Artikel, die Ärzte der behandelnden Jugendpsychiatrie hätten die Eltern gemahnt, dafür zu Sorgen, dass Kretschmer den Konsum von Filmen und Spielen, die “für seine emotionale Reife nicht geeignet” seien, reduziere.
Bis dahin also die übliche und voraussehbare Argumentation.
Wo der Spiegel wieder recherchiert hat, weiss ich nicht..aber einige Sachen sind auffallend:
1. Die Far Cry 2 Sache ist alt, auf Negative Gamer gab es bereits am 15. März einen Kommentar zu einem Artikel der Times, in dem genau dieser Bezug bereits hergestellt wurde. (Englisch) Der Artikel, auf den Bezug genommen wird, ist vermutlich dieser hier: Times Online: Mass killer ‘rejected’ by girl at party Von den Qullen steht im Artikel nichts.
2. Sowohl die Times in diesem Artikel, wie auch die BILD am 23. Juli berichten, auf seinem Computer seinen etliche BDSM-Bilder (sadomasochistische Darstellungen) gefunden worden. “davon mehr als 120 Bondage-Fotos, die nackte, gefesselte Frauen zeigen” (BILD); “including 120 photographs of female bondage.” (THE TIMES)
Der Spiegel schreibt aber: “Es handelte sich dabei wohl um sadomasochistische Fotos, auf denen nackte Männer von Frauen gefesselt und dominiert wurden. Tim K. habe stark unter diesen Phantasien gelitten.” und bezieht sich an der Stelle auf einen früheren Artikel: Psychiater bescheinigt Tim K. masochistische Störung
Kretschmer habe “stark unter diesen Phantasien gelitten”.
Hmm…also analytisch gesehen wäre es schon interessant zu wissen, wer denn nun wen auf den Bildern gefesselt hat
Also…die üblichen medialen Hexenjagden, ohne offiziellen Untersuchungsbericht wirds auch so bleiben, denke ich…
cd
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]]>So, nun ist die Begriffstrennung eindeutig im Eimer…
In der aktuellen Ausgabe des Bayrischen Ärzteblattes steigt ein ansonsten sehr interessanter Artikel zum Thema „Neues aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ mit folgender Formulierung ein:
„Mobbing, im angelsächsischen Sprachraum auch als ‚bullying‘ bezeichnet…“
Ähm..ok…wenn das Ärzteblatt das schreibt, ist es wohl endgültig vorbei mit der Trennschärfe…
cd
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]]>Die Scientology-nahe Organisation „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.“ (KVPM) hat gegen die behandelnden Psychiater des Täters von Winnenden Strafanzeige wegen „Verdachts der Fahrlässigen Tötung in 16 Fällen und des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“ gestellt.
Klar, dass die Aktion Trittbrettfahrer magnetisch anzieht…
cd
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]]>Folgende Sache ist mir gerade erst aufgefallen…
Derselbe Blogger, der im genannten „Antidepressiva und Amokläufe“-Blog die Pharmaindustrie als gewissenlose, geldgierige Abzocker darstellt, verlinkt am Ende des gleichen Beitrages zum „Zentrum der Gesundheit“ und dem dortigen Eintrag „Amoklauf unter Psychopharmaka-Einfluss?“
Auf ebendieser Seite wird man sofort von einem Foto der Inhaberin und dem Verweis auf eine 0180-er Hotline begrüßt…im Webshop erhält man diverse naturheilkundliche Pillen und Pülverchen (z.B. 500g Sango Koralle zum Preis von € 94,00, ein Darmreinigungsset für € 134,00, die 6-Wochen-Haarausfall-Kur für € 137,00 usw…), alles mit dem Warnhinweis: „Diese Informationen sind keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.“
Dazu kann man dort eine Ausbildung zum „Fachberater für holistische Gesundheit“ zum Preis von € 3.350,00 machen, in vier Blöcken von netto 3 Tagen in einem Wellnesshotel…aus der Homepage wird so nicht direkt ersichtlich, dass es sich um keinerlei Therapieausbildung handelt und man danach keinesfalls die Heilkunde ausüben darf…(darum heißt das Kind „Fachberater“)…denn die HPG-Prüfung beim Gesundheitsamt ist da sicher nicht mit drin
Die Sache strotzt also summasumarum nur so vor Selbstlosigkeit und günstiger Hilfe für alle…
Irgendwie überzeugt auch dieses Argument des Bloggers gegen die bösen Psychopharmaka nicht wirklich
cd
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]]>Sehr schön…die Opfer von Winnenden sind noch nicht richtig kalt, schon beginnt neben der zu erwartenden Hexenjagd auf „Killerspiele“ nach dem Bekanntwerden der psychiatrischen Vorgeschichte von Tim K. auch das Schmieden von Verschwörungstheorien Hand in Hand mit den üblichen Argumenten der Psychoanalyse- und Psychiatriefeindlichen Lagern.
Über eine besondere Stilblüte dessen stolperte ich gerade im Seitenhiebe-Blog (welches übrigens umgezogen ist), unter dem Eintrag „Drogen und Amoklauf“.
Dort wird auf das eigens zum Amoklauf von Winnenden eingerichtete Blog „Antidepressiva und Amokläufe“ verwiesen. Dessen zweiter Eintrag ist dermaßen plakativ, reißerisch und vor allem seminparanoid verfasst, dass ich diesem doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen möchte.
