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Didaktik » Die ganze Welt des Wahnsinns

Beiträge mit tag "Didaktik

Von Gesellen und Meistern

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Ist das schön! Man sieht sie nun endlich auch in freier Wildbahn! Die Bachelors! Und ich meine jetzt keinen MTV-Star mit “idiot haircut”, sondern die neue, aufstrebende Riege der Nachwuchswissenschaftler, die sich jetzt eines international anerkannten Abschlusses erfreuen dürfen. Gerade vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, eine Vertreterin dieser seltenen neuen Spezies in ihrem natürlichen Habitat erleben zu dürfen. Eine B. Sc. der Psychologie. Die Farbe auf den Namensschild an ihrem Kittel war noch nicht ganz trocken…sie war auch ein wenig jünger als ich…so knapp zehn Jahre…aber es ist ja schön zu sehen, dass jungen Menschen im harten Alltag der Industrie für anerkannten Wahnsinn eine Chance gegeben wird…auch wenn es mich etwas ins Grübeln bringt…in der guten alten Zeit, als die Stadt Essen noch eine Universität Gesamthochschule hatte, kam auch die Forderung auf, wir müssten auch Bätschla und Maasta umstellen…haben wir dann auch gemacht….das Grundstudium des ehemaligen Diplomstudienganges wurde zum Bätschla…das Hauptstudium zum Maasta…hat ganze dreißig Minuten gedauert, mit Ctrl-F die Wörter in den Studienordnungen auszutauschen…und dann ging die frisch zwangsfusionierte geborene Universität Duisburg-Essen mit dem Segen des Diktators Gründungsrektors einer strahlenden Zukunft entgegen…zumindest die Teile, die nicht geschlossen werden…Opfer der neuen Lehramtsausbildung wurden unter anderem die Fachbereiche Erziehungswissenschaft(!) und das Zentrum für Hochschuldidaktik(!!)…

Meine Irritation rührt aus folgendem Umstand: Der Wisch, den ich für meine Unterlagen als Zusatzqualifikation erworben habe, bescheinigt mir die Fähigkeit zum Zwecke der akuten Krisenintervention solange therapeutisch tätig zu sein, bis ich den oder die Jugendliche(n) in die Hände eines approbierten Mediziners oder eines ausgebildeten klinischen Psychologen gebe…mehr darf ich nicht…und das auch nur unter Supervision…zum Beispiel von einem Bachelor der klinischen Psychologie, der für seinen Abschluss weniger Scheine braucht, als ich für Vordiplom und Zusatzquali…aber ich bin ja zum Glück nach der Übergabe von jeder Verantwortung entbunden…ich bin ja kein Arzt und kein Psychologe…;-)

cd

Peng! Du bist tot! – Zur Didaktisierung von Amokläufen

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Viele standen vor dem Problem, anderen ist es noch erspart geblieben, aber ich bezweifele, dass Ansbach wirklich das letzte Ereignis in Bezug auf Schulamok war, somit werden sich auch künftig Kollegen der Herausforderung der Nachbereitung stellen müssen. In der Oberstufe kann ich soetwas sachlich machen, aber gerade in den Klassen 5 bis 7 löst ein solches Ereignis eine große Angst aus, es könnte demnächst auch an ihrer Schule geschossen werden. Da der schulpsychologische Dienst generell überlastet ist und außer einer kurzen Motivationsrede nicht viel tut, bleibt die Betreuung der Schüler also an uns Lehrern hängen. Eine Methode, die ich bereits erfolgreich angewendet habe, ist die Didaktisierung mittels theaterpädagogischer Methoden. Mit der amerikanischen Schauspielerin und Regisseurin Julie Stearns (Folkwang Universität der Künste, Universität Duisburg-Essen u.a.) habe ich schon die abstrusesten Projekte realisiert. Wenn sie mich nicht gerade im saukalten Duisburger Hauptbahnhof einen alternden 68er mimen lässt, oder einen Frauen verprügelnden Irren mit Hang zur Performancekunst, arbeitet sie gerne mit Schülern an theaterpädagogischen Projekten. Ein Projekt, das ich durch sie kennengelernt habe, ist das freie Theaterstück “Bang Bang You’re Dead” von William Mastrosimone. (weiterlesen …)

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Revolutionäre Behandlungsmethode bei AD(H)S: Erziehung statt Ritalin

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Oha! Wenn man einiges an Forschungsgeldern raushaut, bekommt man auch revolutionär neue Ergebnisse…so geschehen in Nottingham, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet.

