Beiträge mit tag "Lehrer
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2Blogs empfohlen habe ich nun auch schon lange nicht mehr, aber ich habe heute ein neues Lehrerblog durch einen Kommentar des Autors hier entdeckt:
Lehrkoerper: Merdien – Schule – Unterricht
Besonders empfehlen kann ich dort z.B. die zehn guten Gründe, Overheadprojektoren zu hassen
cd
Warum ich Filterkaffee immer noch am besten finde – Lehrer und Technik
2Ich habe gerade einen Meilenstein der Erkenntnis in meiner Küche gewonnen:
1. Eine Senseo-Kaffeemaschine lässt sich auch dann aktivieren, wenn der Benutzer vergessen hat, das Fach für das Kaffeepad wieder zu schließen.
2. Das kochendheiße Wasser spritzt einem Mann meiner Körpergröße dann genau auf die Brust.
3. Manchmal ist es indiziert, mit Klamotten unter die Dusche zu springen.
4. Ja, als Mann kann man tatsächlich Brandblasen auf den Brustwarzen bekommen.
Dumm geboren, nix dazugelernt und die Hälfte vergessen…
cd
Osama Bin Laden ist toT !
1Argh…manchmal bin ich eben doch ein Sprachnazi. Für alle, die gerade über den an akuter Bleivergiftung verendeten Topterroristen Osama Bin Laden schreiben: Er ist toT...toT MIT “T” … “ToD” ist das Nomen…das Adjektiv ist “toT” mit “T” am Ende verdammt…das können sich auch die Ufospinner enDlich mal merken…
cd
Der alltägliche Wahnsinn der Erwachsenenbildung
2Die Welt ist immer noch stinklangweilig und die Amokweltrangliste noch in der Mache..dann sehe ich doch mein Blog heute mal als klassisches Berufslog und erzähle ein wenig darüber, womit ich eingentlich mein täglich Brot so verdiene..
Ich habe in meiner Zeit an der Universität Essen als Assi in der Schulforschung für mich festgestellt, dass ich in diesem Land ums Verrecken nicht mehr in den öffentlichen Dienst will, schon gar nicht mit Zentralabitur, G8 usw. Als mein Vertrag durch die Fusion der Universitäten Duisburg und Essen, deren Opfer die AG Pädagogische Jugendforschung wurde, nicht mehr verlängert wurde, weil die Professur und somit alle dranhängenden Stellen wegfielen, habe ich mich nach einer Weile Überlegen selbständig gemacht – als Sprachtrainer für Englisch in mehreren Geschmacksrichtungen. Mittlerweile kann ich sagen, dass die freie Wirtschaft deutlich bessere Arbeitsbedingungen liefert, aber das Chaos ist nur ein anderes..aber nicht wirklich besser
Da man natürlich nicht immer sofort Einzelkunden bekommt und größere Firmen oft eine mehr oder weniger beeindruckende Vita sehen wollen, bevor man den Auftrag bekommt, fing ich also wie viele in der Branche als freier Mitarbeiter bei diversen Bildungsträgern in der Region an. Ganz besonders gerne habe ich da für die Chaos GmbH gearbeitet (Name vom Autor geändert).
Bei der Chaos GmbH lief die Auftragsvergabe meist folgendermaßen:
7.00 Uhr morgens, ich sitze beim Kaffee und versuche, meinen Realitätssinn zu wecken. Das Telefon klingelt. Meine Lieblingsmitarbeiterin der Chaos GmbH ist dran. Keine Ahnung von nix, selber nie irgendwas mit Lehre gemacht, sondern “so da reingerutscht”, entsprechend sind Ihre Kenntnisse von Kursplanung, Didaktik, etc. aber sie ist Chefin und haut zum Leidwesen aller Angestellten entsprechend auf die Kacke. Nennen wir sie einfach Frau Laut.
Ich: Droßmann Sprachtraining, ich hasse mein Leben und jetzt auch Sie.