Schauen wir uns die Argumentation des Autors einmal an:
„Es sind Hunderte von Fällen bekannt, bei denen Menschen, die die „neue“ Generation von Antidepressiva einnahmen, anschließend Selbstmord begingen, teilweise vor Kindern oder Angehörigen oder Mitmenschen töteten – ohne irgendeine Emotion dabei zu zeigen.“
Da würde ich doch gerne wissen, wo diese „hunderte von Fällen“ dokumentiert sind und inwieweit die Einnahme von Antidepressiva tatsächlich mit der angeblich resultierenden Tag zusammenhängt.
1. Zeitliches Aufeinanderfolgen zweier Ereignisse sind kein Beweis für Kausalität
2. Es ist richtig, dass in einigen Fällen die Gabe von Antidepressiva zum Suizid führen kann. Das liegt an dem Umstand, dass bei vielen Präparaten (Citalopram, etc.) die Antriebssteigernde Wirkung viel früher einsetzt, als die Stimmungsaufhellende. Dies führt leider zu dem manchmal auftretenden Phänomen, dass die betroffenen Patienten gerade soviel Energie aufwenden können, um zu suizidieren.
Dass Tim K. „gefühls- und anteilnahmslos Menschen umgebracht“ haben soll, kann ich so nicht unterstützen…Hass und Wut sind unpopuläre, aber sehr reale Gefühle…ein Patient, der an tatsächlicher klinischer Gefühlsleere leidet, würde bei entsprechender Struktur aus rationaler Überlegung töten, aber Rache käme in ihm nicht vor…
Es ist im vorliegenden Fall eher davon auszugehen, dass es sich nicht um die Wirkung „gefühllos machender“ Psychopharmaka sondern eher um eine sehr reale Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid des verhassten Objektes handelte, mit ein Kerncharakteristikum für eine pathologische Persönlichkeitsstruktur, wie wir sie auch bei Serientätern finden.
Die Quelle „olwazt.de – Amoklauf durch Psychopharmaka“, die zitiert wird, wirkt ähnlich plakativ und wenig wissenschaftlich fundiert…
Als weiteren Beleg liefert der Autor eine Dokumentation des ZDF-Magazins „Frontal 21“..Ich bin nicht dazu gekommen, das verlinkte 45 Minuten lange Video komplett zu sichten…aber ich habe es ausschnittweise gesehen und würde, im Kontext mir bekannter anderer Berichte des gleichen Magazins zu ähnlichen Themen, mal die gleiche „Qualität“ der Recherche …also nahezu keine unterstellen…dass das Sendeformat „Frontal 21“, auch wenn es von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt stammt, nicht „Mainstream“ sei, wage ich auch zu bezweifeln…
Der Autor verlinkt die Seite „ZDF.de – Das Pharma-Kartell“:
Erwartungsgemäß reißerisch gibt sich auch diese -eigentlich traurig zu wissen, dass es sich um das ZDF und nicht um RTL oder SAT1 handelt – …u.a. heißt es dort:
„Pharmaunternehmen können in Deutschland nach Einschätzung verschiedener Experten fast ungestört ihre Profitinteressen verfolgen. Das geht zu Lasten der Patienten, wenn dabei Nebenwirkungen verschwiegen, Selbsthilfegruppen instrumentalisiert oder Politiker, Ärzte und Heilberufe mit Gefälligkeiten umworben werden. Christian Esser und Astrid Randerath decken in der Frontal21-Dokumentation “Das Pharma-Kartell” auf, wie dieses System funktioniert.“
Die Pharmaindustrie wende „sehr perfide“ Methoden an…“Wichtigstes Ziel ist dabei offenbar immer, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen. Auch fragwürdige Mittel werden nach Ansicht von Kritikern in den Markt gedrückt, eine Gefährdung der Patienten in Kauf genommen.“
Ach…ich dachte, Medikamentenhersteller seinen direkte Tochtergesellschaften der Heilsarmee…NATÜRLICH ist es wichtigstes Ziel, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen…darum ist es ja auch eine INDUSTRIE…aus betriebswirtschaftlich geführten Unternehmen….
