Tim Kretschmer hat in Winnenden offensichtlich weder, wie bis jetzt oft behauptet, gezielt auf Mädchen und Frauen, noch gezielt auf die Köpfe geschossen. Das nun veröffentlichte Gutachten nach der Leichenschau sagt unter anderem aus, dass Kretschmer weder zwischen Jungen und Mädchen unterschieden habe, noch sonderlich gezielt vorging. Eins der Opfer im Autohaus sei beispielsweise mit elf Schüssen getötet worden. Nur ein einziges der Opfer starb durch einen Kopfschuss. Bestätigt ist die Annahme, dass Kretschmer selbst durch einen “aufgesetzten Nahschuss” starb…jaja…jetzt kommen die Verschwörungstheoretiker wieder und sagen “das heisst nur, dass EINE Waffe aufgesetzt war…das muss nicht er selbst gewesen sein…usw.”
Quelle: Focus
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]]>So, nun geht sie wieder weiter, die Hexenjagd aus Spekulationen, medialer Ausschlachtung, Schuldzuschreibungen und Verschwörungstheorien, genau wie damals. Der Vater von Tim Kretschmer steht seit Donnerstag vor Gericht, um den Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufes zu erklären, warum er seine Beretta offen im Schlafzimmer herumliegen liess. Die Medien sind alle bereits ganz Ohr, bekommen jedoch keine echten Informationen, da Jörg Kretschmer sich ausschweigt und keine offiziellen Statements gibt und fangen so wieder wild an, Sommerlochfüller zu bauen. Cem Özdemir kann sich profilieren, indem er den anderen Parteien Tatenlosigkeit im Bezug auf Änderungen des Waffengesetzes vorwirft. Die aktuellen Änderungen sind ihm wohl zuwenig. Das halte ich wie schon öfter geschrieben für Blödsinn. Es ist keine Frage der Rechtslage, die gibt schon alle Kontrollmechanismen her – sie müssen nur vernünftig durchgesetzt werden. Bei jeder Pommesbude kann das Gesundheitsamt unangekündigt vorbeischneien und sich die Küche zeigen lassen und macht bei groben Verstößen den Laden dicht. Das muss doch hinzukriegen sein, dass das Ordnungsamt zwischendurch mal ihre Liste von Schützen mit WBK durchgeht und unangekündigte Besuche abstattet, um sich die ordnungsgemäße Verwahrung der gemeldeten Waffen zeigen zu lassen…und sind nicht genausoviele Waffen im Schrank, wie auf der WBK eingetragen, gibts mächtig Ärger…und wer sich nicht an die Richtlinen hält, darf die Dinger für immer abgeben…fertig. Das sieht z.B. auch die Neue Osnabrücker Zeitung so…
Der Spiegel charakterisiert Jörg Kretschmer direkt mal als “Waffennarr von Jugend”, der einem Sohn “das Zielen und Abdrücken lehrte”, den “er nicht gut genug kannte” und stellt ihn schon vor dem Prozess als Schuldigen dar. Die “Kleine Zeitung” gibt sich gemäßigter und erwähnt nur, dass die Verteidigung auf Straffreiheit plädiere, da Kretschmer “angesichts des Verlustes seines Sohnes und wegen der sozialen Ächtung gestraft genug sei.” Eine These, die ich so unterstützen würde…”der Freitag” beschreibt Kretschmers Hobby gar als “privaten Rüstungswahn“.
Die BILD gibt gewohnt boulevardjournalistisch ein Zeitprotokoll des ersten Prozesstages und stellt auch “kein Bedauern” fest…kann es sein, dass er, bevor er etwas Falsches sagt, lieber erstmal gar nichts sagt und deswegen nicht gleich kalt und gefühllos ist? Naja…die Presse eben…
Einen guten Gegenpol liefert das Presseportal Südwest, das den Prozess als einen “in eine Reihe spektakulärer Verfahren von Brunner bis Kachelmann, in denen die juristische Prozedur zum medialen Spektakel zu verkommen droht” und bemerkt sehr richtig: “Öffentlichkeit im Gericht dient der Kontrolle der Justiz, nicht der Bloßstellung des Angeklagten. Und Strafprozesse sind Verfahren zur Bestimmung von Strafe, nicht Strafe. Beides scheint immer öfter in Vergessenheit zu geraten.” Den Eindruck habe ich angesichts der Hetzkampagnen seitens selbsternannter “Aktionsbündnisse” allerdings auch…die Hinterbliebenen nehme ich aus…wer angesichts eines toten Kindes Blut sehen will, dem kann ich es nicht verdenken…aber für die Anwälte, die sich wie der bekannte Eric T. Langer damit profilieren können, steckt auch eine Menge Geld und Publicity in einem derart öffentlich beobachteten Prozess…
Die BZ erwähnt ebenfalls etwas neutraler wnigstens die Begründung, die die Verteidigung für Jörg Kretschmers Schweigen liefert: Er sei psychisch und physisch nicht in der Lage zu sprechen, trauere aber mit den Angehörigen.
Die WELT beginnt ihren Artikel, der sich um Gisela Mayer, eine der hinterbliebenen Mütter von Winnenden, die ihre Gefühle in dem Buch “Die Kälte darf nicht siegen” verarbeitete, zentriert, subtil mit einer eher positiven Charakterisierung Tim Kretschmers, lässt sich dann aber zu Sätzen wie “Es geht nicht darum ob der Vater, seinem Sohn fahrlässig Zugang zu einer Waffe verschafft hat, sondern darum, ob er mit ihm eine menschliche Waffe erzogen hat.” Kann man also im Hinblick auf Neutralität auch abhaken…Tränendrüsenmethode unter Nutzung eines der Sekundäropfer…
Einen qualifizierteren Kommentar liefert Prof. Dr. Henning Ernst Müller im Beck-Blog und stellt dort fest, dass die Verurteilung in erster Linie auf Verstoß gegen das Waffengesetz lauten wird, da die subjektive Fahrlässigkeit nicht prüfbar sei. Das ist eine Aussage, der ich ganz klar zustimmen muss. Für einen Laien ist absolut nicht zu erkennen, ob das Risiko einer solchen Tat besteht, selbst wenn, wie Prof Müller es erwähnt, die psychischen Probleme bekannt sind…daran beissen sich selbst Experten desöfteren die Zähne aus…selbst Schulpsychologen vor Ort dürften das aus Gründen, die ich bereits breit beschriebe habe, nicht hinbekommen…
Mein Fazit: In der Mühle des Buhlens um Verkaufszahlen geht ein Aspekt mal wieder völlig unter: Tim Kretschmer hat nicht seine Eltern erschossen, sondern einen Schulamok begangen. Im Prozess wird aber nicht danach gefragt, welche (Teil-)Schuld das System Schule, bzw. konkret das Kollegium der Albertville-Realschule in Winnenden trägt. Im Alter Kretschmers ist es so, dass die Kinder mehr Zeit mit uns Lehrern verbringen, als mit der eigenen Familie. Wer hat die Demütigungen begangen, die Tim Kretschmer dazu veranlasst haben, primär auf SchülerINNEN zu schiessen…wer hat, wie auch im Fall Robert Steinhäuser, die Signale aus pädagogisch-psychologischer Inkompetenz nicht gesehen oder nicht sehen wollen? Wer ist mitverantwortlich dafür, dass das aktuelle System den Lehrer so überfordert, dass subtilere Signale eines einzelnen Schülers in einer Masse von 32 und mehr Schülern absolut untergehen, bis sie sich auf eine derart extreme Weise einen Weg bahnen? All dies halte ich für ebenso gerechtfertigte Fragen, aber die sind nunmal nicht populär…und werden einfach nicht gestellt…
cd
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]]>Angesichts der aktuellen politischen Krisenlage ist es irgendwie still um die Killerspieldebatte geworden und auch Amokläufe scheinen aus der Mode gekommen zu sein. Die Spieleindustrie hat aber den Streit nicht vergessen und nun ein garantiert kinderfreundliches Killerspiel garantiert ohne Zombies und Aliens, sondern nur mit niedlichen Plüschtieren auf den Markt gebacht: Naughty Bear. Ein “Amoklauf im Teddyland”. Hier der Trailer:
So, hoffentlich sind nun alle zufireden.
cd
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]]>Das Wahrzeichen von Nintendo, der italienische Klemptner Super Mario ist in Wahrheit ein kaltblütiger Killer. Super Mario ist der wahre Grund für den Amoklauf in Ansbach. Das Spiel ist noch gefährlicher als Tetris. Hier der Beweis:
Mario ist jugendgefährdend!
EDIT 23.05.10: Ach so, Mario Kart ist übrigens genau so jugendgefährdend!
cd
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]]>Jetzt ergibt alles plötzlich einen Sinn…warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Jahrelang dachten wir, Robert Steinhäuser, Bastian Bosse, Tim Kretschmer, Georg R. und alle anderen Amokläufer hätten entweder eigenmächtig gehandelt, oder wären als Schläfer per Fernbedienung von Geheimdiensten und anderen dunklen Mächten aktiviert worden. Die Titanic aber hat das Muster hinter allen Amokläufen durchschaut. Auch passen der Absturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und andere Attentate plötzlich nahtlos in das Puzzle. Was können wir auf den folgenden Bildern erkennen?
Keine Gemeinsamkeiten? Doch! Die Blumen! Alle Amokläufe und sonstige Taten wurden perfide von Fleurop geplant und durchgeführt! Eine Verwicklung der Grabkerzenindustrie ist ebenfalls nicht auszuschließen!
cd
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]]>Ausgerechnet der Governator Schwarzenegger macht sich für einen härteren Jugenschutz in Kalifornien stark. Im Gegensatz zu Deutschland werden vom amerikanischen Äquivalent der FSK zwar Filme, aber nicht Computerspiele erfasst. Diese sind ab 12 Jahren frei verkäuflich. Schwarzeneggers Regierung versuchte bereits 2005 ein Verkaufsverbot von Killerspielen an Minderjährige zu erwirken, da diese auf einem “abartigen und krangen” Interesse an Gewalt lägen, ein Gericht kippte diese Entscheidung aber wieder, da ein Zusammenhang zwischen Egoshootern und Jugendgewalt nicht ausreichend wissenschaftlich belegt war.
Nun soll der oberste Gerichtshof die Sache im Oktober eindeutig klären. Ich erinnere mich noch daran, wie ich das Spiel zu “Total Recall” auf dem NES gespielt habe…und die “Terminator“-Serie in der Spielhalle…Schwarzenegger ist echt ein guter Werbeträger für Gewaltfreiheit…so sind die Österreicher…erstmal an der Regierung, wird erstmal alles verboten, was ihnen nicht gefällt, auch wenn es ihnen zum Wahlsieg verholfen hat…
cd
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]]>Im Beck-Blog lese ich heute, dass der Prozess gegen Georg R., den Amokläufer von Ansbach, nun doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Der Autor Prof. Dr. Henning Ernst Müller sieht dies Kritisch und beruft sich auf den Beitrag “Maulkorb für die Medien” auf Spiegel Online.
