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Grundschule » Die ganze Welt des Wahnsinns

Beiträge mit tag "Grundschule

Berufsperspektiven für Hauptschüler

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Die Aachener Zeitung veröffentlichte gestern einen Artikel “Hauptschule als berufsorientierte Alternative zur Realschule”, laut dem die FDP sich in Nörvenich für die Umwidmung einer Hauptschule in eine “Ganztagsschule für Basis- und Berufsbildung”. Als Basis sollen die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik dienen. Ziel sei es, dass die Jugendlichen “den gleichen Abschluss wie auf Real- und Gesamtschulen” erwerben können, “nur auf einem alternativen Weg, der ihren oft besseren praktischen Fähigkeiten entgegenkommt”.

Ok…grandiose Idee…aber wir haben sowas doch schon!

Nimmt man einen erlernten Beruf und einen sicheren Arbeitsplatz als Maß der Dinge, befinden sich die Hauptschüler doch bereits heute auf einem “alternativen Bildungsweg”…ich kann verstehen, dass Deutsch nicht im Kernkanon auftaucht, da Hauptschüler eher selten Nutzen an einer Fremdsprache haben werden, aber wo ist der Kurs “Einführung in die Sozialgesetzgebung unter besonderer Berücksichtigung des SGB II”?
Auch fehlt mir das Fach “Klientenzentrierte Politik”, also im Westen das Parteibuch der Linken und im Osten das Parteibuch der NPD…auch halte ich berufsnahe Übungen an Grundschulen für sehr wichtig…wenn das Zielobjekt über ein Sicherheitsschloss verfügt, steht der Hauptschüler an sich ohne fundierte Ausbildung dumm da…

Da muss die FDP wohl nachbessern…

cd

Türkische Gymnasien, Bildungsarmut und Integration

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Ein leidiges Thema, das immer mal wieder auftaucht, sowohl in der Politik wie auch im Schulalltag ist das der Integration ausländischer Schüler und solcher “mit Migrationshintergrund”, um es politisch korrekt auszudrücken.

Die Tagesschau berichtet nun wieder über das Gezänk zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und der Bundesregierung, respektive Angela Merkel. Es geht immer noch um Erdogans Vorschlag, türkische Gymnasien in Deutschland zu errichten, in denen die Primärsprache Türkisch sein soll. Dafür wird er selbst von in Deutschland lebenden Türken kritisiert. Da komme ich nicht umhin, doch nochmal unsere Studie zu erwähnen, zu der nächste Woche das Buch erscheinen wird:

Breyvogel, Wilfried (Hrsg.): Wie aus Kindern Risikoschüler werden: Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut

Ich verstehe ja Herrn Erdogans Nationalstolz, aber eine noch weitere Parallelisierung der Gesellschaft halte ich im Kontext unserer Ergebnisse für stark kontraproduktiv. In fast allen Fällen, bei denen der Migrationshintergrund mit Faktor für Bildungsarmut war, stand die Sprachbarriere im Vordergrund. Ob es das thailändische Mädchen war, deren häufigster Satz “Ich weiß nicht” war, ob es das libanesische Mädchen war, das sich komplett gegen Schule sperrte, weil sie nur vom Heiraten sprach und als gute Ehefrau keiner Bildung bedurfte, oder die kleine Türkin, die ebenfalls nur schlecht Deutsch sprach und sich freiwillig auf eine Förderschule abschulte, um mehr Zeit zu haben, sich um ihre Geschwister zu kümmern….sie alle werden massive Probleme im späteren Leben bekommen, sollten sie weiterhin in Deutschland verbleiben wollen. Wobei zu erwähnen ist, dass diese Generation schon wesentlich besseres Deutsch spricht, als ihre Eltern.

Ich will dies nicht generalisieren, sondern spreche nur von der an zwei Hauptschulen beobachteten Stichprobe, ich denke aber, dass die Ergebnisse durchaus auf andere Ballungsräume zu übertragen sind.