Eine Gruppe von AD(H)S Kindern mussten bei einem simplen Computerspielen beim Erscheinen eines grünen Aliens auf dem Bildschirm auf einen Knopf drücken, bei einem schwarzen Alien nicht. Die Kontrollgruppe bekam Ritalin, bei der Experimentalgruppe wurde auf das Medikament verzichtet, im Erziehungsstil aber Erfolge sofort und konsequent belohnt, Fehler sofort und konsequent sanktioniert. Resultat: Die Experimentalgruppe schnitt im Ergebnis fast so gut die die Kontrollgruppe ab…das EEG lieferte die Bestätigung, dass die Kinder der Experimentalgruppe ähnlich erhöhte Aufmerksamkeit zeigen, wie die Kinder auf Ritalin.

Interessant finde ich, dass dies als so bahnbrechende Neuerung gefeatured wird…dass Kinder näher an Pawlow als an Freud sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Im Unterricht macht man das in den untersten Klassen jeden Tag. Dann vergrößert man die Intervalle, um eigenmotiviertes Lernen zu trainieren. In der Didaktik ist das als “intermittierendes Modell” bekannt und der Grund, warum man in der 5 so viele und in der 13 kaum noch Arbeiten schreibt. Ich bleibe bei der These, die ich letztens beschrieben habe: Lasst Eure Kinder von einem Neurologen oder Kinderpsychiater untersuchen…
Gut, wir haben nun erwiesen, dass das Belohnungssystem bei AD(H)S-Kindern funktioniert…aber die klassische Konditionierung der Kinder findet da ihre Grenzen, wo sie die Schule, eben durch besagtes intermittierendes Modell, sie überholt und ich immer mehr zum operanten Konditionieren übergehen muss…spätestens dann wird bei echtem AD(H)S wohl doch Ritalin fällig sein…ich halte aus dem Bauch heraus die Methode sogar für schlechter, da im Rahmen Schule die Bedingung, dass gute Leistung sofort belohnt wird, aufgrund der Schülerzahl fatisch nicht hinzubekommen ist…gewöhnen sich die Kinder durch diese Erziehungsform daran, gibts spätestens in den höheren Klassen ein Problem, wenn ich den Schüler X heute mal nicht so würdigen kann, wie er es gerne hätte…naja, schauen wir mal…ich hätte gerne noch eine zweite Experimentalgruppe, die Haldol statt Ritalin bekommt…rein interessehalber…

cd

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Qualitätscontent – Shakespeare’s Sonette aus einem anderen Blickwinkel

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Einerseits ziehe ich den Hut und verneige mich tief vor der Bildung von Thomas Rau vom Lehrerzimmer, andererseits stachelt mich das doch zum Versuch an, auch einmal Qualitätscontent zu produzieren. Das wäre aber nicht die ganze Welt des Wahnsinns hier, wenn ich nicht doch den Spagat zwischen Hochkultur und Irrsinn versuchen würde. Darum heute also eine alternative Interpretationsweise von Shakespeare’s Sonetten, die so garantiert nur selten im Englisch-LK vorkommt. Entwickelt hat diese alternative Sichtweise Prof. Dr. Frank Erik Pointner von der Universität Duisburg-Essen. Er habilitierte sich zu dem Thema “Bawdy and Soul. A Revaluation of Shakespeare’s Sonnets“. (240 Euro für ein gebrauchtes Exemplar ist ein Hammer…ich hab es damals noch mit Hörerschein bekommen ;-) ) Wer die Chance hat, ihn live zu diesem oder anderen Thema zu hören, sollte die Gelegenheit nutzen. Eine satte Mischung zwischen Genialität und Comedy…vor allem, wenn er zum Jahresende die Gitarre auspackt und die Studierenden eine phonetisch korrekte schottische Version von “Auld lang syne” (altes langes Schild) singen lässt ;-)

