Archiv für Oktober, 2010
Die Unsterblichkeit des Lehrers – In Memoriam Dr. Heinrich Blume
1Ich sehe sie heute nicht mehr…die echten Lehrer…die Philologen…die, die noch selbst die Bildung besaßen, die sie vermittelten und noch viel mehr davon auch neben ihren Unterrichtsfächern…sie sind ersetzt durch Generationen von Fachidioten, die außer den Pflichtscheinen nichts mehr über ihr Fach wissen und nebenher absolut nichts mehr…die gibt es zuhauf und sind der Grund, warum ich den Lehrerberuf zugunsten der Selbständigkeit geschmissen habe…ich habe die Idioten nicht mehr ertragen…und nun als Hochschuldozent sehe ich, dass die Studierenden dafür nichts können…die Studienordnung verlangt keine Bildung mehr..nur ein paar Scheine…das ist meinem Lehrerideal zuwider..
Schuld an meiner Einstellung war größtenteils ein Mann…mein Chemielehrer Dr. Blume. Ein klassischer Nerd…ein Kauz…er kam morgens in die Schule, ging ins Labor, zog sich seinen alten, angesifften Kittel aus dem Universitätsklinikum an und blieb dann dort bis zum Abend…er hatte nie geheiratet…ins Lehrerzimmer wollte er nicht..er aß lieber im Chemievorbereitungsraum völlig schmerzfrei seine Stulle zwischen Zyanidverbindungen, Apparturen und (meist selbstgebauten) Messgeräten…eine braune Cordhose..ein kariertes Hemd…eine dicke Hornbrille und schwarzgraues Haar mit Beamtenscheitel…so sehe ich ihn immer noch vor mir.
In einer stillen Stunde, in der ich ihn in seinem Reich besuchte, denn wir teilten unsere Aversion gegen Gruppen, so dass ich öfter die Pause bei ihm statt auf dem Hof verbrachte, erzählte er mir, er war eigentlich Arzt…Psychiater…aber er habe den Klinikdienst nicht mehr ausgehalten…er konnte nicht mehr schlafen, wenn er nachts einen Patienten mit Bauchschmerzen wieder nach Hause geschickt hatte, aus Angst, er hätte vielleicht doch den durchgebrochenen Blinddarm nicht bemerkt…er hatte “mal eben” neben dem (1,0er) Medizinstudium auch noch Latein und Anglistik für das Lehramt studiert…er hatte einfach Lust dazu gehabt, weil ihn das Medizinstudium nicht auslastete (!)
Mit uns baute er in der Chemie-AG eine bessere Destille, damit der Schnaps besser wurde (“Sie machen das sowieso, dann kann ich wenigstens verhindern, dass Sie eine Methanolvergiftung kriegen)..braute Honigwein nach Geheimrezept, den er manchmal an besonders liebgewonnene Kollegen verschenkte..er braute mit uns Tränengas…panschte mit uns mit Quecksilber herum…machte alle Versuche, die er “wegen dieser schwachsinnigen Regelungen” nun im Unterricht nicht mehr machen durfte…
Unsere Labornetzgeräte waren Billigschrott..er brauchte aber für manche Versuche Hochfrequenzstrom…bei einem Toilettengang entwarf er auf einem Stück Papier die passende Schaltung ,die auch klein genug war, dass die Platine noch zusätzlich in das Gehäuse passte und baute an einem Nachmittag mit uns die Geräte um…
Wann immer bei einem Versuch etwas explodierte entstand als Nebenprodukt grantiert immer mindestens ein “Twix” (das er immer noch “Raider” nannte…)…er war oldschool…er siezte uns alle und selbst, als er uns später mit Vornamen ansprach, benutzte er das “Hamburger Du”, also den Vornamen mit der “Sie” Form…
Wir liebten seinen trockenen Humor…”Und was, wenn wir das Periodensystem einfach komplett abschreiben?” “Dann werden Sie eingewiesen!”…oder den Tag, an dem er uns einfach mal so die Leistungskursklausur Chemie vor dem Abitur auf Latein stellte…knochentrocken…”Sie haben alle ein Latinum, das müssen Sie können, wenn nicht, gehören Sie nicht hierher!”
