Archiv für Dezember, 2010

Qualitätscontent: Kritik der Allgemeinbildung Teil 2

6

Habe offensichtlich doch etwas länger geschlafen, als in Teil 1 vermutet ;-) Heute also der praxisbezogene Teil meiner Kritik der Allgemeinbildung:

Oh Mann, die Kontroverse habe ich geahnt… ;) Herr Rau pflichtet mir zum großen Teil bei, Maik Riecken hält sich dimplomatisch und Herr Larbig nennt es “Provokation”…schauen wir mal, ob die Diskussion fruchtbar wird…

3. Konsequenzen für Schule und Hochschule

- Auf das tatsächliche, nicht auf das Wunschziel schauen

Es sollte nun klargeworden sein, dass ich Verfechter der zielorientierten, sagen wir “marktorientierten” Bildung bin. Welche Konsequenzen hat dies nun für die Schule und die Hochschule?

Schule muss in der heutigen Zeit umdenken. Der begriff “allgemeinbildende Schule” zielt noch auf den humanistischen Begriff der Allgemeinbildung, den ich wie in Teil 1 erwähnt für die heutige Zeit nicht mehr unterstütze. Insofern ist für mich der Begriff der allgemeinbildenden Schule glatt gelogen. Schule und Hochschule vergessen, dass jede Form der Ausbildung genau ein Ziel hat: die Edukanden in Lohn und Brot zu bringen. Sicherlich habe ich absolut nichts gegen eine etwas breitere Bildung, um die Fähigkeit zu vermitteln, über den Tellerrand zu sehen, wie es Maik Riecken in seinem Kommentar betonte, allerdings praktiziert man dies aktuell auf Kosten handlungspraktischen Wissens. Bestes Beispiel: Es ist egal, welchen Beruf die Schüler einmal ausüben werden – jeder wird in seinem Leben eine Steuererklärung abgeben müssen. Warum gehört dies also nicht fest zum Lehrplan einer allgemeinbildenden Schule? Jeder wird mit Geld umgehen müssen…warum enthält das Curriculum nicht zumindest grundlegende Kenntnisse des Finanzmarktes? Es gäbe noch mehr Beispiele und alle laufen darauf hinaus, dass wir später alle für recht banale Dinge wie eine Steuererklärung uns entweder selbst nachbilden müssen, oder wir dieses Wissen teuer einkaufen müssen…Auch den so als “Mädchenkram” verschrienen Hauswirtschaftsunterricht halte ich eigentlich für essenzielles Wissen, denn Kochen und gesunde Ernährung ist heutzutage in vielen Familien kein Thema mehr…

Philologische Breitenbildung gut und schön, aber sowohl Schule als auch Hochschule müssen sich endlich damit abfinden, dass sie für einen Markt ausbilden…den Arbeitsmarkt und dieser fragt nur nach praktisch anwendbarem Wissen und Handlungskompetenz…Breitenbildung ist toll und fällt positiv auf, aber zuerst zählen die Hardskills..und die bleiben besonders am Gymnasium sehr auf der Strecke…

Aus meiner Praxiserfahrung: Kernproblemdes aktuellen Bildungssystems: Alles wissen, statt alles können

In der Erwachsenenbildung stelle ich immer wieder fest, wie heftig doch Schule versagt, wenn es um die praktische Lebensvorbereitung geht. Übernehme ich einen neuen Kurs in irgendeinem Unternehmen oder einen Kunden zum Einzeltraining stelle ich fast immer folgende Mängel fest (und zwar auch bei Kunden mit akademischer Ausbildung):

- Kein Plan von deutscher Sprache und Grammatik. Resultat: Englischunterricht ist in den ersten Stunden bei mir Deutschunterricht, da ich kein englisches Plusquamperfekt vermitteln kann, wenn die Kunden das schon auf Deutsch nicht können…Futur I und II kennt auch keine Sau, Aktiv und Passiv etc. brauchen wir gar nicht erst anzusprechen…
- Keine Sprachkompetenz in der Fremdsprache trotz Leistungskurs: Die Kunden können mir eine Stunde einen Monolog über Shakespeare halten, können aber kein Bier bestellen. Gerade der gymnasiale Englischunterricht ist sehr theoretisch angelegt. Hat man endlich alle Zeiten und sonstige Grammatik durch, darf man die Sprache nicht mehr ausbilden, weil in der Oberstufe der ganze Landeskunde- und Literaturwissenschaftsunfug kommt. Die Absolventen können also alle Literaturepochen auswendig, können mit Daten und Fakten zu anglophonen Ländern sagen…nur eines können sie nicht: Auf Englisch kommunizieren, da Ausdruck und Grammatik ja nur einen Teil der Note ausmachen.
Resultat ist ein riesengroßer volkswirtschaftlicher Schaden – die steuerfinanzierte Schule ist nicht in der Lage, ihre Schüler gemäß den Anforderungen des Arbeitsmarktes auszubilden und die Nachbildung bei Typen wie mir kostet eine Menge Geld…die Unternehmen geben dies an den Kunden weiter und dieser zahlt doppelt: Einmal über die Steuern und nochmal über den Produkt- oder Dienstleistungspreis.

