Beiträge mit tag "Frauen
Ein Frauenherz geht in tausend Stücke
8Ja, es gibt mich noch…nur bin ich in letzter Zeit sehr beschäftigt gewesen und habe das Sommerloch gewissermaßen vorziehen müssen.
Heute erstmal nur ein Quicke als Lebenszeichen.
Ich gehe heute Morgen zum Bäcker und höre beiläufig die Frage eines kleinen Mädchens an seine Mutter:
“Mama, warum bist Du nicht so schön wie die anderen Mamas?”
Zeit für einen Bilanzsuizid würde ich sagen…
cd
Daniel Cohn-Bendit soll der neue Mixa werden…
6Oha, jetzt wo Mixa zurückgetreten ist und sich im Strafverfolgungsverfahren befindet, geht den Zeitungen plötzlich der Stoff für Skandalmeldungen zu Kindesmissbrauch aus…also wird in den Archiven gebuddelt und geschaut, was man nun noch so alles an “Enthüllungen” präsentieren kann. Die beliebte Historikerin Eva Herman hat sich als neues Ziel den ewig-68er, Odenwaldschüler und Grüne-Politiker Daniel Cohn-Bendit ausgesucht. Sie schreibt im Kopp-Verlag: Fassungslosigkeit. Warum Walter Mixa gehen musste und Daniel Cohn-Bendit immer noch da ist. Infowars hat den Artikel nebst Video übernommen.
Stein des Anstoßes ist die Zeit der sogenannten “Kinderladenbewegung“, ein Begriff, der meiner Generation und den noch Jüngeren nur noch bedingt etwas sagen dürfte. Kern der Erziehung in den Kinderläden war, neben einer antiautoritären Ausrichtung, auch der Grundsatz, dass kindliche Sexualität nicht zu unterdrücken sei. Es sind in den Protokollen der damaligen Zeit etliche sexuelle Kontakte zwischen Erziehern und Kindern dokumentiert. Cohn-Bendit selbst beschrieb diese Ereignisse in seinem Buch “Der große Basar“, was bereits 2001 von der “Schweizer Zeit” im Artikel “Der Kinderschänder” aufgegriffen wurde. Cohn-Bendit hat in seiner Zeit mit den Grünen mehrfach Gesetzesentwürfe ausgearbeitet, die “gewaltfreie Sexualität” zwischen Minderjährigen und Erwachsenen straffrei stellen soll. (vgl. z.B. Artikelreihe “Sexuelle Gewalt an Kindern: Politisch akzeptierte Wirklichkeit?“, ebenfalls von Eva Herman).
Was für die heutige Generation unvorstellbar klingt, war damals ein revolutionär neuer Ansatz der Erziehung als Kontrast zum Konservativismus und der Autorität Erwachsener. Transparenter wird die Debatte, wenn man sich folgende Positionen zu Gemüte führt:
1. Lloyd deMause: “Hört Ihr die Kinder weinen. Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit”, Frankfurt 1977 (Original New York 1974) und
2. Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit, München/Wien 1975 (Original Paris 1960)
Zwei gegensätzliche Positionen zum Begriff der Kindheit. Während Ariès die Ansicht vertritt, die künstliche “Erfindung” von Kinheit hat das ursprünglich glückliche (wenn auch von viel Unfall, Krankheit und Tod begleitete), von Kontakten mit “Verschiedenen Klassen- und Altersstufen” geprägte Leben der Kinder zu einem unglücklichen, von Strafe (“Rute und Karzer”) und durch Erwachsene fremdbestimmten Leben gemacht, vertritt deMause die Ansicht, die Erfindung der Kinheit sei ein Segen, der zum beschützend-lenkenden Verhältnis der Erwachsenen zu Kindern führte, weg von der Kindstötung in Antike und Mittelalter.
