Leute, was ist das denn für ein Kindergarten? Auf eine massiv medienpräsente Demo zu gehen und danach rumzuheulen, weil man von der Polizei aufs Maul bekommen hat oder von einen Wasserwerfer getroffen wurde ist ungefähr so wie mit Badehose und Schnorchel in nen Club gehen und anschließend heulen, weil der Türsteher einen umgehauen hat…
cd
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]]>Meine Güte ist das ein Budenzauber, der wegen eines Bahnhofes veranstaltet werden kann. Ich mach mir da noch später meine Gedanken zu…aber im Moment fällt mir spontan nur ein Kommentar dazu ein:
Warum sagen so viele Zyniker, die Gewalt gegen die Demonstranten bei Stuttgart 21 zeige, dass die Demokratie am Ende sei? Wir sind immer noch ein freies Land, in dem jeder seine Wünsche erfüllt bekommt…ein Land, in dem ein jeder, der den Wunsch hat, sich wegen eines Bahnhofes von der Polizei die Fresse dick hauen zu lassen, diesen ungehindert verwirklichen kann und niemand wird ihn daran hindern…DAS ist wahre demokratische Freiheit…
cd
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]]>Die ersten Obduktionsergebnisse sickern durch. Am Interessantesten ist, dass die Polizei im Fall Lörrach wie auch damals in Ansbach endlich reagiert und nicht lange gefackelt hat. Diesmal mit einem Overkill von 17 (in Worten: Siebzehn!) Treffern. Absoluter Rekord bis jetzt
cd
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]]>Aha...Basicthinking teilte es heute mit, heute ist der “Quit Facebook Day“. Ich verstehe die Aufregung nicht. Eine Löschung des Facebook-Accounts hilft nicht, wenn Google die eigenen Daten sowieso an die Polizei und den Geheimdienst weitergibt…
Und ich für meinen Teil bleibe auf Facebook. Ich habe heute schon wieder eine Menge neuer Freude gefunden…
cd
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]]>Heute hatte ich auch die Ehre, das BKA als Gast zu haben. Zugriff von: http://int.gr-st1.bka.de/db_InTE-Z/ermittlungen_laufend/
Fall es ein fake-Referrer war: Denkt Euch was Neues aus!
Falls der Zugriff echt ist: Hören Sie auf, jugendgefährdendes Material öffentlich zugänglich ins Internet zu stellen!
cd
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]]>Der Überwachungsstaat fordert seine ersten Opfer…nachdem ein Kollege einen Wachmann, der von sich einen Ganzkörperscan in einem der berüchtigten “Nacktscanner” anfertigen ließ, wegen seines kleinen Penis gehänselt hatte, rastete dieser aus und verprügelte ihn mit einem Teleskopschlagstock auf dem Parkplatz…und ja, ich finde auch, der Typ sieht aus wie Billy Joel….
cd
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]]>..woran ich das erkenne? Ich lese gerade einen Tweet von BasicThinking, der sagt, dass die Computer des Bloggers Jason Chen, der bei Gizmodo den verlorenen iPhone-Prototypen vorgestellt hatte, per Durchsuchungsbefehl von der kalifornischen Polizei beschlagnahmt wurden. Und was fällt mir an den gescannten Dokumenten als erstes auf? Dass es in der letzten Zeile des ersten Absatzes “seizable” und nicht “sizeable” heißen muss…
cd
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]]>Der Jahrestag von Winnenden ist gelaufen und schon kehrt wieder Normalität im Lande ein. Naja…fast jedenfalls, eine Gruppe unerschütterlicher Idealisten hat immer noch das Patentrezept gegen Amokläufe. Schuld an allem sind ja vor allem die Waffen, die man im Prinzip an jedem Kiosk kaufen kann (zumindest im Norden von Essen, die Walther P99 Zollverein-Karnap Special Edition ist z.B. ein beliebtes Touristensouvenir aus der Kulturhauptstadt, genau wie Platten vom Vogelheim Hartreim Projekt). Die Grünen als Berufsaufgeregte Baumkuschler schreien natürlich am lautesten. Stein des Anstoßes: Die Waffenmesse in Sinsheim. Nach der “Schamfrist” wegen Tim Kretschmer hat nun zum ersten Mal wieder die Internationale Waffenbörse IWB stattgefunden. Der Veranstalter warb mit dem Slogan, die Messe sei “für die ganze Familie”. Daran störten sich die Grünen am meisten und verlangen das totale Verbot aller Waffenschauen. Ich denke, das Problem ist deutlich kleiner. Es liegt an dem Wort “für”…Waffen sind natürlich gegen die ganze Familie!