Zentrales Element von Pointners Argumentation ist die Tatsache, dass bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts heterosexuelle Lesarten der Beziehung zur “Dark Lady” in den Sonetten als die korrekte Lesart angesehen wurden, ging es aber um die Beziehungen zum “Young Boy” bzw. “Fair Youth”, so wollte plötzlich niemand mehr etwas von sexueller Konnotation diverser Begriffe wissen, da Shakespeare ja definitiv nicht schwul gewesen sein kann (kommt schon, er trug Strumpfhosen und hat Gedichte geschrieben, was ihn so heterosexuell wie Neil Patrick Harris erscheinen lässt) und schon gar nicht über homoerotische Themen geschrieben haben kann. (weiterlesen …)

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Didaktische Meisterleistung

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Hmm…DAS muss ich mir für meinen Philosophieunterricht merken:

Prog: “Existiert etwas auch dann, wenn es niemand sieht?”
Prog: Ich check den satz nicht und wir müssen unsere meinung als hausaufgabe für philo aufschreiben
Homunkulus: Ok ich formulier ihn mal für dich um
Homunkulus: “Ist ein Server online, wenn niemand drauf ist?”

Quelle: german-bash

wahrlich eine didaktische Meisterleistung…

cd

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Zeugnisse sind unmoralisch

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Es gibt Tage, da möchte man manchen Leuten mit dem Parteibuch den Schädel spalten:

Klage gegen Spickmich: Lehrerin droht Niederlage vor Gericht – SchulSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Mir kommt da dermassen der Kaffee der letzten Jahre wieder hoch, dass ich doch mal wieder ungefragt meine Meinung äußere und zusehe, was Google damit macht.

Ob ich Frau Pieper-von Heiden als “NRW-Schulexpertin” bezeichnen würde, lasse ich mal dahingestellt, aber dass diese Dame tatsächlich (und die ist FDP!!!) die Vergabe von Noten auf Spickmich als “unmoralisch” bezeichnet ist Paradebeispiel für die Denkweise, die zur PISA-Katastrophe führt.

Soso…Schüler bewerten ist also völlig in Ordnung…aber wenn man seinen Unterricht plötzlich selbst bewertet sieht, rennt man ganz schnell zum Kadi…interessant…

Ein paar Gedanken dazu, nicht notwendigerweise zusammenhängend:

1. Zum Thema Beleidigung und Diffamierung durch Schüler habe ich schon lang und breit meine Meinung geäußert, das lasse ich mal aussen vor. Das ist nicht schön, gehört aber für mich zum Beruf dazu. “If you can’t stand the heat…”

2. Schüler sind das Expertenteam, keine Hochschulprofessoren oder Minister. Schüler machen den ganzen Tag nichts anderes als zu lernen. Das ist ihr Hauptberuf. Sie sind professionelle Lerner. Sie können am besten entscheiden, welcher Kollege seine Arbeit gut macht und wer nicht. Sie aufgrund ihres Alters zu diskreditieren, in der Richtung “die können das noch gar nicht einschätzen” ist ein Greifen nach Strohhalmen.
Diejenigen, die aufgrund mangelnder Dizzerenzierungsfähigkeit zwischen Person und Funktion als Fachlehrer (…was übrigens bis zu einer gewissen Altersstufe entwicklungspsychologisch völlig normal ist) mich nicht mögen, weil ich eben Englisch-/Mathe-/Deutsch-/BELIEBIGESANDERESFACHlehrer bin, muss ich als professioneller Pädagoge herausfiltern. Der Rest ist als ernsthafte Kritik an meiner Arbeit von meiner Zielklientel zu sehen. Punkt!

3. Ich könnte ausrasten, wenn ich sehe, wie schlecht die Qualitätskontrolle im öffentlichen Bildungssystem ist.
Dass uns der Beamtenstatus von Lehrern das “Scheisse fällt nach oben”-Problem einbrockt, ist hinreichend bekannt und soll hier nicht mehr breitgetreten werden. Didaktische Rohrkrepierer, die ich unmöglich in den Unterricht schicken kann, kann ich, einmal verbeamtet (aus verschiedenen Gründen abseits von Kompetenzen…) nur noch wegloben und wegbefördern und somit einem anderen Kollegium aufs Auge drücken.

