Ansbach
Wird Deutschland immer psychotischer?
18/09/09 22:46 Abgelegt unter:
Psychologie
Es ist schon öfter darauf verwiesen
worden, darum nur kurz:
Die Jungen Medien Hamburg haben heute folgenden Artikel veröffentlicht: Immer mehr Selbstmorde und Amokläufe in Deutschland
Der recht knappe Artikel sammelt im Grunde nur ein paar Links über Amok und Suizide zusammen. Lustig ist, dass zwar erst reißerisch betitelt wird, ein paar Zeilen später aber sagen sie, es gäbe keine konkreten statistischen Daten aus Deutschland und bieten stattdessen welche aus Frankreich und einen Link zu einer Pro7-Doku an..
Nuja, hauptsache Leser mit der Titelzeile ködern...
Der Verweis auf die Suizidrate in der Depression nach 1918 ist zwar löblich, aber sicher nicht völlig auf heute übertragbar...dass im Zuge der Wirtschaftskrise die Suizidrate hochgehen wird ist keine Erkenntnis, für die man viel Psychologie studiert haben muss.
Komplettiert wird das ganze mit einem Verweis auf einen älteren Artikel der JMH zum Thema "Medien und Amok", bezogen auf Emsdetten.
Lichtblick ist der Verweis auf den einzigen halbwegs wissenschaftlichen Text, den ich hier auch nochmal verlinken möchte:
Deutsches Ärzteblatt (31.03.2006): Psychische und Verhaltensstörungen - Die Epidemie des 21. Jahrhunderts?
Zwar würde ich analog zur Kriminalitätsstatistik nicht unbedingt behaupten, dass sich die Fälle häufen...es kann ja auch sein, dass die Kranken nun mehr auffallen
cd
Die Jungen Medien Hamburg haben heute folgenden Artikel veröffentlicht: Immer mehr Selbstmorde und Amokläufe in Deutschland
Der recht knappe Artikel sammelt im Grunde nur ein paar Links über Amok und Suizide zusammen. Lustig ist, dass zwar erst reißerisch betitelt wird, ein paar Zeilen später aber sagen sie, es gäbe keine konkreten statistischen Daten aus Deutschland und bieten stattdessen welche aus Frankreich und einen Link zu einer Pro7-Doku an..
Nuja, hauptsache Leser mit der Titelzeile ködern...
Der Verweis auf die Suizidrate in der Depression nach 1918 ist zwar löblich, aber sicher nicht völlig auf heute übertragbar...dass im Zuge der Wirtschaftskrise die Suizidrate hochgehen wird ist keine Erkenntnis, für die man viel Psychologie studiert haben muss.
Komplettiert wird das ganze mit einem Verweis auf einen älteren Artikel der JMH zum Thema "Medien und Amok", bezogen auf Emsdetten.
Lichtblick ist der Verweis auf den einzigen halbwegs wissenschaftlichen Text, den ich hier auch nochmal verlinken möchte:
Deutsches Ärzteblatt (31.03.2006): Psychische und Verhaltensstörungen - Die Epidemie des 21. Jahrhunderts?
Zwar würde ich analog zur Kriminalitätsstatistik nicht unbedingt behaupten, dass sich die Fälle häufen...es kann ja auch sein, dass die Kranken nun mehr auffallen
cd
Warum Schulpsychologen nicht gegen Amoklauf helfen
18/09/09 17:19 Abgelegt unter:
Pädagogik | Psychologie
Ok, die Tat am Carolinum in Ansbach
ist nun einen Tag her, schon kommen die Patentrezepte. Bereits im
Kontext von Erfurt, Winnenden etc. wurde der Ruf nach mehr
Schulpsychologen und Sozialarbeitern an Schulen immer lauter.
Der STERN titelt heute beispielsweise "Polizeigewerkschaft zum Amoklauf: Deutschlands Schulen sind nicht sicher!" und finanznachrichten.de berichtet unter Berufung auf die Rheinische Post gar, die NRW Schulministerin Barbara Sommer wolle "nach Amoklauf 1000 neue Schulpsychologen".
In den Jahren in der Schulforschung habe ich dazu recht einschläigige Erfahrungen gemacht und halte bis heute die Annahme, Schulpsychologen und Sozialarbeiter an Schulen könnten Amokläufe verhindern, für nicht haltbar. Gleichzeitig denke ich auch, wird eine flächendeckende Ausstattung aus finanziellen Gründen nie passieren.