Eine ähnlich lahme Argumentationslinie verfolgt Mitch’s Weblog, das sich darüber aufregt, dass ehemalige Dienstwaffen der Polizei und anderer Behörden an Privatpersonen veräußert werden. Ich lasse die Argumentation für sich selbst sprechen:
“[...] Ein Rentner tötet drei Männer mit einer P3-Pistole. Der Bundesgrenzschutz hatte diese Waffe in den sechziger Jahren ausgemustert und verkauft. Noch Jahrzehnte später können solche Waffen töten, die Behörden in den freien Handel gaben…”
Ähm..ja…genau wie fabrikneue…habt Ihr Weltverbesserer echt nicht mehr drauf als “Wenn wir Waffen abschaffen, gibt es keine Gewalt mehr auf der Welt!” ?!…selbst der Pfeiffer hat doch mittlerweile verstanden, dass ich zur Not auch mit einem Quietscheentchen jemanden umbringen kann..
Aber wenigstens ist ja hinreichend bekannt, dass Killerspiele zu schweren Krankheiten führen…
cd
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]]>Im Moment macht gerade die Meldung über eine Zwölfjährige in den USA die Runde, die nachdem sie mit -abwaschbarem(!)- Filzstift auf ihren Tisch gekritzelt hatte, von der Polizei in Handschellen abgeführt worden und dann “mehr als zwei Stunden” an einen Pfosten im Polizeipräsidium geketten gewesen sein.
Ihre Eltern haben nun Klage gegen die Polizei eingereicht und verlangen eine Million Dollar Schadenersatz…die Rechte des Mädchens seien verletzt worden…
1. Das war in Queens, da fällt das unter “pädagogischer Handlungsrahmen”
2. Immerhin ist sie nicht hingerichtet worden…
cd
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]]>SO geht es natürlich auch:
“Alles Schall und Rauch” berichtet inklusive Video, dass eine Studentin der Universität Wisconsin namens Robyn Foster von drei Polizisten im Hörsaal verhaftet wurde, nachdem sie eine Rückfrage zu einer Prüfungsaufgabe gestellt hatte. Die Dozentin rief daraufhin sofort die Campuspolizei wegen Unterrichtsstörung.
Ich hätte für meine Schüler ja lieber einen Taser…
cd
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]]>Ok, weiter mit dem Kommentar.
Weitere Belege dafür, dass Tim Kretschmer nicht der Täter von Winnenden gewesen sein kann sind u.a. folgende:
2. Ein “schwarzer Kampfanzug /-uniform” sei “typisch für Spezialkräfte der Polizei, aber nicht für 17-jährige. (S.4)
Ja, genauso wie das wilde um-sich-Schießen, dennoch passiert es. Auf der einen Seite also ist für die Autoren sicher dass “niemand erzählen kann”, dass die Schüler nach dem ersten Schuss “ruhig sitzen geblieben” (S. 22), sondern “in Aufregung” bzw. “in Bewegung/Aufruhr” (S. 15) waren, gleichzeitig aber wird als sicher angenommen, dass die in dieser Aufregung wahrgenommene schwarze Kleidung eine “Kampfuniform” gewesen sein muss.
