Artikel-Schlagworte: „Kinder“

Pornos im Unterricht

Freitag, 5. März 2010

…als hätten wir an den Schulen im Moment keine anderen Probleme…

Gestern surfe ich kurz den Schulspiegel an, weil ich doch sauber recherchierten Qualitätsjournalismus so mag, da springt mich folgende Überschrift an:

Pornografie in der Schule. “Herr Müller, wie nennst du deine Frau beim Se-he-x?”

Offensichtlich ist wieder Flaute an der Bildungsnachrichtenfront, denn Kern des Artikels ist -wie desöfteren- der verzweifelte Pädagogenschrei nach Hilfestellung beim Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, die ja nun dank Youporn und Co ach so viele Pornos konsumieren würden…man müsse da doch eine Handhabe schaffen…

Eine Dame namens Karla Etschenberg, ihreszeichens Professorin für Pädagogik und ehemalige Biologielehrerin,  schlägt vor, Pornos einfach in den Unterricht einzubauen und dort zu besprechen…und fordert im gleichen Atemzug, dass Lehramtsanwärter schon an der Uni “eine Selbsterfahrungsgruppe zum Umgang mit der eigenen Sexualität mitmachen.”

Is klar…ich melde mich sofort freiwillig für die Leitung eines solchen Seminars…ich erinnere mich noch sehr gut an die doch noch recht kindlichen Strukturen der Erstsemester, als ich noch Tutor war…vor meinem geistigen Auge habe ich nun ungefähr dreißig wild kichernde bis vor Scham im Boden versinkende Erstis sitzen, nachdem ich den Oberstreber in der ersten Reihe gefragt habe: “Und? Woran denken Sie so wenn Sie sich abends alleine einen keulen? Als Theologiestudent haben Sie doch sicher keine Freundin…”

Ganz großes Kino…

Und überhaupt der Begriff “Selbsterfahrungsgruppe”…mir graut noch bei der Erinnerung an die Gutmenschenzwangsveranstaltung bei einer nicht unerheblich gestörten, wabergewandtragenden Professorin mit langen grauen Haaren, die unwiderruflich in den 68er hängengeblieben war…auf einem Trip vermutlich…sie zeigte fröhlich Baby- und Kinderfotos von sich selbst auf dem Beamer im Hörsaal und war sich dann für die Erklärung des Familienmodells nach Timothy Leary für keine Grenzverletzung zu schade…(“Schreiben Sie bitte nun die Namen ihrer Familienmitglieder und Verwandten auf ein Blatt Papier…dann nehmen Sie sich bitte einige Geldstücke aus Ihrer Börse, um damit einen kleinen Kreis um die Menschen zu ziehen, zu denen Sie ein schlechtes Verhältnis haben und einen großen Kreis um die, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben…”). Wären ihre Masturbationsphantasien noch Gegenstand der Selbsterfahrung gewesen…welch schrecklicher Gedanke…

Ganz ehrlich? Was für ein hanebüchener Blödsinn…der Umgang mit der eigenen Sexualität ist primär in der Erziehung begründet…wer damit locker umgeht, der meistert auch jeden Spruch, jede eindringliche Frage seiner Schüler und jede pubertäre Poserei…und wer mit 20 durch ein eher konservativ-vermeidendes Elternhaus Sexualität noch völlig verklemmt gegenübersteht, den rettet auch kein Seminar und keine Selbsterfahrung..höchstens die, die man auf Wohnheimfeten macht…

Und die pornosüchtigen Jugendlichen?

Sie werden es überleben…das ist das übliche Zeter-und-Mordio-Geschreie, das schon seit Einführung der Groschenromane im letzten Jahrhundert betrieben wird…die Groschenromane haben die Gesellschaft nicht zugrundegerichtet, das Kino nicht, die Comichefte nicht, das Fernsehen nicht, der Videorecorder nicht, der DVD-Player nicht, die Mobiltelefonflatrates nicht und die aktuelle Generation wird auch nicht an Youporn zugrundegehen…da bin ich mir völlig sicher…

Jede Generation hat ihre Medien und wer mit ihnen aufwächst, entwickelt seine eigene Form von Medienkompetenz im Zuge der Benutzung…
Ganz ehrlich…ich vermute in vielen Fällen bloßen Neid…die Jugendlichen haben es so viel leichter, an gute Pornographie zu kommen…
Wir hatten damals zuerst nur den Unterwäscheteil des Otto- oder Neckermann-Kataloges, den man sich abends heimlich ins Bett genommen hat, später dann kamen RTL und Sat.1 mit Hugo-Egon Balder, Tutti Frutti und den Liebesgrüßen aus der Lederhose…Schimanski wurde fast abgesetzt, weil er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen “Scheiße!” schrie usw.
Und? Hat es uns zugrundegerichtet, wie z.B. Neil Postman es damals postulierte? Sind wir alle sexualgestörte Psychopathen geworden?