Was „fragwürdige Mittel“ sind, wird auf der Seite nicht weiter erwähnt…was aber die „Gefährdung der Patienten“ angeht, muss man eine Sache klarstellen:
Wolf-Dieter Ludwig sagt in dem Bericht ganz richtig, dass der Glaube, zugelassene Medikamente seien sicher, ein „Irrglaube“ ist…es wird ausser acht gelassen, dass selbst der Inbegriff der Harmlosigkeit von Medikamenten, die allseits beliebte Kopfschmerztablette Aspirin mit Ihrem Wirkstoff Acetylsalicylsäure bereits in normaler therapeutischer Dosierung unter bestimmten Umständen bereits bei der ersten Einnahme zu einem doch recht spektakulären und qualvollen Tod führen kann…aber das ist niemandem wirklich gewahr…obwohl es lang und breit im Waschzettel steht…Tod durch Suizid ist also „Schuld der Pharmaindustrie“, die „gefährliche“ Medikamente produziert, die Todesfälle durch Alltagsselbstmedikation mit ASS, Paracetamol, Ibuprofen usw. sind dann wohl „Schicksal“…hmm…
Der Begriff „Wiederaufnahmehemmer“ ist schlichtweg falsch, SSRI sind SEROTONINwiederaufnahmehemmer…an sich ein vernachlässigbarer Fehler, aber er zeigt mir doch, wie viel journalistische Akribie und wie viel Fachwissen in diesem Beitrag steckt
Sicher können diese zu den beispielhaft am Falle Monika Kranz dargestellten Symptomen führen, wie ich es schon eingangs erwähnte…es wird aus dem Bericht aber nur eine Zeitliche Abfolge ersichtlich…wichtig zu wissen wäre aber, unter welchen Umständen es zum Suizid kam…die SSRI-Gruppe hat nämlich den unangenehmen Nachteil, dass schlagartiges Absetzen -entgegen der Warnungen in den Packungsbeilagen- ebenfalls neben anderen Symptomen zu akuten suizidalen Krisen führen kann, ein Effekt, der lange als „SSRI Discontinuation Syndrome“ (SSRI Absetzsyndrom) bekannt ist und weswegen SSRI „ausgeschlichen“, die Dosis also schrittweise runtergefahren wird…
Tierfergehende Informationen vgl. Schweizerische Ärztezeitung: Entzugssymptome der modernen Antidepressiva , Tagungsfolien der Schweizerischen Gesellschaft für innere Medizin ,
auch kann es zu einem sogenannten „Rebound“ kommen, dem vollständigen oder sogar verstärkten Auftreten aller Symptome, wegen derer die Medikation verordnet wurde…
Es muss also die Frage gestellt werden, ob Tim K. während der Tat tatsächlich „ruhiggestellt“ war, oder der „Amoklauf“ nach dem -eventuell schlagartigen- Absetzen der Medikation erfolgte…gerade bei non-compliance Patienten wird immer wieder ein spontaner Verzicht auf die Medikamente bei temporärer Besserung der Symptomatik beobachtet.
All dies trifft auch auf den Wirkstoff Sertralin des erwähnten Medikamentes „Zoloft“ zu…
Der -ebenfalls im genannten Blog verlinkte- Beitrag „Kretschmer Withdrawing from Drepression Treatment“ stützt meine These. Zwar ist die Argumentation auch hier fragwürdig, der Autor schließt aus der Tatsache, dass Kretschmer eine verordnete ambulante Therapie nie antrat, dass er auch die Medikamente abgesetzt haben muss, was nicht notwendig kausal folgt, aber für mich würde es das Verhalten bei der Tat erklären…
Ich bin gespannt auf den offiziellen Bericht, dieser wird in letzter Instanz klären, ob Tim K. zur Tatzeit „ruhiggestellt“ war….ich würde mindestens eine Kiste Bier wetten, dass der Bericht genau so sauber ist, wie bei der Tilidin-Ente bezüglich Robert Steinhäuser und tendiere eher wie schon gesagt zu der Meinung, dass die beschriebene Teilnahmslosigkeit symptomatisch war…
Dass man Selbsthilfegruppen kaufen kann, ist auch ein alter Hut…das gilt nicht nur für solche, die im Kontext von Medikation agieren, sondern für so ziemlich jede andere Gruppe auch…also kein Argument gegen die Pharmaindustrie im Speziellen…
In der Linkliste findet man außer Links auf ähnlich polemischem Niveau keinerlei neutrale oder psychiatriefreundliche Links…eigentlich schade…
Der Autor schließt mit den Sätzen:
„Es liegt nun am Internet, diese Infos zu verbreiten. Die neue Generation der Antidepressiva ist maßgeblich für Zehntausende Morde und Suizide verantwortlich und wenn man nicht dagegen vorgeht, ist ein nächster derart brutaler Amoklauf nur eine Frage der Zeit.“
Wie gesagt…diese „Maßgeblichkeit“ hätte ich gerne näher belegt…ein halbseidener ZDF-Bericht und fragwürdige Blogquellen sind mir da doch zu dünn…
EDIT: Ich stoße gerade noch auf einen weiteren interessanten Blogeintrag zum Thema:
Das Infowars-Blog schrieb schon 2008 nach dem Vorfall an der Northern Illinois University einen Beitrag unter dem Titel „Psychodrogen und Waffenverbot ermöglichen weiteren Amoklauf“ Dort heißt es u.a.: „Laut dem Chicago Tribune glauben Erittler dass Cho Seung Hui, der Amokschütze an der Virginia Tech, vor seiner Tat im April Antidepressiva konsumiert hatte. Die Columbine-Mörder Eric Harris und Dylan Klebold, sowie der 15-jährige Kip Kinkel der in Oregon seine Eltern und seine Klassenkameraden niedergeschossen hatte, waren alle auf Psychopharmaka. Jeff Weise, der Killer an der Red Lake High School, war auf Prozac. “Unabomber” Ted Kaczinski, Michael McDermott, John Hinckley, Jr., Byran Uyesugi, Mark David Chapman und Charles Carl Roberts IV, der Mörder an einer Schule der Amish, waren alle auf Psychopharmaka vom Typ “Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer” (SSRI). Die Presse versucht die Tatsache zu verschleiern dass Kazmierczak sich unter dem Einfluss der gleichen Medikamente befunden hatte, indem darauf verwiesen wird dass er zum Tatzeitpunkt seine Medikamente abgesetzt hatte.“
Besonders der letzte Satz lässt mich auch in diesem Fall denken, dass es sich keineswegs um Verschleierung durch die Presse handelte, sondern wir es auch in diesem Fall mit einem Gewaltakt als Symptom eines akuten Absetzsyndroms zu tun haben könnten…
Meine These bleibt also: Nicht die Warnungen vor Psychopharmaka müssen lauter werden, sondern die Warnungen davor, dass diese keine Smarties sind und man diese tunlichst nicht eigenmächtig von heute auf morgen absetzen sollte, hat man sich einmal entschieden, sie zu nehmen…
cd
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]]>Gerade sehe ich bei golem.de, dass der Deutsche Kulturrat eine bis jetzt als Buch erschienene Publikation unter dem Titel „Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz“ nun kostenlos als PDF zum Download an:
http://www.kulturrat.de/dokumente/streitfall-computerspiele.pdf
Olaf Zimmermann, Vorsitzender des Verbandes stellt fest: „Statt einer Verbotsdebatte steht nach den schrecklichen Ereignissen von Winnenden dringend eine Bildungsdebatte an”.
