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Pharmaindustrie » Die ganze Welt des Wahnsinns

Beiträge mit tag "Pharmaindustrie

ADHS und Ritalin 2

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Im Verhaltensoriginell-Blog lese ich einen Eintrag, der mal wieder die ganze Bandbreite der Ritalin-Debatte zeigt. Offensichtlich hat sich der Wirkmechanismus von Methylphenidat immer noch nicht überall herumgesprochen, bzw. wird von RTL und Co. mit dem üblichen Sensationsjournalismus und seinen Horrorgeschichten überschrieben…

Stein des Anstoßes ist der Artikel “Studie: ADS/ADHS-Kinder sind mit Ritalin leistungsfähiger” beim Lehrerfreund. Der Lehrerfreund lässt sich leider in Bezug auf die aktuelle Studie zu der Wirksamkeit von Methylphenidat von Prof. Richard M. Scheffler von der University of California hinreißen. Er verfällt sofort in die Klischeeschiene, fordert unter Rückgriff auf Dr. Gumpert “alternative Heilmethoden” und unterstellt den eher Medikamente empfehlenden Scheffler natürlich sofort in die Ecke der Pharmalobby.

Das mit den alternativen Heilmethoden ist völliger Bullshit. Haben wir genuines AD(H)S, haben wir es mit einer hirnorganischen Störung zu tun, die zwar verhaltenstherapeutisch handhabbar gemacht werden kann, aber ohne Medikamente ziemlich fruchtlos bleibt. Der erste Kommentator des Beitrages schreibt direkt richtigerweise, dass Methylphenidat die Therapiefähigkeit erst einmal überhaupt herstellt. Natürlich bringt Ritalin nix, wenn die Diagnose nicht stimmt, aber das habe ich in einem anderen Artikel ja schon lang und breit erklärt…

Interessanter als die Artikel an sich sind aber die Kommentare. Eine Auswahl: (weiterlesen …)

Die Pharmaindustrie – Von Lobbyismus und Drittmitteln

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Es scheint mir, dass das Sommerloch dieses Jahr recht früh dran ist. Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte im April eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass von der Pharmaindustrie finanzierte Studien für das eigene Produkt positiver ausfallen, als neutrale Untersuchungen. Die Firmen hätten “die Evidenz verbogen, bis sie für das Marketing tauglich war“. Ach wirklich…mein Gott, wer hätte das gedacht…das Thema wurde natürlich von der FAZ aufgegriffen und von diversen Blogs. z.B. bei “Stationäre Aufnahme” oder bei “LobbyControl“. Lustig wird es bei letzterem bei den Kommentaren. Der erste Kommentar sagt direkt: “Behandlung mit Psychopharmaka führt in die Arbeitsunfähigkeit und in den Misserfolg, trotzdem werden diese Medikamente auch gegen den Willen von Betroffenen weiterhin verabreicht.” Hat zwar mit dem Thema nichts zu tun, aber Hauptsache wieder Stimmung gegen die bösen Psychopharmaka machen…dass dies angeblich so wenig Gehör finde, liegt für mich weniger an einer großen Pharmaverschwörung als mehr an der Tatsache, dass das Thema einerseits einfach so was von durch ist, andererseits an der üblichen Naivität, andere Medikamente wären harmloser…auch Naturheilmittel können einen durch eine Bleivergiftung killen, da muss man kein bleihaltiges Antidepressivum genommen haben… (weiterlesen …)

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Skandal in der Pharmaindustrie: “Hochwirksames” Antidepressivum mit Blei verseucht!

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Ich bin ja eigentlich jemand, der mehr Vertrauen in die Chemie als in alle anderen Formen der Heilung hat, aber bei der Meldung bekomme ich nen Hals…