Schlimmer…die meisten meines Freundeskreises von damals sind genau wie ich nun Lehrer…

cd

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Manche Dinge ändern sich nie…

Mittwoch, 3. Februar 2010

Schön, dass in der digitalen Welt manche Spiele doch die gleichen bleiben…inklusive der Folgen. Im “Klatschmagazin” lese ich gerade, dass am letzten Mittwoch in Dülmen ein kleiner Junge mit seiner Zunge an einer Straßenlaterne festgefroren ist…

Schüler an Laterne festgefroren » Mast, Zunge, Rettungssanitäter, Kochsalzlösung, Hilfe, Schüler » Klatschmagazin.

cd

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Zweijähriger ist Kettenraucher

Dienstag, 30. Juni 2009

Eine Dame, die sich „Lady Undertaker“ nennt und eines der grammatisch wie inhaltlich bizarrsten Blogs der Erde unterhält („Blog von Leichenbestatterin“ schreibt in einem Eintrag über einen zweijährigen Jungen aus China, dessen Vater ihm Zigaretten als Medizin gegen seine Leistenbruchschmerzen gab und der nun eine Schachtel am Tag raucht...

Eine Quellenangabe gibt es nicht…ob die Story stimmt, habe ich noch nicht überprüft…aber das gesamte Blog ist..interessant…

cd

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Pizza-Connection

Freitag, 24. April 2009

Es hat sich sicher bereits herumgesprochen:
Ein Paar aus Olpe hat seine drei Kinder in Italien in einem Restaurant „vergessen“ und sich danach in einem Wald versteckt…nachzulesen z.B. bei der „Welt“

Das zeigt mir wieder, wie weit es mit der Bildung in Deutschland gekommen ist…

Liebe Eltern, denkt daran: ERST kommen die KINDER in den Wald, DANACH geht IHR beim Italiener feiern…das ist doch nicht so schwer..eine genaue Anleitung gibt es z.B. bei den Gebrüdern Grimm.

cd

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Kontrollzwänge…

Freitag, 3. April 2009

Heute zum Wochenabschluss zwei sehr konträre und doch irgendwie ähnliche Fälle:

1. Für Eltern, die den Handheld-Konsum ihrer Nachkömmlichkeit eindämmen wollen, gibt es nun ein Gerät, das nicht nur den Gameboy DS nach einer voreingestellten Zeit automatisch abschaltet, es kann auf Wunsch auf ein Annäherungssensor zugeschaltet werden, der optischen und akustischen Alarm gibt, sobald das Kind sich dem Spielgerät nähert…natürlich eine Erfindung aus Japan….

gamgea.com: Haben Eltern künftig alles unter Kontrolle?

2. Zwei Schüler haben den Traum aller Lehrer und Eltern und gleichzeitig den Alb(p)traum aller Schüler entwickelt: Mittels eines RFID-Lesers, der in eine konventionelle Schultasche integriert und einem Controller, der mit den Stundenplänen von bis zu 100 Schultagen im Voraus programmiert wird, hat man nun eine Schultasche, die Alarm gibt, wenn diese für den kommenden Schultag falsch gepackt wurde…

SchulSpiegel: Intelligenter Rucksack – Täschchen, pack Dich!

Ich wünsche mir nun noch Stühle, die ab einem voreingestellten Kippelwinkel einen Stromschlag zur Warnung abgeben..

cd

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Kriminalpolizei verbreitet jugendgefährdendes Material im Internet

Sonntag, 29. März 2009

Ich gebe zu, der Titel dieses Eintrages ist ein wenig Effekthascherei, aber so oder so ähnlich würde vermutlich eine Schlagzeile zum Thema lauten…
Warum schreibe ich das? Nun, es geht im Moment in den Medien ja lang und Breit über Jugendschutz, Killerspiele, Gewalt und dergleichen…man diskutiert, wie man auch im Internet den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu jugendgefährdendem Material erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen kann…die Diskussion um die Machbarkeit einer vollständigen providerseitigen Filterung von Seiten, die Kinderpornographie enthalten, liegt auf der gleichen Schiene…

An sich doch ein guter Ansatz..ich bereite aber gerade Material zur Unterscheidung von selbst- und fremdverursachten Verletzungen vor und stieß dabei auf einen Sachverhalt, der mich sehr nachdenklich macht…

Auf allen Seiten der Polizei und der Kriminalpolizei gibt es eine Rubrik „Fahndung“. Dort gibt es immer auch zwischendurch unbekannte Tote, die identifiziert werden sollen.
In einigen Fällen sind die Bilder retuschiert und die gröbsten Entstellungen und Verletzungen nicht mehr deutlich erkennbar…in anderen Fällen aber handelt es sich um Fotos direkt vom Tisch des Gerichtsmediziners…ungeschönt und beim Anklicken hochauflösend und bildschirmfüllend…
Ich habe aufgrund meines Interesses für das Thema Gewalt schon einiges sowohl in Bildern als auch realiter gesehen und doch bin ich nach einem Foto der Wasserleiche einer jungen Frau, die mich von meinem 30-Zöller überlebensgroß angrinste (und zwar aufgrund der fehlenden Lippen) erstmal eine rauchen gegangen…was diese Erfahrung wohl mit einem Kind gemacht hätte, das sich einfach nur für die Kripo interessiert und auf die Seite schaut, weil „Fahndung“ so aufregend klingt…