Frau Laut: Jaa…ich bins, ich habe hier eine Schule in Generischeruhrpottstadt, die wollen ab morgen einen LCCI Kurs in der Mittelstufe.
Ich: Aha…Vorkenntnisse? Lerngruppe? Testergebnisse?
Frau Laut: Hamwanichwollenwanichkundewillmorgenanfangensiehzuwieduklarkommst
Ich: Gib ma Telefonnummer, ich klär die Terminlage direkt mit denen
Zwei Stunden später war mit der Schulleitung alles geklärt, wir haben uns auf einen Mittwochstermin festgelegt und die Einstufungstests sind rübergefaxt. Nächste Woche solls losgehen. Ich rufe also freudig Frau Laut zurück, weil ich den Auftrag im Kasten habe…
Ich: Hallo, Kunde ist im Sack, Mittwochsnachmittags zwei Unterrichtseinheiten, Tests sind raus, nächste Woche fangen wir an.
Frau Laut: *kreisch* *zeter* *einself* DER KUNDE WOLLTE DIENSTAGS…DAS GEHT SO NICH…WIE KANNST DU NUR *brüll*
Ich: Mit dem Kunden ist alles geklärt, ich kann Dienstags nicht, da haben wir uns auf Mittwochs geeinigt, Kunde hat abgenickt..
Frau Laut: *mehrkreisch* *mehrzeter* NEIIIN…DER KUNDE WILL DIENSTAGS…ICH SUCH NEN ANDEREN TRAINER…SCHMIER DIR DAS IN DIE HAARE, DEN AUFTRAG KRIEGT HERR HART! *Höreraufknall*
Gut…wenn sie lieber Herrn Hart schicken will….Herr Hart macht den Job deutlich länger als ich, hat als Betriebswirt jede Menge mehr Ahnung von Wirtschaft als ich…aaaaaber…keinerlei formelle Lehrqualifikation. Das muss normalerweise nichts heissen…ich habe Kollegen, die intuitiv deutlich besseren Unterricht machen, als manch gestrandeter Ex-Lehramtler…also denk ich mir, wenn Frau Laut das unbedingt so will…
Es vergeht ein Monat…
Das Telefon klingelt…es ist Frau Laut…zuckersüß..
Frau Laut: Duuuuhu…da ist doch diese Schule in Generischeruhrpottstadt…Du erinnerst Dich?
Ich: Ja, Du hattest dann ja Herrn Hart hingeschickt…
Frau Laut: Ähh..ja…wir haben nun einen Trainerwechsel…kannst Du die übernehmen?
Ich: Ich schau was geht…
Kurzversion: Herr Hart hatte den Kurs wie ein Managerseminar geführt und hatte vorher noch nie Umgang mit Achtklässlern…erst waren sie ihm über Tische und Bänke gegangen, dann hat er das Ruder so hart geführt, dass Schüler und Eltern geschlossen meuterten und einen anderen Lehrer verlangten…die Schüler und die Schulleitung erzählten mir dann noch, das der Didaktikexperte offensichtlich Handyverbot erteilt hatte, während des Unterrichts (!) aber selbst ständig telefonierte und es außerdem mit den Unterrichtszeiten nicht ganz so genau genommen hatte…
Ein Halbjahr später hatten die Schüler bei mir geschlossen die Prüfung bestanden und alle ein Zertifikat…*innererreichsparteitag*
cd
Qualitätscontent: Momente, auf die einen kein Lehrbuch vorbereitet
12Ich weiss nicht, warum ich ausgerechnet jetzt darauf komme…ich bin aus mehreren Gründen im Moment schlaflos…das soll hier nichts zur Sache tun, aber mir fallen nun, wo ich hier im verdunkelten Wohnzimmer bei einem Glas Talisker sitze, zwei Situationen ein, die mir als Lehrer passiert sind, auf die einen keine Uni und kein Lehrbuch der Welt vorbereiten kann. Beide haben etwas mit persönlichem Kontakt zu tun. In der einen Geschichte ist es irritierend, in der zweiten auch, aber in der ersten eher negativ, in der zweiten positiv. Es sind beides Begegnungen, die ich in meiner Assistenzzeit an der Annan Academy in Schottland hatte. Ich war eigentlich Fremdsprachenassistent für Deutsch, habe aber auch, weil es mein zweites Fach ist, dort Philosophie unterrichtet:
Begegnung 1: Alle Deutschen hassen Juden
Es war in der Mittagspause. Ich hatte bereits gegessen und war dann in die Schulbibliothek gegangen, um etwas Material für die nächste Philosophiestunde zusammenzusuchen. Ich setze mich zu ein paar meiner Schüler an einen Tisch. Ein Junge fragt mich plötzlich: “Herr Droßmann, ich hoffe, Sie stört meine Frage nicht…aber…hassen sie Juden?