3. Igor Wolf – ist er nun glaubwürdig, oder nicht?
Auf der einen Seite wird “Fluchtwagenfahrer” Igor Wolf recht früh im Bericht als “Lügner” (S. 6) bezeichnet, seine Aussagen bezüglich der Fahrt seien “ausgesprochen unglaubwürdig” (S. 37), das Interview “wenig glaubwürdig” (s. 48) gleichzeitig wird aber seine Aussage, Kretschmer habe die Waffe in der rechten Hand gehalten zum zentralen Dreh- und Angelpunkt, wenn es um den “Beweis” geht, dass das letzte Video des Täters eine Fälschung sei. (z.B. S. 7)…
Leute, entweder eine Quelle ist unglaubwürdig und/oder steckt mit den Hintermännern unter einer Decke, dann heißt das aber auch, alle Aussagen sind nicht verwertbar, oder aber ich glaube dem Mann, dann sind aber auch alle Aussagen gleichwertig…nur das rauspicken, was die eigene Argumentation stützt, gilt nicht
3. Der Tatort wurde “nachbearbeitet”, die Position der Leiche im Video stimmt nicht mit den Markierungen überein
Ein Amokläufer, der kampfunfähig ist, ist keine Bedrohung mehr. Ist er verletzt, hat er das Recht auf medizinische Hilfe. Ein Laie darf den Tod eines Menschen nicht feststellen, der Täter ist erst dann tot, wenn ein Arzt dies offiziell bestätigt. Vorher müssen sämtliche indizierten Rettungsmaßnahmen durchexerziert werden. Dafür wird man Kretschmer auf den Rücken gelegt haben. Diese plausible Möglichkeit wird von den Autoren nicht in Betracht gezogen, würde aber erklären, warum die Umrisse um die Leiche nicht der Position des gefallenen Täters im Video entsprechen. Ob die Leiche “sehr weit” (S. 107) bewegt wurde, wird nicht mehr zu klären sein…
Ein Kopfschuss kann, muss aber nicht stark bluten, wenn die Kugel sofort tödlich wirkt und der Kreislauf schlagartig zum Erliegen kommt und wenn es gleichzeitig aufgrund von Kaliber und Laborierung nicht zu einer Zerlegung des Schädels kommt. In Fällen von 9mm Para kann es auch zu einer leichten Sickerblutung kommen, die wenig Spuren hinterläßt. (Bildbeispiel einer geringen Sickerblutung nach aufgesetztem(!) Schuss in die Schläfe – Vorsicht unschön!-)
Die neuen Markierungen müssen nicht notwendig Beweis einer “Nachbearbeitung” des Tatortes sein. Ein späterer Ortstermin der Untersuchungskommission ist wahrscheinlicher und wird vielleicht im noch zu erwartenden Bericht erwähnt werden.
Soviel erstmal als Teil 2
cd
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]]>Bald ist es soweit, die Tat von Tim Kretschmer in Winnenden jährt sich am 11. März. Schon geistern im Netz die üblichen Beiträge herum und das Thema ist wieder aktuell. In loser Folge einige Sachen, über die ich gestern und heute gestolpert bin:
1. Trittbrettfahrer des Suchbegriffs
Die Firma Golden Section Graphics erstellte damals eine Grafik zum Tathergang des Amoklaufes. Am 4. März schreibt sie in ihrem Blog:
“Wir hatten seinerzeit eine Infografik über den Hergang der Geschehnisse erstellt und bieten diese Grafik jetzt natürlich wieder zum Nachdruck an.”
Geschäftstüchtig die Jungs…
2. Verschwörungstheorien und die üblichen Verdächtigen
Am 3. März erscheint bei Europnews ein Artikel unter dem Titel “Rätsel Winnenden: Fragen werden nicht beantwortet.”
In Bezugnahme auf ein Flugblatt einer Bürgerinitiative zur Aufklärung der Tat von Winnenden werden dort analog zum Fall Erfurt mehr oder weniger unsinnige, verschwörungstheoriehafte Fragen aufgeworfen. Eric T. Langer ist natürlich auch wieder mit von der Partie.
U.a. wird behauptet, es gebe keine Beweise dafür, dass die Waffe von Tim Kretschmers Vater tatsächlich die Tatwaffe gewesen sei. Auch habe niemand Kretschmer als Täter identifiziert. Sicher? Dazu z.B. das Interview mit Igor Wolf, der von Kretschmer für die Flucht mit seinem Auto entführt wurde.
Noch hanebüchener ist folgende Frage:
2. Warum wird darüber hinweg geschwiegen, dass die Polizei den/die Täter nicht verfolgte oder beschoss, weder in der ARS noch in Wendlingen, als Igor Wolf als “Kidnapping-Opfer” auf einen Streifenwagen zu rannte?
Sicher…klar…es ist absolut konform mit den Dienstanweisungen der Polizei, bei vermeitlichem Täterkontakt Cobra11-mäßig loszuballern…
Leute, wartet doch den offiziellen Bericht ab…dann wirds auch die geforderten Obduktionsberichte geben…
3. Killerspiele sind an allem Schuld
Auch dieses Argument wird wieder aufgewärmt…
Stigma Videospiele zitiert am 3. März Innenminister Heribert Rech von der CDU:
“Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot Ernst machen.”
4. Panikmache von engagierten Experten
Als letztes Fundstück das Winnenden-Blog von Dipl. Psych. Dr. Horst Siewert. Dieser ist für mich zu einer Spezies zuzurechnen, die ich ganz gerne als “Berufsaufgeregte” bezeichne. In diesem Fall ist wohl auch etwas Schlüsselwortopportunismus im Spiel.