Warum funktioniert das ganze nicht? Ein paar Erfahrungen dazu:
1. Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort ein Büro haben sind automatisch mit dem System Schule assoziiert. Generell schuloppositionelle Schüler werden diese nicht freiwillig, sondern nur unter Zwang aufsuchen. Psychologen und Sozialarbeiter können zwar schweigen, aber nicht zu jedem Sachverhalt. In strafrechtlich relevanten Dingen müssen sie die Schulleitung informieren, die dann entscheidet, ob die Sache an die Polizei geht. Das ist den Schülern bekannt, also werden sie die in diesem Kontext wirklich interessanten Dinge nicht erzählen, selbst die Fünftklässler haben den Bogen der Desinformation recht gut raus und wissen auch um ihre Strafunmündigkeit.
2. Dieser Umstand führt dazu, dass man letztendlich als Strafinstanz endet. Ich habe an einer Schule die Supervisionsgruppe eines Betreuungsteams geleitet und in dem Rahmen versucht, ein Counsellingkonzept zu etablieren, dessen Grundsatz die Freiwilligkeit seitens der Schüler ist.
Am ersten Tag des Versuchs, ich bin noch gar nicht in meinem Büro, höre ich bereits über die Schulsprechanlage (die in allen Klassenräumen zu hören war!) nur, wie die Schulleitung einen Schüler namentlich ausruft und ihm befiehlt, sofort in mein Büro zu gehen....so viel zum Thema Freiwilligkeit...
Der örtliche Sozialarbeiter war nur die halbe Woche vor Ort, eine volle Stelle wäre nicht finanziert worden...somit war ich sofort die Anlaufstelle für alle zu sanktionierenden Schüler...Privatgespräche? Vertrauensaufbau? Nix...ich war sofort der "zweite Sozialprediger"...nach zwei Monaten gab ich den Versuch auf...vor Ort ist ein echtes Vertrauensverhältnis nicht zu etablieren...das Kollegium war ohnehin skeptisch, statt eines Sozialarbeiters sollte lieber noch eine weitere Lehrkraft angestellt werden und ich als "Anwalt der Schüler" sei ohnehin überflüssig...nunja...
Unnötig zu erwähnen, dass Schulen oberhalb der Hauptschule größtenteils statt Prä- oder Intervention die deutlich einfachere Entsorgungspolitik fahren..."Sowas kann man über die Note regeln."...
3. "Amokläufer" sind tendenziell sehr lange unauffällig...Steinhäuser, Kretschmer, Georg R. - sie alle werden als ruhig und mehr oder weniger isoliert beschrieben. Solche Schüler fallen im Regelbetrieb nicht auf...zu den Sozialarbeitern und ins Schulleiterbüro werden die geschickt, die durch Stören, Gewalt und andere "laute" Dinge auffällig werden...an Schulen mit einem höheren Anteil so auffälliger Schüler, gerade in den von uns beobachteten "sozialen Brennpunkten" sind Lehrer und Sozialarbeiter froh, wenn ein Schüler einfach nur ruhig ist. In einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten, in der man über die Hälfte der Zeit mit dem Disziplinieren der Schüler beschäftigt ist, ist dies auch nicht zu leisten...ich kenne ja beide Seiten..
Isoliert sich ein Schüler, ist das halt so...hauptsache er macht keinen Ärger und kommt halbwegs regelmäßig zum Unterricht, schreibt seine Arbeiten und bekommt irgendwann seinen Abschluss...vertrauen sich diese Schüler nicht freiwillig einem Sozialarbeiter oder Schulpsychologen an, kennt man sie oft nicht einmal...es sitzen ja noch über 30 andere in der Klasse..
4. Eltern sind nahezu grundsätzlich für auffälliges Verhalten ihrer Kinder völlig blind...die Kinder waren ja schliesslich "schon immer so" und auch den Eltern ist ein Kind, das kaum redet und lieber still in seinem Zimmer ist, eigentlich ganz recht, vor allem, wenn beide berufstätig sind...spricht man die Eltern auf soetwas an, hört man nur, man habe "keine Ahnung" oder "wir kennen unseren Sohn besser als sie" oder "Reden Sie uns nicht in unsere Erziehung rein..."..faktisch ist es eigentlich so, dass man die Eltern, die man eigentlich nicht sehen will, permanent bei sich sitzen hat und man sich nur wünscht, sie würden das Mädchen oder den Jungen mit ihren Leistungsansprüchen mal fünf Minuten in Ruhe lassen...und die Eltern, die man dringend zu einem Gespräch bittet, kommen entweder nicht oder zeigen ebendieses Verhalten...der schönste Satz in dieser Zeit: "Hätte die Schule nur solche Schüler wie unsere Tochter, dann hätte die Schule keine Probleme."