Hatte er Lust auf Feierabend, zeigte er uns den “Geist aus der Flasche”…Methylmercaptan…danach war der Chemietrakt immer für den Rest des Tages unbenutzbar, weil keiner den Gestank ertragen konnte…am letzten Schultag vor den Ferien stand bei ihm grundsätzlich Buttersäure auf dem Lehrplan…direkt morgens um 8…er gönnte uns den Unterrichtsausfall..denn DANN war der gesamte Neubau unbenutzbar…
Und ich hatte tiefsten Respekt vor ihm…denn er war kein Fachidiot…ob es griechische Mythologie war, Politik, Geschichte, Philosophie oder etwas anderes…Dr. Blume wusste immer, etwas Differenziertes und Belesenes dazu zu sagen…
Damit hatte er mein Lehreridealbild geprägt…und ist wohl auch Schuld daran, dass ich -eigentlich unbewusst- ihm diesen Weg nachgegangen bin…erst Medizin, Psychologie und Psychiatrie (auch wenn ich dort nie examiniert habe), dann Anglistik und Philosophie…und von ihm habe ich die genannte Aversion gegen “Dummschwätzer und Fachidioten”. Er war und ist mein Idol des gebildeten Pädagogen, der den Nohl’schen “freiwilligen Gehprsam” lebt…er brauchte keine Disziplinarmaßnahmen…nach der ersten Stunde war klar, wer die Ahnung hatte und wer der Chef war…
Und uns verband immer der Zynismus…er war ein tiefmelancholischer Mann, so wie man es oft bei sehr intelligenten und gebildeten Menschen beobachtet…ich glaube fest, dass wer die Welt im Kern verstanden hat, nicht mehr weiterleben wollen kann…
Umso faszinierender fand ich seinen Grund…der exakte Wissenschaftler war tief religiös…”Wenn es das nicht gäbe, dann wäre es besser, wenn morgen einfach alles ‘puff’ machen würde…”..das habe ich nie Verstanden, weil für mich Religion und Rationalität sich immer ausschließen werden…aber ihn hielt es offensichtlich bei Verstand…
Ich beweine ihn nun, vor allem, weil er nur 64 wurde..der Ruhestand war ihm nicht vergönnt…und andere Idioten und Arschlöcher werden hundert…aber das ist immer so….und weil ich mit ihm die vermutlich stärkst Leitfigur in meinem Leben verloren habe…aber so sehe ich auch wieder, dass Lehrer doch unsterblich sind…sie leben in jedem ihrer Schüler – im Guten wie im Schlechten – und in deren Kindern und Enkeln in homöopathischer Dosis weiter..Erziehung pflanzt sich fort…
Ich hoffe, dass ich in 30 Jahren annähernd an seinen Bildungsgrad herankommen werde und vielleicht auch wenigstens einen Schüler so viel auf den Weg geben kann, wie er es konnte…
Leb wohl, Heinrich…
cd
Halloween – Dawn of the Ted
3Pünktlich zum nahenden Halloween müssen natürlich die Egländer wieder zeigen, dass sie die Meister des schwarzen Humors sind. Der beliebte depressiv-alkoholische Teddy “Misery Bear” bereitet mit einer Flasche Jim Beam seinen Halloweenkürbis vor:
cd
Was Mediziner wirklich bewegt
1…das sieht man in der aktuellen Ausgabe der Ärztezeitung. Der Krake, der uns die WM gekostet hat, ist nun endlich verendet, wird aber leider nicht zu einem leckeren Imbiss verarbeitet, sondern soll ein Denkmal bekommen…
Na wenn de Weisskittel sonst keine Sorgen haben…
cd
Hyperaktiver Marienkäfer
2Wer mit hyperaktiven Kindern zu tun hat, wird die Problematik im folgenden Video, das ich bei Verhaltensoriginell gefunden habe, wiedererkennen
Eltern im Netz
7EDIT 05.08.2011: Die Links funktionieren nun wieder. Danke an Krautchan.