Ich bereitete mich innerlich auf eine kurze Lehrstunde über den Nationalsozialismus vor, als der Junge nachsetze: “Ich hasse sie auch…es sind alles Diebe!”
Der Junge muss so zwischen 13 und 14 Jahren alt gewesen sein…er erzählte mir, wie er mit einigen Freunden nachmittags Jagd auf jüdische Kinder im Dorf machten…er hatte wohl gehofft, in mir als “Kraut” einen Verbündeten getroffen zu haben…er erzählte, was sie so alles zusammen taten, um “es den Juden zu zeigen”, hob sein Hemd hoch und zeigte mir stolz den Abdruck eines Polizeiknüppels, den er von einer Aktion am Wochenende davongetragen hatte…er zeigte ihn mir als Trophäe und war sehr stolz darauf…
Ich war nur irritiert, weil ich auf diese Art des Umganges mit Antisemitismus nicht vorbereitet war…aber die anderen Schüler standen mir zur Seite und machten ihm schnell klar, dass er nicht länger erwünscht sei…es blieb eine lange Irritation in mir…eine wirklich bizarre Begegnung…aufgrund seines Alters habe ich letztlich nichts weiter unternommen…
Begegnung 2: Gleiche Geschichte, anderer Weg…
Es war in einer Philosophiestunde. Ich hatte eine Unterrichtsreihe zu einigen Grundfragen der Philosophie durchgeführt und an diesem Tag stand die provokative Frage “Gibt es einen Gott?” im Raum. Ich ging die einzelnen Grundüberzeugungen der diversen Weltreligionen kurz durch und behandelte auch kurz den Atheismus. Dann kam es zu der Frage, wie die Schüler des Kurses denn nun diese Frage vor de Hintergrund der vielen verschiedenen Meinungen sehen würden. Ein Mädchen aus der zweiten Reihe meldete sich….sie sagte, dass sie sehr fest an Gott glaube…dann begann sie zu erzählen…
Sie erzählte, wie ihr Vater starb…wie er an Gott glaubte und sicher war, dass er in den Himmel komme..und wieviel Halt der Glaube ihr in dieser Zeit gegeben hatte…und dass sie nun fest daran glauben würde, dass es einen Gott gäbe, einen Himmel, in dem es ihrem Vater wieder gut gehe und dass sie am Ende ihren Vater und alle anderen Menschen, die sie liebt, wiedersehen würde..
