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Austherapiert

So, die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Lerntherapeuten in Georgsmarienhütte ist rum. Die Tagungsstätte Haus Ohrbeck ist wirklich schön gelegen und empfehlenswert, Zimmer und Verpflegung sind gut und ich habe dort eine ganze Menge Vorurteile gegen Lerntherapeuten beerdigen müssen..
Hat Spaß gemacht, dort vorzutragen. Punktlandung mit der letzten Folie um 17.15, Ritterschlag von Edith-Maria Soremba, und nun die dort eingefangene Grippe auskurieren...Ohrbeck ist rauchfrei und ich war nachts natürlich zu faul, meine Jacke vom Zimmer zu holen um draußen zu rauchen...

Folien zum Themenkomplex Narzissmustheorie, Borderline, Amok etc. gibt es für Interessierte im Downloadbereich.


cd

Kernberg der Kinderschänder

Ohje...vor dem Schlafengehen stolpere ich doch noch über eine Seite, die ich nicht unkommentiert lassen kann.

Es handelt sich um die Seite www.oedipus-online.de, die es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, die „Psychoanalyüge“ zu „verstehen“...ich habe die Seite nur kurz überlesen, komme aber überein, dass deren Autor -mit Verlaub- seinen eigenen Lattenschuss nicht gehört, oder -professioneller ausgedrückt- seine Gegenübertragung nicht im Griff hat, bzw. den therapeutischen Abstand nicht auf die Reihe bekommt...
Siehe dazu z.B. die Ausführungen des Autors zu Otto F. Kernberg...

Dort heißt es beispielsweise:

„Auf der Grundlage seiner theoretischen Sicht kommt Kernberg dann in der Praxis zu einer beispiellosen Gleichgültigkeit und Kälte gegenüber den Leidenserfahrungen seiner KlientInnen.“

Am Ende der Seite bezeichnet der Autor ihn als das „Contergan der Psychotherapie“....

Begründet ist dies u.a. auf folgender Aussage: „ Kernberg benennt freimütig, was seiner Vorstellung nach ein guter Therapeut können sollte: ‚Wir müssen uns also mit dem Kommandanten des Konzentrationslagers, mit dem Folterer in der Diktatur, mit dem inzestuösen Vater, mit der sadistischen Mutter identifizieren können. Wir müssen so auch die Lust verspüren am Zerstören, die Lust, eine Brandbombe zu werfen, die Lust sadistische Aggressionen zu verspüren, denn die Bereitschaft dafür haben wir alle in unserem Unbewußten.‘ Gleichzeitig sei Mitleid mit den PatientInnen tabu.“

Ich lasse das mal so stehen und sage, dass der Autor dieser Seite die Psychoanalyse nach Kernberg in Bezug auf die Borderline-Persönlichkeit und Borderline aus posttraumatische Störung nebst der Rolle des Therapeuten in ihren Grundlagen sowas von nicht verstanden hat, dass ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll...
Die „Behandlung, die zwingend zu einer Verschlechterung desjenigen führen muss, derjenigen führen muss, die ihr ausgesetzt ist“ -ich maße mir an, sagen zu dürfen, dass der Autor offensichtlich von ausschließlich weiblicher Klientel bei der Borderline-Störung ausgeht- führt nach meiner Erfahrung in vielen Fällen zu einer Verbesserung....und ich habe angesichts meines Fallmateriales keine Verlanlassung, von meinen therapeutischen Grundlagen abzuweichen...
Wer nicht in der Lage ist, einen Abstraktionsgrad von seiner eigenen Person zu erreichen, der es ihm ermöglicht, selbst gegenüber einem Kinderschänder oder Massenmörder Empathie zu empfinden -es handelt sich auch in diesen Fällen um menschliche(!) Wesen-, um im Rahmen von Therapie Erkenntnis zu erzeugen, die letztlich weg vom Hass auf das Objekt hin zur Integration des Traumas führt, der sollte sich von diesem Gebiet lieber fernhalten...gerade wenn die Sichtweise derart undifferenziert ist, wie in diesem Falle...




cd

Borderline bei Stern TV

Auweh...Günther Jauch hat wieder zugeschlagen...ich bin durch einen Suchbegriff in den Logs drauf gestoßen...und DAS noch an meinem Geburtstag...wie furchtbar...
Klassischer Privatsendermüll...mal wieder wird die Borderlinestörung als die absolute Horrorkrankheit dargestellt, mit Kriminalität, Abusus, Kriminalität usw..

STERN-TV: Borderline-Syndrom: ‚Bis nur noch Erschießen übrig blieb‘

Dort heißt es u.a.: „Wegen seines Drangs zu sterben rutscht Peter Detert in die Kriminalität: Er bricht in eine Arztpraxis ein, um sich Tabletten zu besorgen. Aus den Psychiatrien, in die er eingewiesen wird, gelingt ihm stets die Flucht. Dort finanziert er sich sein Leben durch Diebstähle und Einbrüche. Schließlich plant er, sich zu erschießen: Dafür bricht er in eine Polizeistation ein, lässt eine Maschinenpistole und eine Neun-Millimeter-Pistole mitgehen. Jetzt wird mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm gefahndet.“

Himmel, Rektum und Zwirn...da reißt man sich besagten Körperteil auf, um in Vorträgen, Tagungen, Schulungen etc. den Menschen klarzumachen, dass Menschen mit Borderline nicht alles ritzende, gewaltbereite Psychopathen sind und dann kommt Wer-wird-Bildungsverliere-Jauch und haut alles wieder zusammen...schöne neue Medienwelt...

cd