Das Schlimmste neben Zeugern Jehovas, Katholiken und anderen Sekten, die einem grundsätzlich ihr Gutmenschentum an die Backe texten wollen, sind Elterninitiativen. Jeder Lehrer kennt sie – so gut wie jeder Lehrer hasst sie…die Frauengruppe, die in den USA schlicht “Soccer Moms” genannt wird. Noch recht jung, durch gut verdienenden Ehemann Hausfrau und viel zu viel Zeit darüber nachzudenken, wie man die Welt retten könnte. Dann wird mal schnell im Internet auf diversen Ratgeberseiten die eigene Paranoia geschürt und dieses dann fein mit Schmierblättern wie “Focus Schule” usw. abgeschmeckt und schon ist die fixe Idee da, man müsse die Kinder auf jeden Fall vor der nächsten Alieninvasion, der totalen Verblödung durch Müsliriegel, dem qualvollen Verenden durch zuwenig rechts-links-wechseldrehende Milchsäurebakterien oder vor tödlichen Unfällen beim unüberlegten Kaugummikauen in Einbahnstraßen beschützen. Schlimmstenfalls avanciert dieser Typus Mutter dann zur Schulpflegschaftsvorsitzenden und führt so schöne Dinge wie den Origami-Nachmittag, Friedensmärsche gegen den Krieg bewaffneten Konflikt in Afghanistan oder ganzheitliches Gruppenkuscheln ein…oder auch die berüchtigten Sozialtrainings und andere Veranstaltungen, die alle Norwegerpulli-und-Birkenstock-Weltverbesserer magisch anziehen.
Und wenn das noch nicht reicht, gründet man eine Bürgerinitiative zur Rückfallprävention koksender Eichhörnchen auf Klassenfahrten oder so…
Wer angesichts dieser Exemplare auch nicht mehr weiss, ob er lachen oder weinen soll (ich habe beides aufgegeben, ich schiesse sofort scharf!), dem sei die folgende Seite empfohlen:
www.eltern-im-netz.net – Eltern gegen die mediale Verrohung der Jugend
Eigentlich ist die Seite als Satire geacht…aber irgendwie kann ich darüber nicht so recht lachen…die Artikel, wie beispielsweise das “Amok-Alphabet” oder “Überwachung im Kinderzimmer” sind einfach zu nah an der Realität…
cd
Qualitätscontent: Pädophile und was man gegen sie tun kann
6Der Titel dieses Beitrages ist recht provokativ gewählt, aber angesichts des Machwerkes “Tatort Internet” bei RTL2 für das sich ausgerechnet die Ehefrau des Kriegsministers zu Guttenberg hergibt, sehe ich mich genötigt, heute doch einmal die Hintergründe aus psychologischer Sicht auszuleuchten…
Die Eingangsfrage ist wohl die am meisten gestellte Frage von Laien bezüglich der Thematik. Der Begriff der Pädophilie wird mit “Kinderschänder” automatisch gleichgesetzt, was einfach sachlich nicht richtig ist. Frau von und zu Guttenberg hat eine neue Form der modernen Hexenjagd losgetreten, die gewohnt RTL-niveaulos eine Hexenjagd auf Pädophile veranstaltet, damit die Zuschauer ihre projektive Genugtuung haben, dass “wieder so ein Schwein geschnappt” wurde…nur in dieser Hexenjagd liegt die Crux des Problems und ich behaupte, genau diese wird eher zu einer steigenden Zahl an Todesopfern führen als zu einer verringerten. Warum ich das denke? Dafür muss ich relativ weit ausholen. Alle Psychotherapeuten, Psychiater und Psychologen bitte weghören, ich versuche, es so einfach wie möglich zu erklären:
1. Der Begriff der “Kindheit”
Wie ich bereits in einem Eintrag zum sehr dünnen und brüchigen Eis der Geschehnisse während der Kinderladenbewegung kurz anriss, ist unser Kindheitsbegriff ein willkürlich gewählter. Somit basiert auch die Rechtslage zum Jugendschutz etc. auf ebendieser willkürlich gesetzten Grenze. Biologisch gesehen spricht ab dem Punkt der Geschlechtsreife, also mit der Menarche nichts gegen Geschlechtsverkehr und Fortpflanzung. Aufgrund der geringen Lebenserwartung in früheren Zeiten war dies auch oft das Heiratsalter. Die Auferlegung einer “Minderjährigkeit” ist Produkt der Moderne mit ihrer Medizin und der daraus resultierenden massiv erhöhten Lebenserwartung.