Solange die Eltern immer am besten wissen, was gut für ihr Kind ist, ist man da chancenlos...baut man Druck auf, ist man sowieso böse und die Eltern unterstützen das Kind noch in seiner schuloppositionellen Haltung...
Greift man dann an den Eltern vorbei ein, sollte man auf richtig festem Boden stehen...der vermutete Drogenkonsum eines Jungen, der ständig träge und lustlos war, stellte sich erst nach dem Gespräch über Drogentests als Symptom eines Herzfehlers heraus...ups...war ein Heidenspass...
Danach überlegt man sich zweimal, ob man sich nochmals derart in die Nesseln setzen möchte.
5. Je höher das Ansehen einer Schule, desto geringer die Bereitschaft, einen Sozialarbeiter oder Schulpsychologen anzustellen. Es ist schlichtweg falsch, dass das nicht ginge..man verliert halt nur eine Lehrerstelle dafür oder hat einen Kollegen mit Zusatzqualifikation, dem man für die schulpsychologische Arbeit Stunden anrechnen muss, die dieser nicht im Unterricht steht..
Je elitärer jedoch das Gymnasium, umso mehr heißt es "das brauchen wir hier nicht"...die Angst ist zu groß, dass man durch die Anwesenheit eines Sozialarbeiters nach aussen hin zeigt, man würde auch einen brauchen. Über das Ansehen von Sozialpädagogen in höheren Gesellschaftsschichten (sorry, das heisst ja jetzt "Milieu"..oder doch "Kaste" ?) muss ich mich denke ich nicht auslassen...und wirklich auffällige Schüler schmeisst man von der Schule...Problem gelöst..
6. Alles was ausserhalb des Unterrichts passiert, fällt auch nur in den wenigsten Fällen auf...wird ein Schüler auf dem Schulweg und/oder in der Freizeit gemobbt, verprügelt, abgezogen, ausgegrenzt etc. merkt man als Lehrer davon nichts in einer Masse von mehreren hundert Schülern...vertrauen diese Kinder aus Scham oder Angst sich weder Eltern noch Lehrern an, haben auch diese keine Chance...Sozialarbeiter helfen dagegen nicht, da die fraglichen Schüler wie oben erwähnt, deren Einflussbereich sehr genau kennen..erst wenn Verletzungen auftreten, wird reagiert, aber meist auch wieder abgewiegelt...
Das nur als kurzer Abriss...was also als Fazit bleibt ist:
1. Ist Schule negativ konnotiert, sind es auch ihre Angestellten...nicht reparieren, wenn es den Schülern schon schlecht geht, sondern an einer Aufwertung des Bildes von Schule arbeiten..mein Appell bleibt: Behandelt Eure Schüler so, dass sie Euch nicht erschiessen wollen...
Gerade an Gymnasien existiert in den Köpfen von Lehrern und Eltern ein nicht mehr zeitgemäßes Bild der absoluten Autorität, die aber an keiner Stelle durch Vorbildfunktion legitimiert wird..
An der Abgrenzung der Schichten untereinander wird aber keine Politik der Welt etwas ändern können...
2. Bessere Ausbildung für die Primarstufe...heutige GrundschullehrerInnen besitzen wenig bis gar keine diagnostische und andere psychologische Kompetenz, sind schon an der Uni bei Professoren und Studierenden als "Kindergärtnerinnen" unbeliebt, handlungspraktische Dinge werden nicht gelehrt, denn "dann können wir hier ja gleich eine PH draus machen" usw...aber nur in dieser Altersklasse ist noch pädagogisch und therapeutisch gegenzulenken...im Altersbereich der Sekundarstufen sind pathologische Muster bereits so eingefahren, dass von Prävention keine Rede mehr sein kann...