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde es eher angenehm, dass die Presse und das Fernsehen warten müssen, bis die Fakten auf dem Tisch liegen und nicht wieder wüste Enten geschmiedet werden, die im Prinzip aus aus dem Kontext gerissenen Satzteilen bestehen…was soll die Berichterstattung auch groß bringen? Er hat ja bereits gestanden und aufgrund der Persönlichkeitsstruktur, die man alleine durch den Modus Operandi mutmaßen kann, wette ich eine Flasche guten schottischen Singlemalt, dass er vermindert oder gar nicht schuldfähig gesprochen wird und anstatt im Gefängnis in der Psychiatrie landen wird, wo er ja ohnehin schon einsitzt…alles andere würde mich überraschen, da ich nicht glaube, dass irgendein Psychiater einem Jugendlichen, der seine Mitschüler mittels Brandflasche aus der Klasse treibt, um ihnen mit der Axt aufzulauern, volle geistige Gesundheit und somit Schuldfähigkeit attestieren wird…schauen wir mal…
cd
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]]>Der Jahrestag von Winnenden ist gelaufen und schon kehrt wieder Normalität im Lande ein. Naja…fast jedenfalls, eine Gruppe unerschütterlicher Idealisten hat immer noch das Patentrezept gegen Amokläufe. Schuld an allem sind ja vor allem die Waffen, die man im Prinzip an jedem Kiosk kaufen kann (zumindest im Norden von Essen, die Walther P99 Zollverein-Karnap Special Edition ist z.B. ein beliebtes Touristensouvenir aus der Kulturhauptstadt, genau wie Platten vom Vogelheim Hartreim Projekt). Die Grünen als Berufsaufgeregte Baumkuschler schreien natürlich am lautesten. Stein des Anstoßes: Die Waffenmesse in Sinsheim. Nach der “Schamfrist” wegen Tim Kretschmer hat nun zum ersten Mal wieder die Internationale Waffenbörse IWB stattgefunden. Der Veranstalter warb mit dem Slogan, die Messe sei “für die ganze Familie”. Daran störten sich die Grünen am meisten und verlangen das totale Verbot aller Waffenschauen. Ich denke, das Problem ist deutlich kleiner. Es liegt an dem Wort “für”…Waffen sind natürlich gegen die ganze Familie!
Eine ähnlich lahme Argumentationslinie verfolgt Mitch’s Weblog, das sich darüber aufregt, dass ehemalige Dienstwaffen der Polizei und anderer Behörden an Privatpersonen veräußert werden. Ich lasse die Argumentation für sich selbst sprechen:
“[...] Ein Rentner tötet drei Männer mit einer P3-Pistole. Der Bundesgrenzschutz hatte diese Waffe in den sechziger Jahren ausgemustert und verkauft. Noch Jahrzehnte später können solche Waffen töten, die Behörden in den freien Handel gaben…”
Ähm..ja…genau wie fabrikneue…habt Ihr Weltverbesserer echt nicht mehr drauf als “Wenn wir Waffen abschaffen, gibt es keine Gewalt mehr auf der Welt!” ?!…selbst der Pfeiffer hat doch mittlerweile verstanden, dass ich zur Not auch mit einem Quietscheentchen jemanden umbringen kann..
Aber wenigstens ist ja hinreichend bekannt, dass Killerspiele zu schweren Krankheiten führen…
cd
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]]>Bei der ganzen Killerspieldebatte fällt unter den Tisch, dass es die Handhabe, gewaltverherrlichende Spiele aus dem Verkehr zu ziehen, doch schon längst gibt…ganz ohne Gesetzesnovelle oder einen speziellen “Killerspielparagraphen”: § 131 StGB heißt das Zauberwort…und es wurde insgesamt bis jetzt in sage und schreibe zwölf Fällen angewendet…Manhunt 2 ist das aktuelle Opfer der Zensur…ob es Sinn macht, ist eine andere Frage…der Media Markt in Roermond ist von hier eine knappe Autostunde entfernt…
cd
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]]>Von unerwarteter Seite, nämlich von einem Unternehmen aus der Sicherheitsbranche, kommt Stärkung für die Jugend:
Auf dem Onlineportal der Zeitschriften “W&S” und “Protector” findet sich ein Editorial, das Fakten nennt, die gerne in der Debatte um die angeblich gestiegene Jugendgewalt nicht wahrgenommen werden. In NRW liegt beispielsweise lauf Kriminalstatistik der Anteil Jugendlicher an Gewaltverbrechen bei nur 0,85 Prozent…NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf wird zitiert: “Die große Mehrheit der Jugendlichen ist rechtstreu.”
sicherheit.info: Die Jugend von heute…
cd
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]]>Und wieder eine Studie, die es bestätigt:
Laut Stigma Videospiele kam eine Metastudie, die 130 Einzelstudien berücksichtigte, zu dem Ergebnis, dass die berüchtigten “Killerspiele” die Agression der Spieler kaum erhöhen. Es sei eine Verknüpfung von nur 2% festgestellt worden. Im Gegensatz dazu betrage die Verknüpfung von Familie und Umfeld und Mobbing in der Schule jeweils 30%.
Der Artikel bezieht sich auf einen Beitrag des Schweizer Radio DRS.
Gleichzeitig scheint ein Ansatz zum totalen Verbot von Killerspielen wie in der Schweiz in Österreich eher unwahrscheinlich. Killerspiele hätten laut Prof. Michael Wagner von der Uni Krems “keine oder maximal einer vernachlässigbare Wirkung”. Siehe dazu auch den Artikel “Killerspiele machen keine Amokläufer” (DerStandard.at)
cd
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]]>Ich bleibe zwar bei meinem Standpunkt, dass die Group UAW ein Haufen Verschwörungstheoretiker ist, nichtsdestotrotz ist eine neue Version ihres Berichtes erschienen, der die Unschuld Tim Kretschmers am Amoklauf von Winnenden beweisen soll. Interessierte können ihn hier downloaden.
cd
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]]>Angehörigen meiner Generation, die sich in ihrer Kindheit schon für Spiele am PC und an der Konsole interessierten, dürfe der Name Heinrich Lenhardt noch etwas sagen. Lenhardt war mit einigen anderen, z.B. “Doc Bobo” Boris Schneider (jetzt Boris Schneider-Johne, mittlerweile bei Microsoft für die XBOX360 zuständig), Anatol Locker, Michael Hengst und Winnie Forster Redakteur bei der Spielezeitschift “Power Play”, die schon lange eingestellt ist.
Dieser Heinrich Lenhardt schreibt u.a. auch bei Gamersglobal.de und nimmt in seiner aktuellen Kolumne die aktuellen Thesen von Prof. Christian Pfeiffer ins Visier. (siehe auch “Verbot von Killerspielen in der Schweiz zur Zeit sinnvoll?”, “Amokläufe sind kaum zu verhindern – Pfeiffer wird ruhiger” , “Zum Diskurs über Pfeiffers Thesen” und “Feuerzangenbowle”)
Im Beitrag “Die hohe Kunst des Pfeifferns” nennt er die teils sehr weit hergeholten Verknüpfungen zwischen “Killerspielen” und Gewalt Pfeiffers und bringt dem Leser anhand eines Beispiels bei, wie man auch selbst sehr gekonnt pfeiffern kann…es steht die Frage im Raum, ob Pfeiffer gar ein “geistreicher Satiriker” sei…lesenswert!
cd
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]]>Hätte ich doch im Newsreader fast überlesen…
Dem Holz Schülerfäller von Ansbach Georg R. wird laut Augsburger Allgemeine ab dem 22. April der Prozess gemacht. Angesetzt seien zunächst 4 Tage, die Anklage laute auf 47-fachen versuchten Mord.
cd
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]]>…sind auch nicht mehr das, was sie waren und können einem groß auf die Fresse geben. So geschehen in Paris, eine 15-jährige Schülerin prügelte einen Lehrer mit einer Eisenstange krankenhausreif.
“…Aux armes, citoyens…”
cd
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]]>Gerade eben berichtet Game7 in den “Killerspiele-News” über zwei chinesische Counterstrike-Spieler, von denen einer sich vom anderen mittels wallhack betrogen fühlte.
Seine Reaktion: Er stach dem anderen ein 30 Zentimeter langes Messer in den Kopf. Bis jetzt scheint das Opfer keine Schäden davongetragen zu haben…
So spielt man also in China Killerspiele…
cd
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]]>Die Debatte ist alt, die Argumente abgenutzt, trotzdem veranstalteten die Grünen letzte Woche eine Tagung zum Thema “Amoklauf und Computerspiele”.
Dort die -überraschende- Erkenntnis: “Nicht alle Ego-Shooter-Spieler werden zum Amokläufer.”
Der Inhalt des Artikels auf See-Online ist banal. Interessant ist der erste Kommentar:
“Wie kann man ein Theater wegen ‘Killerspielen’ machen, aber gleichzeitig im Fernsehen zeigen, wie 2 Erwachsene sich verprügeln und am Ende noch einer den anderen KO schlägt [...]“
Starkes Argument, wie ich finde…
cd
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]]>Eigentlich nehme ich den SchulSpiegel ja eher weniger ernst, aber heute sehe ich einen Aufmacher, der mich doch näher hinlesen lässt. Erstens, weil vier Jugendliche ihre Gründe schildern, warum der Vertrauenslehrer/die Vertrauenslehrerin ungern bzw. gar nicht angesprochen wird, zweitens, weil es unten dann letztlich fünf Schüler sind
Dieser Artikel stützt meine These, warum Schulpsychologen nicht gegen Amok helfen…
SchulSpiegel: “Ich traue meinen Lehrern nicht”
cd
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]]>Nunja…es sind schon recht paranoide Strukturen, die hinter den Argumenten gegen die Killerspiele stehen…doch nun stoße ich auf Game7 auf den Artikel “Schweizer Ständerat im Sog einer Psycho-Sekte?”
Sich auf einen etwas älteren Artikel “Killerspiel-Verbot in der Schweiz” auf Telepolis berufend schreibt Game7, der vor einer Weile gegründete “Verein gegen mediale Gewalt” (VGMG) hätte starke Verbindung zur 2002 aufgelösten Sekte “Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis” (VPM), der “mindestens 10 der Gründungsmitglieder” des VGMG angehörten. Der Vorsitzende Roland Näf aber sagte dazu, dies sei “eine Kampagne, die gegen ihn gerichtet ist und von der Spieleindustrie in die Welt gesetzt” worden sei. Die Spieleindustrie sei “so bösartig wie die Tabakindustrie”
Besonders der oben genannte Telepolis-Artikel ist dazu höchst interessant.Ein anderes ehemaliges Mitglied bezeichnet im Kontext der “Street Parade” Techno-Fans als “abhängig gemacht von Drogen, sexueller Überhitzung und Konsumsucht”. Sie seien “ferngesteuerte Marionetten”.
Das sollte man auch mal eine Weile beobachten…wird sicher lustig..
cd
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]]>So, endlich wieder Zeit zu bloggen. Die erste Frage, die sich mir in der neuen Woche stellt ist : Warum wollen die Schweizer gerade jetzt die Killerspiele verbieten? Jetzt, wo doch bald Gaddafis Gotteskrieger vor der Tür stehen?
Immerhin trainieren laut Prof. Christian Pfeiffer doch sogar die Bandidos und Hell’s Angels mit Killerspielen.
Die US-Armee hat zwar nun einsehen müssen, dass für ihre Soldaten Killerspiele eher hinderlich sind…aber die akkuraten Schweizer könnten doch so sicherlich die Schlagkraft ihrer Armee noch weiter erhöhen.
Aber es ist eben wohl doch das Gefühl von zusätzlicher Sicherheit, wenn ein Land Killerspiele verbieten will, das gleichzeitig seinen Reservisten ihr Sturmgewehr mit nach Hause gibt…
cd
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]]>Oje, das wird ein lustiger Spaß. Im Presseportal gibt es die Ankündigung zur Sendung PHOENIX RUNDE: “Ein Jahr nach Winnenden – Wird unsere Jugend immer brutaler?”, Mittwoch 10.03.2010, 22.15. Uhr auf Phoenix.
Reißerisch heißt es dort “Psychologen sind überzeugt: Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter ‘Störungen des Sozialverhaltens’.
Mit von der Partie sind die Jugendrichterin Kirsten Heisig, der Streetworker und ehemaliges Gangmitglied (sehr werbewirksam) Fadi Saad, der Pädagoge Wolfgang Bergmann und der Kriminalpsychologe Uwe Füllgrabe.
Die Kostellation und die Fragestellung “Jugendliche und Gewalt – was können wir dagegen tun?” versprechen astreines Popcornkino…
cd
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]]>Vorab: Es handelt sich nicht um den Untersuchungsbericht der Tatumstände und des Tatherganges in Winnenden, sondern lediglich um die Empfehlungen zur Prävention weiterer Taten analog zum Bericht des Expertenkreis Amok.
Die Bereiche des Ausschusses deckten die folgenden Themen ab:
1. Gewaltprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
2. Zugang zu Waffen
3. Gewaltdarstellung in Medien, u. a. in Computerspielen
4. Sicherheitsmaßnahmen an Schulen
5. Stärkung des Erziehungsauftrags der Eltern
Es seien “tief greifende Präventionsmaßnahmen” erforderlich, damit “Amokläufe weniger warscheinlich” werden.
