Ein alter Fall ist wieder in aller Munde…der Entführer und Kindsmörder Magnus Gäfgen hatte wegen der Androhung von Folter bei seinem Verhör den Staat auf Schadensersatz verklagt und den Prozess gewonnen. Zwar geht die Entschädigung zurück an die Staatskasse, für Aufruhr hat das Urteil aber dennoch gesorgt…die BILD hatte natürlich wieder die fetteste Schlagzeile und Grundtenor ist vielerorts, wie “so ein Schwein” auch noch Schmerzensgeld zugesprochen bekommen kann…
So ist das nunmal in einem Rechtsstaat….Recht gilt für alle…auch für Straftäter, denn aus der Zeit der Erklärung zum Vogelfreien sind wir lange hinaus…in der TAZ gibt es zur Debatte einen sehr guten Kommentar…wobei ich das ethische Dilemma nicht sehe…auch ein Mörder ist ein Mensch und hat die Rechte eines solchen…und da ist nix dran zu rütteln…auch wenn einige das “pervers” finden…hätten die Richter anders entschieden, hätten wir nun die Debatte, ob das Urteil nun Tür und Tor für Polizeifolter öffnet…alles in allem ein sehr undankbarer Job für die Richter…ich gebe der ZEIT recht, es wird zuviel Aufregung drum gemacht…
cd
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]]>Ein schönes Beispiel dafür, dass manche Twitterer doch noch Manieren haben auf Gedankenmüll:
Ein Twitterer (Twitteraner?) hatte die Autorin im Suff offensichtlich übel beleidigt, aber am nächsten Tag Reue in Form eines Blumenstraußes nebst Sekt gezeigt…geht doch
(Ich wollte erst den Originaltitel “Die Fotze bedankt sich” schreiben, habe aber zu viel Sorge, dass mit dem Schlagwort “Fotze” noch mehr Lena Meyer-Landrut Fans auf meinem Blog landen…)
cd
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]]>Es ist zwar nicht Freitag, aber ich habe so lange schon keine anderen Blogs mehr empfohlen, dass es nun Zeit wird, mal wieder Gruß und Anerkennung in die Blogosphäre zu schicken:
1. Frl. Krise interveniert …an der pädagogischen Borderline
Die Kollegin Fräulein Krise berichtet über den alltäglichen Wahnsinn an ihrer Schule – lese ich gerne und regelmäßig
Wer wie ich hobbyenthusiastisch fotografiert, wird im Fotografie-Blog von lens-flare.de einige sehr gute Tipps und Informationen finden.
Der Medizynicus bloggt über den Alltag als Arzt – für alle mit klinischem Background ein Muss, für alle anderen auch sehr empfehlenswert.
Wer wie ich Esoterik, Feng Shui und ähnlichen Kram für kompletten Bullshit hält, wird an Sheng Fui seine helle Freude haben!
So, für heute genug!
cd
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]]>EIn Rückblick auf das Jahr 2010 ergibt, dass es wie immer im Internet eigentlich nur um Sex geht – und um diese unsägliche Lena Meyer-Landshut. Die folgenden zehn Blogeinträge hatten dieses Jahr die meisten Hits:
1. Lena Meyer-Landrut nackt (6257)
2. Ursula von der Leyen nackt (3312)
3. Kategorie “Schule” (3112)
4. Lena Meyer-Landrut nackt – Sex sells (3058)
5. Böser Scherz auf Chatroulette (2761)
6. Lena Meyer-Landrut braucht mich! (2477)
7. Lena Meyer-Landrut kann kein Englisch (2360)
8. Kategorie “Psychologie” (2290)
9. Lena Meyer-Landrut – Germany can do better than that! (2115)
10. Amoklauf in der Waldorfschule (2060)
….wenigstens ein Artikel zum Amoklauf in der TOP10
cd
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]]>Habe offensichtlich doch etwas länger geschlafen, als in Teil 1 vermutet
Heute also der praxisbezogene Teil meiner Kritik der Allgemeinbildung:
Oh Mann, die Kontroverse habe ich geahnt…
Herr Rau pflichtet mir zum großen Teil bei, Maik Riecken hält sich dimplomatisch und Herr Larbig nennt es “Provokation”…schauen wir mal, ob die Diskussion fruchtbar wird…
3. Konsequenzen für Schule und Hochschule
- Auf das tatsächliche, nicht auf das Wunschziel schauen
Es sollte nun klargeworden sein, dass ich Verfechter der zielorientierten, sagen wir “marktorientierten” Bildung bin. Welche Konsequenzen hat dies nun für die Schule und die Hochschule?
Schule muss in der heutigen Zeit umdenken. Der begriff “allgemeinbildende Schule” zielt noch auf den humanistischen Begriff der Allgemeinbildung, den ich wie in Teil 1 erwähnt für die heutige Zeit nicht mehr unterstütze. Insofern ist für mich der Begriff der allgemeinbildenden Schule glatt gelogen. Schule und Hochschule vergessen, dass jede Form der Ausbildung genau ein Ziel hat: die Edukanden in Lohn und Brot zu bringen. Sicherlich habe ich absolut nichts gegen eine etwas breitere Bildung, um die Fähigkeit zu vermitteln, über den Tellerrand zu sehen, wie es Maik Riecken in seinem Kommentar betonte, allerdings praktiziert man dies aktuell auf Kosten handlungspraktischen Wissens. Bestes Beispiel: Es ist egal, welchen Beruf die Schüler einmal ausüben werden – jeder wird in seinem Leben eine Steuererklärung abgeben müssen. Warum gehört dies also nicht fest zum Lehrplan einer allgemeinbildenden Schule? Jeder wird mit Geld umgehen müssen…warum enthält das Curriculum nicht zumindest grundlegende Kenntnisse des Finanzmarktes? Es gäbe noch mehr Beispiele und alle laufen darauf hinaus, dass wir später alle für recht banale Dinge wie eine Steuererklärung uns entweder selbst nachbilden müssen, oder wir dieses Wissen teuer einkaufen müssen…Auch den so als “Mädchenkram” verschrienen Hauswirtschaftsunterricht halte ich eigentlich für essenzielles Wissen, denn Kochen und gesunde Ernährung ist heutzutage in vielen Familien kein Thema mehr…
Philologische Breitenbildung gut und schön, aber sowohl Schule als auch Hochschule müssen sich endlich damit abfinden, dass sie für einen Markt ausbilden…den Arbeitsmarkt und dieser fragt nur nach praktisch anwendbarem Wissen und Handlungskompetenz…Breitenbildung ist toll und fällt positiv auf, aber zuerst zählen die Hardskills..und die bleiben besonders am Gymnasium sehr auf der Strecke…
Aus meiner Praxiserfahrung: Kernproblemdes aktuellen Bildungssystems: Alles wissen, statt alles können
In der Erwachsenenbildung stelle ich immer wieder fest, wie heftig doch Schule versagt, wenn es um die praktische Lebensvorbereitung geht. Übernehme ich einen neuen Kurs in irgendeinem Unternehmen oder einen Kunden zum Einzeltraining stelle ich fast immer folgende Mängel fest (und zwar auch bei Kunden mit akademischer Ausbildung):
- Kein Plan von deutscher Sprache und Grammatik. Resultat: Englischunterricht ist in den ersten Stunden bei mir Deutschunterricht, da ich kein englisches Plusquamperfekt vermitteln kann, wenn die Kunden das schon auf Deutsch nicht können…Futur I und II kennt auch keine Sau, Aktiv und Passiv etc. brauchen wir gar nicht erst anzusprechen…
- Keine Sprachkompetenz in der Fremdsprache trotz Leistungskurs: Die Kunden können mir eine Stunde einen Monolog über Shakespeare halten, können aber kein Bier bestellen. Gerade der gymnasiale Englischunterricht ist sehr theoretisch angelegt. Hat man endlich alle Zeiten und sonstige Grammatik durch, darf man die Sprache nicht mehr ausbilden, weil in der Oberstufe der ganze Landeskunde- und Literaturwissenschaftsunfug kommt. Die Absolventen können also alle Literaturepochen auswendig, können mit Daten und Fakten zu anglophonen Ländern sagen…nur eines können sie nicht: Auf Englisch kommunizieren, da Ausdruck und Grammatik ja nur einen Teil der Note ausmachen.
Resultat ist ein riesengroßer volkswirtschaftlicher Schaden – die steuerfinanzierte Schule ist nicht in der Lage, ihre Schüler gemäß den Anforderungen des Arbeitsmarktes auszubilden und die Nachbildung bei Typen wie mir kostet eine Menge Geld…die Unternehmen geben dies an den Kunden weiter und dieser zahlt doppelt: Einmal über die Steuern und nochmal über den Produkt- oder Dienstleistungspreis.
Die universitäre Ausbildung ist ähnlich grottenschlecht. Ich muss die Sprache nicht beherrschen, um mich zu immatrikulieren…bestimmte Scheine sind nur für Magistranden (bzw. Bacheloranden) verprlichtend, für die Lehramtsstudenten nicht…die Seminare laufen auf Deutsch, weil ja eh nur Literatur und theoretische Grammatik unterrichtet wird, bis vor einer Weile konnte man die Staatsarbeit Anglistik auf Deutsch einreichen…Didaktik sind genau drei Scheine…etc..
Resultat: Schüler, die kein Englisch können werden zu Studenten, die kein Englisch können und die werden dann zu Lehrern, die kein Englisch können…
Das Unterrichten lernt man an der Universität ohnehin nicht, also ab ins Referendariat und wenn der Fachleiter entsprechend alt oder eine entsprechend hohle Fritte ist, lernt man auch dort nichts dazu…ein Staatsexamen kann man auch so gerade eben bestehen und bekommt bei einem Mangelfach wie Englisch trotzdem seine A13 mit Lebenszeitverbeamtung…und produziert ewig schlechten Unterricht, da man unkündbar ist und das Spielchen geht von vorne los…
Auch an der Uni muss man halt auch nur wissen, nicht können….exemplarisch alle Epochen runterrattern, die Phonetik theoretisch beherrschen (Lautschrift etc.), kann aber sprechen wie Westerwelle und Didaktik ist meist eine mündliche Zusatzprüfung..etwas, was sich erst in der ganz neuen Studienordnung geändert hat…
Und da stelle ich seit Einführung der Gebühren noch deutlich härtere Ansprüche, denn der volkswirtschaftliche Gesamtschaden ist hier noch höher: Nehme ich den Standardtarif für einen HiWi von knapp über 8 Euro/Stunde und gehe vom Idealfall des 19-Stunden-Vertrages aus, dann bezahlt dieser Student ein Sechstel seines Jahresbruttogehaltes für eine Ausbildung, die ihm in der Praxis wenig bis gar nichts bringt, da essenziell wichtige Kompetenzen für das Lehramt an der Hochschule nicht zum Lehrplan gehören und er nochmall zwei Jahre mit Hungerlohn draufsetzen muss, um einigermaßen auf Stand zu sein…danach bekommt er sofort ein Riesengehalt, das ihm als Frischling überhaupt nicht gerecht wird und der Steuerzahler, der sein Gehalt finanziert, bekommt im Gegenzug keine vernünftige Ausbildung für seine Kinder…super…darum hab ich das hingeworfen…ich sehe selbst nicht ein, tausende Euro in eine gute Ausbildung investiert zu haben, um dann die gleiche Kohle zu bekommen, wie der Trottel, der sich mit 4,0 gerade so durchs Examen gepfuscht hat…wir wissen alle wie das ist, wenn man eine Lerngruppe übernimmt, bei der einem als erstes die Frage “Wer hat DAS zu verantworten?” ist…es gibt natürlich SCHILFs, die sehr notwendig sind, aber wer macht sich die Mühe, da wirklich zuzuhören?
Menschliche Qualitäten werden übrigens gar nicht geprüft…wer alles weiss, was er wissen soll, bekommt sein Staatsexamen, auch wenn man ihn nie auf Schüler loslassen sollte…einen guten Lehrer zu haben ist Glückssache…denn die psychostrukturelle Eignung, mit Kindern und jugendlichen zu arbeiten, ist auch keine Immatrikulationsvoraussetzung..
- Weg mit den Redundanzen
Ärgerlich ist auch die Verschwendung der knappen (vor allem jetzt beim G8) Unterrichtszeit durch zu viele Redundanzen. In der Oberstufe endet man in jeder beliebigen Fremdsprache doch bei Literaturinterpretation. Das einmal in der Fremdsprache gemacht zu haben ist okay, aber dann gehört es abgehakt…ansonsten bleibt wie oben erwähnt keine Zeit, die Sprache wirklich vernünftig zu vermitteln und im Extremfall macht der Schüler den gleichen Kram in drei oder vier Sprachen (Deutsch mal mit eingerechnet), anstatt dass man einmal den ganzen Literaturkram als Block abhandelt und dann das Augenmerk auf Sprachkompetenz legt…
Die gleichen Redundanzen gibts auch bei den Inhalten…wie oft muss ich beispielsweise den Schülern über die Jahre hinweg den Nordirlandkonflikt antun..oder Australien…oder England…Afrika…etc…reicht das nicht, wenn man das einmal als Unterrichtsepoche erschöpfend macht und dann ist gut?
- Die Inhalte sind nur Mittel zum Zweck – Kompetenzentwicklung statt Abarbeitung des Kanons
Habe ich ein Seminar an der Uni stelle ich besonders bei den Erstsemestern fest, dass essenzielle Kompetenzen bei der Vorbereitung auf die “allgemeine Hochschulreife” offensichtlich nicht vorkommen. Die Studenten haben vorher 13 oder jetzt 12 Jahre eines gelernt: Sich möglichst schnell Faktenwissen reinzuhauen, egal ob man es braucht und es dann anhand eines durch die Fragestellung in der Klausur vorgegebenen Leitfandens wieder rauszuhauen (Stichwort “Wissensbulimie”…erst reinfressen, dann auf Kommando wieder rauskotzen..). Sie sind permanent am Händchen geführt worden, sodass sie im System Universität einen Kulturschock erleiden. Sie schreiben blind alles mit, was man erzählt, sie sind aber nicht in der Lage, Stellung zu Sachverhalten zu nehmen, wenn ich ihnen vorher nichts zum Auswendiglernen gegeben habe. Sie sind meist nicht in der Lage sich einen eigenen Lernplan zu machen, denn an der Universität kaue ich ihnen nichts mehr vor. Sie bekommen die Literaturliste, den Syllabus und dann ist gut. Der Duktus der ersten Arbeiten ist meist eine Katastrophe und von der Grammatik will ich gar nicht reden..schlecht wird mir immer dann, wenn ich bedenke, dass viele Lehramtsstudiengänge einen NC habe…die haben also alle nicht einfach nur ein Abitur…die haben alle einskommahaumichtot bekommen! Lässt man sie alleine und gibt ihnen die Arbeitsanweisungen nicht löffelchenweise, sind die meisten total verloren und wissen nicht, wo sie anfangen sollen…
Das Problem ist hier, dass die Schule immer noch eher kristallines Wissen vermittelt. Lernkompetenzen und vor allem eigenverantwortliches Lernen werden nicht gefördert…man muss zuhören, dann Fakten lernen und diese möglichst Inhaltsgetreu wiedergeben…bei manchen Kollegen sogar wortgetreu, sonst gibt es Punktabzug…die Facharbeit in der Oberstufe ist ein guter Anfang, aber letztlich sind für mich die Inhalte, die Schule vermittelt zweit- bis drittrangig. Es ist mir beispielsweise völlig egal ob sich meine Schüler einen Tag nach dem Abitur noch daran erinnern können, was Moralrelativismus ist oder wer Friedrich Schleiermacher war…wichtig ist, dass der Philosophieunterricht ihnen die Techniken des kritischen Hinterfragens, des Abstahierens und der wasserdichten Argumentation vermittelt hat…auch ist mir egal, ob meine Schüler Shakespeare gut finden oder nicht usw..sie sollen vor allem Englisch können und damit einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt haben…dann habe ich mein Ziel erreicht…
Das gleiche an der Universität…ich mache im Januar wieder ein Blockseminar Psychoanalyse…von mir gibt es da keine Jahreszahlen und den anderen Quatsch…die Studenten sollen die Methoden und Techniken hinterher anwenden..ob die dann noch wissen, wer sie entwickelt hat oder gar wann der Erfinder geboren wurde und wo ist mir völlig peng..später zählt auch nur die korrekte Diagnose – mehr nicht!
Und das ist eine Denke, die mir an der Schule sehr und an der Universität noch viel mehr fehlt…
- Weg mit dem (Schul-)Karrierehindernis “Pflichtfächer”
Es sollte allen halbwegs pädagogisch gebildeten Menschen klar sein, dass alle Schüler bestimmte Neigungen haben, was die Fächer angeht…das aktuelle Schulsystem, das die einstige Reform der gymnasialen Oberstufe wieder zurückgefahren und einen bis zum Abitur verbindlichen Fächerkanon eingeführt hat, wird dem aber nicht gerecht und verhindert so für mich vielversprechende Karrieren. Wenn ein Schüler großes Potenzial in den Naturwissenschaften hat, ist das zu fördern…ihn aber aufgrund schlechter Leistungen in Musik, Kunst oder Politik sitzenzulassen, halte ich für ein Trauerspiel. Auf der einen Seite wird nach individueller Betreuung geschrien, auf der anderen Seite durch Zentralprüfungen, Vergleichsarbeiten und landesweite Curricula noch mehr gleichgeschaltet. Wir konnten damals noch frei wählen..eine Naturwissenschaft, eine Sprache, eine Gesellschaftswissenschaft und das vierte Fach völlig frei…hätte ich Mathematik nicht abwählen können, ich hätte kein Abitur bekommen…aber ich habe den damals noch sehr geringen Zwang, z.B. zu musischen Fächern als Schüler schon nicht verstanden.
- Ist Auswendiglernen nun völlig unsinnig?
Da mache ich dann im Teil 3 weiter..es ist ein wenig Gefasel, aber ich habe den Fehler gemacht, abzusetzen und an einem anderen Tag weiterzuschreiben…das wird bei mir meistens nix
Erstmal einen guten Rutsch Euch allen!
cd
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]]>Zu diesem Eintrag bringt mich eine kurze Diskussion mit dem Kollegen Larbig auf Twitter. Er twitterte heute Mittag: “Welche #Gedichte sollte jeder (also auch Schüler) auswendig können? – Zauberlehrling, Erlkönig, Lied von der Glocke, An die Nachgeborenen? …” . Das provozierte mich als Verfechter der pragmatisch-zielgerichteten Bildung natürlich zu der Rückfrage, wozu man das den überhaupt solle…in diesem Eintrag möchte ich nun Position beziehen und bin gespannt auf Herrn Larbigs Blogeintrag.
