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FAZ » Die ganze Welt des Wahnsinns

Beiträge mit tag "FAZ

Geballter Wahnsinn 6 – von traurigen Kritikern, gemäßigten Anglisten und von der leyenhaften Bundespräsidentin

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Wie immer in dieser Kategorie ein Sammelsurium:

1. Marcel Reich-Ranicki ist neunzig geworden, ist nicht glücklich und war es auch nie und die Redaktion der FAZ hat ihn nie gewollt…so sehr ich ihn auch schätze, ganz unschuldig ist er selbst daran nicht. Seinen neunzigsten Geburtstag findet er “scheußlich” und es gebe keine Zukunft mehr für ihn außer den Tod, er fühle sich “einsam”, schafft es aber nicht, das Interview mit der “Zeit” durchzuziehen, ohne zwischendrin mehrfach zu telefonieren…Marcel Reich-Ranicki eben…

2. Anatol Stefanowitsch von den Wissenslogs gibt Lena Meyer-Landrut linguistische Rückendeckung für ihr bizarres Englisch, vergisst aber dabei, dass obwohl Englisch natürlich vielerorts lingua franca ist, eine Kreole nur dann eine Kreole ist, wenn sie aus der Notwendigkeit heraus, aus dem Pidgin entsteht und nicht, wenn die Sprecher einer Fremdsprache diese phonetisch nicht gebacken bekommen…da hilft auch der Titel nix..

3. Zensursula ist im Gespräch für den Posten der Bundespräsidentin. Schön. Von der geringqualifizierten Familienministerin über die Notnagelposition an der Spitze des Reichsarbeitsdienstes der Bundesagentur gegen Arbeit hin zur deplazierten Möchtegern-Präsidentin…man darf gespannt sein..dass die Blogosphäre dem alten Präsidenten Guildo Horn das Genick gebrochen haben soll, halte ich aber für plakative Selbstbeweihräucherung…ich halte es eher wie die Süddeutsche – es war der letzte Schubs

4. 2011 soll eine Volkszählung stattfinden…das sollte doch kein großer Aufwand sein…Deutschland – Ein Volk, Holland – zwei Völker, Belgien – drei Völker, Frankreich – vier Völker…usw…oder gleich auf der Rückseite der Euromünze zählen…

Außerdem: Schönen Guß nach Göttingen:

Schönen Gruß nach Göttingen

Schönen Gruß nach Göttingen

cd

Die Pharmaindustrie – Von Lobbyismus und Drittmitteln

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Es scheint mir, dass das Sommerloch dieses Jahr recht früh dran ist. Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte im April eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass von der Pharmaindustrie finanzierte Studien für das eigene Produkt positiver ausfallen, als neutrale Untersuchungen. Die Firmen hätten “die Evidenz verbogen, bis sie für das Marketing tauglich war“. Ach wirklich…mein Gott, wer hätte das gedacht…das Thema wurde natürlich von der FAZ aufgegriffen und von diversen Blogs. z.B. bei “Stationäre Aufnahme” oder bei “LobbyControl“. Lustig wird es bei letzterem bei den Kommentaren. Der erste Kommentar sagt direkt: “Behandlung mit Psychopharmaka führt in die Arbeitsunfähigkeit und in den Misserfolg, trotzdem werden diese Medikamente auch gegen den Willen von Betroffenen weiterhin verabreicht.” Hat zwar mit dem Thema nichts zu tun, aber Hauptsache wieder Stimmung gegen die bösen Psychopharmaka machen…dass dies angeblich so wenig Gehör finde, liegt für mich weniger an einer großen Pharmaverschwörung als mehr an der Tatsache, dass das Thema einerseits einfach so was von durch ist, andererseits an der üblichen Naivität, andere Medikamente wären harmloser…auch Naturheilmittel können einen durch eine Bleivergiftung killen, da muss man kein bleihaltiges Antidepressivum genommen haben… (weiterlesen …)

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Katholische Kirche: Inkompetenz als Universalentschuldigung