Ausführlich in der Pressemitteilung des Landtages von Baden-Württemberg
cd
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]]>Der STERN berichtet heute, dass der Bundesgerichtshof zum ersten Mal die Sicherungsverwahrung für einen Jugendstraftäter genehmigt hat.
Es geht um den nun 31-jährigen Daniel I. der nach dem Mord an einer Joggerin nach Jugendstrafrecht zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden war und somit eigentlich am 17. Juli 2008 hätte entlassen werden müssen. Aufgrund des von Gutachtern bescheinigten “hohen Rückfallrisikos” nach gescheiterten Therapieversuchen, ordnete das Landgericht Regensburg seinerzeit Sicherheitsverwahrung an. Seitdem streiten sich Juristen, ob dies überhaupt zulässig ist, da die entsprechende Gesetzesänderung erst nach der Verurteilung durchgeführt wurde. Dagen argumentierte der Europäische Gerichtshof am 17. Dezember 2009, das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig. Die Bundesregierung wolle die große Kammer des Menschengerichtshofes anrufen.
STERN: Sicherungsverwahrung bei Jugendstrafen zulässig
cd
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]]>…die Antwort weiß Götz Wiedenroth.
Alle Verschwörungstheoretiker bitte lesen!
cd
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]]>Laut der Augsburger Allgemeinen vom 3. März ist der Amokläufer von Ansbach Georg R. in die geschlossene psychiatrische Abteilung des Bezirkskrankenhauses Ansbach verlegt worden. Er sei laut Gutachten gravierend persönlichkeitsgestört und habe einen “Reiferückstand”. Er sei somit nur vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig.
Augsburger Allgemeine: Haftbefehl gegen Ansbacher Amokläufer aufgehoben
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]]>Bald ist es soweit, die Tat von Tim Kretschmer in Winnenden jährt sich am 11. März. Schon geistern im Netz die üblichen Beiträge herum und das Thema ist wieder aktuell. In loser Folge einige Sachen, über die ich gestern und heute gestolpert bin:
1. Trittbrettfahrer des Suchbegriffs
Die Firma Golden Section Graphics erstellte damals eine Grafik zum Tathergang des Amoklaufes. Am 4. März schreibt sie in ihrem Blog:
“Wir hatten seinerzeit eine Infografik über den Hergang der Geschehnisse erstellt und bieten diese Grafik jetzt natürlich wieder zum Nachdruck an.”
Geschäftstüchtig die Jungs…
2. Verschwörungstheorien und die üblichen Verdächtigen
Am 3. März erscheint bei Europnews ein Artikel unter dem Titel “Rätsel Winnenden: Fragen werden nicht beantwortet.”
In Bezugnahme auf ein Flugblatt einer Bürgerinitiative zur Aufklärung der Tat von Winnenden werden dort analog zum Fall Erfurt mehr oder weniger unsinnige, verschwörungstheoriehafte Fragen aufgeworfen. Eric T. Langer ist natürlich auch wieder mit von der Partie.
U.a. wird behauptet, es gebe keine Beweise dafür, dass die Waffe von Tim Kretschmers Vater tatsächlich die Tatwaffe gewesen sei. Auch habe niemand Kretschmer als Täter identifiziert. Sicher? Dazu z.B. das Interview mit Igor Wolf, der von Kretschmer für die Flucht mit seinem Auto entführt wurde.
Noch hanebüchener ist folgende Frage:
2. Warum wird darüber hinweg geschwiegen, dass die Polizei den/die Täter nicht verfolgte oder beschoss, weder in der ARS noch in Wendlingen, als Igor Wolf als “Kidnapping-Opfer” auf einen Streifenwagen zu rannte?
Sicher…klar…es ist absolut konform mit den Dienstanweisungen der Polizei, bei vermeitlichem Täterkontakt Cobra11-mäßig loszuballern…
Leute, wartet doch den offiziellen Bericht ab…dann wirds auch die geforderten Obduktionsberichte geben…
3. Killerspiele sind an allem Schuld
Auch dieses Argument wird wieder aufgewärmt…
Stigma Videospiele zitiert am 3. März Innenminister Heribert Rech von der CDU:
“Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot Ernst machen.”
4. Panikmache von engagierten Experten
Als letztes Fundstück das Winnenden-Blog von Dipl. Psych. Dr. Horst Siewert. Dieser ist für mich zu einer Spezies zuzurechnen, die ich ganz gerne als “Berufsaufgeregte” bezeichne. In diesem Fall ist wohl auch etwas Schlüsselwortopportunismus im Spiel.
Das dramatische Bild im Header kündigt groß “Erfahrungen, Folgen und wissenschaftliche Aussagen zum Thema Amok” an…der erste Eintrag vom 23. März 2009 kündigt groß das neue Blog an, Winnenden sei ja nur “30 Minuten” weg und Bilder würden folgen…dann nichts mehr.
Erst am 4. März 2010 dann -pünktlich um am Jahrestag von Google indexiert und auffindbar zu sein- wieder ein Eintrag mit dem Titel “Amokprognosen”. Der Ton entspricht wenig der versprochenen Wissenschaftlichkeit und stellt eher die übliche Panikmache auf Spiegel- und STERN-Niveau dar.
Siewert behauptet -ohne jegliche Belege-: “die Anzahl der Fälle wächst kontinuierlich und gewaltbereite Jugendliche nehmen die in Deutschland weitgehend ungeschützten und offenen Schulen ins Visier.”
Es folgt Lamento, wie viele Schüler Amokphantasien haben und in Behandlung seien, sie brächten “Messer und Macheten in Tötungsabsichten mit” und “Nach den vorliegenden Hochrechnungen können wir davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer von jungen Menschen gibt, die mit dem Gedanken an Amok spielen.” Und wo liegen diese Hochrechnungen bitte vor?
Auweh…nach diesen hochwissenschaftlichen Erkenntnissen gehe ich ab Montag nur noch mit Stahlhelm und Schutzweste unterrichten…
Grandios, freuen wir uns auf mehr lustige Nachrichten in Bälde…
cd
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]]>Das “Stigma Videospiele” Blog verweist auf ein Interview mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer mit der BILD, in dem er sich überraschend gemäßigt zeigt:
Stigma Videospiele: Pfeiffer auf neuen Wegen?
Pfeiffer sagt, es sei nun definitiv klar, dass Videospiele zwar ein Faktor, aber kein Auslöser für einen Amoklauf seien. Auch sei nach der Tat von Ludwigshafen offensichtlich, dass auch eine Verschärfung des Waffenrechtes keinen Erfolg bringt, da ein Messer “in jedem Küchenschrank” liege.
Nuja, sowas behaupte ich ja schon seit langem
cd
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]]>Ok, das ist ein unorthodoxer, aber offensichtlich nicht ganz ineffektiver Ansatz. netzpolitik.org berichtet, sich auf die New York Times beziehend, dass in einem Versuch in Arizona ein mobiler WLAN-Router in einem Schulbus montiert wurde und die Unruhe und Rangeleien im Bus daraufhin signifikant abgenommen haben…der Bus sei nun eine “rolling study hall”…
WLAN ist gut gegen Jugendgewalt : netzpolitik.org.
Der Originalartikel der New York Times : Wi-Fi Turns Rowdy Bus Into Rolling Study Hall
auch nicht schlecht…
cd
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]]>Klarer Fall von “dumm gelaufen”. Das Darwinjahr ist zwar vorbei, der Darwinismus scheint aber von Zeit zu Zeit doch noch zuzuschlagen.
An Sylvester, also schon vor einer ganzen Weile, zieht ein Sechzehnjähriger bei einem Streit ein Butterflymesser. Der Gegner ergreift daraufhin die Flucht, doch der Junge rutscht aus und rammt sich das eigene Messer ins Auge…ups…
Ibrahim O. drohte Teenager – und stürzte in die eigene Klinge.
cd
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]]>Ich habe es gerade erst bei den Newsbloggern gelesen: Das Carolinum in Ansbach bekommt einen Schulpsychologen.
Der Täter des Amoklaufes im letzten September liege übrigens immer noch auf der Krankenstation der JVA Würzburg.
cd
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]]>Wer die Dokumentation “Amok in der Schule” von Thomas Schadt und Knut Beulich noch nicht kennt, sie ist in neun Teilen auf Youtube verfügbar. Ich verlinke der Einfachheit halber nur den ersten Teil. Der Rest ergibt sich aus der Playlist.
Youtube – Der Amoklauf des Robert Steinhäuser (1/9)
Herbert Grönemeyer als Sprecher am Anfang ist allerdings bizarr…
cd
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]]>Der Schulspiegel hat am 9.10. ein Interview mit dem amerikanischen Psychologen Peter Langman veröffentlicht. In seiner aktuellen Publikation “Amok im Kopf” untersucht er zehn “school shootings in den USA, u.a. die Fälle Kip Kinkel und Eric Harris.
Seine Ergebnisse klingen spektakulär…dass die Jugendlichen, die diese Taten begehen, “psychotisch” oder “psychopathisch” sind, wäre mir jetzt so gar nicht in den Sinn gekommen…
Allerdings sagt er auch Wahres: Er stellt fest, dass sowohl Wachleute wie Überwachungskameras gegen Amokläufer absolut sinnlos sind und antwortet auf die Frage, ob Killerspiele zu verbieten seien nur, dass zukünftige Täter dann eben auf andere Medien ausweichen würden…das würde ich voll unterschreiben..
cd
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]]>Am 25. September hat der Expertenkreis Amok des Landes Baden Württemberg seine Ergebnisse veröffentlicht. Der Rat wurde nach der Tat von Winnenden einberufen.
Ich habe nur kurz reingeschaut, wirklich spektakulär sind die Erkenntnisse aber nicht…der Rat empfiehlt in diesem Dokument neben schärferer Regulierung der Medienberichterstattung über weitere Taten auch (natürlich) das vielzitierte Killerspielverbot, die 55. Empfehlung (Seite 55) lautet:
“Strafbarkeit von Gewaltspielen gemäß § 131 StGB ausdehnen”
aber nicht nur das, das Verbot soll auf Gotcha bzw. Paintball und ähnliche Spiele im echten Leben ausgedehnt werden. Empfehlung Nr. 56 lautet “Realistische, tötungsähnliche Spiele verbieten”.
Ich bin noch nicht ganz durch, aber größtenteils enttäuscht…war vorher alles schon klar, die übliche Hexenjad eben…und dafür hat man nun wieder ordentlich Steuergelder rausgehauen…
Der Bericht ist in voller Länge im Downloadbereich oder direkt von der Seite des Landes Baden Württemberg zu bekommen.
Die Presseerklärung des Landes zur Veröffentlichung ist hier zu finden.
cd
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]]>Auf German-Bash lese ich heute die unangenehme Wahrheit, warum es keine Amokläufe an Hauptschulen gibt. Eintrag 277643:
HDStyle: Ist dir schonmal aufgefallen, dass irgendwie nie Amokläufe an Hauptschulen stattfinden? o.o
Crytek: Ja ist klar. Da schießen ja auch alle zurück.
Hat sich offensichtlich herumgesprochen
cd
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]]>Ups…das passt sicher nicht in den Wahlkampf….
gamgea.com veröffentlichte am 16 September einen Artikel mit dem Titel “Verbrechensrate sank trotz steigender Videospielverkaufszahlen 2008″
In Bezugnahme auf den Originalartikel auf kotaku.com präsentieren sie Zahlen aus den USA, die zeigen, dass die Kriminalitätsrate im Jahre trotz gestiegener Verkaufszahlen von Videospielen deutlich zurückgegangen ist…
Nun würden mich noch die Zahlen für Deutschland interessieren…
cd
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]]>Ok, die Tat am Carolinum in Ansbach ist nun einen Tag her, schon kommen die Patentrezepte. Bereits im Kontext von Erfurt, Winnenden etc. wurde der Ruf nach mehr Schulpsychologen und Sozialarbeitern an Schulen immer lauter.
