Ein blindes Huhn fliegt auch mal vor ein Getreidesilo…

So ist es heute beim Schulspiegel…ein sehr gutes Interview mit dem Erziehungswissenschaftler und Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann.

Er bringt das Problem aktuell Pubertierender auf einen ziemlich guten Punkt:

“Die Jugendlichen entwickeln ein sehr unrealistisches Ich-Ideal, weil es ihnen an Erfahrungen fehlt. Es speist sich vor allem aus Tagträumen und fiktionalen Glücksvorstellungen. Überall schweben ihnen Medienbilder vor Augen, die zum Nachahmen auffordern. In meiner Beratungspraxis erlebe ich oft, wie verzweifelt sie versuchen, diesen Idealen gerecht zu werden.”

und weiter:

“Ihr Ich-Ideal löst sich von der Realität, es spaltet sich ab. Sie imaginieren sich als großartig, gehen aber jeder Probe aus dem Weg. Diese Kinder sind völlig verzweifelt, wenn sie eine Fünf in Mathe haben, aber nichts auf der Welt kann sie dazu bringen, sich auf die nächste Arbeit vorzubereiten. Sie wollen sich dem Realen nicht stellen, das Ich-Ideal wäre dann gefährdet. Und das ist neu.”

Zu den Begriffen “Imaginäres”, “Reales”, “Phantasma” und “Ich-Ideal” bitte bei Jacques Lacan nachschauen. Besonders empfehle ich seinen Grundlagentext “Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion”. Wer es schafft, bitte im Original. Das Deutsche ist wie immer ungeeignet, weil es weder zwischen “I” und “Me” (Mead) differenziert, noch zwischen “je” und “moi” (Lacan)…das ist immer beides “ich” und führt zu Verwirrung..

cd

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