Ich war so vierundzwanzig Jahre alt…ich konnte diese Situation überhaupt nicht handlen…offensichtlich hatte ich bei meinen Schülern eine Atmosphäre geschaffen, in der derart intime Dinge ausgesprochen werden konnten…auf der einen Seite ein Kompliment an meine Menschenführung…auf der anderen Seite ein emotionaler worst-case, auf den ich nicht vorbereitet war…ich schwieg eine Weile…dann riss ich mich zusammen und erzählte als Kontrapunkt meine Geschichte…wie ich aufhörte, an einen Gott zu glauben, der meinte, meine Eltern töten zu müssen, als ich ein Kind war…vorbei mit akademischem Abstand…Menschlichkeit war gefragt…und ich machte unsere beiden Geschichten zum weiteren Gegenstand der Stunde zur Frage, was Menschen zur Religion führt oder von ihr weg…wir haben noch weit über das Klingeln hinaus diskutiert und keiner der Schüler dachte daran, aufzustehen….eigentlich eine ideale Unterrichtssituation..aber auch hier….bizarr..nicht vorherzusehen…und nichts, auf das man in der Ausbildung vorbereitet wird…
Mit die schönste Zeit meines Lebens war die Zeit in Schottland und neben vielen anderen Erlebnissen sind diese beiden Geschichten etwas, was mir beim Geschmack eines guten Singlemalts unweigerlich wieder ins Gedächtnis gerufen wird…
cd
Dr. Heinrich Blume – Ein letzter Gruß
2Lieber Heinrich,
entgegen meiner Natur hoffe ich für Dich, dass es doch einen Gott und einen Himmel gibt und dass Du dort unendlich Kaffee und unendlich Sprengstoff bekommst…bis in alle Ewigkeit…
Contra vim mortis non est medicamen in hortis.
cd
Die Unsterblichkeit des Lehrers – In Memoriam Dr. Heinrich Blume
1Ich sehe sie heute nicht mehr…die echten Lehrer…die Philologen…die, die noch selbst die Bildung besaßen, die sie vermittelten und noch viel mehr davon auch neben ihren Unterrichtsfächern…sie sind ersetzt durch Generationen von Fachidioten, die außer den Pflichtscheinen nichts mehr über ihr Fach wissen und nebenher absolut nichts mehr…die gibt es zuhauf und sind der Grund, warum ich den Lehrerberuf zugunsten der Selbständigkeit geschmissen habe…ich habe die Idioten nicht mehr ertragen…und nun als Hochschuldozent sehe ich, dass die Studierenden dafür nichts können…die Studienordnung verlangt keine Bildung mehr..nur ein paar Scheine…das ist meinem Lehrerideal zuwider..
Schuld an meiner Einstellung war größtenteils ein Mann…mein Chemielehrer Dr. Blume. Ein klassischer Nerd…ein Kauz…er kam morgens in die Schule, ging ins Labor, zog sich seinen alten, angesifften Kittel aus dem Universitätsklinikum an und blieb dann dort bis zum Abend…er hatte nie geheiratet…ins Lehrerzimmer wollte er nicht..er aß lieber im Chemievorbereitungsraum völlig schmerzfrei seine Stulle zwischen Zyanidverbindungen, Apparturen und (meist selbstgebauten) Messgeräten…eine braune Cordhose..ein kariertes Hemd…eine dicke Hornbrille und schwarzgraues Haar mit Beamtenscheitel…so sehe ich ihn immer noch vor mir.
In einer stillen Stunde, in der ich ihn in seinem Reich besuchte, denn wir teilten unsere Aversion gegen Gruppen, so dass ich öfter die Pause bei ihm statt auf dem Hof verbrachte, erzählte er mir, er war eigentlich Arzt…Psychiater…aber er habe den Klinikdienst nicht mehr ausgehalten…er konnte nicht mehr schlafen, wenn er nachts einen Patienten mit Bauchschmerzen wieder nach Hause geschickt hatte, aus Angst, er hätte vielleicht doch den durchgebrochenen Blinddarm nicht bemerkt…er hatte “mal eben” neben dem (1,0er) Medizinstudium auch noch Latein und Anglistik für das Lehramt studiert…er hatte einfach Lust dazu gehabt, weil ihn das Medizinstudium nicht auslastete (!)