1. Wozu brauchen wir “Allgemeinbildung” ?
Kurze Antwort: Wir “brauchen” sie überhaupt nicht, wenn es um lebenspraktische Dinge geht.
Lange Antwort: Was im üblichen Sprachgebrauch als “Allgemeinbildung” bezeichnet wird sehe ich als Relikt einer humanistischen Periode, die längst vorbei ist, an der sich aber das aktuelle System der höheren Bildung festklammert, wie der Ertrinkende an ein Stück Treibholz. Sie ist mehr Mittel zur Ständedifferenzierung und zur Konstituierung abstrakter und konkreter sozialer Gruppen und Klassen als alles andere. In bestimmten Kreisen hat man bestimmte Dinge einfach zu wissen und zu kennen. Der Knackpunkt ist aber für mich, dass dieses Wissen, sei es nun über Literatur, über Kunst, Geschichte etc, nur noch ebendiesem Ständezusammenhalt dient. Polemisch gesagt: Damit ich auch auf die nächste Cocktailparty bei Professor Doktor Haumichtot und seiner Gattin eingeladen werde und im Lions Club, im Rotary, einem Fachbereich in der Schule oder Hochschule oder in einer sonstigen pseudoelitären Gruppe Anerkennung finde. Einen praktischen Nutzen dieser Bildung kann keine dieser Gruppen nennen und hinterfragt man dies, bekommt man entweder “Das gehört sich so!” oder ähnliche zirkulär stabile Argumente oder man wird schlichtweg als “dumm” tituliert und ausgeschlossen…das Opfer konstituiert nach Girard eben die Gruppe. Auch nach Mead beispielsweise ist diese Abgrenzung notwendig, da die Selbstdefinition entscheidend auf von der Abgrenzung zum Anderen beruht. Aber ein realer Sinn abseits der Gruppenkonstituierung? Für mich: Fehlanzeige! Und damit ist für mich auch der Begriff der Allgemeinbildung sinnentleert.
Realiter fördern Sendungen wie “Wer wird Millionär” das Bild, dass man es zu etwas bringen kann, wenn man möglichst viel unnützes Wissen ansammelt jedoch ist uns allen bekannt, dass in der lebensweltlichen Realität Können vor Wissen geht. Es wird erwartet, dass man die Kenntnisse und das Wissen hat, einen bestimmten Beruf auszuüben, um die vom Arbeitgeber gewollte Leistung zu erbringen und dafür bezahlt zu werden…nur ganz wenige Berufsgruppen sind nicht dieser Realität unterworfen, sind damit aber oft sehr zirkulär. Das trifft für mich beispielsweise sehr für ein Philosophiestudium zu. Will man nicht später einen Beruf ergreifen, dessen Voraussetzung nur “Hauptsache irgendwas studiert” ist, bleibt einem durch die extreme Unproduktivität und Realitätsferne des Studiengegenstandes nur noch der Weg in das Lehramt oder eine akademische Karriere, um dort dann eine weitere Generation Philosophen auszubilden, die ihrerseits ebenfalls nicht anders kann, als Fachfremd zu arbeiten, oder den Kreis zu schließen…auch das ist Wissen zum reinen Selbstzweck…(bevor Berufsphilosophen nun “stimmt doch gar nicht” schreien: Philosophie war mein zweites Hauptfach).
Kurz gesagt: Wir brauchen die Allgemeinbildung nicht, wenn wir nicht Teil einer Gruppe sein wollen oder müssen, die diese als Teil der eigenen Definition nimmt, um sich von “Ungebildeten” abzugrenzen…die Gruppe aber, die sich gegen sie stellt und höhere Bildung als sinnloses dummes Zeug sieht und dies zu einem Teil der ihrigen Selbstdefinition macht, lebt auch und ich denke, sie lebt nicht schlechter. Denn praktisch anwendbar ist sie, nimmt man einige Grundlagen der Naturwissenschaften mal als Sonderfall, nunmal nicht.
2. Muss man Gedichte oder Literatur kennen oder gar auswendig können?
Zur Verortung muss ich mich als Ignorant outen. Ich habe nie viel mit Literatur anfangen können…ich habe nie gerne Geschichten oder gar Romane gelesen und habe in der Schule eisern selbst im Deutsch-LK immer den Sachtext in der Klausur bearbeitet. Wenn ich ein Buch in die Hand genommen habe, war es ein naturwissenschaftliches. Mein erstes Buch, das ich als Kind gelesen habe, war ein Medizinbuch und dann kamen andere Naturwissenschaften. Wenn es nicht naturwissenschaftlich ist, ist es historisch oder sonstwie ein Tatsachenbericht…mit fiktionalen Charakteren kann ich nichts anfangen und auch die Literaturwissenschaftsseminare an der Uni waren eine Qual, weil die Arbeitsweise der Geisteswissenschaftler für mich so gar nicht mit meinem Arbeitsanspruch und meinem Wissenschaftsverständnis vereinbar ist. Anstatt wild am Werk eines zeitgenössischen Autors herumzuinterpretieren, würde ich ihn bei einer Frage die mich wirklich bewegt, ihn einfach anrufen oder ihm schreiben und auf seine Antwort warten. (Das habe ich als Erst- oder Zweitsemester sogar einmal getan und das Transkript des Telefonates als Arbeit eingereicht…der Prof grüsst mich bis heute nicht mehr, weil er meinte, ich wolle ihn verarschen…kurios…) Auch geriet ich mit einem anderen Liwi-Prof in Streit über Hemingway’s “Cat in the rain”, weil ich beileibe nicht verstehen kann, warum die Tatsache, dass der Mann falsch herum auf dem Bett liegt, unbedingt auf seine Ablehnung gegenüber seiner Frau schliessen lassen muss…vielleicht war auch einfach das Licht besser…oder er fand es bequem oder weiss der Geier was…- Leute, die nicht experimentieren und Kontrollgruppen bilden, sind mir suspekt und deduktive Schlüsse finde ich unnütz…erst die Induktion kann auf die Zukunft schließen und Prognosen ermöglichen…
Daher auch das Psychologiestudium, das Befassen mit klinischer Psychiatrie usw. das mit meinem mechanistischen Menschenbild eher vereinbar ist. In der Philosophie habe ich mich an die formale Logik gehalten, da ich z.B. die Ethik immer als unwissenschaftliches Geschwafel, weil nur konsequentialistisch begründet und somit formallogisch unhaltbar, gesehen habe. Ich halte auch den Menschen für nichts Besonderes…eine Spezies unter vielen…die Betonung beim “animal rationale” liegt für mich auf “animal” und ich würde unsere Spezies ohnehin nach vielfacher empirischer Beobachtung eher als “animal rationale capax” bezeichnen, ein Tier, das theoretisch fähig zur Ratio wäre…aber genug der Misanthropie…aber der kurze Prolog ist wichtig, um meine Argumentationslinie nachvollziehen zu können.
Die normalerweise zu erwartende Antwort, die von klassisch (aus-)gebildeten Lehrern, insbesondere Germanisten (Wink an Herrn Larbig…) kommt, ist der obenstehenden Problematik geschuldet. Auf meine Frage, welchen praktischen Sinn und Nutzen denn das Auswendiglernen eines Gedichtes nun habe antwortete Larbig: “Wenn es nur um das Funktionieren von Menschen in ök. Zusammenhängen geht: Keinen. Wenn Kunst und Kultur zum Wesen des Menschen gehört, eine sehr große.” – eine sehr unbefriedigende Antwort für mich…
Die Philosophen haben ihren Vernunftbegriff als Rettungsschirm. Wann immer ihre Argumentation zu absurd wird, um sie noch unterstützen zu können (Kant und vor allem Rawls mit seinem unsäglichen Urzustand), sagen sie schnell, dass ein “vernünftiger Mensch” ihre Ansicht natürlich teilen müsse, bzw. ihre Argumente sich ja “bereits aus der Vernunft erschliessen” – die Philosophenvariante von “Wenn Ihr das nicht versteht, seid Ihr zu doof und ich bin der Größte!”
Philologen Argumentieren immer mit dem Kulturbegriff und definieren den entweder schwammig oder definieren die von ihnen proklamierte Bildungsform als Teil derer…ein Zirkelschluss zu ihrer Selbstlegitimation, der aber an einer Sache hakt: Was ist denn nun die Definition von “Mensch” oder “Mensch sein” ?
Was ist mit Menschen, die aufgrund der Umstände ihrer lebensweltlichen Realität keinen Zugang zur Hochkultur und zur Kunst haben…vielleicht nicht mal um derer Existenz wissen…fallen diese dann aus unsererem hochkulturell-intellektuell geprägten Menschenbild heraus und sind somit nicht mehr Teil der Definition? Oder -schlimmer- beginnen wir, sie zu bedauern, weil die armen Hinterwäldler ja weder Mozart noch Kant noch Mondrian kennen? Oder grenzen wir uns einfach im verhärteten Ständedenken wie beispielsweise hier im arbeiterklassenlastigen Ruhrgebiet scharf und absichtlich gegen die “ungebildeten” ab und machen sie zu weniger werten Menschen, genau wie die “Malocher” die weitere (Hoch-)Schulbildung als sinnlos erachten und “Intellektueller” zum Schimpfwort wird? Blicken wir dann psychologisierend-mitleidig auf sie herab und sagen, sie müssten sich auf diese Weise selbst stabilisieren, indem sie das für sie nicht erreichbare Ziel in Wunschverwerfung entwerten? Oder sollten wir nicht eher anerkennen, dass es nunmal Neigungssache ist, ob man Kunst und Kultur “braucht” oder eben nicht?
Dieser intellektuelle Klassenkampf treibt seine seltsamsten Blüten, wenn es um die Zurschaustellung der Dominanz vermeintlicher geistiger Überlegenheit gegenüber dem Pöbel geht. Mein Lieblingsbeispiel dazu: Die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet, ganz voran das berühmte Weltkulturerbe Zollverein. Soziologisch interpretiere ich die Umfunktionierung zur Kulturstätte – so sehr ich sie auch mag – als Schlag ins Gesicht niederer Schichten…worüber keiner spricht ist die Tatsache, dass die ehemaligen Kumpel, die auf Zollverein eingefahren sind, von der Rente, die sich sich in Knochenarbeit schwer erkämpft haben, den Kaffee und das Essen im Casino nicht leisten können…das vielgerühmte Ruhrmuseum ist kalt durchdesignt, steril und hat nichts mehr von der angenehmen Dachbodensammlungatmosphäre zum Anfassen des alten Ruhrlandmuseums. Die Exponate sind nur für Menschen interessant, die sich auf einer abstrakten Ebene für das Ruhrgebiet und das Leben dort interessieren…die Museumsdidaktik hätte man sich besser vom Bochumer Bergbaumuseum abgeschaut oder die Leute gleich ganz dort hingeschickt, denn vom eigentlichen Kern des Ortes, dem Bergbau, ist nichts zu sehen…eine Bastion der Hochkultur, die wie ein Bollwerk der Intellektualität und Hochkultur gegen den Pöbel wirkt und mit den Menschen, die unmittelbar um das Gelände herum in einem lange von Bildungs- und Integrationspolitik vergessenen Stadtteil leben, nur noch in homöopathischer Dosis zu tun hat..als wolle man nun auch noch in “ihren” Stadtteil eindringen um sie “zwangszubilden” anstatt zu erkennen, dass der Kulturbegriff individuell ist und nicht von der privilegierten Schicht aufgedrängt werden kann…
Die Zirkularität der Argumentation ist auch hier der Knackpunkt: Man braucht Kunst und Hochkultur erst dann (oder besser: meint, sie zu brauchen) wenn man ihr einmal ausgesetzt war und sie gefruchtet hat, was beileibe nicht bei allen Rezipienten der Fall ist. Allen anderen kann nichts fehlen, was sie nicht kennen…
Lebenspraktisch gedacht: Mein Automechaniker kann auch Kant für ein Lutschbonbon halten..er muss Ahnung von Autos haben und die Inspektion gründlich machen…wenn er in seiner Freizeit die Relativitätstheorie nachrechnet oder eine neue Bibelübersetzung schreibt, ist das toll, aber Interesse habe bei ihm als Mechaniker nur an seinen technischen Fähigkeiten..und besitzt er die, erfüllt er seinen Zweck für die Gesellschaft, die eben neben Malern und Poeten auch Automechaniker, Anstreicher und Maurer braucht…und ganz ehrlich…selbst als Lehrer bin ich nie wieder in die Bedrouille gekommen, etwas Gehaltvolles zu Thomas Manns Buddenbrooks, der fin-de-siécle-Lyrik, dem Expressionismus oder dem Dreißigjährigen Krieg sagen zu müssen…auch das ist nur ein Beruf und solange ich Ahnung von Englisch, Philosophie und Didaktik habe, bleibe ich mit allem anderen unbehelligt und bekomme mein Geld…
Summasumarum: Niemand muss Gedichte oder Literatur auswendiglernen…wenn er es von sich aus möchte, soll ihm das gerne vergönnt sein, aber ich verneine unter obenstehender Argumentation absolut die Notwendigkeit dessen…
3. Konsequenzen für Schule und Hochschule
- kommt, wenn ich ausgeschlafen habe
-
cd
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]]>…das sieht man in der aktuellen Ausgabe der Ärztezeitung. Der Krake, der uns die WM gekostet hat, ist nun endlich verendet, wird aber leider nicht zu einem leckeren Imbiss verarbeitet, sondern soll ein Denkmal bekommen…
Na wenn de Weisskittel sonst keine Sorgen haben…
cd
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]]>Grandiose Idee von @BigArne: Erkunden, ob #s21 #Endlager geeignet ist. Unangenehmes mit Nutzlosem verknüpfen ;o)) #Asse2 #Konrad #Gorleben
cd
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]]>Wer uns Raucher immer noch hasst wie die Pest, obwohl wir doch nur auf eigene Kosten die Rentenkasse entlasten, der kann sich nun in Zukunft, zumindest in der Stadt Köln als Kneipen-Blockwart betätigen und Raucher, die gegen ein Rauchverbot verstoßen bzw. Wirte, die das Rauchen trotz Verbot dulden, online beim Ordnungsamt melden…na denn mal gute Jagd!
BasicThinking: Rauchmelder 2.0 – Stadt Köln stiftet Bürger zum Online-Raucher-Denunzieren an
cd
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]]>…behauptet zumindest die Gothaer Versicherung, so Fefe’s Blog. Diese hat einem schwer verunglückten Rentner muslimischen Glaubens die Zahlung verweigert, da nach ihrer Auffassung muslimische Männer im Haushalt sowieso nichts tun und damit durch den Unfall keine veränderte Situation eingetreten ist. Sie berufen sich bei ihrer Argumentation auf den Koran…
Janeeeisklar..
cd
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]]>Aha…das Nez ist also zynisch? Die Ereignisse in Lörrach wurden mit “Häme” begrüßt? So schreibt es zumindest Felix Disselhoff vom STERN.
Zynisch? Nein…das Netz doch nicht…zynisch ist höchstens, dass ausgerechnet der STERN sich nun zum Moralwächter der Medienrealität aufspielt, indem er sagt:
“So funktioniert das Web nur allzu oft. Aus einer einzelnen Meldung wird eine Lawine, die den Wahrheitsgehalt und das menschliche Drama oft unter sich begräbt.”
Sicher…klar…so zynisch finde ich den Vorschlag eines Users, jetzt Baden-Württemberg zu verbieten und an die Franzosen zu verkaufen, übrigens nicht. Wir könnten es ja gegen Elsass-Lothringen tauschen,..das BildBlog hat seinen Artikel auch schon entsprechend kommentiert…
Mir als ethisch integerem Menschen wäre jede Form der Polemik und erst recht des Zynismus natürlich zuwider, darum verweise ich auf einige höchst moralisch erbauende Artikel, die ich bereits zum Thema verfasst habe und grüße meine solidarischen Twitteraner:
Ein Amoklauf in der Waldorfschule wäre viel umweltfreundlicher gewesen, Außerdem ändert Lörrach nichts an unserer schlechten Platzierung in der Weltmeisterschaft im 1000m Amoklauf der U25 Nur die Österreicher sind noch unfähiger. Vielleicht war auch wieder ein Antidepressivum an der Tat schuld. . nun gut…machen wir einfach noch eine Tagung zu dem Thema…
cd
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]]>Das mobile Internet wird den casual sex töten:
Gefunden bei: Gilly’s Playground
cd
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]]>Eine der häufigsten Suchanfragen, die im Moment hereinkommen, ist die Phrase “Kachelmann Borderline”. Meine Expertise hierzu: Nein, Kachelmann ist einfach nur ein ganz normaler narzisstischer Idiot, wie man ihn im Fernsehen zuhauf findet…
cd
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]]>Ich bin gerade auf eine Blogparade gestoßen, die doch irgendwie in mein Feld als Sprachlehrer passt…darum heute also meine zweite Blogparade zum Thema “Der Sprache ihren Lauf lassen?” Veranstaltet wird diese von “Sprachen lernen im Web“.
Die Fragen:
1. Stört es Dich, dass deine Sprache verloren geht, indem wir z.B. immer mehr englisch Wörter gebrauchen?
Nein. Dass Lehnwörter aus anderen lebendigen Sprachen in eine lebendige Sprache Einzug halten, ist für mich eine völlig normale Sache. Gerade bei einer derart verbreiteten Sprache wie Englisch passiert das nunmal recht häufig. Ich denke nicht, dass Deutsch dadurch verloren gehen wird. Nur ist das Englische als analytische Sprache im Gegensatz zu synthetischen Sprachen wie Deutsch nun einmal deutlich effizienter. Dazu kommt, dass viele Entwicklungen aus dem englischen Sprachraum stammen und somit an eine englische Terminologie gebunden sind. In dieser Debatte wird oft vergessen, wie viele deutsche Lehnwörter dafür in andere Sprachen übergehen.
Was mich stört ist der falsche Gebrauch englischer Wörter und Phrasen. Dinge wie “DER Blog” oder “DAS Laptop” machen mir Zahnweh, genau wie die Apostrophierung des Plurals. Dass es heutzutage “Moni’s Pommesbude” heisst, ist für mich völlig in Ordnung. Das würde ich nicht als “Deppenapostroph” titulieren und es ist im Sinne eines Lehngenitives (den wir vermutlich in 10 Jahren im Duden haben werden) völlig korrekt. Den Plural zu apostrophieren (wenn bei Satan oder Media Müll ein Schild “CD’s” zu sehen ist beispielsweise) halte ich allerdings für grottendämlich.