Das dramatische Bild im Header kündigt groß “Erfahrungen, Folgen und wissenschaftliche Aussagen zum Thema Amok” an…der erste Eintrag vom 23. März 2009 kündigt groß das neue Blog an, Winnenden sei ja nur “30 Minuten” weg und Bilder würden folgen…dann nichts mehr.
Erst am 4. März 2010 dann -pünktlich um am Jahrestag von Google indexiert und auffindbar zu sein- wieder ein Eintrag mit dem Titel “Amokprognosen”. Der Ton entspricht wenig der versprochenen Wissenschaftlichkeit und stellt eher die übliche Panikmache auf Spiegel- und STERN-Niveau dar.
Siewert behauptet -ohne jegliche Belege-: “die Anzahl der Fälle wächst kontinuierlich und gewaltbereite Jugendliche nehmen die in Deutschland weitgehend ungeschützten und offenen Schulen ins Visier.”
Es folgt Lamento, wie viele Schüler Amokphantasien haben und in Behandlung seien, sie brächten “Messer und Macheten in Tötungsabsichten mit” und “Nach den vorliegenden Hochrechnungen können wir davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer von jungen Menschen gibt, die mit dem Gedanken an Amok spielen.” Und wo liegen diese Hochrechnungen bitte vor?
Auweh…nach diesen hochwissenschaftlichen Erkenntnissen gehe ich ab Montag nur noch mit Stahlhelm und Schutzweste unterrichten…
Grandios, freuen wir uns auf mehr lustige Nachrichten in Bälde…
cd
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]]>Nunja, eigentlich wundert es mich nicht. Der Spiegel hat heute eine weitere Sensationsmeldung. Hintergrund ist eine psychotische religiöse Familie aus Baden-Württemberg. Die Eltern weigerten sich eine lange Zeit, ihre Kinder an einer öffentlichen Schule unterrichten zu lassen, da ihrer Meinung nach die dort vermittelten Inhalte gegen Christliche Grundsätze verstießen. Sie unterrichteten sie im Heimunterricht, bis die Polizei die Kinder zwangsweise zur Schule brachte und den Eltern rechtliche Konsequenzen bis zur Haft drohten. (vgl. z.B. die Süddeutsche am 06.04.2009: Flucht vor der Schulpflicht)
Daraufhin wanderte die Familie nach Tennessee aus und bat wegen “politischer Verfolgung” aufgrund ihres Glaubens um Asyl. Diesem Antrag wurde nun am Dienstag stattgegeben:
Besonders interessant: Die Kinder hätten nach Aussage der Romeikes mit “Gewalt und Mobbing” zu kämpfen gehabt…ja, da kann man nur in die US-Südstaaten auswandern, dort wird es sicher um Längen besser sein.. ![]()
Zumindest ist in den USA Heimunterricht legal..
Kann man daraus nicht ein Abkommen machen? Wir nehmen ganz Guantanamo auf und schicken noch 5.000 Mann nach Afghanistan, den Westerwelle noch dazu und dafür müssen die USA unterschreiben, dass sie ohne Rückfrage jeden unserer religiösen Irren aufnehmen und behalten müssen…das wäre doch angewandte Friedenspolitik…
cd
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]]>Ok, die Tat am Carolinum in Ansbach ist nun einen Tag her, schon kommen die Patentrezepte. Bereits im Kontext von Erfurt, Winnenden etc. wurde der Ruf nach mehr Schulpsychologen und Sozialarbeitern an Schulen immer lauter.
Der STERN titelt heute beispielsweise “Polizeigewerkschaft zum Amoklauf: Deutschlands Schulen sind nicht sicher!” und finanznachrichten.de berichtet unter Berufung auf die Rheinische Post gar, die NRW Schulministerin Barbara Sommer wolle “nach Amoklauf 1000 neue Schulpsychologen”.
In den Jahren in der Schulforschung habe ich dazu recht einschläigige Erfahrungen gemacht und halte bis heute die Annahme, Schulpsychologen und Sozialarbeiter an Schulen könnten Amokläufe verhindern, für nicht haltbar. Gleichzeitig denke ich auch, wird eine flächendeckende Ausstattung aus finanziellen Gründen nie passieren.