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Jetzt hat die katholische Kirche endlich ein Argument gefunden, das alle Kritiker voll überzeugt: Inkompetenz als Methode. Nachdem Kardinalstaatssekretär Bertone behauptet hat, es gebe einen von Psychologen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie reagiert die Kirche prompt auf den Aufschrei, den Bertone ausgelöst hat. Die Kirche sei “nicht kompetent, allgemeine Äußerungen spezifisch psychologischer oder medizinischer Natur abzugeben”. (weiterlesen …)

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TagebuchBosse1

Tagung Arbeitsgemeinschaft Lerntherapeuten Georgsmarienhütte 25.09.09

1. Daten zur Freud-Biographie, Vortrag Prof. em Dr. Wilfried Breyvogel – Sigmund Freud und die Strukturtheorie der Psyche

2. Strukturtheorie des Selbst, Christian Droßmann – Einführung Fall “Sonja”, Narzissmus, Sigmund Freud, Heinz Kohut, Stavros Mentzos, die narzisstische Wut, Erklärung am Beispiel einer Unterrichtsszene

3. Fruehe Auffaelligkeiten, Christian Droßmann – Der Fall Sonja – Frühkindliche Auffälligkeiten am Beispiel der Grundschulzeugnisse. Suchtverhalten, Selbstverletzung, Einweisung, Klinikaufenthalt -Erste Erklärungen im Modell der Strukturtheorie des Selbst (DAS INTERVIEWMATERIAL WURDE ZUM SCHUTZ DER ANONYMITÄT DES FALLES ENTFERNT!)

4. Frau Koma kommt – Amok, Christian Droßmann – Männliche narzisstische Wut am Beispiel der neueren “Amok”-Fälle. Tim Ketschmer (Winnenden), Bastian Bosse (Emsdetten), Georg R. (Ansbach)

5. Diagnose – Borderline, Christian Droßmann – Diagnose: Borderline, Das DSM-IV, Das ICD-10GM, Die Borderline-Persönlichkeitsstörung(en) nach Otto F. Kernberg, Erläuterungen am Fallmaterial (FALLMATERIAL WURDE ZUM SCHUTZ DER ANONYMITÄT DES FALLES ENTFERNT)

6. Geschlechtsidentitaet – Sex und Gender, Christian Droßmann – Geschlechtsidentität und Geschlechtsdiffusion, Biologisches Geschlecht (Sex) vs. soziales Geschlecht (gender), John Money, Der Fall David Reimer

7. Fazit-Zusammenfassung, Prof. em. Dr. Wilfried Breyvogel, Christian Droßmann – Fazit und Zusammenfassung, Rückgriff auf Kretschmer und Bosse, Was bringt die Narzissmustheorie den Lerntherapeuten? Der pädagogische Bezug nach Herman Nohl

Weiterführendes Material:

Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium: Der vollständige Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium zum Fall Robert Steinhäuser in Erfurt

Das Abschiedsvideo des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse (Flash-Format, flv), alternativ auch auf Google Video

Der Abschiedsbrief des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse

Das gesicherte Blog des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse (ResistantX) auf livejournal.com

Auszüge aus dem Tagebuch des Täters von Emsdetten, Bastian Bosse:
Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7

Bericht Expertenkreis Amok Baden Württemberg,  Abschlussbericht des Expertenkreises Amok des Landes Baden Württemberg vom 25.09.2009, Original unter http://www.baden-wuerttemberg.de/fm7/2028/BERICHT_Expertenkreis_Amok_25-09-09.pdf

Das Material zum Fall “Sonja” ist mittlerweile publiziert:

Droßmann, Christian: Genese einer Borderline-Persönlichkeit – Die Folgen früher Ablehnungserfahrungen am Beispiel Sonja, in: Breyvogel, Wilfried: Wie aus Kindern Risikoschüler werden. Fallstudien zu den Ursachen von Bildungsarmut, Frankfurt a.M. (Brandes & Apsel) 2010

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Weniger Arbeitslose in Japan – mit gutem Grund

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Laut Deutsche Welle-World ist die Arbeitslosigkeit in Japan wieder zurückgegangen:
Weniger Arbeitslose in Japan

Die Begründung dafür habe ich in der FAZ gefunden:
FAZ.NET: Selbstmordrate in Japan

cd

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Williamson nimmt Geschichtsunterricht

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Es war sicherlich unnichtwahrnehmbar, dass Papst Benedikt den aufgrund seiner Leugnung des Holocaust exkommunizierten Bischof Richard Williamson rehabilitiert hat.
Siehe dazu z.B. die FAZ : Suspendiert, aber nicht mehr exkommuniziert.