2. Denkst du es ist sinnvoll die Entwicklung der Sprache zu steuern zu versuchen?
Nein, das geht ja auch gar nicht. Entweder bringt man sprachnationalistischen Unsinn wie die Franzosen hervor, die sich damit nur selbst in den Fuss schießen, da sich z.B. der Begriff der CD in der Welt so etabliert hat, dass kein Schwein ad hoc weiss, was eine “disque laser” sein soll oder sie gar mit “Laserdisk” verwechselt, oder man kämpft einfach so auf verlorenem Posten.
Es regt sich ja heute auch niemand mehr auf, dass wir “frei” statt “frey” schreiben usw. Deutsch ist eine lebendige Sprache in aktiver Benutzung und man sollte nicht vergessen, dass letztendlich eine Sprache von ihren Sprechern geprägt wird..je enger der Kontakt zum Ausland, umso mehr Vermischung. Der Duden ist ja keine Richtlinie, sondern gibt nur wieder, was ohnehin bereits Standard ist…gegen aktiven Unsinn, der auch in der Herkunftssprache Unsinn ist, sollte man mit Bildung vorgehen…der Rest ist nunmal der Lauf der Dinge…
3. Benutzt du selbst Wörter in anderen Sprachen, die du eigentlich auch auf Deutsch benutzen könntest?
Ja, natürlich. Meistens, wenn es eingeschliffene Termini sind. Vor allem aber, wenn die deutsche Entsprechung den Kern des englischen Begriffes nicht trifft. Ein “engineer” ist eben kein “Ingenieur”. Da ich vor allem im Bereich der IT und der Telekommunikation unterrichte, passiert sowas ständig. Ich lege im Unterricht Wert darauf, dass den Leuten die Begriffsbedeutungen bewusst sind, und sie diese jederzeit korrekt umschreiben können. Dann kann im Wirtschaftsenglischunterricht auf auf Deutsch von “shareholdern” usw. gesprochen werden. Merke ich allerdings, dass Leute permanent irgendwo “committen” ohne Plan zu haben, was das eigentlich bedeutet, werde ich grob unflätig..
Das Englische ist flexibler und ersetzt für mich häufig die typisch Deutschen Komposita-Wortmonster. Über lateinische oder französische Lehnwörter regt sich übrigens niemand auf…damit wirkt man intellektuell…und diese Inkohärenz regt mich auch desöfteren auf..
Es gehört zum guten Ton, dass Hühnerfleisch für Besserverdienende “von der Poularde” ist und man auch gerne mal ein Entrecôte nimmt, aber habe ich “Cranberries” in meinen Muffins, werde ich schief angeschaut
4. Gibt es andere Wege die eigene Sprache zu bewahren, ohne der Entwicklung im Wege zu stehen?
Immer dann, wenn der deutsche Begriff treffender ist, als das Lehnwort. Und es hilft, mehr als eine Sprache zu sprechen. Je breiter die Kenntnisse der Ursprungssprache der Lehnwörter ist, umso weniger benutzt man sie ![]()
Das sieht man z.B. auch daran, dass Vollprofis “Rechner” statt “Computer” sagen…im Allgemeinen sehe ich auch in Schulungen auch, dass viele unerfahrene Manager gerne ihr Unwissen hinter englischer Terminologie verstecken. Je sicherer die werden, umso deutscher wird auch ihre Terminologie
5 Findest du man soll der Sprache einfach ihren Lauf lassen und sich einfach anpassen?
Ja, damit muss man leben, wenn man eine lebendige Sprache spricht. Man muss ja nicht jeden Unsinn mitmachen und kann für sich eine Grenze definieren. Letztendlich aber werden unsere Enkel ein völlig anderes Deutsch sprechen als wird. Gerade in Zeiten von Europa und internationalen Beziehungen wird die Durchmischung immer stärker werden. Sieht man sich die Geschichte an, ist es durchaus möglich, dass wir im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte auch wieder eine Zusammenführung von Sprachen haben werden…dass also derart ähnliche Sprachen wie das Holländische und das Deutsche in eine einzige gemeinsame Sprache einfliessen können…wir werden sehen…
Da ich diese Blogparade so interessant für Sprachlehrer finde, schmeisse ich sie als Stöckchen auch sofort mal zum Kollegen Rau!
cd
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]]>So, nun geht sie wieder weiter, die Hexenjagd aus Spekulationen, medialer Ausschlachtung, Schuldzuschreibungen und Verschwörungstheorien, genau wie damals. Der Vater von Tim Kretschmer steht seit Donnerstag vor Gericht, um den Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufes zu erklären, warum er seine Beretta offen im Schlafzimmer herumliegen liess. Die Medien sind alle bereits ganz Ohr, bekommen jedoch keine echten Informationen, da Jörg Kretschmer sich ausschweigt und keine offiziellen Statements gibt und fangen so wieder wild an, Sommerlochfüller zu bauen. Cem Özdemir kann sich profilieren, indem er den anderen Parteien Tatenlosigkeit im Bezug auf Änderungen des Waffengesetzes vorwirft. Die aktuellen Änderungen sind ihm wohl zuwenig. Das halte ich wie schon öfter geschrieben für Blödsinn. Es ist keine Frage der Rechtslage, die gibt schon alle Kontrollmechanismen her – sie müssen nur vernünftig durchgesetzt werden. Bei jeder Pommesbude kann das Gesundheitsamt unangekündigt vorbeischneien und sich die Küche zeigen lassen und macht bei groben Verstößen den Laden dicht. Das muss doch hinzukriegen sein, dass das Ordnungsamt zwischendurch mal ihre Liste von Schützen mit WBK durchgeht und unangekündigte Besuche abstattet, um sich die ordnungsgemäße Verwahrung der gemeldeten Waffen zeigen zu lassen…und sind nicht genausoviele Waffen im Schrank, wie auf der WBK eingetragen, gibts mächtig Ärger…und wer sich nicht an die Richtlinen hält, darf die Dinger für immer abgeben…fertig. Das sieht z.B. auch die Neue Osnabrücker Zeitung so…
Der Spiegel charakterisiert Jörg Kretschmer direkt mal als “Waffennarr von Jugend”, der einem Sohn “das Zielen und Abdrücken lehrte”, den “er nicht gut genug kannte” und stellt ihn schon vor dem Prozess als Schuldigen dar. Die “Kleine Zeitung” gibt sich gemäßigter und erwähnt nur, dass die Verteidigung auf Straffreiheit plädiere, da Kretschmer “angesichts des Verlustes seines Sohnes und wegen der sozialen Ächtung gestraft genug sei.” Eine These, die ich so unterstützen würde…”der Freitag” beschreibt Kretschmers Hobby gar als “privaten Rüstungswahn“.
Die BILD gibt gewohnt boulevardjournalistisch ein Zeitprotokoll des ersten Prozesstages und stellt auch “kein Bedauern” fest…kann es sein, dass er, bevor er etwas Falsches sagt, lieber erstmal gar nichts sagt und deswegen nicht gleich kalt und gefühllos ist? Naja…die Presse eben…
Einen guten Gegenpol liefert das Presseportal Südwest, das den Prozess als einen “in eine Reihe spektakulärer Verfahren von Brunner bis Kachelmann, in denen die juristische Prozedur zum medialen Spektakel zu verkommen droht” und bemerkt sehr richtig: “Öffentlichkeit im Gericht dient der Kontrolle der Justiz, nicht der Bloßstellung des Angeklagten. Und Strafprozesse sind Verfahren zur Bestimmung von Strafe, nicht Strafe. Beides scheint immer öfter in Vergessenheit zu geraten.” Den Eindruck habe ich angesichts der Hetzkampagnen seitens selbsternannter “Aktionsbündnisse” allerdings auch…die Hinterbliebenen nehme ich aus…wer angesichts eines toten Kindes Blut sehen will, dem kann ich es nicht verdenken…aber für die Anwälte, die sich wie der bekannte Eric T. Langer damit profilieren können, steckt auch eine Menge Geld und Publicity in einem derart öffentlich beobachteten Prozess…
Die BZ erwähnt ebenfalls etwas neutraler wnigstens die Begründung, die die Verteidigung für Jörg Kretschmers Schweigen liefert: Er sei psychisch und physisch nicht in der Lage zu sprechen, trauere aber mit den Angehörigen.
Die WELT beginnt ihren Artikel, der sich um Gisela Mayer, eine der hinterbliebenen Mütter von Winnenden, die ihre Gefühle in dem Buch “Die Kälte darf nicht siegen” verarbeitete, zentriert, subtil mit einer eher positiven Charakterisierung Tim Kretschmers, lässt sich dann aber zu Sätzen wie “Es geht nicht darum ob der Vater, seinem Sohn fahrlässig Zugang zu einer Waffe verschafft hat, sondern darum, ob er mit ihm eine menschliche Waffe erzogen hat.” Kann man also im Hinblick auf Neutralität auch abhaken…Tränendrüsenmethode unter Nutzung eines der Sekundäropfer…
Einen qualifizierteren Kommentar liefert Prof. Dr. Henning Ernst Müller im Beck-Blog und stellt dort fest, dass die Verurteilung in erster Linie auf Verstoß gegen das Waffengesetz lauten wird, da die subjektive Fahrlässigkeit nicht prüfbar sei. Das ist eine Aussage, der ich ganz klar zustimmen muss. Für einen Laien ist absolut nicht zu erkennen, ob das Risiko einer solchen Tat besteht, selbst wenn, wie Prof Müller es erwähnt, die psychischen Probleme bekannt sind…daran beissen sich selbst Experten desöfteren die Zähne aus…selbst Schulpsychologen vor Ort dürften das aus Gründen, die ich bereits breit beschriebe habe, nicht hinbekommen…
Mein Fazit: In der Mühle des Buhlens um Verkaufszahlen geht ein Aspekt mal wieder völlig unter: Tim Kretschmer hat nicht seine Eltern erschossen, sondern einen Schulamok begangen. Im Prozess wird aber nicht danach gefragt, welche (Teil-)Schuld das System Schule, bzw. konkret das Kollegium der Albertville-Realschule in Winnenden trägt. Im Alter Kretschmers ist es so, dass die Kinder mehr Zeit mit uns Lehrern verbringen, als mit der eigenen Familie. Wer hat die Demütigungen begangen, die Tim Kretschmer dazu veranlasst haben, primär auf SchülerINNEN zu schiessen…wer hat, wie auch im Fall Robert Steinhäuser, die Signale aus pädagogisch-psychologischer Inkompetenz nicht gesehen oder nicht sehen wollen? Wer ist mitverantwortlich dafür, dass das aktuelle System den Lehrer so überfordert, dass subtilere Signale eines einzelnen Schülers in einer Masse von 32 und mehr Schülern absolut untergehen, bis sie sich auf eine derart extreme Weise einen Weg bahnen? All dies halte ich für ebenso gerechtfertigte Fragen, aber die sind nunmal nicht populär…und werden einfach nicht gestellt…
cd
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]]>Offensichtlich ist die große Koranverbrennung zum Jahrestag des 11. Septembers nun gecancelt. Schade eigentlich, ich hätte gerne die Straßenschlachten live auf CNN gesehen…
cd
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]]>Genug vom Leben online? Der gestandene Nerd lässt sich dann von der Online-Selbstmordmaschine helfen. Die Web 2.0 Suicide Machine löscht zuverlässig und viel schneller, als man es manuell könnte, die digitale Identität. Momentan werden Facebook, Twitter, Linkedin und Myspace unterstützt.
Das Ding ist offensichtlich so gut, dass Facebook bereits versucht, die Suicide Machine per einstweiliger Verfügung zu stoppen…
cd
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]]>Gerade bei Banedon’s Cyber-Junk gefunden: Zukunftsforscher Matthias Horx sagt bei ORF-Futurezone:
Von Facebook wird in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden”, so der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx. “Nur soziale Verlierer verbleiben im Sozialen Netzwerk – diejenigen, die nichts Wichtigeres zu tun haben, als sich ständig gegenseitig die Unterhosen zu zeigen.
Ahja…das mit dem Zeigen der Unterhosen ist nicht unrichtig, wenn man sich mal ansieht, worüber auf Fakebook, Twitter und Wasauchimmer-VZ so gepostet wird…aber ob die Entwicklung SO weit geht…naja, warten wir es ab…aber gerade in Kontaktbörsen schwirren einem da noch andere Begriffe als “sozialer Verlierer” durch den Kopf…weiter sagt er:
“Es ist ein großer Irrtum, dass das Internet wahnsinnig schnell ist. In Wirklichkeit ist das Internet wahnsinnig langsam”, kritisierte Horx den gängigen Ruf des Internets als reine “Selbst-Propaganda”. Laut Horx leben erst 20 Prozent im “Internet-Zeitalter”. Die meisten Menschen gingen immer noch von ihrem Desktop-PC online und verwendeten keine mobilen Geräte. Bis das Internet als Hintergrundtechnologie für alle realisiert wird, dauert es laut Horx mindestens bis Mitte dieses Jahrhunderts.
Ganz ehrlich…ich gehöre zu diesen, weil ich schon bei der Einführung des Handys nicht verstanden habe, warum man immer und überall unbedingt erreichbar sein musste…früher gings auch mit Telefonzellen und Co. Und genausowenig verstehe ich, warum ich beim Kacken über meine Absonderungen Twittern können oder meine Mitmenchen mit Belanglosigkeiten wie “Bin gerade bei McDoof und esse einen Käseburger” zumüllen soll? Ich bin kein Technikfeind, nur Sinn muss es haben…Powerpoint und Beamer finde ich z.B. auch völlig überbewertet..eine Tafel und ein Stück Kreide bzw. ein OH-Projektor und diverse Stifte reichen mir immer noch für eine vernünftige Unterrichtsstunde…
Dabei ist übrigens Deutschland ja noch garnicht vollständig digital alphabetisiert…es sind ungefähr 72 Prozent der Deutschen online…reicht doch…
cd
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]]>Im Verhaltensoriginell-Blog lese ich einen Eintrag, der mal wieder die ganze Bandbreite der Ritalin-Debatte zeigt. Offensichtlich hat sich der Wirkmechanismus von Methylphenidat immer noch nicht überall herumgesprochen, bzw. wird von RTL und Co. mit dem üblichen Sensationsjournalismus und seinen Horrorgeschichten überschrieben…
Stein des Anstoßes ist der Artikel “Studie: ADS/ADHS-Kinder sind mit Ritalin leistungsfähiger” beim Lehrerfreund. Der Lehrerfreund lässt sich leider in Bezug auf die aktuelle Studie zu der Wirksamkeit von Methylphenidat von Prof. Richard M. Scheffler von der University of California hinreißen. Er verfällt sofort in die Klischeeschiene, fordert unter Rückgriff auf Dr. Gumpert “alternative Heilmethoden” und unterstellt den eher Medikamente empfehlenden Scheffler natürlich sofort in die Ecke der Pharmalobby.
Das mit den alternativen Heilmethoden ist völliger Bullshit. Haben wir genuines AD(H)S, haben wir es mit einer hirnorganischen Störung zu tun, die zwar verhaltenstherapeutisch handhabbar gemacht werden kann, aber ohne Medikamente ziemlich fruchtlos bleibt. Der erste Kommentator des Beitrages schreibt direkt richtigerweise, dass Methylphenidat die Therapiefähigkeit erst einmal überhaupt herstellt. Natürlich bringt Ritalin nix, wenn die Diagnose nicht stimmt, aber das habe ich in einem anderen Artikel ja schon lang und breit erklärt…
Interessanter als die Artikel an sich sind aber die Kommentare. Eine Auswahl:
1. Die Antipsychiatrie- und Antipharmafraktion:
Das Problem ist, dass es die Zappeligkeit von Kindern gegeben, solange es Schulen gibt. Die Gründe hierfür waren auch schon immer (außer dem Fernsehen) vorhanden. Wer zappelt hat seine Gedanken woanders, z.B. beim Familienkrach zu Hause, weil er den Schulstoff lange begriffen hat, weil er den Schulstoff seit langem nicht begriffen hat, weil er an falscher Ernährung leidet etc.etc.
Daraus ein Krankheitsbild zu basteln, das mit Chemie behandelt werden kann, blieb der Ruhigstellungsbranche, der Psychiatrie, vorbehalten. Hierfür gibt es zwei Erklärungen:1) mit unseren Schulkindern können so große Chemie-Konzerne phantastische Rendite erzielen und 2) die meisten Lehrer sind überfordert und dann haben sie schließlich lieber einen ruhiggestellten Schüler als einen aufmüpfigen. Dass der ruhiggestellte Schüler so auch derjenige mit mehr Lerninitiative sein soll, kommt aus der Werbeabteilung der Psychiatrie und der Pharmaindustrie, denn beide müssen schließlich ihre Waren anpreisen und loswerden.
2. Die Panikmacher-Fraktion
Ich staune immer wieder über die Dreistigkeit der Pharmaindustrie.
Besonders schlimm ist die Tatsache, daß Produkte beworben werden, die nachweislich Kinder in den Selbstmord treiben oder Amokläufe verursachen.
Warum verbietet niemand
solche Artikel.Ich bin weißgott nicht für Verbote,
aber wenn Menschen immer wieder so verantwortungslos handeln, sollte der Staat eingreifen.Das er es nicht macht ist für mich ein Zeichen dafür, daß wir Menschen nach wie vor
Kanonenfutter sind für diejenigen, die eine starke Lobby haben. Es geht nicht darum, Schaden
von uns fernzuhalten, sondern ein modernes Sklaven
tum zu etablieren.
Es ist höchste Zeit , sich zu engagieren!
3. Die “früher war alles besser”-Fraktion
das mit dem adhs wwird doch total hochstilisiert. damals hatte das keiner und keiner hat sich beschwert. leute die sich nicht konzentrieren konnten mussten das lernen, dann wurden die noten plötzlich besser. wieso sollen die schüler es heute leichter haben als wir – der ganze verweichlichte mist heute, kein wunder das die dann irgendwann amork laufen
4. Die “Ich hab ein WAS-IST-WAS-Buch zur Pharmakologie gelesen”-Fraktion
Ich würde diese Drogen vergleichen mit Contergan, nur dass sich das Ganze im seelischen Bereich abspielt.
“Es gibt vielfältige Studien, die darauf hinweisen …” aber nichts beweisen! Zeigen Sie mir eine einzige dieser Studien, die ein chemisches Labor als wissenschaftlich erachten würde.
Das sind alles wunderbar aufbereitete PR-Artikel, die die Leute glauben machen sollen, dass dies auf wissenschaftlicher Basis beruht, was es NICHT tut.