Warum funktioniert das ganze nicht? Ein paar Erfahrungen dazu:
1. Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort ein Büro haben sind automatisch mit dem System Schule assoziiert. Generell schuloppositionelle Schüler werden diese nicht freiwillig, sondern nur unter Zwang aufsuchen. Psychologen und Sozialarbeiter können zwar schweigen, aber nicht zu jedem Sachverhalt. In strafrechtlich relevanten Dingen müssen sie die Schulleitung informieren, die dann entscheidet, ob die Sache an die Polizei geht. Das ist den Schülern bekannt, also werden sie die in diesem Kontext wirklich interessanten Dinge nicht erzählen, selbst die Fünftklässler haben den Bogen der Desinformation recht gut raus und wissen auch um ihre Strafunmündigkeit.
2. Dieser Umstand führt dazu, dass man letztendlich als Strafinstanz endet. Ich habe an einer Schule die Supervisionsgruppe eines Betreuungsteams geleitet und in dem Rahmen versucht, ein Counsellingkonzept zu etablieren, dessen Grundsatz die Freiwilligkeit seitens der Schüler ist.
Am ersten Tag des Versuchs, ich bin noch gar nicht in meinem Büro, höre ich bereits über die Schulsprechanlage (die in allen Klassenräumen zu hören war!) nur, wie die Schulleitung einen Schüler namentlich ausruft und ihm befiehlt, sofort in mein Büro zu gehen….so viel zum Thema Freiwilligkeit…
Der örtliche Sozialarbeiter war nur die halbe Woche vor Ort, eine volle Stelle wäre nicht finanziert worden…somit war ich sofort die Anlaufstelle für alle zu sanktionierenden Schüler…Privatgespräche? Vertrauensaufbau? Nix…ich war sofort der “zweite Sozialprediger”…nach zwei Monaten gab ich den Versuch auf…vor Ort ist ein echtes Vertrauensverhältnis nicht zu etablieren…das Kollegium war ohnehin skeptisch, statt eines Sozialarbeiters sollte lieber noch eine weitere Lehrkraft angestellt werden und ich als “Anwalt der Schüler” sei ohnehin überflüssig…nunja…
Unnötig zu erwähnen, dass Schulen oberhalb der Hauptschule größtenteils statt Prä- oder Intervention die deutlich einfachere Entsorgungspolitik fahren…”Sowas kann man über die Note regeln.”…
3. “Amokläufer” sind tendenziell sehr lange unauffällig…Steinhäuser, Kretschmer, Georg R. – sie alle werden als ruhig und mehr oder weniger isoliert beschrieben. Solche Schüler fallen im Regelbetrieb nicht auf…zu den Sozialarbeitern und ins Schulleiterbüro werden die geschickt, die durch Stören, Gewalt und andere “laute” Dinge auffällig werden…an Schulen mit einem höheren Anteil so auffälliger Schüler, gerade in den von uns beobachteten “sozialen Brennpunkten” sind Lehrer und Sozialarbeiter froh, wenn ein Schüler einfach nur ruhig ist. In einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten, in der man über die Hälfte der Zeit mit dem Disziplinieren der Schüler beschäftigt ist, ist dies auch nicht zu leisten…ich kenne ja beide Seiten..
Isoliert sich ein Schüler, ist das halt so…hauptsache er macht keinen Ärger und kommt halbwegs regelmäßig zum Unterricht, schreibt seine Arbeiten und bekommt irgendwann seinen Abschluss…vertrauen sich diese Schüler nicht freiwillig einem Sozialarbeiter oder Schulpsychologen an, kennt man sie oft nicht einmal…es sitzen ja noch über 30 andere in der Klasse..
4. Eltern sind nahezu grundsätzlich für auffälliges Verhalten ihrer Kinder völlig blind…die Kinder waren ja schliesslich “schon immer so” und auch den Eltern ist ein Kind, das kaum redet und lieber still in seinem Zimmer ist, eigentlich ganz recht, vor allem, wenn beide berufstätig sind…spricht man die Eltern auf soetwas an, hört man nur, man habe “keine Ahnung” oder “wir kennen unseren Sohn besser als sie” oder “Reden Sie uns nicht in unsere Erziehung rein…”..faktisch ist es eigentlich so, dass man die Eltern, die man eigentlich nicht sehen will, permanent bei sich sitzen hat und man sich nur wünscht, sie würden das Mädchen oder den Jungen mit ihren Leistungsansprüchen mal fünf Minuten in Ruhe lassen…und die Eltern, die man dringend zu einem Gespräch bittet, kommen entweder nicht oder zeigen ebendieses Verhalten…der schönste Satz in dieser Zeit: “Hätte die Schule nur solche Schüler wie unsere Tochter, dann hätte die Schule keine Probleme.”