Die Bilanz unserer Studie war: Die Muster sind eingebrannt...mit viel Mühe und intensiver Betreuung kann kurzfristig Besserung erzielt werden, lässt man die Schüler dann jedoch wieder von der Leine, verfallen sie innerhalb kürzester Zeit wieder in die alten Strukturen...nichts ist so angenehm wie das Bekannte...die nötige Intensivbetreuung über lange Zeit ist nicht finanzier- und realisierbar..
Das ersmal mein Gedankenstrom dazu...mehr vielleicht später..
cd
Der STERN titelt heute beispielsweise "Polizeigewerkschaft zum Amoklauf: Deutschlands Schulen sind nicht sicher!" und finanznachrichten.de berichtet unter Berufung auf die Rheinische Post gar, die NRW Schulministerin Barbara Sommer wolle "nach Amoklauf 1000 neue Schulpsychologen".
In den Jahren in der Schulforschung habe ich dazu recht einschläigige Erfahrungen gemacht und halte bis heute die Annahme, Schulpsychologen und Sozialarbeiter an Schulen könnten Amokläufe verhindern, für nicht haltbar. Gleichzeitig denke ich auch, wird eine flächendeckende Ausstattung aus finanziellen Gründen nie passieren.
Warum funktioniert das ganze nicht? Ein paar Erfahrungen dazu:
1. Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort ein Büro haben sind automatisch mit dem System Schule assoziiert. Generell schuloppositionelle Schüler werden diese nicht freiwillig, sondern nur unter Zwang aufsuchen. Psychologen und Sozialarbeiter können zwar schweigen, aber nicht zu jedem Sachverhalt. In strafrechtlich relevanten Dingen müssen sie die Schulleitung informieren, die dann entscheidet, ob die Sache an die Polizei geht. Das ist den Schülern bekannt, also werden sie die in diesem Kontext wirklich interessanten Dinge nicht erzählen, selbst die Fünftklässler haben den Bogen der Desinformation recht gut raus und wissen auch um ihre Strafunmündigkeit.
2. Dieser Umstand führt dazu, dass man letztendlich als Strafinstanz endet. Ich habe an einer Schule die Supervisionsgruppe eines Betreuungsteams geleitet und in dem Rahmen versucht, ein Counsellingkonzept zu etablieren, dessen Grundsatz die Freiwilligkeit seitens der Schüler ist.
Am ersten Tag des Versuchs, ich bin noch gar nicht in meinem Büro, höre ich bereits über die Schulsprechanlage (die in allen Klassenräumen zu hören war!) nur, wie die Schulleitung einen Schüler namentlich ausruft und ihm befiehlt, sofort in mein Büro zu gehen....so viel zum Thema Freiwilligkeit...
Der örtliche Sozialarbeiter war nur die halbe Woche vor Ort, eine volle Stelle wäre nicht finanziert worden...somit war ich sofort die Anlaufstelle für alle zu sanktionierenden Schüler...Privatgespräche? Vertrauensaufbau? Nix...ich war sofort der "zweite Sozialprediger"...nach zwei Monaten gab ich den Versuch auf...vor Ort ist ein echtes Vertrauensverhältnis nicht zu etablieren...das Kollegium war ohnehin skeptisch, statt eines Sozialarbeiters sollte lieber noch eine weitere Lehrkraft angestellt werden und ich als "Anwalt der Schüler" sei ohnehin überflüssig...nunja...
Unnötig zu erwähnen, dass Schulen oberhalb der Hauptschule größtenteils statt Prä- oder Intervention die deutlich einfachere Entsorgungspolitik fahren..."Sowas kann man über die Note regeln."...
3. "Amokläufer" sind tendenziell sehr lange unauffällig...Steinhäuser, Kretschmer, Georg R. - sie alle werden als ruhig und mehr oder weniger isoliert beschrieben. Solche Schüler fallen im Regelbetrieb nicht auf...zu den Sozialarbeitern und ins Schulleiterbüro werden die geschickt, die durch Stören, Gewalt und andere "laute" Dinge auffällig werden...an Schulen mit einem höheren Anteil so auffälliger Schüler, gerade in den von uns beobachteten "sozialen Brennpunkten" sind Lehrer und Sozialarbeiter froh, wenn ein Schüler einfach nur ruhig ist. In einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten, in der man über die Hälfte der Zeit mit dem Disziplinieren der Schüler beschäftigt ist, ist dies auch nicht zu leisten...ich kenne ja beide Seiten..