Im Bereich der Medizin gibt es ein paar tausend anerkannte wissenschaftliche Methoden, wie man chemisch Viren, Bakterien, Gifte und was auch immer isoliert. Für die psychiatrischen Lügengeschichten gibt es keine einzige! Vielleicht kennen Sie jemanden, der ein Labor betreibt. Fragen Sie ihn.
Sobald es um einen naturwissenschaftlichen Nachweis geht, wird von Psychiatern um den Brei geredet. Botenstoffe, das ich nicht lache! Wo sind die?
Wie möchten Sie eine Nachreifung eines Gehirns beweisen? Jedes Kind hat Wachstumsschübe. Wie wollen Sie differenzieren zwischen natürlichen und durch “Medikamente” verursachten Veränderungen bei einem wachsenden Menschen?
Gifte sind auch ausreichend erforscht und schon länger in Verwendung als 70 Jahre. Gibt man die einem Kind?
Eine ganz direkte Frage: Wieviel verdienen Sie an jeder Packung Methyphenidat?
…und noch viel mehr Bullshit der Generation Stern-TV…wofür mach ich eigentlich Vorlesungen zu dem Mist?!
cd
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]]>Sehr schöne Aktion: In Riesa hat der NPD-nahe Verlag “Deutsche Stimme” seinen Sitz in der Mannheimer Straße. Die Stadt will nun diese Straße in Geschwister-Scholl-Straße umbenennen…subtil und sehr stylish
cd
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]]>Das ist doch mal ein Vorstoß. Die Christlich-Debile Union fordern, dass die Intelligenz Kriterium für eine Einwanderung nach Deutschland werden muss, so SPIEGEL Online. Duckhome hat das schon entsprechend kommentiert.
Die Frage, die mich mehr bewegt ist: Kriegen wir im zweiten Schritt dann auch ein Gesetz, dass wir Bürger, die zu dumm sind, ausweisen dürfen, selbst wenn sie deutsche Staatsbürger sind? In einem gegenseitigen Abkommen mit den USA vielleicht? Die, die für die USA zu clever sind, kommen bei uns ohne Visum rein und dafür bekommen alle Vollpfosten in den USA eine Greencard und einen Posten im öffentlichen Dienst…das wärs doch…Krise gelöst…
cd
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]]>Zu “Margot Käßmann nackt” gingen heute zwei Suchanfragen ein…das wird ja immer schlimmer…
Vielleicht hat die ja sogar eine Porno-Hotline…”Reife Frauen fahren Dich besoffen nach Hause! Ruf an! 01805-SCHROEDER
cd
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]]>Der kleine Diskurs mit meinem neuen besten Freund hat mich mal wieder in die Szene der alternaiven Medizin reinschnuppern lassen. Heute im geballten Wahnsinn also die Highlights daraus:
Das Esoterik-kritische bis -feindliche Portal Esowatch sorgt in der Szene für deartigen Unmut, dass nun ein regelrechter Krieg ausgebrochen ist, in dem nach dem Notwehrparagraphen gerufen wird. Ebenfalls ins Visier der Bewegung ist die Skeptikervereinigung GWUP geraten, gegen die sich eine Front im Blog GWUP.WATCH bildet. Man versucht verzweifelt, die Hintermänner des anonym veröffentlichten Esowatch-Portales zu ermitteln, denen auch Kontakte zur Pharma-Lobby nachgesagt werden. Mal wird ein Kinderarzt vermutet, der durch seine IP ermittelt worden sein soll, ein anderer Sympathisant soll Prof. Dr. Ulrich Berger sein, genau wie Dr. med. Johannes Bühligen, der Server wird auf einem bekannten Pädophilie-Server in der Türkei gehostet und für die Ermittlung der Hintermänner werden 100.000 Euro ausgelobt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin e.V. wirft sich mit einer Linksammlung in den Ring, genau wie Live Net Concept 2010: “Was steckt hinter Esowatch?“. Auch seien Autoren von Esowatch bereits rechtskräftig wegen Verleumdung verurteilt worden. Auch Veganer sind nicht begeistert und bezeichnen Esowatch als “kriminelle Hetzer“. Ein Verfahren wurde angestrengt, das aber keinen Erfolg brachte. Einen Aufschrei verursachte auf der SPIEGEL, der sich in einem Artikel auf Esowatch berief.
Die Gegenseite ist auch nicht untätig: Das Blog KidMed berichtet z.B. über massive Drohungen und vermutet einen Herrn Claus Fritzsche hinter ProMedWatch. Auch die Homöopathie bekommt ihr Fett weg. Excanwahn steigt mit in die Diskussion ein. Esowatch selbst sagt, die Vorwürfe würden nicht stimmen. Mein Parteibuch berichtet über die Behauptung, Esowatch wäre eine Anlaufstelle für Rechtsradikale. Im Forum von weltverschwörung.de amüsiert man sich über die Gründung des “Vereins der Esowatch-Geschädigten” und bezeichnet Esowatch als “Stachel im Fleisch der Leutbetrüger und Quacksalber”. Kurzzeitig wurde eine Abschaltung der Nameserver diverser Gegner erwirkt, die aber nicht lange hielt…
Herrlich, einfach mit ner Tüte Popcorn danebensetzen und zuschauen..
cd
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]]>So, da ich im Moment wieder eine Liste für Seminarliteratur zusammenstelle, heute mal wieder etwas ernstgemeinter Content, und zwar einige sehr empfehlenswerte Werke für Anfänger in der Pschoanalyse:
1. J. Laplanche / J.-B. Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1973
Für Anfänger in der Materie ein unverzichtbares Werk, das auch sehr günstig zu haben ist. Mit vielen Literaturverweisen erklärt “Der Laplanche-Pontalis” alle wichtigen Begriffe der Psychoanalyse von “Abarbeitungsmechanismen” bis “Zwangsneurose”.
2. Freud, Sigmund: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit, aus “Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“, Erstveröffentlichung London (Imago Publishing Co.) 1940, mittlerweile ist Freuds Gesamtwerk im Projekt Gutenberg kostenlos als Download oder gegen geringe Gebühr als CD-ROM erhältlich
In diesem Werk erklärt Freud sein Strukturmodell der menschlichen Psyche aus ICH, ES und Über-ICH
3. Kohut, Heinz: Narzißmus. Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißtischer Persönlichkeitsstörungen, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1976
Kohut entwickelte die ICH-Psychologie Sigmund Freuds weiter, prägte den Begriff des “Selbst” und begründete darauf seine eigene Richtung der Selbstpsychologie inklusive einer Weiterentwicklung von Freuds Narzißmustheorie.
4. Kohut, Heinz: Die Heilung des Selbst, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 9. Aufl. 1981
In diesem Werk arbeitet Kohut seine Selbstpsychologie weiter aus und erklärt ihre Zusammenhänge.
5. Kernberg, Otto F.: Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1983
Objekttheoretiker Otto F. Kernberg erklärt hier seine Weiterentwicklung der Narzißmustheorie und die Überarbeitung des Konzeptes der Borderline-Störung. Da Kernberg die letztere als Kontinuum sieht, verwendet er den Plural.
6. Kernberg, Otto F.: Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse, Klett-Cotta 6. Aufl. 1992
In diesem Werk breitet Kernberg seine Theorie der Objektbeziehungen nochmals etwas weiter aus und bezieht sie auf ihre praktische Umsetzung
Zwar war Goffman kein Psychoanalytiker, sondern Soziologe, doch zähle ich dieses Werk zu den unverzichtbaren Grundlagenwerken für die Psychoanalyse, da Goffman sich hier mit dem Begriff des Stigmas und dem Selbsterleben psychisch Kranker als “beschämende Andersartigkeit” auseinandersetzt.
An dieser Stelle ist Stavros Mentzos als weiterer großer Denker der Psychoanalyse einzuführen. Auch er entwickelte den Neurosenbegriff, den Narzissmusbegrif und andere Theorien Freuds weiter. In diesem Werk gibt er eine sehr gute Einführung zu neurotischen Mustern, die aber erst nach der Lektüre der vorherigen Werke gelesen werden sollte, da Mentzos teilweise seine eigene, weiterentwickelte Begrifflichkeit verwendet, die sich teilweise ein großes Stück von den ursprünglichen Begrifssbedeutungen der Freudianischen Psychoanalyse unterscheidet.
In diesem Werk arbeitet Mentzos seine Theorien weiter aus und benutzt das sehr anschauliche “Bankkontenmodell” und das Modell der “narzisstischen Homöostase”, welche beide durch ihre graphische Darstellung sehr einleuchtend sind.
Weiterführendes:
1. Adler, Alfred: Menschenkenntnis, Frankfurt a.M. (Fischer) 1966
Der “ehemalige Psychoanalytiker Alfred Adler”, wie Freud ihn nach dem Bruch mit ihm bezeichnete spaltete sich im Streit von Freuds Mittwochsgesellschaft ab und suchte einen eigenen Weg in die Psychoanalyse. In diesem Werk erklärt er sein Verständnis der Zusammenhänge der menschlichen Psyche.
2. Adler, Alfred: Neurosen. Fallgeaschichten, Frankfurt a.M. (Fischer) 1981
Wer sich in Adlers Theorien weiter hineinlesen möchte, findet hier ein leicht zu lesendes Werk, das einige seiner interessantesten Fälle vorstellt.
Menschen, die sich fragen, warum die 68er-Bewegung und alt-68er die klassische Psychoanalyse als Kontrollmechanismus des Establishments ablehnen bis hassen, findet hier den historischen Abriss der Hintergründe und den Versuch einer Versöhnung mit den marxistischen Idealen.
Für Streber:
Lacan, Jacques: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, in: Schriften Bd. I, Berlin (Quadriga) 4. Aufl. 1991
Der härteste Stoff, den die Psychoanalyse zu bieten hat: Jacques Lacan. Genial, aber selbst derartig narzisstisch, dass seine Texte durch seine geliebten Wortspielereien fast unlesbar sind, wenn man nicht über ein fundiertes Wissen psychoanalytischer Zusammenhänge verfügt. Absoluter Irrsinn für Menschen, die kein Leben haben. Wem das nicht reicht und über die nötigen Französischkenntnisse verfügt (der fürchterliche Schreibstil ist der Grund, warum sein Werk bis heute nicht vollständig übersetzt ist): Le “je” n’est pas le “moi”. Viel Spaß beim Grübeln
Die Liste ist als Einführung gedacht, darum tauchen Jung, Anna Freud, Mitscherlich, Horney etc. nicht auf…die wird der geneigte Leser sich dann selbst erschließen..
cd
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]]>Ich verneine ja gerne meine philosophische Seite, da ich nach dem Studium der Philosophie nur in der Erkenntnis bestärkt war, dass sie wirklich zu gar nichts gut ist, außer für sich selbst…aber vorhin finde ich einen sehr interessanten Artikel bei weissgarnix: Schuld – eine soziale Konstruktion.
Kern des Artikels ist eine Reaktion auf den ehemaligen Verfassungsrichter Winfried Hassemer, der in der FAZ unter “Haltet den geborenen Dieb” die aktuellen Erkenntnisse der Neurobiologie bezüglich des freien Willens in ihrer Konsequenz diskutiert. Lesenswert. Kernaussage ist, dass der Schuldbegriff eine soziale Konstruktion ist, die nicht unbedingt auf rationaler Logik beruht, aber für den Zusammenhalt der Gesellschaft unbedingt notwendig ist.
cd
EDIT: Eine schöne Reaktion auf den Artikel bei Differentia: Hirnbiologie, Robotik und Recht – Zur Zerrüttung sozialer Konstruktionen
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]]>Auch schön: Ein Artikel, der versucht, die verlorenen Besucher, die man durch die Bezeichnung “pickelnarbige Krawallschwuchtel” für Schwesterwelle verloren hat, durch das Zurschaustellen der eigenen Bauchnabelflusen wiederzugewinnen…schöne Darstellung der Unterschiede zwischen konvexen und konkaven Bauchnabeln übrigens…aber ansonsten…bizarr…
cd
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]]>
Nachdem das Prinzip des Follow-Friday in Form einer kommentierten Blogroll von Twitter in die Blogosphäre geschwappt ist, will ich dieser Tradition doch auch mal huldigen, auch wenn von der Uhrzeit her schon Samstag ist
Heute also nun die erste Reihe meiner Favoriten:
Quoos sein Portfolio – Fotografie des Augenblicks
Das Bilder-Weblog von Marcel Quoos, Geschäftsführer des Systemhauses von Bergisch Media, das unter Anderem hinter dem Vistablog und dem Heiligenhaus-Blog steht. Wenn er nicht gerade IT-Anlagen konzipiert oder Server baut, fotografiert er gerne. Am liebsten in HDR, aber es gibt auch konventionelle Fotos auf seiner Seite. Ein Beispiel:
ADD / XOR / ROL
Das Blog von Halvar Flake, Chef von Zynamics. Wann immer er die Zeit findet, kommentiert er das aktuelle Geschehen in der Welt und in der IT-Sicherheit. Außerdem ist er Mathematiker. Und er ist Oldschool. Nicht nur für Leute, die wissen, was “ADD / XOR / ROL” bedeutet…
EDIT 13.06.10: Ich sehe gerade, dass der aktuelle Webmaster Friday diese Woche um die Vorstellung zweier schöner Blogs bittet. Somit reiche ich einfach mal diesen Eintrag nach, ich hoffe, das ist ok…
cd
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]]>…das gestrige Experiment hat eindeutig ergeben, dass die Welt kurz vor ihrem Ende steht:
Bis jetzt (23:50 Uhr) haben 47 Leute nach Nacktfotos von Lena Meyer-Landrut gesucht…und 23 nach Nacktfotos von Ursula von der Leyen…
ich bin weg…
cd
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]]>Aha...Basicthinking teilte es heute mit, heute ist der “Quit Facebook Day“. Ich verstehe die Aufregung nicht. Eine Löschung des Facebook-Accounts hilft nicht, wenn Google die eigenen Daten sowieso an die Polizei und den Geheimdienst weitergibt…
Und ich für meinen Teil bleibe auf Facebook. Ich habe heute schon wieder eine Menge neuer Freude gefunden…
cd
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]]>Ups…dass Israel uns null Punkte beim Eurovision Song Contest gegeben hat, haben wir ja schon fast verkraftet. Zwei tote Abgeordnete der Linkspartei hätten das wieder geradegebogen. Aber auf Henning Mankell zu schießen, ist unzivilisiert! Es wird vermutet, dass die israelische Armee die Boote mit palästinensischen Tanklastzügen verwechselt hat.
cd
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]]>Ich bin einer von denen, die “zynische und sarkastische Artikel” zur angeblichen Währungsreform produzierten. Nichtsdestotrotz ist Schnittpunkt 2012 immer noch davon überzeugt, dass “Deutschlands einzige Alternative, überleben zu können” die Rückkehr zur D-Mark sein wird. Und die sei schon in der Vorbereitung.Nuja, schauen wir mal…wieder was für die Verschwörungsecke.
cd
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]]>Zwischenzeitlich gerät man auch an gemäßigte Vertreter der Verschwörungstheorie. Ich hatte heute einen Mailwechsel mit einem etwas prominenteren Mann der Szene, der mir das Veröffentlichen genehmigte, solange anonym bleiben darf. Dem komme ich hier nach, weil ich in meiner Antwort recht knapp mein Verhältnis zu Verschwörungstheorien zusammenfasse…
Wer differenziert fragt, bekommt eine differenzierte Antwort:
Hallo Herr Droßmann,Ihr obiger Artikel [Anm.: Christina Aguilera ist erleuchtet] klingt für mich, als nähmen Sie das Thema nicht ernst. Steigen Sie doch mal etwas tiefer ein:
http://www.youtube.com/watch#!v=00C3feH5z0A&feature=related
15 Teile, tut mir leid
ist aber sehr spannend.
Halten Sie all diese, sich immer exakt wiederholenden Dinge, für Zufall?
Schauen Sie sich zusätzlich noch das Video der Fanta4 an:http://www.youtube.com/watch?v=7LZzRi9dXfg
Warum Ziegenböcke und genau dieselbe Symbolik wie in der Reihe oben? Man
muss schon aus sehr ignorantem Holz geschnitzt sein, um diese eindeutigen
Zusammenhänge abzustreiten – ich unterstelle Ihnen das nicht, bitte nicht
falsch verstehen. Es liegt einfach daran, dass kaum jemand die Dinge
systematisch untersucht. Und wenn doch, dann ist das Ergebnis zu
ernüchternd, als dass man sich damit nüchtern befassen möchte.Aber gerade Sie als Lehrer haben vielleicht doch noch eine Möglichkeit, den
Nachwuchs vor dem völligen Verderben durch Konzerne und Medien zu
beeinflussen. Positiv hoffe ich.
–
Viele Grüße
XXX
Meine Antwort dazu:
Lieber Herr XXX,
ich nehme das Thema nur aus psychoanalytischer Perspektive “ernst”. Für mich hat die Verschwörungstheorie in der säkularen Gesellschaft schlichtweg die Religion ersetzt. Ob das nun die Mehrtätertheorie bei Steinhäuser, die Schläfertheorie bei Kretschmer oder die immer wieder gerne ausgegrabenen Illuminati sind.
Sie sind wie die Religion für mich (im Sinne Jacques Lacans) ein Phantasma mit prothetischer Funktion, die die lebensweltliche Realität und die damit verbundene Realangst erträglich macht, da wir Menschen nur dann glücklich sind, wenn das Kausalprinzip aufrecht erhalten werden kann. Haben wir keinen logisch ableitbaren Grund, konfabulieren wir uns einen und sind fröhlich…für die einen Allah, für den nächsten Jesus oder Jahwe und für säkularere Menschen eben die Illuminaten oder wenn die Phantasie nicht reicht eben “der Staat”. Infofern halte ich Religion wie Verschwörungstheorien für Paranoia im klassisch-Psychiatrischen Sinne…erzählt mir heute jemand, er habe gesehen, wie ein Toter sich aus einer mit einem Felsblock verschlossenen Höhle selbst befreit hat und wieder am Leben war, schicke ich ihn entweder in die Geschlossene, oder -wenn dieser Mann “Jesus” heißt, in die Kirche..