Solange die Eltern immer am besten wissen, was gut für ihr Kind ist, ist man da chancenlos…baut man Druck auf, ist man sowieso böse und die Eltern unterstützen das Kind noch in seiner schuloppositionellen Haltung…
Greift man dann an den Eltern vorbei ein, sollte man auf richtig festem Boden stehen…der vermutete Drogenkonsum eines Jungen, der ständig träge und lustlos war, stellte sich erst nach dem Gespräch über Drogentests als Symptom eines Herzfehlers heraus…ups…war ein Heidenspass…
Danach überlegt man sich zweimal, ob man sich nochmals derart in die Nesseln setzen möchte.
5. Je höher das Ansehen einer Schule, desto geringer die Bereitschaft, einen Sozialarbeiter oder Schulpsychologen anzustellen. Es ist schlichtweg falsch, dass das nicht ginge..man verliert halt nur eine Lehrerstelle dafür oder hat einen Kollegen mit Zusatzqualifikation, dem man für die schulpsychologische Arbeit Stunden anrechnen muss, die dieser nicht im Unterricht steht..
Je elitärer jedoch das Gymnasium, umso mehr heißt es “das brauchen wir hier nicht”…die Angst ist zu groß, dass man durch die Anwesenheit eines Sozialarbeiters nach aussen hin zeigt, man würde auch einen brauchen. Über das Ansehen von Sozialpädagogen in höheren Gesellschaftsschichten (sorry, das heisst ja jetzt “Milieu”..oder doch “Kaste” ?) muss ich mich denke ich nicht auslassen…und wirklich auffällige Schüler schmeisst man von der Schule…Problem gelöst..
6. Alles was ausserhalb des Unterrichts passiert, fällt auch nur in den wenigsten Fällen auf…wird ein Schüler auf dem Schulweg und/oder in der Freizeit gemobbt, verprügelt, abgezogen, ausgegrenzt etc. merkt man als Lehrer davon nichts in einer Masse von mehreren hundert Schülern…vertrauen diese Kinder aus Scham oder Angst sich weder Eltern noch Lehrern an, haben auch diese keine Chance…Sozialarbeiter helfen dagegen nicht, da die fraglichen Schüler wie oben erwähnt, deren Einflussbereich sehr genau kennen..erst wenn Verletzungen auftreten, wird reagiert, aber meist auch wieder abgewiegelt…
Das nur als kurzer Abriss…was also als Fazit bleibt ist:
1. Ist Schule negativ konnotiert, sind es auch ihre Angestellten…nicht reparieren, wenn es den Schülern schon schlecht geht, sondern an einer Aufwertung des Bildes von Schule arbeiten..mein Appell bleibt: Behandelt Eure Schüler so, dass sie Euch nicht erschiessen wollen…
Gerade an Gymnasien existiert in den Köpfen von Lehrern und Eltern ein nicht mehr zeitgemäßes Bild der absoluten Autorität, die aber an keiner Stelle durch Vorbildfunktion legitimiert wird..
An der Abgrenzung der Schichten untereinander wird aber keine Politik der Welt etwas ändern können…
2. Bessere Ausbildung für die Primarstufe…heutige GrundschullehrerInnen besitzen wenig bis gar keine diagnostische und andere psychologische Kompetenz, sind schon an der Uni bei Professoren und Studierenden als “Kindergärtnerinnen” unbeliebt, handlungspraktische Dinge werden nicht gelehrt, denn “dann können wir hier ja gleich eine PH draus machen” usw…aber nur in dieser Altersklasse ist noch pädagogisch und therapeutisch gegenzulenken…im Altersbereich der Sekundarstufen sind pathologische Muster bereits so eingefahren, dass von Prävention keine Rede mehr sein kann…
Die Bilanz unserer Studie war: Die Muster sind eingebrannt…mit viel Mühe und intensiver Betreuung kann kurzfristig Besserung erzielt werden, lässt man die Schüler dann jedoch wieder von der Leine, verfallen sie innerhalb kürzester Zeit wieder in die alten Strukturen…nichts ist so angenehm wie das Bekannte…die nötige Intensivbetreuung über lange Zeit ist nicht finanzier- und realisierbar..