Isoliert sich ein Schüler, ist das halt so...hauptsache er macht keinen Ärger und kommt halbwegs regelmäßig zum Unterricht, schreibt seine Arbeiten und bekommt irgendwann seinen Abschluss...vertrauen sich diese Schüler nicht freiwillig einem Sozialarbeiter oder Schulpsychologen an, kennt man sie oft nicht einmal...es sitzen ja noch über 30 andere in der Klasse..
4. Eltern sind nahezu grundsätzlich für auffälliges Verhalten ihrer Kinder völlig blind...die Kinder waren ja schliesslich "schon immer so" und auch den Eltern ist ein Kind, das kaum redet und lieber still in seinem Zimmer ist, eigentlich ganz recht, vor allem, wenn beide berufstätig sind...spricht man die Eltern auf soetwas an, hört man nur, man habe "keine Ahnung" oder "wir kennen unseren Sohn besser als sie" oder "Reden Sie uns nicht in unsere Erziehung rein..."..faktisch ist es eigentlich so, dass man die Eltern, die man eigentlich nicht sehen will, permanent bei sich sitzen hat und man sich nur wünscht, sie würden das Mädchen oder den Jungen mit ihren Leistungsansprüchen mal fünf Minuten in Ruhe lassen...und die Eltern, die man dringend zu einem Gespräch bittet, kommen entweder nicht oder zeigen ebendieses Verhalten...der schönste Satz in dieser Zeit: "Hätte die Schule nur solche Schüler wie unsere Tochter, dann hätte die Schule keine Probleme."
Solange die Eltern immer am besten wissen, was gut für ihr Kind ist, ist man da chancenlos...baut man Druck auf, ist man sowieso böse und die Eltern unterstützen das Kind noch in seiner schuloppositionellen Haltung...
Greift man dann an den Eltern vorbei ein, sollte man auf richtig festem Boden stehen...der vermutete Drogenkonsum eines Jungen, der ständig träge und lustlos war, stellte sich erst nach dem Gespräch über Drogentests als Symptom eines Herzfehlers heraus...ups...war ein Heidenspass...
Danach überlegt man sich zweimal, ob man sich nochmals derart in die Nesseln setzen möchte.
5. Je höher das Ansehen einer Schule, desto geringer die Bereitschaft, einen Sozialarbeiter oder Schulpsychologen anzustellen. Es ist schlichtweg falsch, dass das nicht ginge..man verliert halt nur eine Lehrerstelle dafür oder hat einen Kollegen mit Zusatzqualifikation, dem man für die schulpsychologische Arbeit Stunden anrechnen muss, die dieser nicht im Unterricht steht..
Je elitärer jedoch das Gymnasium, umso mehr heißt es "das brauchen wir hier nicht"...die Angst ist zu groß, dass man durch die Anwesenheit eines Sozialarbeiters nach aussen hin zeigt, man würde auch einen brauchen. Über das Ansehen von Sozialpädagogen in höheren Gesellschaftsschichten (sorry, das heisst ja jetzt "Milieu"..oder doch "Kaste" ?) muss ich mich denke ich nicht auslassen...und wirklich auffällige Schüler schmeisst man von der Schule...Problem gelöst..
6. Alles was ausserhalb des Unterrichts passiert, fällt auch nur in den wenigsten Fällen auf...wird ein Schüler auf dem Schulweg und/oder in der Freizeit gemobbt, verprügelt, abgezogen, ausgegrenzt etc. merkt man als Lehrer davon nichts in einer Masse von mehreren hundert Schülern...vertrauen diese Kinder aus Scham oder Angst sich weder Eltern noch Lehrern an, haben auch diese keine Chance...Sozialarbeiter helfen dagegen nicht, da die fraglichen Schüler wie oben erwähnt, deren Einflussbereich sehr genau kennen..erst wenn Verletzungen auftreten, wird reagiert, aber meist auch wieder abgewiegelt...
Das nur als kurzer Abriss...was also als Fazit bleibt ist:
1. Ist Schule negativ konnotiert, sind es auch ihre Angestellten...nicht reparieren, wenn es den Schülern schon schlecht geht, sondern an einer Aufwertung des Bildes von Schule arbeiten..mein Appell bleibt: Behandelt Eure Schüler so, dass sie Euch nicht erschiessen wollen...
Gerade an Gymnasien existiert in den Köpfen von Lehrern und Eltern ein nicht mehr zeitgemäßes Bild der absoluten Autorität, die aber an keiner Stelle durch Vorbildfunktion legitimiert wird..