Dem kann ich eigentlich nur beipflichten…
Das Buch kenne ich nicht, werde es mir aber mal zu Gemüte führen.
Der Artikel auf Golem:
golem.de: Kulturrat veröffentlicht Spielebuch kostenlos im Internet
cd
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]]>Nur kurz:
Im Blog „Homo sociologicus“ gibt es einen interessanten Eintrag zum Thema „Die Institutionalisierung von Amokläufen“ von Robert Brumme.
cd
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]]>Hmm…soll es mich nun bedenklich stimmen, dass ich seit meinen letzten Blogeinträgen zum Thema „Amoklauf der katholischen Kirche“ in meinen Logs eine Vervierfachung der Hits sehe und diese auf Suchanfragen wie z.B. „Borderline Katholizismus“ zu beruhen scheinen?
Radio EriWaHN sagt hierzu:
Im Prinzip ja, doch ist das vorliegende Verhalten von Papst und seinen Anhängern eher einem anderen diagnostischen Feld zuzuordnen…ich sehe dort Anteile von Paranoia, Gedankenkontrolle und vor allem Größenwahn…die Erhebungsphase dauert noch an, aber ich bin mir immer sicherer, dass Katholizismus eine gesellschaftlich tolerierte Form der schizoiden Paranoia ist
cd
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]]>Ok…könnte ein österreichischer Psychiater bitte sofort eine Einweisung anordnen?
Gerhard Maria Wagner, der kürzlich von Papst Benedikt zum Weihbischof von Linz ernannt wurde, nachdem er sich schon durch Äußerungen wie, die „Harry Potter“ Reihe sei „Satanismus“ und der Untergang von New Orleans im Hurrikan Katrina sei „eine göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt“ beim Volke beliebt gemacht hatte, ist nun auch der Meinung, Homosexualität sei heilbar und diese Menschen sollten dringend „behandelt“ werden…
Tagesschau: Linzer Weihbischof hält Homosexualität für heilbar
Mal sehen, was da noch alles kommt…
cd
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]]>Es war sicherlich unnichtwahrnehmbar, dass Papst Benedikt den aufgrund seiner Leugnung des Holocaust exkommunizierten Bischof Richard Williamson rehabilitiert hat.
Siehe dazu z.B. die FAZ : Suspendiert, aber nicht mehr exkommuniziert.
Über den Spaß, den ihm Juden, Humanisten und so ziemlich der Rest der Welt bis auf einige Randgruppen seitdem bereiten, darf er nun nicht jammern…das Ei hat er sich selbst gelegt…zurückzunehmen oder zu entschuldigen ist nun nichts mehr, da das ja den Unfehlbarkeitsgrundsatz des Papstes untergraben würde…ein sehr schönes zirkuläres Problem also
Die Geschichte wird aber nun noch absurder:
Williamson hat sich zwar beim Papst für seine Äußerungen entschuldigt, nimmt aber nichts zurück und bleibt bei seiner These, die Vergasung von Juden könne nicht stattgefunden haben…die Begründung liefert er in einem recht deutlichen Interview, das ich aufgrund der Herkunftsseite lieber doch nicht verlinke…es ist aber in den einschlägigen Kanälen recht schnell (< 2 Minuten) zu finden ;-)
Er möchte aber seinen Horizont erweitern und „die historischen Beweise prüfen“, das könne aber dauern.
Ich fordere, man möge ihm alle Geschichtsbücher der Welt zu diesem Thema schicken, auf dass er sich aus ihnen einen Turm baue, um sich von diesem mit dem Kreuze in der Hand hinabzustürzen…
Die nehmen doch alle Drogen, oder?
cd
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]]>Ohje…vor dem Schlafengehen stolpere ich doch noch über eine Seite, die ich nicht unkommentiert lassen kann.
Es handelt sich um die Seite www.oedipus-online.de, die es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, die „Psychoanalyüge“ zu „verstehen“…ich habe die Seite nur kurz überlesen, komme aber überein, dass deren Autor -mit Verlaub- seinen eigenen Lattenschuss nicht gehört, oder -professioneller ausgedrückt- seine Gegenübertragung nicht im Griff hat, bzw. den therapeutischen Abstand nicht auf die Reihe bekommt…
Siehe dazu z.B. die Ausführungen des Autors zu Otto F. Kernberg…
Dort heißt es beispielsweise:
„Auf der Grundlage seiner theoretischen Sicht kommt Kernberg dann in der Praxis zu einer beispiellosen Gleichgültigkeit und Kälte gegenüber den Leidenserfahrungen seiner KlientInnen.“
Am Ende der Seite bezeichnet der Autor ihn als das „Contergan der Psychotherapie“….