Auch das homoerotische Verhältnis von Männern zu Knaben in der griechischen Antike war damals gesellschaftlich normal. Es begründet sogar die Form des Verhältnisses zwischen Erzieher und Edukanden, wenngleich die Komponente der platonischen Liebe heute in den Hintergrund getreten ist. Das “Gymnasium” kommt nunmal von “gymnos” = “nackt”.
Im englischen Mittelalter trug das Theater zur Feminisierung von Knaben bei, da es damals verboten war, Frauen als Schauspielerinnen einzusetzen und somit alle Frauenrollen von Knaben gespielt wurden. William Shakespeare beispielsweise beschreibt in seinen Sonetten auch die Liebe zu seinem “young boy”.
Aus rein biologischer Sicht ist also der Begriff “Pädophil” ein schwieriger, wenn nicht gerade Kleinkinder Objekt der Begierde sind.
2. Etwas Sexualpsychologie – Sex, Gender und Objektverschiebungen
Wer sich mit den tieferen Hintergründen der Objektverschiebungen und was so alles zum Sexualobjekt werden kann (mein Favorit: Die Objektsexualität. Eine Schwedin war rechtskräftig mit der Berliner Mauer verheiratet..), dem empfehle ich zum Einstieg: Fiedler, Peter: Sexuelle Orientierung und sexuelle Abweichung. Heterosexualität – Homosexualität – Transgenderismus und Paraphilien – sexueller Missbrauch – sexuelle Gewalt).
Im Knappen und für Laien erklärt: Das Objekt unserer Sexualität ist im Regelfall die erwachsene Person des anderen Geschlechts. Das ist keineswegs nur genetisch bedingt, sondern zum großen Teil auch Erziehung und Sozialisation. Aufgrund diverser Sozialisations- und Erziehungsbedingungen kann es zu Abweichungen dieser Objektwahl kommen. In der aktuellen Diskussion spricht man wegen des problematischen Normalitätsbegriffes innerhalb der sex-gender-Debatte von “Geschlechtsrolle” und von somit “geschlechtsrollenkonformem” und “nicht geschlechtsrollenkonformem” Verhalten. In diesen Bereich fällt eben auch die sexuelle Orientierung. Die “Geschlechtsrolle” oder eben das “gender” ist die gesellschaftliche Erwartung, die am biologischen Geschlecht, dem “sex” hängt. Die Gesellschaft erachtet es als normal, dass ein erwachsener Mann eine erwachsene Frau als Sexualobjekt nimmt und umgekehrt. Die bekannteste Form des nicht geschlechtsrollenkonformen Verhaltens wäre also die Homosexualität, die schon lange depathologisiert ist.
Je nach den herrschenden Lebensumständen des Kindes aber kann sich der Geschlechtstrieb auch auf völlig andere Objekte richten. Wie eben erwähnt also auch physische Objekte wie Gebäude oder Maschinen, auf Tiere, Pflanzen (speziell Bäume) usw. Eine Unterform dieser Objektverschiebung wäre der Objekt- oder Körperteilfetischismus, dessen Mechanismus hier aber erstmal aussenvor bleiben soll. Somit ist es auch möglich, dass der Sexualtrieb auf Kinder ausgerichtet wird oder bleibt:
3. Ursachen der Pädophilie
Auch hier bleibe ich knapp und verweise auf die entsprechende Fachliteratur zum tieferen Verständnis. Wieder einfach für Laien:
Es gibt in den gängigen Theorien zwei Hauptmöglichkeiten, eine Pädophilie zu entwickeln:
a ) Die Entwicklungsstörung
- Aufgrund mehr oder weniger traumatischer (oder anderweitig stark prägender) Erlebnisse wird die weiterentwicklung des Geschlechtstriebes schon bereits vor oder spätestens nach der Latenzphase gehemmt. Die sexuelle Objektwahl bleibt also auf kindlichem Niveau und sucht sich somit ein kindliches Objekt. Dies kann sowohl in hetero- wie auch homosexueller Variante geschehen und ist übrigens nicht nur auf Männer beschränkt! Knapp gesagt also ist der Patient gewissermaßen “sexuell zurückgeblieben”. Mit dieser Zurückgebliebenheit können auch weitere Aspekte einer “zurückgebliebenen” Persönlichkeitsstruktur auftreten, was häufig so ist, es müssen aber nicht zwingend solche vorliegen.