Tiefer will ich da gar nicht hineingehen, sondern empfehle nur diese beiden Bücher als Grundlagenliteratur der Debatte. Der Bezug zum Thema aber ist, dass der Blick auf Entwicklung mit der unterliegenden Theorie steht und fällt. Da die 68er fast alle Formen der Autorität verneinten, war daraus eine der logisch notwendigen Konsequenzen, auch bei der sexuellen Entwicklung nicht autoritär einzugreifen. Als Einführung in die 68er: Rudolf Sievers (Hrsg.): 1968. Eine Enzyklopädie, Frankfurt a.M. 2004
Mein persönlicher Senf dazu ist: Das wird immer ein schwieriges Thema bleiben…zwar sollte heute klar sein, dass man den Kindern nicht die Masturbation mit “davon wirst du blind” oder “Gott wird dich strafen” und damit das Entdecken eigener Sexualität sauer machen sollte, aber im interpersonellen Verhältnis zwischen Erzieher und Edukand sind die Grenzen bisweilen fließend…meine Philosophie ist da, lächelnd aber nicht strafend oder tabuisierend abzulehnen, auch bei pubertären “Übergriffen” und Flirtversuchen von Schülerinnen (was aber mit steigendem Alter ohnehin nachlässt…ich glaube, ich verliere langsam mein Mojo…), die jedem Lehrer und jeder Lehrerin im Laufe der Karriere immer mal begegnen werden…versucht man aber, der Sache theoretisch fundiert habhaft zu werden, so wird man immer eine mehr oder weniger breite Ambiguität feststellen, die von mangelnder Neutralität gegenüber dem Thema begleitet ist…ungefähr so, wie das Frauenbild und das Familienkonzept unter Hitler…
Liebe Frau Herman: Wer sich so derbe mit dieser Form von Ambiguität (und um die müssen Sie gewusst haben…) in die Nesseln setzt und den Interviewern ins lange gesehene offene Messer läuft und sich auf eine “neue Interpretationsweise” beruft und sich als falsch verstandenes Opfer der Medien darstellt, sollte sich bei anderen, die es zu ähnlich kritisch behafteten Sachverhalten Ihnen gleich tun, nicht so weit aus dem Fenster lehnen…das wirkt schief und wie journalistischer Opportunismus, weil das Thema ja gerade Leser verspricht…eine eher schwache Nummer…
cd
Peng! Du bist tot! – Zur Didaktisierung von Amokläufen
5Viele standen vor dem Problem, anderen ist es noch erspart geblieben, aber ich bezweifele, dass Ansbach wirklich das letzte Ereignis in Bezug auf Schulamok war, somit werden sich auch künftig Kollegen der Herausforderung der Nachbereitung stellen müssen. In der Oberstufe kann ich soetwas sachlich machen, aber gerade in den Klassen 5 bis 7 löst ein solches Ereignis eine große Angst aus, es könnte demnächst auch an ihrer Schule geschossen werden. Da der schulpsychologische Dienst generell überlastet ist und außer einer kurzen Motivationsrede nicht viel tut, bleibt die Betreuung der Schüler also an uns Lehrern hängen. Eine Methode, die ich bereits erfolgreich angewendet habe, ist die Didaktisierung mittels theaterpädagogischer Methoden. Mit der amerikanischen Schauspielerin und Regisseurin Julie Stearns (Folkwang Universität der Künste, Universität Duisburg-Essen u.a.) habe ich schon die abstrusesten Projekte realisiert. Wenn sie mich nicht gerade im saukalten Duisburger Hauptbahnhof einen alternden 68er mimen lässt, oder einen Frauen verprügelnden Irren mit Hang zur Performancekunst, arbeitet sie gerne mit Schülern an theaterpädagogischen Projekten. Ein Projekt, das ich durch sie kennengelernt habe, ist das freie Theaterstück “Bang Bang You’re Dead” von William Mastrosimone. (weiterlesen …)
Qualitätscontent – Shakespeare’s Sonette aus einem anderen Blickwinkel
6Einerseits ziehe ich den Hut und verneige mich tief vor der Bildung von Thomas Rau vom Lehrerzimmer, andererseits stachelt mich das doch zum Versuch an, auch einmal Qualitätscontent zu produzieren. Das wäre aber nicht die ganze Welt des Wahnsinns hier, wenn ich nicht doch den Spagat zwischen Hochkultur und Irrsinn versuchen würde. Darum heute also eine alternative Interpretationsweise von Shakespeare’s Sonetten, die so garantiert nur selten im Englisch-LK vorkommt. Entwickelt hat diese alternative Sichtweise Prof. Dr. Frank Erik Pointner von der Universität Duisburg-Essen. Er habilitierte sich zu dem Thema “Bawdy and Soul. A Revaluation of Shakespeare’s Sonnets“. (240 Euro für ein gebrauchtes Exemplar ist ein Hammer…ich hab es damals noch mit Hörerschein bekommen
) Wer die Chance hat, ihn live zu diesem oder anderen Thema zu hören, sollte die Gelegenheit nutzen. Eine satte Mischung zwischen Genialität und Comedy…vor allem, wenn er zum Jahresende die Gitarre auspackt und die Studierenden eine phonetisch korrekte schottische Version von “Auld lang syne” (altes langes Schild) singen lässt
Zentrales Element von Pointners Argumentation ist die Tatsache, dass bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts heterosexuelle Lesarten der Beziehung zur “Dark Lady” in den Sonetten als die korrekte Lesart angesehen wurden, ging es aber um die Beziehungen zum “Young Boy” bzw. “Fair Youth”, so wollte plötzlich niemand mehr etwas von sexueller Konnotation diverser Begriffe wissen, da Shakespeare ja definitiv nicht schwul gewesen sein kann (kommt schon, er trug Strumpfhosen und hat Gedichte geschrieben, was ihn so heterosexuell wie Neil Patrick Harris erscheinen lässt) und schon gar nicht über homoerotische Themen geschrieben haben kann. (weiterlesen …)
Social Networking im Mixer
2Was passiert, wenn man Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn mit einer Frauenzeitschrift kreuzt? Ein soziales Netzwerk, das sich durch ellenlange Interviews auszeichnet. Das ganze nennt sich whohub.com und sieht recht lustig aus. Zumindest habe ich nun noch ein Profil, auf das ich verlinken kann und das niemanden interessiert…
Ich habe schon etliche Fragen beantwortet...zumindest besser als Stöckchen.