Der STERN titelt heute beispielsweise “Polizeigewerkschaft zum Amoklauf: Deutschlands Schulen sind nicht sicher!” und finanznachrichten.de berichtet unter Berufung auf die Rheinische Post gar, die NRW Schulministerin Barbara Sommer wolle “nach Amoklauf 1000 neue Schulpsychologen”.
In den Jahren in der Schulforschung habe ich dazu recht einschläigige Erfahrungen gemacht und halte bis heute die Annahme, Schulpsychologen und Sozialarbeiter an Schulen könnten Amokläufe verhindern, für nicht haltbar. Gleichzeitig denke ich auch, wird eine flächendeckende Ausstattung aus finanziellen Gründen nie passieren.
Warum funktioniert das ganze nicht? Ein paar Erfahrungen dazu:
1. Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort ein Büro haben sind automatisch mit dem System Schule assoziiert. Generell schuloppositionelle Schüler werden diese nicht freiwillig, sondern nur unter Zwang aufsuchen. Psychologen und Sozialarbeiter können zwar schweigen, aber nicht zu jedem Sachverhalt. In strafrechtlich relevanten Dingen müssen sie die Schulleitung informieren, die dann entscheidet, ob die Sache an die Polizei geht. Das ist den Schülern bekannt, also werden sie die in diesem Kontext wirklich interessanten Dinge nicht erzählen, selbst die Fünftklässler haben den Bogen der Desinformation recht gut raus und wissen auch um ihre Strafunmündigkeit.
2. Dieser Umstand führt dazu, dass man letztendlich als Strafinstanz endet. Ich habe an einer Schule die Supervisionsgruppe eines Betreuungsteams geleitet und in dem Rahmen versucht, ein Counsellingkonzept zu etablieren, dessen Grundsatz die Freiwilligkeit seitens der Schüler ist.
Am ersten Tag des Versuchs, ich bin noch gar nicht in meinem Büro, höre ich bereits über die Schulsprechanlage (die in allen Klassenräumen zu hören war!) nur, wie die Schulleitung einen Schüler namentlich ausruft und ihm befiehlt, sofort in mein Büro zu gehen….so viel zum Thema Freiwilligkeit…
Der örtliche Sozialarbeiter war nur die halbe Woche vor Ort, eine volle Stelle wäre nicht finanziert worden…somit war ich sofort die Anlaufstelle für alle zu sanktionierenden Schüler…Privatgespräche? Vertrauensaufbau? Nix…ich war sofort der “zweite Sozialprediger”…nach zwei Monaten gab ich den Versuch auf…vor Ort ist ein echtes Vertrauensverhältnis nicht zu etablieren…das Kollegium war ohnehin skeptisch, statt eines Sozialarbeiters sollte lieber noch eine weitere Lehrkraft angestellt werden und ich als “Anwalt der Schüler” sei ohnehin überflüssig…nunja…
Unnötig zu erwähnen, dass Schulen oberhalb der Hauptschule größtenteils statt Prä- oder Intervention die deutlich einfachere Entsorgungspolitik fahren…”Sowas kann man über die Note regeln.”…
3. “Amokläufer” sind tendenziell sehr lange unauffällig…Steinhäuser, Kretschmer, Georg R. – sie alle werden als ruhig und mehr oder weniger isoliert beschrieben. Solche Schüler fallen im Regelbetrieb nicht auf…zu den Sozialarbeitern und ins Schulleiterbüro werden die geschickt, die durch Stören, Gewalt und andere “laute” Dinge auffällig werden…an Schulen mit einem höheren Anteil so auffälliger Schüler, gerade in den von uns beobachteten “sozialen Brennpunkten” sind Lehrer und Sozialarbeiter froh, wenn ein Schüler einfach nur ruhig ist. In einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten, in der man über die Hälfte der Zeit mit dem Disziplinieren der Schüler beschäftigt ist, ist dies auch nicht zu leisten…ich kenne ja beide Seiten..
Isoliert sich ein Schüler, ist das halt so…hauptsache er macht keinen Ärger und kommt halbwegs regelmäßig zum Unterricht, schreibt seine Arbeiten und bekommt irgendwann seinen Abschluss…vertrauen sich diese Schüler nicht freiwillig einem Sozialarbeiter oder Schulpsychologen an, kennt man sie oft nicht einmal…es sitzen ja noch über 30 andere in der Klasse..
4. Eltern sind nahezu grundsätzlich für auffälliges Verhalten ihrer Kinder völlig blind…die Kinder waren ja schliesslich “schon immer so” und auch den Eltern ist ein Kind, das kaum redet und lieber still in seinem Zimmer ist, eigentlich ganz recht, vor allem, wenn beide berufstätig sind…spricht man die Eltern auf soetwas an, hört man nur, man habe “keine Ahnung” oder “wir kennen unseren Sohn besser als sie” oder “Reden Sie uns nicht in unsere Erziehung rein…”..faktisch ist es eigentlich so, dass man die Eltern, die man eigentlich nicht sehen will, permanent bei sich sitzen hat und man sich nur wünscht, sie würden das Mädchen oder den Jungen mit ihren Leistungsansprüchen mal fünf Minuten in Ruhe lassen…und die Eltern, die man dringend zu einem Gespräch bittet, kommen entweder nicht oder zeigen ebendieses Verhalten…der schönste Satz in dieser Zeit: “Hätte die Schule nur solche Schüler wie unsere Tochter, dann hätte die Schule keine Probleme.”
Solange die Eltern immer am besten wissen, was gut für ihr Kind ist, ist man da chancenlos…baut man Druck auf, ist man sowieso böse und die Eltern unterstützen das Kind noch in seiner schuloppositionellen Haltung…
Greift man dann an den Eltern vorbei ein, sollte man auf richtig festem Boden stehen…der vermutete Drogenkonsum eines Jungen, der ständig träge und lustlos war, stellte sich erst nach dem Gespräch über Drogentests als Symptom eines Herzfehlers heraus…ups…war ein Heidenspass…
Danach überlegt man sich zweimal, ob man sich nochmals derart in die Nesseln setzen möchte.
5. Je höher das Ansehen einer Schule, desto geringer die Bereitschaft, einen Sozialarbeiter oder Schulpsychologen anzustellen. Es ist schlichtweg falsch, dass das nicht ginge..man verliert halt nur eine Lehrerstelle dafür oder hat einen Kollegen mit Zusatzqualifikation, dem man für die schulpsychologische Arbeit Stunden anrechnen muss, die dieser nicht im Unterricht steht..
Je elitärer jedoch das Gymnasium, umso mehr heißt es “das brauchen wir hier nicht”…die Angst ist zu groß, dass man durch die Anwesenheit eines Sozialarbeiters nach aussen hin zeigt, man würde auch einen brauchen. Über das Ansehen von Sozialpädagogen in höheren Gesellschaftsschichten (sorry, das heisst ja jetzt “Milieu”..oder doch “Kaste” ?) muss ich mich denke ich nicht auslassen…und wirklich auffällige Schüler schmeisst man von der Schule…Problem gelöst..
6. Alles was ausserhalb des Unterrichts passiert, fällt auch nur in den wenigsten Fällen auf…wird ein Schüler auf dem Schulweg und/oder in der Freizeit gemobbt, verprügelt, abgezogen, ausgegrenzt etc. merkt man als Lehrer davon nichts in einer Masse von mehreren hundert Schülern…vertrauen diese Kinder aus Scham oder Angst sich weder Eltern noch Lehrern an, haben auch diese keine Chance…Sozialarbeiter helfen dagegen nicht, da die fraglichen Schüler wie oben erwähnt, deren Einflussbereich sehr genau kennen..erst wenn Verletzungen auftreten, wird reagiert, aber meist auch wieder abgewiegelt…
Das nur als kurzer Abriss…was also als Fazit bleibt ist:
1. Ist Schule negativ konnotiert, sind es auch ihre Angestellten…nicht reparieren, wenn es den Schülern schon schlecht geht, sondern an einer Aufwertung des Bildes von Schule arbeiten..mein Appell bleibt: Behandelt Eure Schüler so, dass sie Euch nicht erschiessen wollen…
Gerade an Gymnasien existiert in den Köpfen von Lehrern und Eltern ein nicht mehr zeitgemäßes Bild der absoluten Autorität, die aber an keiner Stelle durch Vorbildfunktion legitimiert wird..
An der Abgrenzung der Schichten untereinander wird aber keine Politik der Welt etwas ändern können…
2. Bessere Ausbildung für die Primarstufe…heutige GrundschullehrerInnen besitzen wenig bis gar keine diagnostische und andere psychologische Kompetenz, sind schon an der Uni bei Professoren und Studierenden als “Kindergärtnerinnen” unbeliebt, handlungspraktische Dinge werden nicht gelehrt, denn “dann können wir hier ja gleich eine PH draus machen” usw…aber nur in dieser Altersklasse ist noch pädagogisch und therapeutisch gegenzulenken…im Altersbereich der Sekundarstufen sind pathologische Muster bereits so eingefahren, dass von Prävention keine Rede mehr sein kann…
Die Bilanz unserer Studie war: Die Muster sind eingebrannt…mit viel Mühe und intensiver Betreuung kann kurzfristig Besserung erzielt werden, lässt man die Schüler dann jedoch wieder von der Leine, verfallen sie innerhalb kürzester Zeit wieder in die alten Strukturen…nichts ist so angenehm wie das Bekannte…die nötige Intensivbetreuung über lange Zeit ist nicht finanzier- und realisierbar..
Das ersmal mein Gedankenstrom dazu…mehr vielleicht später..
cd
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]]>Ups, noch einen drauf für BILD:
turi2.de berichtet, BILD habe heute während der Berichterstattung über Ansbach zeitweise ungefiltert alle Tweets zum Thema auf ihre Seite übernommen…die Community erkannte das relativ schnell, nur BILD war etwas langsamer…der Chefredakteur stoppte die Sache erst nach sechzehn Uhr, nachdem schon lange Sprüche wie “BILD stinkt” über die offizielle Homepage gegangen waren.
turi2.de: BILD öffnet nach Amoklauf Twitterern seine Seite – und sperrt sie wieder aus
cd
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]]>Ok, wir haben einen neuen Fall.
Diesmal hat es das Gymnasium Carolinum in Ansbach in Bayern erwischt. Im Westen nichts Neues möchte man fast schon sagen…doch die Tat ist ein wenig anders als die vorhergegangenen. Der 18-jährige Georg R. nahm keine Pumpgun oder Faustfeuerwaffe, sondern klassisch Männlich eine Axt und Brandflaschen, umgangssprachlich auch als Molotowcocktail bezeichnet. Nach aktueller Berichterstattung hat der Täter also sechs bis acht Schüler mit Axt und Brandflasche verletzt, trug noch zwei Messer mit sich, von den Brandsätzen zündeten oder explodierten ein bis zwei und die Polizei stoppte ihn nach elf bis fünfzehn Minuten mit ein bis fünf Schüssen…die Medien sind sich also wieder völlig einig
Es exisiteren “Dokumente” oder ein “Abschiedsbrief” in dem von der baldigen Apokalypse die Rede sei und er sei eventuell auch in psychotherapeutischer Behandlung gewesen oder eben auch nicht…
Das gleiche stille Post Spielchen wie bei Kretschmer also.
Die BILD ist natürlich wieder ganz vorne und hat sich Bilder aus dem AmokVZ organisiert. Um 16.25 ist noch von einem Schuss in den Oberkörper die Rede und von erst vier, dann zehn Verletzten, um 21.52 Uhr sind es dann schon fünf Kugeln, die aus einer Polizeipistole abgefeuert wurden und Georg R. habe auch nach dem Werfen der Brandsätze mit der Axt regelrecht auf die flüchtenden Schüler als Ziel gewartet. Der zweite Brandsatz habe nicht gezündet.
Bei news.de sind es acht Verletzte, die Schüsse auf den Täter kamen aus einer Maschinenpistole und beide Brandsätze haben gezündet.
