Ich weiß, dass ich mich mit dem folgenden Blogeintrag tierisch in die Nesseln setzen werde, aber ich schreibe ihn trotzdem…

Grund für mein saures Aufstoßen ist ein Artikel des Schulspiegels, den ich gerade gelesen habe:

Nazi-Slogan: CDU stoppt Kampagne „Jedem das seine“

Ja, verdammt, die Nazis haben die krumme Übersetzung des alten „suum cuique“ als Wahlspruch des Konzentrationslagers Buchenwald genutzt…
Der Spiegel bemerkt aber schon halbrichtigerweise: „Ursprünglich wurde er geprägt vom römischen Staatsmann und Philosophen Cato dem Älteren“…
Dieser benutzt „suum cuique“ aber auch schon in der Übersetzung, denn man findet den Begriff bereits in Platons „Politeia“, das Sprichwort ist also noch viel älter…

Die Schüler-Union NRW hatte in einer Kampagne gegen die Gemeinschaftsschule den Slogan „Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine“ gewählt und wurde durch die CDU gestoppt…man mag von der Christlich-Debilen Union halten, was man will…und von den JuSos halte ich noch weniger…aber generell geht es mir auf den Zeiger, dass derartige Dinge immer wieder passieren….

Meine Meinung dazu ist:

Wenn wir in Deutschland echt jeden Begriff, der von den Nationalsozialisten missbraucht, pervertiert und umgedeutet wurde, für alle Zeiten zum Tabu erklären, DANN und GENAU DANN bekommt der alte Schicklgruber sein tausendjähriges Reich, das er sich so gewünscht hat…
Mein Traum wäre eher, dass wenn ich als alter Mann ein Lexikon in die Hand nehme, ich unter dem Begriff als Randnotiz lese, dass dieser in der Zeit des Nationalsozialismus umgedeutet wurde, aber nun wieder in seiner alten Bedeutung bekannt ist…die, das einfach „Jeder nach seiner Fasson selig“ werden soll und darf…die Grundlage eines jeden demokratischen Staates…

Ok…verreisst mich…

cd

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