Die universitäre Ausbildung ist ähnlich grottenschlecht. Ich muss die Sprache nicht beherrschen, um mich zu immatrikulieren…bestimmte Scheine sind nur für Magistranden (bzw. Bacheloranden) verprlichtend, für die Lehramtsstudenten nicht…die Seminare laufen auf Deutsch, weil ja eh nur Literatur und theoretische Grammatik unterrichtet wird, bis vor einer Weile konnte man die Staatsarbeit Anglistik auf Deutsch einreichen…Didaktik sind genau drei Scheine…etc..
Resultat: Schüler, die kein Englisch können werden zu Studenten, die kein Englisch können und die werden dann zu Lehrern, die kein Englisch können…
Das Unterrichten lernt man an der Universität ohnehin nicht, also ab ins Referendariat und wenn der Fachleiter entsprechend alt oder eine entsprechend hohle Fritte ist, lernt man auch dort nichts dazu…ein Staatsexamen kann man auch so gerade eben bestehen und bekommt bei einem Mangelfach wie Englisch trotzdem seine A13 mit Lebenszeitverbeamtung…und produziert ewig schlechten Unterricht, da man unkündbar ist und das Spielchen geht von vorne los…
Auch an der Uni muss man halt auch nur wissen, nicht können….exemplarisch alle Epochen runterrattern, die Phonetik theoretisch beherrschen (Lautschrift etc.), kann aber sprechen wie Westerwelle und Didaktik ist meist eine mündliche Zusatzprüfung..etwas, was sich erst in der ganz neuen Studienordnung geändert hat…
Und da stelle ich seit Einführung der Gebühren noch deutlich härtere Ansprüche, denn der volkswirtschaftliche Gesamtschaden ist hier noch höher: Nehme ich den Standardtarif für einen HiWi von knapp über 8 Euro/Stunde und gehe vom Idealfall des 19-Stunden-Vertrages aus, dann bezahlt dieser Student ein Sechstel seines Jahresbruttogehaltes für eine Ausbildung, die ihm in der Praxis wenig bis gar nichts bringt, da essenziell wichtige Kompetenzen für das Lehramt an der Hochschule nicht zum Lehrplan gehören und er nochmall zwei Jahre mit Hungerlohn draufsetzen muss, um einigermaßen auf Stand zu sein…danach bekommt er sofort ein Riesengehalt, das ihm als Frischling überhaupt nicht gerecht wird und der Steuerzahler, der sein Gehalt finanziert, bekommt im Gegenzug keine vernünftige Ausbildung für seine Kinder…super…darum hab ich das hingeworfen…ich sehe selbst nicht ein, tausende Euro in eine gute Ausbildung investiert zu haben, um dann die gleiche Kohle zu bekommen, wie der Trottel, der sich mit 4,0 gerade so durchs Examen gepfuscht hat…wir wissen alle wie das ist, wenn man eine Lerngruppe übernimmt, bei der einem als erstes die Frage “Wer hat DAS zu verantworten?” ist…es gibt natürlich SCHILFs, die sehr notwendig sind, aber wer macht sich die Mühe, da wirklich zuzuhören?
Menschliche Qualitäten werden übrigens gar nicht geprüft…wer alles weiss, was er wissen soll, bekommt sein Staatsexamen, auch wenn man ihn nie auf Schüler loslassen sollte…einen guten Lehrer zu haben ist Glückssache…denn die psychostrukturelle Eignung, mit Kindern und jugendlichen zu arbeiten, ist auch keine Immatrikulationsvoraussetzung..

- Weg mit den Redundanzen

Ärgerlich ist auch die Verschwendung der knappen (vor allem jetzt beim G8) Unterrichtszeit durch zu viele Redundanzen. In der Oberstufe endet man in jeder beliebigen Fremdsprache doch bei Literaturinterpretation. Das einmal in der Fremdsprache gemacht zu haben ist okay, aber dann gehört es abgehakt…ansonsten bleibt wie oben erwähnt keine Zeit, die Sprache wirklich vernünftig zu vermitteln und im Extremfall macht der Schüler den gleichen Kram in drei oder vier Sprachen (Deutsch mal mit eingerechnet), anstatt dass man einmal den ganzen Literaturkram als Block abhandelt und dann das Augenmerk auf Sprachkompetenz legt…
Die gleichen Redundanzen gibts auch bei den Inhalten…wie oft muss ich beispielsweise den Schülern über die Jahre hinweg den Nordirlandkonflikt antun..oder Australien…oder England…Afrika…etc…reicht das nicht, wenn man das einmal als Unterrichtsepoche erschöpfend macht und dann ist gut?

- Die Inhalte sind nur Mittel zum Zweck – Kompetenzentwicklung statt Abarbeitung des Kanons

Habe ich ein Seminar an der Uni stelle ich besonders bei den Erstsemestern fest, dass essenzielle Kompetenzen bei der Vorbereitung auf die “allgemeine Hochschulreife” offensichtlich nicht vorkommen. Die Studenten haben vorher 13 oder jetzt 12 Jahre eines gelernt: Sich möglichst schnell Faktenwissen reinzuhauen, egal ob man es braucht und es dann anhand eines durch die Fragestellung in der Klausur vorgegebenen Leitfandens wieder rauszuhauen (Stichwort “Wissensbulimie”…erst reinfressen, dann auf Kommando wieder rauskotzen..). Sie sind permanent am Händchen geführt worden, sodass sie im System Universität einen Kulturschock erleiden. Sie schreiben blind alles mit, was man erzählt, sie sind aber nicht in der Lage, Stellung zu Sachverhalten zu nehmen, wenn ich ihnen vorher nichts zum Auswendiglernen gegeben habe. Sie sind meist nicht in der Lage sich einen eigenen Lernplan zu machen, denn an der Universität kaue ich ihnen nichts mehr vor. Sie bekommen die Literaturliste, den Syllabus und dann ist gut. Der Duktus der ersten Arbeiten ist meist eine Katastrophe und von der Grammatik will ich gar nicht reden..schlecht wird mir immer dann, wenn ich bedenke, dass viele Lehramtsstudiengänge einen NC habe…die haben also alle nicht einfach nur ein Abitur…die haben alle einskommahaumichtot bekommen! Lässt man sie alleine und gibt ihnen die Arbeitsanweisungen nicht löffelchenweise, sind die meisten total verloren und wissen nicht, wo sie anfangen sollen…