Bei N24 sind es acht verletzte Schüler, eine verletzte Lehrerin, der zweite Brandsatz hat nicht gezündet und die Kugeln kamen aus einer Maschinenpistole. Hier sind es elf Minuten zwischen Alarmierung der Polizei und Festnahme oder eher neutralisierung des Täters. Auch wird sich auf eine Sendung des Bayrischen Rundfunks berufen, die von Dokumenten berichtet, in denen es um die baldige Apokalypse gehe. Auch soll der BR erfahren haben, Georg R. habe sich in Psychotherapie befunden.
Beim Handelsblatt sind zwei Brandsätze “hochgegangen”, fünf Körpertreffer hat der Täter eingesteckt, allerdings von einer Polizistin und einem Kollegen gleichzeitig, es wurden acht Schüler und ein Lehrer verletzt.
Beim Spiegel beispielsweise erfolgte die Festnahme bereits nach zehn Minuten. Es gab zehn Verletzte, nur Schüler und der Täter.
In einem späteren Artikel des Spiegels zündet der zweite, aber nicht der erste Brandsatz, es sind elf Minuten und auch hier wird sich auf den Bayrischen Rundfunk bezüglich Therapie und “Apokalypse” berufen.
Der Bericht, der offensichtlich zuerst die Psychotherapie und die Schriftstücke erwähnt, findet sich nebst Videos bei BR-Online.
Also wie immer: nichts Genaues weiss man nicht. Je später es wird, umso mehr Berichte beziehen sich aber auf den Polizeisprecher und gleichen ihre Berichterstattung an.
Auf YouTube gibt es bereits die ersten Trittbrettfahrer. Beispielsweise ein (nun ist es 23.30 Uhr) vor zehn Stunden, also um 13.30 Uhr eingestelltes Video mit dem Titel “Amoklauf Ansbach”, in dem ein Musikvideo zum Thema Schulamok zu sehen ist, das offensichtlich mit der zu erwartenden Trefferrate durch den Titel (der nicht der eigentliche Songtitel ist) etwas mehr Bekanntheit erreichen soll…es sind die Rapper Aediss und Tekin mit dem Titel “X-Istenz”. Es ist das einzige Video, das der Nutzer “UntergrundMusik” online gestellt hat..etwas fragwürdige Publicity, wie man auch in den Kommentaren sehen kann…
Auch freue ich mich jetzt wieder auf die kommende Killerspieldebatte, da ich mindestens eine Flasche guten schottischen Whisky wette, dass man auf dem beschlagnahmten Laptop auch ein solches Spiel finden wird.
Im Schatten des Todes von Dominik Brunner hat sich nun wohl auch die Frage erledigt, was in Bayern an Rechtsverschärfungen geplant wird…
..ob man in Bayern nun Äxte und Bezin verbieten wird? Ach ja…und Feuerzeuge natürlich…als Raucher bin ich ja jetzt mit so einem Ding in der Tasche schon potenzieller Amokläufer…
Schauen wir mal, was so kommt…
cd
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]]>Die Irrungen und Wirrungen um Tim Kretschmer und Winnenden reissen nicht ab.
Heute veröffentlicht Spiegel Online einen Artikel mit dem Titel “Tim K. kaufte mit Vater gemeinsam Munition.”
Dem Bericht zufolge hat Kretschmer erst selbst versucht, 9mm Munition in einem Waffengeschäft zu kaufen, wurde aber abgewiesen. Er soll dann gemeinsam mit dem Vater 1000 Schuss erworben und bezahlt haben, da die Munition ein Geburtstagsgeschenk für seinen Vater sei. Kretschmer habe “seit Jahren” niemandem in der Familie mehr ein Geschenk gemacht…
Schade, dass die Akten immer noch nicht öffentlich zugängig sind.
Weiter zitiert Spiegel Online einen Artikel seines Printmagazins, in dem der Gutachter Reinmar du Bois Parallelen zwischen dem Tathergang in Winnenden und dem Spiel Far Cry 2 sieht. Der erste Teil des Amoklaufes sei Counter Strike, die Verfolgungsjagd und Schiesserei mit der Polizei Far Cry 2. Für die Selbsttötung vermutet er, Kretschmer sei “wieder in der Realität angekommen”. Das Gutachten würde ich gerne mal en detail lesen…Natürlich wird wieder deutlich erwähnt, dass er das Spiel als Minderjähriger nicht hätte spielen dürfen, er habe es zu Weihnachten von seiner Mutter erhalten.
Auch sagt der Artikel, die Ärzte der behandelnden Jugendpsychiatrie hätten die Eltern gemahnt, dafür zu Sorgen, dass Kretschmer den Konsum von Filmen und Spielen, die “für seine emotionale Reife nicht geeignet” seien, reduziere.
Bis dahin also die übliche und voraussehbare Argumentation.
Wo der Spiegel wieder recherchiert hat, weiss ich nicht..aber einige Sachen sind auffallend:
1. Die Far Cry 2 Sache ist alt, auf Negative Gamer gab es bereits am 15. März einen Kommentar zu einem Artikel der Times, in dem genau dieser Bezug bereits hergestellt wurde. (Englisch) Der Artikel, auf den Bezug genommen wird, ist vermutlich dieser hier: Times Online: Mass killer ‘rejected’ by girl at party Von den Qullen steht im Artikel nichts.
2. Sowohl die Times in diesem Artikel, wie auch die BILD am 23. Juli berichten, auf seinem Computer seinen etliche BDSM-Bilder (sadomasochistische Darstellungen) gefunden worden. “davon mehr als 120 Bondage-Fotos, die nackte, gefesselte Frauen zeigen” (BILD); “including 120 photographs of female bondage.” (THE TIMES)
Der Spiegel schreibt aber: “Es handelte sich dabei wohl um sadomasochistische Fotos, auf denen nackte Männer von Frauen gefesselt und dominiert wurden. Tim K. habe stark unter diesen Phantasien gelitten.” und bezieht sich an der Stelle auf einen früheren Artikel: Psychiater bescheinigt Tim K. masochistische Störung
Kretschmer habe “stark unter diesen Phantasien gelitten”.
Hmm…also analytisch gesehen wäre es schon interessant zu wissen, wer denn nun wen auf den Bildern gefesselt hat
Also…die üblichen medialen Hexenjagden, ohne offiziellen Untersuchungsbericht wirds auch so bleiben, denke ich…
cd
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]]>Die Weisen aus dem Morgenland haben gesprochen…und das Ergebnis ist so, wie es zu erwarten war:
Der nach Winnenden eingesetze Expertenrat „Expertenkreis Amok“ hat vor kurzem einen Bericht vorgelegt, in dem die Steine der Weisen postuliert werden.
Neben einer Einschränkung der „Verfügbarkeit gefährlicher Waffen“ schlägt die AG auch vor, in jeder Schule einen „Amokalarm“ zu installieren und Klassenräume so anzulegen, dass die Schüler sich im Notfall „verbarrikadieren“ können…
RP Online: Experten empfehlen Amok-Alarm an Schulen
Spiegel Online: Amoksirene für Schulen gefordert
SWR: Expertenkreis schlägt Amokalarm für Schulen vor
Hmm…wie soll man sich denn vor Projektilen „verbarrikadieren“ können, wenn die Tische standardmäßig aus Preßspan sind ? In den Naturwissenschaftsräumen sind diese oftmals Kachelblöcke, die fest auf den Boden gemauert sind…und die Bänke in der Turnhalle bieten wohl auch keinen rechten Schutz…
Neue Tische mit Titaneinlage? Weichbodenmatten aus Kevlar? Kugelfeste Laborkittel im Chemiesaal? Man darf gespannt sein…
Mein Favorit wäre, sämtliches Kartenmaterial nur noch auf Stoffe der Sicherheitsklasse IV zu drucken, damit es beim Amoklauf im Erdkundeunterricht ab sofort heisst: „Schnell! Alles hinter die Deutschlandkarte“…sicher auch gegen panzerbrechende Munition…
Man darf gespannt sein..
cd
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]]>Eigentlich war es ja schon klar, dass dies irgendwann kommen würde…aber jetzt erwägt die große Koagulation ernsthaft, real-life Killerspiele zu verbieten.
Dorn im Auge der Berufsaufgeregten sind diesmal Paintball bzw. Gotcha und Laserdome. Bei ersteren beschießen sich die Spieler mit Farbkugeln aus Gasdruckwaffen, eine moderne -und deutlich schmerzhaftere!- Variante von Räuber-und-Gendarm, bei letzterem ziehen sich die Spieler eine Sensorweste an und schießen mit Laserwaffen aufeinander..die Westen registrieren Treffer…
Beides macht einen Höllenspaß, wenn man am nächsten Tag nicht arbeiten muss
Nun sind diese Spiele im Kontext von Winnenden plötzlich „menschenverachtend“…komisch…letztens war das Problem noch die Ähnlichkeit zu Wehrsportgruppen…
Schnell reagiert, Leute…die Spiele sind ja auch gerade erst bekannt geworden
Berichte z.B::
Tagessschau: Koalition will Paintball verbieten
Der Entwurf stößt aber nicht überall auf Gegenliebe:
Was mich vor allem an der Diskussion nervt, sind a) die Unkenntnis der betroffenen Politiker, die das ganze nur oberflächlich-populistisch angehen und b) deren Inkonsistenz…den Spielzeugwaffen, die Kriegswaffen nachempfunden sind, bleiben erlaubt, genau wie Schreckschusspistolen, etc….
Auch hier gilt: Verbote bringen gar nichts im Bezug auf „Amokprävention“…aber das läßt sich nicht für den Wahlkampf vermarkten…
cd
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]]>Die Gedenktafel am Gutenberg-Gymnasium Erfurt für die Opfer von Robert Steinhäuser, aufgenommen am 10.04.2009
Das Gutenberg-Gymnasium am 10.04. 2009 – Rückansicht
Gutenberg-Gymnasium Erfurt – Spruch über dem Seitenportal: „Lebe um zu lernen“
Völlig neu gestaltetes Hauptportal des Gutenberg-Gymnasiums. Die neu gebaute Brücke (unter der sich eine Art Aula zu befinden scheint) führt zum Eingang, dessen ehemals hölzerne Türen durch Glastüren ersetzt wurden. Da die Hintertüren ebenfalls nun aus Glas sind, kann man nun durch das Gebäude sehen und die Brücke, die an der Gebäuderückseite wieder hinab führt, führt optisch durch das Gebäude hindurch.
Nahansicht des neuen Hauptportales.
cd
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]]>In der Blogsphäre geistert der Fall Winnenden ja nun schon eine ganz Weile umher….manche Beiträge mehr, manche weniger gehaltvoll (die Qualität der meinigen beurteile der geneigte Leser bitte selber…)
Manche bleiben unkommentiert, einige ziehen eine recht lange Kontroverse nach sich. Zum Beispiel der Beitrag „Unfassbar?“ von Björn Grau in seinem Graubrotblog.
Neben seiner Geschichte als Schüler, in der er Mobbing etc. als normale Erscheinung unter Jugendlichen beschreibt -das unterschreibe ich voll!- sagt er unter anderem folgendes:
„solche momente gibt es jede menge inder pubertät. jugendliche werden ständig überfordert, gereizt, in ihren bedürfnissen ignoriert usw. weil keine zeit für sie ist, weil sie in ihrer adoleszenten explosivität nicht in normen passen, weil sie sich selbst und sich gegenseitig in die quere kommen, … und in der überforderung neigt man dann zur pauschalisierung. ich gegen die gesellschaft. und weil ich mich nicht traue, feier ich den vermeindlich mutigen, in den sich dank seiner selbsttötung auch alles hineinprojizieren kann. der wehrt sich ja nicht gegen die vereinnahmung durch andere gefühlte außenseiter.
ich habe allerdings ausreichend erziehung, vernunftbegabung, verantwortung gegenüber frau und kind, also irgendwie reife, dass ich meine phantasien und den sie begründenden ärger aushalte und nicht in handlung umwandle. ich bin aber auch keine 17 mehr. und mit 17 kam ich nicht an schusswaffen. wobei ich für mich glaube, dass ich auch damals schon zusätzlich zu harmoniesüchtig war, als das ich je hätte so durchticken könnn. unterm strich war und bin ich wohl “gefestigt” genug, um nicht amokzulaufen.“
Ich schließe mich da den positiven Kommentaren an…eine harte, aber ehrliche Sichtweise auf das Phänomen „Schüleramok“.
cd
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]]>Die Tagesschau berichtet heute, dass die Tat von Winnenden eventuell doch länger vorher geplant gewesen sein könnte.