Über den Spaß, den ihm Juden, Humanisten und so ziemlich der Rest der Welt bis auf einige Randgruppen seitdem bereiten, darf er nun nicht jammern…das Ei hat er sich selbst gelegt…zurückzunehmen oder zu entschuldigen ist nun nichts mehr, da das ja den Unfehlbarkeitsgrundsatz des Papstes untergraben würde…ein sehr schönes zirkuläres Problem also ;-)
Die Geschichte wird aber nun noch absurder:

Williamson hat sich zwar beim Papst für seine Äußerungen entschuldigt, nimmt aber nichts zurück und bleibt bei seiner These, die Vergasung von Juden könne nicht stattgefunden haben…die Begründung liefert er in einem recht deutlichen Interview, das ich aufgrund der Herkunftsseite lieber doch nicht verlinke…es ist aber in den einschlägigen Kanälen recht schnell (< 2 Minuten) zu finden ;-)
Er möchte aber seinen Horizont erweitern und „die historischen Beweise prüfen“, das könne aber dauern.

Ich fordere, man möge ihm alle Geschichtsbücher der Welt zu diesem Thema schicken, auf dass er sich aus ihnen einen Turm baue, um sich von diesem mit dem Kreuze in der Hand hinabzustürzen…

Die nehmen doch alle Drogen, oder?

cd

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Kreuzzug in Berlin

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Ich verfolge schon seit längerer Zeit amüsiert den neuen Kreuzzug in Berlin.
Für alle, an denen das Thema vorbeigegangen ist:

Berlin hat im Zuge seiner Schulreform angesichts schwindender Schülerzahlen im Fach Religion, welches in Berlin immer ein freiwilliges, nicht versetzungsrelevantes Fach war, einen flächendeckend verpflichtenden Ethikunterricht zur moralischen Indoktrination Erziehung eingeführt.

Seitdem gehen religiöse Eltern und die Kirchen erfolglos auf die Barrikaden. Sei es, weil das Fach auf einem „atheistischen Weltbild“ aufbaue, das „dem christlichen Glauben widerspreche“ oder weil sie sich angegriffen fühlen, da das Wahlfach Religion in den Randstunden liegt.
Das Bundesverfassungsgericht hat dies immer abgeschmettert, siehe z.B.: Schulspiegel: Pflichtfach Ethik ist verfassungsgemäß (2007)

Desweiteren gründete man die Initiative „Pro Reli“ und startete ein Volksbegehren, welches nach Ablauf der Frist „mindestens 307.000 Unterschriften“ (Pressemeldung Pro Reli) brachte.
Es geht darin um die ordentliche Wahlfreiheit, also eine echte Wahl zwischen dem Fach Ethik und dem Fach Religion statt eines verpflichtenden Ethikunterrichtes.
An sich eine verständliche Sache, getrübt wird der Eindruck jedoch -wie so oft- mit der Tränendrüsenmethode und der Vergangenheitskeule.. „Wir bewundern zu Recht diejenigen Menschen, die aufgrund ihrer tiefsten Überzeugungen und Wertvorstellungen den beiden Diktaturen auf deutschem Boden entschiedenen Widerstand geleistet haben – zum Teil bis in den Tod. Andererseits haben wir auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erschreckende Beispiele dafür erlebt, wozu fehlgeleitete Moralvorstellungen auch führen können.“ (Homepage Pro Reli)…also das übliche Gutmenschengequatsche bar jeder vernüftigen, wertfreien kausallogischen Argumentation…ein einfaches Berufen auf die Religionsfreiheit im Grundgesetz hätte es auch getan…