Begründet ist dies u.a. auf folgender Aussage: „ Kernberg benennt freimütig, was seiner Vorstellung nach ein guter Therapeut können sollte: ‚Wir müssen uns also mit dem Kommandanten des Konzentrationslagers, mit dem Folterer in der Diktatur, mit dem inzestuösen Vater, mit der sadistischen Mutter identifizieren können. Wir müssen so auch die Lust verspüren am Zerstören, die Lust, eine Brandbombe zu werfen, die Lust sadistische Aggressionen zu verspüren, denn die Bereitschaft dafür haben wir alle in unserem Unbewußten.‘ Gleichzeitig sei Mitleid mit den PatientInnen tabu.“
Ich lasse das mal so stehen und sage, dass der Autor dieser Seite die Psychoanalyse nach Kernberg in Bezug auf die Borderline-Persönlichkeit und Borderline aus posttraumatische Störung nebst der Rolle des Therapeuten in ihren Grundlagen sowas von nicht verstanden hat, dass ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll…
Die „Behandlung, die zwingend zu einer Verschlechterung desjenigen führen muss, derjenigen führen muss, die ihr ausgesetzt ist“ -ich maße mir an, sagen zu dürfen, dass der Autor offensichtlich von ausschließlich weiblicher Klientel bei der Borderline-Störung ausgeht- führt nach meiner Erfahrung in vielen Fällen zu einer Verbesserung….und ich habe angesichts meines Fallmateriales keine Verlanlassung, von meinen therapeutischen Grundlagen abzuweichen…
Wer nicht in der Lage ist, einen Abstraktionsgrad von seiner eigenen Person zu erreichen, der es ihm ermöglicht, selbst gegenüber einem Kinderschänder oder Massenmörder Empathie zu empfinden -es handelt sich auch in diesen Fällen um menschliche(!) Wesen-, um im Rahmen von Therapie Erkenntnis zu erzeugen, die letztlich weg vom Hass auf das Objekt hin zur Integration des Traumas führt, der sollte sich von diesem Gebiet lieber fernhalten…gerade wenn die Sichtweise derart undifferenziert ist, wie in diesem Falle…
cd
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]]>Auweh…Günther Jauch hat wieder zugeschlagen…ich bin durch einen Suchbegriff in den Logs drauf gestoßen…und DAS noch an meinem Geburtstag…wie furchtbar…
Klassischer Privatsendermüll…mal wieder wird die Borderlinestörung als die absolute Horrorkrankheit dargestellt, mit Kriminalität, Abusus, Kriminalität usw..
STERN-TV: Borderline-Syndrom: ‚Bis nur noch Erschießen übrig blieb‘
Dort heißt es u.a.: „Wegen seines Drangs zu sterben rutscht Peter Detert in die Kriminalität: Er bricht in eine Arztpraxis ein, um sich Tabletten zu besorgen. Aus den Psychiatrien, in die er eingewiesen wird, gelingt ihm stets die Flucht. Dort finanziert er sich sein Leben durch Diebstähle und Einbrüche. Schließlich plant er, sich zu erschießen: Dafür bricht er in eine Polizeistation ein, lässt eine Maschinenpistole und eine Neun-Millimeter-Pistole mitgehen. Jetzt wird mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm gefahndet.“
Himmel, Rektum und Zwirn…da reißt man sich besagten Körperteil auf, um in Vorträgen, Tagungen, Schulungen etc. den Menschen klarzumachen, dass Menschen mit Borderline nicht alles ritzende, gewaltbereite Psychopathen sind und dann kommt Wer-wird-Bildungsverliere-Jauch und haut alles wieder zusammen…schöne neue Medienwelt…
cd
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]]>Gestern hatte ich ja einen Eintrag unter dem Titel „Augen tätowieren“ verfasst.
Vom Blogautor des Jackpot-Blogs bekam ich dann einen Kommentar, dem ich hier kurz einen eigenen Eintrag widmen möchte:
Der Kommentar bezieht sich auf die Möglichkeit einer „Diagnose“ bezüglich extremer Körperschmuckpraktiken:
_____
Das mit der Borderline war eigentlich nicht so ganz ernst gemeint. Wie man auch aus dem weiteren ersehen kann. Ich hab leider immer noch keine Zeit gefunden mir das ganze auf Patho ebene zu überlegen.
Bist du nicht auch der Meinung, dass eine Diagnose möglich währe?
Nicht, dass sie haltbar ist. Klar, anhand eines Bildes jemanden zu diagnostizieren disqualifiziert einem. (mich jedenfalls)
Hast du ne Idee was für eine Diagnose in die richtige Richtung ginge?
jackbrown
_____
Hmm…psychoanalytisch interessanter fände ich ja die Frage, warum Du das aufgeführte Phänomen unbedingt pathologisieren willst…
Aber ich will ernsthaft auf Deinen Kommentar antworten.
Ich halte das Gezeigte nicht für pathologisch, wie ich es in meinen Schulungsmaterialien ja auch schon geschrieben habe, aber spielen wir das trotzdem mal diagnostisch durch…
Zunächst mal muss man klären, ob man stur nach DSM- und/oder ICD-Kriterien diagnostizieren will, oder sich einen eigenen therapeutischen Ermessensspielraum schafft.
Starre Kriterien werden hier für eine Diagnose nicht viel helfen, denn SSV und SVV sind nie eigenständige Krankheit, sondern nur Symptom einer übergeordneten Störung. Somit habe ich bereits eine ganze Palette möglicher Störungen, die alle weiterer erfüllter Kriterien bedürfen, um eindeutig diagnostiziert zu werden. Das kann ich im Anamnesegespräch machen und mich auf meinen Bauch verlassen, oder per standardisiertem Test, wie z.B. dem Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI), welcher der bekannteste sein dürfte, und anderen standardisierten Verfahren.