An der Abgrenzung der Schichten untereinander wird aber keine Politik der Welt etwas ändern können...
2. Bessere Ausbildung für die Primarstufe...heutige GrundschullehrerInnen besitzen wenig bis gar keine diagnostische und andere psychologische Kompetenz, sind schon an der Uni bei Professoren und Studierenden als "Kindergärtnerinnen" unbeliebt, handlungspraktische Dinge werden nicht gelehrt, denn "dann können wir hier ja gleich eine PH draus machen" usw...aber nur in dieser Altersklasse ist noch pädagogisch und therapeutisch gegenzulenken...im Altersbereich der Sekundarstufen sind pathologische Muster bereits so eingefahren, dass von Prävention keine Rede mehr sein kann...
Die Bilanz unserer Studie war: Die Muster sind eingebrannt...mit viel Mühe und intensiver Betreuung kann kurzfristig Besserung erzielt werden, lässt man die Schüler dann jedoch wieder von der Leine, verfallen sie innerhalb kürzester Zeit wieder in die alten Strukturen...nichts ist so angenehm wie das Bekannte...die nötige Intensivbetreuung über lange Zeit ist nicht finanzier- und realisierbar..
Das ersmal mein Gedankenstrom dazu...mehr vielleicht später..
cd
Ansbach: Twitter-Panne bei BILD
18/09/09 02:38 Abgelegt unter:
Allgemeines
Ups, noch einen drauf für BILD:
turi2.de berichtet, BILD habe heute während der Berichterstattung über Ansbach zeitweise ungefiltert alle Tweets zum Thema auf ihre Seite übernommen...die Community erkannte das relativ schnell, nur BILD war etwas langsamer...der Chefredakteur stoppte die Sache erst nach sechzehn Uhr, nachdem schon lange Sprüche wie "BILD stinkt" über die offizielle Homepage gegangen waren.
turi2.de: BILD öffnet nach Amoklauf Twitterern seine Seite - und sperrt sie wieder aus
cd
turi2.de berichtet, BILD habe heute während der Berichterstattung über Ansbach zeitweise ungefiltert alle Tweets zum Thema auf ihre Seite übernommen...die Community erkannte das relativ schnell, nur BILD war etwas langsamer...der Chefredakteur stoppte die Sache erst nach sechzehn Uhr, nachdem schon lange Sprüche wie "BILD stinkt" über die offizielle Homepage gegangen waren.
turi2.de: BILD öffnet nach Amoklauf Twitterern seine Seite - und sperrt sie wieder aus
cd
Amokversicherung
18/09/09 01:53 Abgelegt unter:
Allgemeines
Nur kurz ein Beispiel für ein doch
etwas unglücklich gesetztes Schlüsselwort. Es dürfte aufgefallen
sein, dass Google einem nach der Eingabe von "Amok Ansbach" die
"AOK Ansbach" empfiehlt...
Der folgenge Screenshot zeigt, dass es noch deutlich abstrusere Zuordnungen gibt :

Nuja, zumindest ist der Zeitgeist erkannt...
cd
Der folgenge Screenshot zeigt, dass es noch deutlich abstrusere Zuordnungen gibt :

Nuja, zumindest ist der Zeitgeist erkannt...
cd
Axt im Bayrischen Walde - Ansbach
17/09/09 22:53 Abgelegt unter:
Pädagogik | Psychologie
Ok, wir haben einen neuen Fall.
Diesmal hat es das Gymnasium Carolinum in Ansbach in Bayern erwischt. Im Westen nichts Neues möchte man fast schon sagen...doch die Tat ist ein wenig anders als die vorhergegangenen. Der 18-jährige Georg R. nahm keine Pumpgun oder Faustfeuerwaffe, sondern klassisch Männlich eine Axt und Brandflaschen, umgangssprachlich auch als Molotowcocktail bezeichnet. Nach aktueller Berichterstattung hat der Täter also sechs bis acht Schüler mit Axt und Brandflasche verletzt, trug noch zwei Messer mit sich, von den Brandsätzen zündeten oder explodierten ein bis zwei und die Polizei stoppte ihn nach elf bis fünfzehn Minuten mit ein bis fünf Schüssen...die Medien sind sich also wieder völlig einig
Es exisiteren "Dokumente" oder ein "Abschiedsbrief" in dem von der baldigen Apokalypse die Rede sei und er sei eventuell auch in psychotherapeutischer Behandlung gewesen oder eben auch nicht...