Das in den USA wie in Deutschland weit verbreitete Antidepressivum “Projectil” steht laut etlicher amerikanischer Medien nun im Verdacht, für eine große Zahl an Todesfällen verantwortlich zu sein. Projectil galt in der Behandlung chronisch rezidivierender oder lavierender Depression seit seiner Einführung als die ultima ratio, eine einmalige transcraniale Gabe von Projectil führt in den allermeisten Fällen zum sofortigen Verschwinden aller Symptome der Depression. Projectil ist durch seine Zäpfchenform leicht dosierbar und zeigt volle Wirkung Sekunden nach der Verabreichung, ob nun transcranial, transthoracal oder transabdominal…am häufigsten aber wird die transcraniale Verabreichung gewählt, da sie die für den Patienten nebenwirkungsfreieste Therapie darstellt. Transcranial, meist entweder im Mund oder durch das Os Temporale/Os Sphenoidale injiziert wirkt Projectil direkt auf das Gehirn ein, indem es gezielt die für Depression verantwortlichen Störungen in Frontal- und Temporallappen ausschaltet. Bei der Anwendung durch den Mund wirkt es auch eliminierend auf Stammhirn und Kleinhirn. Auch in der Intensivmedizin findet es bis heute Anwendung, da es schnell und effektiv einen erhöhten Schädelinnendruck senkt. In den allerwenigsten  Fällen ist eine zweite Dosis notwendig, um die gewünschte antivitale Wirkung zu Erzeugen. Deshalb ist es auch in der Palliativmedizin bei unterschiedlichen Krebsarten als terminale Sedierung erfolgreich.

Nun aber wurde im Laufe einer Studie der Universität Winchester festgestellt, dass überdurchschnittlich viele Patienten, bei denen die erste Gabe von Projectil nicht die erwünschte Wirkung zeigte, nach der ersten Anwendung über mehr oder weniger starke Schmerzen an der Verabreichungsstelle klagten und ein ebenfalls überdurchschnittlich hoher Anteil von Patienten, denen Projectil ambulant verabreicht wurde, kurz nach der Anwendung verstarben. Auch traten Blutungen überdurchschnittlich häufig auf. In der darauf folgenden genaueren Untersuchung wurde von den Ärzten in mehreren Proben des Medikaments Blei in Mengen weit jenseits der zulässigen Grenzwerte gefunden. Dazu gehören leider auch Proben, die aus Deutschland kamen, beispielsweise von der Firma RWS deren Proben einen besonders hohen Bleianteil aufwiesen. Gleichzeitig wurden Spuren von Messing und der Messinglegierung Tombak gefunden.

Die Forscher der Universität Winchester mutmassen, dass die Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen auf eine Bleivergiftung zurückzuführen ist, die durch das verseuchte Medikament verursacht wurde.

Prof. Dr. Christoph Broelsch vom Universitätsklinikum Essen bestätigte bei Bekanntwerden der Verseuchung, dass Projectil unter diesen Umständen besonders bei transabdominaler Anwendung schon nach der ersten Gabe eine für den Patienten sehr kostspielige Lebertransplantation nach sich ziehen könne.

Auch die Bundeswehr bestätigte, dass interne Vermerke der Bundeswehrkrankenhäuser dokumentiert sind, in denen schwere bis schwerste Blutungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Projectil und der Behandlung von durch Afghanistan traumatisierte Soldaten erwähnt, aber auf eine mit Tombak und Blei verseuchte Einzellieferung zurückgeführt wurden, nicht aber auf eine generelle Bleihaltigkeit des Medikamentes an sich. Man habe die Lieferung beim Hersteller “im Routineverfahren” reklamiert und die Angehörigen der Verstorbenen hätten eine Entschädigung erhalten. Von einer weit verbreiteten Verseuchung habe man “nichts geahnt”.

Gleichzeitig mutmaßen die Verschwörungstheoretiker bereits einen Zusammenang zwischen Projectil und den Amokläufen von Erfurt und Winnenden. Besonders im Fall Tim Kretschmer wurde bereits oft gemutmaßt, dass die Tat durch die Gabe von Antidepressiva ausgelöst wurde, aber auch über Robert Steinhäuser wurde kurzzeitig behauptet, das Medikament Tilidin habe ihn zu seiner Amoktat gebracht. Sowohl bei Kretschmer wie auch bei Robert Steinhäuser wurden große Mengen Projectil sichergestellt. Im Fall Ansbach aber wurden weder Psychopharmaka noch Drogen beim Täter sichergestellt…

Der genaue Untersuchungsbericht mit detaillierten Ergebnissen soll spätestens in zwei Tagen vorliegen.

cd

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Nachtrag zu: Drogen, Amok, Paranoia

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Folgende Sache ist mir gerade erst aufgefallen…
Derselbe Blogger, der im genannten „Antidepressiva und Amokläufe“-Blog die Pharmaindustrie als gewissenlose, geldgierige Abzocker darstellt, verlinkt am Ende des gleichen Beitrages zum „Zentrum der Gesundheit“ und dem dortigen Eintrag „Amoklauf unter Psychopharmaka-Einfluss?“