Ich halte die Dinge nicht für “Zufall” im wissenschaftlichen Sinne (also das parallele oder gleichzeitige Zusammentreffen zweier sich nicht kausal bedingender Sachverhalte), sondern für Marketing. Ein Grundsatz des Marketing lautet “Es gibt keine *schlechte* Presse”. Und auch Sie unterstützen die Popularität der Medienfiguren durch ihre bloße Erwähnung. Gleichzeitig tragen Sie zu ihrer Mythifizierung bei, das hat Madonna ja schon exzessiv praktiziert…
Nein, ich glaube nicht an eine Verschwörung, sondern nur an den guten alten Kapitalismus, der dem Pöbel gibt, wonach er schreit…
Und ich glaube aus diesem Grund auch nicht an die Notwendigkeit des “Beschützens”…ich bringe den Schülern bei, den Regeln nicht blind zu trotzen, sondern sie zu ihrem Vorteil zu nutzen…ich denke, damit lernen sie etwas fürs Leben…
Mit freundlichem Gruß,
Christian Droßmann
Das fasst so in etwa zusammen, wo ich Verschwörungstheorien verorte…
cd
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]]>Jens Scholz regte sich vor eine Weile über die Werbekampagne eines Hörgeräteakustikers in Köln auf. Die Flyer zeigten das Foto einer jungen Frau, über dem groß “vermisst” stand. Erst bei genauerem Hinlesen erschließt sich, dass die Dame nur ihr Gehör verloren hat. Geistreich ist anders, aber definitik kein solcher Aufreger, wie es Scholz darstellt. Seit der Benetton-Kampagne der Neuziger eigenlich lahmer kalter Kaffee.
Eigentlich zu banal um es zu erwähnen, aber ich erinnerte mich heute an den Beitrag, als ich über eine Werbekampagne von Amnesty International stolperte:
DAS wäre eher ein Grund für Aufregung, aber die Moralapostel dürfen sowas ja
cd
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]]>Heute hatte ich auch die Ehre, das BKA als Gast zu haben. Zugriff von: http://int.gr-st1.bka.de/db_InTE-Z/ermittlungen_laufend/
Fall es ein fake-Referrer war: Denkt Euch was Neues aus!
Falls der Zugriff echt ist: Hören Sie auf, jugendgefährdendes Material öffentlich zugänglich ins Internet zu stellen!
cd
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]]>Der Trololo-Mann bei einem öffentlichen Auftritt in Deutschland:
Gefunden bei uiuiuiuiuiuiui.de.
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]]>So, eine weitere Woche ist rum und das wohl mit Abstand absurdeste Thema war die vermutete Währungsreform. Eine klassische Verschwörungstheorie, die durch das Internet ihre Blüten treibt…
Los ging der Spaß mit diversen Spekulationen auf hartgeld.com. Die Seite wahrheiten.org titelte daraufhin “Wenn ich heute wüsste, morgen ist mein Geld weg, dann würde ich…” , verlinkte auf hartgeld.com und sein Gerücht der baldigen Währungsreform und spielte Erklärbär, wie denn eine Währungsreform bzw. eine Rückkehr zur Deutschen Mark vonstatten gehen könnte. Die “Revolution 2010″, “Mensch, Ethik, Freiheit” und “SomethingToThinkAbout” setzten das Datum dafür bereits für den 10. Mai an und beriefen sich auf ein Video des Krisenmanagers Dr. Jörg Berninger. “Hinter den Kulissen” übernahm den Termin am 12.05. (
)Als nächstes stieg der Goldblogger mit ein “Währungsreform – Der Haircut kommt am Wochenende“), der in den letzten Tagen etliche weitere Artikel veröffentlichte, z.B. über die “Ankündigung” der Währungsreform durch Gregor Gysi am Freitagabend, die Mutmaßung, Angela Merkel könnte zurücktreten, weitere Beweise, dass es ab “Montag, den 17. Mai die D-Mark wieder geben wird“, um einen Tag später dann zu schreiben, dass man das Datum der Rückkehr zur D-Mark genausowenig nennen könne, wie Tag oder Stunde bei einem Sterbenden. Meine Lieblingsartikel der hochseriösen Seite sind jedoch der Bericht über ein Geheimvideo, das beweist, dass der polnische Präsident Kaczynski erschossen wurde und ein geheimnisvolles Massensterben in den USA, das durch genmanipuliertes Essen verursacht worden sein soll…
Zeit für den Geist bloggt noch am 12. Mai “9 Gründe gegen die ‘D-Mark 2‘” und Schnittpunkt 2010 fragt “Währungsreform – Fake oder nicht Fake?” Auch kommt das Gerücht auf, die Edelmetallbörse kitco.com verwende angeblich wieder die Deutsche Mark. Schnittpunkt 2010 titelt später “Währungsreform scheint fix zu sein“. Die “Deutschland Debatte” räumte dem Gerücht, dass eine Währungsreform am 15./16. Mai stattfinden sollte, eine “Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent” ein. Am 13. Mai nimmt auch” Alles Schall und Rauch” das Thema und bezieht sich unter anderem auf das Kitco-Gerücht. Am 14. Mai fragt auch der Residentenkurier “Kommt eine neue D-Mark am Wochenende?”
“Neues aus Hammelburg” vermutete, die Reform, sei von Gott persönlich verschoben worden, könne aber an Pfingsten oder Mariä Himmelfahrt durchgezogen werden.
Die “Kunddelbacke” diskutiert die Währungsrefom in “Währungsreform und Politiquatschplatsch” und “Video: Prof. Dr.Hankel – Der EURO-Kollaps 2010“. In letzterem sagt Prof. Hankel, die “PIGS” (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) sollten zur eigenen Landeswährung zurückkehren. “Analyse und Aktion” fragt heute “Kommt Währungsreform? Falls ja, wann?” und versucht, mit astrologischer Expertise, dem Problem Herr zu werden. Ich habe es nicht ganz gelesen, aber ich glaube, ich habe auch Jupiter als Transpiranten und bin chronisch Pleite…da muss ein Zusammenhang sein…”Zeit für den Geist” kommentierte am 15. Mai den “Internet-Hype um eine Währungsreform fern der Realität” und die Bündnisinitiative für Solidarität und bürgerliches Engagement mahnt zu “seriösem Bloggen“. Einen weiteren Überblick über das Thema findet man bei Aurisa.
Mir persönlich ist das alles völlig egal so lange auf Vulkanasche gegrilltes Gyros nicht teurer wird und Lena Meyer-Landrut keine weitere CD produziert…
cd
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]]>Der amerikanische Künstler Franco Mattes wollte vor kurzem folgendes herausfinden: Wie reagieren die Leute auf Chatroulette, wenn sie plötzlich einen Erhängten im Bild sehen?
Das Video mit den besten Reaktionen ist sowohl auf der Homepage des Künstlers wie auch hier zu sehen:
No Fun – Eva and Franco Mattes from Franco Mattes on Vimeo.
Der Künstler brüstet sich übrigens mit einem “Banned from Youtube”-Logo
cd
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]]>Nicht nur, dass wir immer noch vergeblich auf grüne Wiesen und Vollbeschäftigung warten, wie Helmut Kohl es uns einst versprach, jetzt ist die schwarz-gelbe Regierung auch noch dafür verantwortlich, dass wir Deutschen mehr für das iPad zahlen müssen, als andere Europäer. Nun ist das Maß voll! Ich rufe hiermit offen zum Protest am morgigen Wahlsonntag auf! Ungeeignete Atommüllager, Kindesmissbrauch durch Katholiken, Arbeitslosigkeit und zunehmender Rechtsextremismus sind ja alles noch Sachen, über die man sich nicht aufregen muss…aber fünfzehn Euro mehr für das iPad? Jetzt reichts…ich wähle morgen die Partei, die mir billige iPads für alle garantiert!
Apropos Walsonntag: Hier ein schönes Beispiel, wie so ein Walsonntag funktioniert. Ein großer Knall, alles ist versaut und man muss die Trümmer zusammenfegen.
cd
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]]>…zumindest suggeriert das die aktuelle Analyse der Statusmeldungen auf Facebook. Aus der semantischen Analyse dieser geht hervor, dass die Deutschen offensichtlich fröhlicher werden, was ihre Statusmeldungen angeht. Die Amis sind sowieso immer auf Prozac glücklich. Venezuela und Kolumbien allerdings sind tendenziell eher mies drauf…Krise, weil der aktuelle Nationaltrainer nicht kokst?
cd
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]]>Einerseits ziehe ich den Hut und verneige mich tief vor der Bildung von Thomas Rau vom Lehrerzimmer, andererseits stachelt mich das doch zum Versuch an, auch einmal Qualitätscontent zu produzieren. Das wäre aber nicht die ganze Welt des Wahnsinns hier, wenn ich nicht doch den Spagat zwischen Hochkultur und Irrsinn versuchen würde. Darum heute also eine alternative Interpretationsweise von Shakespeare’s Sonetten, die so garantiert nur selten im Englisch-LK vorkommt. Entwickelt hat diese alternative Sichtweise Prof. Dr. Frank Erik Pointner von der Universität Duisburg-Essen. Er habilitierte sich zu dem Thema “Bawdy and Soul. A Revaluation of Shakespeare’s Sonnets“. (240 Euro für ein gebrauchtes Exemplar ist ein Hammer…ich hab es damals noch mit Hörerschein bekommen
) Wer die Chance hat, ihn live zu diesem oder anderen Thema zu hören, sollte die Gelegenheit nutzen. Eine satte Mischung zwischen Genialität und Comedy…vor allem, wenn er zum Jahresende die Gitarre auspackt und die Studierenden eine phonetisch korrekte schottische Version von “Auld lang syne” (altes langes Schild) singen lässt
Zentrales Element von Pointners Argumentation ist die Tatsache, dass bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts heterosexuelle Lesarten der Beziehung zur “Dark Lady” in den Sonetten als die korrekte Lesart angesehen wurden, ging es aber um die Beziehungen zum “Young Boy” bzw. “Fair Youth”, so wollte plötzlich niemand mehr etwas von sexueller Konnotation diverser Begriffe wissen, da Shakespeare ja definitiv nicht schwul gewesen sein kann (kommt schon, er trug Strumpfhosen und hat Gedichte geschrieben, was ihn so heterosexuell wie Neil Patrick Harris erscheinen lässt) und schon gar nicht über homoerotische Themen geschrieben haben kann.
Pointner verfolgt nun den Grundsatz der einheitlichen Erklärung und folgert so notwendig, dass eine sexuelle Konnotation eines Begriffes in Sonett X, die gleiche Bedeutung auch im Sonett Y hat, ganz gleich, ob es dann in einem homoerotischen Kontext steht. Sehen wir uns dafür zunächst Sonett 80 einmal an (Pointner bezieht sich auf die originale Quarto-Ausgabe von 1609, ich nutze die von G. Blakemore Evans, die er mir damals empfahl. Alle Angaben beziehen sich also auf diese):
O how I faint when I of you do write,
Knowing a better spirit doth use your name,
And in the praise thereof spends all his might,
To make me tongue-tied speaking of your fame.
But since your worth (wide as the ocean is)
The humble as the proudest sail doth bear,
My saucy bark (inferior far to his)
On your broad main doth willfully appear.
Your shallowest help will hold me up afloat,
Whilst he upon your soundless deep doth ride,
Or (being wracked) I am a worthless boat,
He of tall building and of goodly pride.
Then if he thrive and I be cast away,
The worst was this: my love was my decay.
Schnell wird klar, dass nautische Metaphern sexuell konnotiert sind. Wann immer Shakespeare also von Seefahrt spricht, meint er Poppen. Die Frau, die er hier beschreibt, bezeichnet er in Sonett 137 als “the bay where all men ride” (Z. 6). Eine Bucht, wo alle Männer fahren…die Alte nahm es mit der Monogamie also nicht so genau…
Insofern erschließen sich also nun auch die anderen Metaphern, die auf “ihn” (den “Rival Poet”) bezogen sind. Das lyrische Ich (das natürlich keinesfalls Shakespeare selbst ist…keine Ahnung warum…aber ich habe es so erzählen müssen, um den Schein zu bekommen….) berichtet uns, der andere Kerl ist also “groß gebaut” und potent (pride, will, etc. sind als sexuelle Potenz konnotiert), während es selbst nur eine kleine Barke mit bescheidenem Segel hat, die der seinen “weit unterlegen” ist…die taucht aber trotzdem willig an ihrer Breitseite auf, da die geringste Hilfe der Dame ausreicht, um sie am Schwimmen zu halten (oder auch: hochzubekommen..). Alleine dieses Sonett ist immer ein Brüller im LK. In Sonett 144 heißt es außerdem “The better angel is a man right fair, the worser spirit a woman coloured ill.” Häßlich ist die Alte also auch noch…(vgl. Pointner 2003, S. 83) Schauen wir uns aber in diesem Kontext einmal das Sonett 20 an, das Pointner als zentralen Dreh- und Angelpunkt der “schwul oder nicht schwul, das ist hier die Frage”-Debatte nennt:
A woman’s face with Natures own hand painted
Hast thou, the master-mistress of my passion;
A woman’s gentle heart, but not acquainted
With shifting change, as is false women’s fashion;
An eye more bright than theirs, less false in rolling,
Gilding the object whereupon it gazeth;
A man in hue, all hues in his controlling,
Which steals men’s eyes and women’s souls amazeth.
And for a woman wert thou first created,
Till Nature as she wrought thee fell a-doting,
And by addition me of thee defeated,
By adding one thing to my purpose nothing.
But since she pricked thee out for women’s pleasure,
Mine be thy love, and thy love’s use their treasure.
Oha, was haben wir denn da? Ohne den gesamten Witz und die Logik Pointners Argumentation ganz vorwegzunehmen, nur ein paar Fragmente:
Der Junge ist also so hübsch, dass ihn nur Mutter Natur persönlich gezimmert haben kann und ist eben die “master-mistress”, die das lyrische Ich begehrt (sehr schöne Ambiguität in dem Begriff). Was das eine Ding ist, das die Natur hinzugefügt hat und für die das lyrische Ich keine Verwendung findet, können wir uns nun denken. Trotzdem scheint es erwähnenswert genug, dass es auftaucht. Nur mit dem Englischen sehr Vertraute wissen aber, dass in der damaligen Zeit andere Ausspracheregeln galten als heute und sich einige Wortbedeutungen ganz massiv geändert haben. Der Witz der Zeile ist: Was sich für uns, die wir modernes Englisch gelernt haben, nicht reimt (a-doting – nothing), reimte sich damals in der Tat. Phonetisch war es nämlich “a-doting – noting” ohne das charakteristische “th”…und dann hat der Poet das Ding, das die Natur dem jungen Manne gegeben hat, sehr wohl bemerkt…und zwar für seinen Zweck (seine Bedürfnisse). Wir erinnern uns: Zu Shakespeare’s Zeiten hätte ein offenes Outing sein gesellschaftliches Ende und eventuell auch seinen Tod durch Hinrichtung wegen Sodomie bedeutet. Nimmt man also tatsächlich homoerotische Tendenzen an, so stellt man fest, dass er den Zeilen auch immer eine direkte, “saubere” Alibilesart gegeben hat, also die Lesart, die wir heutzutage in der Schule lehren (müssen…).
Aber es geht noch weiter: Die nächste Zweideutigeit finden wir in dem Wort “acquainted”. Weiss man, dass “quaint” die altenglische Form von “cunt” (=Fotze, Muschi, etc.) ist, bekommt die Zeile zusammen mit der nächsten, in der man das “as” genau wie “ass” spricht, eine völlig neue und sehr schwule Bedeutung. Pointner macht es durch geänderte Interpunktion und Ersetzen der Wörter klar:
A woman’s genle heart – but not equipped with a cunt -
With shifting change. Ass is false women’s fashion!
Knapp erklärt: Er hat zwar das sanfte Herz einer Frau, aber -wie Monty Python es formulierten – er hat keine Mumu. Aber mit “shifting change” macht man es eben in der Art “falscher Frauen”, nämlich in den “ass”….und am Schluss folgt auch noch der Gruß an die Rivalinnen: Da die Natur ihn ja zur Freude der Frauen erschaffen hat, ist das Lyrische Ich derjenige, der ihn lieben darf, während seine (des Jungen) andere Liebchen eben an ihrer Schatzkiste spielen müssen…
So, nun lest die Sonette nochmal…Shakespeare wird nie wieder derselbe für Euch sein…
cd
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]]>Der Markenschutzes des Begriffes “Madonna” ist offensichtlich aufgrund seiner religiösen Konnotation sittenwiedrig…aha…aber Karel Gott darf weiter Platten verkaufen…
cd
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]]>Auf Carta wurde vor kurzem ein Artikel veröffentlich, den ich ziemlich gut finde, da er ein Phänomen des Web 2.0 sehr pointiert auf den Punkt bringt: Beziehungen, die so heißen, aber keine sind. Umair Haque sagt in seinem Artikel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation” folgendes:
“Zahlenmäßig haben wir dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen.”
Er vergleicht die beobachtbare zunahme flüchtiger Kontakte und “Freundschaften” zu Menschen, die man im Leben nie getroffen hat mit den faulen Krediten der Immobilienkrise. Ein sehr lesenswerter Artikel.
Pädagogisch-psychologisch lässt sich ein weiteres Phänomen damit in Verbindung bringen. Symptomatisch für einige Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter ist die gefühlte oder reale Ablehnung durch Peers und andere Menschen, die früher durch imaginäre Freundschaften kompensiert wurde. Die Betroffenen bildeten sich also entweder selbst -störungsbedingt- ein, dass z.B. der Bundeskanzler, der zufällig bei einer Wahlveranstaltung ihre Hand als eine von hunderten persönlich geschüttelt hat, ein Freund von ihnen sei. Entsprechende Geschichten wurden ausgeschmückt oder vollständig zusammenkonfabuliert. In der Web 2.0-Gesellschaft bekommt dieses Störungsbild eine ganz andere Form der Nahrung: Durch Twitter, Facebook etc. ist es nun realiter und nicht nur imaginär möglich, mit im Prinzip jeglicher Prominenten Persönlichkeit in einer Form direkter Verbindung zu stehen, die für Außenstehende durch Kontaktlisten beweisbar ist. Es ist somit deutlich intensiver möglich, als es früher durch Fanclubs der Fall war, derartige imaginäre Beziehungen zugunsten der Vermeidung echter sozialer Kontakte zu unterhalten. Ein Phänomen, das gerade bei sozialen Phobien gehäuft auftritt. Ich denke, diese Entwicklung ist mit der Schlüssel für die viel propagierte “Internetsucht” bei Jugendlichen. Es ist weniger die Pornographie, die eine Gefährdung darstellt, als mehr die tatsächliche Möglichkeit, Sozialität in der Nichtsozialität (also ein virtueller, aber durch inflationäre Benutzung des Freundschaftsbegriffes bei Facebook, StudiVZ, SchülerVZ und Co. sozialer Rahmen) zu erleben und so gar nicht den nötigen Leidensdruck aufzubauen, um eine Krankheitseinsicht bei den Betroffenen zu erzeugen. Ich denke, das wird irgendwann ein eigener Bereich der Soziologie und Psychologie werden….
cd
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]]>Es ist nicht zu glauben, mit welchen perfiden Methoden die Medien versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Als ich gestern durch Überruhr fuhr, wurde es mir schlagartig klar: Ich hatte den CDU-Kandidaten Manfred Kuhmichel schon einmal irgendwo gesehen…nur wo, das blieb mir im Dunkeln…heute Nacht wurde es mir schlagartig klar: RTL versucht, die Politik in Essen zu manipulieren! Manfred Kuhmichel ist in Wahrheit Peter Zwegat von “Raus aus den Schulden“! Hier der Beweis:
Verbreitet diesen Skandal, bevor Jörg Kachelmann Justizminister wird!
cd
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]]>Vor knapp zwei Jahren kam das Buch “Warum unsere Kinder Tyrannen werden” von Michael Winterhoff heraus. Kernthese war, dass Kinder durch die steigende Unsicherheit der aktuellen Elterngeneration immer mehr narzisstische Persönlichkeitsstrukturen entwickeln würden. Die Kinder, um die es damals ging, schlagen nun zurück: Der 17-jährige Lino Munaretto schrieb nun quasi das Gegenwerk: “Warum Kinder keinen Bock haben Tyrannen zu werden”. Das Buch gibt es entweder konventionell auf Papier oder direkt als Ebook bei beam ebooks.
cd
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]]>Der englische Lehrer, der vor einer Weile einen Schüler mit einem Gewicht aus einem Vorbereitungsraum fast totgeschlagen hat, ist bezüglich der Anklage auf versuchten Mord freigesprochen worden. Aufgrund seiner psychischen Erkrankung gelte er als unzurechnungsfähig. Das Gericht wolle eine Entscheidung finden, die ihm “bei seinen Problemen helfe”.