Mit uns baute er in der Chemie-AG eine bessere Destille, damit der Schnaps besser wurde (“Sie machen das sowieso, dann kann ich wenigstens verhindern, dass Sie eine Methanolvergiftung kriegen)..braute Honigwein nach Geheimrezept, den er manchmal an besonders liebgewonnene Kollegen verschenkte..er braute mit uns Tränengas…panschte mit uns mit Quecksilber herum…machte alle Versuche, die er “wegen dieser schwachsinnigen Regelungen” nun im Unterricht nicht mehr machen durfte…
Unsere Labornetzgeräte waren Billigschrott..er brauchte aber für manche Versuche Hochfrequenzstrom…bei einem Toilettengang entwarf er auf einem Stück Papier die passende Schaltung ,die auch klein genug war, dass die Platine noch zusätzlich in das Gehäuse passte und baute an einem Nachmittag mit uns die Geräte um…
Wann immer bei einem Versuch etwas explodierte entstand als Nebenprodukt grantiert immer mindestens ein “Twix” (das er immer noch “Raider” nannte…)…er war oldschool…er siezte uns alle und selbst, als er uns später mit Vornamen ansprach, benutzte er das “Hamburger Du”, also den Vornamen mit der “Sie” Form…
Wir liebten seinen trockenen Humor…”Und was, wenn wir das Periodensystem einfach komplett abschreiben?” “Dann werden Sie eingewiesen!”…oder den Tag, an dem er uns einfach mal so die Leistungskursklausur Chemie vor dem Abitur auf Latein stellte…knochentrocken…”Sie haben alle ein Latinum, das müssen Sie können, wenn nicht, gehören Sie nicht hierher!”
Hatte er Lust auf Feierabend, zeigte er uns den “Geist aus der Flasche”…Methylmercaptan…danach war der Chemietrakt immer für den Rest des Tages unbenutzbar, weil keiner den Gestank ertragen konnte…am letzten Schultag vor den Ferien stand bei ihm grundsätzlich Buttersäure auf dem Lehrplan…direkt morgens um 8…er gönnte uns den Unterrichtsausfall..denn DANN war der gesamte Neubau unbenutzbar…
Und ich hatte tiefsten Respekt vor ihm…denn er war kein Fachidiot…ob es griechische Mythologie war, Politik, Geschichte, Philosophie oder etwas anderes…Dr. Blume wusste immer, etwas Differenziertes und Belesenes dazu zu sagen…
Damit hatte er mein Lehreridealbild geprägt…und ist wohl auch Schuld daran, dass ich -eigentlich unbewusst- ihm diesen Weg nachgegangen bin…erst Medizin, Psychologie und Psychiatrie (auch wenn ich dort nie examiniert habe), dann Anglistik und Philosophie…und von ihm habe ich die genannte Aversion gegen “Dummschwätzer und Fachidioten”. Er war und ist mein Idol des gebildeten Pädagogen, der den Nohl’schen “freiwilligen Gehprsam” lebt…er brauchte keine Disziplinarmaßnahmen…nach der ersten Stunde war klar, wer die Ahnung hatte und wer der Chef war…
Und uns verband immer der Zynismus…er war ein tiefmelancholischer Mann, so wie man es oft bei sehr intelligenten und gebildeten Menschen beobachtet…ich glaube fest, dass wer die Welt im Kern verstanden hat, nicht mehr weiterleben wollen kann…
Umso faszinierender fand ich seinen Grund…der exakte Wissenschaftler war tief religiös…”Wenn es das nicht gäbe, dann wäre es besser, wenn morgen einfach alles ‘puff’ machen würde…”..das habe ich nie Verstanden, weil für mich Religion und Rationalität sich immer ausschließen werden…aber ihn hielt es offensichtlich bei Verstand…
Ich beweine ihn nun, vor allem, weil er nur 64 wurde..der Ruhestand war ihm nicht vergönnt…und andere Idioten und Arschlöcher werden hundert…aber das ist immer so….und weil ich mit ihm die vermutlich stärkst Leitfigur in meinem Leben verloren habe…aber so sehe ich auch wieder, dass Lehrer doch unsterblich sind…sie leben in jedem ihrer Schüler – im Guten wie im Schlechten – und in deren Kindern und Enkeln in homöopathischer Dosis weiter..Erziehung pflanzt sich fort…
Ich hoffe, dass ich in 30 Jahren annähernd an seinen Bildungsgrad herankommen werde und vielleicht auch wenigstens einen Schüler so viel auf den Weg geben kann, wie er es konnte…
Leb wohl, Heinrich…
cd
Eltern im Netz
6EDIT 05.08.2011: Die Links funktionieren nun wieder. Danke an Krautchan.