Auf ebendieser Seite wird man sofort von einem Foto der Inhaberin und dem Verweis auf eine 0180-er Hotline begrüßt…im Webshop erhält man diverse naturheilkundliche Pillen und Pülverchen (z.B. 500g Sango Koralle zum Preis von € 94,00, ein Darmreinigungsset für € 134,00, die 6-Wochen-Haarausfall-Kur für € 137,00 usw…), alles mit dem Warnhinweis: „Diese Informationen sind keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.“

Dazu kann man dort eine Ausbildung zum „Fachberater für holistische Gesundheit“ zum Preis von € 3.350,00 machen, in vier Blöcken von netto 3 Tagen in einem Wellnesshotel…aus der Homepage wird so nicht direkt ersichtlich, dass es sich um keinerlei Therapieausbildung handelt und man danach keinesfalls die Heilkunde ausüben darf…(darum heißt das Kind „Fachberater“)…denn die HPG-Prüfung beim Gesundheitsamt ist da sicher nicht mit drin ;-)

Die Sache strotzt also summasumarum nur so vor Selbstlosigkeit und günstiger Hilfe für alle…

Irgendwie überzeugt auch dieses Argument des Bloggers gegen die bösen Psychopharmaka nicht wirklich ;-)

cd

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Drogen, Amok, Paranoia

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Sehr schön…die Opfer von Winnenden sind noch nicht richtig kalt, schon beginnt neben der zu erwartenden Hexenjagd auf „Killerspiele“ nach dem Bekanntwerden der psychiatrischen Vorgeschichte von Tim K. auch das Schmieden von Verschwörungstheorien Hand in Hand mit den üblichen Argumenten der Psychoanalyse- und Psychiatriefeindlichen Lagern.
Über eine besondere Stilblüte dessen stolperte ich gerade im Seitenhiebe-Blog (welches übrigens umgezogen ist), unter dem Eintrag „Drogen und Amoklauf“.

Dort wird auf das eigens zum Amoklauf von Winnenden eingerichtete Blog „Antidepressiva und Amokläufe“ verwiesen. Dessen zweiter Eintrag ist dermaßen plakativ, reißerisch und vor allem seminparanoid verfasst, dass ich diesem doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen möchte.

Schauen wir uns die Argumentation des Autors einmal an:

„Es sind Hunderte von Fällen bekannt, bei denen Menschen, die die „neue“ Generation von Antidepressiva einnahmen, anschließend Selbstmord begingen, teilweise vor Kindern oder Angehörigen oder Mitmenschen töteten – ohne irgendeine Emotion dabei zu zeigen.“

Da würde ich doch gerne wissen, wo diese „hunderte von Fällen“ dokumentiert sind und inwieweit die Einnahme von Antidepressiva tatsächlich mit der angeblich resultierenden Tag zusammenhängt.

1. Zeitliches Aufeinanderfolgen zweier Ereignisse sind kein Beweis für Kausalität
2. Es ist richtig, dass in einigen Fällen die Gabe von Antidepressiva zum Suizid führen kann. Das liegt an dem Umstand, dass bei vielen Präparaten (Citalopram, etc.) die Antriebssteigernde Wirkung viel früher einsetzt, als die Stimmungsaufhellende. Dies führt leider zu dem manchmal auftretenden Phänomen, dass die betroffenen Patienten gerade soviel Energie aufwenden können, um zu suizidieren.

Dass Tim K. „gefühls- und anteilnahmslos Menschen umgebracht“ haben soll, kann ich so nicht unterstützen…Hass und Wut sind unpopuläre, aber sehr reale Gefühle…ein Patient, der an tatsächlicher klinischer Gefühlsleere leidet, würde bei entsprechender Struktur aus rationaler Überlegung töten, aber Rache käme in ihm nicht vor…
Es ist im vorliegenden Fall eher davon auszugehen, dass es sich nicht um die Wirkung „gefühllos machender“ Psychopharmaka sondern eher um eine sehr reale Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid des verhassten Objektes handelte, mit ein Kerncharakteristikum für eine pathologische Persönlichkeitsstruktur, wie wir sie auch bei Serientätern finden.