Das Problem ist hier, dass die Schule immer noch eher kristallines Wissen vermittelt. Lernkompetenzen und vor allem eigenverantwortliches Lernen werden nicht gefördert…man muss zuhören, dann Fakten lernen und diese möglichst Inhaltsgetreu wiedergeben…bei manchen Kollegen sogar wortgetreu, sonst gibt es Punktabzug…die Facharbeit in der Oberstufe ist ein guter Anfang, aber letztlich sind für mich die Inhalte, die Schule vermittelt zweit- bis drittrangig. Es ist mir beispielsweise völlig egal ob sich meine Schüler einen Tag nach dem Abitur noch daran erinnern können, was Moralrelativismus ist oder wer Friedrich Schleiermacher war…wichtig ist, dass der Philosophieunterricht ihnen die Techniken des kritischen Hinterfragens, des Abstahierens und der wasserdichten Argumentation vermittelt hat…auch ist mir egal, ob meine Schüler Shakespeare gut finden oder nicht usw..sie sollen vor allem Englisch können und damit einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt haben…dann habe ich mein Ziel erreicht…
Das gleiche an der Universität…ich mache im Januar wieder ein Blockseminar Psychoanalyse…von mir gibt es da keine Jahreszahlen und den anderen Quatsch…die Studenten sollen die Methoden und Techniken hinterher anwenden..ob die dann noch wissen, wer sie entwickelt hat oder gar wann der Erfinder geboren wurde und wo ist mir völlig peng..später zählt auch nur die korrekte Diagnose – mehr nicht!
Und das ist eine Denke, die mir an der Schule sehr und an der Universität noch viel mehr fehlt…

- Weg mit dem (Schul-)Karrierehindernis “Pflichtfächer”

Es sollte allen halbwegs pädagogisch gebildeten Menschen klar sein, dass alle Schüler bestimmte Neigungen haben, was die Fächer angeht…das aktuelle Schulsystem, das die einstige Reform der gymnasialen Oberstufe wieder zurückgefahren und einen bis zum Abitur verbindlichen Fächerkanon eingeführt hat, wird dem aber nicht gerecht und verhindert so für mich vielversprechende Karrieren. Wenn ein Schüler großes Potenzial in den Naturwissenschaften hat, ist das zu fördern…ihn aber aufgrund schlechter Leistungen in Musik, Kunst oder Politik sitzenzulassen, halte ich für ein Trauerspiel. Auf der einen Seite wird nach individueller Betreuung geschrien, auf der anderen Seite durch Zentralprüfungen, Vergleichsarbeiten und landesweite Curricula noch mehr gleichgeschaltet. Wir konnten damals noch frei wählen..eine Naturwissenschaft, eine Sprache, eine Gesellschaftswissenschaft und das vierte Fach völlig frei…hätte ich Mathematik nicht abwählen können, ich hätte kein Abitur bekommen…aber ich habe den damals noch sehr geringen Zwang, z.B. zu musischen Fächern als Schüler schon nicht verstanden.

- Ist Auswendiglernen nun völlig unsinnig?

Da mache ich dann im Teil 3 weiter..es ist ein wenig Gefasel, aber ich habe den Fehler gemacht, abzusetzen und an einem anderen Tag weiterzuschreiben…das wird bei mir meistens nix ;)

Erstmal einen guten Rutsch Euch allen!

cd

Der obligatorische Weihnachtscontent

5

Liebe Leser und Abonnenten,

dieses Jahr Euch allen von mir als Anglist natürlich in klassischer Blackadder-Tradition :

MESSY CHRISTMAS, CRAPPY NEW YEAR!

Für die, die Backadder’s Christmas Carol oder Blackadder gererell nicht kennen: Ja, der schwule Könik ist in der Tat ein blutjunger Hugh Laurie! :-)

alle weiteren Teile im Rest der Nachricht:

(weiterlesen …)

Share

Qualitätscontent: Kritik der Allgemeinbildung Teil 1

13

Zu diesem Eintrag bringt mich eine kurze Diskussion mit dem Kollegen Larbig auf Twitter. Er twitterte heute Mittag: “Welche #Gedichte sollte jeder (also auch Schüler) auswendig können? – Zauberlehrling, Erlkönig, Lied von der Glocke, An die Nachgeborenen? …” . Das provozierte mich als Verfechter der pragmatisch-zielgerichteten Bildung natürlich zu der Rückfrage, wozu man das den überhaupt solle…in diesem Eintrag möchte ich nun Position beziehen und bin gespannt auf Herrn Larbigs Blogeintrag.