Wenn ich mir dann nicht ganz sicher bin, suche ich mir die Diagnosen raus, die in Frage kämen und mache dann eine Differenzialdiagnose, indem ich bei den die Diagnose differenzierenden Symptomen nochmal genau nachhake, bis ich dann am Schluss mehr oder weniger eindeutig eine Diagnose stellen kann („mehr oder weniger eindeutig“, da die meisten Diagnosen ab einer gewissen Zahl an erfüllten Kriterien stellen darf, wobei nicht alle vorhanden sein müssen….)…hab ich am Schluss nicht raus, was es ist, nehme ich die Diagnose, die mir am besten gefällt und setze das Wort „atypisch“ davor
Dass Diagnosen erst im Nachhinein aufgrund des Anschlagens oder auch Nichtanschlagens von Medikation gestellt werden („Das passt mit Haldol, der is wohl doch schizo…“), ist übrigens ein böses Gerücht. Meist wird gewürfelt…
Etwas leichter hast Du es, wenn Du an einer klinischen Studie teilnimmst, dann bekommst Du die Diagnose, die unsere Ergebnisse signifikant macht…
Kurzgefasst: Das ICD ist hauptsächlich dazu da, um die Krankenkasse glücklich zu machen, weil die einen F-Schlüssel braucht, bevor die zahlt
Sehe ich Body-Modification durch reine Klinikeraugen, stelle ich zunächst ein gestörtes Körperverhältnis fest. Der Patient empfindet seinen Körper entweder nicht schön genug und möchte ihn „verbessern“, oder er hat sich mit seiner subjektiven Hässlichkeit abgefunden und möchte sie unterstreichen. Das ist meist Symptom einer übergeordneten Ichschwäche. Spontan fallen mir da die narzisstische Persönlichkeitsstörung ein (die es heute so als Diagnose eigentlich nicht mehr gibt…), schizoaffektive Psychosen, Borderline usw..
Andererseits kann auch das reine Körperverhältnis in Ordnung sein, aber der Patient emfpindet sich als „in der Masse untergehend“ und möchte durch die Optik herausstechen. Dieses Problem finden wir bei vielen Menschen, das ist das alte Problem der Nichtintegrierbarkeit von Individualität und Gesellschaft…also gleichzeitig Individuum und einer von tausenden zu sein, an die man sich anpassen muss, weil einen die Gesellschaft sonst ausgrenzt…die Optik bietet da einen guten Kompromiss, da ich meine Verhaltensweisen dann im gesellschaftskonformen Rahmen belassen kann…
Das ganze wären dann einen Blick in Richtung sozialer Ängste und Sozialstörungen bis hin zur antisozialen Persönlichkeit wert…je nachdem ob die betreffende Person sich eben nur abheben, aber trotzdem integrieren, oder eben völlig zum Rest der Gesellschaft abgrenzen würde..
Diese ganze Geschichte schaukelt sich dann immer weiter hoch, denn hat sich die Gesellschaft und das Umfeld erstmal an eine Sache gewöhnt, muss das Individuum einen Tacken Auffälligkeit drauflegen, um noch herauszustechen…in einer Gesellschaft, in der Piercings keinen mehr interessieren, weil sie zum Alltagsbild dazugehören, muss ich mir dann eben die Augäpfel blau tätowieren, um noch aufzufallen…insofern fast schon notwendiger logischer Schluss…
Außerdem relevant ist die Altersgruppe, in der dieses Phänomen auftritt. Gerade in der Individuationsphase des Jugendalters und der Früh- und Spätadoleszenz sieht man -auch subkulturabhängig- sehr viele dieser Praktiken, die für eben diese Altersgruppe fast schon typisch sind…für einen 20jährigen sind also bestimmte Verhaltensweisen normal, die für einen 50jährigen schon als pathologisch (oder in deren Rahmen wieder als normal, Stichwort: midlife-crisis) angesehen würden…es gibt kein „ich“ ohne ein „du“ und über Äußerlichkeiten und Kleidung kann man sich einer gewissen Gruppe als zugehörig zeigen, während man sich gegen eine andere (im Jugendalter die Erwachsenenwelt) abgrenzen kann…
Eine weitere Komponente dann schließlich ist die Sexualität. Manchen geht es nicht um das Intimpiercing an sich, sondern um das Gefühl, mit exponiertem Geschlechtsteil wehrlos vor einer Person des anderen Geschlechts zu liegen, die einem dann noch einen Metallgegenstand durch ebendieses stößt…es sind einige Fälle bekannt, in denen das Durchstoßen der Brustwarzen oder des Klitorisbereiches mit der Piercingnadel zu einem Orgasmus der gepiercten Dame führte…insofern sind also auch da die Ursachen auf ganz anderer Ebene zu suchen…
Andere berichten, dass sie während des Stechens einer Tätowierung absolutes Glücksgefühl empfänden (denkbar durch die Ausschüttung schmerzstillender Substanzen aufgrund der Stiche), was letztendlich zu einer regelrechten Sucht am Stechenlassen von Tattoos führt…
Wie Du siehst, ein sehr weites und nicht in ein einzelnes Diagnosekriterium zu pressendes Feld.