Das gleiche stille Post Spielchen wie bei Kretschmer also.
Die BILD ist natürlich wieder ganz vorne und hat sich Bilder aus dem AmokVZ organisiert. Um 16.25 ist noch von einem Schuss in den Oberkörper die Rede und von erst vier, dann zehn Verletzten, um 21.52 Uhr sind es dann schon fünf Kugeln, die aus einer Polizeipistole abgefeuert wurden und Georg R. habe auch nach dem Werfen der Brandsätze mit der Axt regelrecht auf die flüchtenden Schüler als Ziel gewartet. Der zweite Brandsatz habe nicht gezündet.
Bei news.de sind es acht Verletzte, die Schüsse auf den Täter kamen aus einer Maschinenpistole und beide Brandsätze haben gezündet.
Bei N24 sind es acht verletzte Schüler, eine verletzte Lehrerin, der zweite Brandsatz hat nicht gezündet und die Kugeln kamen aus einer Maschinenpistole. Hier sind es elf Minuten zwischen Alarmierung der Polizei und Festnahme oder eher neutralisierung des Täters. Auch wird sich auf eine Sendung des Bayrischen Rundfunks berufen, die von Dokumenten berichtet, in denen es um die baldige Apokalypse gehe. Auch soll der BR erfahren haben, Georg R. habe sich in Psychotherapie befunden.
Beim Handelsblatt sind zwei Brandsätze "hochgegangen", fünf Körpertreffer hat der Täter eingesteckt, allerdings von einer Polizistin und einem Kollegen gleichzeitig, es wurden acht Schüler und ein Lehrer verletzt.
Beim Spiegel beispielsweise erfolgte die Festnahme bereits nach zehn Minuten. Es gab zehn Verletzte, nur Schüler und der Täter.
In einem späteren Artikel des Spiegels zündet der zweite, aber nicht der erste Brandsatz, es sind elf Minuten und auch hier wird sich auf den Bayrischen Rundfunk bezüglich Therapie und "Apokalypse" berufen.
Der Bericht, der offensichtlich zuerst die Psychotherapie und die Schriftstücke erwähnt, findet sich nebst Videos bei BR-Online.
Also wie immer: nichts Genaues weiss man nicht. Je später es wird, umso mehr Berichte beziehen sich aber auf den Polizeisprecher und gleichen ihre Berichterstattung an.
Auf YouTube gibt es bereits die ersten Trittbrettfahrer. Beispielsweise ein (nun ist es 23.30 Uhr) vor zehn Stunden, also um 13.30 Uhr eingestelltes Video mit dem Titel "Amoklauf Ansbach", in dem ein Musikvideo zum Thema Schulamok zu sehen ist, das offensichtlich mit der zu erwartenden Trefferrate durch den Titel (der nicht der eigentliche Songtitel ist) etwas mehr Bekanntheit erreichen soll...es sind die Rapper Aediss und Tekin mit dem Titel "X-Istenz". Es ist das einzige Video, das der Nutzer "UntergrundMusik" online gestellt hat..etwas fragwürdige Publicity, wie man auch in den Kommentaren sehen kann...
Auch freue ich mich jetzt wieder auf die kommende Killerspieldebatte, da ich mindestens eine Flasche guten schottischen Whisky wette, dass man auf dem beschlagnahmten Laptop auch ein solches Spiel finden wird.
Im Schatten des Todes von Dominik Brunner hat sich nun wohl auch die Frage erledigt, was in Bayern an Rechtsverschärfungen geplant wird...
..ob man in Bayern nun Äxte und Bezin verbieten wird? Ach ja...und Feuerzeuge natürlich...als Raucher bin ich ja jetzt mit so einem Ding in der Tasche schon potenzieller Amokläufer...