Das ersmal mein Gedankenstrom dazu…mehr vielleicht später..
cd
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]]>Ich habe ja einiges Nachzuholen an bösartigen Kommentaren über die aktuellen Ereignisse…
Aber heute nur eben etwas, das mich direkt anspringt:
Die Tagesschau stellt selbst in ihrem Beitrag die Verknüpfung her, aber man merkt den Irrsinn auch so ganz schnell…
Die Paranoiker haben gewonnen, das Waffengesetz soll nun verschärft werden…super…es werden subventionierte Milch und importierter Honig fließen, wie immer…kurios ist aber dann, dass die Länder im gleichen Zug ausrangierte Dienstwaffen der Polizei an privat verkaufen, oder?
Janeeisklaar…
cd
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]]>Ich gebe zu, der Titel dieses Eintrages ist ein wenig Effekthascherei, aber so oder so ähnlich würde vermutlich eine Schlagzeile zum Thema lauten…
Warum schreibe ich das? Nun, es geht im Moment in den Medien ja lang und Breit über Jugendschutz, Killerspiele, Gewalt und dergleichen…man diskutiert, wie man auch im Internet den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu jugendgefährdendem Material erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen kann…die Diskussion um die Machbarkeit einer vollständigen providerseitigen Filterung von Seiten, die Kinderpornographie enthalten, liegt auf der gleichen Schiene…
An sich doch ein guter Ansatz..ich bereite aber gerade Material zur Unterscheidung von selbst- und fremdverursachten Verletzungen vor und stieß dabei auf einen Sachverhalt, der mich sehr nachdenklich macht…
Auf allen Seiten der Polizei und der Kriminalpolizei gibt es eine Rubrik „Fahndung“. Dort gibt es immer auch zwischendurch unbekannte Tote, die identifiziert werden sollen.
In einigen Fällen sind die Bilder retuschiert und die gröbsten Entstellungen und Verletzungen nicht mehr deutlich erkennbar…in anderen Fällen aber handelt es sich um Fotos direkt vom Tisch des Gerichtsmediziners…ungeschönt und beim Anklicken hochauflösend und bildschirmfüllend…
Ich habe aufgrund meines Interesses für das Thema Gewalt schon einiges sowohl in Bildern als auch realiter gesehen und doch bin ich nach einem Foto der Wasserleiche einer jungen Frau, die mich von meinem 30-Zöller überlebensgroß angrinste (und zwar aufgrund der fehlenden Lippen) erstmal eine rauchen gegangen…was diese Erfahrung wohl mit einem Kind gemacht hätte, das sich einfach nur für die Kripo interessiert und auf die Seite schaut, weil „Fahndung“ so aufregend klingt…
Ich muss mich teilweise rechtfertigen, wenn ich erwachsenen Leuten, die sich bewusst für den Themenkomplex angemeldet haben, Ausschnittvergrößerungen von Wunden in Schwarzweiß zeige…
Diese Bilder sind nicht nur von der Hauptseite mittels weniger Klicks für jeden (also auch für Zehnjährige!) auffindbar, sondern auch noch -aufgrund eines fehlenden nofollow-Tags- Google-Indiziert und somit geballt anzutreffen…
Wer sehen möchte, was ich meine, der gebe einmal in der Google-Bildersuche das Stichwort „unbekannte Tote“ ein…die Bilder von „Kripo Live“ des Mitteldeutschen Rundfunks sind besonders angenehm für den Betrachter…
Davor warnt kein Disclaimer, kein „Über-18“-Login usw…das ist ja alles im Dienste der Polizeiarbeit…
Ein Film, der das gleiche zeigt, bekommt keine Jugendfreigabe…
Sollte die Polizei beim Jugendschutz vielleicht mit gutem Beispiel voran gehen?
cd
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]]>Hmmm…es ist lustig, weil es so wahr ist:
„
…gefunden auf www.ibash.de
cd
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]]>Auweh…Günther Jauch hat wieder zugeschlagen…ich bin durch einen Suchbegriff in den Logs drauf gestoßen…und DAS noch an meinem Geburtstag…wie furchtbar…
Klassischer Privatsendermüll…mal wieder wird die Borderlinestörung als die absolute Horrorkrankheit dargestellt, mit Kriminalität, Abusus, Kriminalität usw..
