Kernberg der Kinderschänder
Ohje…vor dem Schlafengehen stolpere ich doch noch über eine Seite, die ich nicht unkommentiert lassen kann.
Es handelt sich um die Seite www.oedipus-online.de, die es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, die „Psychoanalyüge“ zu „verstehen“…ich habe die Seite nur kurz überlesen, komme aber überein, dass deren Autor -mit Verlaub- seinen eigenen Lattenschuss nicht gehört, oder -professioneller ausgedrückt- seine Gegenübertragung nicht im Griff hat, bzw. den therapeutischen Abstand nicht auf die Reihe bekommt…
Siehe dazu z.B. die Ausführungen des Autors zu Otto F. Kernberg…
Dort heißt es beispielsweise:
„Auf der Grundlage seiner theoretischen Sicht kommt Kernberg dann in der Praxis zu einer beispiellosen Gleichgültigkeit und Kälte gegenüber den Leidenserfahrungen seiner KlientInnen.“
Am Ende der Seite bezeichnet der Autor ihn als das „Contergan der Psychotherapie“….
Begründet ist dies u.a. auf folgender Aussage: „ Kernberg benennt freimütig, was seiner Vorstellung nach ein guter Therapeut können sollte: ‚Wir müssen uns also mit dem Kommandanten des Konzentrationslagers, mit dem Folterer in der Diktatur, mit dem inzestuösen Vater, mit der sadistischen Mutter identifizieren können. Wir müssen so auch die Lust verspüren am Zerstören, die Lust, eine Brandbombe zu werfen, die Lust sadistische Aggressionen zu verspüren, denn die Bereitschaft dafür haben wir alle in unserem Unbewußten.‘ Gleichzeitig sei Mitleid mit den PatientInnen tabu.“
Ich lasse das mal so stehen und sage, dass der Autor dieser Seite die Psychoanalyse nach Kernberg in Bezug auf die Borderline-Persönlichkeit und Borderline aus posttraumatische Störung nebst der Rolle des Therapeuten in ihren Grundlagen sowas von nicht verstanden hat, dass ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll…
Die „Behandlung, die zwingend zu einer Verschlechterung desjenigen führen muss, derjenigen führen muss, die ihr ausgesetzt ist“ -ich maße mir an, sagen zu dürfen, dass der Autor offensichtlich von ausschließlich weiblicher Klientel bei der Borderline-Störung ausgeht- führt nach meiner Erfahrung in vielen Fällen zu einer Verbesserung….und ich habe angesichts meines Fallmateriales keine Verlanlassung, von meinen therapeutischen Grundlagen abzuweichen…
Wer nicht in der Lage ist, einen Abstraktionsgrad von seiner eigenen Person zu erreichen, der es ihm ermöglicht, selbst gegenüber einem Kinderschänder oder Massenmörder Empathie zu empfinden -es handelt sich auch in diesen Fällen um menschliche(!) Wesen-, um im Rahmen von Therapie Erkenntnis zu erzeugen, die letztlich weg vom Hass auf das Objekt hin zur Integration des Traumas führt, der sollte sich von diesem Gebiet lieber fernhalten…gerade wenn die Sichtweise derart undifferenziert ist, wie in diesem Falle…
cd
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