Es findet an den Hauptschulen muttersprachlicher Unterricht statt, da die Eltern und Großeltern, die nach Deutschland migrieren, häufig aus der Unterschicht stammen (Bauern, einfache Arbeiterfamilien) und ihre Muttersprache oft in Wort und Schrift nicht korrekt beherrschen und somit diese nicht vernünftig an ihre Kinder weitergeben können.Das Ergebnis ist häufig eine Zerrissenheit…sie sind auch im Herkunftsland Ausländer…hier mit türkischem Akzent, in der Türkei mit deutschem Akzent…

Aus dieser Sicht halte ich die Einstellung der Bundesregierung -und ich wundere mich selbst, dass ich diesen Satz einmal schreibe- für völlig korrekt. Die Abspaltung in Viertel in Ballungsräumen ist ohnehin schon so stark, dass es Bezirke gibt, in denen Deutschkenntnisse und somit das Erlernen der Sprache nicht zwingend vonnöten ist. Ich würde die These unterstützen, dass die Errichtung türkischer Gymnasien, an denen Türkisch die Unterrichtssprache ist, zwar hilfreich für die Identität als Türke/Türkin und die korrekte Beherrschung der türkischen Sprache in Wort und Schrift ist, aber grob kontraproduktiv wenn es darum geht, sich in Deutschland angekommen zu fühlen…zwar würde dies dann nicht in die Bildungsarmut führen -das türkische Gymnasium wäre sicherlich von der Vermittlung des Faktenwissens her nicht schlechter als ein deutschsprachiges- aber wohl doch ziemlich sicher in die Parallelisierung und in die reale Armut durch Arbeitsplatzprobleme…die hier aufwachsenden Kinder hätten die Chance, akzentfreies Deutsch zu lernen…lernen sie erst Deutsch in der Sekundarstufe I als Fremdsprachenunterricht nach der Grundschule ist davon auszugehen, dass der Akzent und Sprachschwierigkeiten bleiben werden, analog zu anderen Fremdsprachen, die an Gymnasien gelehrt werden…und die Probleme der Sprachbarriere und die Attribuierung, dass jemand, der die Sprache nicht korrekt beherrscht, automatisch “dumm” ist, sind hinreichend bekannt…

cd

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…bis der Arzt kommt – Schulamok auf Chinesisch

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Was hat Nanping in China mit katholischen Internaten gemein? Es ist nun Schluss mit den Doktorspielen..

N-TV berichtet, dass in China ein ehemaliger Arzt in einer Grundschule acht Kinder erstochen und fünf weitere verletzt hat. Dem Täter sei von seinem Arbeitgeber gekündigt worden und er leide an “psychischen Störungen”.

N-TV: Amoklauf in China: Arzt ersticht acht Kinder

cd

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Englisch in der Grundschule sinnlos

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Gestern erschien im Schulspiegel ein Artikel über die Erfolge des Englischunterrichtes an Grundschulen mit dem Titel „Effekt gleich null“.

Heiner Böttger von der katholischen Universität Eichstätt hat im letzten Jahr an bayrischen Realschulen und Gymnasium geforscht und herausgefunden, dass 95 Prozent der Lehrer am Ende der fünften Klasse keinen Unterschied mehr zwischen den Schülern mit anglistischer Früherziehung und denen ohne diese bemerkten.

Grundproblem ist hier meiner Meinung nach die Art und Weise des Unterrichts, die mangelnde Standardisierung und die übliche länderweise Eigenbrödlerei im Bildungsbereich…der Effekt ist der, den eine Duisburger Lehrerin im genannten Artikel auch beschreibt: Man muss am Anfang der 5. Klasse wieder von vorne anfangen, um die Gruppe zu homogenisieren.

Der Artikel endet mit den Worten „Möglichst viel Anwendung in einem realen Kontext wäre zum Beispiel gegeben, wenn auch Fächer wie Kunst oder Erdkunde auf Englisch unterrichtet würden. Doch dafür brauchte es zunächst eine bessere Fremdsprachenausbildung – für Lehrer.“

Da finden wir dann auch des Pudels Kern…ich kann hier nur für das Land NRW sprechen, aber ich beobachte in meiner Arbeit folgendes:

Englisch für die Primarstufe wird erst unlängst ausgebildet…entsprechend experimentell waren die Studienordnungen und hanebüchen die Voraussetzungen (z.B. mussten zu meiner Zeit der erste ordenliche Jahrgang Primaten in der Anglistik die für uns Sekundarstufler verpflichtenden Grundlagenseminare nicht belegen (Einführung in die Linguistik, die Literaturwissenschaft etc.)…stellten in den Seminaren dann entsprechend dämliche Fragen und waren letztlich in allem Hinterher…im zweiten Anlauf wurden dann verbindliche Sprachkurse eingeführt ;-)

Nun bedeutet dies aber, dass diese Studenten nicht bis zum ersten Schuljahr mit Bedarf an Englischunterricht fertig sein werden. Was tut man hierzulande also? Man qualifiziert bereits examinierte GrundschullehrerInnen nach. Und auch hier gibt es keinerlei Standards…einzig und allein Voraussetzung ist der berühmte C1-Schein, also der Nachweis an Englischkenntnissen auf dem Niveau C1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachkompetenz. Wie bekommt man diesen? Über die freundliche Universität nebenan oder über einen der diversen hierzulande operierenden Bildungsträger bzw. eine Sprachschule. Und dort liegt der Hase im Pfeffer, denn deren Kriterien sind ebenfalls nicht standardisiert, sondern liegen einzig und allein im Ermessen des Trägers…die Praxis zeigt, dass das berühmte Logo der CERTQUA einem nur sagt, ob man bei einem Träger seinen Bildungsgutschein loswird, aber beileibe nicht, ob der Laden was taugt ;-)

Die traurige Realität sieht so aus, dass es sich bei Schulen um öffenliche Auftraggeber handelt…und was bedeutet es, wenn ein Unternehmen eine öffentliche Ausschreibung gewinnt? Es war der billigste Anbieter…
Eine vollständige und echte Qualifikation an einer Hochschule dauert sehr lange…2-3 Semester…das will niemand auf sich nehmen und niemand bezahlen…also wird der Weg des geringsten Widerstandes genommen – die Heilsversprechungen privater Anbieter.
Ich bin für unterschiedliche Unternehmen tätig und habe auch länger an einer Universität gelehrt…zu meinen Aufgaben gehört sporadisch auch mal ebendiese C1-Qualifikation für GrundschullehrerInnen…und die Qualitätsunterschiede sind katastrophal…einige Anbieter haben echte Standards – die eben auch etwas kosten und deren Kurse entsprechend lange dauern – andere prügeln das C1-Wissen in Mittvierziger, die seit ihrem Abitur kein Wort Englisch mehr sprechen musste in einem Tempo rein, das zwanzigjährige Studenten an den Rand des Zusammenbruchs bringen würde mit dem Fazit : Die Teilnehmer waren vorher scheisse, die Teilnehmer sind hinterher scheisse, aber nun zertifiziert und besser bezahlt…und sowohl phonetisch wie grammatisch derart grottenschlecht, dass die Kinder einen Mist mitbekommen, den ich in der Sek. I fast nicht mehr korrigieren kann…aber den Staat interessiert ja nur der C1- Schein ;-)

Auch hier gilt also wieder mein Credo: Wer die PISA-Schmach ausmerzen will, muss die Lehrerausbildung umkrempeln, nicht die Schule…also muss ganz oben angesetzt werden, nicht ganz unten, denn: Schlechte Unis produzieren schlechte Lehrer, die schlechte Schüler produzieren…

cd

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Das Fell der lieben Kollegen…

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Mit Entsetzen gerade gelesen:

Lehrerbeleidigung im SchülerVZ: 14-Jährige fliegt von der Schule – SchulSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Da haben ein paar Kollegen das mit dem Bildungsauftrag aber mal richtig verstanden…habt Ihr sie noch alle?
Mir kommt dabei zu später Stunde noch das Frühstück hoch…
Wir sind für manche Schüler nunmal das Feindbild…das habe ich vor Beginn meines Studiums bereits gewusst…das war immer so und das wird immer so sein…damit werde ich bis zur Rente und darüberhinaus leben müssen…
Wer wegen soetwas Anzeige erstattet und ernsthaft einen Schulverweis erwirkt, der hinterfrage bitte sein pädagogisches Selbstverständnis und gebe seine allgemeine Lehrbefähigung bitte beim nächsten Rathaus ab…

cd

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