1. Wozu brauchen wir “Allgemeinbildung” ?

Kurze Antwort: Wir “brauchen” sie überhaupt nicht, wenn es um lebenspraktische Dinge geht.
Lange Antwort: Was im üblichen Sprachgebrauch als “Allgemeinbildung” bezeichnet wird sehe ich als Relikt einer humanistischen Periode, die längst vorbei ist, an der sich aber das aktuelle System der höheren Bildung festklammert, wie der Ertrinkende an ein Stück Treibholz. Sie ist mehr Mittel zur Ständedifferenzierung und zur Konstituierung abstrakter und konkreter sozialer Gruppen und Klassen als alles andere. In bestimmten Kreisen hat man bestimmte Dinge einfach zu wissen und zu kennen. Der Knackpunkt ist aber für mich, dass dieses Wissen, sei es nun über Literatur, über Kunst, Geschichte etc, nur noch ebendiesem Ständezusammenhalt dient. Polemisch gesagt: Damit ich auch auf die nächste Cocktailparty bei Professor Doktor Haumichtot und seiner Gattin eingeladen werde und im Lions Club, im Rotary, einem Fachbereich in der Schule oder Hochschule oder in einer sonstigen pseudoelitären Gruppe Anerkennung finde. Einen praktischen Nutzen dieser Bildung kann keine dieser Gruppen nennen und hinterfragt man dies, bekommt man entweder “Das gehört sich so!” oder ähnliche zirkulär stabile Argumente oder man wird schlichtweg als “dumm” tituliert und ausgeschlossen…das Opfer konstituiert nach Girard eben die Gruppe. Auch nach Mead beispielsweise ist diese Abgrenzung notwendig, da die Selbstdefinition entscheidend auf von der Abgrenzung zum Anderen beruht. Aber ein realer Sinn abseits der Gruppenkonstituierung? Für mich: Fehlanzeige! Und damit ist für mich auch der Begriff der Allgemeinbildung sinnentleert.
Realiter fördern Sendungen wie “Wer wird Millionär” das Bild, dass man es zu etwas bringen kann, wenn man möglichst viel unnützes Wissen ansammelt jedoch ist uns allen bekannt, dass in der lebensweltlichen Realität Können vor Wissen geht. Es wird erwartet, dass man die Kenntnisse und das Wissen hat, einen bestimmten Beruf auszuüben, um die vom Arbeitgeber gewollte Leistung zu erbringen und dafür bezahlt zu werden…nur ganz wenige Berufsgruppen sind nicht dieser Realität unterworfen, sind damit aber oft sehr zirkulär. Das trifft für mich beispielsweise sehr für ein Philosophiestudium zu. Will man nicht später einen Beruf ergreifen, dessen Voraussetzung nur “Hauptsache irgendwas studiert” ist, bleibt einem durch die extreme Unproduktivität und Realitätsferne des Studiengegenstandes nur noch der Weg in das Lehramt oder eine akademische Karriere, um dort dann eine weitere Generation Philosophen auszubilden, die ihrerseits ebenfalls nicht anders kann, als Fachfremd zu arbeiten, oder den Kreis zu schließen…auch das ist Wissen zum reinen Selbstzweck…(bevor Berufsphilosophen nun “stimmt doch gar nicht” schreien: Philosophie war mein zweites Hauptfach).

Kurz gesagt: Wir brauchen die Allgemeinbildung nicht, wenn wir nicht Teil einer Gruppe sein wollen oder müssen, die diese als Teil der eigenen Definition nimmt, um sich von “Ungebildeten” abzugrenzen…die Gruppe aber, die sich gegen sie stellt und höhere Bildung als sinnloses dummes Zeug sieht und dies zu einem Teil der ihrigen Selbstdefinition macht, lebt auch und ich denke, sie lebt nicht schlechter. Denn praktisch anwendbar ist sie, nimmt man einige Grundlagen der Naturwissenschaften mal als Sonderfall, nunmal nicht.

2. Muss man Gedichte oder Literatur kennen oder gar auswendig können?

Zur Verortung muss ich mich als Ignorant outen. Ich habe nie viel mit Literatur anfangen können…ich habe nie gerne Geschichten oder gar Romane gelesen und habe in der Schule eisern selbst im Deutsch-LK immer den Sachtext in der Klausur bearbeitet. Wenn ich ein Buch in die Hand genommen habe, war es ein naturwissenschaftliches. Mein erstes Buch, das ich als Kind gelesen habe, war ein Medizinbuch und dann kamen andere Naturwissenschaften. Wenn es nicht naturwissenschaftlich ist, ist es historisch oder sonstwie ein Tatsachenbericht…mit fiktionalen Charakteren kann ich nichts anfangen und auch die Literaturwissenschaftsseminare an der Uni waren eine Qual, weil die Arbeitsweise der Geisteswissenschaftler für mich so gar nicht mit meinem Arbeitsanspruch und meinem Wissenschaftsverständnis vereinbar ist. Anstatt wild am Werk eines zeitgenössischen Autors herumzuinterpretieren, würde ich ihn bei einer Frage die mich wirklich bewegt, ihn einfach anrufen oder ihm schreiben und auf seine Antwort warten. (Das habe ich als Erst- oder Zweitsemester sogar einmal getan und das Transkript des Telefonates als Arbeit eingereicht…der Prof grüsst mich bis heute nicht mehr, weil er meinte, ich wolle ihn verarschen…kurios…) Auch geriet ich mit einem anderen Liwi-Prof in Streit über Hemingway’s “Cat in the rain”, weil ich beileibe nicht verstehen kann, warum die Tatsache, dass der Mann falsch herum auf dem Bett liegt, unbedingt auf seine Ablehnung gegenüber seiner Frau schliessen lassen muss…vielleicht war auch einfach das Licht besser…oder er fand es bequem oder weiss der Geier was…- Leute, die nicht experimentieren und Kontrollgruppen bilden, sind mir suspekt und deduktive Schlüsse finde ich unnütz…erst die Induktion kann auf die Zukunft schließen und Prognosen ermöglichen…
Daher auch das Psychologiestudium, das Befassen mit klinischer Psychiatrie usw. das mit meinem mechanistischen Menschenbild eher vereinbar ist. In der Philosophie habe ich mich an die formale Logik gehalten, da ich z.B. die Ethik immer als unwissenschaftliches Geschwafel, weil nur konsequentialistisch begründet und somit formallogisch unhaltbar, gesehen habe. Ich halte auch den Menschen für nichts Besonderes…eine Spezies unter vielen…die Betonung beim “animal rationale” liegt für mich auf “animal” und ich würde unsere Spezies ohnehin nach vielfacher empirischer Beobachtung eher als “animal rationale capax” bezeichnen, ein Tier, das theoretisch fähig zur Ratio wäre…aber genug der Misanthropie…aber der kurze Prolog ist wichtig, um meine Argumentationslinie nachvollziehen zu können.
Die normalerweise zu erwartende Antwort, die von klassisch (aus-)gebildeten Lehrern, insbesondere Germanisten (Wink an Herrn Larbig…) kommt, ist der obenstehenden Problematik geschuldet. Auf meine Frage, welchen praktischen Sinn und Nutzen denn das Auswendiglernen eines Gedichtes nun habe antwortete Larbig: “Wenn es nur um das Funktionieren von Menschen in ök. Zusammenhängen geht: Keinen. Wenn Kunst und Kultur zum Wesen des Menschen gehört, eine sehr große.” – eine sehr unbefriedigende Antwort für mich…