Was mir da sauer aufstößt ist der Satz „Daher muss ein auf die ethische und moralische Bildung junger Menschen ausgerichteter Unterricht nach deren Grundüberzeugungen differenzieren.“ (Homepage Pro Reli)
Nach meinem Verständnis von Pädagogik und Entwicklungspsychologie (mein Zweitfach ist übrigens das Fach Philosophie, dessen Schüler von der Theistenfraktion gerne mal als „die Heiden“ bezeichnet werden…) ist doch die Aufgabe dieser Fächer gerade die Herausbildung besagter ethischer und moralischer Bildung, die die Schüler in der fraglichen Altersstufe ja erstmal nur in Grundzügen besitzen und in ihrer Entwicklungsstufe diese gar nicht differenziert betrachten oder gar reflektieren können…oder habe ich da was falsch verstanden?
Für mich ist und bleibt der Religionsunterricht in dieser frühen Altersstufe oder gar im Grundschulalter keine Werteerziehung im humanistischen Sinne sondern schlichtweg eine Indoktrination eines Wertesystems, das eine neue Generation von Anhängern braucht…erst im späteren Alter kann man bei einem Religionsbekenntnis von einer freien Entscheidung des Individuums sprechen und erst dann wird eine vorher nur übernommene/aufgezwungene Handlungsanweisung zum „Wert“ im eigentlichen Sinne der Begriffsdefinition…aber nunja, das soll hier ja keine philosophische Abhandlung werden…

Ich will nur auf einen doch recht interessanten Artikel in der FAZ hinweisen, der den doch recht reißerischen Titel „Die Kirchen haben schon verloren“ trägt.

..haben sie ja leider noch nicht…

cd

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Englisch in der Grundschule sinnlos

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Gestern erschien im Schulspiegel ein Artikel über die Erfolge des Englischunterrichtes an Grundschulen mit dem Titel „Effekt gleich null“.

Heiner Böttger von der katholischen Universität Eichstätt hat im letzten Jahr an bayrischen Realschulen und Gymnasium geforscht und herausgefunden, dass 95 Prozent der Lehrer am Ende der fünften Klasse keinen Unterschied mehr zwischen den Schülern mit anglistischer Früherziehung und denen ohne diese bemerkten.

Grundproblem ist hier meiner Meinung nach die Art und Weise des Unterrichts, die mangelnde Standardisierung und die übliche länderweise Eigenbrödlerei im Bildungsbereich…der Effekt ist der, den eine Duisburger Lehrerin im genannten Artikel auch beschreibt: Man muss am Anfang der 5. Klasse wieder von vorne anfangen, um die Gruppe zu homogenisieren.

Der Artikel endet mit den Worten „Möglichst viel Anwendung in einem realen Kontext wäre zum Beispiel gegeben, wenn auch Fächer wie Kunst oder Erdkunde auf Englisch unterrichtet würden. Doch dafür brauchte es zunächst eine bessere Fremdsprachenausbildung – für Lehrer.“

Da finden wir dann auch des Pudels Kern…ich kann hier nur für das Land NRW sprechen, aber ich beobachte in meiner Arbeit folgendes:

Englisch für die Primarstufe wird erst unlängst ausgebildet…entsprechend experimentell waren die Studienordnungen und hanebüchen die Voraussetzungen (z.B. mussten zu meiner Zeit der erste ordenliche Jahrgang Primaten in der Anglistik die für uns Sekundarstufler verpflichtenden Grundlagenseminare nicht belegen (Einführung in die Linguistik, die Literaturwissenschaft etc.)…stellten in den Seminaren dann entsprechend dämliche Fragen und waren letztlich in allem Hinterher…im zweiten Anlauf wurden dann verbindliche Sprachkurse eingeführt ;-)