Sie bezieht sich auf einen gestern erschienenen Bericht im Focus. Es ist bisher noch unklar, woher Tim Kretschmer so viel Munition hatte, die Munitionsbestände des Vaters waren bis auf geringe Mengen allesamt eingeschlossen.
Dass er einen Helfer hatte, der ihm die Munition besorgte, gilt als unwahrscheinlich. Es sei eher zu vermuten, dass er sich die Munition über einen längeren Zeitraum „abgezweigt“ hat, was auf eine langfristige Planung der Tat schließen ließe…
swr.de: Woher hatte der Amokläufer so viel Munition?
Focus: Rätsel um Amokläufer-Munition
cd
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]]>Eine Gruppe, die sich „Die Friedenskrieger“ nennt, verfolgt eine ganz andere Theorie bezüglich Winnenden.
Sie „..klären auf über Gedankenkontrolle – Psychoterror – Propaganda – Bewusstseinskontrolle und vieles mehr“….hmmm…zu erst dachte ich, das klingt nach schizoidem Blödsinn…
Aber dann las ich den Artikel „War der Amokläufer von Winnenden ein Manchurischer Kandidat? Das Drehbuch der Tragödie.“ von Ruth Gill….sah die Kapitel „geheime Zahlenmsytik von Terroranschlägen“ und „Der inszenierte Terror der Nato-Geheimarmeen in Europa“ und danach dachte ich mir….jepp…schizoider Blödsinn…
Interessanter fand ich allerdings, dass im Kontext von Winnenden noch einmal die alte Verschwörungstheorie, Robert Steinhäuser sei nicht alleine Täter beim Schulmassaker von Erfurt gewesen, aufzuwärmen und erneut darzulegen:
Die Friedenskrieger – Erfurt-Amok: Der dritte Mann
Die Thesen dieses Artikels basieren auf der Annahme: „Rekonstruktionen ergaben, daß ein einzelner Täter die Tat in den veranschlagten zehn Minuten nicht hätte bewältigen können“ und führen aus, dass Steinhäuser während der Tatzeit „wahrscheinlich bereits tot in der Toilette lag“…hmm…in der Tendenz auch eher schizoid
Ich verweise an dieser Stelle nochmals auf den offiziellen Untersuchungsbericht zum Fall Robert Steinhäuser.
Sicher ist es im Bereich des Möglichen, dass die „veranschlagten zehn Minuten“ etwas knapp bemessen waren…, dass die Schüler nach der Tat jedoch unterschiedliche Täterbeschreibungen abgaben, ist auf den Schockzustand zurückzuführen…
Ich habe noch heute Nachmittag selbst vor der Schule gestanden…es ist ein sehr mächtiges, großes Gebäude…zehn Minuten sind recht knapp…aber in fünfzehn erscheint es sehr machbar, zumindest von außen betrachtet…
cd
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]]>…als wäre nie etwas Geschehen…
Das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt in strahlendem Sonnenschein heute Nachmittag.
Es ist der 10. April 2009, 16 Tage bis zum 7. Jahrestag
cd
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]]>Es ist nun amtlich, Deutschland belegt den dritten und den fünften Platz der Amokolympiade in der Kategorie „Schulmassaker“.
Die amerikanische Wikipedia enthält eine Liste der schlimmsten Massenmörder und Amokläufer. Dort gibt es auch eine Kategorie „School Massacres“:
1. Seung-Hui Cho (USA): 32 Tote, 17 Verwundete
2. Thomas Watt Hamilton (Großbritannien): 17 Tote, 13-15 Verwundete
3. ROBERT STEINHÄUSER (Deutschland): 16 Tote, 1-7 Verwundete (saubere Recherche, Jungs!)
4. Charles Joseph Whitman (USA): 15 Tote, 32 Verwundete
5. TIM KRETSCHMER (Deutschland): 15 Tote, 9 Verwundete
Wieder nur Bronze für Deutschland…strengt Euch mal an!
cd
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]]>Heute finde ich im Blog „Der fiese Admin“ eine interessante Gegenreaktion zur Killerspieldebatte:
Der fiese Admin – „Killerspiele“ – Der Sündenbock der Nation
Auf seiner Seite verweist er auch auf die Aktion „Ich spiel Killerspiele“ – neben den Infos auf „Stigma Videospiele“ eine weitere Seite, die sich um die Spielerseite der Killerspieldebatte bemüht…Teil der Aktion ist ein „Ich spiel Killerspiele“-Button, der Solidarität zeigen soll…der Button nebst Link zu dieser grammatikalisch beinahe korrekten Aktion ist nun auch hier zu finden…
cd
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]]>Folgende Sache ist mir gerade erst aufgefallen…
Derselbe Blogger, der im genannten „Antidepressiva und Amokläufe“-Blog die Pharmaindustrie als gewissenlose, geldgierige Abzocker darstellt, verlinkt am Ende des gleichen Beitrages zum „Zentrum der Gesundheit“ und dem dortigen Eintrag „Amoklauf unter Psychopharmaka-Einfluss?“
Auf ebendieser Seite wird man sofort von einem Foto der Inhaberin und dem Verweis auf eine 0180-er Hotline begrüßt…im Webshop erhält man diverse naturheilkundliche Pillen und Pülverchen (z.B. 500g Sango Koralle zum Preis von € 94,00, ein Darmreinigungsset für € 134,00, die 6-Wochen-Haarausfall-Kur für € 137,00 usw…), alles mit dem Warnhinweis: „Diese Informationen sind keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.“
Dazu kann man dort eine Ausbildung zum „Fachberater für holistische Gesundheit“ zum Preis von € 3.350,00 machen, in vier Blöcken von netto 3 Tagen in einem Wellnesshotel…aus der Homepage wird so nicht direkt ersichtlich, dass es sich um keinerlei Therapieausbildung handelt und man danach keinesfalls die Heilkunde ausüben darf…(darum heißt das Kind „Fachberater“)…denn die HPG-Prüfung beim Gesundheitsamt ist da sicher nicht mit drin
Die Sache strotzt also summasumarum nur so vor Selbstlosigkeit und günstiger Hilfe für alle…
Irgendwie überzeugt auch dieses Argument des Bloggers gegen die bösen Psychopharmaka nicht wirklich
cd
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]]>Aus aktuellem Anlass:
Quelle: Tot aber lustig
cd
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]]>Sehr schön…die Opfer von Winnenden sind noch nicht richtig kalt, schon beginnt neben der zu erwartenden Hexenjagd auf „Killerspiele“ nach dem Bekanntwerden der psychiatrischen Vorgeschichte von Tim K. auch das Schmieden von Verschwörungstheorien Hand in Hand mit den üblichen Argumenten der Psychoanalyse- und Psychiatriefeindlichen Lagern.
Über eine besondere Stilblüte dessen stolperte ich gerade im Seitenhiebe-Blog (welches übrigens umgezogen ist), unter dem Eintrag „Drogen und Amoklauf“.
Dort wird auf das eigens zum Amoklauf von Winnenden eingerichtete Blog „Antidepressiva und Amokläufe“ verwiesen. Dessen zweiter Eintrag ist dermaßen plakativ, reißerisch und vor allem seminparanoid verfasst, dass ich diesem doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen möchte.
Schauen wir uns die Argumentation des Autors einmal an:
„Es sind Hunderte von Fällen bekannt, bei denen Menschen, die die „neue“ Generation von Antidepressiva einnahmen, anschließend Selbstmord begingen, teilweise vor Kindern oder Angehörigen oder Mitmenschen töteten – ohne irgendeine Emotion dabei zu zeigen.“
Da würde ich doch gerne wissen, wo diese „hunderte von Fällen“ dokumentiert sind und inwieweit die Einnahme von Antidepressiva tatsächlich mit der angeblich resultierenden Tag zusammenhängt.
1. Zeitliches Aufeinanderfolgen zweier Ereignisse sind kein Beweis für Kausalität
2. Es ist richtig, dass in einigen Fällen die Gabe von Antidepressiva zum Suizid führen kann. Das liegt an dem Umstand, dass bei vielen Präparaten (Citalopram, etc.) die Antriebssteigernde Wirkung viel früher einsetzt, als die Stimmungsaufhellende. Dies führt leider zu dem manchmal auftretenden Phänomen, dass die betroffenen Patienten gerade soviel Energie aufwenden können, um zu suizidieren.
Dass Tim K. „gefühls- und anteilnahmslos Menschen umgebracht“ haben soll, kann ich so nicht unterstützen…Hass und Wut sind unpopuläre, aber sehr reale Gefühle…ein Patient, der an tatsächlicher klinischer Gefühlsleere leidet, würde bei entsprechender Struktur aus rationaler Überlegung töten, aber Rache käme in ihm nicht vor…
Es ist im vorliegenden Fall eher davon auszugehen, dass es sich nicht um die Wirkung „gefühllos machender“ Psychopharmaka sondern eher um eine sehr reale Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid des verhassten Objektes handelte, mit ein Kerncharakteristikum für eine pathologische Persönlichkeitsstruktur, wie wir sie auch bei Serientätern finden.
Die Quelle „olwazt.de – Amoklauf durch Psychopharmaka“, die zitiert wird, wirkt ähnlich plakativ und wenig wissenschaftlich fundiert…
Als weiteren Beleg liefert der Autor eine Dokumentation des ZDF-Magazins „Frontal 21“..Ich bin nicht dazu gekommen, das verlinkte 45 Minuten lange Video komplett zu sichten…aber ich habe es ausschnittweise gesehen und würde, im Kontext mir bekannter anderer Berichte des gleichen Magazins zu ähnlichen Themen, mal die gleiche „Qualität“ der Recherche …also nahezu keine unterstellen…dass das Sendeformat „Frontal 21“, auch wenn es von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt stammt, nicht „Mainstream“ sei, wage ich auch zu bezweifeln…
Der Autor verlinkt die Seite „ZDF.de – Das Pharma-Kartell“:
Erwartungsgemäß reißerisch gibt sich auch diese -eigentlich traurig zu wissen, dass es sich um das ZDF und nicht um RTL oder SAT1 handelt – …u.a. heißt es dort:
„Pharmaunternehmen können in Deutschland nach Einschätzung verschiedener Experten fast ungestört ihre Profitinteressen verfolgen. Das geht zu Lasten der Patienten, wenn dabei Nebenwirkungen verschwiegen, Selbsthilfegruppen instrumentalisiert oder Politiker, Ärzte und Heilberufe mit Gefälligkeiten umworben werden. Christian Esser und Astrid Randerath decken in der Frontal21-Dokumentation “Das Pharma-Kartell” auf, wie dieses System funktioniert.“
Die Pharmaindustrie wende „sehr perfide“ Methoden an…“Wichtigstes Ziel ist dabei offenbar immer, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen. Auch fragwürdige Mittel werden nach Ansicht von Kritikern in den Markt gedrückt, eine Gefährdung der Patienten in Kauf genommen.“
Ach…ich dachte, Medikamentenhersteller seinen direkte Tochtergesellschaften der Heilsarmee…NATÜRLICH ist es wichtigstes Ziel, Medikamente gewinnbringend zu verkaufen…darum ist es ja auch eine INDUSTRIE…aus betriebswirtschaftlich geführten Unternehmen….