Die Philosophen haben ihren Vernunftbegriff als Rettungsschirm. Wann immer ihre Argumentation zu absurd wird, um sie noch unterstützen zu können (Kant und vor allem Rawls mit seinem unsäglichen Urzustand), sagen sie schnell, dass ein “vernünftiger Mensch” ihre Ansicht natürlich teilen müsse, bzw. ihre Argumente sich ja “bereits aus der Vernunft erschliessen” – die Philosophenvariante von “Wenn Ihr das nicht versteht, seid Ihr zu doof und ich bin der Größte!”
Philologen Argumentieren immer mit dem Kulturbegriff und definieren den entweder schwammig oder definieren die von ihnen proklamierte Bildungsform als Teil derer…ein Zirkelschluss zu ihrer Selbstlegitimation, der aber an einer Sache hakt: Was ist denn nun die Definition von “Mensch” oder “Mensch sein” ?
Was ist mit Menschen, die aufgrund der Umstände ihrer lebensweltlichen Realität keinen Zugang zur Hochkultur und zur Kunst haben…vielleicht nicht mal um derer Existenz wissen…fallen diese dann aus unsererem hochkulturell-intellektuell geprägten Menschenbild heraus und sind somit nicht mehr Teil der Definition? Oder -schlimmer- beginnen wir, sie zu bedauern, weil die armen Hinterwäldler ja weder Mozart noch Kant noch Mondrian kennen? Oder grenzen wir uns einfach im verhärteten Ständedenken wie beispielsweise hier im arbeiterklassenlastigen Ruhrgebiet scharf und absichtlich gegen die “ungebildeten” ab und machen sie zu weniger werten Menschen, genau wie die “Malocher” die weitere (Hoch-)Schulbildung als sinnlos erachten und “Intellektueller” zum Schimpfwort wird? Blicken wir dann psychologisierend-mitleidig auf sie herab und sagen, sie müssten sich auf diese Weise selbst stabilisieren, indem sie das für sie nicht erreichbare Ziel in Wunschverwerfung entwerten? Oder sollten wir nicht eher anerkennen, dass es nunmal Neigungssache ist, ob man Kunst und Kultur “braucht” oder eben nicht?
Dieser intellektuelle Klassenkampf treibt seine seltsamsten Blüten, wenn es um die Zurschaustellung der Dominanz vermeintlicher geistiger Überlegenheit gegenüber dem Pöbel geht. Mein Lieblingsbeispiel dazu: Die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet, ganz voran das berühmte Weltkulturerbe Zollverein. Soziologisch interpretiere ich die Umfunktionierung zur Kulturstätte – so sehr ich sie auch mag – als Schlag ins Gesicht niederer Schichten…worüber keiner spricht ist die Tatsache, dass die ehemaligen Kumpel, die auf Zollverein eingefahren sind, von der Rente, die sich sich in Knochenarbeit schwer erkämpft haben, den Kaffee und das Essen im Casino nicht leisten können…das vielgerühmte Ruhrmuseum ist kalt durchdesignt, steril und hat nichts mehr von der angenehmen Dachbodensammlungatmosphäre zum Anfassen des alten Ruhrlandmuseums. Die Exponate sind nur für Menschen interessant, die sich auf einer abstrakten Ebene für das Ruhrgebiet und das Leben dort interessieren…die Museumsdidaktik hätte man sich besser vom Bochumer Bergbaumuseum abgeschaut oder die Leute gleich ganz dort hingeschickt, denn vom eigentlichen Kern des Ortes, dem Bergbau, ist nichts zu sehen…eine Bastion der Hochkultur, die wie ein Bollwerk der Intellektualität und Hochkultur gegen den Pöbel wirkt und mit den Menschen, die unmittelbar um das Gelände herum in einem lange von Bildungs- und Integrationspolitik vergessenen Stadtteil leben, nur noch in homöopathischer Dosis zu tun hat..als wolle man nun auch noch in “ihren” Stadtteil eindringen um sie “zwangszubilden” anstatt zu erkennen, dass der Kulturbegriff individuell ist und nicht von der privilegierten Schicht aufgedrängt werden kann…