In Bezug auf Tattoos möchte ich da auf einen Band unserer Arbeitsgruppe an der Uni Essen verweisen [DAUERWERBESENDUNG ON]:
Wilfried Breyvogel (Hrsg.): Eine Einführung in Jugendkulturen. Veganismus und Tatoos, Wiesbaden (VS-Verlag) 2005
Darin, neben dem Veganismusartikel von Thomas Schwarz lege ich Dir dann den Artikel von Tobias Lobstädt, „Tätowierung in der Nachmoderne“ ans Herz…
[DAUERWERBESENDUNG OFF]
Gehen wir aber nunmal weg von reinen klinischen Kriterien.
Mein Leitsatz war und ist immer: Solange Du niemandem wehtust, kannst Du so bekloppt sein, wie es Dir gefällt.
Etwas differenzierter:
In der modernen Psychiatrie und Psychotherapie rückt der Begriff des „Leidensdrucks“ immer mehr in den Vordergrund…also Dein eigenes Empfinden, ob es Dir schlecht geht, oder nicht.
Für mich ist relevant, ob de Person, die BM betreibt, diese als „Verbesserung“ empfindet. Das Bedürfnis, den eigenen Körper aus Selbsthass etc. zu zerstören würde ich als pathologisch und klinisch relevant (mit allen Konsequenzen…) ansehen. Wobei SVV durchaus eine positive Wirkung hat, das würde aber hier zu weit führen…
Steht also der Schmerz und/oder die Körperschädigung durch Nadeln, Metallringe, etc. nicht im Vordergrund, sondern wird in Blick auf das Endergebnis der Selbstverschönerung billigend in Kauf genommen, so ist dagegen überhaupt nichts zu sagen.
Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist dies mittlerweile Teil der sehr notwendigen -wenn auch für die Erwachsenenwelt schwer zu verstehenden- Individuation und muss immer relativ zur Peer und zum Gesellschaftsteil, in dem sie sich bewegen, gesehen werden.
Prägnanter gesagt: In einer Subkultur, in der alle gepierct und tätowiert sind, ist derjenige, der das nicht tut, der „kranke“ oder der „Außenseiter“ und sticht für mich heraus…stell Dir mal einen Typen in HipHop-Klamotten bei einem Metalcore-Konzert vor…;-)
Ist also der Mann in den Bildern, die Du in Deinem Blog zeigst, mit blauen Augäpfel (die ja nicht seine erste BM sind, wie man an seiner Stirn sieht…) glücklicher, weil es seinem Empfinden von Körperästhetik voll entspricht, ist das für mich völlig okay…genauso wie der, der durch seinen Prinz Albert den Geschlechtsverkehr als erfüllender empfindet oder derjenige, der sich erst als richtiger Schalke/BVB/RWE/welchervereinauchimmer-Fan empfindet, wenn er das Vereinsemblem auf dem Hintern oder sonstwo trägt…
Letzendlich entscheidet auch „die Gesellschaft“ über den Begriff „krank“, da „normal“ eben „normiertes Verhalten“, also das Verhalten des größten Populationsteiles meint…da spielt auch die „Sitte“ eine ebenso große Rolle…und die entscheidet auch über diese Begriffe…ansonsten kämen wir in massive Bedrängnis. Warum?
Nehmen wir das Ohrlochschiessen als Beispiel. Nehmen wir an, psychiatrische Kriterien hätten absolute Gültigkeit, unabhängig von gesellschaftlicher Realität:
Dann wäre ein Mensch, der sich ein Ohrloch für einen Ring schiessen lassen will akut krank. Er hat das Bedürfnis, dass ihm jemand anderes eine leichte Körperverletzung zufügt, um sich einen Ring durch einen Körperteil zu stecken. Allein die Äußerung dieses Wunsches würde eine Zwangseinweisung wegen akut selbstschädigenden Verhaltens nach sich ziehen. Dazu würde sich jeder Schmuckhändler, der dies praktiziert, der Körperverletzung strafbar machen, da diese auch auf Verlangen strafbar ist. Er dürfte auch kein Geld dafür nehmen, da dies dann juristisch gesehen sittenwidrig wäre. Sei es, weil Körperverletzung gegen Geld nicht legal sein kann, oder aufgrund der Tatsache, dass jemand, der um Körperverletzung bittet, offensichtlich krank und somit vermindert oder überhaupt nicht geschäftsfähig ist und somit den mündlichen Vertrag hierzu seitens des Juweliers gar nicht geschlossen werden kann …Und dieser Argumentation würde ja heute absolut niemand mehr folgen…für Piercings -welche zumindest in Ballungsräumen in den meisten Formen absolut gesellschaftsfähig sind- gälte das gleiche…
Fazit: Solange klar ist, dass die Leute sich etwaiger gesundheitlicher Konsequenzen und möglicher Komplikationen voll bewusst und objektiv weder formal denkgestört noch sonstwie in ihrem Denken und dem Erfassen dieser Konsequenzen eingeschränkt sind (also dies im Psychiatrischen Sinne „wollen“) und die BM durch einen entsprechend geschulten Fachmann unter OP-Bedingungen durchgeführt wird, können die sich meinetwegen auch die Sehnerven verlängern und die Augäpfel an die Schläfen tackern lassen, wenn sie es schön finden…
So, viel gesagt und hoffentlich nicht nur gelabert…und hoffentlich Deine Frage halbwegs befriedigend beantwortet…
cd
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]]>Zu später Stunde noch ewas für die Aufgeregte-Eltern-Fraktion:
Es gibt ein neues Gewinnspiel! Die Seite http://www.whenwillamywinehousedie.com verlost einen iPod Touch. Gewinnkriterium: Den Todeszeitpunkt von Amy Winehouse möglichst exakt voraussagen…
Na dann viel Spaß..ich glaube, ich mache dasselbe für Britney Spears…
cd
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]]>Heute etwas ernsteres:
Für alle, die dieses Thema interessiert, Material zu einer Lehrerfortbildung zum Thema „Selbstschädigung und Selbstverletzung“ vom Februar dieses Jahres.