Lustig finde ich den letzten Satz: “Die Schule hat noch nicht entschieden, ob H. vom Dienst suspendiert wird.” Ahja…einen Schüler fast umzubringen ist also nicht notwendig ein Grund zur Suspendierung? Da gehts ja zu wie an der Odenwaldschule…
cd
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]]>Was passiert, wenn man Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn mit einer Frauenzeitschrift kreuzt? Ein soziales Netzwerk, das sich durch ellenlange Interviews auszeichnet. Das ganze nennt sich whohub.com und sieht recht lustig aus. Zumindest habe ich nun noch ein Profil, auf das ich verlinken kann und das niemanden interessiert…
Ich habe schon etliche Fragen beantwortet...zumindest besser als Stöckchen.
cd
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]]>..woran ich das erkenne? Ich lese gerade einen Tweet von BasicThinking, der sagt, dass die Computer des Bloggers Jason Chen, der bei Gizmodo den verlorenen iPhone-Prototypen vorgestellt hatte, per Durchsuchungsbefehl von der kalifornischen Polizei beschlagnahmt wurden. Und was fällt mir an den gescannten Dokumenten als erstes auf? Dass es in der letzten Zeile des ersten Absatzes “seizable” und nicht “sizeable” heißen muss…
cd
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]]>Der Jahrestag von Winnenden ist gelaufen und schon kehrt wieder Normalität im Lande ein. Naja…fast jedenfalls, eine Gruppe unerschütterlicher Idealisten hat immer noch das Patentrezept gegen Amokläufe. Schuld an allem sind ja vor allem die Waffen, die man im Prinzip an jedem Kiosk kaufen kann (zumindest im Norden von Essen, die Walther P99 Zollverein-Karnap Special Edition ist z.B. ein beliebtes Touristensouvenir aus der Kulturhauptstadt, genau wie Platten vom Vogelheim Hartreim Projekt). Die Grünen als Berufsaufgeregte Baumkuschler schreien natürlich am lautesten. Stein des Anstoßes: Die Waffenmesse in Sinsheim. Nach der “Schamfrist” wegen Tim Kretschmer hat nun zum ersten Mal wieder die Internationale Waffenbörse IWB stattgefunden. Der Veranstalter warb mit dem Slogan, die Messe sei “für die ganze Familie”. Daran störten sich die Grünen am meisten und verlangen das totale Verbot aller Waffenschauen. Ich denke, das Problem ist deutlich kleiner. Es liegt an dem Wort “für”…Waffen sind natürlich gegen die ganze Familie!
Eine ähnlich lahme Argumentationslinie verfolgt Mitch’s Weblog, das sich darüber aufregt, dass ehemalige Dienstwaffen der Polizei und anderer Behörden an Privatpersonen veräußert werden. Ich lasse die Argumentation für sich selbst sprechen:
“[...] Ein Rentner tötet drei Männer mit einer P3-Pistole. Der Bundesgrenzschutz hatte diese Waffe in den sechziger Jahren ausgemustert und verkauft. Noch Jahrzehnte später können solche Waffen töten, die Behörden in den freien Handel gaben…”
Ähm..ja…genau wie fabrikneue…habt Ihr Weltverbesserer echt nicht mehr drauf als “Wenn wir Waffen abschaffen, gibt es keine Gewalt mehr auf der Welt!” ?!…selbst der Pfeiffer hat doch mittlerweile verstanden, dass ich zur Not auch mit einem Quietscheentchen jemanden umbringen kann..
Aber wenigstens ist ja hinreichend bekannt, dass Killerspiele zu schweren Krankheiten führen…
cd
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]]>Ups…da rieche ich doch wieder eine Verschwörung…
Im Blog von Balrog lese ich vorhin über die junge Modebloggerin Tavi Gevinson, die mit 14 die stattliche Leserzahl von vier Millionen auf ihrem Blog “The Style Rookie” begrüßt hat. Der Chefin der “Vogue”, Anna Wintour stieß das sauer auf…Es heißt übrigens “jemandem das Fürchten LEHREN” nicht “LERNEN”
Surft man nun auf Gevinsons Adresse, bekommt man nur eine Fehlermeldung von blogger.com: “Dieses Blog wird aufgrund möglicher Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen von Blogger überprüft und ist nur für Autoren zugänglich.” Hmm…versucht man da jetzt über irgendeine Klausel im Kleingedruckten die unliebsame Konkurrentin loszuwerden? Einfach mal spekulieren….
EDIT 28.04.10: Das Blog ist wieder erreichbar.
cd
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]]>In einer schweizer Talkshow zog der Präsident des Islamischen Zentralrates der Schweiz (IZRS), also das schweizmuslimische Pendant zu Paolo Pinkel, Nicolas Blancho den Unmut der Geladenen auf sich. Stein des Anstoßes: Die Aussage, dass das Schlagen von Frauen zur Glaubensfreiheit gehöre.
Da die Schweiz sich als Vorbild der Multikulturalität erwiesen hat, finde ich als Ruhrpottler auch, dass die Weltkulturhauptstadt als Einwanderungsgesellschaft diese zwar randständige, aber durchaus nachvollziehbare These stützt, indem wir neben dem Weltfrauentag und dem Schnitzel-und-Blowjob-Tag auch einen Tag zur freien Verfügung über die eigene Ehefrau einführen. Gerne auch während des Frühstücks auf dem Ruhrschnellweg A40. Immer der gleiche Ärger…erst baut man ihnen Frauenhäuser und dann muss man sie noch dahin prügeln….
cd
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]]>…zumindest solche, die einen Prototypen des iPhone verlieren…
Die Lufthansa hat den Apple-Mitarbeiter Gray Powell zum Bier nach München eingeladen, da er die deutsche Kultur und deutsches Bier offensichtlich so mag…eher gutes Marketing oder einfach Salz in die offene Wunde?
cd
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]]>Wir hatten Alex Ring gewarnt. Er hat sich entschieden, Geheimnisse preiszugeben, die lieber im Verborgenen hätten bleiben sollen…
Wir werden Dich finden! Auch in Afghanistan! Wir haben alle Pharmaunternehmen, die unter unserer Kontrolle sind, angewiesen, ab sofort in alle Psychiatrien aller EU-Länder als Haloperidol getarnte Amphetamine zu verschicken! Es hat einen Grund, warum am Leverkusener Kreuz immer Stau ist! Eine Armee Wahnsinniger auf Speed ist auf dem Weg nach Afghanistan, um die rationale Welt zu unterwerfen…7 rote Streifen, 6 weiße Streifen, ein blaues Rechteck und fünfzig Sterne werden ihre Erkennungszeichen sein! Wir brauchen die Bundeslade nicht, wir haben den Rollstuhl von Wolfgang Schäuble!
An alle Agenten: Vater kommt nach Hause! Das Blog von Alex Ring war der 1337. Link! Dies ist der Beweis:
WIR SIND ANONYM! WIER SINT LEHGASTEENIKA!
cd
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]]>EDIT: Sorry, ich meinte natürlich Marek Hoffmann, nicht Marek Fuchs…das war ein Automatismus..
Meine Reaktion auf den Artikel über Constantin Film und die Ausschnitte aus “Der Untergang” auf BasicThinking scheint den Autor Marek Hoffmann verärgert zu haben. Da ich ja kürzlich noch über das Verstecken hinter Pseudonymen und Weglaufen vor Verantwortung für die eigenen Äußerungen vom Leder gezogen habe, stelle ich mich in einem eigenen Beitrag der Konfrontation:
Lieber Marek,
1. Ich habe den gesamten Artikel gelesen. Ob ich ihn verstanden habe, überlasse ich Deinem Urteil als Autor. Du könntest mir aber auch die ursprüngliche Intention nennen…
2. Gegenfrage: Hast Du meine Position zur Thematik im verlinkten Artikel “jedem das seine” gelesen und Verstanden? Falls ja, verwundert mich Deine Reaktion…war das Statement nicht transparent genug?
3. Zum eigentlichen Gegenstand: Wenn Du mich so fragst, sollte keiner mehr die Formulierung “dunkelstes Kapitel” verwenden, aus zweierlei Gründen:
A) Weil die Bezeichnung “dunkelstes Kapitel” eine relative Größe ist. Was erschreckend am Holocaust ist, ist nicht der Genozid an sich. Alle Nationen der Welt haben in dieser Hinsicht etwas auf dem Kerbholz. Was den Holocaust so erschreckend macht, ist auch nicht die reine Opferzahl. Es ist die kühle Technisierung der Massenvernichtung und die Ausbeutung ihrer Opfer…Topf&Söhne, Zyklon B, IG Farben usw., sowie die Tatsache, dass unter uns noch Zeitzeugen, sowohl auf Opfer- wie auf Täterseite leben. Es ist die Unbegreiflichkeit “wie Menschen soetwas tun” können. Auf die Psychologie des Holocaustes will ich hier nicht eingehen, das ist eine andere Diskussion (und ich schließe mich da Harald Welzer an, mit dem ich den gleichen Sachverhalt im KWI in Essen länger diskutiert habe). Was den Holocaust so urgewaltig erscheinen lässt, ist die Opferzahl..aber kann die Opferzahl alleine ausschlaggebend für das normative Kriterium “schlimm” sein? Als konsequentialistisches Argument würde ich das verneinen. Waren dann die russischen Gulags schlimmer als Auschwitz, weil Stalin mehr Menschen hat sterben lassen als Hitler? War der systematische Mord an “Wilden” in den Zeiten der Kolonialisierung dann weniger schlimm, weil man die Menschen im Kapf getötet hat und nicht in Gaskammern? War das Verdrängen der “Indianer” in den heutigen USA weniger schlimm als die Ghettos des dritten Reiches, weil man den Indianern das Land ja “abgekauft” hatte? Waren die öffentlichen Hexenvebrennungen im Mittelalter im Namen eines Gottes weniger schlimm, als das wahllose öffentliche Erschießen oder Aufhängen Andersdenkender und “Undeutscher”, mit einem Schild “Ich bin ein Vaterlandsverräter” und dergleichen, durch SA und SS, weil es weniger tote Hexen als tote Kommunisten gab? China und Tibet kommentiere ich nicht weiter. Ich denke, Masse und Modus dürfen aus ethischer Sicht kein Kriterium sein. Aus ethischer Sicht sind zehn Tote aus politischen Motiven einer Million Toten gleichwertig, also die Taten gleich “schlimm” oder “dunkel”. Eine hohe Opferzahl mag erschreckender sein, in der Natur der Sache aber bleiben die Taten gleich. Zahlen sind nur für Politiker, die zwischen “bewaffneter Konflikt” und “Krieg” unterscheiden müssen…die OSZE legt exakte Zahlen fest, wann welcher Begriff zu verwenden ist. Letztendlich habe ich zu der Sache das gleiche Verhältnis zu “jedem das seine”. Es muss irgendwann einfach mal gut sein. Den Katholiken halten nur noch Leute, denen die Argumente ausgehen, die Kreuzzüge vor, den Amis rechnet keiner mehr auf, dass das ganze Land auf dem Blut der Ureinwohner gebaut ist, die Portugiesen, Spanier und Engländer lassen wir auch mit den alten Geschichten in Ruhe…selbst den Iren erzählt keiner mehr, was er von Belfast und IRA hält…wenn mir jemand “unsere” Geschichte vorhalten will, der wende sich bitte an meinen Großvater und frag ihn, warum er die schwarze Uniform mit dem Totenkopf getragen hat…der lebt noch…ich bin Jahrgang 1978, das ist nicht “meine”, sondern “Eure” (die Kriegsgeneration ist gemeint) Geschichte. Die 68er haben lange genug untersucht, die letzten Kriegsverbrecher sind im Greisenalter und nicht mehr haftfähig, nun muss es doch langsam gut sein…zumindest mit normativ konnotierten Begriffen wie “Kollektivschuld” oder eben “dunkelstes Kapitel deutscher Geschichte”…das ist eine plakativ-wertende Bezeichnung, totgeritten durch die Knoppisierung der Geschichte und vorgetäuschtes “wir”-Gefühl, in einem Land, in dem es schon lange kein durch den Begriff suggeriertes generationenübergreifendes “wir” mehr gibt…ich würde mir für meine und kommende Generationen eher entweder die britische Art des Umganges damit wünschen, nämlich gesellschaftsübergreifend über den Schicklgruber zu lachen, oder es wie das behandeln was es ist, ein Gegenstand von vielen in einem Geschichtsbuch…
Um es noch weiter zu differenzieren (ich sehe vor meinem Geistigen Auge schon den ersten “Holocaustleugner”-Kommentar): Ich finde es dort angebracht, wo noch Zeitzeugen sind. Die härtesten Judenwitze habe ich von einem alten Rabbi in Schottland gehört, nachdem er erfahren hatte, dass ich der deutsche Fremdsprachenassistent bin…im Imperial War Museum in London gibt es eine Ausstellung zum Thema Holocaust. Ich war als Deutscher natürlich skeptisch, eine Ausstellung zu dem Thema in England zu besuchen, aber das war im Nachhinein eine der akribischsten und gleichzeitig wertneutralsten Ausstellungen, die ich dazu je gesehen habe. Kein Wort von “gut” oder “böse”, nur Fakten…Filmausschnitte, die Rede vom Totalen Krieg von Joseph Goebbels, ein Berg Schuhe und Haare, ein Eisenbahnwaggon etc. mit rein deskriptiven Beschreibungen….wenn eine derNationen, die in unserem Bombenhagel gelegen haben, das hinbekommen, wird es auch für uns langsam Zeit…Warum ich diese Ausstellung erwähne? Eine jüdische Familie hatte ihren alten Großvater in die Ausstellung begleitet…vor dem Schaukasten mit Kleidung, die den Judenstern zeigte, hielt er inne…ich stand so zwei Meter schräg neben ihm…da schaut er mich an und fragt -mit deutschem(!) Akzent “Can you imagine a greater stigma?”…ich habe genickt und ihm meinen deutschen Personalausweis gezeigt…er sah mich mit großen traurigen Augen an, lächelte dann aber und nickte ein paar Mal…
Für den alten Mann hätte ich die Kollektivschuld gerne als Projektionsobjekt auf mich genommen…hätte er mir aus dem Stand eine vors Maul gehauen, ich hätte mich nicht gewehrt…aber nur ER hätte das gedurft…nicht sein Sohn und nicht sein Enkel…genau wie ich tiefes Verständnis für den bösen Blick der alten Veteranen auf meiner Normandiereise hatte, wenn sie hörten, dass ich Deutsch sprach…hätten die mir mit ihrem rostigen Stahlhelm eins über den Schädel gezogen, das wäre okay gewesen…aber auch deren Söhne und Enkel hätten das nicht gedurft…das sind für mich zwei Paar Schuhe…
B) Weil ich noch die “alte Schule” der Journaille mag, in der es nicht um pointiert-stellungsbeziehende Artikel, sondern um Neutralität des Autors geht. Gut, das ist mittlerweile ein nicht mehr vorkommendes Idealbild, aber immer noch mein persönlicher Leitsatz in der Redigierung beruflich verfasster Texte. Hättest Du in einem Privatblog die Formulierung verwendet, hätte ich die vermutlich mit “jaja” überlesen…bei einem Berufsschreiber eines sehr breit gelesenen öffentlichen Mediums wie BasicThinking hätte ich, gerade weil es sich um ein Technik- bzw. Internet-/New Media-Blog handelt, eine neutrale Formulierung wie “ein Film, der sich mit dem Ende des Dritten Reiches” oder “mit den letzten Stunden Adolf Hitlers befasst” erwartet, anstatt einer Focus-mäßigen Platitüde…daher mein Kommentar. Aber, Dein Blog, Deine Schreibe, Deine Regeln…es war nicht als Affront gemeint, sondern nur als Ausdruck der Irritation…
BasicThinking bleibt im RSS-Abo…auch mit gekürzten Artikeln
cd
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]]>Ohje, ein klein wenig Volksgewissen sei meiner Generation ja noch zugestanden, aber es muss doch nicht immer die schuldtriefende Tränendrüse sein…ich stehe doch selbst zur Geschichte, indem ich den Briten und Amerikanern noch Wasser auf ihre Mühlen gebe, einfach, weil es eine schöne Tradition ist, dass alle Welt beim Wort “Deutschland” an die besten Autos und die schlechtesten Emofrisuren denkt…aber wenn sogar BasicThinking in der Meldung, dass Constantin Film genug von Clips á la “Hitler gets banned from XBOX Live” hat und diese wegen Copyrightverletzung nun löschen lässt, vom “dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte” jammert, sage ich nur das gleiche, was ich auch zu “jedem das seine” sage…
Außerdem ist die Aussage so pauschal gar nicht mehr zu treffen…der Westerwelle ist noch verdammt lange Außenminister…
cd
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]]>Wer schon immer mal wissen wollte, was der amerikanische Präsident mit ins Bett nimmt: Natürlich die 2000 Fotos, die Nacktscanner gemacht haben, obwohl Nacktscanner “baurtbedingt keine Fotos machen können”.