Die Zirkularität der Argumentation ist auch hier der Knackpunkt: Man braucht Kunst und Hochkultur erst dann (oder besser: meint, sie zu brauchen) wenn man ihr einmal ausgesetzt war und sie gefruchtet hat, was beileibe nicht bei allen Rezipienten der Fall ist. Allen anderen kann nichts fehlen, was sie nicht kennen…
Lebenspraktisch gedacht: Mein Automechaniker kann auch Kant für ein Lutschbonbon halten..er muss Ahnung von Autos haben und die Inspektion gründlich machen…wenn er in seiner Freizeit die Relativitätstheorie nachrechnet oder eine neue Bibelübersetzung schreibt, ist das toll, aber Interesse habe bei ihm als Mechaniker nur an seinen technischen Fähigkeiten..und besitzt er die, erfüllt er seinen Zweck für die Gesellschaft, die eben neben Malern und Poeten auch Automechaniker, Anstreicher und Maurer braucht…und ganz ehrlich…selbst als Lehrer bin ich nie wieder in die Bedrouille gekommen, etwas Gehaltvolles zu Thomas Manns Buddenbrooks, der fin-de-siécle-Lyrik, dem Expressionismus oder dem Dreißigjährigen Krieg sagen zu müssen…auch das ist nur ein Beruf und solange ich Ahnung von Englisch, Philosophie und Didaktik habe, bleibe ich mit allem anderen unbehelligt und bekomme mein Geld…
Summasumarum: Niemand muss Gedichte oder Literatur auswendiglernen…wenn er es von sich aus möchte, soll ihm das gerne vergönnt sein, aber ich verneine unter obenstehender Argumentation absolut die Notwendigkeit dessen…

3. Konsequenzen für Schule und Hochschule

- kommt, wenn ich ausgeschlafen habe ;-) -

cd

Share

Weihnachtsrezept: Rülpspudding

2

Ich habe es gerade ausprobiert und ich muss sagen, dass mein frisch erfundener Rülpspudding absolut für die Feiertage zu empfehlen ist.

Benötigt werden:

- eine Rührschüssel
- ein Handrührgerät
. 600ml kalte Milch
- zwei Tüten “Dr. Oetker Paradiescreme”, vorzugsweise Vanille, es geht aber auch eine andere Geschmacksrichtung
- eine Schachtel Zigaretten nebst Feuerzeug
- eine Xbox 360
- zu viel Schnee
- mangelnde Motivation zum Einkaufen

Zubereitung:

1. Seien Sie angesichts der katastrophalen Wetterlage zu unmotiviert, Einkaufen zu fahren
2. Spielen Sie ein Onlinespiel (am besten ein Killerspiel) auf der Xbox 360
3. Spielen Sie so lange, bis Sie Hunger bekommen
4. Stellen Sie fest, dass Sie nichts Essbares im Haus haben, weil Sie ja zu unmotiviert zum Einkaufen waren
5. Durchsuchen Sie alle Schränke
6. Finden Sie überraschenderweise zwei Tüten Dr. Oetker Paradiescreme
7. Finden Sie Milch in Ihrem Kühlschrank
8. Nehmen Sie die Rührschüssel, füllen Sie 600ml kalte Milch hinein und geben Sie beide Tüten der Paradiescreme hinzu
9. Rühren Sie langsam an, um Klumpenbildung zu vermeiden, stellen Sie dann das Rührgerät auf die höchste Stufe und hängen Sie es am Rand der Rührschüssel ein.
10. Reinigen Sie während das Rührgerät weiterläuft und Sie eine Zigarette rauchen die Küche und danach Ihre Kleidung von der durch die Maximalleistung des Rührgerätes entstandene Vanilleexplosion
11. Lassen Sie das Rührgerät weiterlaufen und gehen Sie zurück ins Wohnzimmer
12. Spielen Sie eine weitere Runde Ihres Onlinespieles und vergessen Sie, dass Sie in der Küche ein Rührgerät laufen haben
13. Machen Sie eine Zigarettenpause in der Küche
14. Stellen Sie fest, dass durch die viele Luft, die in die Paradiescreme gerührt wurde, das Volumen dieser nun größer als das Fassungsvermögen des Rührgefässes ist
15. Schalten Sie das Rührgerät aus.
16. Beseitigen Sie die Spuren der zweiten, heftigeren Vanilleexplosion
17. Genießen Sie die Paradiescreme, die nun maximal schaumig und fluffig ist
18. Stellen Sie kurz danach den Effekt der maximalschaumigen Creme fest und verstehen Sie, warum ich diese Kreation “Rülpspudding” nenne.

Viel Spaß beim Nachmachen!

cd

Share

Qualitätscontent: Momente, auf die einen kein Lehrbuch vorbereitet

12

Ich weiss nicht, warum ich ausgerechnet jetzt darauf komme…ich bin aus mehreren Gründen im Moment schlaflos…das soll hier nichts zur Sache tun, aber mir fallen nun, wo ich hier im verdunkelten Wohnzimmer bei einem Glas Talisker sitze, zwei Situationen ein, die mir als Lehrer passiert sind, auf die einen keine Uni und kein Lehrbuch der Welt vorbereiten kann. Beide haben etwas mit persönlichem Kontakt zu tun. In der einen Geschichte ist es irritierend, in der zweiten auch, aber in der ersten eher negativ, in der zweiten positiv. Es sind beides Begegnungen, die ich in meiner Assistenzzeit an der Annan Academy in Schottland hatte. Ich war eigentlich Fremdsprachenassistent für Deutsch, habe aber auch, weil es mein zweites Fach ist, dort Philosophie unterrichtet:

Begegnung 1: Alle Deutschen hassen Juden

Es war in der Mittagspause. Ich hatte bereits gegessen und war dann in die Schulbibliothek gegangen, um etwas Material für die nächste Philosophiestunde zusammenzusuchen. Ich setze mich zu ein paar meiner Schüler an einen Tisch. Ein Junge fragt mich plötzlich: “Herr Droßmann, ich hoffe, Sie stört meine Frage nicht…aber…hassen sie Juden?
Ich bereitete mich innerlich auf eine kurze Lehrstunde über den Nationalsozialismus vor, als der Junge nachsetze: “Ich hasse sie auch…es sind alles Diebe!”
Der Junge muss so zwischen 13 und 14 Jahren alt gewesen sein…er erzählte mir, wie er mit einigen Freunden nachmittags Jagd auf jüdische Kinder im Dorf machten…er hatte wohl gehofft, in mir als “Kraut” einen Verbündeten getroffen zu haben…er erzählte, was sie so alles zusammen taten, um “es den Juden zu zeigen”, hob sein Hemd hoch und zeigte mir stolz den Abdruck eines Polizeiknüppels, den er von einer Aktion am Wochenende davongetragen hatte…er zeigte ihn mir als Trophäe und war sehr stolz darauf…
Ich war nur irritiert, weil ich auf diese Art des Umganges mit Antisemitismus nicht vorbereitet war…aber die anderen Schüler standen mir zur Seite und machten ihm schnell klar, dass er nicht länger erwünscht sei…es blieb eine lange Irritation in mir…eine wirklich bizarre Begegnung…aufgrund seines Alters habe ich letztlich nichts weiter unternommen…

Begegnung 2: Gleiche Geschichte, anderer Weg…

Es war in einer Philosophiestunde. Ich hatte eine Unterrichtsreihe zu einigen Grundfragen der Philosophie durchgeführt und an diesem Tag stand die provokative Frage “Gibt es einen Gott?” im Raum. Ich ging die einzelnen Grundüberzeugungen der diversen Weltreligionen kurz durch und behandelte auch kurz den Atheismus. Dann kam es zu der Frage, wie die Schüler des Kurses denn nun diese Frage vor de Hintergrund der vielen verschiedenen Meinungen sehen würden. Ein Mädchen aus der zweiten Reihe meldete sich….sie sagte, dass sie sehr fest an Gott glaube…dann begann sie zu erzählen…
Sie erzählte, wie ihr Vater starb…wie er an Gott glaubte und sicher war, dass er in den Himmel komme..und wieviel Halt der Glaube ihr in dieser Zeit gegeben hatte…und dass sie nun fest daran glauben würde, dass es einen Gott gäbe, einen Himmel, in dem es ihrem Vater wieder gut gehe und dass sie am Ende ihren Vater und alle anderen Menschen, die sie liebt, wiedersehen würde..
Ich war so vierundzwanzig Jahre alt…ich konnte diese Situation überhaupt nicht handlen…offensichtlich hatte ich bei meinen Schülern eine Atmosphäre geschaffen, in der derart intime Dinge ausgesprochen werden konnten…auf der einen Seite ein Kompliment an meine Menschenführung…auf der anderen Seite ein emotionaler worst-case, auf den ich nicht vorbereitet war…ich schwieg eine Weile…dann riss ich mich zusammen und erzählte als Kontrapunkt meine Geschichte…wie ich aufhörte, an einen Gott zu glauben, der meinte, meine Eltern töten zu müssen, als ich ein Kind war…vorbei mit akademischem Abstand…Menschlichkeit war gefragt…und ich machte unsere beiden Geschichten zum weiteren Gegenstand der Stunde zur Frage, was Menschen zur Religion führt oder von ihr weg…wir haben noch weit über das Klingeln hinaus diskutiert und keiner der Schüler dachte daran, aufzustehen….eigentlich eine ideale Unterrichtssituation..aber auch hier….bizarr..nicht vorherzusehen…und nichts, auf das man in der Ausbildung vorbereitet wird…

Mit die schönste Zeit meines Lebens war die Zeit in Schottland und neben vielen anderen Erlebnissen sind diese beiden Geschichten etwas, was mir beim Geschmack eines guten Singlemalts unweigerlich wieder ins Gedächtnis gerufen wird…

cd

Share

Geballter Wahnsinn 13 – Noch mehr Suchanfragen

1

überdosis tilidin tabletten für selbstmord

Ja, genau dafür ist eine Überdosis Tilidintabletten da…ich würde aber eher die Tropfen empfehlen.

elitepartner narzissmus

Naja..wer sich selbst als “Elite” beschreibt…da brauche ich kein DSM und kein ICD mehr für die Diagnose..

freundin kann kein englisch

Such Dir ne andere…

+”hartz 4″ +medikament

Diese Suchanfrage kam zigfach. Nein, man braucht mit Hartz IV keine Medikamente sondern Bier!

ritalin comic adhs

Hab ich einen gesehen. Der war aber total unsauber und nur halb fertig.

altenheim lustig

Für das Personal ja…

alle wollen lena vicken.

Die Legastheniker offensichtlich ganz besonders…

fotos letzte sekunden tim kretschmer

Willst Du Dir ein Amokläufersuiziddaumenkino daraus basteln?

jugendforschung klausur

Netter Versuch…wir sprechen im Februar nochmal darüber…

gysi simplex

Falsch, das muss “Simplicissimus” heissen

ritalin und hartz iv

Siehe oben, kein Ritalin sondern Bier ad usum proprium !

asperger island

Schöner Strand, aber die Einheimischen kriegen die Zähne nicht auseinander…

schädelinnendruck senken tee

Ein Homöopath mag das tun…ich als klassisch geschulter Medizyniker würde bei zu hohem Schädelinnendruck eher die örtliche Intensivstation empfehlen…

ralf maucher psychologe

Hab ich noch nix von gemerkt…

ads plötzlich ergibt alles einen sinn

Dann ist es kein ADS sondern Schizophrenie

Soll für heute reichen…Leute gibts…

cd

Share

Abmahnung – Droßmann gegen MTV II

2

Die Streitigkeiten mit MTV wegen einiger Spongebob-Persiflagen scheinen sich einfacher zu bereinigen, als zunächst gedacht.
Heute kam per Email die Vorabversion eines Schreibens der Rechtsabteilung. Dort heisst es:

“…haben wir erfreut zur Kenntnis genommen, dass Sie die [...] Grafiken von ihrem WordPress-Blog [...] entfernt haben…”

Kein Wort mehr von einer strafbewehrten Unterlassungserklärung oder sonstigen Forderungen.