Nun bedeutet dies aber, dass diese Studenten nicht bis zum ersten Schuljahr mit Bedarf an Englischunterricht fertig sein werden. Was tut man hierzulande also? Man qualifiziert bereits examinierte GrundschullehrerInnen nach. Und auch hier gibt es keinerlei Standards…einzig und allein Voraussetzung ist der berühmte C1-Schein, also der Nachweis an Englischkenntnissen auf dem Niveau C1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachkompetenz. Wie bekommt man diesen? Über die freundliche Universität nebenan oder über einen der diversen hierzulande operierenden Bildungsträger bzw. eine Sprachschule. Und dort liegt der Hase im Pfeffer, denn deren Kriterien sind ebenfalls nicht standardisiert, sondern liegen einzig und allein im Ermessen des Trägers…die Praxis zeigt, dass das berühmte Logo der CERTQUA einem nur sagt, ob man bei einem Träger seinen Bildungsgutschein loswird, aber beileibe nicht, ob der Laden was taugt ;-)

Die traurige Realität sieht so aus, dass es sich bei Schulen um öffenliche Auftraggeber handelt…und was bedeutet es, wenn ein Unternehmen eine öffentliche Ausschreibung gewinnt? Es war der billigste Anbieter…
Eine vollständige und echte Qualifikation an einer Hochschule dauert sehr lange…2-3 Semester…das will niemand auf sich nehmen und niemand bezahlen…also wird der Weg des geringsten Widerstandes genommen – die Heilsversprechungen privater Anbieter.
Ich bin für unterschiedliche Unternehmen tätig und habe auch länger an einer Universität gelehrt…zu meinen Aufgaben gehört sporadisch auch mal ebendiese C1-Qualifikation für GrundschullehrerInnen…und die Qualitätsunterschiede sind katastrophal…einige Anbieter haben echte Standards – die eben auch etwas kosten und deren Kurse entsprechend lange dauern – andere prügeln das C1-Wissen in Mittvierziger, die seit ihrem Abitur kein Wort Englisch mehr sprechen musste in einem Tempo rein, das zwanzigjährige Studenten an den Rand des Zusammenbruchs bringen würde mit dem Fazit : Die Teilnehmer waren vorher scheisse, die Teilnehmer sind hinterher scheisse, aber nun zertifiziert und besser bezahlt…und sowohl phonetisch wie grammatisch derart grottenschlecht, dass die Kinder einen Mist mitbekommen, den ich in der Sek. I fast nicht mehr korrigieren kann…aber den Staat interessiert ja nur der C1- Schein ;-)

Auch hier gilt also wieder mein Credo: Wer die PISA-Schmach ausmerzen will, muss die Lehrerausbildung umkrempeln, nicht die Schule…also muss ganz oben angesetzt werden, nicht ganz unten, denn: Schlechte Unis produzieren schlechte Lehrer, die schlechte Schüler produzieren…

cd

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Zeugnisse sind unmoralisch

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Es gibt Tage, da möchte man manchen Leuten mit dem Parteibuch den Schädel spalten:

Klage gegen Spickmich: Lehrerin droht Niederlage vor Gericht – SchulSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Mir kommt da dermassen der Kaffee der letzten Jahre wieder hoch, dass ich doch mal wieder ungefragt meine Meinung äußere und zusehe, was Google damit macht.

Ob ich Frau Pieper-von Heiden als “NRW-Schulexpertin” bezeichnen würde, lasse ich mal dahingestellt, aber dass diese Dame tatsächlich (und die ist FDP!!!) die Vergabe von Noten auf Spickmich als “unmoralisch” bezeichnet ist Paradebeispiel für die Denkweise, die zur PISA-Katastrophe führt.

Soso…Schüler bewerten ist also völlig in Ordnung…aber wenn man seinen Unterricht plötzlich selbst bewertet sieht, rennt man ganz schnell zum Kadi…interessant…

Ein paar Gedanken dazu, nicht notwendigerweise zusammenhängend:

1. Zum Thema Beleidigung und Diffamierung durch Schüler habe ich schon lang und breit meine Meinung geäußert, das lasse ich mal aussen vor. Das ist nicht schön, gehört aber für mich zum Beruf dazu. “If you can’t stand the heat…”