Gefunden in Fefes Blog…
cd
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]]>Ich habe mich entschieden, die Idee von buchstäblich zu klauen und sporadisch die kuriosesten Suchanfragen zu veröffentlichen
Heute nun die erste Folge:
“abeer leher”
Wurde von Google auf “beer” gematcht. Vermutlich der Name von jemandem, dessen Eltern Legastheniker waren.
“adolf hitler facebook”
Gibts nur als Fake, der echte Hitler ist nur im FührerVZ
“angela merkel ist he-man”
Nein, das sind wirklich Brüste, keine Muskeln!
“ausgeleierte scheide nach geburt”
Hoffentlich sind Sie nicht verheiratet…ansonsten würde ich ab jetzt den Einzelverbindungsnachweis monatlich akribisch prüfen…
“bdsm internaat”
Siehe: Odenwaldschule, es werden aber nur Legastheniker gequält…
“engländer haben kleine pimmel”
Ja…aber der Bartwuchs der Engländerinnen ist dem unseren haushoch überlegen…
“eric harris psychopath”
Nur weil er in seiner Schule wild um sich geschossen hat? Das finde ich doch etwas vorschnell geurteilt…
“flugzeugabsturz live”
Hmm..nach Russland fahren und die Daumen drücken…
“gaddafi türkei”
fast..es ist das andere arabische Land…
“german government structure”
I wouldn’t go so far as to call it “structure”…
“google translter”
Zwei Punkte unter “Google Rehtschribprufung”
“hauptschule haaren”
Das Haaren von Hauptschülern ist ein fast rein westliches Phänomen…die Hauptschüler im Osten haben meist eine Glatze…
“kopfschuss tattoo”
Im Prinzip ja. Das Tattoo ist deutlich weniger schmerzhaft, wenn man den Kopfschuss zuerst macht.
“michael jackson kinderfotos”
Würde das Internet sprengen…er hat einfach zu viele gemacht
“piercing schläfe”
Siehe: klar, frag mal bei Carl Walther, dem Spezialisten für Schläfenlochstechen
“raucht stefan raab”
Nur im Islandurlaub
“richard dawking”
Nein, der heißt Steven Hawkins!
“rtl farma”
DU bist die Zielgruppe…
“sex mit lehrern”
Igitt! Ist das krank! Ich würde nie Sex mit einem Lehrer haben…
“sinnlos auf englisch”
= “Tony Blair”
“veganer witze”
Es gibt Sachen, die sind einfach nicht mehr lustig…
“westerwelle bbc”
Hmm…meint der jetzt den Fernsehsender…oder…hmmm…..ich bin sicher, er mag beides…
“westerwelle homosexuell”
Was? NEIN! Der Reichspropagandaminister ist auf keinen Fall homosexuell! Merkel ist wirklich eine Frau!
“world of warcraft crash”
Spielt man das jetzt auch in Polen?
“youporn ersties”
Nur wenn ich die Einführungsvorlesung halte…
“zurschaustellung”
Gibt beim ersten Mal eine Bewährungsstrafe…
“zäpfchen geben”
Einfach runterschlucken…schmecken recht übel…aber was soll man sonst machen? In den Hintern schieben?
So, neute Liste nächsten Monat…
cd
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]]>Der deutsche Starregisseur Wolfgang Petersen will den Tod von Lech Kaczinski verfilmen. Nachdem bereits das Remake des Katastrophenfilms “Poseidon Inferno” (deutsch: Die Höllenfahrt der Poseidon) erfolgreich war, will er nun einen neuen Teil der in den 70er und 80er Jahren so populären “Airport“-Reihe drehen. Nach “Aiport”, “Airport 75: Giganten am Himmel“, “Airport 77: Verschollen im Bermuda-Dreieck” und “Airport 79: Die Concorde” (In Deutschland “Airport 80: Die Concorde”) folgt nun “Airport 2010: Die Tupolew”. Die Handlung: Der ehemalige KZ-Aufseher John D. (Ernest Borgnine) lebt unter falschem Namen (“Georg Wilhelm Busch”) unerkannt in den USA. Er wird von seinem Nachbarn (Tom Cruise) durch übersinnliche Kräfte enttarnt (eine Anspielung auf den Kassenschlager “Kampf der Thetanen” mit Cruise und John Travolta in den Hauptrollen) und soll erst hingerichtet, und dann nach Deutschland ausgewiesen werden. In einem unbeobachteten Moment tötet er seine drogenabhängige Frau (Amy Winehouse) in der Familienzusammenführungszelle und flieht zusammen mit der Mitgefangenen “Papillona” (Natascha Kampusch) von der Gefängnisinsel Guantanacatraz. Sie besorgen sich Waffen von dem farbigen muslimischen Crackdealer Obama bin Barack (Eddie Murphy) und entführen zwei Flugzeuge vom New Yorker John F. Kennedy Airport. Papillona macht dabei einen schweren Fehler. Sie schiesst versehentlich auf den Piloten (Muhammed Scheuer-Millch). Ein Arzt (Hugh Laurie) ist zwar an Bord, dieser spritzt dem Captain aber versehentlich eine Überdosis Propofol, woraufhin die Maschine in das World Trace Center stürzt. John D. aber kapert erfolgreich die Maschine des polnischen Präsidenten (Jaroslaw Kaczynski) und zwingt die Piloten (Bud Spencer und Terence Hill), ihn nach Stalingrad zu fliegen, damit er beim Russischen Präsidenten (Bob Hoskins) Asyl beantragen kann. Die deutsche Bundeskanzlerin (Hella von Sinnen) schickt sofort, ein Geschwader an Eurofightern, um die Maschine abzufangen, muss aber feststellen, dass die Kampfflugzeuge noch gar nicht geliefert wurden. Ihre einzige Chance: der Staatsgefangene Matthias Rust (Ingolf Lück). Er soll auf dem Roten Platz landen und den russischen Präsidenten warnen. Währenddessen bricht eine Gruppe radikaler Palästinenser unter der Führung eines desertierten Generals (Uri Geller) in das Atommüllager Gorleben ein und stiehlt mehrere Tonnen waffenfähiges Plutonium. Zwei zu Scientology konvertierte Physikprofessoren (Joachim Bublath, Jean Pütz) bauen ihnen nach detaillierten Plänen eine Atombombe, mit der die griechische Regierung um mehrere Milliarden erpresst werden soll. Nachdem das Unterfangen wegen eines Umweltaktivisten in der Gruppe (Peter Lustig) scheitert, entsorgen sie die Bombe heimlich in einem Vulkan auf Island. Das stellt sich im Nachhinein als großer Fehler heraus: Der Vulkan bricht aus! Die Explosion ist so gewaltig, dass sie im kilometerweit entfernten Deutschland die Tür eines fahrenden ICE heraussprengt und bis nach Russland schleudert. Die Tür trifft die Maschine von Matthias Rust, die daraufhin mit der Maschine des polnischen Präsidenten kollidiert. Beide Maschinen stürzen in einen Wald bei Smolensk. Rust wird bei dem Absturz getötet, lediglich der Präsident und John D. überleben. Sie sprechen sich inmitten der Wrackteile aus und der polnische Präsident verspricht, John D. bei seinem Asylantrag zu helfen. Während sie Hand in Hand von der Absturzstelle fortschlendern werden sie aber von einem sehbehinderten Jäger (Sean Connery) für Elche gehalten und erschossen.
Der Film soll noch 2010 in die Kinos kommen.
cd
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]]>Hawthorne vom “erwachen”-Blog schrieb einen Kommentar zu “Ist die Aschewolke nun gefährlich oder nicht?“. Meine Antwort wird lang genug, um einen eigenen Blogeintrag zu schreiben…
Das Verhalten der Flugzeugmanager wird in meinen Augen immer verantwortungsloser. Gerade lese in Spiegel online den Artikel “Luftfahrtverband wütet gegen Europas Regierungen”. Ist es denn wirklich so weit, dass das Geld alles bestimmt. Was macht es denn aus, dann die Leute lieber einen Tag später heimfliegen. Die Flugzeugmanager verdienen doch genug Geld. Das wird immer bedenklicher.
1. Es war schon immer so, dass Geld alles bestimmt. Wer etwas anderes behauptet, ist für mich ein unverbesserlicher Idealist.
2. Was es ausmacht? Millionenbeträge. Die Fluggesellschaften müssen allen (!) Passagieren in Europa (wenn es eine große internationale Airline wie die Lufthansa ist) Übernachtung und/oder Alternativtransport zahlen, plus Verpflegung etc. denn als Passagier trete ich erstmal der Fluggesellschaft in den Hintern. Verpasse ich einen Kundentermin, mache ich die Gesellschaft auch für Verdiensausfall haftbar und verlange mein Ausfallhonorar von denen. Platzt der gesamte Vertrag, kann ich die Airline auf mindestens 50% des Vertragswertes verklagen. Und ich werde sicher nicht der einzige Geschäftsreisende sein. Für Cargo gilt das gleiche. Habe ich als Händler Ausfälle, weil meine Ware nicht ankommt, zerre ich die Gesellschaft vor den Kadi. Die Lufthansa und andere haben nur eine einzige Chance: Entweder zu erreichen, dass das Flugverbot sich als Fehlentscheidung herausstellt, damit sie den Schaden auf die Verursacher abwälzen können, oder aber, dass eine tatsächliche Gefahr für den Luftverkehr unmittelbar nachgewiesen und das Flugverbot für rechtens erklärt wird, denn dann fällt es unter “höhere Gewalt” und dafür steht im Kleingedruckten eines jeden Tickets eine Ausnahmeklausel – die Airline ist bei offizieller höherer Gewalt praktisch unangreifbar. Darum schreien die, nicht um ihre Passagiere zu schützen.
cd
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]]>Dass die Lufthansa die Aschewolke nicht so gefährlich findet, wie die britischen Forscher, ist spätestens nach den Testflügen klar. Aber auch bei der Gesundheitsgefahr ist man sich offensichtlich nicht wirklich einig:
Beruft sich der Focus noch auf die WHO, die vor der Gefährlichkeit der Asche gewarnt hat, sieht der SWR das locker und spricht von “keiner Gefahr für Menschen“. Die SÜDDEUTSCHE sagt, die Asche sei “weniger gefährlich als Autoabgase” während der MERKUR ONLINE wieder die WHO zitiert. der Kölner Stadtanzeiger titelt “Aschewolke kann Gesundheitsprobleme bringen.”
bgland24.de gibt sich neutral: Experten uneins über Gesundheitsrisiko durch Vulkanasche
Die wichtigste Frage bleibt: Werden die homöopathischen Aschekapseln nun verboten?
cd
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]]>Diesmal hat die Märkische Allgemeine gepatzt. Sie titelt heute: “Gestürzter Präsident Bakijew angeblich in Moskau“.
Richtig muss es heißen:
“Abgestürzter Präsident Kaczinski definitiv in Warschau”
cd
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]]>Hatte ich den nicht gestern noch erwähnt? Der Hobbyhistoriker Williamson muss wegen Volksverhetzung 12.000 Euro zahlen. Dazu wurde er nun in Deutschland verurteilt. Das kuriose: Die Holocaustleugnung wurde so gar nicht in Deutschland ausgestrahlt, sondern nur in Schweden. Das war aber offensichtlich ausreichend für eine Verurteilung…manchmal klappt der EU-Scheiss ja doch
cd
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]]>Ein blindes Huhn fliegt auch mal vor ein Getreidesilo…
So ist es heute beim Schulspiegel…ein sehr gutes Interview mit dem Erziehungswissenschaftler und Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann.
Er bringt das Problem aktuell Pubertierender auf einen ziemlich guten Punkt:
“Die Jugendlichen entwickeln ein sehr unrealistisches Ich-Ideal, weil es ihnen an Erfahrungen fehlt. Es speist sich vor allem aus Tagträumen und fiktionalen Glücksvorstellungen. Überall schweben ihnen Medienbilder vor Augen, die zum Nachahmen auffordern. In meiner Beratungspraxis erlebe ich oft, wie verzweifelt sie versuchen, diesen Idealen gerecht zu werden.”
und weiter:
“Ihr Ich-Ideal löst sich von der Realität, es spaltet sich ab. Sie imaginieren sich als großartig, gehen aber jeder Probe aus dem Weg. Diese Kinder sind völlig verzweifelt, wenn sie eine Fünf in Mathe haben, aber nichts auf der Welt kann sie dazu bringen, sich auf die nächste Arbeit vorzubereiten. Sie wollen sich dem Realen nicht stellen, das Ich-Ideal wäre dann gefährdet. Und das ist neu.”
Zu den Begriffen “Imaginäres”, “Reales”, “Phantasma” und “Ich-Ideal” bitte bei Jacques Lacan nachschauen. Besonders empfehle ich seinen Grundlagentext “Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion”. Wer es schafft, bitte im Original. Das Deutsche ist wie immer ungeeignet, weil es weder zwischen “I” und “Me” (Mead) differenziert, noch zwischen “je” und “moi” (Lacan)…das ist immer beides “ich” und führt zu Verwirrung..
cd
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]]>Da platzt mir doch der Arsch…es ist noch nicht so lange her, da gab es Wirbel um einen Haufen kirchlicher Pseudowissenschaftler, die behaupteten Homosexualität sei heilbar und wollten zu dem Thema eine Tagung an der Universität Marburg halten.
Nun lese ich auf Nerdcore den Artikel “Kardinal Tarcisio Bertone Bertone shits in your face!”, eine Reaktion auf den Telepolis-Artikel “Hoher Vatikanvertreter erklärt Homosexualität zur Ursache für Missbrauchsfälle”.
Nehmen die jetzt alle Drogen? Erst werden die Beatles begnadigt und nun wieder so ein Rückschritt. Bertone sehe “keinen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie”, aber sehr wohl “einen Zusammenhang zwischen Homosexualiät und Pädophilie”. Er stützt dies auf “erst kürzlich bestätigte Aussagen von Psychologen” und sagt: “Das ist die Wahrheit und das ist das Problem.” Diese Argumentation kommt mir von der Organisation, bei der Joseph Ratzinger kurz beschäftigt war, bevor er bei den Katholiken anfing irgendwie bekannt vor…könnte Obersturmbannführer Ratzinger jetzt bitte Dr. Mengele suspendieren?
cd
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]]>Nachdem die erste Welle des Entsetzens über die Datenschutzpolitik von Facebook langsam wieder abebbt, macht nun ein neuer Aufreger die Runde, der sowohl kommerzielle Plattformen wie auch private Blogs betrifft. Einige Medien gehen dazu über, Kommentare nur noch mit Klarnamen versehen zuzulassen (New York Times: News Sites Rethink Anonymous Online Comments).
Zur Facebook-Geschichte habe ich nicht viel zu sagen. Ich fahre weiter meine Philosophie, dass ich etwas, von dem ich nicht will, dass es bekannt wird, gar nicht erst ins Netz stelle…alle User, die ihre privaten Daten nun im ganzen Internet verteilt finden, haben sie schließlich selber dort eingegeben…nun kann man entweder seinen Account löschen und beten, dass die Daten in 10 Jahren nur noch schwer in den Archiven zu finden sind, oder die Sache einfach ignorieren. Selber schuld, hört auf zu jammern…Google ist nicht die Heilsarmee…
Mit den Pseudonymen sehe ich das etwas anders. Ich kann nachvollziehen, dass viele Seitenbetreiber die Schnauze voll von Trollen haben, die sich hinter ihren Pseudonymen verstecken. Zwar kann man als Admin die Kommentare immer wieder löschen bzw. gar nicht erst freigeben, aber ab einer gewissen Anzahl ist das nicht mehr ohne unverhältnismäßigen Aufwand machbar. Das gleiche denke ich auch vielfach über Blogger, die dick auftragen und Gott und der Welt ans Bein pinkeln, aber mangels Impressum und Realnamen unantastbar für Kritik bleiben. Was soll der Blödsinn? Ich haue hier auch recht ordentlich auf die Kacke, habe aber einen Impressum mit meinem vollen Namen und auch keine kaschierte Domain. Die Emailadresse ist auch klar einsehbar und ich moderiere auch keine negativen Kommentare weg. Ich stehe zu meiner Meinung mit meinem Namen und bin für alle greifbar, die das kritisieren wollen. Wenn ich hier über geschändete Kinder oder abgestürzte Polen Witze mache, darf ich hinterher nicht heulen, wenn ich Gegenwind bekomme, genauso wie ich keinem Schüler böse sein kann, dem es missfällt, wenn ich morgens im Kurs wortlos “Leaving on a Jetplane” auf dem Schul-Ghettoblaster anmache…die meisten haben es sofort als Schweigeminute für Kaczinski erkannt…und lehne ich mich hier so weit aus dem Fenster, dass ich rausfalle und auf die Schnauze fliege, muss ich das anerkennen und darf dann nicht beleidigt Kommentare löschen…
Die Kultur des Sich-hinter-Pseudonymen-Versteckens muss endlich aufhören…zwar verstehe ich, dass Pseudonyme zur Erschaffung einer fiktiven Person, die realiter aus mehreren Personen besteht, zweckmäßig sein können oder einem künstlerischen Zweck dienen. Letztlich bleibt nach meinem Verständnis aber der Blogger für sich V.i.S.d.P. und auch seine Kommentare, die er anderswo loslässt sollten meiner Meinung nach einer Person eindeutig zuordbar sein…andere unter falschem Namen und am besten noch mit Anonymizer-Proxy beleidigen und sich dann verziehen…Kindergarten…brauchen wir nicht. Leute, steht zu Eurer Meinung oder spart Euch, sie anderen kundzutun…
Christian Droßmann
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]]>Die Leichenstarre des polnischen Präsidenten ist noch nicht wieder abgeklungen, da ranken sich schon die wüstesten Geschichten um die Todesumstände. Dann will ich auch mal ein bißchen spekulieren. Das Blog “Verhaltensoriginell” legt ja schon gut vor: “Und die Verschwörungsmaschine brummt schon”
1.Ich bin mir sicher, dass es mehrere Zeugen gibt, die ein zweites Flugzeug gesehen haben
2. Gefährliche Computerspiele sind mit Schuld am Tod der Passagiere. Die an Bord befindlichen Militärs waren alle mit dem Killerspiel “Wolfenstein 3d” ausgebildet worden, die Piloten am “Flight Simulator 4“. Die Ausbildung dauerte 22 Jahre, da für alle Rekruten nur ein Computer zur Verfügung stand.