Schauen wir mal, was so kommt...
cd
Diesmal hat es das Gymnasium Carolinum in Ansbach in Bayern erwischt. Im Westen nichts Neues möchte man fast schon sagen...doch die Tat ist ein wenig anders als die vorhergegangenen. Der 18-jährige Georg R. nahm keine Pumpgun oder Faustfeuerwaffe, sondern klassisch Männlich eine Axt und Brandflaschen, umgangssprachlich auch als Molotowcocktail bezeichnet. Nach aktueller Berichterstattung hat der Täter also sechs bis acht Schüler mit Axt und Brandflasche verletzt, trug noch zwei Messer mit sich, von den Brandsätzen zündeten oder explodierten ein bis zwei und die Polizei stoppte ihn nach elf bis fünfzehn Minuten mit ein bis fünf Schüssen...die Medien sind sich also wieder völlig einig
Es exisiteren "Dokumente" oder ein "Abschiedsbrief" in dem von der baldigen Apokalypse die Rede sei und er sei eventuell auch in psychotherapeutischer Behandlung gewesen oder eben auch nicht...
Das gleiche stille Post Spielchen wie bei Kretschmer also.
Die BILD ist natürlich wieder ganz vorne und hat sich Bilder aus dem AmokVZ organisiert. Um 16.25 ist noch von einem Schuss in den Oberkörper die Rede und von erst vier, dann zehn Verletzten, um 21.52 Uhr sind es dann schon fünf Kugeln, die aus einer Polizeipistole abgefeuert wurden und Georg R. habe auch nach dem Werfen der Brandsätze mit der Axt regelrecht auf die flüchtenden Schüler als Ziel gewartet. Der zweite Brandsatz habe nicht gezündet.
Bei news.de sind es acht Verletzte, die Schüsse auf den Täter kamen aus einer Maschinenpistole und beide Brandsätze haben gezündet.
Bei N24 sind es acht verletzte Schüler, eine verletzte Lehrerin, der zweite Brandsatz hat nicht gezündet und die Kugeln kamen aus einer Maschinenpistole. Hier sind es elf Minuten zwischen Alarmierung der Polizei und Festnahme oder eher neutralisierung des Täters. Auch wird sich auf eine Sendung des Bayrischen Rundfunks berufen, die von Dokumenten berichtet, in denen es um die baldige Apokalypse gehe. Auch soll der BR erfahren haben, Georg R. habe sich in Psychotherapie befunden.
Beim Handelsblatt sind zwei Brandsätze "hochgegangen", fünf Körpertreffer hat der Täter eingesteckt, allerdings von einer Polizistin und einem Kollegen gleichzeitig, es wurden acht Schüler und ein Lehrer verletzt.
Beim Spiegel beispielsweise erfolgte die Festnahme bereits nach zehn Minuten. Es gab zehn Verletzte, nur Schüler und der Täter.
In einem späteren Artikel des Spiegels zündet der zweite, aber nicht der erste Brandsatz, es sind elf Minuten und auch hier wird sich auf den Bayrischen Rundfunk bezüglich Therapie und "Apokalypse" berufen.
Der Bericht, der offensichtlich zuerst die Psychotherapie und die Schriftstücke erwähnt, findet sich nebst Videos bei BR-Online.
Also wie immer: nichts Genaues weiss man nicht. Je später es wird, umso mehr Berichte beziehen sich aber auf den Polizeisprecher und gleichen ihre Berichterstattung an.
Auf YouTube gibt es bereits die ersten Trittbrettfahrer. Beispielsweise ein (nun ist es 23.30 Uhr) vor zehn Stunden, also um 13.30 Uhr eingestelltes Video mit dem Titel "Amoklauf Ansbach", in dem ein Musikvideo zum Thema Schulamok zu sehen ist, das offensichtlich mit der zu erwartenden Trefferrate durch den Titel (der nicht der eigentliche Songtitel ist) etwas mehr Bekanntheit erreichen soll...es sind die Rapper Aediss und Tekin mit dem Titel "X-Istenz". Es ist das einzige Video, das der Nutzer "UntergrundMusik" online gestellt hat..etwas fragwürdige Publicity, wie man auch in den Kommentaren sehen kann...
Auch freue ich mich jetzt wieder auf die kommende Killerspieldebatte, da ich mindestens eine Flasche guten schottischen Whisky wette, dass man auf dem beschlagnahmten Laptop auch ein solches Spiel finden wird.
Im Schatten des Todes von Dominik Brunner hat sich nun wohl auch die Frage erledigt, was in Bayern an Rechtsverschärfungen geplant wird...
..ob man in Bayern nun Äxte und Bezin verbieten wird? Ach ja...und Feuerzeuge natürlich...als Raucher bin ich ja jetzt mit so einem Ding in der Tasche schon potenzieller Amokläufer...
Schauen wir mal, was so kommt...
cd