STERN-TV: Borderline-Syndrom: ‚Bis nur noch Erschießen übrig blieb‘
Dort heißt es u.a.: „Wegen seines Drangs zu sterben rutscht Peter Detert in die Kriminalität: Er bricht in eine Arztpraxis ein, um sich Tabletten zu besorgen. Aus den Psychiatrien, in die er eingewiesen wird, gelingt ihm stets die Flucht. Dort finanziert er sich sein Leben durch Diebstähle und Einbrüche. Schließlich plant er, sich zu erschießen: Dafür bricht er in eine Polizeistation ein, lässt eine Maschinenpistole und eine Neun-Millimeter-Pistole mitgehen. Jetzt wird mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm gefahndet.“
Himmel, Rektum und Zwirn…da reißt man sich besagten Körperteil auf, um in Vorträgen, Tagungen, Schulungen etc. den Menschen klarzumachen, dass Menschen mit Borderline nicht alles ritzende, gewaltbereite Psychopathen sind und dann kommt Wer-wird-Bildungsverliere-Jauch und haut alles wieder zusammen…schöne neue Medienwelt…
cd
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]]>Noch ein Artikel aus dem Schulspiegel:
Polizei will Schüler auf „Drogenpfad“ stoppen.
Offensichtlich will die Polizei die Kontrollen auf den (Fuß-) Wegen nach Holland verschärfen, um Jugendlichen, welche eine Tour durch die Coffeeshops planen, den Spaß zu verderben…
Ziel der Prävention ist besonders der „Tegelse Weg“, der Kaldenkirchen mit Venlo verbindet und von Freunden des holländischen Glücksklees sehr stark frequentiert wird und nur noch der „Drogenpfad“ genannt wird. Entsprechend heißt das Anti-Kiffer-Kommando auch „Ordnungspartnerschaft Drogenpfad“. Es sollen dort nun „Drogenberater vor den Folgen von Haschischkonsum warnen“ und die Polizei will alle Minderjährigen dort freundlichst zurück nach Hause begleiten.
Ich bin sicher, das wird helfen…;-)
cd
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]]>Hmm…im Kontext des ja immer schlimmer werdenden Internets und der riesengroßen Gefahr, die davon ausgeht, hat nun auch die Polizei eine neue Handreichung für Lehrer zum Thema Medienkompetenz und neue Medien veröffentlicht, unter dem plakativen Titel “Im Netz der neuen Medien”.
Ich habe es noch nicht ganz gelesen, aber es ist eine Mischung aus recht guter Einführung für Leute, die das Thema noch überhaupt nicht kennen und der üblichen behördlichen Panikmache…ich habe bald einen Vortrag zum gleichen Thema…mal sehen, ob ich diese Broschüre unter die Nase gehalten bekomme
Ihre Polizei – Im Netz der neuen Medien
cd
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]]>Da ich auch Deutsch für Ausländer unterrichte, hatte ich beim Lesen meiner Emails gerade die genialste Geschäftsidee aller Zeiten.
DEUTSCH FÜR SPAMVERSENDER!!
Warum?
Ich hatte gerade folgende Phishingmail in meinem Postfach:
______
ch habbe ihnen die zahlung fuer das traktort fuer 2 wochen gesicht und sie antworten mir garnicht,ich werde meine anwalt ruffen und ihnen zu ebay und das polizei denunzieren weil sie um meinen geld die 4000 euro das ich ihnen in voraus gesicht habbe betrugt.Sie mussen antwort so bald wie moglich oder sie werden das polizei zu ihre tuer habben in ein par tage.
Bitte antworten Sie ASAP.
Um diesen Artikel reagieren, gehen Sie zu [falsche Ebay-Auktion]
______
Denjenigen, die auf eine solche Mail tatsächlich reinfallen, rufe ich mit Freuden zu: Darwin wusste es vorher…
Das Polizei kann ich gerne zu meine Tuer haben, sofern der Typ mitkommt…dann hat der meine Duden zu seine Fontanelle…
cd
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]]>So spart man sich den nächtlichen Weg zum Hauptbahnhof:
Naja, Haschisch ist nichts für mich..ich ziehe mir lieber eine Line und gehe dann schillen…
cd
EDIT: MOOOOOMENT!!!
“Als die Plantage der Selbstversorger entdeckt wurde, rückten Polizei und Feuerwehr mit Benzin und Reifen an, um das Feld möglichst schnell abzubrennen.”
Ich lasse den Satz mal kommentarlos so stehen….mit Benzin und REIFEN….??!!
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