b) Die Regression
Als Regression bezeichnet man in der Psychoanalyse einen Rückfall einer weiterentwickelten Persönlichkeitsstruktur auf frühere, meist kindliche Muster. Diese Theorie der Pathogenese bezeichnet den Fall, dass eine Person mit ursprünglich altersgemäß entwickelter Objektwahl durch ein traumatisches Ereignis auf eine frühere Stufe zurückfällt. Eine traumatische Enttäuschnung also durch einen gleichaltrigen Sexualpartner die bei entsprechend strukturierter Persönlichkeit einen Rückzug zu kindlichen und somit nicht als bedrohlich empfundenen Objekten zur Folge hat.
Der Knackpunkt an diesen Begriffen ist die oben erwähnte Problematik, dass die Grenzziehung zwischen “Kind” und “Erwachsener” eine willkürliche ist. Insofern ist die Erziehung zum geschlechtsrollenkonformen Verhalten auch durch dieses Paradigma beeinflusst. Nicht aus rationaler Überlegung oder großer wissenschaftlicher Erkenntnis heraus, sondern weil dies eben so festgelegt wurde. Man beachte den Begriff “unSITTlich”…der von “Sitte” kommt…insofern sind auch die Grenzen zwischen “normalem” und “kranken” Verhalten nicht eindeutig zu ziehen…daraf begründen sich auch juristische Sonderregelungen, die unter bestimmten Umständen den sexuellen Kontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Minderjährigen nicht unter Strafe stellen.
4. Pädophile vergewaltigen und töten kleine Kinder
Das ist so die landläufige Meinung zu Menschen mit dieser Sexualstörung. Auch da muss ich vehementest widersprechen. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Betroffenen hat komorbide Sexualstörungen, die dazu führen, dass die Betroffenen sich durch Gewalthandlungen am Opfer oder dessen Tötung sexuell erregen oder dadurch Befriedigung erlangen. Die Chance, dass ein Kind durch einen “Kinderschänder” getötet wird, ist ungefähr genauso groß wie die, dass eine erwachsene Frau von einem auf erwachsene Objekte ausgerichteten Triebtäter umgebracht wird.
Die Betroffenen lieben ja tatsächlich Kinder..mit allem was dazugehört. Insofern käme es dem “normalen” Pädophilen, also ohne weitere Komorbiditäten, gar nicht in den Sinn, dem geliebten Objekt etwas zuleide zu tun. Aber warum kommt es dann immer wieder zu Tötungen von Kindern durch Pädophile Täter?
Aufgrund der genannten gesellschaftlichen Situation stehen die Betroffenen (wie auch alle anderen Betroffenen nichtalltäglicher sexueller Neigungen) unter einem großen psychischen Druck. Sie haben das Bedürfnis, ihre Neigungen frei auszuleben, sind sich aber bewusst, dass sie sich damit Strafverfolgung und Stigmatisierung aussetzen. In leichten Fällen ist dieser Druck zu ertragen und die Betroffenen verschaffen sich alleine durch Masturbationsphantasien oder Objekte von Kindern (meist Kleidungsstücke) oder durch die Stimulation mittels Bildmaterial (was beileibe nicht immer Pornographisch sein muss…einem Pädophilen ohne Gewaltbezug im Sexualtrieb sind die oftmals in Kinderpornographie dargestellten Gewalthandlungen gegen Kinder genauso zuwider wie Menschen mit konformer Objektwahl) sexuelle Befriedigung. In manchen Fällen jedoch wird der Triebdruck so stark, dass er nicht länger unterdrückbar bleibt, weil die Masturbation nicht in vollem Maße zur Befriedigung führt. Dort kann es dann zu Übergriffen minderer Schweregrade, also unsittlichem Berühren etc. kommen.
Reicht auch dies nicht mehr aus, werden in den Phantasien die ersten Pläne geschmiedet. Um es kurz zu machen: Irgendwann wird aufgrund des Leidensdruckes die Phantasie in die Tat umgesetzt. Das betroffene Kind wird aber nicht aus Lust, sondern aus Angst vor Entdeckung getötet. Der Täter lässt den einzigen Zeugen verschwinden. Oftmals bringen sich die Täter damit selbst in schwere psychische Konflikte, da sie zu ihrer eigenen Sicherheit das geliebte Objekt töten müssen….