Zu bekommen unter: http://www.drossmann.de/PaedPsych/page1/files/SelbstschaedigungJAG190208.pdf
Das erwähnte Fallmaterial habe ich aus Gründen der Anonymität entfernt.
Vorsicht! Die Folien enthalten Bildmaterial von selbst beigebrachten Verletzungen!
cd
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]]>Vor grob fünfzig Jahren begann der Neurologe Walter Freeman, psychische Erkrankungen zu behandeln, indem er den Patienten mittels scharfer Gegenstände im Gehirn herumrührte. Er nannte dies „Lobotomie“.
Spiegel Online hat gestern einen kleinen Abriss des Themas veröffentlicht.
cd
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]]>Ein Link in englischer Sprache:
Tape shows woman dying on waiting room floor
In New Yorke ist eine Frau wegen aggressiven Verhaltens und Psychosen in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses zwangseingewiesen worden.
WÄhrend ihrer fast vierundzwanzigstündigen Wartezeit (wohl keine Privatpatientin…) ist diese dann im Wartezimmer vom Stuhl gekippt, mit dem Gesicht nach unten auf den Boden geschlagen und dort krampfend liegengeblieben…das Personal ignorierte sie…(naja..in New York passiert sowas auch öfter…)
Dummerweise lief die Überwachungskamera mit…das Band zeigt, dass die Frau um 5.32 Uhr zusammenbrach und um 6.07 Uhr aufhörte, sich zu bewegen. Erst um 6.35 Uhr überprüfte ein Angestellter ihren Zustand, indem er sie mit dem Fuß anstiess, doch da war sie bereits tot…
…eventuell sollte ich erwähnen, dass sie aus Jamaica stammte und somit zur maximalpigmentierten Bevölkerung Brooklyns gehörte…fast hätte ich geschrieben, „das wird wohl der Grund für die Qualität der medizynischen Betreuung gewesen sein“
Was bin ich froh, dass ich hier durch meinen Privatpatientenstatus nicht durch Ingoranz, sondern durch einen alkoholkranken Chefarzt sterben werde…;-)
cd
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]]>Einer geht vor dem Schlafengehen noch:
Die Bayern an sich sind ja nicht nur wegen ihres Katholizismus eher grenzwertig. Ich teile zwar, zeitweise aufgewachsen mit direktem Blick auf Schloß Neuschwanstein, ein wenig die Liebe zum guten alten König Ludwig, aber ein bayrischer Geheimbund. der sich „Die Guglmänner“ nennt, hat für mich doch die Grenze zur Psychiatrie hin überschritten…
Auf der Seite „Suchdienst“ heißt es da:
„Wenn Sie selbst Zeuge der Vorgänge um den Tod König Ludwig II. sind [...]“
Man sucht nach Beweisen für die Ermordung Ludwigs II. Na denn…eich hots wohl…
cd
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]]>Ich will den ganzen Irrsin von wegen Grundrecht auf Hauptschulabschluss, Killerspiele machen süchtig usw. im Moment nicht kommentieren, da ich nur grob unflätig werden würde…daher schaue ich im Moment mal, was man denn so im praxisnahen Englischunterricht verwenden kann.
Hier kommentiert beiepielsweise ein eher schottisch anmutender den Behördenaufruhr in Deutschland wegen des Staufenberg-Films:
YouTube – Secret secrets of scientologist TOM CRUISE BANNED IN GERMANY
Herrlich…so ein schönes Englisch hört man selten..
cd
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]]>Okay…ich sammle ja interessante Störungen…
Diese hier ist wieder eine, an der ich garantiert niemals leiden werde. Die zwanghafte Fixierung auf gesundes Essen nennt man nun “Orthorexia nervosa”.
Sehr gut
Heft 4/08: Ökokost-Junkies – Gesundheit und Psyche Psychologie Heute
cd
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]]>Ich habe ein sehr gestörtes Verhältnis zu Weihnachten.
Diese Weihnachtsgeschichte wurde mir gerade zugespielt:
(ohne Quelle, sollte jemand den Autor kennen, setze ich gerne den entsprechenden Verweis)
Säugling in Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln
Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen
BETHLEHEM, JUDÄA -
In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger
alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust.
Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte
unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter,
einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine
Futterkrippe gelegt worden war.
Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als
Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter
abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei
unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden,
wurde aber von der Polizei daran gehindert.
Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als “weise Männer”
eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch
der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei
Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der
Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber
in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen
waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen
angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen
Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren
Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.
Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt
gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft.
Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: “Der Vater ist
mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir
prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden
zueinander stehen.”
Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und
psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie
behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr
geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen.
In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht:
“Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn
dieser Glaube dazu führt, dass – wie in diesem Fall – ein Neugeborenes
gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache,
dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden,
vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir
jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar
Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.”
Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten
behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen
Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall
aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen.
Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: “Das ist so ziemlich die
dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.”
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