Das Schlimmste neben Zeugern Jehovas, Katholiken und anderen Sekten, die einem grundsätzlich ihr Gutmenschentum an die Backe texten wollen, sind Elterninitiativen. Jeder Lehrer kennt sie – so gut wie jeder Lehrer hasst sie…die Frauengruppe, die in den USA schlicht “Soccer Moms” genannt wird. Noch recht jung, durch gut verdienenden Ehemann Hausfrau und viel zu viel Zeit darüber nachzudenken, wie man die Welt retten könnte. Dann wird mal schnell im Internet auf diversen Ratgeberseiten die eigene Paranoia geschürt und dieses dann fein mit Schmierblättern wie “Focus Schule” usw. abgeschmeckt und schon ist die fixe Idee da, man müsse die Kinder auf jeden Fall vor der nächsten Alieninvasion, der totalen Verblödung durch Müsliriegel, dem qualvollen Verenden durch zuwenig rechts-links-wechseldrehende Milchsäurebakterien oder vor tödlichen Unfällen beim unüberlegten Kaugummikauen in Einbahnstraßen beschützen. Schlimmstenfalls avanciert dieser Typus Mutter dann zur Schulpflegschaftsvorsitzenden und führt so schöne Dinge wie den Origami-Nachmittag, Friedensmärsche gegen den Krieg bewaffneten Konflikt in Afghanistan oder ganzheitliches Gruppenkuscheln ein…oder auch die berüchtigten Sozialtrainings und andere Veranstaltungen, die alle Norwegerpulli-und-Birkenstock-Weltverbesserer magisch anziehen.
Und wenn das noch nicht reicht, gründet man eine Bürgerinitiative zur Rückfallprävention koksender Eichhörnchen auf Klassenfahrten oder so…
Wer angesichts dieser Exemplare auch nicht mehr weiss, ob er lachen oder weinen soll (ich habe beides aufgegeben, ich schiesse sofort scharf!), dem sei die folgende Seite empfohlen:
www.eltern-im-netz.net – Eltern gegen die mediale Verrohung der Jugend
Eigentlich ist die Seite als Satire geacht…aber irgendwie kann ich darüber nicht so recht lachen…die Artikel, wie beispielsweise das “Amok-Alphabet” oder “Überwachung im Kinderzimmer” sind einfach zu nah an der Realität…
cd
König der Tafelbildimprovisation
1Aktuell habe ich einen Auftrag von einem sehr gut ausgestatteten Unternehmen. Laptop für jeden Teilnehmer, Beamer, Drucker auf dem Pult etc….alles, was man so braucht….nur eine Tafel wurde leider vergessen…für Leute wie ich, die noch oldschool sind
Also: Flipchartblock zerfleddert und mittels Pinwandnadeln eine provisorische Tafel gebaut. So sieht ein Raum aus, nachdem ich dort ein paar Stunden Grundlagen der englischen Grammatik gemacht habe:
cd
Musik für Naturwissenschaftler
1Der neueste Eintrag auf Astrodicticum Simplex stellt heute Lieder über das elektromagnetische Spektrum vor.
In dem Kontext erinnerte ich mich an eines der bizarrsten Wissenschaftslieder neben dem Periodensystem-Song “Elements” von Tom Lehrer: Den “Gamma Song” von Ravishankar Sundararaman und Shanthanu Bhardwaj. Alles kranke Leute, diese Wissenschaftler…
cd


















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