Was „fragwürdige Mittel“ sind, wird auf der Seite nicht weiter erwähnt…was aber die „Gefährdung der Patienten“ angeht, muss man eine Sache klarstellen:
Wolf-Dieter Ludwig sagt in dem Bericht ganz richtig, dass der Glaube, zugelassene Medikamente seien sicher, ein „Irrglaube“ ist…es wird ausser acht gelassen, dass selbst der Inbegriff der Harmlosigkeit von Medikamenten, die allseits beliebte Kopfschmerztablette Aspirin mit Ihrem Wirkstoff Acetylsalicylsäure bereits in normaler therapeutischer Dosierung unter bestimmten Umständen bereits bei der ersten Einnahme zu einem doch recht spektakulären und qualvollen Tod führen kann…aber das ist niemandem wirklich gewahr…obwohl es lang und breit im Waschzettel steht…Tod durch Suizid ist also „Schuld der Pharmaindustrie“, die „gefährliche“ Medikamente produziert, die Todesfälle durch Alltagsselbstmedikation mit ASS, Paracetamol, Ibuprofen usw. sind dann wohl „Schicksal“…hmm…
Der Begriff „Wiederaufnahmehemmer“ ist schlichtweg falsch, SSRI sind SEROTONINwiederaufnahmehemmer…an sich ein vernachlässigbarer Fehler, aber er zeigt mir doch, wie viel journalistische Akribie und wie viel Fachwissen in diesem Beitrag steckt
Sicher können diese zu den beispielhaft am Falle Monika Kranz dargestellten Symptomen führen, wie ich es schon eingangs erwähnte…es wird aus dem Bericht aber nur eine Zeitliche Abfolge ersichtlich…wichtig zu wissen wäre aber, unter welchen Umständen es zum Suizid kam…die SSRI-Gruppe hat nämlich den unangenehmen Nachteil, dass schlagartiges Absetzen -entgegen der Warnungen in den Packungsbeilagen- ebenfalls neben anderen Symptomen zu akuten suizidalen Krisen führen kann, ein Effekt, der lange als „SSRI Discontinuation Syndrome“ (SSRI Absetzsyndrom) bekannt ist und weswegen SSRI „ausgeschlichen“, die Dosis also schrittweise runtergefahren wird…
Tierfergehende Informationen vgl. Schweizerische Ärztezeitung: Entzugssymptome der modernen Antidepressiva , Tagungsfolien der Schweizerischen Gesellschaft für innere Medizin ,
auch kann es zu einem sogenannten „Rebound“ kommen, dem vollständigen oder sogar verstärkten Auftreten aller Symptome, wegen derer die Medikation verordnet wurde…
Es muss also die Frage gestellt werden, ob Tim K. während der Tat tatsächlich „ruhiggestellt“ war, oder der „Amoklauf“ nach dem -eventuell schlagartigen- Absetzen der Medikation erfolgte…gerade bei non-compliance Patienten wird immer wieder ein spontaner Verzicht auf die Medikamente bei temporärer Besserung der Symptomatik beobachtet.
All dies trifft auch auf den Wirkstoff Sertralin des erwähnten Medikamentes „Zoloft“ zu…
Der -ebenfalls im genannten Blog verlinkte- Beitrag „Kretschmer Withdrawing from Drepression Treatment“ stützt meine These. Zwar ist die Argumentation auch hier fragwürdig, der Autor schließt aus der Tatsache, dass Kretschmer eine verordnete ambulante Therapie nie antrat, dass er auch die Medikamente abgesetzt haben muss, was nicht notwendig kausal folgt, aber für mich würde es das Verhalten bei der Tat erklären…
Ich bin gespannt auf den offiziellen Bericht, dieser wird in letzter Instanz klären, ob Tim K. zur Tatzeit „ruhiggestellt“ war….ich würde mindestens eine Kiste Bier wetten, dass der Bericht genau so sauber ist, wie bei der Tilidin-Ente bezüglich Robert Steinhäuser und tendiere eher wie schon gesagt zu der Meinung, dass die beschriebene Teilnahmslosigkeit symptomatisch war…
Dass man Selbsthilfegruppen kaufen kann, ist auch ein alter Hut…das gilt nicht nur für solche, die im Kontext von Medikation agieren, sondern für so ziemlich jede andere Gruppe auch…also kein Argument gegen die Pharmaindustrie im Speziellen…
In der Linkliste findet man außer Links auf ähnlich polemischem Niveau keinerlei neutrale oder psychiatriefreundliche Links…eigentlich schade…
Der Autor schließt mit den Sätzen:
„Es liegt nun am Internet, diese Infos zu verbreiten. Die neue Generation der Antidepressiva ist maßgeblich für Zehntausende Morde und Suizide verantwortlich und wenn man nicht dagegen vorgeht, ist ein nächster derart brutaler Amoklauf nur eine Frage der Zeit.“
Wie gesagt…diese „Maßgeblichkeit“ hätte ich gerne näher belegt…ein halbseidener ZDF-Bericht und fragwürdige Blogquellen sind mir da doch zu dünn…
EDIT: Ich stoße gerade noch auf einen weiteren interessanten Blogeintrag zum Thema:
Das Infowars-Blog schrieb schon 2008 nach dem Vorfall an der Northern Illinois University einen Beitrag unter dem Titel „Psychodrogen und Waffenverbot ermöglichen weiteren Amoklauf“ Dort heißt es u.a.: „Laut dem Chicago Tribune glauben Erittler dass Cho Seung Hui, der Amokschütze an der Virginia Tech, vor seiner Tat im April Antidepressiva konsumiert hatte. Die Columbine-Mörder Eric Harris und Dylan Klebold, sowie der 15-jährige Kip Kinkel der in Oregon seine Eltern und seine Klassenkameraden niedergeschossen hatte, waren alle auf Psychopharmaka. Jeff Weise, der Killer an der Red Lake High School, war auf Prozac. “Unabomber” Ted Kaczinski, Michael McDermott, John Hinckley, Jr., Byran Uyesugi, Mark David Chapman und Charles Carl Roberts IV, der Mörder an einer Schule der Amish, waren alle auf Psychopharmaka vom Typ “Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer” (SSRI). Die Presse versucht die Tatsache zu verschleiern dass Kazmierczak sich unter dem Einfluss der gleichen Medikamente befunden hatte, indem darauf verwiesen wird dass er zum Tatzeitpunkt seine Medikamente abgesetzt hatte.“
Besonders der letzte Satz lässt mich auch in diesem Fall denken, dass es sich keineswegs um Verschleierung durch die Presse handelte, sondern wir es auch in diesem Fall mit einem Gewaltakt als Symptom eines akuten Absetzsyndroms zu tun haben könnten…
Meine These bleibt also: Nicht die Warnungen vor Psychopharmaka müssen lauter werden, sondern die Warnungen davor, dass diese keine Smarties sind und man diese tunlichst nicht eigenmächtig von heute auf morgen absetzen sollte, hat man sich einmal entschieden, sie zu nehmen…
cd
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]]>Gerade sehe ich bei golem.de, dass der Deutsche Kulturrat eine bis jetzt als Buch erschienene Publikation unter dem Titel „Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz“ nun kostenlos als PDF zum Download an:
http://www.kulturrat.de/dokumente/streitfall-computerspiele.pdf
Olaf Zimmermann, Vorsitzender des Verbandes stellt fest: „Statt einer Verbotsdebatte steht nach den schrecklichen Ereignissen von Winnenden dringend eine Bildungsdebatte an”.
Dem kann ich eigentlich nur beipflichten…
Das Buch kenne ich nicht, werde es mir aber mal zu Gemüte führen.
Der Artikel auf Golem:
golem.de: Kulturrat veröffentlicht Spielebuch kostenlos im Internet
cd
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]]>Nur kurz:
Im Blog „Homo sociologicus“ gibt es einen interessanten Eintrag zum Thema „Die Institutionalisierung von Amokläufen“ von Robert Brumme.
cd
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]]>Ich kommentier erstmal nicht weiter, das ist ja immer noch Kraut und Rüben, was die Berichterstattung angeht…
Interessant ist jedoch folgender Blogeintrag im CrapTeD-Blog, in dem dargestellt wird, dass es sich bei der angeblichen Ankündigung um eine Fälschung handelt…die Nachrichten-ID des angeblichen Eintrages liefert ein völlig anderes Posting…interessant…wieder ein Beispiel für grandiose Recherchemethoden der Medien
cd
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]]>Ich habe zur aktuellen Debatte um die Thesen Christian Pfeiffers noch eine Gegendarstellung von Benedikt Sturzenhecker von der FH Kiel im Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe ausgegraben.
Eventuell interessiert es ja jemanden:
Brauchen wir offene Kinder- und Jugendarbeit?
cd
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]]>Der Pfeiffer hat wieder zugeschlagen…aber der Pfeiffer mit nur zwei „f“. Christian Pfeiffer, Kriminologe aus Hannover und ehemaliger niedersächsischer Justizminister…
Dieser behauptet nun, dass Jugendzentren die Wurzel allen Übels bezüglich Jugendgewalt, Drogenkonsum etc. seien und fordert ihre Schließung…Schon 2006 sagte er, die pädagogische Arbeit in den Jugendzentren habe sich nicht bewährt und diese seien von „sozialen Randgruppen“ beherrscht…
Als Essener Pädagoge sage ich da: Janeeeeisklaar…
Schulspiegel: Kampf um die Kiddies
cd
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]]>Der Schulspiegel ist auch immer ein Quell der Erbauung:
An einer Schule in Österreich hatte ein Kollege offensichtlich Probleme mit ein paar fünfzehnjährigen Mädels.
„Sie beleidigten einen Lehrer, trate, jagten und beschmierten ihn mit Farbe“ … das ganz haben sie dann noch per Handy aufgenommen und bei Youtube eingestellt. Da sollte wohl jemand seinen Beruf wechseln…
Der ganze Artikel hier.
cd
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]]>Die Deutsche Schule muss sauberer werden!
Nachdem nun den Gewaltspielen um des lieben Friedens und der moralischen Integrität unserer Jugend Willen der totale Krieg angesagt wurde, trifft es nun auch andere Formen gewalthaltiger Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel…
…das Tauschen von Fußballbildern ??!!
Es provoziere angeblich nur Streit und störe den Schulfrieden…haben jetzt alle was geraucht?
cd
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]]>Nun meldet sich der Herausgeber des gestoppten Buches zum Thema Computerspiele (siehe Aerger um Computerspieler-Versteher Buch )
zu Wort. Ich gebe zu, ein wenig mehr “Zahlenkolonnen” hätte mir auch besser gefallen…
Streit um Videospiel-Buch: "Du bist süchtig" – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
cd
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]]>Hier schon ein etwas älterer Breitrag zur Schiesserei an der Virginia Tech University…
Ich habe den aufgrund der aktuellen Diskussion ausgegraben, denn zur Hauptschuldiskussion habe ich immer gesagt “Steinhäuser war Gymnasiast…” und sage nun “Der Typ von Virginia Tech hatte kein einziges Ballerspiel…”
News: Amoklauf in Virginia – Keine Spiele beim Täter gefunden | Vermischtes | News | GameStar.de
Nur soviel zum Thema Kausalität…
cd
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]]>ch glaub, ich mach mal eine Linksammlung zur aktuellen Debatte auf…
Hier für jeden, der sich nocht nicht damit befasst hat, das mittlerweile fast berüchtigte Interview mit Werner Hopf von der Universität Tübingen. Er hatte in einer längeren Studie die Auswirkungen von Killerspielen auf Jugendliche untersucht.
Bei der Argumentationslinie, die Hopf hier verwendet, kann ich mir nur meine GTA IV Limited Edition Metallschatulle vor den Kopf hämmern…
Er spricht (richtigerweise) von der immer stärker werdenden Vernachlässigung der Jugendlichen durch die Eltern (im Sinne von immer weniger werdender Kontrolle des jugendlichen Medienkonsums), fordert aber dann doch tatsächlich ein Verbot von Killerspielen ohne irgendeinen Kausalzusammenhang nachgewiesen zu haben…
Welche Methode hat die Studie benutzt ? FRAGEBÖGEN!!