2. Schüler sind das Expertenteam, keine Hochschulprofessoren oder Minister. Schüler machen den ganzen Tag nichts anderes als zu lernen. Das ist ihr Hauptberuf. Sie sind professionelle Lerner. Sie können am besten entscheiden, welcher Kollege seine Arbeit gut macht und wer nicht. Sie aufgrund ihres Alters zu diskreditieren, in der Richtung “die können das noch gar nicht einschätzen” ist ein Greifen nach Strohhalmen.
Diejenigen, die aufgrund mangelnder Dizzerenzierungsfähigkeit zwischen Person und Funktion als Fachlehrer (…was übrigens bis zu einer gewissen Altersstufe entwicklungspsychologisch völlig normal ist) mich nicht mögen, weil ich eben Englisch-/Mathe-/Deutsch-/BELIEBIGESANDERESFACHlehrer bin, muss ich als professioneller Pädagoge herausfiltern. Der Rest ist als ernsthafte Kritik an meiner Arbeit von meiner Zielklientel zu sehen. Punkt!

3. Ich könnte ausrasten, wenn ich sehe, wie schlecht die Qualitätskontrolle im öffentlichen Bildungssystem ist.
Dass uns der Beamtenstatus von Lehrern das “Scheisse fällt nach oben”-Problem einbrockt, ist hinreichend bekannt und soll hier nicht mehr breitgetreten werden. Didaktische Rohrkrepierer, die ich unmöglich in den Unterricht schicken kann, kann ich, einmal verbeamtet (aus verschiedenen Gründen abseits von Kompetenzen…) nur noch wegloben und wegbefördern und somit einem anderen Kollegium aufs Auge drücken.

In meiner Praktikantenzeit in Schottland habe ich erlebt, dass unangekündigte Unterrichtsevaluation völlig normal ist. Da kommt halt jemand vom Council, nimmt sich einen “classroom monitoring” Bogen vom Stapel im Sekretariat, klopft an eine der Türen, geht rein und macht eine unangekündigte Lehrprobe. Das stört niemanden, denn das ist dort gängige Praxis. Wer nichts kann, bekommt Ärger. Wer bei der zweiten Lehrprobe nichts kann, braucht am nächsten Tag nicht mehr zu erscheinen.

An meiner Universität ist Evaluation ebenfalls normal. Am Ende des Semesters teile ich Evaluationsbögen aus, die der anonymisierten Erfassung der Seminarqualität dienen. Ich bekomme dann eine Woche später die Ergebnisse per Email.
Unter anderem wird evaluiert, ob man sich vorbereitet hat oder eher ein Freund der Türschwellendidaktik ist.
Ist das Ergebnis schlecht, hat sich das mit dem Lehrauftrag erledigt.

Ich bin unter anderem für einen großen deutschen Bildungsträger tätig. Auch dort kann jederzeit jemand in meinen Unterricht kommen. Da nennt man in der freien Wirtschaft “interne Revision”. Ist mein Unterricht schlecht, kann ich mir meine Papiere holen.

Ich habe vor zwei Tagen einen Oberstufenkurs an einem Gymnasium übernommen, in dem eine Reihe von Schülern freiwillig nach dem normalen Unterricht drei weitere Stunden Englischunterricht nimmt, da eine Referendarin im BDU ein ganzes Halbjahr in der 10. Klasse (der Leser vergebe mir die Formulierung, eine andere fällt mir nicht ein) von vorne bis hinten nur Scheisse gebaut hat und diese Schüler in der 11 nun massive Defizite gegenüber ihren Mitschülern haben. Die Kollegin, die diese Schüler nun übernommen hat und ich werden uns nun sämtliche Körperöffnungen aufreissen, um das wieder geradezubiegen.

…möchte mich noch jemand nach dem Grund für die PISA-Ergebnisse Fragen?

Dass in Mangelfächern absolute Vollhonks eingestellt werden, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ausgebildet an Universitäten, die für ein Anglistikstudium zwar ein Latinum, aber keine englischen Sprachkenntnisse verlangen und dann die gleiche Kohle erhalten, wie jemand, der hart und schwer und mit hohem finanziellen Aufwand daran gearbeitet hat, um sein Englisch auf Muttersprachlerniveau zu bekommen, erwähne ich nur nebenbei.

Fazit: Keine Qualitätskontrolle – keine Qualität.

So, nun gehts mir besser…

cd

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