Die Quelle „olwazt.de – Amoklauf durch Psychopharmaka“, die zitiert wird, wirkt ähnlich plakativ und wenig wissenschaftlich fundiert…

Als weiteren Beleg liefert der Autor eine Dokumentation des ZDF-Magazins „Frontal 21“..Ich bin nicht dazu gekommen, das verlinkte 45 Minuten lange Video komplett zu sichten…aber ich habe es ausschnittweise gesehen und würde, im Kontext mir bekannter anderer Berichte des gleichen Magazins zu ähnlichen Themen, mal die gleiche „Qualität“ der Recherche …also nahezu keine unterstellen…dass das Sendeformat „Frontal 21“, auch wenn es von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt stammt, nicht „Mainstream“ sei, wage ich auch zu bezweifeln…

Der Autor verlinkt die Seite „ZDF.de – Das Pharma-Kartell“:
Erwartungsgemäß reißerisch gibt sich auch diese -eigentlich traurig zu wissen, dass es sich um das ZDF und nicht um RTL oder SAT1 handelt – …u.a. heißt es dort:

„Pharmaunternehmen können in Deutschland nach Einschätzung verschiedener Experten fast ungestört ihre Profitinteressen verfolgen. Das geht zu Lasten der Patienten, wenn dabei Nebenwirkungen verschwiegen, Selbsthilfegruppen instrumentalisiert oder Politiker, Ärzte und Heilberufe mit Gefälligkeiten umworben werden. Christian Esser und Astrid Randerath decken in der Frontal21-Dokumentation “Das Pharma-Kartell” auf, wie dieses System funktioniert.“

Die Pharmaindustrie wende „sehr perfide“ Methoden an…“Wichtigstes Ziel ist dabei offenbar immer, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen. Auch fragwürdige Mittel werden nach Ansicht von Kritikern in den Markt gedrückt, eine Gefährdung der Patienten in Kauf genommen.“

Ach…ich dachte, Medikamentenhersteller seinen direkte Tochtergesellschaften der Heilsarmee…NATÜRLICH ist es wichtigstes Ziel, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen…darum ist es ja auch eine INDUSTRIE…aus betriebswirtschaftlich geführten Unternehmen….
Was „fragwürdige Mittel“ sind, wird auf der Seite nicht weiter erwähnt…was aber die „Gefährdung der Patienten“ angeht, muss man eine Sache klarstellen:
Wolf-Dieter Ludwig sagt in dem Bericht ganz richtig, dass der Glaube, zugelassene Medikamente seien sicher, ein „Irrglaube“ ist…es wird ausser acht gelassen, dass selbst der Inbegriff der Harmlosigkeit von Medikamenten, die allseits beliebte Kopfschmerztablette Aspirin mit Ihrem Wirkstoff Acetylsalicylsäure bereits in normaler therapeutischer Dosierung unter bestimmten Umständen bereits bei der ersten Einnahme zu einem doch recht spektakulären und qualvollen Tod führen kann…aber das ist niemandem wirklich gewahr…obwohl es lang und breit im Waschzettel steht…Tod durch Suizid ist also „Schuld der Pharmaindustrie“, die „gefährliche“ Medikamente produziert, die Todesfälle durch Alltagsselbstmedikation mit ASS, Paracetamol, Ibuprofen usw. sind dann wohl „Schicksal“…hmm…

Der Begriff „Wiederaufnahmehemmer“ ist schlichtweg falsch, SSRI sind SEROTONINwiederaufnahmehemmer…an sich ein vernachlässigbarer Fehler, aber er zeigt mir doch, wie viel journalistische Akribie und wie viel Fachwissen in diesem Beitrag steckt ;-)
Sicher können diese zu den beispielhaft am Falle Monika Kranz dargestellten Symptomen führen, wie ich es schon eingangs erwähnte…es wird aus dem Bericht aber nur eine Zeitliche Abfolge ersichtlich…wichtig zu wissen wäre aber, unter welchen Umständen es zum Suizid kam…die SSRI-Gruppe hat nämlich den unangenehmen Nachteil, dass schlagartiges Absetzen -entgegen der Warnungen in den Packungsbeilagen- ebenfalls neben anderen Symptomen zu akuten suizidalen Krisen führen kann, ein Effekt, der lange als „SSRI Discontinuation Syndrome“ (SSRI Absetzsyndrom) bekannt ist und weswegen SSRI „ausgeschlichen“, die Dosis also schrittweise runtergefahren wird…
Tierfergehende Informationen vgl. Schweizerische Ärztezeitung: Entzugssymptome der modernen Antidepressiva , Tagungsfolien der Schweizerischen Gesellschaft für innere Medizin ,
auch kann es zu einem sogenannten „Rebound“ kommen, dem vollständigen oder sogar verstärkten Auftreten aller Symptome, wegen derer die Medikation verordnet wurde…
Es muss also die Frage gestellt werden, ob Tim K. während der Tat tatsächlich „ruhiggestellt“ war, oder der „Amoklauf“ nach dem -eventuell schlagartigen- Absetzen der Medikation erfolgte…gerade bei non-compliance Patienten wird immer wieder ein spontaner Verzicht auf die Medikamente bei temporärer Besserung der Symptomatik beobachtet.
All dies trifft auch auf den Wirkstoff Sertralin des erwähnten Medikamentes „Zoloft“ zu…
Der -ebenfalls im genannten Blog verlinkte- Beitrag „Kretschmer Withdrawing from Drepression Treatment“ stützt meine These. Zwar ist die Argumentation auch hier fragwürdig, der Autor schließt aus der Tatsache, dass Kretschmer eine verordnete ambulante Therapie nie antrat, dass er auch die Medikamente abgesetzt haben muss, was nicht notwendig kausal folgt, aber für mich würde es das Verhalten bei der Tat erklären…