Ich schau mir die an, sobald sie publiziert ist…
Das Interview ist hier zu finden:
Studie: Killerspiele machen aggressiv, brutal und dumm – Bayern – Augsburger Allgemeine
cd
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]]>Wenn sich Hurrelmann persönlich zu Wort meldet, dann muss es ja doch ein ernstes Thema sein. Soso…die Jugend von Heute säuft, kokst und vögelt wild in der Gegend herum…nachdem die Killerspieldebatte nicht mehr weiter medial auszuschlachten ist, kommen wir also nun wieder zurück zum Alkohol…der spektakuläre Fall der vorzeitig beendeten Klassenfahrt hier ganz in der Nähe liefert da ja Nahrung. Schön ist, dass Hurrelmann den Berufsaufgeregten nicht ganz so viel Wasser auf die Mühlen gießt. Es ist analog zur Lamnek-Studie bezüglich Jugendgewalt auch hier so, dass ein kleiner Prozentsatz derart viel Mist baut, dass die Zahlen sich großflächig verändern…
cd
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]]>Andrew Burns äußert sich zu dem Thema ein wenig anders. Er sagt, Gewalt sei essentieller Bestandteil von Erwachsenwerden…dem stimme ich uneingeschränkt zu…in vielerlei Hinsicht…
Plakativ nennt das ORF das “Kinder brauchen Monster”. Jepp…und Drogen…und Gewalt…und Waffen…und Blackjack…und Nutten….naja…ich wohne auch in Ruhrgebiet…;-)
"Kinder brauchen Monster" – futurezone.ORF.at
cd
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]]>So..sie haben es also nun endlich geschafft…das neue Gesetz gegen Killerspiele…alles auf den Index…dazu die Altersbeschränkungshinweise auf den Packungen größer machen…genialer Schachzug…ich hab nach der Einführung der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln auch direkt mit dem Rauchen aufgehört…
Ich hör auf, mir den Mund fusselig zu reden…WDR2 nannte in den Nachrichten als Begründung für die Verschärfung der Gesetze “Die Amokläufe von Erfurt und Emsdetten”.
heise online – Bundestag verabschiedet Jugendschutzgesetz gegen “Killerspiele”
cd
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]]>Ach ja, die Saison hat wieder begonnen. Pünktlich zum nahenden Release von GTA IV werden wieder alle Argumente gegen Killerspiele aus der Mottenkiste geholt.
Ich verweise hier nur nochmals kurz in pädagogischem Interesse (“aus blanker Arroganz” wollte ich nicht schreiben, das wäre imageschädigend) auf meinen Kommentar dazu im Blog (bitte Suchfunktion mit Schlüsselwort Killerspiele benutzen, ich bin noch zu doof, anständige interne Links zu erzeugen…) und auf meine Vortragsfolien, die sich anscheinend ohnehin nicht unerheblicher Beliebtheit erfreuen. Jedenfalls sind sie stetig mit in der Top-10 meiner Trafficstatistik.
Nichtsdestotrotz wird es langsam wirklich absurd, wie folgender Blogeintrag belegt. Ein fanatischer Hasser von Killerspielen verwendet doch tatsächlich den Namen des GTA-Entwicklers und den Begriff “Hitlerjugend” in einem Atemzug…und das auch noch in einem Brief an seine Mutter (!!)
cd
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]]>Wie ich es in einem vorherigen Beitrag schon schrieb: STOPPT TETRIS! DER KLOTZWURF VON DER AUTOBAHNBRÜCKE WAR NUR DER ANFANG!
BEWEISE?
Gerne: Seht Euch DIESES Video an…
cd
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]]>Ok, ich habe heute meinen Rechthabertrip…Lehrer sind so…
Ich schlage regelmäßig meinen Schädel auf die Tischkante, wenn ich Leute über “Mobbing” reden höre…da macht die BILD genauso wenig Ausnahmen wie meine Erstsemester oder Professoren…wo das doch ein so schönes deutsches Wort ist…
Preisfrage:
Was braucht man für anständiges Mobbing?
1. Ein Opfer
2. Einen MOB…man braucht EINEN MOB…EINEN VERDAMMTEN MOB, SONST IST DAS KEIN MOBBING!
Im Klartext: Eine Einzelperson kann nicht mobben….das heißt “Bullying”…ein Mob ist eine Gruppe von Leuten…”the mob” ist in Amerika die Cosa Nostra und wer zu Zwecken der Schutzgeldeintreibung von ein paar Jungs in teuren Anzügen die Beine gebrochen bekommt, der ist danach amtlich “gemobbt” wurden…der eine Schüler, der anderen immer das Taschengeld wegnimmt, ist ein Bully, kein Mob…
Die deutsche Wikipedia meint zu dem Begriff des Bullyings lapidar:
“Bullying wird insbesondere in Großbritannien und Irland als Synonym für „Mobbing“ verwendet.”
Was daran liegen mag, dass man dort Englisch kann und hier nicht….
So, wieder sinnloses Wissen unter die Leute gebracht…
cd
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]]>Hmm…ich bin mir nicht sicher, wie ich folgenden Artikel beurteilen soll:
News – YouTube-Clip: Mutter vergewaltigt – CHIP Online
Auf der einen Seite ist das natürlich eine fiese Nummer…
aber auf der anderen Seite…wenn zwei Jugendliche bei MIR an der Tür klingeln, Sprit mitgebracht haben und mich zum Trinken überreden wollen, erwarte ICH, dass sie mir zumindest anschließend Drogen oder Waffen verkaufen oder nochmal über ihre Klausurnote reden wollen…und das würde mich akut misstrauisch machen…
cd
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]]>Hmm…ok…so viel zur hohen Qualität der Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien…
Selbst Stern-TV erwähnt nur, Steinhäuser habe “gelegentlich” Tilidin komsumiert.
Aber in einem Folgekommentar im Seitenhiebe-Blog muss man nun lesen, dass ausgerechnet das hochseriöse ZDF die Behauptung, Steinhäuser habe vor seiner Tat Tilidin komsumiert in der “Drehscheibe Deutschland” am 11.02.1008 unreflektiert und unrecherchiert übernommen hat…eigentlich traurig…
Die Sendung gibts in der ZDF-Mediathek als Stream…
Waren die das nicht auch mit der unsäglichen SOS-Schule Doku?
cd
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]]>Der Autor des “Seitenhiebe”-Blog hat auch nachgehakt:
Hat Robert R. aus E. Tilidin genommen? � Seitenhiebe
So vermehren sich also Enten
cd
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]]>Auweh, kaum ist die Nachricht raus, findet man heute über Google schon unter anderem bei RTL die gleiche Behauptung, Steinhäuser habe vor der Tat Tilidin genommen…
Ich bin mal gespannt, was für eine Diskussion sich daraus entwickelt.
Schöne neue Medienwelt
cd
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]]>Hmm…
Heute sehe ich unter dem Artikel über Tilidin eine Korrekturanmerkung, dass die Behauptung, Steinhäuser habe vor seiner Tat Tilidin konsumiert, unrichtig gewesen sein…im Text steht sie aber trotzdem noch
Ob es an meinem Leserbrief lag, weiss ich nicht…ich denke, dass andere die Sache weit vor mir bemerkt haben, aber ich kann manchmal meine Klappe einfach nicht halten
cd
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]]>Es ist bizarr, was Redakteure bei Recherchen so alles ausgraben:
DER SPIEGEL schreibt unter dem Titel “Hemmungslose Gewalt: Trend-Droge läßt Jugendliche durchdrehen” neben einigen anderen Dingen, Robert Steinhäuser hätte vor seiner Tat Tilidin konsumiert. Das ist der Hauptwirkstoff von z.B. Valoron, das aber mit Naloxon als Antagonist gemischt wird, um bei zu hohen Dosierungen die Wirkung des Tilidins aufzuheben. Zwar kann man von dem Zeug in geringer Dosierung immer noch abhängig werden, aber wer sich die halbe Flasche gibt, dürfte durch die dann einsetzende Wirkung des Naloxons das meiste unschädlich gemacht werden.
Insofern halte ich diesen Artikel für Panikmache und würde die Effekte eher einer von vorne herein vorhandenen Gewaltbereitschaft zuschreiben, die in der Gruppe dann durch Euphorisierung mittels Tilidin durchschlägt. Schmerzfrei ist man damit, dazu ist das Zeug ja da…aber z.B. in den Packungsbeilagen der Medikamente steht kein Wort von einer Aggressionssteigernden Wirkung…war Opium nicht zum Chillen da?
Was die Sache so bizarr macht, ist die Tatsache, dass im offiziellen Bericht der Untersuchungskommission des Freistaates Thüringen folgendes steht:
“Die toxikologisch-chemische Untersuchung nach seinem Tod hat jedoch keinerlei Hinweise auf einen Konsum von Drogen jeglicher Art oder Alkohol erbracht”
In der Fußnote dann:
“Die in dem WC ferner im Papierkorb aufgefundenen zwei leeren Ampullen Faustan [...] stehen mit den hier zu untersuchenden Ergebnissen dieses Tages in keiner irgendwie gearteten feststellbaren Verbindung”
Beides zitiert aus dem Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium vom 19.04.2004, Seite 60
Wer sich gerne selbst davon überzeugen möchte, kann den vollständigen Bericht hier downloaden. EDIT: Link endlich repariert ![]()
Alternativ auch direkt von der Seite des Landes Thüringen.
Bei späteren Recherchen wurde von Freunden Robert Steinhäusers geäußert, man habe mit diversen Drogen experimentiert. Er sei auch am Abend vor der Tat bei ihnen auf ein Bier gewesen. Mehr steht aber in dem Bericht auch nicht drin, außer Steinhäusers eigene Aussage, dass er zweitweilig LSD und Bier konsumiere…
cd
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]]>Wer mit dem Thema in die Tiefe gehen will, dem empfehle ich den Studienbrief von Wilfried Breyvogel, “Faszination und Schrecken der Jugendgewalt”, der im Studiengang “Master of Peace Studies” von der Fernuniversität Hagen verwendet wird.
cd
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]]>Hmm…mittlerweile findet man in der Diskussion doch alle Klischees wieder.
Meine mir ureigene Schamlosigkeit macht es mir möglich, als Trittbrettfahrer auf diesen Zug aufzuspringen und nochmals auf mein Material zum Thema “Killerspiele” hinzuweisen, das man hier findet.
Somit also nochmal mein Senf dazu.
Gleichzeitig gibt es zu dem Thema auch einen Vortrag und ein Buch von einer Kollegin namens Tanja Adamus.
Damit hätten wir auch das zitierst-du-mich-zitier-ich-dich Klischee bedient und können uns nun wieder der Rettung der Welt widmen.
cd
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]]>Ich möchte mal kurz auf diesen Artikel in der ZEIT hinweisen.
Endlich mal etwas Differenziertes:
Jugendgewalt: Acht Antworten zu den Ursachen ihrer Entstehung | ZEIT online
cd
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]]>Es ist wieder Saison.
Jugendgewalt ist ein exzellentes Wahlkampfthema.
Und natürlich ist die rechte Gewalt deutlich gefährlicher als alle anderen Formen…;-)
Da kann man an der Uni auch schnell noch mal ein paar Fördermittel einheimsen und kommt zu grandiosen Ergebnissen:
Drei familiäre Verlaufsformen – Rechtsextremes Denken – n-tv.de
Offensichtlich sind also Familie und nahes Umfeld für rechtsextreme Tendenzen verantwortlich. Nobelpreisverdächtig! Ich dachte immer, das Fernsehen sei schuld!
Schade, dass die Studie “nicht repräsentativ” ist…
cd
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]]>Zur aktuellen Debatte, die ich eigentlich nicht mehr hören kann, hier mal ein provokativer Buchvorschlag…nicht nobelpreisverdächtig, aber eine “erstaunlich sachliche Studie” (Rezension von Dr. Wilhelm Gauger in: Empirische Pädagogik. Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung 21(3) 2007, S. 342-344)
Angelika Bachmann,Patricia Wolf: Wenn Lehrer schlagen
cd
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]]>Jaja..lang ist’s her, dass ich zum Schreiben gekommen bin…aber DAS HIER kann ich nicht unkommentiert lassen
Soso…alles außer klassischer Musik macht also gewalttätig…
Das ist keine Verarsche…das Buch gibt es tatsächlich…dass ein Akademiker in der Lage ist, einen solchen pauschalisierenden Bullshit zu produzieren, will mir einfach nicht in den Kopf…
cd
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