Wie bereits erwähnt, liegt in den meisten Fällen eben keine sexuell besetzte Tötungsphantasie in den Betroffenen vor.
5. Warum mehr Tote durch “Tatort Internet” ?
Wie erwähnt töten die Täter die Kinder meist nicht aus Lust, sondern nur um die Spuren zu verwischen. Eine Sendung, die eine derartige Hexenjagd veranstaltet und das Bild des wahnsinnigen perversen Kinderschänders noch weiter in der Öffentlichkeit schürt, erhöht auch den psychischen Druck auf die Betroffenen. Insofern halte ich es knapp gesagt für möglich, dass es nach Übergriffen durch diesen erhöhten öffentlichen Druck eher noch zu mehr “Angsttötungen”, wie ich sie mal bezeichnen möchte, kommen könnte. Auch eine erhöhung der Suizidrate bei Pädophilen halte ich für denkbar, da sie durch diese Sendungen ihre eigene “Abartigkeit” noch mehr vor Augen geführt bekommen…
6. Was kann man denn nun gegen Pädophile tun?
Diese Frage wird oft gestellt und meistens populistisch mit “einsperren” beantwortet. Aus oben genannten Gründen halte ich dies allerdings für absolut katastrophal. Um die Differenzierung vorher klarzumachen: Ich spreche nun nicht von Betroffenen, die noch zusätzlich mit sadistischen Neigungen komorbide sind und aus Gewalt- und Tötungshandlungen Lust ziehen würden. Das fällt für mich in den “ganz normalen” Bereich des Triebtäters und diese sind natürlich zum Schutze der Öffentlichkeit entsprechend unterzubringen, bis die Symptomatik entsprechend therapiert ist und von ihnen keine Gefahr mehr für die Gesellschaft ausgeht. Aber auch diese potenziellen oder bereits straffällig gewordenen Täter sind als Patienten, nicht als Verbrecher zu behandeln…aus oben genannten Gründen halte ich alle Sexualstraftäter, die an schwereren Störungen leiden, für zumindest vermindert schuldfähig..aber das will ich nun hier nicht näher ausführen.
Mir geht es hier um den großen Teil völlig harmloser Pädophiler und da muss die Frage gestellt werden: MUSS man denn überhaupt was GEGEN diese tun? Meine These ist die, dass man zur Prävention von Straf- und Gewalttaten eher etwas FÜR die Pädophilen tun muss.
Die Berliner Charité macht es vor: Mittels der Aktion “Kein Täter werden” bietet die Charité kostenlose Beratung und Therapie für pädophile Männer, die sich freiwillig “outen”. Bei dieser Aktion handelt es sich um zwei Forschungsprojekte:
1. Das Projekt “Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld”
“Im Rahmen des Forschungsprojekts “Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld” finden seit Juni 2005 Männer, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien haben, aber keine Übergriffe begehen wollen therapeutische Unterstützung.”
2. Das Projekt “Prävention von Kinderpornografiekonsum im Dunkelfeld”
“Im Rahmen des Forschungsprojekts “Prävention von Kinderpornografiekonsum im Dunkelfeld” bietet das Institut für Sexualmedizin der Charité Beratung und Therapie für Männer mit auf Kinder gerichteten sexuellen Fantasien, die befürchten, zukünftig Kinderpornografie zu nutzen oder die einen solchen Nutzen einstellen wollen.”
Ähnliche Forschungsprojekte oder Sprechstundenangebote gibt es auch an anderen Universitätskliniken und therapeutischen Einrichtungen in ganz Deutschland. Beispielsweise in Greifswald, in Frankfurt am Main, in Regensburg etc. Im Prinzip kann das jede gut sortierte sexualmedizinische Ambulanz.
7. Mein Fazit für die Prävention sexuell motivierter Straftaten gegen Kinder
Der richtige Weg wäre für mich also folgender:
- Deutlich mehr Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Aufklärung über Sexualstörungen, insbesondere Pädophilie. Die Betroffenen dürfen sich nicht länger als “Aussätzige” fühlen, sondern müssen wissen, dass ein freiwilliges “Outing” keine gesellschaftlichen, beruflichen oder andere Konsequenzen hat. Der richtige Weg wäre, dass ein Patient genauso selbstverständlich mit den Worten “Ich bin pädophil.” in eine Ambulanz gehen kann, wie mit dem Satz “Ich habe Durchfall.” oder “Ich bin depressiv.”