cd
Boobquake – Heute ist Welthupentag
2Ich dachte ich lese nicht richtig…im Blog von Blogolade lese ich den Aufruf an alle Frauen, sich heute möglichst freizügig zu kleiden. Hintergrund ist die Aussage des Muslimischen Predigers Kazem Sedighi, dass all zu freizügig gekleidete Frauen die Schuld an den Erdbeben der vergangenen Monate tragen. Naja…wenn alle Frauen mit Silikonbrüsten gleichzeitig hüpfen würden vielleicht…das Hinterzimmer berichtete genauso wie Zebu und der SPIEGEL…
Jen McCreight aus Indiana möchte dies empirisch überprüfen und hat eine Facebook-Gruppe gegründet, damit heute am “Boobquake“-Tag, dem Tag des Brustbebens, möglichst viele Frauen möglichst tiefe Ausschnitte tragen, um zu sehen, was passiert.
Feministinnen haben allerdings schon eine Gegenbewegung in Form des “Brainquake” gestartet. Sie argumentieren, Männer würden den Boobquake-Tag nur unterstützen, um “endlich ‘die Titten’ ihrer Kolleginnen und Freundinnen zu sehen“.
Ja. Aber warum erfahre ich das erst jetzt nachdem alles vorbei ist?! Naja, wenigstens ist nun das Schlagwort “Titten” offiziell in der cloud…
cd
Frauen Verprügeln ist Weltkulturerbe
3In einer schweizer Talkshow zog der Präsident des Islamischen Zentralrates der Schweiz (IZRS), also das schweizmuslimische Pendant zu Paolo Pinkel, Nicolas Blancho den Unmut der Geladenen auf sich. Stein des Anstoßes: Die Aussage, dass das Schlagen von Frauen zur Glaubensfreiheit gehöre.
Da die Schweiz sich als Vorbild der Multikulturalität erwiesen hat, finde ich als Ruhrpottler auch, dass die Weltkulturhauptstadt als Einwanderungsgesellschaft diese zwar randständige, aber durchaus nachvollziehbare These stützt, indem wir neben dem Weltfrauentag und dem Schnitzel-und-Blowjob-Tag auch einen Tag zur freien Verfügung über die eigene Ehefrau einführen. Gerne auch während des Frühstücks auf dem Ruhrschnellweg A40. Immer der gleiche Ärger…erst baut man ihnen Frauenhäuser und dann muss man sie noch dahin prügeln….
cd
Von körperlicher Züchtigung und homoerotischer Pädophilie
2Die Debatte um kinderschändende Katholiken treibt ja schon seltsame Blüten…heute als Kontrastprogramm zwei Artikel, die auf eine etwas andere Debatte hinweisen.