3. In Tschetschenien wurden Moslems gesichtet
4. Die Rückrufaktion des Herstellers Tupolew kam zu spät. Tupolew stelle 1969 fest, dass der Kaugummi, der die Tragflächen am Rumpf hält, unter bestimmten Bedingungen brüchig werden kann und schickte bereits 1971 einen Brief an die polnische Regierung. Zwar kam der Brief bereits 2009 an, die polnische Übersetzung war aber erst fertig, nachdem die Maschine bereits gestartet war…
5. Warum ist der offizielle NATO-Codename der TU-154 “Careless” und nicht “Useless” wie ursprünglich vorgeschlagen? Hatte das amerikanische Militär seine Finger mit im Spiel?
6. Sind Kaczinski und die anderen Passagiere der Maschine wirklich die ersten Polen, die auf dem Weg nach Russland umgekommen sind, wie der KGB FSB behauptet?
Weitere Informationen dazu auf megatreff.at
cd
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]]>Da ich ja tendenziell in letzter Zeit eher unpädagogische Themen blogge, trenne ich das nun wenigstens etwas besser ab…unter “Geballter Wahnsinn” also in Zukunft in schneller Folge alles, was sonst in keine Kategorie passt.
Heute also abseits von Mixa, Kinderschändern und Gewalt ein anderes Lieblingsthema von mir: Die Obsession um Hitler
Ich mache keinen Hehl daraus, britophil zu sein -als Anglist mehr Religion als Meinung- und bewundere besonders die Fähigkeit der englischen Medien, bei fast jedem Bericht über Deutschland einen mehr oder weniger ausgeleierten Bezug zu Hitler oder den Nazis herzustellen. Als Abschiedsgruß an Manchester United mit dem Segen von Johannes Heesters zum Ende dieser Woche also das Motto: Mehr Hitler!
1. Das Hitlerblog der TAZ
Die TAZ unterhält seit langer Zeit ein Blog, das sämtliche wie auch immer geartete mediale Kuriositäten rund um Adolf Hitler sammelt. Sie haben ein großes Ziel: “Die endgültige Zerstörung des Mythos Hitler – das ist die Aufgabe des Hitler-Blogs.” http://blogs.taz.de/hitlerblog/
2. Godwins Gesetz
Nach Mike Godwin benannt, beschreibt es analog zu Murphys Gesetz das viel beobachtete Phänomen, dass in längeren erhitzten Diskussionen im Internet immer irgendjemand irgendwann die Hitler-Keule auspackt. Es lautet:
„Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Hitler oder den Nazis dem Wert Eins an.“
3. Hitlers Geburtsurkunde
Es handelt sich um die Geburtsurkunde des kleinen Adolf Hitler, der zum Geburtstag keinen Kuchen bekam. Noch bizarrer wird die Geschichte, wenn man bemerkt, dass der Vorname des Vaters “Isidore” ist…
4. Hitler war Fußballtrainer
Wer sonst in England, als die für seriösen Qualitätsjournalismus bekannte “SUN” könnte wohl eine Umfrage zu Adolf Hitler durchführen? Ende 2009 ermittelte sie, dass eines von zwanzig britischen Schulkindern denke, Hitler sei ein deutscher Fußballtrainer gewesen…immerhin wissen die Schotten wenigstens, dass der Schrumpfgermane Berti Vogts hieß…
5. Donald, der Hitlerjunge
Schon vielerorts gezeigt, aber immer wieder gerne gesehen ist Walt Disney’s Propagandafilm “Der Führer’s Face” mit Donald Duck als Hitlerjunge…wer hätte gedacht, dass selbst Zeichentrickfiguren eine braune Vergangenheit haben? Johannes B. Kerner hat direkt nachgehakt…
6. Christenpropaganda – Vom Hakenkreuz zum amerikanischen Traum
Wem Donald Duck mit Hakenkreuzbinde zu Marschmusik noch nicht abgedreht genug ist, der findet vielleicht seine Geschmacksgrenzen beim Propagandacomic “Hansi, the girl who loved the swastika” von SPIRE CHRISTIAN COMICS erreicht. Die -natürlich völlig glaubwürdige- Geschichte eines blonden, blauäugigen Mädchen aus Deutschland, das das strenggläubige Elternhaus verlässt, um dem Führer zu folgen. Über Umwege wird es natürlich von guten amerikanischen Soldaten gerettet, um in den USA den amerikanischen Traum zu leben und zurück zu Gott und der Bibel zu finden…ganz harter Stoff…
7. Saufen bis der Führer kommt – Die Hitler-Bar in Korea
Sie wurde nach Protesten umbenannt, aber es gab sie wirklich die “Adolf Hitler Techno Bar & Cocktail Show”. Damit aber nicht genug. Das Blog “Who sucks?” sammelte weitere Beispiele im Eintrag “Dining with Hitler in Asia”…beispielsweise das “Hitler’s Cross” in der Nähe von Mumbai…
8. Der Daily Star mag unsere FuSSballtrikots
Alt, aber der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass die schwarzen Ausweichtrikots der Nationalmannschaft natürlich als Anspielung auf die Schwarzhemden der SS gemeint waren…
So, Führerscheinprüfung bestanden…
EDIT: Einer geht noch:
9. Reden wie der Führer
Den Vogel schießt eindeutig der Hitlerizer 1.0. ab…
cd
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]]>Der in die Schlagzeilen geratene Bischof Mixa wehrt sich gegen die Vorwürfe, Kinder mit dem Rohrstock verprügelt zu haben. Als gläubiger Katholik hätte er lediglich den Kindern als Drohung bei Ungehorsam sein Rohr gezeigt…
cd
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]]>Hach, es tut gleich weniger weh, dass der Sieg über England von zwei Holländern abhing:
Laut den BBC News gibt es vorsichtige Kritik an der Praxis der britischen Armee, auf einem Schießplatz im Norden Yorkshires Zielübungen auf Modelle von Moscheen zu veranstalten…
Die Armee sagt hingegen, man habe nur auf Feedback aus Afghanistan reagiert, um die Umgebung im Zielgebiet möglichst naturgetreu nachzustellen…ja…sicher…
cd
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]]>Es ist schon traurig…nachdem wir selbst mit den Spitzensportlern Robert Steinhäuser und Tim Kretschmer nur den dritten und den fünften Platz im 5000m Amoklauf der Herren nach Hause bringen konnten, belegt Deutschland nun erneut nur einen mageren dritten Platz…
Sieger der Onlinepäderastenmeisterschaft sind die USA mit 916 Seiten auf der Sperrliste der dänischen Behörden, zweiter wurde Kanada mit 13 Seiten…der dritte Platz geht an Deutschland mit 11 Seiten in der staatlichen Blacklist.
Der ehemalige Sieger der Kellerkindolympiade 1995 aus Belgien, Marc Dutroux, liegt mit nur zwei Seiten weit hinten…
Als Grund für das magere Abschneiden Deutschlands wird die Disqualifikation der A-Jugend angenommen…einer der Sportler gestand gestern, ein Mädchen regelwidrig in einem Gully versenkt, statt es ordnungsgemäß vergraben zu haben…
EDIT 09.04.2010: Es ist übrigens genauso regelwidrig, ein Kind durch den Mixa zu drehen…
cd
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]]>Ich hatte die alte Diskussion schon völlig vergessen, da sehe ich plötzlich heute Morgen elf Kommentare, die kein Spam waren…sie kamen von Silvio Ströver, Betreiber einer irritierenden Anzahl pädagogischer Blogs. Er kommentierte nun in mehreren Salven meine damaligen Ausführungen:
Kinder, wie die Zeit vergeht…
um wenigstens mal anzufangen:
Zu 1)
Du schriebst: Der Humanismus und die Breitenbildung sind lange tot, das haben alle verstanden, ausser den Erziehungswissenschaftlern und den Lehrern…
Mit dieser zentralen Aussage in Deinen sehr langen Ausführungen habe ich persönlich überhaupt kein Problem. Mich konntest Du da also nicht gemeint haben. Aber egal.Zu 2) “Deine Homepage und Deine Blogs zeigen sehr deutlich Deine Ausbildung…sie sind ein Rundumschlag in alle Richtungen”
Nun, nicht ganz: Du kannst nicht einfach einen Zusammenhang herstellen, den es so nicht gibt. Ich habe beispielsweise keine Naturpädagogik studiert, ebenso kein “Jobcoach-Studium” absolviert.
Mit G. Schulze habe ich zwischenzeitlich Kontakt aufgenommen. Der eigentliche Text (eine über 70-seitige Ausarbeitung zur Erlebnisgesellschaft) wird wahrscheinlich bald veröffentlicht. Den Text, den ich quasi als Handout entworfen hatte für mein Publikum, stellte ich schon ins Paedblog. Insofern sind tatsächlich keine tierfergehende Argumentationslinien und Quellen vorzufinden. War ja auch nicht geplant.
„„Harry Potter“ wäre
beispielsweise angeblich genauso gut oder sogar noch besser als ein Märchen.“Vielleicht hätte ich Dich vorher fragen sollen, ob Du einmal Korrektur liest?
Ruhig Blut! – So leicht lasse ich mich nicht rausbomben!
“…für eine Breite Darstellung ist es zu wenig, für einen knappen Abriss ist für mich nicht nachvollziehbar,…”
O.k., vielleicht zu spezifisch… eben nur für Diplomer.
Das erste, was ein Besucher im Moment auf Deinen Seiten sieht, ist eine akribische Darstellung Deiner Besucherzahlen….”Nachdem Du Dich ja erst gegen das WordPress-Weblog geweigert hast, inzwischen Dir aber selbst genau solches zugelegt hast, kennst Du sicher die “Außenwirkung”: Aktuelle Beiträge stehen “oben” und rutschen mit der Zeit nach “unten” und dann ins Archiv… So viel zum Thema „Aussenwirkung“…
“Letzendlich ist immer davon auszugehen, dass der Leser keine Form der formalen Bildung für das eigene Fachgebiet hat…in der uns umgebenden Gesellschaft ist „Pädagoge“ wie „Lehrer“ ja eher ein Schimpfwort, vor allem in der ‘Malocherkultur’ des Rurhgebietes…man kann diese Klischees spielerisch so erfüllen, wie ich es mit meinem „Lehrer sind eh alles Arschlöcher“-Blog mache, da ich davon ausgehe, das Klischees und Vorurteile im Sinne von z.B. Girard als „Das Opfer konstituiert die Gruppe“ völlig notwenig sind und man besser das Klischee annimmt und damit spielt, als sich darüber aufzuregen, oder das Klischee in einer Weise in objektiv seriöser Weise leben, wie ich es in Deinen Blogs meine wahrzunehmen…”
Weißt Du eigentlich noch, wo da der Hauptsatz ist? Wahrscheinlich handelt es sich um mehrere. Aber dafür, dass Du so viel Wert auf den Konjunktiv legst, hast Du offenbar keinen Sinn für die richtige Interpunktion. Und Rechtschreibung ist offenbar auch nicht Deine Stärke. Ich sage Dir, ich würde Dich wahrscheinlich nach nur einer Seminarstunde “rausbomben”…
“also nicht zu verlinken, sondern, soll der ‘echte’ pädagogische Anspruch eines Blogs -den ich nicht hege- gewahrt bleiben, der Masse ‘vorzukauen’ und auszuwählen…der allemeinen Meinung mit harten Fakten entgegenzuwirken…”
Auch wieder so ein verschachtelter Bandwurmsatz…
Naja, als Diplom-Pädagoge mache ich doch das Beste raus!
Gerade weil ich keinen Idealismus vertrete, lege ich Wert darauf, dass sich mein mündiger Blogleser sich selbst ein Bild macht. Natürlich dürfen Paedblogleserinnen/leser sich weiterhin darauf verlassen, dass ich Links anbringe, die selbstverständlich nicht das jeweilige Thema eines päd. Blogbeitrags verfehlen. Doch ich verwehre mich, “vorzukauen”, da ich keine Wiederkäufer bediene. Das können andere sicher besser.
Soweit erst mal, in Bälde?!
Gut, soweit erstmal das Zitat..
cd
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]]>…sondern der neueste Vorschlag zur Alternative dazu. Im Filterblog lese ich gerade den Artikel “Sonderwirtschaftszonen auf dem Arbeitsmarkt”.
Die Grüne Claudia Hämmerling schlägt vor, Hartz-IV-Empfängern eine Stelle im öffentlichen Dienst anzubieten – als Pilotprojekt sollen zunächst 20 ehemalige Hartz IV’ler in Zukunft kontrollieren, ob Hundebesitzer die Haufen ihrer Tiere “ordnungsgemäß entfernen”….Hartz4all kann offensichtlich hellsehen, denn das Blog titelte bereits 2005 “Arbeit ist Scheiße“.
Aus pädagogischer Sicht ergibt sich somit folgende Fragestellung:
Ist in dem Satz “Arbeit ist scheiße!” das Wort “Scheiße” nun ein Adjektiv oder ein Substantiv? Schreibt man nun “Arbeit ist Scheiße!” oder “Arbeit ist scheiße!” ? Antworten auf http://www.guido-westerwelle.de
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]]>Im Moment macht gerade die Meldung über eine Zwölfjährige in den USA die Runde, die nachdem sie mit -abwaschbarem(!)- Filzstift auf ihren Tisch gekritzelt hatte, von der Polizei in Handschellen abgeführt worden und dann “mehr als zwei Stunden” an einen Pfosten im Polizeipräsidium geketten gewesen sein.
Ihre Eltern haben nun Klage gegen die Polizei eingereicht und verlangen eine Million Dollar Schadenersatz…die Rechte des Mädchens seien verletzt worden…
1. Das war in Queens, da fällt das unter “pädagogischer Handlungsrahmen”
2. Immerhin ist sie nicht hingerichtet worden…
cd
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]]>Die Aachener Zeitung veröffentlichte gestern einen Artikel “Hauptschule als berufsorientierte Alternative zur Realschule”, laut dem die FDP sich in Nörvenich für die Umwidmung einer Hauptschule in eine “Ganztagsschule für Basis- und Berufsbildung”. Als Basis sollen die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik dienen. Ziel sei es, dass die Jugendlichen “den gleichen Abschluss wie auf Real- und Gesamtschulen” erwerben können, “nur auf einem alternativen Weg, der ihren oft besseren praktischen Fähigkeiten entgegenkommt”.
Ok…grandiose Idee…aber wir haben sowas doch schon!
Nimmt man einen erlernten Beruf und einen sicheren Arbeitsplatz als Maß der Dinge, befinden sich die Hauptschüler doch bereits heute auf einem “alternativen Bildungsweg”…ich kann verstehen, dass Deutsch nicht im Kernkanon auftaucht, da Hauptschüler eher selten Nutzen an einer Fremdsprache haben werden, aber wo ist der Kurs “Einführung in die Sozialgesetzgebung unter besonderer Berücksichtigung des SGB II”?
Auch fehlt mir das Fach “Klientenzentrierte Politik”, also im Westen das Parteibuch der Linken und im Osten das Parteibuch der NPD…auch halte ich berufsnahe Übungen an Grundschulen für sehr wichtig…wenn das Zielobjekt über ein Sicherheitsschloss verfügt, steht der Hauptschüler an sich ohne fundierte Ausbildung dumm da…
Da muss die FDP wohl nachbessern…
cd
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]]>Die Japaner nehmen die härtesten Drogen von allen…
Ein Mann namens Dr. Matsumi Suzuki behauptet nun, er könne Klingeltöne für Handies so auf den Benutzer zuschneiden, dass sie eine heilende Wirkung entfalten. In Japan scheint das laut der TIMES wohl schon der Renner zu sein..
Der gleiche Dr. Suzuki hatte bereits eine Übersetzungsmaschine für Hunde entwickelt. Die Klingeltöne sollen “beim Abnehmen, Verdauen oder Einschlafen helfen, Schmerzen lindern, Krähen fernhalten, dafür aber potenzielle Partner anlocken und sogar den Teint verbessern”, so die Tagesschau.
Ich persönlich habe mit dieser Erfindung bereits lange empirisch geforscht und kann nur bestätigen, dass es funktioniert. Ich erlebe täglich viele Schüler, die Klingeltöne verwenden, die ihren IQ unter den eines Schnitzels senken…
cd
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]]>Ich habe gerade einen Artikel im Satiremagazin DER SPIEGEL gelesen, der sich mit den Ergebnissen einer Umfrage zur Bildungspolitik in Deutschland befasst.
Die Ergebnisse freuen mich einerseits, andererseits sind die Forderungen der Eltern mal wieder jenseits des Machbaren, wobei das keinem Kollegen neu sein dürfte…da mein Job die ganze Bandbreite von Regelschule über Universität bis zur Erwachsenenbildung umspannt, will ich doch auch mal meinen Senf dazugeben.
61 Prozent der Befragten wollen, dass Bildungspolitik Sache des Bundes wird. Endlich! Die Länder würden zwar vom segensreichen Wettbewerb um das “beste Schulsystem” schwärmen, realiter ist das aber ganz großer Mist, denn der wird auf den Schultern der Schüler und der Lehrkräfte ausgetragen…
Was nützt mir hier ein Zentralabitur in NRW, wenn das nicht deckungsgleich mit dem in Bayern ist und Abiturienten, die zum Studium das Bundesland wechseln wollen, vor hohen Barrieren stehen. In der Realität sieht das dann so aus, dass ich an der Uni sowieso wieder bei Adam und Eva anfange, um die unterschiedlich ausgebildeten Erstsemester aus diversen Bundesländern auf einen gemeinsamen Stand zu bringen…und dafür der ganze Aufwand mit Vergleichsarbeiten usw.? Ich denke nein…Umziehen wird auch zur Tortur…bekommt ein Elternteil einen Job in einem anderen Bundesland, können die Kinder fast sicher sein, ein Schuljahr wiederholen zu müssen…in der Oberstufe siehts noch düsterer aus, wenn die in Land A gewählten Leistungskurse in Land B so nicht stattfinden oder gar nicht Teil des Fächerkanons sind (z.B. Unterrichtsfach Psychologie oder Pädagogik). Das ist teilweise innerhalb eines Bundeslandes schon ein Problem oder manchmal sogar innerhalb der gleichen Stadt…zwischen den Ländern jedoch eine Katastrophe…
G8? Kein Kommentar…völlig unsinnig, wenn nicht auch gleich der Lehrplan zusammengestutzt wird..überfordert in der aktuellen Form Schüler, Lehrer und Eltern…taugt die Schule nix, taugt die Schule nix…egal ob auf 13 Jahre gestreckt oder auf 12 komprimiert..
Zusammenlegung von Real- und Hauptschule? Sicher…wenn man glaubt, das Problem zu lösen, indem man den Namen der Institution tilgt…Problem ist die Klientel, nicht die Schulform…und die wird weiter bestehen bleiben…ich verweise an dieser Stelle nochmal auf unsere ErgebnisseR