In meiner Praktikantenzeit in Schottland habe ich erlebt, dass unangekündigte Unterrichtsevaluation völlig normal ist. Da kommt halt jemand vom Council, nimmt sich einen “classroom monitoring” Bogen vom Stapel im Sekretariat, klopft an eine der Türen, geht rein und macht eine unangekündigte Lehrprobe. Das stört niemanden, denn das ist dort gängige Praxis. Wer nichts kann, bekommt Ärger. Wer bei der zweiten Lehrprobe nichts kann, braucht am nächsten Tag nicht mehr zu erscheinen.

An meiner Universität ist Evaluation ebenfalls normal. Am Ende des Semesters teile ich Evaluationsbögen aus, die der anonymisierten Erfassung der Seminarqualität dienen. Ich bekomme dann eine Woche später die Ergebnisse per Email.
Unter anderem wird evaluiert, ob man sich vorbereitet hat oder eher ein Freund der Türschwellendidaktik ist.
Ist das Ergebnis schlecht, hat sich das mit dem Lehrauftrag erledigt.

Ich bin unter anderem für einen großen deutschen Bildungsträger tätig. Auch dort kann jederzeit jemand in meinen Unterricht kommen. Da nennt man in der freien Wirtschaft “interne Revision”. Ist mein Unterricht schlecht, kann ich mir meine Papiere holen.

Ich habe vor zwei Tagen einen Oberstufenkurs an einem Gymnasium übernommen, in dem eine Reihe von Schülern freiwillig nach dem normalen Unterricht drei weitere Stunden Englischunterricht nimmt, da eine Referendarin im BDU ein ganzes Halbjahr in der 10. Klasse (der Leser vergebe mir die Formulierung, eine andere fällt mir nicht ein) von vorne bis hinten nur Scheisse gebaut hat und diese Schüler in der 11 nun massive Defizite gegenüber ihren Mitschülern haben. Die Kollegin, die diese Schüler nun übernommen hat und ich werden uns nun sämtliche Körperöffnungen aufreissen, um das wieder geradezubiegen.

…möchte mich noch jemand nach dem Grund für die PISA-Ergebnisse Fragen?

Dass in Mangelfächern absolute Vollhonks eingestellt werden, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ausgebildet an Universitäten, die für ein Anglistikstudium zwar ein Latinum, aber keine englischen Sprachkenntnisse verlangen und dann die gleiche Kohle erhalten, wie jemand, der hart und schwer und mit hohem finanziellen Aufwand daran gearbeitet hat, um sein Englisch auf Muttersprachlerniveau zu bekommen, erwähne ich nur nebenbei.

Fazit: Keine Qualitätskontrolle – keine Qualität.

So, nun gehts mir besser…

cd

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Konfrontative Didaktik

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Heute auf GermanBash gefunden:

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oh mann.. meine klasse is ja so was von die härte.. un die lehrer sin noch geiler
y?
naja… hatten inner 3. lf5 und der lehrer sagt noch so…blabla und miene herren denken sie daran ihre handy auszumachen
mitt der stunde wird daniel wie öfter mal von ner unterdrückten nummer angerufen. seine freundin kann sich nie merken wann er arbeitet un wanner schule hat, desshalb passiert das immer wieder mal
autsch.. anschiss?
nene war ja auf lautlos. er meldet sich so un meint nur “könnt ich mal grad aufs klo?”
Lehrer nickt, daniel verlässt die klasse zum telen
auf einmal springt unser lehrer hinterm pult auf und schreit in sein handy “daniel, du beschissener dreckskerl! sie zu dass du deinen arsch sofort wieder in die klasse schleifst sonst kannste grad zu deinem chef gehen und mit dem weiterreden…”
euer lehrer hat mitten im unterricht nen schüler aufm handy angerufen?
jap ;-)
lol
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…patentierenswerte Methode ;-)

cd

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