Ich muss mich teilweise rechtfertigen, wenn ich erwachsenen Leuten, die sich bewusst für den Themenkomplex angemeldet haben, Ausschnittvergrößerungen von Wunden in Schwarzweiß zeige…
Diese Bilder sind nicht nur von der Hauptseite mittels weniger Klicks für jeden (also auch für Zehnjährige!) auffindbar, sondern auch noch -aufgrund eines fehlenden nofollow-Tags- Google-Indiziert und somit geballt anzutreffen…
Wer sehen möchte, was ich meine, der gebe einmal in der Google-Bildersuche das Stichwort „unbekannte Tote“ ein…die Bilder von „Kripo Live“ des Mitteldeutschen Rundfunks sind besonders angenehm für den Betrachter…

Davor warnt kein Disclaimer, kein „Über-18“-Login usw…das ist ja alles im Dienste der Polizeiarbeit…
Ein Film, der das gleiche zeigt, bekommt keine Jugendfreigabe…

Sollte die Polizei beim Jugendschutz vielleicht mit gutem Beispiel voran gehen?

cd

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Hitler muss ins Heim…

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ich hatte ja ein einem anderen Blogeintrag geschrieben, dass der arme kleine Adolf Hitler keinen Geburtstagskuchen bekommen hat….

Nun trifft ihn das Schicksal noch härter…das Jugendamt des Staates New Jersey hat vergangenen Freitag seinen Eltern das Sorgerecht entzogen. Vermutlich besteht Sorge, der Junge könne wegen seines Namens gehänselt werden….

Der ganze Artikel auf RP Online:

Adolf Hitler von seinen Eltern getrennt

Naja, vielleicht hat er ja Glück, gewinnt einen Schmerzensgeldprozeß gegen die Eltern und geht dann „reich ins Heim“…. ;-)

cd

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Kein Kuchen für Hitler…

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Ach herrje…da bekomme ich heute von einem Kollegen einen Link zugeschickt, der mich auf eine sehr traurige Geschichte hinweist:

Im Staate New Jersey in Amerika gibt es das Ehepaar Deborah und Heath Campbell. Deren politische Gesinnung und Herkunft sind mir nicht bekannt, aber irgendetwas hat sie bewogen, ihr Kind nach einem in Deutschland sehr bekannten böhmischen Gefreiten mit dem Schnurrbart von Charlie Chaplin zu benennen.
Das traurige: Der Kleine wurde vor kurzem drei Jahre alt und ein Supermarkt, bei dem die Eltern die Geburstagstorte mit „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Adolf Hitler“ in Auftrag gaben, lehnte die Bestellung ab, völlig zum Unverständnis der Eltern…;-)

Die ganze Geschichte bei RP-Online:

US-Supermarkt lehnt Auftrag ab: Keine Geburstagstorte für dreijährigen Adolf Hitler

Manche wollen es nicht anders…

cd

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Quantitative Psychologie ist “Pseudowissenschaft”

Samstag, 13. Dezember 2008

Im „Alles hängt mit allem zusammen“ (AHMAZ) Blog erschien vor einer Weile ein Artikel mit dem Titel „Pseudowissenschaft in familiengerichtlichen Gutachten? oder: Die Probleme psychologischer Gutachten bei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen“.

In diesem Artikel beschreibt Monika Armand das Problem, dass die bei Scheidung etc. notwendigen familiengerichtlichen Gutachten von Diplompsychologen erstellt werden, welche im Rahmen ihrer Ausbildung über keinerlei erziehungswissenschaftliche Kompetenzen verfügen.
Der an sich methodisch gut beginnende Artikel, der kurz die Ziele von Psychologie und Erziehungswissenschaft und ihre Verbindung beschreibt, rutscht aber dann leider im Niveau massiv ab durch Aussagen wie „Warum? Wie bereits oben beschrieben, erforschen die Erziehungswissenschaften die Voraussetzungen und Bedingungen von Erziehung. Die Psychologie konzentriert sich mehr auf den einzelnen Menschen als ‚Forschungsgegenstand’.“ und endet mit dem polemischen Begriff der „Pseudowissenschaft“…

Es stimmt, dass Psychologen im allgemeinen keine Ahnung von Erziehungswissenschaft haben, aber der Artikel zeigt, im Kontext des kleinen Grabenkampfes vorher, dass viele Erziehungswissenschaftler auch keine Ahnung von Psychologie haben ;-)

cd

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Mario Kart ist jugendgefährdend!

Sonntag, 7. Dezember 2008

Sachen gibts…
Eben schaue ich in das Jackpot-Blog und muss sehen, wie falsch wir alle doch lagen…
Der süße hüpfende italienische Klemptner, den wir alle vom Nintendo NES so lieben, verleitet Jugendliche zur grob Selbst- und Fremdgefährdenden Nachahmung von Mario Kart:

JACKPOT: Mario Kart ist jugendgefährdend!

cd

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