- Die Etablierung entsprechender Ambulanzen, auch anonym, um die Signalwirkung zu verstärken, dass auch Pädophlie aus therapeutischer Sicht nur eine von vielen Störungen ist und genauso ernstgenommen und behandelt wird, wie eine Depression, eine Angststörung etc.
- VERNÜNFTIGE Dokumentation entsprechender Projekte durch seriöse Medien, anstatt Brot und Spiele im Sinne von “Tatort Internet” bei journalistischen Rohrkrepieren wie RTL noch dazu mit völlig fachfremden Aktionisten wie Frau von und zu Guttenberg, die sich in meinen Augen damit nicht als Kinderschützerin profiliert, sondern eher massive Einbussen ihres Images damit erzeugt, sich und ihren guten Namen für ein derart undifferenziertes, reisserisches Machwerk herzugeben
- Weg mit den wirkungslosen Internetsperren, die teurer Unfug sind und nur Zeugnis informationstechnischer Inkompetenz der Regierung. Stattdessen sollte das Geld viel mehr in internationale Polizeiarbeit gesteckt werden. Es geht ja nicht primär um die Konsumenten. Die bekommen das Zeug ja doch immer wieder. Was nützt mir ein DNS-Filter, wenn ich über eMule, Limewire etc. mit de entsprechenden Suchgbegriffen doch innerhalb von Sekunden an harte Kinderpornographie komme…Es geht primär um die Produzenten von harter Kinderpornographie, die oftmals selbst gar keine pädophilen Neigungen haben, sondern sich nur an den Betroffenen bereichern und die Kinder für ihren Profit instrumentalisieren. Dafür müssen internationale Rechtsgrundlagen geschaffen werden, die es im Moment jedoch nirgendwo gibt.
So, bis dahin erstmal mein Senf dazu…sorry…wenn ich die Guttenberg sehe, bekomme ich einen akuten Hals…
cd
Gunther von Hagens Body Shop – Jetzt auch für Zuhause
1Ich hatte ja schon immer die Assoziation…immer wenn ich eine Filiale des “Body Shop” sehe, sehe ich im Geiste davor den Namen Gunther von Hagens…aus purem Zynismus ist nun Wirklichkeit geworden. Bald kann man Gunther von Hagens’ patentierte plastinierte Leichen auch online kaufen..ab dem 3. November 2010 gehts los…
In Zukunft lasse ich mir den Dümmsten jedes Jahrganges für die Ewigkeit als Mahnmal plastinieren…so mit nem Schild “Hausaufgaben vergessen” oder “Konnte keine Vokabeln”. Das motiviert sicher zusätzlich zu dem präparierten Raben über meiner Bürotür…der heisst übrigens “Nevermore”…
cd
Paarung in Schweden vs. Paarung in Deutschland
1So verschieden können Nationen sein:
In Schweden lädt man eine Frau mit dem Satz “Vill du fika?” zum Kaffee ein.
In Deutschland lädt man eine Frau mit dem Satz “Möchtest Du noch einen Kaffee bei mir?” zum Ficken ein.
Sachen gibts…
cd
Fall Dutroux – Anwalt der Opfer wegen Besitzes von Kinderpornographie verurteilt
3Ist zwar schon vom 14. Oktober, aber trotzdem was zum Lachen…der Anwalt der Opfer des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux..Quell so vieler Witze über die Belgier wie z.B. “Woran hält sich ein Belgier beim Sex fest?” “Am Schulranzen!”…ist nun selbst wegen Besitzes von Kinderpornos verurteilt worden…ups…
Tagesschau: Dutroux-Opferanwalt wegen Kinderpornos verurteilt oder Tagesanzeiger.ch: Fall Dutroux: Anwalt konsumierte Kinderpornos
cd
Selbstmörder fällt vom Himmel
1ups…nun ist man nicht mal mehr auf dem Lande in seinem “Reiterstüberl” sicher…wenn man wirklich Pech hat, stürzt sich ein Selbstmörder aus einem Flugzeug und durchschlägt das Dach…
Stylisher als Möllemann!
cd

















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