Ich bin mal vorsichtig optimistisch und schätze, dass die Argumentation über die künstlerische Freiheit nebst Einschaltung eines Rechtsanwaltes gewirkt hat. Hoffentlich ist es nicht nur die Ruhe vor dem Sturm…aber das Schreiben enthält kein Wort von weiteren Schritten…

Moral: Bei Abmahnungen nicht sofort in Panik verfallen, unterschreiben und zahlen, sondern erstmal schauen, ob das alles so rechtens ist, wie es geschrieben steht..

cd

Share

Gute Mucke: Frida Gold – Zeig mir wie Du tanzt

3

Mein Gott, haben wir nicht vor Kurzem noch Westerland oder Long Train Running in Morsbach gejammt?

Egal – Der nächste Schüler, den ich nach Phillipp Frenzel hier promoten muss, obwohl er die Promotion gar nicht mehr braucht…er ist im Moment schon mit Revolverheld unterwegs…

Andreas Weizel, Songwriter, Produzent und Basser von Frida Gold hat die erste Single in den Charts. “Zeig mir wie Du tanzt“:

Der Blogmaster sagt: KAUFEN! Alles Gute, Andi!

cd

Share

Abmahnung – Droßmann gegen MTV I

5

So, ein kleiner Statusreport, wie es mir in der Sache Droßmann gegen MTV ergeht.
Ich habe eine Weile mit meinem Rechtsanwalt konferiert und er bestätigt mich in meiner Ansicht, dass es sich im konkreten Falle um künstlerische Freiheit handelt, die sowohl nach Artikel 5 des Grundgesetzes, wie eben auch durch das UrhG abgesichert ist. Außerdem sind die Cartoons nicht einmal von mir selbst erstellt.
Ich habe nun MTV ein freundliches Einschreiben zurückgeschickt, indem ich die Argumentation noch etwas differenzierter beschreibe und die Unterzeichnung einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung aufgrund der Sachlage verweigere. Ich versuche noch, mich außergerichtlich zu einigen und habe den Brief als Dialogangebot formuliert, mein Anwalt sagt aber, er sehe der Reaktion sehr gelassen entgegen und würde auch “in die zweite Runde” gehen… Liebe Bloggerkollegen, Ihr braucht nicht nur ein gutes CMS und einen guten Hoster, sondern auch eine gute Rechtsschutzversicherung…;)

Mal sehen wie MTV reagiert…ich fürchte, Mike Mitchell, Matsky.ru und Hurkunde, von dem ich den Link habe, werden eventuell auch ins Visier von Viacom / MTV geraten…

Für mich ist das aber eine Grundsatzfrage der Redefreiheit und der Frage, in welchem Rahmen Satire und Parodie möglich sind…
Ich werde sporadisch berichten, wie es nun weitergeht…

cd

Share

Abgemahnt – MTV mag mich offiziell nicht mehr, bleibt aber freundlich

12

Mir war schon langweilig. Von Ralf Maucher kam bisher nur heiße Luft und großes Geblubber und mehr nicht…eine kleine Kollision mit Sony hat sich völlig unproblematisch geregelt…ansonsten war es richtig ruhig an der Front…bis heute jedenfalls.

Die Rechtsabteilung von MTV Networks Germany hat mir vor einigen Tagen schon per Email angekündigt, wegen zweier Bilder mit Spongebob Schwammkopf drauf gegen mich vorzugehen, weil sie Ihr Urheberrecht (bzw. das von Viacom) dadurch verletzt sehen.

Es geht um die beiden Parodien hier und hier

(Direktlinks der Bilder sind bis zur Klärung der Sache sicherheitshalber offline).

Ich sehe das nicht als Urheberrechtsverletzung, da ich die Bilder nur verlinkt habe und es sich außerdem um Satire handelt, die nach §24 UrhG keiner Genehmigung durch den Rechteinhaber bedarf, sofern es sich bei ihr um ein eigenständiges Werk handelt…mal schauen, wie mein Anwalt das sieht und dann schauen, wohin die Reise geht. Im Falle einer Asterix-und-Obelix Satire hat der BGH bereits zugunsten des Beklagten entschieden… (BGH, 11.03.1993 – I ZR 263/91).

Man muss MTV zugutehalten, dass es sich hier nicht um die übliche Abzockabmahnung handelt, sondern um eine gebührenfreie (!) und freundlich-sachlich gehaltene Aufforderung, die Inhalte zu entfernen und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Das ist sehr fair und eigentlich nicht übelzunehmen…aber die Rechtslage in diesem Fall ist für mich nicht eindeutig…ich bin für jeden juristisch fundierten Kommentar dankbar. Ich werde kein Schuldeingeständnis ohne Schuld leisten und das ist hier eben die Frage…

Es geht mir hier mehr um die Grundsatzfrage, denn wäre die Abmahnung legitim, hieße dass ja, dass jegliche Satire vom ursprünglichen Verfasser oder Schöpfer aus dem Netz gezogen werden könnte und das kann es ja nun wirklich nicht sein…

cd

Share
nach oben