Ich bin gespannt auf den offiziellen Bericht, dieser wird in letzter Instanz klären, ob Tim K. zur Tatzeit „ruhiggestellt“ war….ich würde mindestens eine Kiste Bier wetten, dass der Bericht genau so sauber ist, wie bei der Tilidin-Ente bezüglich Robert Steinhäuser und tendiere eher wie schon gesagt zu der Meinung, dass die beschriebene Teilnahmslosigkeit symptomatisch war…

Dass man Selbsthilfegruppen kaufen kann, ist auch ein alter Hut…das gilt nicht nur für solche, die im Kontext von Medikation agieren, sondern für so ziemlich jede andere Gruppe auch…also kein Argument gegen die Pharmaindustrie im Speziellen…

In der Linkliste findet man außer Links auf ähnlich polemischem Niveau keinerlei neutrale oder psychiatriefreundliche Links…eigentlich schade…
Der Autor schließt mit den Sätzen:

„Es liegt nun am Internet, diese Infos zu verbreiten. Die neue Generation der Antidepressiva ist maßgeblich für Zehntausende Morde und Suizide verantwortlich und wenn man nicht dagegen vorgeht, ist ein nächster derart brutaler Amoklauf nur eine Frage der Zeit.“

Wie gesagt…diese „Maßgeblichkeit“ hätte ich gerne näher belegt…ein halbseidener ZDF-Bericht und fragwürdige Blogquellen sind mir da doch zu dünn…

EDIT: Ich stoße gerade noch auf einen weiteren interessanten Blogeintrag zum Thema:
Das Infowars-Blog schrieb schon 2008 nach dem Vorfall an der Northern Illinois University einen Beitrag unter dem Titel „Psychodrogen und Waffenverbot ermöglichen weiteren Amoklauf“ Dort heißt es u.a.: „Laut dem Chicago Tribune glauben Erittler dass Cho Seung Hui, der Amokschütze an der Virginia Tech, vor seiner Tat im April Antidepressiva konsumiert hatte. Die Columbine-Mörder Eric Harris und Dylan Klebold, sowie der 15-jährige Kip Kinkel der in Oregon seine Eltern und seine Klassenkameraden niedergeschossen hatte, waren alle auf Psychopharmaka. Jeff Weise, der Killer an der Red Lake High School, war auf Prozac. “Unabomber” Ted Kaczinski, Michael McDermott, John Hinckley, Jr., Byran Uyesugi, Mark David Chapman und Charles Carl Roberts IV, der Mörder an einer Schule der Amish, waren alle auf Psychopharmaka vom Typ “Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer” (SSRI). Die Presse versucht die Tatsache zu verschleiern dass Kazmierczak sich unter dem Einfluss der gleichen Medikamente befunden hatte, indem darauf verwiesen wird dass er zum Tatzeitpunkt seine Medikamente abgesetzt hatte.“
Besonders der letzte Satz lässt mich auch in diesem Fall denken, dass es sich keineswegs um Verschleierung durch die Presse handelte, sondern wir es auch in diesem Fall mit einem Gewaltakt als Symptom eines akuten Absetzsyndroms zu tun haben könnten…
Meine These bleibt also: Nicht die Warnungen vor Psychopharmaka müssen lauter werden, sondern die Warnungen davor, dass diese keine Smarties sind und man diese tunlichst nicht eigenmächtig von heute auf morgen absetzen sollte, hat man sich einmal entschieden, sie zu nehmen…

cd

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