Der Artikel im Blog “Strafprozesse und andere Ungereimtheiten” des Juristen Werner Siebers weist auf ein Urteil hin, das vielen Juristen in Zukunft Kopfzerbrechen bereiten wird. Ein Mann ohrfeigte seine vierjährige Tochter, weil sie auf dem Markt davongelaufen war. (weiterlesen …)
Statistiksoftware und vorgetäuschte Orgasmen
2Ups…das ist fast ein Insiderwitz für Statistiker:
Im letzten Jahr kam wurden die Ergebnisse einer Studie zum Sexualverhalten von Frauen veröffentlicht, die belegten, dass Frauen umso mehr Orgasmen beim Geschlechtsverkehr haben, je reicher der Mann ist, mit dem sie schlafen…
Zwei Statistiker von der LMU wurden beim genaueren Hinsehen skeptisch…die veröffentlichten Zahlen wollten nicht so recht zu den Ergebnissen passen, also berechneten sie anhand der Rohdaten die Ergebnisse neu…und konnten keine Korrelation feststellen…
Der Grund: Die niederländischen und Britischen Forscher hatten offensichtlich die Statistiksoftware SPSS falsch konfiguriert…die Open-Source Statistiksoftware “R” lieferte konträre Ergebnisse…
Nachgewiesen werden konnte lediglich der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau, Alter und Gesundheit und der Häufigkeit von Orgasmen…und dass Akademiker den Größten haben, dürfte längst hinlänglich bekannt sein..;-)
cd
Kretschmer, Far Cry, Masochismus
2Die Irrungen und Wirrungen um Tim Kretschmer und Winnenden reissen nicht ab.
Heute veröffentlicht Spiegel Online einen Artikel mit dem Titel “Tim K. kaufte mit Vater gemeinsam Munition.”
Dem Bericht zufolge hat Kretschmer erst selbst versucht, 9mm Munition in einem Waffengeschäft zu kaufen, wurde aber abgewiesen. Er soll dann gemeinsam mit dem Vater 1000 Schuss erworben und bezahlt haben, da die Munition ein Geburtstagsgeschenk für seinen Vater sei. Kretschmer habe “seit Jahren” niemandem in der Familie mehr ein Geschenk gemacht…
Schade, dass die Akten immer noch nicht öffentlich zugängig sind.
Weiter zitiert Spiegel Online einen Artikel seines Printmagazins, in dem der Gutachter Reinmar du Bois Parallelen zwischen dem Tathergang in Winnenden und dem Spiel Far Cry 2 sieht. Der erste Teil des Amoklaufes sei Counter Strike, die Verfolgungsjagd und Schiesserei mit der Polizei Far Cry 2. Für die Selbsttötung vermutet er, Kretschmer sei “wieder in der Realität angekommen”. Das Gutachten würde ich gerne mal en detail lesen…Natürlich wird wieder deutlich erwähnt, dass er das Spiel als Minderjähriger nicht hätte spielen dürfen, er habe es zu Weihnachten von seiner Mutter erhalten.
Auch sagt der Artikel, die Ärzte der behandelnden Jugendpsychiatrie hätten die Eltern gemahnt, dafür zu Sorgen, dass Kretschmer den Konsum von Filmen und Spielen, die “für seine emotionale Reife nicht geeignet” seien, reduziere.
Bis dahin also die übliche und voraussehbare Argumentation.
Wo der Spiegel wieder recherchiert hat, weiss ich nicht..aber einige Sachen sind auffallend:
1. Die Far Cry 2 Sache ist alt, auf Negative Gamer gab es bereits am 15. März einen Kommentar zu einem Artikel der Times, in dem genau dieser Bezug bereits hergestellt wurde. (Englisch) Der Artikel, auf den Bezug genommen wird, ist vermutlich dieser hier: Times Online: Mass killer ‘rejected’ by girl at party Von den Qullen steht im Artikel nichts.
2. Sowohl die Times in diesem Artikel, wie auch die BILD am 23. Juli berichten, auf seinem Computer seinen etliche BDSM-Bilder (sadomasochistische Darstellungen) gefunden worden. “davon mehr als 120 Bondage-Fotos, die nackte, gefesselte Frauen zeigen” (BILD); “including 120 photographs of female bondage.” (THE TIMES)
Der Spiegel schreibt aber: “Es handelte sich dabei wohl um sadomasochistische Fotos, auf denen nackte Männer von Frauen gefesselt und dominiert wurden. Tim K. habe stark unter diesen Phantasien gelitten.” und bezieht sich an der Stelle auf einen früheren Artikel: Psychiater bescheinigt Tim K. masochistische Störung
Kretschmer habe “stark unter diesen Phantasien gelitten”.
Hmm…also analytisch gesehen wäre es schon interessant zu wissen, wer denn nun wen auf den Bildern gefesselt hat
Also…die üblichen medialen Hexenjagden, ohne offiziellen Untersuchungsbericht wirds auch so bleiben, denke ich…
cd














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